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Dieses Dokument ist Teil der Anfrage „Abschaffung Bargeldzahlung in Bussen seit 2024

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Vertriebskonzept ANDI




6.3      Prüfgeräte

6.3.1    Prüfhardware

Die Prüfgeräte der Verkehrsunternehmen sind entsprechend anzupassen, grundsätzlich ist eine
Online-Abfrage möglich.


6.3.2    Prüfapp

Aktuell gibt es Überlegungen, eine App zur Prüfung anzubieten. Konkrete Pläne oder Anforde-
rungen an die Umsetzung existieren derzeit noch nicht. Der Einsatz einer App ist unter Umstän-
den zu einem späteren Zeitpunkt möglich.


6.3.3    EFAD

Im Umland ist zu prüfen, ob die EFAD-Geräte (Busdrucker) für die Prüfung (im Umland gilt wei-
terhin der Einstieg vorne) ertüchtigt werden sollten.


6.4      Servicestellen

In der Differenzierung gibt es vier Klassen:


                      -   Eigene Servicestellen mit eigenem Personal (inkl. Beratung)
                      -   Eigene Servicestellen mit Fremdpersonal (inkl. Beratung)
                      -   Servicekooperationen mit Fremdpersonal (inkl. Beratung)
                      -   Neu: Drittdienstleister mit Fremdpersonal (nur Verkauf und Aufladung
                          der ANDI-Karte, ohne Beratung)

Die ersten drei Klassen sind etabliert und im hvv durch S-Bahn, DB, Hochbahn, AKN, ME, NBE
und KVG Stade vertreten. Gemeinsames Ziel im Verbund ist es, Standard-Prozesse aus den
Servicestellen und Servicekooperationen herauszunehmen und den Fokus dort auf eine ver-
tiefte Beratung zu legen. Vor diesem Hintergrund dienen die Servicestellen nicht als Verkaufs-
möglichkeit für die ANDI-Karte. Lediglich der Drittdienstleister mit Fremdpersonal soll diese
Leistung erbringen. Dazu ist im Projekt eine Ausschreibung vorgesehen.




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Die Rücknahme der Karte bzw. die Auszahlung des Guthabens erfolgt im ersten Step aus-
schließlich in den hvv Servicestellen. Im zweiten Schritt sind die Servicekooperationen zu prü-
fen, die die Hochbahn als ZVU verantwortet.




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7          Grundlagen der Karte

7.1        Funktionsweise und Prozesse der Karte

Die ANDI-Karte bietet für den Fahrgast im Zusammenspiel mit der Verbundplattform MOSAIC
und der Infrastruktur der Verkehrsunternehmen des hvv folgende Haupt- bzw. Kernprozesse:

      •   ANDI-Karte ausgeben (am SST der HOCHBAHN)
      •   ANDI-Karte aufladen (an gekennzeichneten Fahrkartenautomaten)
      •   Guthaben anzeigen (an gekennzeichneten Fahrkartenautomaten und in den gekenn-
      zeichneten Vertriebsgeräten in den Bussen)
      • Fahrscheinkauf (gekennzeichneten Fahrkartenautomaten und an gekennzeichneten
      Vertriebsgeräten in den Bussen)
      • Selbstprüfung auf gültige Fahrscheine (an gekennzeichneten Fahrkartenautomaten und
      an gekennzeichneten Vertriebsgeräten in den Bussen)
      • Prüfung auf gültige Fahrscheine durch Prüfpersonal

      •  Erstattung des Guthabens
      •  Handling defekter ANDI-Karten
      •  Stornofunktion für personalbediente Fahrscheinverkauf im Bus (Umland)
      •  Liste von Aktivitäten mit der ANDI-Karte anzeigen (an gekennzeichneten Fahrkartenau-
      tomaten)




Zusätzlich zu den oben gelisteten Prozessen wurden Supportprozesse identifiziert, die von der
Verbundplattform MOSIAC durchgeführt, und das Ergebnis an die jeweilige Infrastruktur kom-
muniziert wird:

      ◼ Einhaltung des maximalen Aufladebetrags (Geldwäschegesetz)
      ◼ Einhaltung des Mindestaufladebetrags (neue ANDI-Karte)
      ◼ Sperrung Fahrgastkonto aufgrund von Nichtnutzung (an gekennzeichneten Fahrkarten-
          automaten)
      ◼ Anstoß von Buchungsprozessen der finanziellen Transaktionen (durch MOSAIC in PT
          Nova)
      ◼ Vollumfängliche räumliche und zeitliche Prüfung von Fahrkarten durch MOSAIC als Ser-
          vice für aufrufende Systeme, insbesondere für mobile Prüfgeräte

Der Fahrgast soll zusätzlich die Möglichkeit erhalten, eine ANDI-Karte bei Dritten (z.B. Super-
markt, Tankstellen etc.) zu erwerben und aufzuladen. Dafür soll die Verbundplattform MOSAIC
an das entsprechende Hintergrundsystem des Vertriebspartners angebunden werden und fol-
gende Prozesse unterstützen:

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Hauptprozesse (Dritte):

   ◼ ANDI-Karte ausgeben (Dritte)
   ◼ ANDI-Karte aufladen (Dritte)

Supportprozesse (Dritte):

   ◼ Einhaltung des maximalen Aufladebetrags (Geldwäschegesetz)
   ◼ Sperrung Fahrgastkonto aufgrund von Nichtnutzung
   ◼ Einhaltung des Mindestaufladebetrags (wenn nötig)
   ◼ Anstoß von Buchungsprozessen der finanziellen Transaktionen (durch MOSIAC in PT
       Nova)




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8        Technische Grundlagen

8.1      Überblick

Der Projektname ANDI steht für Anonyme Digitaltickets und basiert auf dem Ansatz des ID-Ba-
sed Ticketing. Aus Fahrgastsicht ist die ANDI-Prepaid-Karte der zentrale Dreh- und Angelpunkt.
Einen ersten grundlegenden Überblick gibt die nachfolgende Grafik




Abbildung 5: Überblick technische Grundlagen ANDI


8.2      ID Based Ticketing

Mit dem Begriff ID-Based Ticketing werden Ticketing-Systeme definiert, die alle Daten ein-
schließlich der vollständigen Tariflogik ausschließlich in einem Hintergrundsystem speichern (für
die ANDI-Karte in der Verbundplattform MOSAIC). Für jede Kundenkarte besteht ein eindeutig
zugeordnetes Konto (ID), auf welchem das aktuelle Guthaben und erworbene Produkte gespei-
chert sind. Die Karte selbst dient lediglich der eindeutigen Identifikation des Nutzerkontos (da-
her ID-basiert). Um Fahrkarten zu erwerben oder Wertaufladungen zu tätigen, sendet das Fahr-
gastterminal eine entsprechende Anfrage an die zentrale Verbundplattform. Diese prüft die An-
frage in Echtzeit, stößt erforderliche Buchungen an und sendet eine entsprechende Antwort an
das Endgerät zurück. Das Endgerät greift dabei auf das Kartenmedium nur lesend zu.




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8.3       Mifare Karte

ANDI basiert auf einer RFID-Karte vom Typ MIFARE Ultralight des Herstellers NXP Semi-
conductors. MIFARE ist weltweit eine der meistgenutzten Chipkartentechniken für kontaktlose
Karten und zählt weltweit mehr als 10 Milliarden verkaufte Karten. Die Karte wurde speziell für
den kontaktlosen Fahrscheinkauf im öffentlichen Nahverkehr entwickelt.

Zur Auswahl standen die Mifare Ultralight EV1 und die Mifare Ultralight C Karte. Weitere Karten,
wie die Mifare DESfire EV3 und die bestehende VDV KA Karte wurden in den Auswahlprozess
mit aufgenommen.

Die Auswahlkriterien für die Karte waren:

      ◼ Standard im ÖPNV
      ◼ Technologie
      ◼ Sicherheit
      ◼ Speichergröße
      ◼ Preis

Alle zur Auswahl stehenden Karten sind Standard für die Nutzung im ÖPNV und setzen die
Technologie ein, die bereits durch die Nutzung der VDV KA Karte im hvv eingesetzt wird. Um
eine Emulation der Karte mit dem Smartphone zu verhindern, wurde festgelegt, dass der Spei-
cherbereich der Karte verschlüsselt sein soll. Dies erfüllt die Ultralight EV1 Karte nicht und fiel
dadurch aus der Auswahl heraus. Der Speicherbereich der Karte ist insofern relevant, da bei
der Produktion Daten in diesen geschrieben werden sollen. Im Betrieb der Karte durch den
Fahrgast spielt der Speicher keine Rolle, da alle Daten im Verbundsystem MOSAIC gehalten
werden und nichts auf die Karte geschrieben wird. Alle noch zur Auswahl stehenden Karten er-
füllen die Anforderungen an die Speichergröße. Somit ist der Preis der Karte entscheidend.

Die Mifare Ultralight C Karte ist von den zur Auswahl stehenden Karten die günstigste und
wurde als ANDI-Karte ausgewählt.




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8.4      Verbundplattform MOSAIC

Die Hochbahn hatte bereits den Auftrag erhalten, ein System zu entwickeln, dass die Digitalisie-
rungsstrategie des hvv in Form einer digitalen Mobilitätsplattform unterstützt und dort die vor-
handenen Mobilitätsangebote bündelt. Aus diesem Grund wurde mit der Entwicklung eines Mo-
bility and Sales Integration Cluster (MOSAIC) begonnen.

Die Verbundplattform MOSAIC wurde ausgewählt, um das Fahrgastkonto für ANDI zu führen.
Das Fahrgastkonto wird mit der ANDI-Karte verknüpft und speichert alle die Karte betreffenden
Informationen zentral. Auf das Fahrgastkonto wird online und anonym mit der ID der ANDI-
Karte zugegriffen. Es werden keinerlei personenbezogene Daten am ID-Konto gespeichert.


8.5      Rahmenbedingungen Online Prüfung

Für eine funktionsfähige Anwendung erfordert ANDI eine bestehende Onlineanbindung an das
Hintergrundsystem MOSAIC. Das gilt für den Verkauf und die Aufladung der Karte ebenso wie
für den Erwerb einer Fahrkarte. Aber auch für die Prüfung einer ANDI Karte wird eine beste-
hende Onlineverbindung benötigt. Eine Übersicht der Anforderungen gibt nachfolgende Grafik




Abbildung 6: Rahmenbedingungen der Online-Prüfung




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