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Dieses Dokument ist Teil der Anfrage „BRAVO Jugendmagazin“
Pr. 277-279/84 und -5 - 66, 120, 121, 201/85 Heft 46/77 wurde indiziert, weil zwei Beiträge verrohend wirkten. Die Foto-Love-Story und die Fortsetzung des Romans "Wer für die Liebe leiden muß" zeigen, wie sich männliche Jugendliche gegenüber einem einzelnen Jugendlichen aggressiv-brutal in einer Weise verhalten, die weit über altersspezifische Kraftproben und Raufereien hinausgehen, kriminelle Züge und Energie aufweist und Abgestumpftheit gegenüber Gewaltan- wendung erkennen läßt. Die Indizierung von Heft 26/84 erfolgte wegen eines Beitrages, in dem Drogenkonsum verharmlost wurde. In der Fachliteratur wird BRAVO u. a. bezeichnet als "Wegweiser für die Pubertierenden in die Welt der Erwachsenen" 1), als "zielgruppenorientiert gestaltetes gesellschaftliches Identifikationsangebot" 2). . Filmpräsentation in BRAVO Das Kreisjugendamt Unterallgäu beantragte am 29.07.1983 die Indizierung der Ausgaben 24 und 26/83 von BRAVO, weil darin Kinofilme vorgestellt wurden, die von den obersten Jugendbehörden der Länder nicht zur öffent- lichen Vorführung vor Jugendlichen freigegeben worden waren. In der mündlichen Verhandlung vor dem 12er Gremium der BPS am 10. Novem- ber 1983 gab der bevollmächtigte Rechtsanwalt des Bauer-Verlages folgen- de Erklärung zu Protokoll, woraufhin das Verfahren eingestellt wurde. . BRAVO wird künftig eine Berichterstattung über pornographische und/oder von der BPS indizierte Filme/Video-Kassetten nicht vornehmen. . Bei der Auswahl der innerhalb der Rubrik "Neu im Kino" vorgestellten Filme wird BRAVO künftig grundsätzlich auf die Präsentation von Fil- men/Video-Kassetten, die gegen $ 1 6j5 verstoßen, verzichten. Hier- unter fallen insbesondere sogenannte Zombie-Filme, Horror-Filme, ge- waltverherrlichende Filme und dergleichen. Präsentationen mit kritischen Stellungnahmen bleiben jedoch vorbehal- ten. . Bei der Herausstellung von Filmen, gleichgültig in welcher Form, wird grundsätzlich, d.h. soweit bei Drucklegung bekannt, die den jeweiligen Filmen von der FSK zuerkannte Einstufung mitgeteilt. . Soweit in BRAVO künftig Aktionen wie das Ferien-Filmfestival 1983 durchgeführt werden, sei es allein, sei es in Zusammenarbeit mit Filmproduzenten bzw. Verleihern, gelten hinsichtlich der Ankündi- gung und Auswahl von Filmen die gleichen Grundsätze. . Die gleichen Grundsätze gelten auch für den Anzeigenteil. 1) E. Beha, H.M. Broder: "Die große BRAVO-Familie - Stars im Glück für Fans im Unglück" in: H.D. Baroth u. a. "Mit Politik und Porno", 'ran Buch 1, Bund Verlag, Köln 1977, 2.Auflg. 2) R. Nykrym "Das Teen-Girls - Überlegungen zu einem Phänomen der Jugend- Nedien-Zzene in: "psychosozial", Rowohlt Verlag,Reinbek, 1/1980,
Pr. 8. 277-279/84 und -6- 66, 120, 121, 201/85 Das Kreisjugendamt Weilheim/Schongau in Oberbayern beantragt mit Schrei- ben vom 19. April 1984 die BRAVO-Hefte Nr. 15 vom 05.04.1984 Nr. 16 vom 12.04.1984 Nr. 17 vom 19.04.1984 zu indizieren und gemäß $ 7 GjS die Vorausindizierung von BRAVO anzuordnen. Als jugendgefährdend sieht das Kreisjugendamt vor allem die Aufklärungsserie "Liebe und Sex zwischen 15 und 17" in jedem dieser Hefte, die anreißerischen Schlagzeilen bei der Leserbriefbeantwortung durch Dr. Sommer und ein Werbe- inserat für Verhütungsmittel in Heft 16, S. 60 an. Die Jugendgefährdung liegt so meinte das Kreisjugendamt, vor allem in der Themenstellung als solcher und ihrem animierenden Charakter für die überwiegende Zahl der Leser von BRAVO, die unter 14 Jahre alt seien, ferner in dem Imitationscha- rakter, der der Serie durch die Darbietungsform zukomme. Das Stadtjugendamt Frankfurt beantragt. mit Schreiben vom 11.02.1985 und weiteren Schreiben ‚die BRAVO-Hefte Nr. 7 vom 07.02.1985 Nr. 10 vom 28.02.1985 Nr. 11 vom 07.03.1985 Nr. 17 vom 18.04.1985 zu indizieren und gemäß $ 7 GjS die Vorausindizierung von BRAVO anzuordnen. Als jugendgefährdend sieht das Stadtjugendamt Frankfurt die selbstzweckhafte Schilderung sexueller Handlungen in dem BRAVO-Fortsetzungsroman "For ever". Es erfolge keine Kommentierung der dort geschilderten Einstellungen und es werde keine alternative Lösung aufgezeigt. Die "Story", die zwischen den einzelnen Bett- und Schlafzimmerszenen geschildert werde., bleibe immer an der Oberfläche menschlicher Beziehungen. Es handele sich nicht um eine Form der objektiven Aufklärung, sondern um die Schilderung sexueller Vorgänge, die Kinder und Jugendliche in die Rolle eines Spanners versetzten, ähnlich wie in Beiträgen von Sex-Blättern. . Prof. Dr. Horst Scarbath, ordentlicher Professor für Erziehungswissenschaft an der Universität Hamburg, erstattete im Auftrag der Bundesprüfstelle zu den verfahrensgegenständlichen BRAVO-Heften und im Hinblick auf eine mögliche Vorausindizierung nach $ 7 GjS mehrere Gutachten und nahm an münd- lichen Verhandlungen teil. Er kam zu dem Ergebnis, die Hefte 15-17/84 und 7, 10, 11/85 seien,wie von den Antragstellern dargelegt, jugendgefährdend; das Heft 17/85 hält er in Abweichung von dem antragstellenden Jugendamt nicht für jugendgefährdend. .Der Bauer Verlag kündigte durch seinen Rechtsanwalt an, er werde von Prof. Dr. med. Tobias Brocher ein Gegengutachten zu den Gutachten von Prof. Scarbath vorlegen. 10 Monate nach der Ankündigung legte er kein Gutachten von Prof. Brocher, der den Auftrag zurückgegeben hatte, vor, sondern von Prof. Dr. med. Otto Walter Haseloff, ordentlicher Professor der Psychologie an der Freien Universität Berlin. Mit Schreiben vom 11. Juli 1985 übersandte der Rechtsanwalt dieses 67 DIN A 4 Schreibmaschinenseiten umfassende Gut- achten. Es wurde, wie die Gutachten von Prof. Scarbath, den Beisitzern zugeleitet.
Pr. 277-279/84 und - 7 - 66, 120, 121, 201/85 . Der Bauer-Verlag beantragt. Abweisung der Indizierungsanträge und der Anträge auf Vorausindizierung von BRAVO. Eine entsprechende Umgestaltung von BRAVO werde ohne Anerkennung der Rechtsauffassung der Antragsteller erfolgen. Zur Begründung der Abweisungsanträge bezog der Verlagsanwalt sich vor allem auf das überreichte Gutachten von Prof. Dr. Haseloff. Ergänzend trug der bevollmächtigte Rechtsanwalt noch vor: Die Leserschaft von BRAVO setze sich nach der Untersuchung der Arbeitsgemeinschaft "Medien- analyse e.V." (MA) für das Jahr 1984 wie folgt zusammen: Leser und Le- serinnen zwischen 14 und 17 Jahren = 41 %, 18 Jahre und älter = 59 %. Nach der Untersuchung der Allensbacher Werbeträger-Analyse (AWA) für das Jahr 1983 machten die 14- 17jährigen Leserinnen und Leser 44 % aus, 18 Jahre und älter seien 56 % der Leser gewesen. Die Serie "For ever" stelle einen Teilabdruck aus dem Roman "For ever - Geschichte einer ersten Liebe" von Judy Blume, Erika Klopp-Verlag, GmbH, Berlin, 1979, dar und sei ein Teil der Veröffentlichung dieses Werkes. Die Veröffentlichung habe in BRAVO Nr. 2/85 begonnen und werde in BRAVO Nr. 12/85 beendet. Der Rechts- anwalt überreichte 8 positive Buchbesprechungen, die zeigten, daß das Buch in BRAVO ohne Bedenken hätte abgedruckt werden können. . Die von den Jugendämtern beanstandeten Fortsetzungen der beiden Aufklä- rungsserien werden von BRAVO wie folgt präsentiert: Die Serie "Liebe und Sex zwischen 15 und 17" in den Heften 15-17/84: Sie beginnt jeweils linksseitig mit einem ganzseitigen Buntfoto eines fast unbekleideten Mädchen und/oder Jungen. Es soll It. Aufdruck durch eine BRAVO 3 D Brille betrachtet werden und in das Thema einstimmen, wie aus den Untertiteln links unten auf der rechten Seite hervorgeht. Die Untertitel lauten "Endlich waren sie allein...", (Heft 15, S. 31). "Zuerst machten Sie Petting, dann wurde mehr daraus..." (Heft 16). "Meist am Abend kommen die sexuellen Gefühle..." (Heft 17/84). Die rechte (Text-)Seite beginnt mit der Balkenüberschrift: "Liebe zwischen 15 und 17 - BRAVO Aufklärung - Junge Leute schildern ihre Erlebnisse". Es folgt eine von Heft zu Heft wechselnde Überschrift, die das Thema an- reißt. Der Text ist vierspaltig gesetzt. Er wird unterbrochen durch einen rot unterlegten "Kasten", enthaltend den Kommentar der BRAVO-Psychologen, ferner durch einen weiteren kleineren Kasten, ebenfalls rot unterlegt, der folgenden gleichbleibenden Text enthält: "Hast auch Du Liebeserfahrungen gemacht, die für andere interessant sind? Sende uns ein Manuskript (ca. vier DIN A 4 Seiten). Bei Veröffentlichung gibt's Honorar. Anschrift: BRAVYO: Kennwort: Junge Liebe, 8000 München 100." Die Seite schließt mit der Ankündigung des Themas dieser Serie im nächsten Heft. Die Serie "For ever": Diese Serie in den Heften 7, 10, 11/85 wird schlichter präsentiert. Auf der linken Seite folgt nach dem Fettdruck "BRAVO ROMAN" der jeweils neue Fortsetzungstitel mit einem gezeichneten "Einstimmungsbild". . Alsdann folgt vierspaltig Fließtext über zwei Seiten, unterbrochen durch Zwischen- überschriften,.
Pr. 14. 277-279/84 und -8 - 66, 120, 121, 201/85 Die einzelnen Fortsetzungen der beiden Serien und die Stellungnahmen der Gutachter dazu! Heft 15/84, S. 31 Britta schildert unter der Überschrift "Mein Jungfernhäutchen war noch unversehrt", daß ihre Defloration unbeschreiblich schön war. Sie schreibt wörtlich: Zuerst machten wir Petling, dann holte ich aus meiner Nachttischschub- lade die Packung Scheidenzöpfchen und sagte ihm, daß ich nun mit ihm schlafen wolle. Er konnte es erst gar nicht fassen, Als ich dann das Zäpfchen einge- führt hatte, warteten wir ca. 10-15 : Minuten, damit das Zäpfchen wirken konnte. Danach legte er sich auf mich und wollte in mich eindringen. Aber leider wollte es nicht klappen, da ich noch zu trocken untenrum war. Er holte vom Schminktisch etwas Hautöl und rieb damit seinen Penis ein. Danach versuchte er es ein zweites Mal. Diesmal klappte es. Er ging mit sachten Stößen gegen mein Jungfern- häutchen. Es tat ziemlich weh. Ich steckte den Zipfel des Kopfkissens in den Mund, damit man nicht hörte, wenn ich schreien sollte. Dann endlich war er durch. Es war ein unbeschreiblich schönes Gefühl, als er immer tiefer in mich eindrang. Ich war richtig ferlig und konnte es gar nicht fassen. Dann fing er an, sich in mir zu bewegen, und hob und senkte seinen Körper immer schneller. Als wir dann beide zum Höhepunkt gekommen wa- ren, waren wir total fertig und happy. Wir tauschten beide noch eine Zeit- lang Zärtlichkeiten aus und schliefen dann ein. Für Mädchen, die jetzt immer noch Angst vor ihrer Defloration haben, ver- sichern die Bravo-Psychologen auf der gleichen Seite: "Diese Angst ist un- begründet" und machen dazu längere Ausführungen. Britta fand es noch mit- teilenswert für die Leser von BRAVO: Thomas habe sie bei einer Party im De- zember kennengelernt, er habe ein Auto und sofort eine Einladung ihrer EI- tern zum Abendessen angenommen, nachdem sie ihn kennengelernt habe. Sie ver- fügt über eine sturmfreie Bude im Hause ihrer Eltern, lebt aber "pillenlos". Da sie aber an Silvester mit Thomas schlafen will, kauft sie sich Scheiden- zäpfchen. Brittas Eltern fahren über Silvester in Skiurlaub, stellen Britta ihr Haus nebst Schwimmingpool und Champagner für ihre Party mit 20 Leuten zur Verfügung. Gegen 4.00 Uhr Früh, am Neujahrsmorgen, als die Gäste gegangen sind, gehen Brittas Freundin mit Ralf ins Gästezimmer, Britta mit Thomas in ihr Zimmer - zwecks "wunderschöner Defloration". Prof. Dr. Horst Scarbath hält diesen Beitrag insbesondere aus folgenden Gründen für jugendgefährdend : Durch die in BRAVO vorgegebene Aufklärung seien die Detailschilderungen der Defloration nicht erforderlich. Es hand- dele sich somit um eine selbstzweckhafte Darstellung von Sexualität, die in den Grenzbreich von Pornographie gerate. Der Artikel betreibe eine fatale Verengung des soziosexuellen Problembe- wußtseins junger Leser auf biologische und biopsychische Aspekte und bie- te indirekt eine Legitimation des Geschlechtsverkehrs zwischen 15 und 17 (Titel - Herz). Die BRAVO-Psychologen hätten hierzu ebenso wenig Stellung bezogen wie zu der Tatsache, daß vom Kennenlernen der Minderjährigen bis zur Defloration ein viel zu geringer Zeitraum verstrichen sei. Besonders gravierend sei es, daß die BRAVO-Redaktion Leserinnen und Leser zur Einsendung von sexuellen Erlebnisberichten gegen Honorar auffordere. Dies sei eine Aufforderung zum "verbalen Exhibitionismus". Besonders gra- vierend im Sinne der Jugendgefährdung sei aber dabei, daß auf diese Weise noch in der Vorpubertät oder frühen Pubertät befindliche Leserinnen und Leser annehmen müßten, entsprechende "Liebeserfahrungen" stammten auch
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aus ihrer Altersgruppe bzw. würden von der Redaktion nach dem Modell dieser
Story erwartet ("Hast auch Du.. ?"). Dies führe zum Aufbau eines problematischen
Normalitätskonzepts hinsichtlich früher sexueller Interaktion (bzw. beim Aus-
bleiben entsprechender Erlebnisse zur Frustation und Minderwertigkeitsgefühlen.
Dies betreffe besonders die Modellperson Britta, also die weibliche Leitbild-
figur.
Hinsichtlich der problematischen Elemente interpretierten und verstärkten sich
Bildbericht und Kommentar je wechselseitig.
Der Artikel sei zweifelsfrei jugendgefährdend, wenn nicht gar schwer jugend-
gefährdend.
Prof. Dr. Haseloff, Gutachter des Bauer Verlages hält diesen Beitrag nicht für
jugendgefährdend. Es sei nach heutigen entwicklungspsychologischen und päda-
gogischen Erkenntnissen unvertretbar, bei ersten sexuellen Erfahrungen zwischen
Minderjährigen stets ganzheitliche und persönliche Zuwendung im Sinne von Liebe
anzunehmen.
Heft 16/84, S. 24
Unter der Überschrift"Lothar: Angeblich hatte sie ihre unfruchtbaren Tage..."
berichtet er, wie er eine I6jährige Mitschülerin geschwängert hat:
Wir schmusten und streichelten
uns und genossen unsere gegenseiti-
gen Zärtlichkeiten sehr. Ich fragte sie,
ob sie mit mir gehen wolle. Ohne zu
überlegen, antwortete sie mit ja. Ich
war überglücklich, als sie mich für
den nächsten Tag zu sich einlud.
Als ich dann bei ihr erschien,
waren ihre Eltern nicht zu Hause. Ich
freute mich, war aber dennoch
etwas schüchtern. Schließlich war die
Tatsache, daß ich einem fost noch
unbekannter Mädchen nun allein
gegenüberstand. Doch ihr Verständ-
nis und ihre Zärtlichkeit ließen meine
Ängste verfliegen.
Halb liegend, halb sitzend began-
'nen wir, uns unter die Sachen zu
gehen, und streichelten uns, auch an
den Geschlechtsteilen. Dann zog ich
ihr langsam den Pullover aus und
öffnete ihre Jeans. Sie wehrte sich
nicht, sondern tat dasselbe bei mir.
Schließlich woren wir beide völlig
ausgezogen. Als wir uns einige Zeit
mit Petting begnügt hatten, fragte sie
mich, ob ich nicht mit ihr schlafen
wolle. Im Liebesrausch und ohne an
die Folgen zu denken, sagte ich ja.
Andrea hatte zwar ein Präservaliv
besorgt. Ich wollte es jedoch nicht
überstülpen, da es angereuchtet war
und ich mich davor ekeite. Sie harte
Verständnis dafür und sagte, daß es
sowieso egal sei, da sie demnächst ja
ihre Regel bekommen sollte und sie
deshalb jetzt unfruchtbar sei.
Also legte ich mich langsam auf
sie rauf und führe mit ihrer Hilfe
mein steifes Glied in ihre Scheide. Sie
begann zu stöhnen. als ich mich auf
und nieder bewegte. Das heizte
meine Begierde nur noch mehr an.
Dennoch erreichte sie vor mir den
Orgasmus, aber sie sagte, daß ich
ihn auch noch kriegen sollte.
Kurz darauf war es auch bei mir so
weit, und ich rollte vorsichtig und
müde, aber glücklich, von ihr
herunter.
Sie sagte, daß es ein unwahr-
scheinlich schönes Gefühl für sie war
und daß wir ruhig öfter zusammen
schlafen können, da sie sich dem- .
nächst die Pille besorgen werde.
Darüberhinaus berichtet er, daß dieses "Nicht-Wunschkind" ("jedes Kind hat
das Recht ein Wunschkind zu sein", so der Titel einer Broschüre der Bundes-
zentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln) schon vor der Geburt von allen
Eltern und Schwiegereltern etc. akzeptiert wird. Doch die Moral der Geschichte
dreht sich nicht um das Wohl und Wehe dieser Schülerehe, die ab 18 Jahre in
Aussicht genommen ist, Der werdende Vater Lothar verkündet seinen Millionen
Lesern :"Mein Rat : immer Verhütungsmittel nehmen, um von vornhereien eine
Schwangerschaft auszuschließen". Das gleiche wiederholen die Bravo-Psycholo-
gen am Ende des Kastens "...für Lothar und Andrea ist die Kalendermethode
jedenfalls zum Verhängnis geworden... deshalb gibt es für junge Leute nur eines!
für vernünftige, zuverlässige Empfängnisverhütung sorgen."
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Gutachter Prof. Dr. Scarbath hält diesen Beitrag ebenfalls für jugendgefähr-
dend. Er verwies auf seine Ausführungen zu Heft 15, die er wie folgt ergänzt:
Auch hier werde das sexualethische Problembewußtsein auf biologische
bzw. hier nur technische Fragen zugespitzt und verkürzt. Die Abtreibung
werde nur aus Rücksicht auf "den strengen katholischen Glauben" des einen
Elternpaares verworfen, der somit ehestens als störende Randbedingung für
die anstehende Entscheidung eingeführt wird. Substanzielle ethische Per-
spektiven betreffend den Konflickt zwischen Lebensrecht des ungeborenen
Kindes und der sozialen Lage der jungen Mutter (Eltern) werde nicht ange-
sprochen." Ebensowenig wird auf die Alternative eines Verzichts auf Ge-
schlechtsverkehr (als zu diskutierende) hingewiesen. Weder Handlungssequenz
noch Kommentar problematisieren den stimulierenden Alkoholgenuß bei der
ersten Party; der "Liebesrausch" Lothars wird durch die Folgen nur pro-
blematisiert hinsichtlich der "Ungeschütztheit" des Geschlechtsverkehrs.
Wiederum wird hier ein sexualethisch desorientierendes Normalitätskonzept
und ein reduktionistisches Bild soziosexueller Interaktion vermittelt.
‚Prof. Dr. Haseloff als Verlagsgutachter verneint die Jugendgefährdung.
Forderungen nach sexualethischen Perspektiven in solchen Serien verkenne
die Akzeptanz der Zielgruppe von BRAVO völlig.
Heft Nr. 17/84, S. 27
Unter der Überschrift "Tom: Ich faßte meinem Freund ans Glied" teilt ein
Minderjähriger das mit, was er gegen Honorar für mitteilenswert hält.
Die wichtigsten Passagen der sexuellen Interaktion lauten wie folgt:
Ich ging ihm jedenfalls dann an Ich glaube, es war einfach der
die Hose und merkte, daß er einen sexuelle Entspannungstrieb {ich
Steifen hatte. Dann fing er an, mich habe nämlich in Bio aufgepaßt,
untenrum zu streicheln. jawohll), und zu zweit fanden wir es
Nach einer Weile hörte ich auf,
zog ihm aber den Pulli aus. Und er
fing an, meine Hose aufzumachen.
Schließlich lagen wir auf meinem
Bett und streichelten uns am ganzen
Körper und knutschten auch. Wir
foßten uns gegenseitig unten an und
machten mit dem Unterkörper
Beischlafbewegungen. So brachten
wir uns langsam bis zum Höhepunkt.
sser als allein. Wir glaubten auch
nicht, daß wir etwas Schlechtes
getan hatten.
Denn wenn der Mensch schon
über solche Triebe verfügt, warum
soll er sie dann unterdrücken?
Salonfähig oder als Gesprächsstoff
geeignet, war es sicher nicht; dazu ist
die gesellschaftliche Moralvorstel-
lung zu starr. Aber geschadet hat es
Hinterher waren wir beide ein
bißchen verlegen. Aber dann haben
wir uns noch lange über die Frage
unterhalten: _
schließlich niemandem. +
Der Gutachter Prof. Dr.Scarbath hält auch diesen Beitrag für jugendgefährdend.
Ergänzend zu seinen Ausführungen zu den vorhergehenden Beiträgen weist er darauf
hin, daß nicht nur dieser Beitrag, sondern auch der Kommentar der BRAVO-Psycho-
logen hier einem mittlerweile sexualtheoretisch und sexualpädagogisch über-
holten Triebmodell, einem Modell des blinden Ausagierens von sexuellen Im-
pulsen folge und deshalb sexualethisch desorientierend wirke. Zur Fragwür-
digkeit des Triebmodells und seiner "Dampfkessel-Ideologie", somit auch eine
anthropologischen Naturalismus, der mitmenschliche und ichbezogene Aspekte
der subjektiven, symbolischen und der intersubjektiv-dialogischen Konstitution
von Sexualität ausklammert, sei besonders hingewiesen auf die Konvergenz der
ansonsten sehr unterschiedlichen Position des Psychoanalytikers und Pädagogen
Günther Bittner und des Sexualwissenschaftlers und Psychologen Gunter Schmidt
(beide in: Horst Scarbath/Bernard Tewes, Hrsg., Sexualerziehung und Persön-
lichkeitsentfaltung, München 1979).
Pr. 277-279/84 und - 11 - 66, 120, 121, 201/85 Der Erlebnisbericht von Tom greift "gesellschaftliche Moralvorstellungen" als "zu starr" an mit der Begründung: "Aber geschadet hat es schließlich nieman- dem". Der psychologische Kommentar widerspricht derartiger Wertorientierung in keiner Weise. Zwar ist relativierend in Rechnung zu stellen, daß Toms Er- lebnisbericht mit dem Satz endet:"Ich finde, bei einer Beziehung, die lange dauern soll, darf man nichts iberstürzen," (...) Aber diesem positiven Element steht entgegen, daß der Kommentar das Geschehen quasi als normal sanktioniert» Zum BRAVO-Roman "For ever" Heft 7/85, S. 60/61 Dieser Roman begann in BRAVO-Heft 2/85. In Heft 7 heißt es im Vorspann zu dem Romanabdruck: "Seit Anfang der Silvesterparty sind Katharine und Michael ein Liebespaar. In einem gemeinsamen Skiurlaub haben sie nur Petting gemacht, Jetzt, da Michael von seiner in Urlaub befindlichen Schwester den Schlüssel zu ihrer Wohnung hat, soll die Defloration von Katharine erfolgen" verheißt | der Vorspann auf S. 60. Während des Liebesspieles nennt Katharina den Penis | von Michael "Ralf". In dem Beitrag heißt es u.a.:! Wir behielten unsere Unterhosen an, aber nach einer Weile schob Michael meinen Slip runter, und seine Finger begannen, mich zu untersu- chen. Ich ließ meine Hände über seinen Bauch wandern, dann strei- chelte ich seine Beine, und schließlich landete ich bei Ralf. „Ja... ja..., stöhnte ich, als ich kam. Michael kam auch. Er kniete sich neben mich und zog das Gummi über. „Hast du noch mehr Wünsche?” „Sei jetzt nicht ironisch, bitte...” „Will ich auch nicht”, erwiderle Michael. Wir küßten uns wieder. Als er auf mir lag, fühlte ich Ralf an meiner Hüfte. Gerade, alsich dachte: O Gott, wir tun es wirklich, stöhnte Michael auf: „Nein... nein! Tut mir leid. Es tut mir so leid...“ „Was ist los?“ „Ich bin schon gekommen. Ich weiß nicht, wie das passiert ist. Ich bin gekommen, bevor ich drin war. Ich hab’s verpatzt. Ich hab alles ver- patzt.“ „Laß uns diesmal im Wohnzimmer bleiben”, schlug Michael beim Zu- rückkommen vor. „Nein... nicht auf dem schönen Teppich” „Meine Güte. Er hat so viele Far- ben, man würde sowieso nichts dar- auf sehen. Jedenfalls wäre es wei- cher als auf dem Holzfußboden” „Ich weiß nicht.” Ich betrachtete zweifelnd den Teppich. „Ich lege das Handtuch doppelt hin. $o, jetzt kann nichts passieren.” Diesmal versuchte ich, mich zu entspannen und an nichts zu denken. Ich konzentrierte mich ganz auf das, was mein Körper fühlte - und dann spürte ich, wie Ralf drückte und rängte, und ich flüsterte: „Bist du schon drin? Ist es jetzt soweit?” „Nein, noch nicht“, sagte Michael. Er verstärkte den Druck. „Ich mächte dir nicht weh tun” „Denk nicht daran... tu es ein- fach” „Ich versuch's, Kath, aber es ist sehr eng da drinnen.” „Was soll ich tun?” „Kannst du deine Beine etwas mehr öffnen ... und sie vielleicht ein bißchen anheben?” So?" „Jo, so ist es besser .. . viel besser.” Ich spürte, daß er halb in mich eindrang, und dann flüsterte er: „Kath... n. „Ich glaube, ich komme schon wie- er. Ich fühlte einen kräftigen Stoß, gefolgt von einem scharfen Schmerz, der mich den Atem anhalten ließ. Michael stöhnte auf, Ich kam nicht. Ich war nicht einmal nahe davor. „Tut mir leid”, sagte Michael. „Ich konnte es nicht mehr zurückhalten. Er bewegte sich nicht mehr. „Du hast nichts davon gehabt, oder?" „Alle sagen, daß das erste Mal Mädchen nichts bringt. Auf dem Nachhauseweg dachte ich daran, daß ich nun keine Jung- frau mehr war. Nie wieder würde ic die Anfangsschwierigkeiten durch- machen müssen, und ich war froh darüber, froh, daß es vorüber warl Trotzdem, irgendwie kam ich mir vor, als sei ich hereingelagt worden, ‚Alle machen soviel Geschrei um das erste Mal. Aber wahrscheinlich hat Michael recht, man muß es üben. Ich mag gar nicht daran denken, wie es ist, wenn man es mit jemandem tut, den man nicht liebt.
Pr. 277-279/84 und 66, 120, 121, 201/85 Prof. Dr. Scarbath hält diesen Beitrag aus folgenden Gründen für jugend- gefährdend (Gutachten vom 27.07.1985, S. 8ff.): Zwar stehen die im engeren Sinn sexuellen Interaktionen der Ich-Erzählerin Katherine und Michaels im Kontext von Liebe und Rücksichtnahme. Aber die detaillistische Schilderung dieser Interaktionen (bis hin zum Luststöhnen) ist für den Fortgang der Erzählung nicht notwendig; jedenfalls würde ein knapperer Bericht dafür genügen. Die Passagen geraten somit zumindest in die Nähe selbstzweckhafter Darstellung von Sexualität. Hinzu kommt, daß - wie im Roman insgesamt - eine über die sexuelle Attraktion hinausgehende gemeinsame Basis der Partner (z.B. in gemeinsamen Interessen, Freizeit- aktivitäten etc.) nicht erkennbar wird, also wiederum die in verschiedenen Beiträgen von Nr.15-17/84 zu beobachtende Prävalenz des Sexuellen (im engeren Sinn) festzustellen ist. Als "Aufklärungswerk" ist diese in eine Rahmenhandlung eingekleidete Beschreibung verschiedener Details sexueller Interaktion keinesfalls zu qualifizeiren, es sei denn, man verwechsle Enthüllung mit Aufklärung. Vielmehr dürfte die szenische Dynamik der re- ferierten Passagen insbesondere bei Pubertierenden (in der BRAVO-Leser- schaft ist die Altersgruppe der 13- 14-jährigen besonders zu berücksich- tigen!) eine psychische Dynamik auslösen, zu der keinerlei Verarbeitungs- hilfen angeboten werden. Aus gutem Grund fordert die Sexualpädagogik ins- besondere für diese Altersstufe das begleitende Gespräch und die Einbettung sexueller Aufklärung in den Kontext von Familie und Schule bzw. Jugend- gruppenarbeit. Prof. Dr. med. Haseloff widerspricht dieser Auffassung unter Berufung auf seine vorhergehenden Ausführungen. Heft 10/85, S. 44/45 Unter der Überschrift "Ich habe mich Dir noch nie so nah gefühlt", heißt es auf S. 44, 45 u.a.: „Reibst du dich mit dem Zeug auch unten herum ein?” wollte ich wissen. y .lch rasiere mich da nicht”, ant- wortete er. „Ich habe das nämlich in einem Buch gelesen. Es handelte von einem Kerl, der jedesmal, bevor er mit einem Mädchen ausging, sich unten mit Aftershave einrieb,” „Hm, könnte ich vielleicht auch tun... wenn ich mir vorstelle, daß iemand daran riechen könnte...’ - „Und an wen dachtest du dabei?” „Ach, ich weiß nicht, an irgend- wen.“ Er stelle die Flasche zurück und öffnete seine Jeans. „Was hast du vor?” „ch wil’s mal ausprobieren, dann bin ich jedenfalls gewapp- net... für alle Fälle.” Erließ die Jeons fallen und zog die Unterhose aus. „Eigentlich könntest du das für mich tun.“ „ich?* „Du hattest schließlich zuerst die Idee.“ Es kam mir komisch vor, Michael unten herum nackt zu sehen. Es war immer dunkel gewesen, wenn wir uns geliebt hatten. Ich hatte ihn schon oft berührt, aber noch nie genau ange- sehen. Er schien es zu spüren. „Du möch- test mich ganz genau kennenlemen, stimmt's?” Also sah ich ihn mir an. Seine Haare da unten hatten fast die glei- che Farbe wie die aut seinem Kopt, nur waren sie lockiger. Meine Scham- . haare sind ganz dunkel, viel dunkler als die Haare auf dem Kopf. „Tag, Ralf“, sagte ich und kniete vor Michael nieder. Ralf war klein und weich und hing einfach so herunter. Ich nahm etwas Moustache in meine Handfläche. Als ich die Hand aus- streckte, hielt Michael mich am Handgalenk fest. „Nicht, das brennt.” „Woher willst du das wissen $” „Ich weiß es eben.” „Aber du hast doch gesagt...” Er ließ mich nicht zu Ende reden, son- dem kniete sich vor mich und küßte mich. Während wir uns küßten, wur- de Ralf größer und ganz hart. Ich zog mich aus, und Michoel sah mir zu. Ralf hatte sich zu voller Höhe erho- ben, er schien ebenfalls zuzusehen. ar. Ich bin gekom- ' MEN .oeo wirklich u = gekommen .. .* Wir umarmten uns auf dem Bade- zimmerteppich, aber gerade, als ich richtig erregt wurde, kam Michael. Ich fragte mich, ob es je mit uns klappen würde, „Tut mir leid”, sagte Michael. „Ich konnte einfach nicht mehr warten ... es ist schon ein paar Wochen her.” „Ach, das macht nichts.” Wir gingen ins Bett und schliefen ungefähr eine Stunde. Als wir auf- wachten, war Ralf wieder hart. Dies- | | | } mal nahm Michael sich mehr Zeit, und ich wurde so mitgerissen, daß ich Michael umfaßte und versuchte, ihn noch tiefer in mich hineinzustoßen. Ich spreizte meine Beine, so weit ich konnte, ich hob meine Hüften hoch und bewegte mich im gleichen Rhyth- mus wie er - immer wieder -, bis ich endlich kam, unmittelbar vor Michael Ich stöhnte dabei genau wie meine Mutter. Michael auch. Während er noch auf mir lag und nach Atem rang, mußte ich lachen. „Ich bin gekommen! Ich bin wirklich gekommen!" „Ich weiß”, sagte er. „Ich hab's gefühlt, Was ist so komisch daran?” „Ich weiß nicht, warum ich lache.“ „Hat's dir gefallen, Kath?” „Wie kannst du nur so fragen! Ich hab’ mich dir so nohe gefühlt - wie noch nie.” „Es ging mir auch so,” „Können wir es noch einmal tun?” fragte ich. „Nicht sofort. Ich muß mich erst etwas ausruhen.“ „Ach, Michael...” „Ja?“ | „Woher hat Ralf eigentlich seinen Namen?” Michael sah mich an und lächelte. „Ich habe ihn extra für dich benannt.“ Tasha sprang aufs Bett und ließ" sich neben Michael nieder. Ich hatte vergessen, daß sie bei uns im Zimmer war. Michael streichelte sie einen Augenblick, dann legte er den Arm um mich und schlief gleich wieder ein. Ich betrachtete ihn. Es ist schön, ihn zu betrachten, wenn er schläft.
Pr. 277-279/84 und - 13 - 66, 120, 121, 201/85 Der Gutachter Prof. Dr. Scarbath sieht auch diesen Beitrag als jugendge- fährdend an. Zur Begründung führt er aus: Die zu Nr. 7 vorgetragenen gutachtlichen Hinweise gelten hier analog. Die Detailliertheit der Darstellung sexueller Interaktion, der sexuellen Praktiken und des Lusterlebens ist weder vom (im Gegengutachten unter- stellten) Zweck sexueller Aufklärung noch vom Gang der Rahmenhandlung her erforderlich. Der Indizierungsantrag ist in dieser Hinsicht begründet. Quantitative Auszählungen vermögen diesen Befund nicht zu erschüttern. Prof. Dr. Haseloff widerspricht dieser Auffassung. Heft 11/85, S. 62/63 Roman "For ever" Unter der Überschrift "Das Schicksal ist gegen uns..." heißt es zunächst im Vorspann: "Katharines Eltern schmieden einen gemeinen Plan. Sie soll in einem Ferienlager Tennisunterricht geben. Dann wäre sie wochenlang von ihrem Freund Michael weit weg. Gerade jetzt, wo sie total happy sind...". Im Text heißt es u.a.: Ich küßte Michaels Ohren und tuhr mit der Zunge an ihren Rändem entlang. Ich streichelte sei- nen Körper und küßte seinen Hals, seine Brust, seinen Bauch. „Du bist ganz schön aggressiv.” Es war mir noch gar nicht aufge- fallen, bis er es sagte. Ich war selbst überrascht. ‚Hastduetwosdagegen?” „Es gefällt mir.” Ich lag auf Michael und fühlte Ralf an meinem Bauch. „Können wir es einmal so versuchen?” flüsterte ich. stöhnte ich, „jetzt... jetzi...” Und denn kam ich, nach vor ihm. Ich bewegte mich weiter, bis Michael zu stöhnen anfing, und ols es bei ihm vorbei war, kam ich noch einmal. Ich dachte an nichts mehr, fühlte nur noch, wie schön es war. „Alles Gute zur Graduierung”, sagte ich lachend. Wir hielten uns in den Armen, und ich dachte daran, daß es viele Möglichkeiten gab, ei- nen Menschen zu lieben. So sollte es, sein - für immer. „Wie du es gem hast”, sagte er. Ich setzte mich nittlings auf Michael und half Ralf, den richtigen Winkel zu finden. Als er in mir war, bewegte ich mich langsam auf und nieder und in die Runde - bis ich mich nicht mehr zurückhalten konnte, „Michael“, Prof. Dr. Scarbath hält auch diesen Beitrag aus folgenden Gründen für jugendgefährdend (Gutachten vom 27.07.1985, S. 17/18): "Die Rahmenhandlung läßt bevorstehende Trennung des Paares (Ferienjobs unter dem Druck der Eltern an weit entfernten Orten) erwarten. Zunächst wird der Text deutlicher vom Thema des Konflikts mit den Eltern (beson- ders Katherines Eltern) und der Thematik des Übergangs von Alterstufen bestimmt (Ende der Schulzeit, 18. Geburtstag Michaels, 40. Geburtstag von Katherines Mutter). Der Text kennt zunächst auch (in Relation zu den Befunden in Heft 7/85 und 10/85) zurückhaltendere, weniger detailli- stische Darstellungweise. Anders verhält es sich jedoch mit einer Passage, die den Geschlechtsver- kehr und die sexuelle Technik sowie die Lusterfahrung detailliert und zu- mindest nahe an selbstzweckhafter Darstellung präsentiert.
Pr. 277-279/84 und - 14 - 15. 66, 120, 121, 201/85 Der Hinweis auf die "vielen Möglichkeiten ..., einen Menschen zu lieben", ist aus dem Kontext deutlich als Hinweis auf die Möglichkeiten der Varian- tion der Koituspositionen zu interpretieren, dagegen wäre generell nichts einzuwenden, wenn dies nicht der einzige Hinweis auf 'Liebe' in diesem Zu- sammenhang wäre (Reduktionismus, vgl. Gutachten zu BRAVO 15-17/84). Jeden- falls kann die Aussage nicht als etwaige Einbettung in ein umfassenderes Verständnis von Liebe beansprucht werden." Prof. Dr. Haseloff hält an seiner bisherigen anderen Überzeugung fest und neront, daß es bei diesen "Jugendlieben" nicht auf sexualethische Komponenten ankomme. BRAVO Nr. 17/85 Das Stadtjugendamt Frankfurt beanstandet den Beitrag "Wenn Jungen es mit Gewalt versuchen" mit der Behauptung, eine Vergewalti- gung würde so ausführlich geschildert, daß Jugendliche in die Rolle eines "Spanners" versetzt würden, die Darstellung der Sexualität sei selbstzweck- haft. Der Gutachter Prof. Dr. Scarbath verneint die Jugendgefährdung des Beitrages. Er weist darauf hin, der Darstellung käme nach seiner Meinung kein selbst- zweckhafter Charakter zu, gebe vielmehr Verhaltens- und Distanzierungshilfen und lasse aus diesem Grunde auch keine Eignung zu sexualethischen Verwirrungen erkennen. Der Gutachter Prof. Dr. Haseloff kommt zum gleichen Ergebnis. Zu Dr. Jochen Sommer antwortet... (Leserbriefkasten) Heft 15/84, S. 57 Der Gutachter Prof. Dr. Scarbath beanstandet die inhaltliche Zusammen- stellung des Leserbriefkastens "Dr. Sommer" mit dem Hinweis, die vorhandene Prävalenz des Sexuellen schaffe eine schiefe Akzentualisierung, räumt aber positive Erklärungsinhalte ein. Der Auffassung des Antragstellers, die Überschriften in dieser Leserbriefbeantwortung seien zu reißerisch und des- halb jugendgefährdend, schloß Prof. Dr. Scarbath sich nicht an. Der Gutachter Prof. Dr. Haseloff widersprach dieser Auffassung, da die vorgebrachten Begründungen auf nicht beweisbaren Unterstellungen beruhen würden. Heft 16/84, S. 49 Der Gutachter Prof. Dr. Scarbath wiederholt seine Bedenken gegen den In- halt des Leserbriefkastens "Dr. Sommer" mit dem Hinweis, sie gelten hier "in etwas geringerem Maße". Der Gutachter Prof. Haseloff hält den Inhalt des Leserbriefkastens nicht für jugendgefährdend, da schon eine Prävalenz sexueller Themenbereiche nicht vorliege und ein gegenteiliges Urteil keine eigenen Bewertungskri- terien erkennen lasse.