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Dieses Dokument ist Teil der Anfrage „Verteidigung

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auf die Haltung zu den Auslandseinsätzen der Bundeswehr hat, werden die Einsätze von
Befragten, die jemanden bei der Bundeswehr kennen, etwas kritischer gesehen. Zugleich
gilt: Je öfter man die Bundeswehr bei persönlichen oder medialen Gelegenheiten positiv
wahrgenommen hat, desto höher ist die Zustimmung zu deren Auslandsmissionen. Dabei
ist der Einfluss der medialen Wahrnehmung der Bundeswehr nahezu doppelt so groß wie
der Effekt der Wahrnehmung bei persönlichen Gelegenheiten. Die Haltung der Bürgerin-
nen und Bürger zu den Bundeswehreinsätzen im Ausland wird also sehr viel stärker durch
die Medienberichterstattung über die Bundeswehr beeinflusst und weniger durch persön-
liche Begegnungen mit der Bundeswehr. Insgesamt erklären die Kontakt- und Erfah-
rungsvariablen aber nur 6 Prozent der Varianz in der Haltung zu den Einsätzen. Einen
sehr viel stärkeren Einfluss üben die sicherheitspolitischen Einstellungen der Befragten
aus: Wer eine aktive, transatlantisch, militärisch und multilateral geprägte Außen- und
Sicherheitspolitik unterstützt, hat eine positivere Haltung zu den Auslandseinsätzen der
Bundeswehr. Darüber hinaus zeigt sich, dass eine positive Haltung zur Bundeswehr im
Allgemeinen, eine wohlwollende Beurteilung der Leistung der Bundeswehr bei ihren
Auslandseinsätzen sowie ein Interesse an Verteidigungspolitik ebenfalls mit einer stärke-
ren Unterstützung für die Auslandseinsätze der Bundeswehr einhergehen. Insgesamt er-
klären die sicherheitspolitischen Einstellungen 34 Prozent der Varianz in der Haltung zu
den Auslandseinsätzen, wobei der größte Anteil auf den starken Effekt der Performanz-
bewertung zurückzuführen ist.
In der Gesamtschau aller Einflussgrößen (vgl. Modell IV) bleiben die in der Einzelbetrach-
tung zutage tretenden Muster weitgehend bestehen. Die Kontakte und Erfahrungen mit der
Bundeswehr üben unter Berücksichtigung der übrigen Erklärungsvariablen nahezu keinen
Einfluss mehr auf die Haltung zu den Auslandseinsätzen aus. Hingegen bestätigt sich der
zentrale Stellenwert der außen- und sicherheitspolitischen Grundorientierungen und des
subjektiven Wissensstandes über die Einsätze der Bundeswehr. Wichtig ist zudem, dass der
Einfluss des subjektiven Wissens stark und statistisch signifikant bleibt, selbst wenn die
Haltung der Befragten zur Bundeswehr und die Bewertung ihrer Leistungen in den Einsät-
zen kontrolliert werden. Damit wird deutlich: Wissen führt zu Unterstützung – unabhängig
von der Haltung zur Bundeswehr und zur Außen- und Sicherheitspolitik.


14.7 Fazit

Wie in den Vorjahren bestehen nur bei einem geringen Teil der Bürgerinnen und Bürger
Kenntnisse über die Auslandsmissionen der Bundeswehr. Zugleich ist die Zustimmung
zu den Einsätzen überschaubar – gerade im Vergleich zum Zuspruch, den die Bundes-
wehr in vielen anderen Bereichen erfährt (vgl. Abschnitt 9). Keiner der zwölf durch die




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Befragung erfassten Einsätze erfährt einen mehrheitlichen Zuspruch in der deutschen Be-
völkerung. Im Vergleich zum Vorjahr sind der Kenntnisstand und die Zustimmung zu
den Einsätzen insgesamt gesunken, vereinzelt sogar sehr deutlich.
Die Auswertungen unterstreichen erneut den Zusammenhang von Wissen und Unter-
stützung sowie die Relevanz von Information und Kommunikation. Der subjektive
Kenntnisstand zu den Auslandseinsätzen der Bundeswehr hat einen deutlich stärkeren
Einfluss auf die Zustimmung zu selbigen als die außen- und sicherheitspolitischen
Grundhaltungen der Bürgerinnen und Bürger. Allerdings hat der Anteil derjenigen, die
sich sehr gut oder eher gut über die Auslandseinsätze der Bundeswehr informiert fühlen,
seit 2015 um mehr als die Hälfte abgenommen. Die Mehrheit der Befragten gibt inzwi-
schen an, schlecht über die Auslandseinsätze informiert zu sein. Ist es gewollt, dass die
Engagements der Bundeswehr – seien es die mandatierten Auslandseinsätze oder die
Verpflichtungen im Rahmen der Bündnisverteidigung – auf breiten gesellschaftlichen
Zuspruch treffen, dann sollte über diese stärker und besser informiert werden.
In diesem Jahr stand der Afghanistaneinsatz der Bundeswehr im Fokus des öffentlichen
Interesses. Nach annähernd 20 Jahren beendete die Bundeswehr ihr Engagement in Af-
ghanistan am 29. Juni 2021 und musste kurz darauf wieder in Afghanistan eingesetzt
werden, um deutsche Staatsbürger und Schutzbefohlene aus der afghanischen Hauptstadt
Kabul vor den Taliban zu retten. Während der reguläre Abzug der Bundeswehr zu Beginn
der Bevölkerungsbefragung beendet wurde, ereignete sich die Evakuierungsmission (16.
bis 26. August 2021) zwei Wochen nach dem Befragungsende. Ein Drittel der Bürgerin-
nen und Bürger (33 Prozent) war zum Zeitpunkt der Befragung der Ansicht, dass der
Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan insgesamt ein Misserfolg war, 37 Prozent waren
geteilter Meinung und 18 Prozent bewerteten den Einsatz als Erfolg. Dabei stellt sich
jedoch die Frage, wie sinnvoll eine solche globale Erfolgsbewertung sein kann, wenn
doch der Afghanistaneinsatz vielfältige Auswirkungen hatte – sowohl intendierte als auch
nicht intendierte (vgl. Graf 2021h). Die Ergebnisse der Auswertung belegen, dass in der
Bevölkerung ein durchaus differenziertes Bewusstsein für die unterschiedlichen Auswir-
kungen des Afghanistaneinsatzes besteht. So attestieren die Bürgerinnen und Bürger dem
Afghanistaneinsatz auch durchaus positive Auswirkungen, z.B. auf das Ansehen
Deutschlands in der westlichen Welt oder auf das Ansehen der Bundeswehr in Deutsch-
land. Der letztgenannte Befund ist von besonderer Bedeutung, widerlegt er doch die oft-
mals geäußerte Behauptung einer „einsatzbedingten Entfremdung“ zwischen Bevölke-
rung und Bundeswehr (vgl. Stöhr 2012; Bohnert 2019).




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