endbericht-machbarkeitsstudie-waldkappeler-bahn-final
Dieses Dokument ist Teil der Anfrage „Veröffentlichung Machbarkeitsstudien Reaktivierung von Schienenstrecken in Nordhessen“
Planfall 2a – RegioTram Expresslinie ab Sandershäuser Straße
► Aufstellung von Lichtzeichen einschl. eventueller Seitenlichter für die Neben-
straßen,
► Montage von Halbschranken bzw. von Fußgängerschranken,
► Aufstellung je eines Schalthauses,
► Erneuerung oder Neubau von Kabelwegen, Straßen- und Gleisquerungen
einschl. Schächte,
► Neubau des BÜ-Belages (bspw. Strail-Platten),
► Erneuerung der angrenzenden Straßenbefestigung,
► ggf. Anpassung der bestehenden Straßenentwässerung.
Die BÜ-Sicherung ist in die Steuerung des zu errichtenden DSTW in Bettenhausen
einzubinden. Hierzu sind in einer künftigen Planungsphase Abstimmungen und Pla-
nungen zwischen der LST und dem zu errichtenden DSTW notwendig. Aufgrund
fehlender Planungen zum DSTW werden die Kosten hierfür nur grob auf Basis von
BÜ-Planungen anderer Projekte abgeschätzt.
Für die neuen Bahnübergänge, bestehend aus:
► BÜ-Innenanlage,
► BÜ-Außenanlage,
► und Verkehrsanlage (Tiefbau und Straßenoberbau),
wird jeweils eine Summe von ca. 360.000 € geschätzt.
Heinrich-Steul-Straße
Entlang der Leipziger Straße befindet sich an der heutigen Straßenbahnstrecke be-
reits die Haltestelle Lindenberg. Auf Seiten der Lossetalbahn ist eine korrespondie-
rende weitere Haltstelle im Bereich der Wohnanlage an der Heinrich-Steul-Straße
vorgesehen. Aufgrund des dort zu erwartenden Fahrgastpotenzials ist die Herstel-
lung einer neuen Haltestelle an dieser Stelle sinnvoll. Dieser Halt gilt für die Regi-
oTram in den Planfällen 2a, 2b und 3.
Die Bahntrasse verläuft in diesem Abschnitt, ungefähr bei km 14+150, in einem
Linksbogen. Baulich wird der Bahnsteig bahnrechts in der Freifläche zwischen dem
Gleis und Straße angelegt. Die Zuwegung zur Heinrich-Steul-Straße erfolgt sowohl
über einen Treppenzugang, als auch über eine Rampe. Dies wird vorgeschlagen,
da der zu überwindende Höhenunterschied eine längere Rampenlösung bedingt.
Für nicht mobilitätseingeschränkte Personen bietet sich daher hier ein zweiter und
somit kürzerer Zugang an.
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Planfall 2a – RegioTram Expresslinie ab Sandershäuser Straße Abbildung 32: neue Haltestelle an der Heinrich-Steul-Straße Die straßenseitig günstigere Anbindung wäre ein Halt in Höhe des Kreisverkehrs am Forstbachweg/ Faustmühlenweg. Für die Errichtung eines Außenbahnsteiges an dieser Stelle ist jedoch die Topografie eher ungeeignet. Die Bahntrasse über- quert über eine EÜ hier den Abzweig von der B7. Entsprechend befinden sich die Gleisanlagen und in der Folge ein neuer Bahnsteig auf einer erhöhten Dammlage. Um die Haltemöglichkeit trotzdem im Bereich der Straße anzusiedeln, wäre ein grö- ßerer Eingriff in die angrenzenden privaten Grundstücke notwendig. Analog den Bahnsteigplanungen zur Messe Kassel im Planfall 3 ist der Bahnsteig einschließlich seiner barrierefreien Zuwegung nur mit hohen Stützwänden (Höhe ca. 8 m) umsetz- bar. Die Treppenanlage würde hier aus ca. 40 Stufen bestehen. Kostentechnisch ist dies Variante als sehr aufwändig einzuschätzen, zumal ein höheres Potenzial an Fahrgästen am Hochhauskomplex „Wohnschlange“ zu erwarten ist. Zudem ist unsi- cher, ob ein Grunderwerb von Privat in dem Bereich realisierbar ist. Aufgrund der zu erwartenden niedrigeren Baukosten und dem größeren Fahrgast- potential wird eine Haltestelle an der Heinrich-Steul-Straße als Vorzugsvariante empfohlen. TTK GmbH 03/21 Seite 58/98
Planfall 2a – RegioTram Expresslinie ab Sandershäuser Straße
Kaufungen Papierfabrik
In den Varianten 2a, 2b und 3 wird nicht die innerstädtische Straßenbahntrasse in
der Leipziger Straße genutzt. Stattdessen fahren die vorgesehenen Zweisystem-
fahrzeuge der RegioTram über die teils parallel verlaufende Lossetalbahn. Auf-
grund der Tatsache, dass es die DB AG nicht erlaubt, einen Bahnsteig an der EBO-
Trasse an der Haltestelle Kaufungen Papierfabrik zu errichten, kommt nur die Nut-
zung der bestehenden Haltestelle der Straßenbahn in Betracht. Dadurch ist aber
ein bisher nicht vorhandener Gleiswechsel zwischen der Lossetalbahn und der
Straßenbahn herzustellen.
Aus Kassel kommend wird die erste Weichenverbindung vom bahnrechten Losse-
talbahngleis zum bahnrechten Straßenbahngleis hergestellt. Anschließend erfolgt
eine weitere Gleisverbindung über Weichen zwischen den zwei Straßenbahnglei-
sen 101 und 102. Durch diese Infrastrukturmaßnahmen ist ein Befahren des Losse-
talbahngleises in beiden Richtungen und ein Wechsel auf die Straßenbahngleise
möglich. Die neuen Gleiswechsel sind neu zu signalisieren und in das Stellwerk
Oberkaufungen einzubinden.
Abbildung 33: neue Gleiswechsel im Bereich Kaufungen Papierfabrik
Generell wird es hier eine Vermischung zwischen EBO und BOStrab geben. Die
künftige Betriebsgrenze zwischen der EBO und der BOStrab wird im Bereich des
ersten Gleiswechsels bei km 15+200 vorgesehen (siehe Streckenband Signalisie-
rung in der Anlage). Dieser Abschnitt endet ca. bei km 16+300 nach dem Bahnsteig
an der Haltestelle Industriestraße. Der gesamte Abschnitt einschließlich der Halte-
stellen Kaufungen Papierfabrik und Kaufungen Industriestraße liegt somit im
BOStrab-Bereich.
Im Bereich der Signalisierung sind in Fahrtrichtung Hessisch-Lichtenau folgende
Maßnahmen notwendig. Bei km 14+980 sind drei Einfahrsignale aufzustellen. Je
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Planfall 2a – RegioTram Expresslinie ab Sandershäuser Straße ein Signal für die EBO-Bahnen, als auch ein Signal für BOStrab-Bahnen. Das ent- sprechende Vorsignal auf der EBO-Strecke der Lossetalbahn befindet sich in einem Abstand von 700 m bei km 14+280. Je nach Fahrstraßeneinstellung ist eines der Signale zur Vermeidung von widersprüchlichen Vorgaben betrieblich abzuschalten. Nach der Einfahrt in das BOStrab-Gleis 102 ist ab km 15+200 nur ein Befahren mit 70 km/h weiter möglich. Am Ende des Bahnsteiges an der Papierfabrik wird ein neues VDV-Signal aufgestellt. Dies ersetzt das bisherige Vorsignal 1N2 nach der abzweigenden Weiche in die Wendeschleife. Am Bahnsteigende der Haltestelle In- dustriestraße wechselt die Betriebsordnung wieder von BOStrab zur EBO. Somit ist nach der Ausfahrt aus dem Gleis 102 über die Weiche W101 eine Weiterfahrt im Gleis 104 mit 80 km/h wieder möglich. In der Gegenrichtung ist ein neues Einfahrsignal bei km 16+000 aufzustellen, dass zugehörige Vorsignal befindet sich künftig bei km 16+700. Ab diesem Punkt beginnt auch der BOStrab-Abschnitt in Richtung Kassel. Somit verläuft die Betriebsgrenze zwischen EBO und BOStrab zwischen den Gleisen 101 und 102 sowie zwischen den Kilometrierungen 16+330 und 16+700. Die Ein- und Ausfahrt aus der Wende- schleife ist zwecks Absicherung zum Streckengleis mit einem VDV-Signal zu si- chern. Nach dem Bahnsteig an der Papierfabrik werden in Fahrtrichtung Kassel zwei neue Ausfahrsignale bei km 15+640 vorgesehen. Diese sichern die die Wei- chen am neuen Gleiswechsel auf Höhe Kilometer 15+400. Es handelt sich dabei um ein VDV-Signal für die Weiterfahrt auf den Straßenbahngleisen und ein EBO- Signal für die Weiterfahrt auf dem Gleis der Lossetalbahn. Je nach eingestellter Fahrstraße ist eines der beiden Signale betrieblich abzuschalten, um keine wider- sprüchlichen Signalbegriffe anzuzeigen. Das südwestlich liegende Industriegleis 105 ist in Richtung Kassel mit einem Aus- fahrsignal bei km 15+434 gegenüber der Weichenverbindung zwischen dem EBO- und dem BOStrab-Gleis zu sichern. In Gegenrichtung sind keine Maßnahmen ge- plant. Das Vor- und das Hauptsignal des Industriegleises sind gemäß Definition, da Absicherung der EBO-Gleise, auch als EBO-Signal zu planen. Die rechtlichen und stellwerkstechnischen Abhängigkeiten aufgrund der Lage im Bahnhofsbereich nach der Betriebsordnung BOStrab sind noch genauer zu klären. Gleiches gilt für die Einbindung aller Signale in das Stellwerk. Dies bedeutet, dass auch die BOStrab- Signale aufgrund ihrer Flankenschutzfunktion im Stellwerk integriert sein müssen. Zwischen dem Bahnhof Bettenhausen und Kaufungen Papierfabrik verkehrt heute ein Güterzugpaar, welches diesen Abschnitt mittels Zugleitbetrieb unabhängig vom Straßenbahnverkehr befährt. Für einen vertakteten Stadtbahnverkehr ist dieser Streckenabschnitt mit Streckenblock auszurüsten. Die Voruntersuchung der Fahr- zeiten und Trassenlagen ergab, dass auf diesem Abschnitt eine zusätzliche Block- stelle notwendig ist. Die vorliegende Planung stellt einen ersten fachlichen Vorschlag dar. Eine tieferge- hende LST-Planung übersteigt jedoch den Rahmen der Machbarkeitsstudie. TTK GmbH 03/21 Seite 60/98
Planfall 2a – RegioTram Expresslinie ab Sandershäuser Straße
Zur Beschleunigung wird im Weiteren vorgesehen, dass die aus dem Gleis 102 in
die Wendeschleife abzweigende Weiche, welche aufgrund der Nichtverschließbar-
keit nur mit 10 km/h überfahrbar ist, künftig durch eine verschließbare und somit
schneller befahrbare Weiche ersetzt wird.
Abschnitt Kaufungen Papierfabrik bis Niederkaufun-
gen
Die infrastrukturellen Maßnahmen entsprechen denen des Planfalls 1a aus dem
Kapitel 5.1.3.
Niederkaufungen
Die infrastrukturellen Maßnahmen entsprechen denen des Planfalls 1a aus dem
Kapitel 5.1.4.
Umfahrung Kaufungen
Die infrastrukturellen Maßnahmen entsprechen denen des Planfalls 1a aus dem
Kapitel 5.1.5.
Oberkaufungen
Die infrastrukturellen Maßnahmen entsprechen denen des Planfalls 1a aus dem
Kapitel 5.1.6.
Helsa
Die infrastrukturellen Maßnahmen entsprechen denen des Planfalls 1a aus dem
Kapitel 5.1.7.
Abschnitt zwischen Helsa Waldhof und
Helsa Eschenstruth
Die infrastrukturellen Maßnahmen entsprechen denen des Planfalls 1a aus dem
Kapitel 5.1.8.
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Planfall 2a – RegioTram Expresslinie ab Sandershäuser Straße
Hessisch-Lichtenau
Die infrastrukturellen Maßnahmen entsprechen denen des Planfalls 1a aus dem
Kapitel 5.1.9.
Kostenschätzung
Die geschätzten Kosten für die Infrastrukturmaßnahmen des Planfall 2a können der
nachfolgenden Übersicht entnommen werden:
Maßnahme Kostenschätzung
Anschluss Leipziger Straße 2.294.000,00 €
BÜ Ochshäuser Straße 360.000,00 €
Bft Ochshäuser Straße 270.000,00 €
BÜ Forstfeldstraße 360.000,00 €
Haltepunkt Heinrich-Steul-Straße 324.000,00 €
Kaufungen Papierfabrik mit Gleiswechsel 1.491.000,00 €
Bahnhof Niederkaufungen 520.000,00 €
Umfahrung Kaufungen Ertüchtigung auf 80 km/h 1.868.000,00 €
Bahnhof Oberkaufungen (1 Außenbahnsteig) 95.000,00 €
Bahnhof Helsa 1.730.000,00 €
Helsa Waldhof bis Helsa Eschenstruth Verlängerung 2-gleisiger Abschnitt 1.392.000,00 €
Hessisch-Lichtenau Haltestelle Bürgerhaus (2 Außenbahnsteige) 908.000,00 €
Leit- und Sicherungstechnik 426.065,00 €
ESTW 0,00 €
Zwischensumme I 12.100.000,00 €
30% Unvorhergesehenes/ Risiken 3.630.000,00 €
Zwischensumme II 15.730.000,00 €
25% Planungs-, Verwaltungs- und Baunebenkosten 3.932.500,00 €
Summe 19.700.000,00 €
Tabelle 10: Maßnahmen und Kosten Planfall 2a
Für das neu zu errichtende Stellwerk in Bettenhausen – gilt auch für die Planfälle
2b und 3 - (elektronisch oder zukünftig digital) wurden aufgrund der Komplexität
und nicht absehbaren Anforderungen für keinen der Planfälle Kosten angesetzt.
Hierzu sind umfangreiche Abstimmungen und Planungen mit der DB AG erforder-
lich, um einen belastbaren Kostenansatz zu erhalten.
7.2 Betrieb
Betriebskonzept
Die Züge der RT5 verkehren stündlich zwischen Melsungen und Hessisch-Lich-
tenau, zwischen Kaufungen Papierfabrik und dem Bahnhof in Oberkaufungen als
Expressverbindung. Dabei werden in diesem Planfall im Bereich zwischen San-
dershäuser Straße und Kaufungen Papierfabrik die Gleise der Lossetalbahn ge-
nutzt. Die Fahrlage ist an die Trassenlage zwischen Melsungen und dem Haupt-
bahnhof in Kassel im Bestandsfahrplan der RT5 gebunden. Unter Einbeziehung der
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Planfall 2a – RegioTram Expresslinie ab Sandershäuser Straße errechneten Fahrtzeit im Stadtgebiet Kassel (Express), muss die Abfahrt bzw. An- kunft in Kaufungen Papierfabrik in diesem Planfall daher zur Minute 00 erfolgen. Die Linie 4 verkehrt weiterhin mit Bedienung aller Unterwegshalte im 15-Minuten- Takt bis Bahnhof Oberkaufungen. Pro Stunde verkehren zwei Fahrten darüber hin- aus bis Helsa, eine Fahrt bis Hessisch-Lichtenau. Die Abfahrtszeiten in Kaufungen Papierfabrik entsprechen dem Bestandsfahrplan. Abbildung 34: Ausschnitt aus dem Bildfahrplan Planfall 2a, Grüne Linie = RT5, Pinke Linie = Linie 4 Die Wendezeit in Hessisch-Lichtenau beträgt 6 Minuten für die RegioTram, 15 Mi- nuten für die Straßenbahn. Die Züge der RegioTram kreuzen sich untereinander in Kaufungen Papierfabrik, die Zugkreuzung mit der Straßenbahn erfolgt im Bereich Helsa Eschenstruth. Auf der Relation Kassel Stadtmitte – Hessisch-Lichtenau wird bei den Expressfahr- ten durch die Nutzung der Lossetalbahn ab der Sandershäuser Straße bis Kaufun- gen Papierfabrik, der Umfahrung Kaufungen, dem Auslassen von Unterwegshalten sowie aufgrund einzelner Infrastrukturmaßnahmen eine Fahrtzeitersparnis von ca. 6 Minuten im Vergleich zum Status quo erreicht. Die infrastrukturell aufwendige Ausfädelung auf die Lossetalbahn führt somit zu keinen zusätzlichen Fahrt- zeitgewinnen im Gesamtkorridor. TTK GmbH 03/21 Seite 63/98
Planfall 2a – RegioTram Expresslinie ab Sandershäuser Straße
Fahrtzeit Fahrtzeit Fahrtzeit
Linie Platz d. Dt. Einheit – Kaufungen Papierfabrik – Platz d. Dt. Einheit –
Kaufungen Papierfabrik Hessisch Lichtenau Hessisch-Lichtenau
Tram 4 10-11 32 42-43
Tram 8 10-11 - -
RT 5 9 27 36
Tabelle 11: Fahrtzeiten Planfall 2a (Spannweiten = unterschiedliche Fahrtzeiten je nach Fahrtrichtung)
Die Beförderungszeit zwischen der Haltestelle Platz der Deutschen Einheit und der
Haltestelle Hessisch-Lichtenau Bürgerhaus reduziert sich auf 36 Minuten. Zusätz-
lich wird eine umsteigefreie Verbindung zwischen Kassel Hauptbahnhof und dem
Untersuchungsraum geschaffen, die Beförderungszeit zwischen Hauptbahnhof und
Hessisch-Lichtenau Bürgerhaus reduziert sich von bisher 56 Minuten auf 45 Minu-
ten.
Mengengerüst
Die Betriebszeiten der RT5 sind an Montagen bis Freitagen von ca. 5:00 bis 23:00
Uhr, an Samstagen von ca. 6:00 bis 23:00 Uhr und an Sonntagen von ca. 7:00 bis
23:00 Uhr. An Montagen bis Freitagen zwischen 7:00 und 21:00 Uhr und an Sams-
tagen zwischen 10:00 und 17:00 Uhr verkehren zudem stündliche Kurzläufer bis
Leipziger Platz, so dass zwischen Melsungen und Kassel wie im Status quo ein 30-
Minuten-Takt besteht.
Tabelle 12: Betriebliches Mengengerüst Planfall 2a
Pro Jahr steigen die Fahrplankilometer der RT5 um 330.011 km. Die Fahrzeuge
vom Typ Alstom RegioCitadis können nach EBO betrieben werden und sind für den
Betrieb im Untersuchungsraum geeignet. Angenommen, dass jede Fahrt in Ein-
fachtraktion gefahren wird, wird ein neues Fahrzeug benötigt um einen zusätzlichen
Umlauf bedienen zu können.
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Planfall 2a – RegioTram Expresslinie ab Sandershäuser Straße Durch den Wegfall einzelner Straßenbahnverbindungen zwischen Oberkaufungen und Hessisch-Lichtenau reduzieren sich die Fahrplankilometer der Straßenbahnli- nie 4 im Vergleich zum Ohnefall um 103.400 Kilometer. Es wird ein Umlauf einge- spart. TTK GmbH 03/21 Seite 65/98
Planfall 2b – RegioTram Expresslinie ab Ochshäuser Straße
8 Planfall 2b – RegioTram Expresslinie ab Ochs-
häuser Straße
Im Planfall 2b ist die Einrichtung einer Expressverbindung zwischen der Kasseler
Innenstadt und Hessisch-Lichtenau vorgesehen. Dafür wird die bisherige Strecken-
führung der RegioTram-Linie 5 (RT5) ab der Haltestelle Scheidemannplatz zur Hal-
testelle Auestadion aufgegeben. Stattdessen fährt sie von Kassel Hauptbahnhof
kommend ab dem Scheidemannplatz über den Lutherplatz zur Haltestelle Am
Stern. Von dort folgt die RT5 dem Streckenverlauf der Linie 4 mit folgenden Ände-
rungen:
1. Neuer Abzweig und Nutzung der Lossetalbahn
► nach dem Leipziger Platz zweigt die RT5 ab und fädelt über eine neu zu
errichtende Verbindungsstrecke auf die Strecke der Lossetalbahn ein.
2. Neue Andienung bzw. Errichtung der Haltestellen:
► Heinrich-Steul-Straße.
3. Keine Andienung der Haltestellen:
► Kaufungen Industriestraße,
► und Niederkaufungen Mitte.
4. Nutzung der Umfahrung Kaufungen ohne Andienung der Haltestellen:
► Rieckswiesen,
► Gesamtschule,
► und Oberkaufungen Mitte.
8.1 Infrastrukturmaßnahmen
In diesem Kapitel werden die Infrastrukturmaßnahmen für den Planfall 2b vorge-
stellt. Nicht erwähnte Infrastrukturelemente im Bestand bleiben unverändert.
Hinweis zum Planfall 2b:
Die Maßnahmen des Planfalls 2b im Bereich Bahnhof Bettenhausen bedin-
gen in jedem Falle eine Einbindung der Signaltechnik in das Stellwerk Betten-
hausen. Das Stellwerk, Baujahr um 1910, ist allerdings eines der ältesten
Stellwerke in Deutschland. Nach Aussage der DB AG ist es nicht mehr um-
baufähig. Die Deutsche Bahn beabsichtigt auch auf Sicht kein Ersatzbau
durch ein modernes DSTW. Alle nachfolgenden Planungen im Planfall 2b,
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