Landtag Brandenburg Drucksache 6/11372 vatrecht. Die bestehenden rechtlichen Grundlagen sind umfassend und regeln die Anfor- derungen, die an Vorhabenträger der Kohlenwasserstoffgewinnung gestellt werden. Die Landesregierung ist daher der Auffassung, dass die geltenden rechtlichen Grundlagen ausreichend Schutz für die betreffenden Gebiete liefern. Die konkreten wasserrechtlichen und naturschutzrechtlichen Belange, z.B. Auswirkungen auf die Schutzgebiete, sind in den weiteren bergrechtlichen Verfahrensstufen standortkonkret zu klären. Frage 3: Wie bewertet die Landeregierung die von der BI vorgebrachten potentiellen ge- sundheitlichen Konsequenzen? Welche Erkenntnisse legt sie dieser Bewertung zu Grun- de? zu Frage 3: Die Bürgerinitiative trägt stoffliche Belastungen aus der Tiefe vor und bringt diese mit einer Gesundheitsgefährdung in Verbindung. Schleswig-Holstein und Nieder- sachsen sind die Bundesländer, in denen die Erkundung und Gewinnung von Erdöl und Erdgas am weitesten verbreitet sind. Das dort zuständige Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie in Niedersachsen (LBEG) sowie weitere Behörden, z.B. das Niedersächsi- sche Landesgesundheitsamt (NLGA), haben sich in den vergangenen Jahren intensiv auch mit den Umweltauswirkungen der Erdöl- und Erdgasgewinnung auseinandergesetzt. Die Untersuchungsergebnisse sind im Internet veröffentlicht: 1. Epidemiologische Studie (sogenannte Abstandsstudie): F. Forster, R. Herrera, K. Radon [2018]: Abschlussbericht zum Forschungsvorhaben „Zusammenhang von hämatologi- schen Krebserkrankungen und der wohnlichen Nähe zu Schlammgru- ben(verdachtsflächen) und zu Anlagen der Kohlenwasserstoffförderung in Niedersachsen“ vom 30.11.2018, Institut für Arbeits-, Sozial- u. Umweltmedizin des Klinikums der Universi- tät München, veröffentlicht: https://www.nlga.niedersachsen.de/startseite/umweltmedizin/umweltepidemiologie/krebscl usteruntersuchun- gen/krebsclusteruntersuchung_samtgemeinde_bothel/krebsclusteruntersuchung-in-der- samtgemeinde-bothel-157055.html 2. Studien über Bodenbelastungen im Umfeld von Erdgasförderplätzen, zwei Berichte von Januar und November 2019, veröffentlicht: https://www.lbeg.niedersachsen.de/startseite/boden_grundwasser/schadstoffmessungen/u ntersuchungen_im_umfeld_von_erdgasfoerderplaetzen/untersuchungen-im-umfeld-von- erdgasfoerderplaetzen-135742.html Die Untersuchungsergebnisse aus dem Land Niedersachsen weisen auf den stofflichen Transferpfad Boden-Wasser hin. Dieser wird im Rahmen der möglichen bergrechtlichen Genehmigungsverfahren eingehend zu betrachten sein. Die Einhaltung der in Deutschland geforderten hohen Umweltstandards und der Einsatz präventiver Maßnahmen werden durch die Unternehmen bei der Kohlenwasserstofferkundung und -gewinnung berücksich- tigt werden müssen. Ein allgemeiner Versagensgrund für eine mögliche Erdgasgewinnung im Raum Zehdenick kann daraus jedoch nicht abgeleitet werden. In Zusammenhang mit einer radioaktiven Einwirkung wird auf Untersuchungen an Anlagen- und Feldpersonal der Erdöl- und Erdgasgewinnung verweisen, die eine beruflich bedingte Exposition von gerin- ger als 1 mSv/a ermittelt haben. Damit besteht für das Personal vor Ort keine Notwendig- keit für über den konventionellen Arbeitsschutz hinausgehende Maßnahmen. Entspre- chend sind auch Anwohner im Umfeld der Arbeitsstätten nicht gefährdet. -2-