dqr-handbuch-01-08-2013
Dieses Dokument ist Teil der Anfrage „Deutscher Qualifikationsrahmen (DQR)-Berufsbildung“
Berufsfachschule (Mittlerer Schulabschluss) 1. Beschreibung des Qualifikationstyps Die Berufsfachschule zum Erwerb des Mittleren Schulabschlusses verbindet berufsübergreifende mit berufsbe- zogenen Kompetenzen der jeweiligen Fachrichtung und führt zum Mittleren Schulabschluss. Dabei wird berufli- che Handlungskompetenz gefördert, in dem Erfahrungs- und Lernsituationen eröffnet werden, die den individuellen Lernprozess der Schüler unterstützen. Die zweijährige Berufsfachschule ermöglicht Jugendlichen den Erwerb erster berufsbezogener Fähigkeiten und Fertigkeiten in dem jeweiligen Berufsfeld. Dazu werden im Bildungsgang grundlegende Kenntnisse und Qualifi- kationen erworben, die zum beruflichen Handeln befähigen. In Werkstätten, Laboren oder Lernbüros erfolgt der Erwerb der Kompetenzen der betrieblichen Ausbildung. Neben der Fachkompetenz werden vor allem die perso- nalen Kompetenzen gefördert, die im jeweiligen Berufsfeld von besonderer Bedeutung sind. Der Erwerb der an den Bildungsstandards des Mittleren Schulabschlusses orientierten berufsübergreifenden Kompetenzen führt durch die Prüfung zu den Berechtigungen des Mittleren Schulabschlusses. Die Absolventen verfügen… …über Kompetenzen zum selbständigen Agieren in beruflichen und privaten Handlungssituationen und passen sich verändernden Anforderungen flexibel an; Wissen: …verfügen über erweitertes Fachwissen im Berufsfeld oder der Berufsgruppe der jewei- ligen Fachrichtung. Dabei verbinden sie Wissen von Arbeits- und Geschäftsprozessen mit wissenschaftlichem Struktur- und Grundlagenwissen; …verfügen über erweitertes allgemeines Wissen mit deutlicher Orientierung an den Standards für den Mittleren Schulabschluss in den Fächern Deutsch, Mathematik und Erste Fremdsprache; Fertigkeiten: …verfügen über ein Spektrum von kognitiven und praktischen Fähigkeiten zur Planung und Bearbeitung von fachlichen Aufgaben in Produktions- und Geschäftsprozessen der jeweiligen Fachrichtung; …können Ergebnisse von Produktions- und Geschäftsprozessen sowie Arbeitsergebnis- se im berufsübergreifenden Lernbereich nach weitgehend vorgegebenen Maßstäben beurteilen und einfache Transferleistungen erbringen; Sozialkompetenz: …wirken in Teams mit und bieten punktuelle Unterstützung an; …gestalten aktiv Sozialbeziehungen und Kommunikationsprozesse; …gestalten die Lern- und Arbeitsumgebung in der jeweiligen Fachrichtung; …gestalten Abläufe und stellen Ergebnisse adressatenbezogen dar; Selbständigkeit: …lernen oder arbeiten auch in weniger bekannten Kontexten eigenständig und verant- wortungsbewusst; …fragen Lernberatung und Auswahl von Lernhilfen nach. Erforderlich ist der erfolgreiche Erwerb der Kompetenzen des ersten Ausbildungsjahres (Berufliche Grundbil- dung) und der an den Bildungsstandards des Mittleren Schulabschlusses orientierten berufsübergreifenden Kompetenzen. Dadurch werden die Berechtigungen des Mittleren Schulabschlusses erworben. 26
2. Beispiel Bildungsgang: Zweijährige Berufsfachschule Wirtschaft und Verwaltung, Bremen Rechtliche ° Lehrplan für den fachrichtungsbezogenen Unterricht an der Handelsschule des Grundlagen: Landes Bremen ° Rahmenlehrplan für den berufsbezogenen Lernbereich im Berufsgrundbildungsjahr Berufsfeld Wirtschaft und Verwaltung Empfehlungen, ° Rahmenvereinbarung über die Berufsfachschulen (Beschluss der Kultusminister- Vereinbarungen: konferenz vom 28.02.1997 i. d. F. vom 07.12.2007) Abschluss: Abschlusszeugnis der teilqualifizierenden Berufsfachschule Wirtschaft und Verwaltung Qualifikation: Berufliche Grundbildung im Berufsfeld Wirtschaft und Verwaltung, Mittlerer Schulabschluss Anschluss: Fortsetzung des Bildungsweges in berufs- und studienqualifizierenden Bildungsgängen, Anrechnung beruflicher Vorbildung auf eine sich anschließende Ausbildung nach § 7 BBiG Im Bereich Wirtschaft und Verwaltung werden z. B. orientiert an den Handels- und Büroberufen Prozesse aus den profilgebenden Handlungsfeldern Gestaltung von Lieferanten- und Kundenbeziehungen sowie Steuerung der betrieblichen Leistungserstellung und des Personaleinsatzes auf der Grundlage betriebswirtschaftlicher und volkswirtschaftlicher Daten abgebildet und die Schüler auf die Tätigkeit in kaufmännischen Berufen vorbereitet. Neben der Fachkompetenz werden vor allem jene Schlüsselkompetenzen gefördert, die für den Umgang im Berufsleben von entscheidender Bedeutung sind: kommunikative Kompetenz, Methodenkompetenz und Lern- kompetenz als konkrete Beschreibung von Sozial- und Selbstkompetenz. 3. Liste der Qualifikationen – Niveau 3 Siehe Seite 33 27
Name der Qualifikation Berufliche Grundbildung, Mittlerer Schulabschluss ° Zweijährige Berufsfachschule Wirtschaft und Verwaltung in Bremen Kurzbeschreibung Die zweijährige Berufsfachschule Wirtschaft und Verwaltung in Bremen verbindet berufsübergreifende Inhalte mit berufsbezogenen Projekten aus den einzelnen Fachrichtungen und führt zum Mittleren Schulabschluss. Dabei soll die berufliche Handlungskompetenz gefördert werden, in dem Erfahrungs- und Lernsituationen geschaffen werden, die den individuellen Lernprozess der Schüler unterstützen. Die Absolventen verfügen über Kompetenzen zur selbständigen Erfüllung fachlicher Anforderungen in einem noch überschaubaren und zum Teil offen strukturierten Lernbereich oder beruflichen Tätigkeitsfeld. Verwendete Dokumente und Quellentexte ° Rahmenvereinbarung über die Berufsfachschulen (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 28.02.1997 i. d. F. vom 07.12.2007) ° Lehrplan für den fachrichtungsbezogenen Unterricht an der Handelsschule des Landes Bremen ° Rahmenlehrplan für den berufsbezogenen Lernbereich im Berufsgrundbildungsjahr Berufsfeld Wirtschaft und Verwaltung Niveau 3 Über Kompetenzen zur selbständigen Erfüllung fachlicher Anforderungen in einem noch überschaubaren und zum Teil offen strukturierten Lernbereich oder beruflichen Tätigkeitsfeld verfügen. Fachkompetenz Personale Kompetenz Wissen Fertigkeiten Sozialkompetenz Selbständigkeit Breite und Tiefe Instrumentelle und systemische Fertigkeiten; Team-/Führungsfähigkeit, Mitgestaltung und Eigenständigkeit/Verantwortung, Reflexivität Beurteilungsfähigkeit Kommunikation und Lernkompetenz Über erweitertes allgemeines Wissen oder über Über ein Spektrum von kognitiven und prakti- In einer Gruppe mitwirken und punktuell Auch in weniger bekannten Kontexten, selb- erweitertes Fachwissen in einem Lernbereich schen Fertigkeiten zur Planung und Bearbei- Unterstützung anbieten. Die Lern- oder Ar- ständig und verantwortungsbewusst lernen oder beruflichen Tätigkeitsfeld verfügen. tung von fachlichen Aufgaben in einem beitsumgebung mitgestalten, Abläufe und oder arbeiten. Das eigene und das Handeln Lernbereich oder beruflichen Tätigkeitsfeld Ergebnisse adressatenbezogen darstellen. anderer einschätzen. Lernberatungen nach- verfügen. Ergebnisse nach weitgehend vor- fragen und verschiedene Lernhilfen auswäh- gegebenen Maßstäben beurteilen, einfache len. Transferleistungen erbringen. Berufsfachschüler verfügen über Grundlagen- Berufsfachschüler… Berufsfachschüler… Berufsfachschüler… kenntnisse in der Betriebswirtschaftslehre, im ° orientieren sich in Schule, Betrieb und ° arbeiten im Team; ° übernehmen Verantwortung für ihr Han- Rechnungswesen und der Informationsverar- regionaler Wirtschaft; deln; beitung. Sie… ° stellen akzeptierte und gemeinsame ° dokumentieren Geschäftsprozesse doku- Regeln für individuelle Lern- und Arbeits- ° sammeln Informationen; ° stellen den Aufbau eines Unternehmens mentieren und erledigen Zahlungsvor- prozesse auf; dar; ° beurteilen das eigene ökonomische und gänge; ° präsentieren Arbeitsergebnisse und ökologische Verhalten; ° beschreiben betriebliche Abläufe im Unter- ° bearbeiten Kundenaufträge aus dem In- begründen diese; nehmen; ° wenden geeignete Lernstrategien an; und Ausland; ° geben Feedback und nehmen dieses an; ° kennen Rechtsformen von Unternehmen ° arbeiten konzentriert, gewissenhaft, ° entwickeln einfache Marketingmaßnah- ° kommunizieren in einfacher Form in der sauber und strukturiert; und beurteilen deren Auswirkungen auf men, bahnen Kundenkontakte an und Haftung und Geschäftsführung; englischen Sprache; ° wenden Strategien zum Leseverstehen pflegen diese; ° stellen den erweiterten Wirtschaftskreislauf ° diskutieren und bewerten gemeinsam an; ° disponieren und beschaffen Güter; den Unternehmenserfolg; dar; ° denken und handeln wirtschaftlich; ° stellen Daten für die Steuerung von Ge- ° begründen ihre Arbeitsergebnisse; ° unterscheiden Markt und Marktformen schäftsprozessen bereit; ° reflektieren das eigene Gesprächsverhal- (Käufer- und Verkäufermarkt), Bedürfnisse ° kommunizieren mit Kunden situationsbe- ten im Umgang mit dem Kunden; ° führen private und betriebliche personal- zogen (Beratung, Preisverhandlungen, 28
und Bedarf; wirtschaftliche Maßnahmen; Auftragsannahme, Entschuldigung, Be- ° reflektieren Gesprächsverläufe; ° erklären Angebot und Nachfrage als preis- ° beziehen wirtschaftliche Rahmenbedin- schwerde) in angemessener Weise; ° denken und handeln kundenorientiert; bestimmende Faktoren; gungen in privates Handeln ein; ° verwenden einen rechtlichen und wirt- ° übernehmen Verantwortung für den ° beschreiben die Wirtschaftsordnungen der ° planen Projekte, führen dies durch und schaftlichen Fachwortschatz; Geschäftserfolg im Rahmen der Beschaf- sozialen Marktwirtschaft in ihren Grundzü- werten diese aus. ° begründen und vertreten die eigene fungsplanung und -durchführung; gen; Meinung sachlich und nachvollziehbar; ° reflektieren eigene Entscheidungen im ° erläutern die Funktionen des Geldes; ° verhalten sich kundenorientiert; Bereich der Beschaffung; ° zeigen die Zusammenhänge von Ökono- ° verfassen Schriftstücke der Auftragsbe- ° bearbeiten selbstständig einfache Aufga- mie und Ökologie auf; arbeitung norm- und adressatengerecht ben aus dem Bereich der Beschaffung; ° beschreiben das System der Doppik; und nutzen dabei Formatvorlagen und ° handeln verantwortungsvoll; Textbausteine; ° beschreiben Wertströme anhand von Bele- ° können Werbemaßnahmen wirtschaftlich, gen auf der Grundlage geltender Rechts- ° verfassen einfache Texte der Auftrags- juristisch und ethisch beurteilen; vorschriften; bearbeitung in englischer Sprache; ° beschaffen sich selbständig Informatio- ° beschreiben das System der Umsatzsteu- ° führen zielorientiert Verkaufs- und Re- nen zu den Themen Kennzahlenanalyse er; klamationsgespräche durch; und Preisbildung aus Schul- und Fach- ° bewerten und ermitteln den Unterneh- ° wenden Interaktionsregeln und Elemente büchern, Zeitschriften, Zeitungen und menserfolg anhand einfacher Zahlen; der nonverbalen Kommunikation an: dem Internet; ° entscheiden über die Nutzung von Skonto; ° erstellen Werbebriefe und Flyer; ° entwickeln persönliche Handlungsstrate- ° erstellen E-Mails und Serienbriefe; gien zur Vermeidung und Verkürzung ei- ° führen Erfolgs- und Bestandsbuchungen gener Arbeitslosigkeit; durch; ° begründen ihre Entscheidungen; ° gehen ökonomisch mit ihren privaten Ein- ° erläutern Kaufvertragsinhalte und nennen ° arbeiten im Team an Lösungsvorschlä- nahmen um und planen selbstverantwort- deren Zusammenhänge; gen aus dem Bereich Marketing; lich ihre privaten Ausgaben; ° erläutern wichtige rechtliche Grundlagen ° formulieren Anfragen und Bestellungen; ° können sich mit ihrer eigenen Persön- des Kaufvertragsrechtes; ° erfassen wesentliche Aussagen und lichkeit reflektierend auseinandersetzen. ° beschreiben Ablage- und Dokumentations- Handlungsanweisungen standardisierter formen; Geschäftsbriefe auch in einer Fremd- ° erkennen Zusammenhänge zwischen sprache; Marketingstrategien der Unternehmen und ° übersetzen einfache englische Ge- dem Konsumentenverhalten der Verbrau- schäftsbriefe und geben mündlich deren cher; wesentlichen Inhalte wieder; ° entwickeln Aspekte einer Marketingstrate- ° beachten Formvorschriften für die münd- gie; liche Kommunikation und die Handels- ° kennen grundlegende Instrumente der korrespondenz in englischer Sprache mit Marktforschung; ausländischen Geschäftspartnern; ° erläutern Maßnahmen der vier Marke- ° präsentieren Arbeitsergebnisse und tinginstrumente (Produkt- und Servicepoli- begründen diese. tik, Preis- und Konditionenpolitik, Kommunikationspolitik, Distributionspolitik); ° zeigen Grenzen unternehmerischer Ab- satzplanung und schätzen diese ein; ° ermitteln Güterbedarf in quantitativer und qualitativer Hinsicht; ° ermitteln Bezugsquellen und holen Ange- bote ein; ° verstehen und beurteilen allgemeine Ge- 29
schäftsbedingungen; ° beurteilen Lieferanten mit Hilfe von Bewer- tungskriterien; ° berechnen und beurteilen Lagerkennziffern und die optimale Bestellmenge; ° kennen Rechte und Pflichten bei Kaufver- tragsstörungen und deren Voraussetzun- gen; ° beschreiben den Zusammenhang von Pro- duktivität, Wirtschaftlichkeit und Rentabili- tät; ° zeigen die Unterschiede zwischen einer Vollkosten- und einer Teilkostenrechnung auf; ° erklären den Preisbildungsmechanismus am vollkommenen Markt; ° verstehen das Modell des vollkommenen Marktes und arbeiten Unterschiede zu herr- schenden Marktformen heraus; ° unterscheiden Käufer- von Verkäufermärk- ten; ° beschreiben Qualifikationsanforderungen der Unternehmen an zukünftige Auszubil- dende; ° benennen wesentliche gesetzliche, tarifli- che und vertragliche Rechtsgrundlagen von Ausbildungs- und Arbeitsverträgen; ° erläutern das System der Sozialversiche- rung; ° unterscheiden Steuern und Abgaben; ° unterscheiden private Einnahmen nach deren Herkunft; ° beurteilen die Entwicklung des Geldwertes anhand von Konsumausgaben im Ver- gleich zur nominalen und realen Einkom- mensentwicklung; ° erläutern unterschiedliche Sparformen und andere Geldanlagemöglichkeiten als finan- zielle Vorsorgesicherung; ° beurteilen die Finanzierung von Konsum- gütern über Ratenkauf, Darlehn, Dispositi- onskredit sowie Leasing; ° benennen und beurteilen Ursachen und Folgen der Verschuldung von Privathaus- halten; ° unterscheiden Bürgschaft, Sicherungs- 30
übereignung und Pfand als Sicherungsfor- men; ° unterscheiden und bewerten wirtschaftspo- litische Ziele des Stabilitätsgesetzes; ° erläutern die Arbeitsweise von Projekten. Zusammenfassende Begründung der Niveau-Zuordnung In der zweijährigen Berufsfachschule werden die Kompetenzen einer beruflichen Grundbildung im Berufsfeld Wirtschaft und Verwaltung und die Berechtigungen des Mittleren Schulabschlus- ses erworben. Die Absolventen verfügen über eine bessere Grundlage für ihre Berufsentscheidung. Sie verfügen über Kompetenzen zur selbständigen Erfüllung fachlicher Anforderungen in einem noch überschaubaren und zum Teil offen strukturierten Lernbereich oder beruflichen Tätigkeitsfeld. 31
Liste der Qualifikationen Niveau 3 Duale Berufsausbildung (2 jährige Ausbildungen) � Liste der staatlich anerkannten Ausbildungsberufe - Stand: 01.08.2013 (Quelle: BiBB) � Abrufbar unter: http://www2.bibb.de/tools/aab/aab_berufe_nach_ausbdauer.php � Novellierungen und Neuordnungen zu bundesrechtlich geregelten Fort- und Ausbildungsabschlüssen, � die nach dem 31.07.2013 erfolgen und nach dem im Gemeinsamen Beschluss beschriebenen Verfahren � zugeordnet wurden, sind von dieser Zuordnung zum DQR miteinbezogen. � Dauer/ Berufsbezeichnung Datum Monate 24 Änderungsschneider/ Änderungsschneiderin 09.05.2005 Ausbaufacharbeiter/ Ausbaufacharbeiterin - SP: Zimmerarbeiten; Stukkateurarbeiten; Fliesen-, Platten- und Mosa- 24 02.06.1999 ikarbeiten; Estricharbeiten; Wärme-, Kälte- und Schallschutzarbeiten; Trockenbauarbeiten 24 Bauten- und Objektbeschichter/ Bauten- und Objektbeschichterin 03.07.2003 24 Berg- und Maschinenmann - FR: Vortrieb und Gewinnung; Transport und Instandhaltung 22.06.1979 24 Chemielaborjungwerker/ Chemielaborjungwerkerin 08.11.1938 24 Fachkraft für Automatenservice 08.01.2008 24 Fachkraft für Holz- und Bautenschutzarbeiten 02.05.2007 24 Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen 22.03.2005 24 Fachkraft für Lederverarbeitung 14.02.2011 Fachkraft für Metalltechnik - FR: Konstruktionstechnik; Montagetechnik; Umform- und Drahttechnik; Zerspanungs- 24 02.04.2013 technik 24 Fachkraft im Gastgewerbe 13.02.1998 24 Fachlagerist/ Fachlageristin 26.07.2004 24 Fahrradmonteur/ Fahrradmonteurin 18.05.2004 Hochbaufacharbeiter/ Hochbaufacharbeiterin - SP: Maurerarbeiten; Beton- und Stahlbetonarbeiten; Feuerungs- 24 02.06.1999 und Schornsteinbauarbeiten 24 Industrieelektriker/ Industrieelektrikerin - FR: Betriebstechnik; Geräte und Systeme 28.05.2009 24 Isolierfacharbeiter/ Isolierfacharbeiterin 31.01.1997 24 Kraftfahrzeugservicemechaniker/ Kraftfahrzeugservicemechanikerin 02.06.2004 Maschinen- und Anlagenführer/ Maschinen- und Anlagenführerin - SP: Metall- und Kunststofftechnik; Textiltechnik; 24 27.04.2004 Textilveredelung; Lebensmitteltechnik; Druckweiter- und Papierverarbeitung 24 Modenäher/ Modenäherin 13.02.1997 24 Polster- und Dekorationsnäher/ Polster- und Dekorationsnäherin 09.05.2005 24 Produktionsfachkraft Chemie 23.03.2005 24 Produktprüfer Textil/ Produktprüferin Textil 07.05.2007 24 Servicefachkraft für Dialogmarketing 23.05.2006 24 Servicefahrer/ Servicefahrerin 22.03.2005 24 Servicekraft für Schutz und Sicherheit 21.05.2008 24 Speiseeishersteller/ Speiseeisherstellerin 13.05.2008 Tiefbaufacharbeiter/ Tiefbaufacharbeiterin - SP: Straßenbauarbeiten; Rohrleitungsbauarbeiten; Kanalbauarbeiten; 24 02.06.1999 Brunnen- und Spezialtiefbauarbeiten; Gleisbauarbeiten 24 Verkäufer/ Verkäuferin 16.07.2004 24 Vorpolierer Schmuck- und Kleingeräteherstellung/ Vorpoliererin Schmuck- und Kleingeräteherstellung 24.04.1940 FR = Fachrichtung(en); SP = Schwerpunkt(e) 32
Berufsfachschule (Mittlerer Schulabschluss) Die Zuordnung dieser Qualifikationen zu Niveau 3 basiert auf den Vorgaben der Rahmenvereinbarung über die Berufsfachschulen (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 28.02.1997 i. d. F. vom 07.12. 2007). Ziffer 2.2 Bildungsgänge der Berufsfachschulen, die eine berufliche Grundbildung ermöglichen und deren erfolgreicher Besuch nach der jeweils vom zuständigen Bundesministerium erlassenen Verordnung auf die Ausbildungszeit in anerkannten Ausbildungsberufen angerechnet wird. Im einjährigen Bildungsgang sind mindestens 26 Stunden im fachrichtungsbezogenen Lernbereich zu un- terrichten. Im zweijährigen oder mehrjährigen Bildungsgang der Berufsfachschule sind insgesamt mindestens 30 Stunden im fachrichtungsbezogenen Lernbereich zu unterrichten. Erfolgt die Anrechnung bereits nach dem ersten Jahr, sind mindestens 26 Stunden im fachrichtungsbezogenen Lernbereich zu unterrichten. Ziffer 2.2.4 Das Abschlusszeugnis schließt die Berechtigung des Mittleren Schulabschlusses ein, wenn eine Prüfung be- standen wird, die in ihrem schriftlichen Teil die Fächer Deutsch und eine Fremdsprache sowie zwei fachrich- tungsbezogene Fächer umfasst. Die Prüfung in den fachrichtungsbezogenen Fächern erstreckt sich in jedem Fall auf Mathematik oder eine Naturwissenschaft; an die Stelle der Mathematik können ersatzweise auch gleichwertige mathematische Inhalte aus den fachrichtungsbezogenen Fächern treten. Fächer und Umfang der mündlichen und gegebenenfalls praktischen Prüfung richten sich nach Landesrecht. Das Anspruchsniveau für Deutsch, die Fremdsprache und Mathematik richtet sich nach den von der Kul- tusministerkonferenz vereinbarten Standards zum Mittleren Schulabschluss (Beschluss der KMK vom 12. 05.1995) unter Berücksichtigung des Berufsbezuges der jeweiligen Fachrichtung. 33
Niveau 4 Über Kompetenzen zur selbständigen Planung und Bearbeitung fachlicher Aufgabenstellun- gen in einem umfassenden, sich verändernden Lernbereich oder beruflichen Tätigkeitsfeld verfügen. Qualifikationen: ° Duale Berufsausbildung (3- und 3 ½ jährige Ausbildungen) ° Berufsfachschule (Assistentenberufe) ° Berufsfachschule (vollqualifizierende Berufsausbildung analog BBiG/HwO) 6 Duale Berufsausbildung 1. Beschreibung des Qualifikationstyps Das Berufsbildungsgesetz definiert in § 1 Absatz 3, welche Anforderungen an einen Ausbildungsberuf zu stellen sind. Danach eröffnet die Berufsausbildung die für die Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit in einer sich wandelnden Arbeitswelt notwendigen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten (berufliche Handlungsfähigkeit) in einem geordneten Ausbildungsgang, der auch den Erwerb der erforderlichen Berufser- fahrung ermöglicht. Berufliche Handlungsfähigkeit entfaltet sich in die Dimensionen Fachkompetenz, Methodenkompetenz, Sozial- 7 kompetenz und Personale Kompetenz. Der Kompetenzbegriff, der im Zentrum des DQR steht, bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft des Einzelnen, Kenntnisse und Fertigkeiten sowie persönliche, soziale und methodische Fähigkeiten zu nutzen und sich durch- dacht sowie individuell und sozial verantwortlich zu verhalten. Er hat hohen Bezug zu der oben formulierten be- ruflichen Handlungsfähigkeit. Die zu erwerbenden Kompetenzen sind nach Handlungs-/Lernfeldern strukturiert und bilden eine umfassende Handlungskompetenz ab. Sie sind an betrieblichen Geschäftsprozessen orientiert. Breite und Tiefe der erworbe- nen Kompetenzen sind in Korrelation der Ausbildungsdauer (Anzahl und zunehmende Komplexität der Hand- lungs-/Lernfelder) zu sehen. Die in der jeweiligen Ausbildungsordnung und dem jeweiligen Rahmenlehrplan genannten Fertigkeiten, Kennt- nisse und Fähigkeiten (berufliche Handlungsfähigkeit) sollen so eröffnet werden, dass die Auszubildenden zur Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit im Sinne von § 1 Absatz 3 BBiG befähigt werden, die insbe- sondere selbständiges Planen, Durchführen und Kontrollieren einschließt. Diese Befähigung ist in der Berufsab- schlussprüfung vor der zuständigen Stelle nachzuweisen. Die Berufsschule erteilt ein Abschlusszeugnis. Im Rahmen der dualen Berufsausbildung gliedern sich die nach Berufsbildungsgesetz (BBiG) und nach der Handwerksordnung (HwO) anerkannten ca. 350 Ausbildungsberufe nach ihrer Dauer in zweijährige, dreijährige und dreieinhalbjährige Ausbildungsberufe. Die Absolventen verfügen… Wissen: …über die Bereitschaft und Befähigung, auf der Grundlage vertieften fachlichen Wissens und Könnens Aufgaben und Probleme zielorientiert, sachgerecht, methodengeleitet und selbständig zu lösen und das Ergebnis zu beurteilen; Fertigkeiten: …über ein breites Spektrum von Kompetenzen zu selbständigem Planen, Durchführen 6 Da die duale Berufsausbildung zwei Niveaus zugeordnet wird, ist der Text unter Ziffer 1 jeweils identisch. Bundesinstitut für Berufsbil- dung (Hrsg.) (2011): Ausbildungsordnungen und wie sie entstehen …, Bonn: Bundesinstitut für Berufsbildung. Abrufbar unter: http://www.bibb.de/dokumente/pdf/Ausbildungsordnungen_deutsch_pdf%282%29.pdf (letzter Zugriff: 29.04.2013) 34
und Beurteilen von Arbeitssituationen im Rahmen ihrer Berufstätigkeit unter Einbezie- hung von Handlungsalternativen und Wechselwirkungen mit benachbarten Bereichen; Sozialkompetenz: …über die Bereitschaft und Befähigung, soziale Beziehungen zu leben und zu gestalten, Zuwendungen und Spannungen zu erfassen und zu verstehen sowie sich mit Anderen rational und verantwortungsbewusst auseinander zu setzen und zu verständigen; …über Eigenschaften wie soziale Verantwortung und Solidarität; …über die Bereitschaft und Befähigung, kommunikative Situationen zu verstehen und zu gestalten; …über Kompetenzen, eigene Absichten und Bedürfnisse sowie die der Partner wahrzu- nehmen, zu verstehen, darzustellen sowie kontinuierlich Unterstützung anzubieten; …über die Bereitschaft und Befähigung zu zielgerichtetem, planmäßigen Vorgehen bei der Bearbeitung von Aufgaben und Problemen (zum Beispiel bei der Planung der Arbeits- schritte); Selbständigkeit: …über die Bereitschaft und Befähigung, sich in beruflichen, gesellschaftlichen und priva- ten Situationen sachgerecht durchdacht sowie individuell und sozial verantwortlich zu verhalten; …über die Bereitschaft und Befähigung, als individuelle Persönlichkeit die Entwicklungs- chancen, Anforderungen und Einschränkungen in Familie, Beruf und öffentlichem Leben zu klären, zu durchdenken und zu beurteilen, eigene Begabungen zu entfalten sowie Lebenspläne zu fassen und fortzuentwickeln; …über Eigenschaften wie Eigenständigkeit, Kritikfähigkeit, Selbstvertrauen, Zuverlässig- keit, Verantwortungs- und Pflichtbewusstsein sowie durchdachte Wertvorstellungen und die selbstbestimmte Bindung an Werte; …über die Bereitschaft und Befähigung, Informationen über Sachverhalte und Zusam- menhänge selbständig und gemeinsam mit Anderen zu verstehen, auszuwerten, in ge- dankliche Strukturen einzuordnen und zu verantworten; …über die Bereitschaft und Befähigung, im Beruf und über den Berufsbereich hinaus Lerntechniken und Lernstrategien zu entwickeln und diese für lebenslanges Lernen zu nutzen. Der Bildungsgang schließt bei drei- bzw. dreieinhalbjähriger Ausbildungsdauer nach der Fachstufe II bzw. III mit der Berufsabschlussprüfung vor der zuständigen Stelle ab. Nach Maßgabe der Vereinbarung über den Erwerb der Fachhochschulreife in beruflichen Bildungsgängen (Be- schluss der KMK vom 05.06.1998 in der jeweils gültigen Fassung) kann zusätzlich die Fachhochschulreife er- worben werden. Darüber hinaus ist der Hochschulzugang für beruflich qualifizierte Bewerber ohne schulische Hochschulzu- gangsberechtigung mit Beschluss der KMK vom 06.03.2009 geregelt. 2. Beispiel Beispielhaft wurden unter Niveau 3 ein zweijähriger und unter Niveau 4 ein evtl. darauf aufbauender dreieinhalb- jähriger Ausbildungsberuf ausgewählt. Bildungsgang Duale Berufsausbildung (Ausbildungsbetrieb – Berufsschule) ° Elektroniker für Automatisierungstechnik (dreieinhalbjährig) Rechtliche ° Anerkannter Ausbildungsberuf nach § 4 Abs. 1 BBiG und § 25 Abs. 1 HwO Grundlagen ° Verordnung über die Berufsausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik vom 03. Juli 2003 (BGBl. I S. 1413) ° Rahmenlehrplan für die Berufsschule, Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 23. April 2009 35