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Dieses Dokument ist Teil der Anfrage „Gutachten des Sachverständigenrats für Verbraucherfragen

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F        ZUSAMMENFASSUNG UND EMPFEHLUNGEN. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 410

1     Vorbemerkung: Schwerpunkte des Gutachtens und
      Berücksichtigung der COVID-19-Pandemie. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 411

2     Zur Lage der Verbraucherinnen und Verbraucher. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 412

3     Bedarfsfeldspezifische Ergebnisse. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 413
3.1   Bedarfsfeld Wohnen: Ruhe und Bezahlbarkeit sind zentrale Faktoren
      für „gutes Wohnen“ in Deutschland. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 413
3.2   Bedarfsfeld Mobilität: Versorgung mit öffentlichen Mobilitätsangeboten sicherstellen
      und den öffentlichen Raum neu verteilen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 415
3.3   Bedarfsfeld Ernährung: Bessere und gezieltere Information ermöglichen,
      Labelflut reduzieren.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 417

4     Aktuelle Themen der Verbraucherpolitik:
      Nachhaltiger Konsum und die digitale Welt. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 420
4.1   Nachhaltiger Konsum: Bewusstsein und Kompetenz fördern, mehr nachhaltige
      Produkte anbieten und eine regelmäßige Positions­bestimmung vornehmen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 420
4.2   Digitale Welt: Digitale Verbraucherkompetenzen schaffen,
      Effektivität der Verbraucherinformation beachten.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 421

5     Verbraucherinformationsrecht: Grenzen des Informations­modells akzeptieren,
      gezielte und vermittelbare Verbraucherinformationen gewährleisten.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 424

6     Schlussbemerkung: Evidenzbasierung verbessern. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 426
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A   HINTERGRUND,
    ZIELSETZUNG
    UND UMSETZUNG
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A Hintergrund, Zielsetzung und Umsetzung                                                                                                         19




Der Sachverständigenrat für Verbraucherfragen (SVRV)                      Da das Thema „Verbrauch“ alle Lebensbereiche des All­
ist ein unabhängiges und multidisziplinär besetztes                       tags berührt, ist die Liste der Bedarfsfelder so lang, dass
Gremium beim Bundesministerium der Justiz und für                         unmöglich alle Bedarfsfelder in einem einzigen Gutach­
Verbraucherschutz. Seine Rechtsgrundlage ist der „Er­                     ten abgedeckt werden können. Insgesamt zu nennen sind
lass über die Einrichtung eines Sachverständigenrats                      mindestens: Altersvorsorge, Bildung, Energie, Ernäh­
für Verbraucherfragen bei dem Bundesministerium                           rung, Finanzen, Freizeit, Gesundheit, Haushaltsgeräte,
der Justiz und für Verbraucherschutz“ vom 21. Okto­                       IT, Kleidung, Kultur, Mobilität, Möbel, Sport, Telekommu­
ber 2014. Gemäß § 8 Absatz 1 des Erlasses erstattet                       nikation, Tourismus, Unterhaltung, Wohnen und Zustell­
der Sachverständigenrat „im jährlichen Wechsel ein                        dienste. Der SVRV musste daher eine Auswahl treffen und
Gutachten zur Lage der Verbraucherinnen und Ver­                          nimmt bewusst drei Schwerpunktsetzungen vor:
braucher in Deutschland und zu ausgewählten Ver­
braucherfragen oder -problemen“, das dem Bundes­                          1. Aus der Liste der möglichen Bedarfsfelder wähl­
ministerium der Justiz und für Verbraucherschutz                               te der SVRV die drei aus, die den größten Anteil
zugeleitet wird. Der SVRV setzt diesen Auftrag mit dem                         am Konsumbudget der Verbraucherinnen und
vorliegenden Gutachten um.                                                     Verbraucher einnehmen. Konkret gaben diese im
                                                                               Jahr 2018 etwa 35 Prozent ihres Konsumbudgets
Ziel des Gutachtens ist es, die aus Sicht der Verbrau­                         für Wohnen und jeweils 14 Prozent für Mobilität
cherinnen und Verbraucher zentralen Probleme und                               und Ernährung aus.
Herausforderungen darzustellen sowie dort, wo es
zweckmäßig erscheint, Handlungsempfehlungen für                           2. Zusätzlich wählte der SVRV Querschnittsthemen
die Verbraucherpolitik auszusprechen.                                          aus, die in den öffentlichen und politischen Debat­
                                                                               ten der letzten Jahre als besonders dringlich identi­
Wesentlich für die Strukturierung des Gutachtens ist                           fiziert wurden. Konkret handelt es sich um nachhal­
die in den Verbraucherwissenschaften entwickelte Be­                           tigen Konsum und Digitalisierung. Auswirkungen
darfsfeldlogik. Ein „Bedarfsfeld“1 kann allgemein defi­                        der COVID-19-Pandemie auf Verbraucherinnen und
niert werden als gedankliche Zusammenfassung aller                             Verbraucher werden nicht in einem eigenen Kapitel
Institutionen und Akteure, die an der Deckung eines                            dargestellt, hingegen an geeigneten Stellen in den
spezifischen Bedarfs der Verbraucherinnen und Ver­                             Kapiteln integriert thematisiert.
braucher mitwirken. Als wesentliche Akteure und Insti­
tutionen, die das Bedarfsfeld bilden, lassen sich neben                   3. Den Verbraucherinformationen ist ein eigenes
den Verbraucherinnen und Verbrauchern, die durch                               Kapitel gewidmet. Zwar können – wie der vorlie­
Konsum ihre spezifischen Bedürfnisse decken und da­                            gende Bericht zeigen wird – nicht alle Probleme
mit auch Teil des Bedarfsfelds sind, die jeweiligen Leis­                      der Verbraucherinnen und Verbraucher durch
tungsanbieter (z. B. im Bedarfsfeld „Wohnen“ Makler,                           die klassischen Instrumente der Verbraucher­
Vermieter und Bauindustrie oder im Bedarfsfeld „Er­                            politik gelöst werden, sondern die Bewältigung
nährung“ Landwirtschaft, Nahrungsmittelindustrie,                              von konsumrelevanten Problemen ist teilweise
Logistik-Unternehmen und Lebensmittelhandel) sowie                             nur durch integriertes Handeln in verschiedenen
die für die Regelungen der Bedarfsdeckung wichtigen                            Politik- und Rechtsbereichen möglich. Allerdings
politisch-rechtlichen Institutionen und Akteure (z. B.                         liegt es dennoch nahe, zunächst die klassischen
das BMJV oder das Bundeskartellamt sowie diverse                               Instrumente der Verbraucherpolitik zu prüfen,
Interessenverbände, einschließlich Verbraucherzent­                            und hierzu gehören insbesondere die Verbrau­
ralen) nennen.                                                                 cherinformationen.




1   Im Gegensatz hierzu beschreibt der Begriff „Markt“ regelmäßig ein Transaktionssystem zur Übertragung von Verfügungsrechten. Im Zentrum von
    Märkten stehen eher Kaufakte, im Zentrum von Bedarfsfeldern eher Verbrauchsakte.
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B   KONZEPTION
    UND ­METHODEN
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B Konzeption und M
                 ­ ethoden                                                                                           21




1      Methodologie                                       2      Anforderungen der
Der SVRV hat sich mit dem vorliegenden Gutachten
                                                                 Verbraucherinnen und
zum Ziel gesetzt, die spezifische Perspektive der Ver­           Verbraucher an die
braucherinnen und Verbraucher, die in erster Linie
Bürgerinnen und Bürger und nicht zuletzt auch Wähle­
                                                                 Bedarfsfelder: Daten und
rinnen und Wähler sind, auf ausgewählte Bedarfsfelder            Analysemethoden für die
des Konsums zu beleuchten. Hierzu mussten drei me­
thodologische Entscheidungen getroffen werden, die
                                                                 evidenzbasierte Forschung
im Folgenden erläutert werden:
                                                          Der SVRV hat sich zum Ziel gesetzt, evidenzbasierte
1. Da Konsum fast alle Lebensbereiche des Alltags         Handlungsempfehlungen zu geben. Hierzu ist es erfor­
    berührt, musste der SVRV eine Auswahl treffen         derlich, zunächst die Anforderungen der Verbrauche­
    und entscheiden, warum er sich auf bestimmte Be­      rinnen und Verbraucher an die Verbraucherpolitik bzw.
    darfsfelder des Verbrauchs fokussiert (vgl. A Hin­    die Politik im Allgemeinen empirisch zu ergründen,
    tergrund, Zielsetzung und Umsetzung).                 bevor auf dieser Basis mit juristischen Methoden die
                                                          Rechtslage geprüft und schließlich Handlungsempfeh­
2. Im Sinne einer evidenzbasierten Forschung sollen       lungen ausgesprochen werden. Daher bedient sich der
    die Anforderungen der Verbraucherinnen und Ver­       SVRV für dieses Gutachten nicht nur einer Kombination
    braucher an die Politik zunächst mit empirischen      aus empirischen und juristischen Methoden, sondern
    Methoden ergründet werden, bevor dann auch mit        es stellt sich auch die Frage, mit welchen Daten und
    rechtswissenschaftlichen Methoden auf dieser Ba­      Analysemethoden die Anforderungen der Verbrauche­
    sis Handlungsempfehlungen gegeben werden. Da­         rinnen und Verbraucher empirisch ergründet werden
    her musste sich der SVRV entscheiden, mit welchen     sollen. Bei den Methodenentscheidungen sind dabei
    Daten er die Anforderungen der Verbraucherinnen       mehrere Punkte zu berücksichtigen:
    und Verbraucher an die spezifischen Bedarfsfelder
    erfasst (vgl. Abschnitt 2).                           1. Der Stand der wissenschaftlichen Forschung über
                                                              die Themenfelder ist sehr unterschiedlich. Dies
3. Die Verbraucherinnen und Verbraucher sind in               liegt nicht nur an den Schwerpunkten der For­
    ihren Lebenslagen und Lebensstilen sehr hetero­           schung der letzten Jahrzehnte, sondern auch da­
    gen. So lassen sich etwa Stadt-Land-Unterschiede          ran, wie schnell sich ein Feld wandelt: Während in
    und regionale Unterschiede in ihren Lebensbe­             manchen Bedarfsfeldern die strukturellen Proble­
    dingungen beobachten, und an einem bestimm­               me seit Jahren oder sogar Jahrzehnten gleich ge­
    ten Ort unterscheiden sich die Verbraucherinnen           blieben und auch gut bekannt sind (z. B. Ernährung,
    und Verbraucher weiterhin u. a. nach Geschlecht,          Mobilität und Wohnen), ist bei anderen Themen teil­
    Alter, sozialer Schicht und Migrationshintergrund.        weise nicht klar, welche Probleme sich überhaupt
    Der SVRV hat verschiedene methodische Zugänge             auftun und als relevant einzuschätzen sind (z. B.
    gewählt, um diese Heterogenität zu erfassen, und          Digitalisierung).
    hat diese vor allem über verschiedene Stichpro­
    ben- und Auswertungsstrategien operationalisiert      2. Die Zusammenhänge und Mechanismen sind bei
    (vgl. Abschnitt 3).                                       einzelnen Themenfeldern (wie z. B. Ernährung,
                                                              Mobilität   und     Nachhaltigkeit)   ausgesprochen
Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Methodo­         komplex und bestehen aus vielen verschiedenen
logie und Methoden in diesem Gutachten. Weitere De­           Aspekten und Problemlagen. Unterschiedliche
tailbeschreibungen der verwendeten Methoden finden            Verbraucherinnen und Verbraucher haben mögli­
sich jeweils – teilweise als „Boxen“ – in den einzelnen       cherweise unterschiedliche Anforderungen an ein
Bedarfsfeld- und Themenkapiteln.                              Bedarfsfeld, und es ist oft nicht klar, ob überhaupt
                                                              die Verbraucherin oder der Verbraucher der rich­
                                                              tige Ansatzpunkt für Verbesserungen ist, oder ob
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22   2021 GUTACHTEN ZUR LAGE DER V
                                 ­ ERBRAUCHERINNEN UND VERBRAUCHER




        besser an anderen Stellen (etwa beim Handel oder         Die quantitative Sozialforschung versucht typischer­
        der Produktion) angesetzt werden sollte.                 weise, den Forschungsprozess so weit wie möglich zu
                                                                 standardisieren und teilt ihn in einzelne, aufeinander
     3. Die Datenlage ist in den Themeneldern verschie­          bezogene Arbeitsschritte auf, die so weit wie möglich
        den: Während in manchen Bedarfsfeldern sehr              nacheinander abgearbeitet werden (Baur & Blasius,
        gute und lange Reihen statistischer Informationen        2019). Dieses Vorgehen eignet sich besonders gut, um
        vorliegen (z. B. im Bereich Wohnen), existieren zu       vergleichbare Informationen pro Fall zu erzielen und
        anderen Themen kaum, unbefriedigende oder nur            recht viele Fälle parallel zu untersuchen – wendet man
        sehr heterogene Datenquellen (z. B. Digitalisierung,     bei der Fallauswahl Zufallsstichproben an, kann man
        Nachhaltigkeit und Ernährung).                           später mithilfe der induktiven Statistik verallgemeinern
                                                                 (Thierbach, Hergesell & Baur, 2021). Die quantitative
     Entsprechend hat sich der SVRV bewusst dafür ent­           Sozialforschung hat allerdings eine Reihe von Nachtei­
     schieden, für jedes Bedarfsfeld eine jeweils spezifische    len, von denen zwei im Kontext des vorliegenden Gut­
     Kombination von jeweils unterschiedlichen Methoden          achtens besonders relevant sind: Erstens ist der Preis
     zu wählen, die den besonderen Anforderungen des je­         dafür, dass man Informationen über sehr viele Fälle
     weiligen Bedarfsfeldes möglichst gut entsprechen. Da­       erhebt, dass man pro Fall vergleichsweise weniger und
     bei sind zwei Grundunterscheidungen wichtig:                weniger präzise Informationen erhält (Baur, Kelle &
                                                                 Kuckartz, 2017). Zweitens setzt die Logik quantitativer
     In der empirischen Sozialforschung unterscheidet            Forschung voraus, dass der Forschungsstand schon so
     man zwischen forschungsinduzierten Daten und pro­           weit ausgereift ist, dass man bereits im Vorfeld der Un­
     zessproduzierten Daten. Prozessproduzierte Daten            tersuchung weiß, was die relevanten Fragestellungen
     (Salheiser, 2019) – wie etwa Steuerdaten, Verwal­           und Herausforderungen sind, wie diese Themenfelder
     tungsdaten (Hartmann & Lengerer, 2019) oder viele           strukturiert sind sowie dass man klare Hypothesen for­
     digitale Daten (Baur et al., 2020) – sind Nebenprodukte     mulieren kann.
     sozialer Prozesse und werden vielfach, z. B. über den
     RatSWD, für Forschungszwecke zugänglich gemacht.            Gerade bei Phänomen, über die man noch wenig weiß,
     Forschungsinduzierte Daten – wie Experteninterviews         insbesondere bei neuartigen sozialen Phänomenen
     (vgl. Abschnitt 2.1), Fokusgruppen (vgl. Abschnitt 2.2)     oder wenn die Art des Forschungsphänomens noch
     und standardisierte Befragungen (vgl. Abschnitt 2.4) –      unbekannt ist, liegen aber in der Regel klare Hypothe­
     werden dagegen ausschließlich zu wissenschaftlichen         sen nicht vor, weshalb hier Detailanalysen zwingend
     Zwecken produziert. Neben den Primärforschenden             erforderlich sind (Kelle, 2017). Genau solche Detail­
     können auch andere Forschende diese Daten Sekun­            analysen ermöglicht die qualitative Sozialforschung,
     däranalysen unterziehen.                                    indem nicht nur relativ viele Informationen über ver­
                                                                 gleichsweise weniger Fälle erhoben werden, sondern
     Im Sinne des Datensparsamkeitsgebots nutzt der SVRV         auch der Forschungsprozess bewusst weniger linear,
     so weit wie möglich bereits veröffentlichte Statistiken     sondern – zumindest in der sogenannten interpretati­
     oder analysiert existierende Datensätze (vgl. Abschnitt     ven Variante der qualitativen Forschung – zirkulär ge­
     2.3). Nur dann, wenn keine geeigneten Daten zur Ver­        staltet wird (Akremi et al., 2018). Phasen der Daten­
     fügung standen, wurden eigene Daten spezifisch zum          auswahl, Datenerhebung und Datenanalyse wechseln
     Zweck der Erstellung dieses Gutachtens erhoben.             sich iterativ mit Phasen der theoretischen Reflexion ab
                                                                 (Baur & Blasius, 2019). Der Datenerhebungsprozess
     In der empirischen Sozialforschung unterscheidet            wird dabei flexibel an die jeweiligen Erfordernisse von
     man weiterhin qualitative Methoden, wie etwa Exper­         Theorie, Fragestellung und Gegenstandsbereich ange­
     teninterviews (vgl. Abschnitt 2.1) und Fokusgruppen         passt (Przyborski & Wohlrab-Sahr, 2019).
     (vgl. Abschnitt 2.2), von quantitativen Methoden, wie
     sie etwa von der amtlichen Statistik (vgl. Abschnitt 2.3)   Da der SVRV sowohl an Detailanalysen als auch an
     und in standardisierten Befragungen angewendet wer­         der Quantifizierung dieser Ergebnisse interessiert
     den (vgl. Abschnitt 2.4).                                   war, wurden bewusst qualitative Methoden (QUAL) und
                                                                 quantitative Methoden (QUAN) kombiniert – diese ein­
                                                                 zelnen Methoden werden im Folgenden kurz und dann
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B Konzeption und M
                 ­ ethoden                                                                                           23




in den jeweiligen Bedarfsfeldern, in denen sie zur An­     Die Gespräche fanden bewusst teils vor, teils nach der
wendung kamen, noch einmal detaillierter vorgestellt.      Erhebung und Auswertung der übrigen Daten für das
                                                           Themenfeld statt. Wurden die Expertengespräche vor
Die vollständigen Methodenberichte der im Auftrag des      den anderen Daten erhoben, gingen die Ergebnisse
SVRV durchgeführten Fokusgruppen und Befragungen           der Gespräche in die Konstruktion der Erhebungs­
sind erhältlich unter www.svr-verbraucherfragen.de.        instrumente ein. Fanden die Gespräche nach der Aus­
                                                           wertung statt, wurden den Expertinnen und Experten
                                                           ausgewählte Ergebnisse der Erhebungen präsentiert
2.1 Experteninterviews (QUAL)                              und auf dieser Basis mit ihnen über Lösungsansätze
                                                           diskutiert.
In allen Bedarfsfeldern kamen Experteninterviews
(Helfferich, 2019) zur Anwendung. Bei Experteninter­       Abweichend hiervon wurde im Themenfeld Nachhal­
views werden mit Expertinnen und Experten – etwa           tiger Konsum speziell das Konzept „Nachhaltigkeits­
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern oder Mit­        literacy“ mit Expertinnen und Experten diskutiert. Die
gliedern von politischen Institutionen, Unternehmen        Expertinnen und Experten bekamen dafür ein Kon­
und Verbänden – i. d. R. mithilfe eines Gesprächsleitfa­   zeptionspapier, konnten dieses kommentieren und
dens Einzelgespräche geführt. Der Gesprächsleitfaden       Änderungsvorschläge nennen. Daraus entstand das
darf dabei flexibel an die Situation angepasst werden,     vorliegende Verständnis zum Begriff der „Nachhaltig­
d. h. Fragen dürfen ergänzt, verändert oder weggelas­      keitsliteracy“, der dann auch der Konzeption der stan­
sen werden und die Reihenfolge der Fragen darf ge­         dardisierten Befragung (vgl. Abschnitt 2.4) zum Thema
ändert werden.                                             „Nachhaltigkeitsliteracy“ zugrunde gelegt wurde.


Die Expertengespräche wurden entweder persönlich           Erstes Auswahlkriterium für die Expertinnen und Ex­
(an einem Ort der Wahl der Interviewpartnerin oder         perten war, dass sie eine besondere Fachkompetenz
des Interviewpartners) oder telefonisch und i .d. R. von   und Kenntnis des jeweiligen Themenfeldes besaßen.
mindestens einem Mitglied des SVRV sowie einer Mit­        Zweites Auswahlkriterium war das Kontrastgruppen­
arbeiterin oder eines Mitarbeiters der Geschäftsstelle     prinzip, d. h. es wurde bei der Auswahl der Expertinnen
geführt. Sie dauerten zwischen etwa 30 Minuten und         und Experten darauf geachtet, dass sie möglichst unter­
etwa vier Stunden. Aus Vertraulichkeitsgründen wur­        schiedliche institutionelle Zugehörigkeiten hatten und
den die Gespräche nicht aufgezeichnet, sondern hand­       dass sie Fachkenntnis über möglichst unterschiedliche
schriftlich protokolliert. Einige Gesprächspartnerinnen    Facetten der jeweiligen Themenfelder besitzen, sodass
und Gesprächspartner waren auch nur bereit, vertrau­       sie in ihrer Gesamtheit ein möglichst umfangreiches
lich zu reden. Die Protokolle der nichtvertraulichen       und differenziertes Bild auf das Thema geben konnten.
Interviews wurden später verschriftlicht und, teilwei­     Auf dieser Basis wurden nichtvertrauliche Gespräche
se mithilfe einer zusammenfassenden Inhaltsanalyse         mit folgenden Expertinnen und Experten geführt:
nach Kuckartz (2012), ausgewertet. Oft sandten die
Expertinnen und Experten im Zuge der Nachbereitung         •   am 22. Juli 2020 mit Prof. Dr. Christine Ahrend
des Gesprächs noch zusätzliche Informationen an den            (Technische Universität Berlin)
SVRV, die ebenfalls für die Erstellung dieses Berichts
verwendet wurden.                                          •   am 22. Juni 2020 mit Jun.-Prof. Dr. Karoline
                                                               Augenstein (Bergische Universität Wuppertal)
Die Expertengespräche zielten zunächst darauf ab,
welche Herausforderungen und Probleme die Expertin­        •   am 12. Februar 2020 mit Sabine Bartz
nen und Experten im jeweiligen Bedarfsfeld als beson­          (Bundesnetzagentur)
ders dringlich empfanden. Diskutiert wurden weiterhin
Aspekte, die die Verbraucherinnen und Verbraucher          •   am 13. Dezember 2019 mit Prof. Dr. Carsten
nicht überblicken können, weil sie keinen Blick auf das        Becker (Bundeskartellamt)
Gesamtgeschehen im Bedarfsfeld haben. Außerdem
wurden Impulse für Lösungsansätze und Handlungs­           •   am 20. Juni 2020 mit Dr. Manuel Bickel (Wuppertal
möglichkeiten diskutiert.                                      Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH)
25

24   2021 GUTACHTEN ZUR LAGE DER V
                                 ­ ERBRAUCHERINNEN UND VERBRAUCHER




     •   am 14. Oktober 2019 mit Peter Bihr (The Waving       •   mehrfach im Zeitraum Juni bis November 2020
         Cat GmbH)                                                mit Dr. Maria Jolanta Welfens (Wuppertal Institut
                                                                  für Klima, Umwelt, Energie gGmbH)
     •   am 24. Januar 2020 mit Thomas Bradler
         (Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e. V.)      •   mehrfach im Zeitraum Juni bis November 2020
                                                                  mit Vita Zimmermann-Janssen (Heinrich-
     •   am 17. Dezember 2019 mit Prof. Dr. Torsten               Heine-Universität Düsseldorf, Institut für
         Gerpott (Universität Duisburg-Essen)                     Verbraucherwissenschaften)


     •   am 22. September 2020 mit Dr. Markus M. Grabka       Darüber hinaus erfolgte eine Abfrage unter den Mit­
         (Direktorium SOEP)                                   gliedern des Bundesnetzwerks Verbraucherforschung,
                                                              ob es zu den einzelnen Bedarfsfeldern ggf. spezifische
     •   am 25. September 2019 mit Prof. Dr. Justus           Phänomene, Probleme, Entwicklungen oder Heraus­
         Haucap (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)       forderungen gibt, die aus Sicht des Bundesnetzwerks
                                                              im Gutachten zur Lage der Verbraucherinnen und Ver­
     •   am 16. Juli 2020 mit Marion Jungbluth                braucher adressiert werden sollten.
         (Verbraucherzentrale Bundesverband e. V.)
                                                              Schließlich fanden weitere Expertengespräche statt,
     •   am 1. März 2019 mit Jan-Peter Kleinhans (Stiftung    bei denen uns die Gesprächsteilnehmerinnen und Ge­
         Neue Verantwortung e. V.)                            sprächsteilnehmer gebeten haben, auf eine nament­
                                                              liche Nennung zu verzichten.
     •   am 16. Dezember 2019 mit Paul Nemitz
         (Chefberater European Commission)
                                                              2.2 Fokusgruppen (QUAL)
     •   am 23. Juli 2019 mit Michael Reink
         (Handelsverband Deutschland e. V.)                   Bei den Bedarfsfeldern Mobilität (siehe C.II) und Er­
                                                              nährung (siehe C.III) existieren zahlreiche und sehr
     •   am 30. Juli 2019 mit Elke Salzmann                   unterschiedliche Probleme und Herausforderungen.
         (Verbraucherzentrale Bundesverband e. V.)            Aufgrund der Komplexität dieser Bedarfsfelder ist so­
                                                              wohl unklar, welche dieser Herausforderungen für die
     •   am 28. Juni 2019 mit Dr. Gerhard Schabhüser          Verbraucherinnen und Verbraucher am dringlichsten
         (Bundesamt für Sicherheit in der Informations­       sind, als auch, ob hier zusätzliche, von der Politik bis­
         technik)                                             lang unbearbeitete Probleme existieren. Um die aus
                                                              Verbraucherperspektive relevantesten und dringlichs­
     •   am 11. April 2019 mit Dr. Britta Schautz             ten Probleme zu identifizieren und mit verschiedenen
         (Verbraucherzentrale Berlin e. V.)                   Verbrauchergruppen über einzelne Aspekte des The­
                                                              menfelds zu diskutieren, hat der SVRV zwischen No­
     •   am 28. Juni 2019 Florian Schumacher (Bundesamt       vember 2019 und Januar 2020 (also vor Beginn der
         für Sicherheit in der Informationstechnik)           COVID-19-Krise) in Zusammenarbeit mit dem Markt­
                                                              forschungsinstitut Ipsos für jedes Bedarfsfeld jeweils
     •   am 06. Juli 2020 mit Dr. Mandy Singer-Brodowski      sechs Fokusgruppen durchgeführt.
         (Freie Universität Berlin, Institut Futur)
                                                              Bei Fokusgruppenbefragungen bzw. Gruppendiskussi­
     •   am 12. April 2019 mit Prof. Dr. Achim Spiller        onen handelt es sich um ein Instrument der qualitati­
         (Universität Göttingen & Wissenschaftlicher Beirat   ven Sozialforschung mit explorativem Charakter (Vogl,
         für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen     2019). Für dieses Gutachten wurde in kleinen Gruppen
         Verbraucherschutz)                                   (acht bis zehn Personen) mit Verbraucherinnen und
                                                              Verbrauchern in einem Zeitraum von etwa zwei Stun­
     •   am 22. März 2019 mit Leonie Tanczer, PhD             den über ihre Alltagserfahrungen im jeweiligen Be­
         (University College London)                          darfsfeld diskutiert. Fokusgruppen sollen und können
26

B Konzeption und M
                 ­ ethoden                                                                                            25




damit keine statistisch gesicherten Ergebnisse liefern.    derungen an Politik, Unternehmen oder Gesellschaft
Setzt man die Fokusgruppen mihilfe eines geschickten       sollten geäußert werden. Weiterhin wurden spezielle
qualitativen Sampling-Plans zusammen (siehe hierzu         Probleme diskutiert, die sich entweder aus den Vor­
Abschnitt 3.3.2), dienen Fokusgruppen vielmehr dazu,       recherchen des SVRV, den Expertengesprächen oder
Beweggründe von Verhalten und ein Spektrum von Ein­        aktuellen politischen Diskussionen ergaben (so etwa
stellungen zu identifizieren, nicht jedoch deren Häufig­   die Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit).
keiten aufzudecken.
                                                           Da die Fokusgruppen möglichst in Wohnortnähe der
Um Informationen über die soziodemographische              Teilnehmerinnen und Teilnehmer und damit teilweise
Zusammensetzung der Diskussionsgruppen zu er­              in sehr dünn besiedelten Regionen stattfinden soll­
halten, wurden die Diskussionsteilnehmerinnen und          ten, war eine Durchführung in professionellen Studios
-teilnehmer vor oder nach der Durchführung der Fo­         nicht immer möglich. Durchführungsorte waren daher
kusgruppen gebeten, einen kurzen standardisierten          neben den Studios des Marktforschungsinstituts auch
Fragebogen auszufüllen, den der SVRV entwickelte.          Hotels, Schulen, Gemeindezentren u. ä. Bei migranti­
Dieser Fragebogen enthält die wichtigsten sozio­           schen Verbrauchergruppen wurden die Diskussionen in
demographischen Merkmale (Hoffmeyer-Zlotnik &              der jeweiligen Muttersprache geführt.
Warner, 2019), erfasst den Lebensstil mithilfe des
sogenannten Otte-Instruments (Otte, 2008) und fragt        Die Diskussionen wurden auf Tonträger aufgenommen
die Parteineigung ab. Auch wenn dieser Fragebogen          und anschließend transkribiert. Fremdsprachige Tran­
für die Erstellung dieses Gutachtens nicht verwendet       skripte wurden außerdem ins Deutsche übersetzt. Die
wurde, ermöglicht er doch in etwaigen späteren, se­        Daten wurden von einer Mitarbeiterin der Geschäftsstel­
kundäranalytischen Auswertungen die Verknüpfung            le mit der Software MAXQDA ausgewertet. Es kam die
mit quantitativen Daten im Sinne eines Mixed-Met­          strukturierende Inhaltsanalyse nach Kuckartz (2012) zur
hods-Designs (Kuckartz, 2014; Kelle, 2019; Schoo­          Anwendung. Um die Auswertung so objektiv wie mög­
nenboom & Johnson 2017).                                   lich zu gestalten, wurden von März bis September 2020
                                                           im Abstand von ein bis drei Wochen i. d. R. einstündige
Die Gruppendiskussionen selbst wurden mithilfe eines       Datensitzungen (Reichertz, 2018) durchgeführt.
Gesprächsleitfadens (Vogl, 2019) geführt, der in Ab­
stimmung mit Ipsos für die Diskussionsleiterinnen
und -leiter entwickelt wurde. Anders als bei standar­      2.3 Sekundäranalysen (QUAN)
disierten Befragungen werden bei Gruppendiskus­
sionen bewusst die Fragen in der Diskussion nicht bei      Um einordnen zu können, bei welchen der über die
allen Gruppen vollkommen identisch zur Anwendung           qualitativen Daten ermittelten Herausforderungen und
gebracht, um besser dem Gesprächsfluss folgen zu           Problemlagen es sich um Probleme kleiner Gruppen
können. Den Moderatorinnen und Moderatoren wurde           handelt und welche Herausforderungen und Problem­
vielmehr die Möglichkeit eingeräumt, flexibel auf Ent­     lagen große Teile der oder gar die gesamte Bevölke­
wicklungen in der Diskussion zu reagieren. Beim Auf­       rung betreffen, sind repräsentative statistische Infor­
bau des Leitfadens wurde darauf geachtet, dass mit         mationen erforderlich. Daher zog der SVRV in allen
allgemeinen Fragen begonnen und spezielleren Fra­          Themenfeldern im Sinne des Datensparsamkeitsge­
gen geendet wird, damit die Befragten nicht zu Beginn      bots so weit wie möglich entweder Informationen aus
überfordert und von der Äußerung eigener Ansichten         der amtlichen Statistik (Hartmann & Lengerer, 2019)
abgeschreckt werden. Aus diesem Grund wurde mit ei­        oder aus bereits existierenden standardisierten Be­
ner Vorstellungsrunde und Beschreibung der Lebens­         fragungen (vgl. Abschnitt 3.4) hinzu, insbesondere dem
welt der Teilnehmerinnen und Teilnehmer begonnen.          Sozio-oekonomischen Panel (SOEP), das z. B. auch für
Erst anschließend wurde auf das Thema des jeweili­         den amtlichen Wohngeld- und Mietenbericht herange­
gen Bedarfsfeldes fokussiert. Im Zentrum stand die         zogen wird (Goebel et al., 2018).
Frage, wie sich für Verbraucherinnen und Verbraucher
das Bedarfsfeld im Alltag gestaltet, welche Heraus­        Teilweise waren bereits publizierte Informationen nicht
forderungen und Probleme ihnen dabei begegnen und          in der für dieses Gutachten erforderlichen Form aufbe­
wie sie mit diesen umgehen. Auch Wünsche und For­          reitet – in diesem Fall führten die Mitarbeiterinnen und
27

26   2021 GUTACHTEN ZUR LAGE DER V
                                 ­ ERBRAUCHERINNEN UND VERBRAUCHER




     Mitarbeiter der Geschäftsstelle im Auftrag des SVRV        2.4 Standardisierte Befragungen
     eigene Sekundäranalysen (Mochmann, 2019) durch bzw.
                                                                    (QUAN)
     beauftragten Externe mit Sekundäranalysen, nament­
     lich im Bedarfsfeld Wohnen auf Basis des SOEP.
                                                                Für die Themen Wohnen (C.I), Nachhaltiger Konsum
     In der einfachsten Variante waren diese statistischen      (D.I) und Digitale Welt (D.II) reichten die verfügbaren
     Daten bereits aufbereitet, sodass die relevanten Zah­      standardisierten Daten (vgl. Abschnitt 2.3) nicht aus,
     len für dieses Gutachten einfach übernommen werden         um die für dieses Gutachten relevanten Fragestellun­
     konnten. Konkret wurden veröffentlichte Daten der          gen zu beantworten.
     amtlichen Statistik und aus repräsentativen Bevölke­
     rungsbefragungen von Verbraucher- und Umweltver­           Daher wurde für jedes dieser Themen eine vom SVRV
     bänden sowie von öffentlichen Behörden und Instituten      beauftragte Primärerhebung mittels einer standardi­
     für die einzelnen Kapitel genutzt, und zwar primär:        sierten Befragung (Reinecke, 2019) durchgeführt. Bei
                                                                standardisierten Befragung (auch: Umfrage, Survey)
     •   für das Bedarfsfeld Mobilität (siehe C.II) insbeson­   sind nicht nur die Fragen (Porst, 2019), sondern auch
         dere die Studie „Mobilität in Deutschland“ (MiD)       die Antwortmöglichkeiten (Franzen, 2019) meist genau
         (infas et al., 2018), Publikationen des Bundesins­     vorgegeben, und zwar sowohl in ihrer Formulierung
         tituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR,       als auch in ihrer Reihenfolge (Fietz & Friedrichs, 2019).
         2018), Umfragen von Verbänden, wie z. B. ADAC          Freilich sind auch offene Fragen, die mit einem (kur­
         oder ADFC                                              zen) Text oder mit Stichworten beantwortet werden,
                                                                möglich (Züll & Menold, 2019) und zunehmend besser
     •   für das Bedarfsfeld Ernährung (siehe C.III) insbe­     automatisiert auswertbar, etwa zur Erstellung von so­
         sondere der BMEL-Ernährungsreport (BMEL, 2017,         genannten Word-Clouds (wie sie auch im vorliegenden
         2020a) sowie Umfragen der Verbraucherzentralen         Gutachten zu finden sind).
         und ihres Bundesverbandes
                                                                Die für das jeweilige Themenfeld verantwortlichen
     •   für das Themenfeld Nachhaltiger Konsum (siehe          Mitglieder des SVRV, die das jeweilige Konzept und
         D.I) u. a. die regelmäßigen „Umweltbewusstseins­       die Ausschreibungsunterlagen verantwortet hatten,
         studien“ und „Naturbewusstseinsstudien“ des BMU        entwickelten zusammen mit Mitarbeiterinnen und Mit­
         (BMU, 2019, 2020), der „Ernährungsreport 2020“         arbeitern der Geschäftsstelle und den beauftragten Be­
         (BMEL, 2020a), das „Ökobarometer 2019“ (BMEL,          fragungsinstituten zunächst einen Fragebogen für das
         2020b) sowie diverse „Eurobarometer“-Umfragen          jeweilige Thema. Die Fragebögen enthielten in der Re­
         der EU-Kommission (EU, 2016, 2017a, 2017b)             gel sowohl geschlossene, als auch offene Fragen. Die
                                                                Fragebögen begannen typischerweise mit einleitenden
     •   für das Themenfeld Digitale Welt (siehe D.II) ins­     allgemeinen Fragen. Es folgten spezifische Detailfra­
         besondere Studien der Verbraucherzentralen und         gen. Den Abschluss bildete die Erhebung soziodemo­
         ihres Bundesverbandes, z. B. die Studie „Erfahrun­     graphischer Merkmale (Hoffmeyer-Zlotnik & Warner,
         gen von Verbrauchern mit Vermittlungsplattfor­         2019). Die einzelnen Befragungsschwerpunkte werden
         men“ (Verbraucherzentrale Bayern e. V., 2019), so­     in den Kapiteln zu den jeweiligen Themen ausführlicher
         wie des Bundesverbandes Informationswirtschaft,        dargestellt. Eine detaillierte Gesamtdokumentation der
         Telekommunikation und neue Medien e. V. (Bitkom),      Methodik der durchgeführten Studien (inkl. Dokumen­
         z. B. die Studie „Das intelligente Zuhause: Smart      tation des Fragebogens sowie Angaben zu Stichprobe,
         Home 2020“ (Bitkom e. V., 2020)                        Auswahlverfahren, Feldverlauf und Ergebnisaufberei­
                                                                tung) erfolgt in den einzelnen Methodenberichten, ab­
                                                                rufbar unter www.svr-verbraucherfragen.de.
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