tiny-haus-zivilschutz-abschlussbericht05-2022
Dieses Dokument ist Teil der Anfrage „Gutachten Auswertung MTF-Einsatz an der Ahr sowie Entwicklung Tinyhouse für Zivischutz“
Abbildung 51: Grundriss Abbildung 52: Nordansicht Abbildung 53: Südansicht Abbildung 54: West- und Ostansicht Fraunhofer IVI 47 | 72 2022
Zur Gewährleistung eines hohen Autarkiegrades wird das Tiny-Haus-Konzept auf minimalen elektrischen Verbrauch ausgelegt und mit PV-Flächen zur Energiebereit- stellung und Batteriespeichern zur Pufferung ausgelegt (vergleiche Kapitel 4.2). Ein beispielhaftes Aufbauszenario ist in Abbildung 55 dargestellt. Abbildung 55: Der Entwurf Tiny-House-Zivilschutz beim Aufbau und Ausstattung Fraunhofer IVI 48 | 72 2022
5.2 Konstruktive Details
5.2.1 Seitenmodule
5.2.1.1 Konstruktiver Aufbau
Die Seitenmodule sind in Holztafelbauweise geplant und bestehen für die gute
Vorhaltung und hohe Mobilität aus jeweils fünf einzelnen Tafeln. Bodentafel,
Deckentafel, zwei Längswandtafeln und eine Querwandtafel. Eine Seite bleibt zum
Mittelmodul hin offen.
• Seitenmodul:
o Seitenmodule können genau gleich gefertigt werden, nur die
Verkleidung der Querwand muss gespiegelt werden
Abbildung 56: Aufbau der Tragkonstruktion
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Abbildung 57: Tragkonstruktion in einzelnen Tafeln 5.2.1.2 Bodenaufbau Die Tragkonstruktion der Bodenplatte besteht aus Konstruktionsvollholz in den Dimensionen 100 x 60 mm im klassischen Holzbauraster von 62,5 cm. Als Aussteifung befindet sich oben eine 18 mm starke OSB Platte, die auch als Innenfußboden dient. Gedämmt wird mit Holzfaserdämmung, die unten von z. B. einer Rohspanplatte gehalten wird. Fraunhofer IVI 50 | 72 2022
5.2.1.3 Wandaufbauten
Sowohl die beiden Längswände als auch die Querwand sind nach dem Schema aus
Abbildung 58 ausgeführt. Eine genauere Betrachtung fand in Kapitel
Wandaufbau3.2.5.2 statt.
Abbildung 58: Wandaufbau von innen nach außen
• Längswand hoch
Zur Realisierung des Pultdachs sind die beiden Längswände unterschiedlich hoch.
Die hier beschriebene hohe Wand besitzt ein 101 cm breites Türöffnungsmaß (DIN
18100) für eine 100 cm breite Tür, die auch für vulnerable Gruppen (z. B. Rollstuhl-
fahrer*innen) geeignet ist. Die Tür befindet sich nahe an der Seite zum Mittel-
modul. Dadurch ist innen eine gute Raumausnutzung gewährleistet. Die Entfernung
der Türöffnung zur Querwand ist mit 250 cm so gewählt, dass ein OSB-Standard-
plattenmaß angebracht werden kann, ohne Materialverluste zu haben. Beim Bau
muss darauf geachtet werden, unten die Unterspannbahn 15 cm überstehen zu
lassen, um beim Aufbau die Bodentafel zu überdecken.
Abbildung 59: Tragkonstruktion der hohen Längswand
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Drei Schnellverschlüsse an der Unterseite verbinden die Wände mit der Bodentafel, an
der Oberseite mit der Dachtafel. Ein weiterer horizontal angeordneter Schnellverschluss
dient der Verbindung mit dem Mittelmodul (siehe Abbildung 60).
Abbildung 60: Hohe Längswand mit Konterlattung auf der MDF-Platte; vier Schnellverschlüsse
oben, drei unten.
• Längswand niedrig
Die Bemaßungen der niedrigen Längswand kann aus Abbildung 61 entnommen
werden. Der Fensterausschnitt hat eine Größe von 100 x 100 cm.
Abbildung 61: KVH Tragkonstruktion der niedrigen Längswand
Wie bei der hohen Längswandtafel befinden sich auch hier jeweils drei Verbinder oben
und unten zur Verbindung mit Boden- bzw. Dachtafel. Ein weiterer horizontal ange-
ordneter Verbinder dient der Verknüpfung mit dem Mittelmodul (siehe Abbildung 62).
Auch hier muss die Unterdeckbahn unten 15 cm überstehen gelassen werden.
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Abbildung 62: Konterlattung auf Unterspannbahn/MDF der niedrigen Längswand; vier
Verbindungsmittel oben, drei unten.
• Querwand
Die Querwand dient nicht nur dem Abschluss auf der kurzen Seite des Hauses,
sondern auch der Ableitung auftretender Windkräfte auf die Längsseiten. Sie wird
mit jeweils 2 Spannverbindern oben und unten an Dach- bzw. Bodentafel be-
festigt. Die Unterdeckbahn muss auch bei dieser Tafel unten 15 cm überstehen.
Abbildung 63: Bemaßung und Tragkonstruktion der Querwandtafel
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Abbildung 64: Konterlattung und Spannverbinder auf der Unterdeckbahn der Querwand
• Dachtafel
Die Dachtafel wird nach dem Schema aus Abbildung 65 gebaut. Detailliertere
Informationen dazu finden sich in Kapitel Dachaufbau3.2.5.3.
Abbildung 65: schematischer Aufbau der Dachtafel
Die Tragkonstruktion besteht aus durchgehendem Konstruktionsvollholz (KVH), um die
Auflagerkräfte besser auf die Wandtafeln zu übertragen. Verbunden werden sie jeweils
mit kurzen KVH-Abschnitten.
Abbildung 66: Tragkonstruktion mit durchgehenden Trägern in der Deckentafel
Um einen guten Form- und Kraftschluss zwischen Wand- und Dachtafeln herzustellen
ist die Deckentafel an die Kontur der Wandtafeln angepasst. Details dazu finden sich
in Abbildung 68 und Abbildung 69.
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Abbildung 67: perspektivische Darstellung der Dachtafel mit Unterdeckbahn und darauf
befindlicher Konterlattung, um eine Belüftungsebene zu realisieren.
Die äußerste Ebene (Segeltuch) ist hier nicht eingeblendet.
Abbildung 68: Konturendetail der Dachtafel. Abflachung außen für einen guten Formschluss
mit den Wandtafeln
Abbildung 69: Rechtes Konturendetail mit Bemaßung
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5.2.2 Mittelmodul Abbildung 70: Beispielhafte Einrichtung des Mittelmoduls Das Mittelmodul ist im Gegensatz zu den Seitenmodulen starr und aufgrund seiner Einbauten nicht zerlegbar. Es ist zu beiden Seiten offen bzw. mit einer Tür versehen, um einen Durchgang in die Seitenmodule zu ermöglichen. Es beinhaltet alle haus- technischen Anlagen zur energetischen Versorgung und die Sanitäranlagen inklusive Wasserversorgung. 5.2.2.1 Konstruktion Abbildung 71: Bemaßung und Unterkonstruktion des Mittelmoduls mit Explosionsdarstellung Fraunhofer IVI 56 | 72 2022