policy-brief-recht-auf-reparatur
Dieses Dokument ist Teil der Anfrage „Gutachten des Sachverständigenrats für Verbraucherfragen“
1. Verbraucherwissenschaftliche, betriebswirtschaftliche und ö konomische Hintergründe 13
vielleicht der funktionale Wert noch gegeben ist, ver- Möglichkeit, mit einem Smart-Phone im ländlichen
hindert. Produkte, die ihren sozialen Wert verlieren, Raum einen Notfallanruf durchführen zu können, den
können somit ersetzt werden, obwohl der funktionale Wert des entsprechenden Gerätes für bestimmte Ver-
Wert nach wie vor gegeben ist. Dieser Zusammenhang braucherinnen und Verbraucher unabhängig von ande-
erklärt u. a., warum auch technische Produkte be- ren Funktionen (wie z. B. Kamera) erheblich steigern.
stimmten Moden unterliegen können.
Der Epistemic Value besteht schließlich darin, dass ein
Die dritte Dimension, der Emotional Value (emotionaler Produkt bzw. eine Dienstleistung beim Kunden Neu-
Wert), ist definiert als „perceived utility acquired from gierde weckt, etwas Neues bietet und/oder den Wunsch
an alternative’s capacity to arouse feelings or affective nach Wissen erfüllt (Sheth et al. 1991).11 Im Rahmen
states“ (Sheth et al. 1991, S. 161) und adressiert den
10
des vorliegenden Untersuchungskontexts kann ange-
hedonischen Wert eines Produktes oder einer Dienst- nommen werden, dass digitale vernetzte Geräte wie
leistung (Pura 2005). Der Emotional Value umfasst Ge- Smartphones es dem Kunden beispielsweise ermög-
fühle, wie beispielsweise Freude, Angst, Begeisterung lichen, ihren Einkauf auf eine neue Art und Weise zu
oder Ärger (Holbrook/Hirschman 1982). erledigen. Folglich werden Kunden im Rahmen der
Nutzung dieser Geräte bzw. Nutzenbündel einen Epi-
Im Hinblick auf die hier zu fokussierenden digital stemic Value wahrnehmen. Frühere Studien, belegen,
vernetzten Produkte kann dieser Wert von vielen ver- dass der Epistemic Value einen starken Einfluss auf
schiedenen Faktoren beeinflusst werden. Ein Aspekt das Kaufverhalten hat (Sheth et al. 1991). Im Hinblick
könnten dabei die ästhetischen Eigenschaften eines auf die im Fokus stehende Fragestellung kann ein digi-
Produktes (z. B. die gewählte Formsprache im Design) tal vernetztes Produkt für die Kundschaft also dann an
bilden. Aber auch moralische Aspekte, die dem Kun- Wert verlieren, wenn es „nichts Neues“ mehr ist bzw.
den ein „gutes Gefühl“ geben, können hierbei zum Tra- „nichts Neues“ mehr zu bieten hat.
gen kommen (vgl. u. a. Stehr 2007). Hat der Emotional
Value für einen Kunden bei einem bestimmten digital Insgesamt zeigt sich eine doch eher komplexe Inter-
vernetzten Produkt eine besonders hohe Bedeutung, aktion der verschiedenen Values für das Kauf- und
kann dies zu einer aus funktionaler Sicht unnötigen Konsumverhalten, deren jeweilige Verhaltensrele-
Ersatzentscheidung kommen; eben weil das Produkt vanz vom jeweiligen Produkt bzw. von der jeweiligen
nicht mehr „schön“ ist. Dienstleistung abhängt sowie insbesondere auch von
der individuellen Situation und dem soziokulturellen
Der Conditional Value (situationsbedingter oder wahr- Lebensstilkontext. Änderungen des Konsum- und Nut-
genommener bedingter Wert) wird definiert als zungsverhalten können demzufolge über die Wahr-
„perceived utility acquired by an alternative as the re- nehmung und Wertschätzung bzw. die Veränderung
sult of the specific situation or set of circumstances der Bedeutungsgewichte dieser „Values“ sowie deren
facing the choice maker“ (Sheth et al. 1991, S. 162). weitere Gestaltung im Co-Design entstehen. Konst-
Demnach hängt der Conditional Value vom Kontext ab ruktion und Rekonstruktion der damit verbundenen
und existiert nur in einer bestimmten Situation (Asche Deutungs- und Handlungsmuster – eine Umgestaltung
2017; Holbrook 1996). des Produktions-Konsumsystems – können zudem nur
im Wechselspiel zwischen Produzenten/Anbietern und
Im Hinblick auf die hier zu fokussierenden digital deren Handlungsprämissen (vgl. Kap. 2.), den Konsu-
vernetzten Produkte kann dieser Wert je nach Situa- mierenden und der Gesetzgebung (Rechtsrahmen),
tion unterschiedlich sein. So kann beispielsweise die also der Politik (vgl. Kap. II), erfolgen.
10 „Emotional Value. The emotional value of an alternative is defined as: The perceived utility acquired from an alternative’s capacity to arouse feelings
or affective states. An alternative acquires emotional value when associated with specific feelings or when precipitating or perpetuating those
feelings. Emotional value is measured on a profile of feelings associated with the alternative.“ Sheth et al. 1991, S. 162.
11 „Epistemic Value. The epistemic value of an alternative is defined as: The perceived utility acquired from an alternative’s capacity to arouse curiosity,
provide novelty, and/or satisfy a desire for knowledge. An alternative acquires epistemic value by questionnaire items referring to curiosity, novelty,
and knowledge.“ (Sheth et al. 1991, S. 162).
14 RECHT AUF REPARATUR
In oligopol- bzw. polypolistischen Märkten ist eine sol-
1.2 Die Perspektive der Unter- che Preiserhöhung aber nur dann möglich, wenn es
nehmen: Geplante Obsoleszenz das Unternehmen schafft, eine an den Präferenzen der
Nachfrager orientierte wahrnehmbare Differenzierung
oder betriebswirtschaftliche der eigenen Produkte oder Dienstleistungen zu erzie-
Konsequenz? len. Auch hierzu stehen dem Unternehmen mehrere
Möglichkeiten zur Verfügung. Eine Möglichkeit der Dif-
ferenzierung besteht darin, die Vergleichbarkeit durch
1.2.1 Der Faktor „Zeit“: eine hohe Anzahl von Marktinnovationen zu reduzie-
Die Beschleunigungsfalle ren. Insofern haben Unternehmen in gesättigten Märk-
ten einen starken Anreiz, auch dann innovativ zu sein,
Ein wesentliches Ziel der marktorientierten Unterneh- wenn die bisherigen Produkte und Dienstleistungen
mensführung besteht darin, durch die dauerhafte Be- nach wie vor einen hohen Funktions- bzw. Gebrauchs-
friedigung der Kundenbedürfnisse einen Beitrag zur Er- wert haben. Sie können sich durch Innovationen vom
reichung der betrieblichen Ziele zu leisten (vgl. Meffert Wettbewerb unterscheiden und dadurch zeitlich be-
et al. 2019). Das damit angesprochene Marketing fokus- grenzte (teil)monopolistische Spielräume für umsatz-
siert dabei regelmäßig marktbezogene Zielvariablen und marktanteilssteigernde Preissteigerungen nutzen.
wie eine Steigerung des Marktanteils z. B. durch eine Dies gilt mit Blick auf die soeben dargestellte Theorie
Erhöhung der mit einem Produkt oder einer Dienstleis- der Consumption Values auch dann, wenn die entspre-
tung erzielten Umsätze. Diese werden wiederum von chenden Produkte keinen im engeren Sinne erhöhten
zwei Faktoren beeinflusst, und zwar dem Preis des je- funktionalen Nutzen bieten. Denn in bestimmten Si-
weiligen Produktes (p) sowie der abgesetzten Menge (x). tuationen kann ein Produkt bereits deswegen attrak-
tiv sein, weil es „neu“ ist und die Mitglieder der Peer
Möchte ein Unternehmen Maßnahmen ergreifen, um Group dies wissen.
den mit einem Produkt oder einer Dienstleistung er-
zielten Umsatz zu steigern, so stehen ihm dafür drei Bis zu dieser Stelle lässt sich also zeigen, dass Unter-
Wege zur Verfügung. Entweder es erhöht die abgesetz- nehmen gerade in gesättigten Märkten einen durchaus
te Menge, z. B. indem es neue Absatzmärkte und neue effektiven Anreiz haben, durch immer kürzere Produkt-
Kundengruppen erschließt. Oder aber es gelingt ihm, lebenszyklen eine Differenzierung vom Wettbewerb
höhere Preise im Markt durchzusetzen. Der dritte Weg zu erreichen. Zu beachten ist aber, dass dann, wenn
besteht schließlich aus einer Kombination der beiden mehrere Unternehmen diese Differenzierungsmög-
genannten Möglichkeiten. lichkeiten nutzen, ein Zustand eintreten kann, der in
der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur als „Be-
Bei der Analyse dieser drei Möglichkeiten stehen viele schleunigungsfalle“ bezeichnet wird (vgl. u. a. Back-
Unternehmen vor dem Problem, dass eine Steigerung haus und Bonus, 1988). Das Merkmal dieses Zustands
der abgesetzten Menge angesichts der viele Märk- besteht darin, dass Unternehmen bei einer zu starken
te kennzeichnenden hohen Sättigungsgrade oft nicht Orientierung der eigenen Innovationstätigkeit am Wett-
möglich ist oder aber nur durch Preissenkungen er- bewerb die Innovationswahrnehmung der Kunden aus
reicht werden kann. Da diese Maßnahme aber nicht nur dem Blick verlieren können. Dies kann im Extremfall
dem eigentlichen Ziel, nämlich eine Umsatzsteigerung dazu führen, dass die Kunden ein innovatives Produkt
zu bewirken, abträglich sein kann, sondern in vielen nicht mehr als solches wahrnehmen. Die eigentlich an-
Fällen auch zu gegebenenfalls negativen wirkenden gestrebte Differenzierung gelingt dann nicht. Gleichzei-
Konkurrenzreaktionen führen kann, erscheint es eher tig kann man die Innovationstätigkeit aber auch nicht
vorteilhaft, den Umsatz dadurch zu erhöhen, dass es mehr drosseln, da man ansonsten nicht mehr wettbe-
gelingt, bei gleicher Absatzmenge höhere Preise im werbsfähig ist.
Markt durchzusetzen.
1. Verbraucherwissenschaftliche, betriebswirtschaftliche und ö konomische Hintergründe 15
1.2.2 Der Faktor „System“: Für die hier zu behandelnde Fragestellung ist es u. a.
Vom Produktgeschäft zum Systemgeschäft bedeutsam, ob es sich um ein geschlossenes oder ein
offenes System handelt, d. h., ob die entsprechende
Der Faktor Zeit spielt in einer weiteren betriebswirt- Technologie die Integration von Technologien ergänzen-
schaftlich relevanten Entwicklung eine Rolle, die im der oder konkurrierender Anbieter erlaubt oder nicht.
Zusammenhang mit der im Fokus stehenden Frage- Denn immer dann, wenn es sich um ein geschlossenes
stellung nach den Gründen eines sich beschleunigen- System handelt, läuft der Kunde Gefahr, dass bei einer
den Ressourcenverbrauchs von Bedeutung ist, der etwaigen Obsoleszenz eines Systemelements das ge-
ironischerweise dem ökonomischen Prinzip eines mög- samte System dysfunktional wird (und damit auch alle
lichst sparsamen Umgangs mit knappen Ressourcen anderen Systemelemente entsorgt werden, obwohl sie
zuwiderläuft. Diese Entwicklung besteht darin, dass für sich genommen noch funktional wären). Mit Blick
es für manche Unternehmen in bestimmten Kontexten auf das Recht auf Reparatur erscheinen daher gerade
sinnvoll sein kann, ein Geschäftsmodell zu etablieren geschlossene Systeme immer dann besonders proble
bzw. einen Geschäftstypus zu verfolgen, der mit dem matisch zu sein, wenn bestimmte Systemelemente
Begriff „Systemgeschäft“ bezeichnet wird. Im „System- nicht mehr ersetzt werden können oder aber dies nur
geschäft“ werden Produkte vermarktet, die für den an- zu prohibitiv hohen Kosten möglich ist. Denn in diesem
onymen Markt konzipiert sind, es besteht allerdings ein Falle verlieren auch alle anderen Produkte bzw. Leis-
zeitlicher Kaufverbund, der von Nachfragern unter Um- tungskomponenten, die in das System eingewoben sind,
ständen wahrgenommen wird und bereits die erste Be- ihre Nützlichkeit bzw. ihren Wert.
schaffungsentscheidung und Vermarkungsaktivität des
Anbieters beeinflussen kann. Abbildung 4 skizziert die
Struktur dieses Geschäftstypus in vereinfachter Form.
IT-Technologien und -Systeme sowie die mit ihnen ver-
markteten digital vernetzten Produkte sind ein nahezu
idealtypisches Beispiel für ein solches Systemgeschäft.
Dabei besteht die systemgeschäftsbegründende Ent-
scheidung in t0 oft darin, ein bestimmtes Gerät (z. B. ein
iPhone) zu kaufen. Damit dieses Gerät aber im Zeitab-
lauf seinen maximalen Nutzen entfalten bzw. das bereits
erreichte Nutzenniveau beibehalten werden kann, sind
Folgekaufentscheidungen nötig (z. B. Adapter oder spe-
zifische Ladekabel), die bewusst oder unbewusst bereits
mit der Initialkaufentscheidung festgelegt werden.
…
Initialkauf Folgekauf Folgekauf Folgekauf
entscheidung entscheidung 1 entscheidung 2 entscheidung n
t0 t1 t2 tn
systemgeschäfts systemgeschäftserweiternd
begründend
Abbildung 4: Grundkonzeption eines Systemgeschäfts
Quelle: Weber (1997), S. 297
16 RECHT AUF REPARATUR
Verbindendes und voraussetzendes Element ist in
1.3 Der Markt wird es nicht dieser Hinsicht also die nachhaltige Gestaltung, also
richten das Design des zugrunde liegenden Product-Service-
Systems inklusive der Anlage des zugrunde liegenden
Geschäftsmodells, da sowohl die individuellen und kul-
Die bisherigen Ausführungen sollten verdeutlichen, turell-kontextuellen Faktoren des Kauf- und Konsum
dass es sowohl für den Kunden als auch für die anbie- verhaltens (seien es die oben genannten „Values“) als
tenden Unternehmen unter bestimmten Bedingungen auch die damit interagierenden „Systemgeschäfte“
durchaus sinnvoll und wünschenswert, ja bisweilen (seien sie offen oder geschlossen) in die Gestaltung
sogar notwendig ist, digital vernetzte Produkte unab- einbezogen werden (können). Es fehlt bisher aller-
hängig von deren funktionalem Nutzen zu entsorgen dings an der aktiven Nutzung dieser aufgeführten
bzw. durch (quasi)innovative Produkte zu ersetzen. In- Wissensbestände bei der Gestaltung eines nachhalti-
sofern ist auch nicht unbedingt zu erwarten, dass sich gen Konsums durch die Verbraucherpolitik. Nachhal-
durch marktliche Prozesse, die von den Kunden ge- tigkeitsbewusstsein in Politik, Wirtschaft und bei der
steuert werden, Produkte, die einen möglichst dauer Verbraucherschaft, Design-Richtlinien, nachhaltig-
haften funktionalen Nutzen haben, durchsetzen wer- keitsrelevante und verständliche Produkt- und Service
den. Ganz im Gegenteil erscheint es möglich, dass sich informationen wie auch Gestaltungs- und Handlungs-
die angedeuteten Prozesse (Entwicklung von System kompetenz (Nachhaltigkeits- und digitale Literacy, vgl.
geschäften und Verschiebung der Bedeutungsgewichte SVRV 2021) sind hierzu entscheidende Bedingungen.
verschiedener Value-Arten) in die Zukunft fortschrei-
ben. Ein Durchbrechen derselben wäre wohl nur dann
zu erwarten, wenn sich seitens der Kundschaft ein
verstärktes Bewusstsein für eine nachhaltigere, d. h.
langfristige Produktnutzung entwickeln würde und
bzw. oder wenn sich die Differenzierung durch immer
kürzere Innovationszyklen für die Unternehmen nicht
mehr lohnen würde und bzw. oder Unternehmen auf
den Einsatz geschlossener Systeme verzichten würden.
Gleichwohl wäre zu beachten, dass in dem skizzierten
Systemgeschäft die Entscheidungsfreiheit des Kunden
durchaus eingeschränkt sein kann. Denn dann kann es
sein, dass die Kundschaft zwar ein bestimmtes Produkt
weiternutzen möchte, dies allerdings aus systemischen
Gründen gar nicht mehr ohne Weiteres möglich ist.
2. Ergebnisse einer empirischen E rhebung zum Thema Recht auf R eparatur 17
2. Ergebnisse einer empirischen
Erhebung zum Thema Recht auf
Reparatur
Nachdem bis zu dieser Stelle einige theoretische dazu besteht. Existieren beispielsweis zu wenige Stel-
Grundlagen dargelegt wurden, die bei der Gestaltung len, an denen man ein Gerät reparieren lassen kann,
eines „Rechts auf Reparatur“ zu berücksichtigen wä- oder fehlt es an wichtigen Bauteilen für die Reparatur,
ren, stellt sich als Nächstes allerdings die Frage, wel- steht dies dem Reparaturvorhaben bewusster und kom-
che Einstellungen und Meinungen die Bevölkerung petenter Verbraucher entgegen. Analog zur „Nachaltig-
gegenüber einer entsprechenden (verbraucher)politi- keitsliteracy“ können die drei genannten Faktoren dann
schen Initiative aufweist. Bereits in seinem Gutachten zur Messung der „Repair-Literacy“ verwendet werden.
zur Lage der Verbraucherinnen und Verbraucher hat
der SVRV darauf hingewiesen, dass ein nachhaltiger
Konsum nur durch das Zusammenwirken von drei Fak-
toren möglich ist. Diese drei Faktoren sind: Bewusst-
sein, Kompetenz und Gelegenheit. Mit „Bewusstsein“ ist 2.1 Studiendesign und
gemeint, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher
überhaupt erkennen, welche problematischen Folgen
methodische Grundlagen
gegebenenfalls mit ihrem Konsumverhalten verbunden
sind. „Kompetenz“ bezeichnet darüber hinausgehend Um vor diesem Hintergrund einen ersten, grundlegenden
die Fähigkeit, Maßnahmen und Strategien zu entwi- Einblick in das gegenwärtige Bewusstsein, in die eigene
ckeln, um dieses etwaig problematische Verhalten zu Kompetenz- sowie Gelegenheitseinschätzung der Ver-
ändern. In Ergänzung dazu trägt der Faktor „Gelegen- braucher in Deutschland im Bereich der Reparaturen als
heit“ der Tatsache Rechnung, dass das Verbraucherver- Facette des nachhaltigen Konsums zu gewinnen, wurde
halten oft infrastrukturell oder normativ bedingt ist. Mit durch den SVRV eine bevölkerungsrepräsentative Studie
anderen Worten: Finden die Menschen keine nachhal- konzipiert. Diese beinhaltete zusätzlich die Abfrage der
tigen Angebote vor, können sie selbst dann nicht nach- Wichtigkeit bestimmter Maßnahmen zur Erhöhung der
haltig konsumieren, wenn sie dies für wünschenswert Reparaturquote. Die entsprechenden Daten wurden mit
halten und kompetente Entscheidungen treffen können. Hilfe des Instituts für Verbraucherwissenschaften, Düs-
Alle drei Faktoren zusammen können zur Messung der seldorf, aus der von Infratest dimap durchgeführten On-
„Nachhaltigkeitsliteracy“ verwendet werden. line-Panel-Befragung COMPASS erworben.
Dieser differenzierte und tragfähige Analyserahmen Die COMPASS-Erhebung wurde im Zeitraum vom 7. bis
lässt sich auf die hier zugrunde liegende Problematik 19. Juli 2022 durchgeführt. Basis für diese Online-Er-
transferieren. Damit sich die Verbraucher für Repara- hebung ist eine Zufallsauswahl von Mitgliedern des
turen entscheiden, sollte zunächst einmal das Bewusst- Kundenbindungsprogramms „Payback“, dem etwa
sein für den Nachhaltigkeitscharakter von Reparaturen 25 Millionen Mitglieder angehören. Das so gebildete
vorhanden sein. Gleichzeitig sollten sie in der Lage „Payback-Panel“ zeichnet sich im Vergleich zu vielen
sein, Reparaturen selbst durchzuführen oder deren anderen Access-Panels, die für Befragungen in der
fachmännische Durchführung in die Wege zu leiten (= Marktforschung online und selbstrekrutierend vorge-
Kompetenz). Allerdings führen das Reparaturbewusst- halten werden, durch eine Offline-Rekrutierung, also
sein und die Reparaturkompetenz nur dann zu einem eine schriftliche Ansprache von zufällig ausgewählten
entsprechenden Verhalten, wenn auch die Gelegenheit Payback-Mitgliedern aus.
18 RECHT AUF REPARATUR
Die erhobenen Daten wurden so gewichtet, dass sie für Frage B-3 Repair-Literacy-Index (revers codiert):
die in Deutschland lebenden Wahlberechtigten mit On- „Ich ersetze Geräte auch dann, wenn sie eigentlich
line-Zugang repräsentativ sind. Die Gewichtung basiert noch in Ordnung sind.“12
auf Zahlen des Mikrozensus des Statistischen Bundes-
amtes (Deutsche ab 18 Jahren) und des D21-Index der Frage B-4 Repair-Literacy-Index:
Initiative D21 zur Online-Nutzung sowie auf eigenen „Ich würde mich auch dann für eine Reparatur
Berechnungen durch Infratest dimap. Zur Gewichtung entscheiden, wenn eine Neuanschaffung zum gleichen
wurden die Variablen Alter, Geschlecht, Bildung, Haus- Preis möglich wäre.“
haltsgröße und Region (Bundesland und Gemeindegrö-
ßen / BIK10) herangezogen. Frage B-5 Repair-Literacy-Index:
„Ich würde mich auch dann für eine Reparatur ent-
Die Befragung umfasste geschlossene Fragen mit vor- scheiden, wenn die Neuanschaffung schneller ginge.“
gegebenen Antwortmöglichkeiten sowie offene Fragen.
Der Fragebogen zur Studie kann dem Anhang entnom- Frage B-6 Repair-Literacy-Index:
men werden. Dieser war explizit auf die Reparatur „Ich würde auf bestimmte Qualitätsmerkmale wie
digital vernetzter Geräte ausgerichtet und enthielt zu z. B. Wasserdichtheit verzichten, wenn das Gerät dafür
Beginn die folgende Ansprache: besser repariert werden könnte.“
„Im Folgenden geht es um einige Fragen zur Repara- Frage K-1 Repair-Literacy-Index:
tur digital vernetzter Geräte. Dazu zählen beispiels- „Ich weiß, wo ich ein solches Gerät reparieren lassen
weise Smartphones, Tablets, Smart-Watches oder kann.“
Smart-TVs. Wenn Sie an die Reparatur solcher Geräte,
also beispielsweise Smartphones, Tablets, Smart- Frage K-2 Repair-Literacy-Index:
Watches oder Smart-TVs, denken, wie sehr stimmen „Ich traue mir kleinere Reparaturen selbst zu.“
Sie den folgenden Aussagen zu?“
Frage G-1 Repair-Literacy-Index:
Zur Operationalisierung der ersten Dimension der Re- „Es gibt ausreichend viele Stellen, wo man ein solches
pair-Literacy, des „Reparaturbewusstseins“, dienten Gerät reparieren lassen kann.“
die Aussagen (Indikatoren) B-1 bis B-6, die Dimension
„Reparaturkompetenz“ wurde mit zwei Indikatoren K-1 Diese neun Fragen wurden über ungewichtete Mittel-
und K-2 sowie die Dimension „Gelegenheit zur Repara- wertscores zum Repair-Literacy-Index sowie zu Teilin-
tur“ mit einer Aussage G-1 abgebildet: dizes pro Dimension verdichtet.13
Frage B-1 Repair-Literacy-Index: Um die Reliabilität der Codierung zu gewährleisten,
„Vor einem Kauf eines Gerätes informiere ich mich, wurde die Codierung der Antworten auf die offenen
ob es repariert werden kann.“ Fragen von zwei unabhängigen Codierern vorgenom-
men. Bereits nach der ersten Codierungsrunde lag eine
Frage B-2 Repair-Literacy-Index: sehr hohe Intercoderreliabilität vor. Bei den Codierun-
„Bei der Anschaffung eines neuen Gerätes ist gen, bei denen dann noch keine Übereinstimmung be-
die Frage, ob das Gerät repariert werden kann, stand, wurde nach einer entsprechenden Diskussion
ein wichtiges Kriterium für die Auswahl.“ die Zuordnung auf eine Kategrie vorgenommen.
12 Aus methodischen Gründen wurde diese Frage, die eine andere Wirkrichtung unterstellt, an dieser Stelle in den Fragebogen integriert. Um den
daraus resultierenden Effekt für die Indexbildung zu kompensieren, wurden die entsprechenden Punktwerte modifiziert neu berechnet.
13 Dabei wurde der Index für die Repair-Literacy als ungewichtetes arithmetisches Mittel der Antworten auf die neun genannten Fragen ermittelt. Die
jeweiligen Teilindizes ergaben sich demzufolge aus dem ungewichteten arithmetischen Mittel auf die Antworten zu den Fragen B1-B6 („Bewusst-
sein“), K1 und K2 („Kompetenz“). Der Index für die Gelegenheit entspricht dem Antwortwert auf die Frage G-1. Es sei erwähnt, dass es sich bei dieser
Konzeption um einen ersten Vorschlag zur Operationalisierung handelt. Weiterführende Studien zur Reliabilität und Validität wären wünschenswert.
2. Ergebnisse einer empirischen E rhebung zum Thema Recht auf R eparatur 19
der Befragten (60 %) ersetzt demnach Geräte nicht,
2.2 Ergebnisse wenn sie eigentlich noch in Ordnung sind. Allerdings
gaben 16 % der Befragten an, Geräte auch unabhängig
2.2.1 Deskriptive Ergebnisse davon frühzeitig auszutauschen.
aa Bewusstsein Im Hinblick auf die Aussagen, die auf die Berücksichti-
Abbildung 5 stellt die Ergebnisse in Bezug auf die Be- gung nachhaltiger Konsummuster im Rahmen der je-
wusstseinsdimension nachhaltigen Konsums zusam- weiligen Kaufentscheidungsprozesse abstellen, fielen
menfassend dar. Am stärksten ausgeprägt ist diese bei die Zustimmungswerte (mit Mittelwerten von jeweils
den Verbrauchern für die fortführende Nutzung eines 3,1) vergleichsweise niedrig aus. Hier überwog die An-
noch funktionstüchtigen digital vernetzten Geräts mit zahl derer, bei denen Aspekte der Reparierbarkeit nicht
einem Mittelwert von 2.3.14 Die überwiegende Mehrheit tragend in die Kaufentscheidung einfließen. Während
0% 10 % 20 % 30 % 40 % 50 % 60 % 70 % 80 % 90 % 100 %
Vor einem Kauf eines Gerätes 3,06
informiere ich mich, ob es 13,3 % 19,4 % 28,4 % 26,2 % 12,7 %
(1,22)
repariert werden kann.
Bei der Anschaffung eines
neuen Gerätes ist die Frage,
3,14
ob das Gerät repariert 11,0 % 21,0 % 25,4 % 28,1 % 14,5 %
(1,22)
werden kann, ein wichtiges
Kriterium für die Auswahl.
3,3 %
Ich ersetze Geräte nicht, 2,33
wenn sie eigentlich noch in 25,9 % 34,2 % 23,8 % 12,8 %
(1,09)
Ordnung sind.
Ich würde mich auch dann 3,1 %
für eine R
eparatur ent
3,81
scheiden, wenn eine 8,2 % 23,3 % 35,6 % 29,8 %
(1,05)
Neuanschaffung zum gleichen
Preis möglich wäre.
Ich würde mich auch dann für
eine R
eparatur entscheiden, 3,35
5,0 % 17,2 % 33,9 % 26,1 % 17,9 % (1,11)
wenn die N euanschaffung
schneller ginge.
Ich würde auf bestimmte
Qualitätsmerkmale wie z. B. 3,11
Wasserdichtheit verzichten, 8,5 % 22,5 % 31,0 % 25,2 % 12,8 % (1,15)
wenn das Gerät dafür besser
repariert werden könnte.
stimme voll und ganz zu stimme eher zu teils, teils stimme eher nicht zu stimme überhaupt nicht zu
Mittelwert (Standardabweichung)
Abbildung 5: Indikatoren zur Erfassung des Reparaturbewusstseins der Befragten
Gewichtete Werte; die Befragten konnten auf einer Skala von 1 („stimme voll und ganz zu“) bis 5 („stimme überhaupt nicht zu“) antworten; Abweichungen
von 100 % sind rundungsbedingt; n = 1.021.
14 Da diese auf einer Skala von 1 („stimme voll und ganz zu“) bis 5 („stimme überhaupt nicht zu“) antworten konnten, existiert ein als Indifferenz
interpretierbarer Mittelpunkt bei der Antwortoption „3“. Skalenpunkte oberhalb dieses Mittelpunkts können tendenziell als Zustimmung interpretiert
werden. Die folgenden Zustimmungsanteile stellen daher die kumulierten Anteile der gewählten Skalenpunkte 1-2 dar.
20 RECHT AUF REPARATUR
33 % der Befragten sich vor dem Kauf eines entspre- eine Neuanschaffung schneller ginge. Bei dem größe-
chenden Gerätes darüber informieren, ob es repariert ren Teil der Befragten stieß diese Aussage auf Ableh-
werden kann, erkundigen sich hingegen 39 % der Be- nung: 44 % der Befragten würden sich dazu entschlie-
fragten diesbezüglich nicht. ßen, eine Neuanschaffung zu tätigen, wenn sich diese
schneller als eine Reparatur realisieren ließe. Ein noch
Darüber hinaus sind 38 % der befragten Verbraucher deutlicheres Bild für die hier untersuchte Präferenz
nicht dazu bereit, zugunsten der Reparierbarkeit auf von Neuanschaffungen gegenüber Reparaturen ergab
andere Produkt- und Qualitätsmerkmale zu verzich- sich in Bezug auf den Faktor Preis: Lediglich 11 % wür-
ten. Nur 31 % der Befragten würden beim Kauf eines den sich auch dann für eine Reparatur entscheiden,
digitalen Geräts beispielsweise Eigenschaften der Was- wenn eine Neuanschaffung zum gleichen Preis möglich
serdichtheit vernachlässigen, wenn sich diese dadurch wäre. Mit 65 % wäre der ganz überwiegende Teil der
besser reparieren ließen. Der Anteil der Befragten, für Befragten hierzu jedoch nicht bereit.
die die Möglichkeit zur Reparatur ein wichtiges Kauf-
kriterium darstellt, liegt mit einem Zustimmungswert ab Kompetenz
von 32 % unter dem Anteil derjenigen, für die dies kein Im Vergleich zur Bewusstseinsdimension für Reparaturen
relevantes Auswahlkriterium ist (keine Zustimmung bei (Mittelwert: 3,1) scheint die Kompetenzdimension nach
43 % der Befragten), d. h., für einen Großteil der Be- Einschätzung der Befragten etwas ausgeprägter zu sein
fragten hat die Reparierfähigkeit eines Gerätes keinen (Mittelwert: 3,0).
Einfluss auf die Kaufentscheidung.
Rund 40 % der Befragten wissen, wo sie ein entspre-
Das Bewusstsein für nachhaltigen Konsum ist am chendes Gerät reparieren lassen könnten. Bei jedem
niedrigsten ausgeprägt, wenn die Befragten zwischen vierten Befragten (28 %) ist dies hingegen nicht der Fall.
Reparaturarbeiten und einer Neuanschaffung im Hin- In Bezug auf die eigene Fähigkeit zur Durchführung von
blick auf die Faktoren Zeit und Preis abwägen müssen Reparaturen verhält es sich umgekehrt: Etwa 36 % der
(Mittelwerte: 3,4 bzw. 3,8). Demzufolge stimmen nur Befragten trauen sich offenkundig die Übernahme klei-
22 % der Befragten der Aussage zu, dass sie sich auch nerer Reparaturen durchaus selbst zu. Bei knapp 40 %
dann für eine Reparatur entscheiden würden, wenn der Befragten ist dies hingegen nicht der Fall.
0% 10 % 20 % 30 % 40 % 50 % 60 % 70 % 80 % 90 % 100 %
Ich weiß, wo ich ein
2,83
solches Gerät reparieren 13,2 % 26,9 % 32,2 % 19,0 % 8,6 %
(1,14)
lassen kann.
Ich traue mir kleinere 3,11
13,0 % 22,8 % 24,5 % 19,6 % 20,1 %
Reparaturen selbst zu. (1,32)
stimme voll und ganz zu stimme eher zu teils, teils stimme eher nicht zu stimme überhaupt nicht zu
Mittelwert (Standardabweichung)
Abbildung 6: Indikatoren zur Erfassung der Reparaturkompetenz der Befragten
Gewichtete Werte; die Befragten konnten auf einer Skala von 1 („stimme voll und ganz zu“) bis 5 („stimme überhaupt nicht zu“) antworten; Abweichungen
von 100 % sind rundungsbedingt; n = 1.021.
2. Ergebnisse einer empirischen E rhebung zum Thema Recht auf R eparatur 21
0% 10 % 20 % 30 % 40 % 50 % 60 % 70 % 80 % 90 % 100 %
Es gibt ausreichend
viele Stellen, wo man ein 3,12
solches Gerät reparieren 8,2 % 18,2 % 35,2 % 29,8 % 8,6 % (1,07)
lassen kann.
stimme voll und ganz zu stimme eher zu teils, teils stimme eher nicht zu stimme überhaupt nicht zu
Mittelwert (Standardabweichung)
Abbildung 7: Verteilung des Antwortverhaltens zu folgender Aussage: „Es gibt ausreichend viele Stellen,
wo man ein solches Gerät reparieren lassen kann.“
Gewichtete Werte; die Befragten konnten auf einer Skala von 1 („stimme voll und ganz zu“) bis 5 („stimme überhaupt nicht zu“) antworten; Abweichungen
von 100 % sind rundungsbedingt; n = 1.021.
ac Gelegenheit Am wichtigsten ist den befragten Menschen das Ange-
Das Antwortverhalten auf die Frage zur Gelegenheitsdi- bot eines kostenlosen Ersatzgeräts während der Dauer
mension im Kontext des Rechts auf Reparatur entspricht der Reparatur (Mittelwert: 2,0). Ähnlich wichtig werden
dem der Beurteilung der Fragen zur Operationalisierung mehr Informationen über die Reparierbarkeit des Ge-
der Bewusstseinsdimension. So stimmt etwa jeder vierte räts (Mittelwert: 2,1) und ein sogenanntes Reparatur-
Befragte (26 %) der Aussage zu, es gäbe ausreichend viele label eingestuft (Mittelwert: 2,3). Vergleichsweise we-
Stellen, an denen man ein digital vernetztes Gerät repa- niger wichtig, aber dennoch als bedeutsam wurde die
rieren lassen kann. Bei mehr als jedem dritten Befragten Möglichkeit erachtet, Reparaturen selbst vornehmen
(38 %) ist dies hingegen nicht der Fall (vgl. Abb. 7). zu können statt in einer Werkstatt (Mittelwert: 2,7).
b Beurteilung ausgewählter Maßnahmen Konkret fände die ganz überwiegende Mehrheit der Be-
Neben den bis zu dieser Stelle genannten Fragen und fragten das Angebot eines kostenlosen Ersatzgerätes
Analysen wurden im Rahmen der Befragung noch einige während der Reparatur wichtig oder sogar sehr wichtig
ergänzende Fragen zur Wichtigkeit einiger ausgewählter (71 %). Nur gut 8 % der Befragten fänden ein solches
Aspekte im Bereich „Recht auf Reparatur“ gestellt. Da- Angebot eher nicht wichtig oder überhaupt nicht wich-
mit sollte auch die Einschätzung etwaiger Maßnahmen tig. Ebenso wünscht sich der größte Teil der Befragten
ermöglicht werden und Perspektiven aufgezeigt werden. mehr Informationen über die Reparierbarkeit eines Ge-
Konkret wurde hierzu die folgende Frage gestellt: rätes und beurteilt diese demzufolge als wichtig oder
sogar als sehr wichtig (71 %). Lediglich 8 % der Befrag-
„Wie wichtig sind Ihnen die folgenden Aspekte, damit ten fände eine solche Möglichkeit eher nicht wichtig
Sie digitale Geräte in Zukunft häufiger reparieren als oder überhaupt nicht wichtig.
heute?
1. Ein sogenanntes Reparaturlabel, das zusammen- Knapp 64 % der Befragten halten ein Reparaturlabel,
fassende Informationen enthält, ob und wie gut das zusammenfassende Informationen darüber ent-
eine Reparatur des Gerätes möglich ist hält, ob und wie gut eine Reparatur des Gerätes mög-
2. Angebot eines kostenlosen Ersatzgerätes während lich ist, für wichtig oder sogar sehr wichtig. Nur 12 %
der Reparatur der Befragten fänden eine solche Maßnahme eher nicht
3. Möglichkeit, Reparaturen selbst vorzunehmen wichtig oder überhaupt nicht wichtig. Daneben spricht
statt in einer Werkstatt sich ein großer Teil der Befragten dafür aus, Reparatu-
4. Mehr Informationen über die Reparierbarkeit ren selbst vorzunehmen statt in einer Werkstatt (48 %).
eines Gerätes“ Gut 24 % der Befragten stuft dagegen solch eine Mög-
lichkeit als eher nicht wichtig oder überhaupt nicht
Die Antwortmöglichkeiten der Befragten bezogen sich wichtig ein.
in diesem Teil der Befragung auf eine Skala von „a. sehr
wichtig, b. eher wichtig, c. teils, teils, d. eher nicht wichtig
bis e. überhaupt nicht wichtig“.
22 RECHT AUF REPARATUR
3,6 %
8,4 %
22,8 %
24,2 %
sehr wichtig
eher wichtig
41,1 % teils, teils
eher nicht wichtig
überhaupt nicht wichtig
Abbildung 8: Einschätzung der Befragten bezüglich der Wichtigkeit eines Reparaturlabels
Gewichtete Werte; die Abbildung stellt die Verteilung der Antworten auf die folgende Frage dar: „Wie wichtig sind Ihnen die folgenden Aspekte, damit
Sie digitale Geräte in Zukunft häufiger reparieren als heute? … ein sogenanntes Reparaturlabel, das zusammenfassende Informationen enthält, ob und
wie gut eine Reparatur des Gerätes möglich ist“. Die Befragten konnten auf einer Skala von 1 („sehr wichtig“) bis 5 („überhaupt nicht wichtig“) antworten;
Abweichungen von 100 % sind rundungsbedingt; n = 1.021.
1,8 %
6,5 %
20,3 % 33,4 %
sehr wichtig
eher wichtig
teils, teils
eher nicht wichtig
38,0 %
überhaupt nicht wichtig
Abbildung 9: Einschätzung der Befragten bezüglich der Wichtigkeit des Angebots eines kostenlosen
Ersatzgerätes während der Reparatur
Gewichtete Werte; die Abbildung stellt die Verteilung der Antworten auf die folgende Frage dar: „Wie wichtig sind Ihnen die folgenden Aspekte, damit Sie
digitale Geräte in Zukunft häufiger reparieren als heute? … Angebot eines kostenlosen Ersatzgerätes während der Reparatur“. Die Befragten konnten auf
einer Skala von 1 („sehr wichtig“) bis 5 („überhaupt nicht wichtig“) antworten; Abweichungen von 100 % sind rundungsbedingt; n = 1.021.