GMBl Nr. 14-15 2010
Gemeinsames Ministerialblatt Nr. 14-15 vom 10. March 2010
Nr. 14/15 GMBl 2010 Seite 309
Anlage
Tabelle 1 Allgemeines Vorgehen
(Die Reihenfolge der Fragen orientiert sich am Ablaufplan zur Auswahl und Durchführung von Schutzmaßnahmen)
Fragen zu Gefährdungen Erläuterungen zu Gefährdungen Beispiele für Maßnahmen
(technisch – t,
organisatorisch – o,
persönlich – p)
Können Arbeitsverfahren mit Durch den Einsatz alternativer – Einsatz eines Transportbandes anstatt
Vibrationsbelastung durch andere Arbeitsverfahren kann die Vibrations- Transport mit Flurförderzeugen (t)
ohne oder mit geringerer Vibrati- einwirkung vermieden oder zumindest
– Produktion gratfreier Gussteile (t)
onsbelastung ersetzt werden? deutlich gemindert werden (Substituti-
on).
Entsprechen die Arbeitsmittel Wenn alle Schutzmaßnahmen nach dem – Stand der Technik abfragen (z. B. bei
(Fahrzeuge, Anlagen, Maschinen Stand der Technik ergriffen worden Lieferanten, Herstellern oder Verbän-
oder Geräte) dem aktuellen Stand sind, und die Expositionsgrenzwerte den)
der Technik? unterschritten werden, brauchen keine
– Möglichkeiten der Nachrüstung oder
weiteren Schutzmaßnahmen ergriffen
Neuanschaffung prüfen (t)
werden. (Abb. 1)
– Stand der Technik beim Einkauf
festschreiben (o)
Welche Maßnahme verspricht den Bei der Planung der zu treffenden – Ordnen der Maßnahmen nach ihrem
größten Vibrationsminderungser- Maßnahmen ist darauf zu achten, dass voraussichtlichen Minderungserfolg
folg? zuerst solche getroffen werden, die den
– Machbarkeitsprüfung
größten Minderungserfolg versprechen.
Wie groß ist er?
Es empfiehlt sich, die zu erwartenden – Wenn möglich, Minderungseffekt auf
Erfolge abzuschätzen. Stellt sich hierbei die A(8)-Werte beziffern
heraus, dass ggf. weitere Maßnahmen
– Reihenfolge bei gleichwertigen
erforderlich sind, können diese bei der
Maßnahmen:
Planung bereits berücksichtigt werden.
Kollektiv vor individuell, technisch vor
organisatorisch vor persönlich
Welche Schritte sind im Einzelnen Bei der Durchführung von Schutz- – Zeitplan für die zu treffenden Maßnah-
zu veranlassen? maßnahmen ist es wichtig, realistische men festlegen
Zeitpläne aufzustellen, Verantwortliche
Bis wann sollen alle Maßnahmen – Verantwortlichkeiten festlegen
zu benennen und Kriterien für (Zwi-
umgesetzt sein?
schen-) Ergebnisse festzuschreiben. – Kriterien für die Überprüfung festlegen
Wann werden Zwischenergebnisse
erwartet?
Wer ist für welchen Schritt
verantwortlich?
Wurden die Maßnahmen korrekt Anhand des Zeitplans und seiner – Kriterien der (Zwischen-) Ergebnisse
durchgeführt? Kriterien ist der Erfolg der Schutzmaß- überprüfen
nahmen zu überprüfen. Unter Um-
Sind die vorausgesagten Minderun- – Gegebenenfalls weitere Maßnahmen
ständen müssen dann weitere Maßnah-
gen erreicht worden? ergreifen
men ergriffen werden.
Werden Auslöse- bzw. Grenzwerte
unterschritten?
Muss ggf. nachgebessert werden?
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Tabelle 2 Orientierungshilfe zur Auswahl von Schutzmaßnahmen bei Ganzkörper-Vibrationen
Fragen Erläuterungen Beispiele für Maßnahmen
(technisch – t,
organisatorisch – o,
persönlich – p)
Können Arbeitsverfahren Durch den Einsatz alternativer Arbeitsverfahren – Einsatz eines Transportbandes anstatt
mit Vibrationsbelastung kann die Vibrationseinwirkung vermieden oder des Transportes mit Flurförderzeugen
durch andere ersetzt zumindest gemindert werden (Substitution). (t)
werden?
Gibt es Absätze, Löcher Beim Fahren über Ausbrüche (z. B. im Bereich – Einebnen oder Ausbessern der
oder Ausbrüche in der von Türen und Dehnungsfugen) sowie Löcher Fahrbahn (t)
Fahrbahn? und Absätze entstehen Vibrationsspitzen.
– Wartung und Reinigung der Fahrbahn,
Auch kleinere Unebenheiten führen zu Stößen
Sind die Fahrbahnver- insbesondere im Bereich von Türen,
auf das Fahrzeug und damit auch zu insgesamt
hältnisse insgesamt Toren und Dehnungsfugen (t, o)
höheren Vibrationsexpositionen.
holprig?
– Geschwindigkeitsbegrenzung (o)
– Schulung der Beschäftigten in ange-
passter Fahrweise (o)
Ist die Federung des Sitze tragen oft maßgeblich zur Vibrationsminde- – Nachrüstung oder Neubeschaffung (t)
Sitzes geeignet? Erfüllt rung bei. Wichtig sind die richtige Federung und
– Informationen verschiedener Hersteller
der Fahrzeugsitz die Gewichtseinstellung:
einholen. Der Sitz sollte mit der
maschinenspezifische
– Gute Staplersitze können die Vibrationen um Bereifung, der Fahrwerks- und
Sitzprüfnorm?
mehr als 50 % mindern. Kabinenfederung zusammen auf den
(Ist ein auf das Fahrzeug
Untergrund abgestimmt werden.
abgestimmtes Feder- – Schlechte Sitze können aber auch die Vibratio-
Dämpfer-System nen verstärken. – Geeignete Dämpfung auswählen (z. B.
vorhanden und gibt es horizontales Feder-Dämpfer-System
– Stöße werden von einem Polstersitz kaum
eine automatische nachrüsten)
gedämpft.
Gewichtseinstellung?)
– Auf (automatische) Gewichtseinstel-
– Eine automatische Gewichtseinstellung wirkt
lung achten
Fehleinstellungen und damit dem möglichen
Verlust der Dämpfung entgegen.
Werden die Fahrzeuge Im Laufe der Zeit verschleißen Lager und – Wartungsprogramm für die Fahrzeuge
und Sitze regelmäßig Dämpfer verlieren ihre Funktion. Hierdurch und Sitze aufstellen (o)
gewartet? können sich die einwirkenden Vibrationsexposi-
– Einbeziehen der Beschäftigten (Defekte
tionen erhöhen.
erkennen und melden) (o)
– Defekte Fahrzeugteile und Sitze
ausbessern oder ersetzen (t)
Sind die Beschäftigten Durch schnelles und aggressives Fahren ergeben – Schulung der Beschäftigten hinsichtlich
geschult in sich deutlich höhere Vibrationen als durch (o)
ruhiges und angemessenes Fahren. Durch falsche
– angemessener Fahrwei- umsichtigen Fahrens
Gewichtseinstellung und fehlende Wartung des
se
Sitzes kann er seine Dämpfung verlieren. der richtigen Einstellung der Fahrer-
– richtiger Sitzeinstellung sitze
– Sitzwartung? des Erkennens und Meldens von
Sitzverschleiß und Defekten
Können die Fahrdauern Die Höhe des Tages-Vibrationsexpositionswertes – Arbeitsorganisation prüfen (o)
reduziert werden? A(8) wird durch die Höhe der einwirkenden
– Regelung für Fahrdauern aufstellen (o)
Vibrationen und durch die Einwirkungsdauer
bestimmt. – Fahrdauern reduzieren (o)
– Beschäftigte informieren (o)
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Fragen Erläuterungen Beispiele für Maßnahmen
(technisch – t,
organisatorisch – o,
persönlich – p)
Sind die Reifen auf den Wie die Sitzfederung, so kann auch die Bereifung – Informationen über Reifenarten
Untergrund abgestimmt, Vibrationsexpositionen erhöhen (z. B. Vollgum- einholen: Die Bereifung sollte mit dem
und wie ist ihr Zustand? mireifen auf holperigen Außenanlagen) oder Sitz, der Fahrwerks- und Kabinenfede-
vermindern. rung zusammen auf den Untergrund
abgestimmt werden. (o)
– Wartung (Reifendruck, Verschleiß …)
(o)
– Richtige Reifen verwenden (t)
Muss der Beschäftigte Verdrehte Körperhaltung kann das Risiko für – Neuinstallation des Sitzes, so dass freie
sich oft verdrehen? Hat Gesundheitsschäden durch Vibrationsexpositio- Sicht und Zugang zu den Bedienele-
er schlechte Sicht? nen erhöhen. Deshalb sollte auf gute Sicht und menten gewährleistet ist (t)
eine ergonomische Gestaltung der Arbeitsumge-
– Neubeschaffung von Fahrzeugen mit
bung geachtet werden.
drehbarer Fahrerkabine (t)
– Einteilung der Fahrstrecke, so dass
Rangierfahrten oder Rückwärtsfahrten
weitgehend vermieden werden (o)
Werden die Wahrneh- Mittelbare Gefährdungen gehen von Gebäude- – Schwingungsisolierung der Maschinen,
mung und die Leistungs- schwingungen aus, die oberhalb der Anhaltswer- die für die Gebäudeschwingungen
fähigkeit der Beschäftig- te aus Tabelle 1 der TRLV Teil 1 liegen. So verantwortlich sind (t)
ten durch Vibrationen so können zum Beispiel Unfälle entstehen, weil
– Schwingungsminderung der betroffe-
beeinträchtigt, dass durch Vibrationen Anzeigen nicht richtig
nen Arbeitsplätze (t)
mittelbar Gefährdungen abgelesen werden können.
entstehen?
Haben die Beschäftigten Vibrationsfreie Pausen entlasten die Muskulatur – Arbeitsorganisation prüfen (o)
vibrationsfreie Pausen? und reduzieren Zwangshaltungen.
– Beschäftigte informieren (o)
– Beschäftigte achten selbst auf die
Gestaltung der Arbeitsabläufe (p)
Werden den Beschäftig- Eine gut ausgebildete Muskulatur reduziert das – Beschäftigte informieren (o)
ten Maßnahmen zur Risiko von Gelenkschäden und Schäden an der
– Maßnahmen zur Gesundheitsförde-
Gesundheitsförderung, Wirbelsäule.
rung veranlassen (o)
insbesondere zur
Stärkung der körperli- – Beschäftigte nehmen Angebote zur
chen Fitness angeboten? Gesundheitsförderung wahr (p)
– Beschäftigte trainieren selbständig in
ihrer Freizeit (p)
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Tabelle 3 Orientierungshilfe zur Auswahl von Schutzmaßnahmen bei Hand-Arm-Vibrationen
Fragen Erläuterungen Beispiele für Maßnahmen
(technisch – t,
organisatorisch – o,
persönlich – p)
Können Arbeitspro- Durch den Einsatz alternativer Arbeitsverfah- – Produktion gratfreier Gussteile, so dass
zesse mit Vibrationsbe- ren oder Methoden kann die Vibrationseinwir- Entgraten mit Schleifmaschinen oder
lastung durch andere kung vermieden oder zumindest gemindert Meißelhämmern entfällt (t)
Arbeitsverfahren werden (Substitution).
– Klebe- oder Schweißverbindungen statt
ersetzt werden?
Nietverbindungen (t)
Können vibrierende Auch bei gleichen Arbeitsverfahren kann – Bohrhämmer mit pneumatischem Schlag-
Arbeitsmittel durch durch den Einsatz von Maschinen/Arbeitsmit- mechanismus erzeugen geringere Vibratio-
vibrationsarme teln mit verändertem Funktionsbetrieb oder nen als Schlagbohrmaschinen. Kernbohrma-
Maschinen oder besseren Dämpfungssystemen die Vibrationse- schinen mit Diamantkronen erzeugen noch
Arbeitsgeräte ersetzt mission erheblich reduziert werden (Substitu- wesentlich geringere Vibrationen. (t)
werden? tion).
– Aufbruch- und Schlaghämmer mit vibrati-
onsgedämpftem Schlagwerk oder elastisch
gelagerten Handgriffen (t)
Können Einsatzwerk- Die sorgfältige Auswahl von Verbrauchsstof- – Durch besondere Formgebung, Materialei-
zeuge oder Ver- fen oder Werkzeugzubehör kann einen genschaften oder präzise Herstellung kann
brauchsmittel durch Einfluss auf die Schwingungsexposition haben. z. B. mit Bohrern, Meißeln, Sägeblättern
vibrationsreduzierende Einige Hersteller liefern Zubehörteile, die so oder Schleifscheiben die Vibration reduziert
ersetzt werden? konstruiert sind, dass sie die Vibrationen werden. (t)
verringern.
– Bei Verwendung von herstellerfremdem
Zubehör ist die Zustimmung der Hersteller
einzuholen. (t)
Gibt es Anbauteile, die Einspannvorrichtungen oder Antivibrations- – Antivibrationsgriffe können Schwingungen
die Einwirkung der griffe und ähnliche Hilfsmittel mit vibrations- verringern, doch die falsche Auswahl dieser
Vibration auf den dämpfenden Befestigungen können dazu Art von Griffen kann in der Praxis die auf
Bediener reduzieren beitragen, dass vibrierende Oberflächen nicht die Hand übertragenen Schwingungen
können? mehr gehalten werden müssen oder die erhöhen; verwenden Sie aus diesem Grund
Vibrationsübertragung reduziert wird. bitte nur Griffe, denen der Werkzeugher-
steller zugestimmt hat. (t)
Wird das richtige Unvorhergesehen hohe Belastungen können – Beachtung der Bedienungsanleitung der
Arbeitsmittel und dazu entstehen, wenn mit einem Werkzeug ein Hersteller und Schulung der Beschäftigten
passende Einsatzwerk- Werkstoff bearbeitet wird, für den es nicht (o)
zeuge für die Arbeits- ausgelegt ist, z. B. kann durch Verwendung
aufgabe eingesetzt? einer nicht leistungsgerechten Maschine die
Expositionszeit zu lang sein, oder das Einsatz-
werkzeug ist für die Arbeitsaufgabe ungeeig-
net.
Entsprechen die Wenn z. B. pneumatisch betriebene Arbeits- – Kontroll- und Einstellmöglichkeiten
Betriebsbedingungen mittel nicht mit dem richtigen Betriebsdruck schaffen, z. B. Anbringung von einstellba-
des Arbeitsmittels den betrieben werden, können unvorhergesehen ren Druckminderern (t)
Herstellerangaben? hohe Belastungen auftreten.
– Beachtung der Bedienungsanleitung der
Hersteller und Schulung der Beschäftigten
(o)
Können durch Stumpfe oder verschlissene Einsatzwerkzeuge – Kontrolle und Schärfen oder Ersatz von
regelmäßige Kontrolle führen oft zu einer erhöhten Vibration und z. B. Bohrern, Sägeblättern, Trennscheiben
der Einsatzwerkzeuge zusätzlichem Kraftaufwand oder einer usw. (t, o)
oder Verbrauchsmittel Verlängerung der Expositionsdauer.
– Schulung der Beschäftigten und Beachtung
die Vibrationen
der Bedienungsanleitung der Hersteller (o)
reduziert werden?
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Fragen Erläuterungen Beispiele für Maßnahmen
(technisch – t,
organisatorisch – o,
persönlich – p)
Werden die Arbeits- Durch ein Wartungsprogramm können Regelmäßige Instandhaltung und Wartung,
mittel regelmäßig Betriebsbedingungen, Zustand der Werkzeuge z. B.
gewartet? und der Dämpfer überprüft werden. Unvor-
– Schmieren sämtlicher beweglicher Teile
hergesehen hohe Belastungen werden so
nach Herstellerempfehlung (t)
vermieden.
– Ersetzen der abgenutzten Teile (t)
– Prüfen, ob eine Unwucht vorliegt und
Durchführung der notwendigen Korrektu-
ren (t)
– Ersetzen der vibrationsdämpfenden
Befestigungen und gefederten Griffe, bevor
sie in ihrer Wirkung nachlassen (t)
– Überprüfen der Schwingungsdämpfer,
Lager und Getriebe und Austauschen der
defekten Teile (t)
Kann die Vibrations- Verringert man die Greif- bzw. Andruckkräfte, – Vermeidung von Arbeiten, bei denen das
übertragung durch die von der Hand ausgeübt werden, verringern Maschinengewicht aufgefangen und eine
geringere Ankopp- sich auch die in das Hand-Arm-System des Vorschubkraft aufgebracht werden muss
lungskräfte reduziert Nutzers eintretenden Vibrationen. (Überkopfarbeiten)
werden?
– Zugentlastungen (auch Gewichtsausgleicher
genannt) und Positionierer können
eingesetzt werden, um für vibrierende
Werkzeuge wie schwere Bohrgeräte,
Schleifmaschinen, Drehschrauber, Nagelpis-
tolen (in einigen Fällen) und pneumatische
Meißelhämmer die Ankopplungskräfte zu
reduzieren.
– Ergonomische Gestaltung der Greiffläche
ermöglicht dem Bediener, beim Halten und
Steuern des Werkzeugs geringere Greifkraft
einzusetzen.
– Geringeres Gewicht des Arbeitsmittels und
der erforderlichen Vorschubkraft
Können Einflüsse, die Wenn der Beschäftigte gleichzeitig anderen – Verlagern des Einsatzortes aus dem
die Vibrationsbelastung schädlichen Einflüssen ausgesetzt ist, z. B. Feucht- oder Kältebereich
verstärken, reduziert ungünstigen Einflüssen wie Kälte, Nässe,
– Einsatz von Handschuhen zum Schutz vor
werden? Abgase aber auch die auf das Muskel-Skelett-
Kälte
System wirkenden Einflüssen, wie z. B.
ungünstige Körperhaltung oder hoher – Es sollten Maschinen vermieden werden,
Kraftaufwand, kann sich die Beanspruchung die die Hände frieren lassen, wie Maschinen
(z. B. die Durchblutung, Gelenkkräfte) mit Stahlgehäuse oder pneumatische
verstärken. Werkzeuge, deren Abluft über die Hände
des Bedieners streicht.
– Für Arbeiten im Freien gibt es Maschinen
mit heizbaren Griffen für warme Hände, wie
Kettensägen.
– Schulung der Beschäftigten
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Fragen Erläuterungen Beispiele für Maßnahmen
(technisch – t,
organisatorisch – o,
persönlich – p)
Kann die Expositions- Die Arbeitspläne sind so zu gestalten, dass die – Geeignete Kennzeichnung von Maschinen
zeit reduziert werden? Expositionsdauer für den einzelnen Beschäf- hinsichtlich der Vibrationsbelastung
tigten gegenüber lang andauernden und
– Begrenzung der Einsatzdauern der Maschi-
wiederkehrenden Schwingungen vermieden
nen
wird.
– Regelungen zur Aufteilung der Aufgaben
unter mehreren Beschäftigten
– Schulung der Beschäftigten
Können elastische Versieht man vibrierende Griffe mit einem – Die Verringerung der Vibrationen ist sehr
Griffüberzüge Überzug aus Gummi oder anderen elastischen gering.
verwendet werden? Materialien, erhöht dies möglicherweise den
– Wenn elastische Materialien nicht sorgfältig
Komfort und verringert die Übertragung von
ausgesucht werden, können sie die Vibratio-
Kälte.
nen bei bestimmten Frequenzen verstärken
und somit die Vibrationsexposition
erhöhen. (t)
Können Vibrations- Bei Werkzeugen, die mit hohen Drehzahlen – Anwendung von Vibrations-Schutzhand-
Schutzhandschuhe (oberhalb von 9000 U/min (150 Hz)) arbeiten schuhen bei Arbeitsaufgaben, für die kein
eingesetzt werden? und mit einem nicht zu festem Griff gehalten anderer Vibrationsschutz zur Verfügung
werden, kann mit Vibrations-Schutzhandschu- steht (p), z. B. bei Arbeiten, bei denen ein
hen evtl. eine gewisse Verringerung der Werkstück mit den Händen am Schleifbock
Schwingungsgefährdung erzielt werden. Da sich gehalten wird (t)
diese Risikoverringerung jedoch nicht einfach
quantifizieren lässt, sollte man sich als Schutz
vor Hand-Arm-Vibration nicht auf Handschu-
he verlassen.
Haben die Beschäftig- Vibrationsfreie Pausen reduzieren z. B. – Arbeitsorganisation prüfen (o)
ten vibrationsfreie Durchblutungsstörungen und entlasten die
– Beschäftigte informieren (o)
Pausen? Muskulatur.
– Beschäftigte achten selbst auf die Gestaltung
der Arbeitsabläufe (p)
Werden den Beschäf- Eine gut ausgebildete Muskulatur reduziert – Beschäftigte informieren (o)
tigten Maßnahmen zur das Risiko von Gelenkschäden.
– Maßnahmen zur Gesundheitsförderung ver-
Gesundheitsförderung,
anlassen (o)
insbesondere zur
Stärkung der körperli- – Beschäftigte nehmen Angebote zur Gesund-
chen Fitness angebo- heitsförderung wahr (p)
ten?
– Beschäftigte trainieren selbständig in ihrer
Freizeit (p)
Nr. 14/15
Schutzmaßnahme Gefährdungsschwer- Minderungserfolg Umsetzungsfrist Aufwand Art Anzahl Geschützter
punkt
Tabelle 4
Beschreibung der Gefährdungsschwer- Wahrscheinlicher Wie schnell ist die Welcher Aufwand ist Ist die Schutzmaßnah- Wie viele Beschäf-
möglichen punkte, die mit dieser Minderungserfolg. Maßnahme durchzu- mit der Schutzmaß- me technisch, organisa- tigte profitieren von
Schutzmaßnahme Schutzmaßnahme Nach Möglichkeit führen? nahme verbunden? torisch oder persön- der Maßnahme?
gemindert werden sollte die erwartete Ver- lich?
können ringerung des A(8)
maßnahmen
angegeben werden.
Schutzmaßnahme …
Nr. 1
Schutzmaßnahme …
GMBl 2010
Nr. 2
…
Muster für eine Liste möglicher Schutz-
GMBl 2010, S. 304
Seite 315
Seite 316 GMBl 2010 Nr. 14/15 HERAUSGEBER: Bundesministerium des Innern 11014 Berlin (Postanschrift) Alt-Moabit 101 D, 10559 Berlin (Hausanschrift) Telefon: 0 30/1 86 81-0 Telefax: 0 30/1 86 81-29 26 E-Mail: poststelle@bmi.bund400.de