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Dieses Dokument ist Teil der Anfrage „Veröffentlichung Machbarkeitsstudien Reaktivierung von Schienenstrecken in Nordhessen

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Planfall 1a – RegioTram Expresslinie




Abbildung 19: Planung der Bahnsteige für die RegioTram in Hessisch-Lichtenau



Variante Hessisch-Lichtenau Ost mit P+R

Anstelle einer Endhaltestelle im Bereich des Festplatzes (siehe vorheriger Ab-
schnitt) wurde vom Auftragnehmer ein alternativer Standort im Osten von Hessisch-
Lichtenau aufgezeigt. Hierbei ist eine Nutzung der momentan stillgelegten parallel
zur Leipziger Straße verlaufenden Bahntrasse vorgesehen. Eine Reaktivierung der
Trasse und eine Wiederherstellung der Bahnanlage wäre in dieser Variante erfor-
derlich. Im Bereich der im Osten von Hessisch-Lichtenau ansässigen Gewerbe-
und Lebensmittelgeschäfte kann auf Höhe der Kreuzung Leipziger Straße/ Richard-
Wolff-Straße eine neue Haltestelle mit angrenzendem P+R-Parkplatz errichtet wer-
den. In dieser Variante ließe sich ein zusätzliches Potenzial sowohl an Mitarbeitern
der angrenzenden Gewerbe als auch über Nutzer des P+R-Angebotes erzielen. Zu-
gleich ließe sich der östliche Bereich von Hessisch-Lichtenau erschließen, während
das Zentrum weiter über die Straßenbahnanbindung erreichbar bliebe. Die vorge-
stellte Variante wurde von den Teilnehmern der Projektrunde diskutiert, aber auf-
grund von Fragestellungen u.a. zu den tariflichen Aspekten verworfen. Auch könnte
es für SPNV-Kunden ein Nachteil darstellen zwei Endstellen in Hessisch-Lichtenau
zur Verfügung zu haben. Der Vorschlag wird daher aus den genannten Gründen
nicht weiterverfolgt.


             Kostenschätzung

Die geschätzten Kosten für die Infrastrukturmaßnahmen des Planfall 1a können der
nachfolgenden Übersicht entnommen werden:




 TTK GmbH 03/21                                                                                  Seite 37/98
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Planfall 1a – RegioTram Expresslinie

                                           Maßnahme                                    Kostenschätzung

           Austausch verschließbare Weiche                                                        225.600,00 €
           Bahnhof Niederkaufungen                                                                520.000,00 €
           Umfahrung Kaufungen Ertüchtigung auf 80 km/h                                         1.868.000,00 €
           Bahnhof Oberkaufungen                                                                   95.000,00 €
           Bahnhof Helsa                                                                        1.730.000,00 €
           Helsa Waldhof bis Helsa Eschenstruth Verlängerung 2-gleisiger Abschnitt              1.392.000,00 €
           Hessisch-Lichtenau Haltestelle Bürgerhaus (2 Außenbahnsteige)                          908.000,00 €
           Leit- und Sicherungstechnik (in 1a von ZPP LauPlan)                                          0,00 €

                                                                   Zwischensumme I              6.800.000,00 €

       30% Unvorhergesehenes/ Risiken                                                           2.040.000,00 €

                                                                   Zwischensumme II             8.840.000,00 €

       25% Planungs-, Verwaltungs- und Baunebenkosten                                           2.210.000,00 €

                                                                       Summe (netto)           11.100.000,00 €


Tabelle 3: Maßnahmen und Kosten Planfall 1a


In den Maßnahmen sind die Bau- und Planungskosten aufgrund von Erfahrungs-
werten vergleichbarer Projekte sowie basierend auf den Kennwerten des Kosten-
kennwertkatalogs der DB AG geschätzt worden. Die Angaben zur Leit- und Siche-
rungstechnik basieren auf den erstellten Signallageplänen im Abschnitt bis Kaufun-
gen Papierfabrik. Im Abschnitt Kaufungen Papierfabrik bis Hessisch-Lichtenau wur-
den keine Kosten für die LST ermittelt, da hier die Planung bei ZPP LauPlan liegt.

Die Ansätze für die Risikopauschale und die Planungskosten sind den Vorgaben
der Standardisierten Bewertung entnommen.

Zu den Investitionskosten sind der Vollständigkeit halber noch die Kostenzuschläge
für Unvorhergesehenes/ Risiken und Planungs-, Verwaltungs- und Baunebenkos-
ten anzusetzen. Der nachfolgenden Tabelle können die anzusetzenden Werten für
Unvorhergesehenes für den Planungsstand einer Machbarkeitsstudie entnommen
werden.

     erreichter Planungsstand                        HOAI- Leistungsphase                       Kostenzuschlag

    Machbarkeitsstudie                                                1                                  30 %

    Vorplanung                                                        2                                  20 %

    Entwurfsplanung                                                   3                                  10 %

    Genehmigungsplanung                                               4                                  5%

Tabelle 4: Richtwerte für Kostenzuschläge für Unvorhergesehenes/ Risiken bei den Investi-
tionen in die ortsfeste Infrastruktur des Mitfalls in Abhängigkeit vom Planungsstand 9

Für die anzusetzenden Planungs-, Verwaltungs- und Baunebenkosten kann eine
realistische Größe für den Aufwand in Höhe von ca. 25 % der Baukosten angenom-
men werden. Der Ansatz von 25 % ist ein durchschnittlicher Erfahrungswert, wobei
der tatsächliche Aufwand nicht zuletzt auch je nach Bauherr/ Infrastrukturbetreiber

9Standardisierte Bewertung von Verkehrsinvestitionen im schienengebundenen öffentlichen Personennahverkehr,
2016




 TTK GmbH 03/21                                                                                                 Seite 38/98
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Planfall 1a – RegioTram Expresslinie


bzw. je nach anzuwendendem Regelwerk deutlich schwanken kann (Bandbreite
ca. 18 % bis 35 %). Im Rahmen der Standardisierten Bewertung können allerdings
letztlich hier nur 10 % angesetzt werden.


5.2        Betrieb

              Betriebskonzept

Die Züge der RT5 verkehren stündlich zwischen Melsungen und Hessisch-Lich-
tenau, zwischen Platz der Deutschen Einheit und dem Bahnhof Oberkaufungen als
Expressverbindung. Die Fahrlage ist an die Trassenlage zwischen Melsungen und
Kassel Hauptbahnhof im Bestandsfahrplan der RT5 gebunden. Unter Einbeziehung
der errechneten Fahrtzeit im Stadtgebiet Kassel (Express), muss die Abfahrt bzw.
Ankunft in Kaufungen Papierfabrik in diesem Planfall daher zur Minute 00 erfolgen.

Die Linie 4 verkehrt weiterhin mit Bedienung aller Unterwegshalte im 15-Minuten-
Takt bis Bahnhof Oberkaufungen. Pro Stunde verkehren zwei Fahrten darüber hin-
aus bis Helsa, eine Fahrt bis Hessisch-Lichtenau. Die Abfahrtszeiten in Kaufungen
Papierfabrik entsprechen dem Bestandsfahrplan.




Abbildung 20: Ausschnitt aus dem Bildfahrplan Planfall 1a, Grüne Linie = RT5, Pinke Linie = Linie 4


Die Wendezeit in Hessisch-Lichtenau beträgt 6 Minuten für die RegioTram, 15 Mi-
nuten für die Straßenbahn. Die Züge der RegioTram kreuzen sich untereinander in
Kaufungen Papierfabrik, die Zugkreuzung mit der Straßenbahn erfolgt im Bereich
Helsa Eschenstruth.




 TTK GmbH 03/21                                                                                      Seite 39/98
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Planfall 1a – RegioTram Expresslinie


Auf der Relation Kassel Stadtmitte – Hessisch-Lichtenau wird bei den Expressfahr-
ten durch die Nutzung der Umfahrung Kaufungen, dem Auslassen von Unterwegs-
halten sowie aufgrund einzelner Infrastrukturmaßnahmen eine Fahrtzeitersparnis
von ca. 6 Minuten im Vergleich zum Status quo erreicht.

                                  Fahrtzeit               Fahrtzeit                 Fahrtzeit
 Linie                       Platz d. Dt. Einheit      Papierfabrik –         Platz d. Dt. Einheit –
                               - Papierfabrik        Hessisch Lichtenau       Hessisch Lichtenau

 Tram 4                             10-11                     32                       42-43

 Tram 8                             10-11                      -                          -

 RT 5                                 9                       27                         36

Tabelle 5: Fahrtzeiten Planfall 1a (Spannweiten = unterschiedliche Fahrtzeiten je nach Fahrtrichtung)


Die Beförderungszeit zwischen dem Platz der Deutschen Einheit und Hessisch-
Lichtenau Bürgerhaus reduziert sich auf 36 Minuten. Zusätzlich wird eine umsteige-
freie Verbindung zwischen Kassel Hauptbahnhof und dem Untersuchungsraum ge-
schaffen, die Beförderungszeit zwischen dem Hauptbahnhof in Kassel und Hes-
sisch-Lichtenau Bürgerhaus reduziert sich von bisher 56 Minuten auf 45 Minuten.


            Mengengerüst

Die Betriebszeiten der RT5 sind an Montagen bis Freitagen von ca. 5:00 bis 23:00
Uhr, an Samstagen von ca. 6:00 bis 23:00 Uhr und an Sonntagen von ca. 7:00 bis
23:00 Uhr. An Montagen bis Freitagen zwischen 7:00 und 21:00 Uhr und an Sams-
tagen zwischen 10:00 und 17:00 Uhr verkehren zudem stündliche Kurzläufer bis
Leipziger Platz, so dass zwischen Melsungen und Kassel wie im Status quo ein 30-
Minuten-Takt besteht.




Tabelle 6: Betriebliches Mengengerüst Planfall 1a


Pro Jahr steigen die Fahrplankilometer der RT5 um 329.133 km. Die Fahrzeuge
vom Typ Alstom RegioCitadis können nach EBO betrieben werden und sind für den




 TTK GmbH 03/21                                                                              Seite 40/98
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Planfall 1a – RegioTram Expresslinie


Betrieb im Untersuchungsraum geeignet. Angenommen, dass jede Fahrt in Ein-
fachtraktion gefahren wird, wird ein neues Fahrzeug benötigt um einen zusätzlichen
Umlauf bedienen zu können.10

Durch den Wegfall einzelner Straßenbahnverbindungen zwischen Oberkaufungen
und Hessisch-Lichtenau reduzieren sich die Fahrplankilometer der Straßenbahnli-
nie 4 im Vergleich zum Ohnefall um 103.400 Kilometer. Es wird ein Umlauf einge-
spart.




10 Sämtliche Werte bezüglich der Änderung des Fahrzeugbedarfs in dieser Studie verstehen sich unter der verein-
fachten Annahme von Einfachtraktionen auf allen Kursen und ohne Berücksichtigung einer etwaigen Reserve.




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Planfall 1b – Straßenbahn Expresslinie


6     Planfall 1b – Straßenbahn Expresslinie
Im Planfall 1b ist eine Weiterführung der Fahrten der Linie 8 im Stundentakt bis
Hessisch-Lichtenau auf dem Fahrweg der Linie 4 geplant. Aktuell endet die Linie 8
an der Haltestelle Kaufungen Papierfabrik. Entlang der künftig in diesem Planfall
mitgenutzten Straßenbahnstrecke sind folgende Änderungen zu berücksichtigen:

1.    Keine Andienung der Haltestellen:
      ►   Am Kupferhammer,
      ►   Lindenberg,
      ►   Forstfeldstraße,
      ►   Kaufungen Industriestraße,
      ►   und Niederkaufungen Mitte.

2.    Nutzung der Umfahrung Kaufungen ohne Andienung der Haltestellen:
      ►   Rieckswiesen,
      ►   Gesamtschule,
      ►   und Oberkaufungen Mitte.


6.1       Infrastrukturmaßnahmen

In diesem Kapitel werden die Infrastrukturmaßnahmen für den Planfall 1b vorge-
stellt. Nicht erwähnte Infrastrukturelemente im Bestand bleiben unverändert.


           Abschnitt Am Stern bis Kaufungen Papierfabrik

In diesem Streckenabschnitt sind keine Aus- oder Umbaumaßnahmen an der
Gleisinfrastruktur geplant.


           Kaufungen Papierfabrik

Die infrastrukturellen Maßnahmen entsprechen denen des Planfalls 1a aus dem
Kapitel 5.1.2, mit der Ergänzung, dass dieser Abschnitt nur mit Straßenbahnen mit
PZB- Ausrüstung befahrbar ist.




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Planfall 1b – Straßenbahn Expresslinie


           Abschnitt Kaufungen Papierfabrik bis Niederkaufun-
           gen

Zur Erhöhung der betrieblichen Stabilität wird auch im Planfall 1b eine Verlänge-
rung des bestehenden zweigleisigen Abschnittes im Anschluss an die Papierfabrik
empfohlen. Die infrastrukturellen Maßnahmen entsprechen denen des Planfalls 1a
aus dem Kapitel 5.1.3.


           Niederkaufungen

Im Bereich Niederkaufungen ist im Planfall 1b aufgrund der Türanordnung der Stra-
ßenbahnfahrzeuge nur auf dem bahnrechten Bahngleis 122 ein Halt am Bahnsteig
möglich. Im Rahmen der Auftaktbesprechung am 15.10.2018 in Kassel wurde von
Seiten des Auftraggebers zwar darauf hingewiesen, dass die Straßenbahnfahr-
zeuge in Kassel zum Teil Zweirichtungsfahrzeuge sind, da jedoch dies nicht alle
Fahrzeuge betrifft, soll in der Studie generell von Einrichtungsfahrzeugen ausge-
gangen werden (ausgenommen Fahrten der Linie 4 bis Oberkaufungen). Somit ist
für die Variante 1b ein Gleiswechsel zwingend notwendig, um im Weiteren die Um-
fahrung Kaufungen befahren zu können.

Die infrastrukturellen Maßnahmen entsprechen denen des Planfalls 1a aus dem
Kapitel 5.1.4.


           Umfahrung Kaufungen

Die infrastrukturellen Maßnahmen entsprechen denen des Planfalls 1a aus dem
Kapitel 5.1.5.


           Oberkaufungen

Im Planfall 1b ist die Nutzung der Umfahrung Kaufungen mit Straßenbahnfahrzeu-
gen vorgesehen. Die grundsätzlichen Ausführungen zu einem möglichen Gleis-
wechsel aus dem Planfall 1a gelten auch in dieser Variante (siehe Kapitel 5.1.6).
Die Einrichtungsfahrzeuge der Straßenbahn bedingen jedoch die Errichtung von
zwei Außenbahnsteigen. Abweichend vom Planfall 1a werden daher zwei sich
leicht versetzt gegenüberliegende Bahnsteige empfohlen. Die Anordnung wurde so
gewählt, dass insbesondere der vorhandene Parkplatz im Nordosten an der Niester
Straße erhalten bleiben kann. Neu zu errichten ist allerdings nur der nördliche
Bahnsteig. Analog zum Planfall 1a ist der vorhandene Bahnsteig an Gleis 132 rück-
seitig am EBO-Gleis 133 um ca. 30 m zu verlängern. Auf der Nordseite ist die be-
stehende Fahrradbox im Zuge der Errichtung des bahnlinken Bahnsteiges zu ver-




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Planfall 1b – Straßenbahn Expresslinie


setzen. Der Gleisabstand muss auch hier EBO-Anforderungen genügen, damit wei-
terhin ein Betrieb mit Güterzügen möglich bleibt. Um eine barrierefreien Einstieg mit
Straßenbahnen nach dem Regelwerk der BOStrab zu gewährleisten ist aus diesem
Grund in beiden Fahrtrichtungen ein 6-Schienen-Gleissystem erforderlich. Die
Bahnsteigmaße entsprechen den generell im Rahmen der Studie verwendeten Ab-
messungen.




Abbildung 21: Planung zweier Außenbahnsteige mit 6-Schienen-Gleissystem für Straßenbahn an der Haltestelle
               Bahnhof Oberkaufungen




             Helsa

Die infrastrukturellen Maßnahmen entsprechen denen des Planfalls 1a aus dem
Kapitel 5.1.7.


             Abschnitt zwischen Helsa Eschenstruth und Hes-
             sisch-Lichtenau Fürstenhagen

Aus Gründen der betrieblichen Stabilität wurde von Seiten des NVV eine Verlegung
der Kreuzung der RegioTram nach Hessisch-Lichtenau Fürstenhagen vorgeschla-
gen. Die Notwendigkeit ergibt sich aus der geplanten Beschleunigung der Trasse
vor Hessisch-Lichtenau Fürstenhagen und der sich daraus verschiebenden Kreu-
zung in Richtung des Bahnhofs Helsa Eschenstruth. Aufgrund der topografisch sehr
schwierigen Verhältnisse und der Wohnbebauung entlang der Trasse in Hessisch-
Lichtenau Fürstenhagen wird ein neuer zweigleisiger Abschnitt zwischen
Helsa Eschenstruth und Hessisch-Lichtenau Fürstenhagen empfohlen. Der bei
Helsa Eschenstruth vorhandene Gleiszusammenschluss an der Weiche W214 bei
km 30+450 wird um ca. 1.450 m in Richtung Hessisch-Lichtenau verlegt. Mit einem
Gleisabstand von 4 m wird in diesem Abschnitt bis ungefähr zum Beginn der Be-
bauung von Hessisch-Lichtenau Fürstenhagen ein zweites Gleis errichtet. Bei
km 32+850 kommt anschließend eine neu geplante Weiche (EW 760) zum Liegen.
Neben der ebenfalls neu zu errichtenden Oberleitung sind Anpassungen an den




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Planfall 1b – Straßenbahn Expresslinie


Signalstandorten und an der Signaltechnik notwendig. Die Topografie des Gelän-
des ist in diesem Streckenabschnitt anspruchsvoll. Die Strecke umfährt hier einen
nördlich gelegenen Berg. Durch das zweite Gleis sind entsprechende Einschnitte
und Erdbewegungen notwendig. Aufgrund fehlender Vermessung kann in diesem
Planungsstadium nur grob der nötige Aufwand geschätzt werden.




Abbildung 22: Verlängerung zweigleisiger Abschnitt zwischen Helsa Eschenstruth und Hessisch-Lichtenau Fürs-
               tenhagen




             Hessisch-Lichtenau

Der Planfall 1b unterscheidet sich vom Planfall 1a dahingehend, dass der Einstieg
in die Straßenbahn nur einseitig rechts erfolgt. Somit ist die Option eines Außen-
bahnsteiges auf der bahnlinken Seite nicht möglich. Geplant wird daher am neuen
Umfahrungsgleis ein einseitig nutzbarer Bahnsteig in Mittellage mit einer Breite von
3,50 m. Um ungewolltes Betreten des Straßenbahngleises zu unterbinden, ist an
der Rückseite des Bahnsteiges die Errichtung eines Zaunes vorgesehen. Analog zu
den Maßnahmen in den anderen Planfällen sind auch im Planfall 1b ein zweites
Gleis mit einer Länge von 130 m und zwei neue Weichen vorgesehen. Aufgrund




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der neuen Weiche bei km 35+700 sind im Planfall 1b jedoch nur drei Zugangsmög-
lichkeiten (Treppe bzw. Rampe) möglich. Am Zugang Ost verbindet einer neu ge-
planter Reisendenüberweg den Bahnsteig mit dem Festplatz.




Abbildung 23: Planung der Bahnsteige für die Straßenbahn in Hessisch-Lichtenau




              Kostenschätzung

Die geschätzten Kosten für die Infrastrukturmaßnahmen des Planfall 1b können der
nachfolgenden Übersicht entnommen werden:
                                           Maßnahme                                        Kostenschätzung

           Austausch verschließbare Weiche                                                         225.600,00 €
           Bahnhof Niederkaufungen                                                                 520.000,00 €
           Umfahrung Kaufungen Ertüchtigung auf 80 km/h                                          1.868.000,00 €
           Bahnhof Oberkaufungen (2 Außenbahnsteige)                                             1.535.000,00 €
           Bahnhof Helsa                                                                         1.730.000,00 €
           Helsa Eschenstruth bis H.-L. Fürstenhagen Verlängerung 2-gleisiger Abschnitt          4.647.000,00 €
           Hessisch-Lichtenau Wendeschleife Bürgerhaus (Mittelbahnsteig)                           976.000,00 €
           Leit- und Sicherungstechnik (in 1b von ZPP LauPlan)                                           0,00 €

                                                                    Zwischensumme I             11.600.000,00 €

       30% Unvorhergesehenes/ Risiken                                                            3.480.000,00 €

                                                                    Zwischensumme II            15.080.000,00 €

       25% Planungs-, Verwaltungs- und Baunebenkosten                                            3.770.000,00 €

                                                                               Summe            18.900.000,00 €


Tabelle 7: Maßnahmen und Kosten Planfall 1b




 TTK GmbH 03/21                                                                                                    Seite 46/98
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