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Dieses Dokument ist Teil der Anfrage „Gutachten des Sachverständigenrats für Verbraucherfragen

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264   Anhang




      Tabelle V.3

       Kategorisierte erstgenannte Gründe der Zustimmung bzw. Ablehnung zu einer verhaltensbasierten Krankenversicherung.


       BEWERTUNG                KATEGORIE                                                                        N

       Zustimmung               es ist gerechter bzw. gesunde Lebensweise wird belohnt                           18


                                man würde gesünder leben, mehr auf die Gesundheit achten (z. B. Kontrollunter-
                                                                                                                 21
                                suchungen nutzen)


                                Geld sparen durch eigenes Verhalten                                              13


                                dient der Selbstkontrolle                                                        6


                                unspezifischer, persönlicher Vorteil antizipiert                                 24


                                generelle Zustimmung, sonstige Nennungen                                         21


                                TOTAL                                                                            103

       Ablehnung                zu viel Überwachung und Kontrolle, Eingriff in die Privatsphäre                  91


                                allgemeine Datenschutzgründe, es werden zu viele Daten gesammelt                 20


                                ungerecht, für Krankheit kann man nichts                                         39


                                ändert Verhalten nicht bzw. möchte Verhalten nicht ändern                        5


                                nicht umsetzbar, zu ungenau, fehlerhaft, zu undurchsichtig                       14


                                brauche ich nicht, lebe schon gesund                                             6


                                unspezifischer, persönlicher Nachteil antizipiert                                12


                                generelle Ablehnung, sonstige Nennungen                                          36


                                TOTAL                                                                            223

                                Keine Angabe bzw. kann oder will ich nicht sagen, weiß nicht                     34


                                TOTAL                                                                            360

                                Frage wurde nicht gestellt                                                       1.855


                                TOTAL                                                                            2.215
266

Anhang                                                                               265




  ANTEIL PRO
               BEISPIEL
 ­BEWERTUNG

 18 %          „Höhere Gerechtigkeit gegenüber den anderen Beitragszahlern“


 20 %          „Es wird mehr auf Gesundheit geachtet“


 13 %          „Weil ich mir finanzielle Vorteile erhoffe“


 6%            „Manchmal ist es gut, wenn jemand da ist, um zu sehen, was los ist“


 23 %          „Würde davon profitieren“


 20 %          „Positiver Eindruck“


 100,0 %

 41 %          „Weil ich mich dann der vollen Überwachung ausliefere“


 9%            „Der Datenschutz rechtfertigt dies nicht, und verletzt diesen“


 18 %          „Weil man nichts dafür kann für die jeweiligen Krankheitsbilder“


 2%            „Weil ich mich nicht danach richten würde, zum Beispiel rauche ich“


 6%            „Weil es schwierig nachzuweisen ist, ob man diese Angaben erfüllt“


 3%            „Derzeit genug bezahlt und das ist so gut“


 6%            „Bin nicht der gesunde Typ“


 16 %          „Weil ich nicht oder zu wenig laufe“


 100,0 %
267

266   Anhang




      Abbildung V.9
      Häufigste gemeinsam genannte Worte auf die Frage „Würden Sie persönlich einen solchen Krankenversicherungstarif nutzen, der
      Merkmale wie Schrittzahl, Schlaf, Alkoholkonsum, Rauchen und Körpergewicht berücksichtigt?“ Quellen: infas, 2018; Martin Brümmer.



      Die Analyse der erstgenannten Gründe für die Zustim-              mit der Abgrenzung ihrer privaten bzw. persönlichen
      mung zeigt, dass in jedem fünften Fall Vorteile erwartet          Daten und eigenen Verhaltensweisen. 18 % der Teilneh-
      wurden, die nicht klar dargestellt werden konnten. Da-            mer, die ihre Ablehnung begründeten, führten hingegen
      neben wurde vor allem auf dem Gerechtigkeitsaspekt                eine Gerechtigkeitsproblematik an. Nur vereinzelt wurde
      des Belohnens gesunden Verhaltens abgestellt. Wenige              die Ablehnung mit dem gewünschten Beibehalten des
      führten das generelle Argument von mehr gesundheitli-             gegenwärtigen Verhaltens, mit Validitäts- und Reliabili-
      cher Wohlfahrt an. Nur von einem kleineren Teil wurde             tätszweifeln einer solchen Tarifierungsmethode oder mit
      die Möglichkeit persönlicher finanzieller Vorteile als pri-       Status-Quo-Zufriedenheit begründet. Die häufigsten ge-
      mär erachtet.                                                     meinsam genannten Worte auf die Frage, ob die Befrag-
                                                                        ten einen verhaltensbasierten Krankenversicherungs­
      Die Analyse der erstgenannten Gründe für die Ableh-               tarif nutzen würden, sind in Abbildung V.9 illustriert.
      nung zeigt, dass die konkretisierte Ablehnung des Ein-
      griffs in die Privatsphäre und Überwachung mit Kon-               Die Mehrheit der Befragten im Gesundheits-Split (n =
      trolle am häufigsten als Begründung herangezogen                  1.111) möchte grundsätzlich keine Rückmeldung zum
      wurde. Knapp die Hälfte der Teilnehmer begründete                 Gesundheitsverhalten haben (54 %). 18 % würden bei
      zusammen mit den Datenschutzbedenken ihre Ableh-                  starken Änderungen des Gesundheitsverhaltens (Punkt-
      nung des verhaltensbasierten Gesundheitstarifs primär             werts) eine Rückmeldung haben wollen, 17 % monatlich
268

Anhang                                                                                                                                    267




und 8 % wöchentlich. Lediglich 3 % der Befragten wür-                           Aussage, dass durch die Aufzeichnung der täglichen An-
den eine tägliche Rückmeldung begrüßen.                                         zahl von Schritten die Gesundheit der Bevölkerung ver-
                                                                                bessert werden würde, steht die Mehrheit der Befragten
                                                                                ablehnend gegenüber (gut ein Drittel (34 %) stimmte
Veröffentlichung des Punktwerts des verhaltens­                                 dem „eher nicht“ bzw. knapp ein Drittel (32 %) „über-
basierten Tarifs                                                                haupt nicht“ zu, 11 % stimmten dieser Aussage „voll und
Nur sehr wenige Befragte können es sich vorstellen, den                         ganz“ bzw. „eher“ (22 %) zu). Die Aussage, dass durch
Punktwert aus einem verhaltensbasierten Krankenver-                             die tägliche verpflichtende Aufzeichnung von Schrit-
sicherungstarifs zu veröffentlichen – so sie einen nutzen                       ten die Gerechtigkeit erhöht werden könnte, traf bei
würden. Auf die Frage, ob sie den Punktwert veröffentli-                        der überwiegenden Mehrheit der Befragten auf Ableh-
chen würden, antworteten 95 % mit „nein“ und 5 % mit                            nung (37 % stimmten „eher nicht“ bzw. 45 % stimmten
„ja“ (n = 1.111). Die Veröffentlichung des Punktwertes                          „überhaupt nicht“ zu; 5 % stimmten „voll und ganz“ und
aus der Krankenversicherung aller Personen in Deutsch-                          12 % stimmten „eher“ zu). Die Aussage, dass durch die
land lehnte ebenfalls fast jeder Befragte ab (94 %).                            verpflichtende Aufzeichnung der täglichen Schrittzahl
                                                                                die persönliche Freiheit eingeschränkt werden könnte,
                                                                                fand bei der Mehrheit der Befragten Zustimmung (53 %
Einstellung zur verpflichtenden Aufzeichnung der                                stimmten „voll und ganz“ zu, 19 % stimmten „eher
täglichen Schrittzahl                                                           zu“; 14 % stimmten „eher nicht‘“ und 14 % „überhaupt
Für die verpflichtende Aufzeichnung der täglichen Anzahl                        nicht“ zu). Der prozentuale Anteil der Zustimmung bzw.
von Schritten plädierten lediglich 8 % der Befragten,                           Ablehnung der Befragten zu einer verpflichtenden Auf-
91 % lehnten dieses ab (n = 1.111). Bei der Darbietung                          zeichnung der Schrittzahl und daraus resultierender
von positiven Konsequenzen einer Schrittzahlaufzeich-                           potenzieller Konsequenzen ist zusammenfassend in Ab-
nung konnte die Akzeptanzrate jedoch erhöht werden,                             bildung V.10 dargestellt.
wenngleich die Mehrheit weiterhin ablehnend ist: Der




                                                                                                       1,4
         gesundheits-
         verbesserung        11,1          21,9                 33,8                     31,7
                                                                                                       0,1    stimme voll und ganz zu


                                                                                                              stimme eher zu
                                                                                                       0,7
            Erhöhung                                                                                          stimme eher nicht zu
         gerechtigkeit 5,2          12,4               37                           44,5
                                                                                                       0,2
                                                                                                              stimme überhaupt nicht zu


                                                                                                              weiß nicht
                                                                                                       0,4
       Einschränkung
         persönlicher                         52,8                       19,2        13,9       13,5          verweigert
              Freiheit
                                                                                                       0,1

                         0                   25                  50                 75                  100
                                                  Prozentualer Anteil der Antworten



Abbildung V.10
Prozentualer Anteil der Zustimmung (blau) bzw. Ablehnung (rot) der Befragten (n = 1.111) zu einer verpflichtenden Aufzeichnung
der Schrittzahl und daraus resultierenden potenziellen Konsequenzen.
269

268   Anhang




      Tabelle V.4

       Kategorisierte erstgenannte Gründe der Zustimmung bzw. Ablehnung zu einem KFZ-Gesundheitskombinationstarif.


       BEWERTUNG              KATEGORIE                                                                   N

       Zustimmung             es ist gerechter, gesunde Lebens- bzw. Fahrweise wird belohnt               10


                              mehr Sicherheit auf den Straßen bzw. weniger Unfälle bzw. sicherer fahren   22


                              Geld sparen durch eigenes Verhalten                                         26


                              dient der Selbstkontrolle                                                   11


                              unspezifischer, persönlicher Vorteil antizipiert                            20


                              generelle Zustimmung, Vorteile, sonstige Nennungen                          60



                              TOTAL                                                                       149

       Ablehnung              zu viel Überwachung und Kontrolle, Eingriff in die Privatsphäre             234


                              allgemeine Datenschutzgründe, es werden zu viele Daten gesammelt bzw. von
                                                                                                          156
                              Versicherungen zusammengeführt


                              ungerecht, denn Fahrverhalten ist z. B. auch situationsabhängig             6


                              nicht umsetzbar, zu ungenau, fehlerhaft, zu undurchsichtig                  22


                              brauche ich nicht, fahre schon vorsichtig bzw. sicher genug                 13


                              unspezifischer, persönlicher Nachteil antizipiert                           15


                              generelle Ablehnung, sonstige Nennungen                                     107


                              TOTAL                                                                       553

                              Keine Angabe bzw. kann ich nicht sagen, fahre kein Auto bzw. weiß nicht /
                                                                                                          53
                              verweigert


                              TOTAL                                                                       755

                              Frage wurde nicht gestellt                                                  1.460


                              TOTAL                                                                       2.215
270

Anhang                                                                                                                 269




  ANTEIL PRO
               BEISPIEL
 ­BEWERTUNG

 7%            „Weil das eigene gute Verhalten durch Vergütung finanziell belohnt wird“


 15 %          „Sicher fahren und weniger Stress sind gesünder und führen zu weniger Unfällen“


 17 %          „Weil ich davon ausgehe, dass ich sicher fahre und dadurch Geld sparen kann“


 7%            „Damit man mehr darauf achtet“


 13 %          „Weil ich mich vernünftig im Verkehr verhalte“


               „Da ich mit Kindern jetzt vorsichtiger fahre und mit dem Alter auch immer vorsichtiger werde und auch
 40 %
               auf meine Gesundheit achte“


 100 %

 42 %          „Möchte nicht elektronisch überwacht werden“


 28 %          „Viel zu viel Datensammelei“


 1%            „Aus Solidaritätsgründen“


 4%            „Weil die Kombination zwischen den beiden Tarifen nicht sinnvoll scheint“


 2%            „Weil meine KFZ-Versicherungen schon seit Jahrzehnten bestehen und ich nichts mehr ändern möchte“


 3%            „Denn ich liebe hohe Geschwindigkeiten“


 19 %          „Weil das leicht zu manipulieren ist“


 100 %
271

270   Anhang




      Potenzielle Nutzung des Kombitarifs                         sphäre und Überwachung mit Kontrolle ist jedoch mit
      Für die potenzielle Nutzung eines Kombitarifs, bei dem      42 % der Teilnehmer, die eine Ablehnung begründeten,
      für eine Preisersparnis auch der Krankenversicherung        am häufigsten. Somit begründeten mehr als zwei Drit-
      Daten zum Fahrverhalten zur Verfügung gestellt wer-         tel dieser Teilnehmer ihre Ablehnung des Kombina-
      den müssten, gaben lediglich 5 % der Befragten an           tionstarifs primär mit der Abgrenzung ihrer privaten
      (n = 1.104), dass sie so einen Tarif mit Sicherheit nut-    bzw. persönlichen Daten und Verhaltensweisen von
      zen würden. Knapp ein Fünftel wählte die Antwort „ja,       anderen. Ein kleinerer Teil sah Validitäts- und Reliabi-
      möglicherweise“ (19 %). Mehrheitlich wurde sich jedoch      litätsprobleme einer solchen Tarifierungsmethode als
      gegen die Nutzung eines solchen Kombitarifs ausge-          maßgeblich an. Eine Vielzahl von Gründen wurde nur
      sprochen (25 % wählten die Kategorie „nein, eher nicht“     von Einzelnen genannt, wie Ungerechtigkeit oder die
      und 51 % „nein, sicher nicht“).                             Manipulationsgefahr.

      Für die potenzielle Nutzung eines Kombitarifs, bei dem
      für eine Preisersparnis auch der Kfz-Versicherung Daten     Umfassendes soziales Bürger-Scoring
      zum Gesundheitsverhalten zur Verfügung gestellt wer-        Lediglich knapp ein Zehntel (9 %) der Befragten in der
      den müssten, gaben 8 % der Befragten an (n = 1.111),        Gesamtstichprobe (n = 2.215) befürworteten ein um-
      dass sie dieses mit Sicherheit tun würden. Knapp ein        fassendes Bürger-Scoring, während die überwiegende
      Viertel wählte die Antwort „ja, möglicherweise“ (23 %).     Mehrheit dieses ablehnte (91 %). Der Aussage, dass
      Mehrheitlich wurde sich jedoch gegen die Nutzung ei-        durch ein solches Bürger-Scoring die Sicherheit erhöht
      nes solchen Kombitarifs ausgesprochen (22 % wählten         werden könnte, stimmte knapp ein Drittel der Befragten
      die Kategorie „nein, eher nicht“ und 46 % „nein, sicher     „voll und ganz“ (9 %) bzw. „eher zu“ (22 %). Die Mehr-
      nicht“, 1 % wählte die Kategorie „weiß nicht“).             heit stimmte dieser Aussage jedoch „eher nicht“ (34 %)
                                                                  bzw. „überhaupt nicht“ zu (34 %), während 1 % die Ka-
      Die Auswertung der Gründe in Bezug auf die Zustim-          tegorie „weiß nicht“ wählte und 0,1 % die Antwort ver-
      mung bzw. Ablehnung zum Kombitarif ist für beide            weigerte. Der Aussage, dass durch ein solches System
      Splits (Gesundheit und Kfz) zusammenfassend in Tabel-       die Gerechtigkeit erhöht werden könnte, stimmte gut
      le V.4 dargestellt.                                         ein Viertel (eher) zu (7 % „voll und ganz“; 19 % „eher“),
                                                                  während drei Viertel der Befragten dieser Aussage
      Die Analyse der erstgenannten Gründe für die Zustim-        nicht zustimmten (35 % „eher nicht“ bzw. 39 % „über-
      mung zeigt, dass neben der potenziellen finanziellen        haupt nicht“); 0,7 % wählte die Kategorie „weiß nicht“
      Belohnung vor allem der antizipierte Zugewinn an Si-        und 0,2 % verweigerten die Aussage. Der Aussage, dass
      cherheit beim Fahren oder in Form reduzierter Unfallri-     durch ein solches System die persönliche Freiheit ein-
      siken vorgebracht wurde. Gerechtigkeit sowie mögliche       geschränkt werden könnte, stimmte die überwiegende
      Unterstützung der persönlichen Selbstkontrolle wurden       Mehrheit zu (63 % stimmten „voll und ganz“ und 19 %
      nur von jeweils sechs bis zehn Probanden als Begrün-        stimmten „eher zu“). 11 % der Befragten stimmten die-
      dung herangezogen.                                          ser Aussage „eher nicht“ und 8 % „überhaupt nicht“ zu.
                                                                  Der prozentuale Anteil der Zustimmung bzw. Ablehnung
      Die Analyse der erstgenannten Gründe für die Ableh-         der Befragten zu einem sozialen Bürger-Scoring und da-
      nung zeigt, dass allgemeine Datenschutzbedenken am          raus resultierender potenzieller Konsequenzen ist zu-
      zweithäufigsten vorgebracht wurden, die darüber hin-        sammenfassend in Abbildung V.11 dargestellt.
      aus konkretisierte Ablehnung des Eingriffs in die Privat-
272

Anhang                                                                                                                                 271




                                                                                                    1,1
           Erhöhung
           Sicherheit        9,3    21,5                     34,1                      34
                                                                                                    0,1    stimme voll und ganz zu


                                                                                                           stimme eher zu
                                                                                                    0,7
           Erhöhung                                                                                        stimme eher nicht zu
        gerechtigkeit 6,5          19                    34,5                        39,2
                                                                                                    0,2
                                                                                                           stimme überhaupt nicht zu


                                                                                                           weiß nicht
                                                                                                    0,3
       Einschränkung
         persönlicher                            62,6                         18,8          10,5   7,8     verweigert
              Freiheit
                                                                                                    0,1

                         0                 25                  50                 75                 100
                                                Prozentualer Anteil der Antworten



Abbildung V.11
Prozentualer Anteil der Zustimmung (blau) bzw. Ablehnung (rot) der Befragten (n = 2.215) zu einem sozialen Bürger-Scoring und
daraus resultierenden potenziellen Konsequenzen.
273

272   Anhang
274

Literatur
275

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