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Dieses Dokument ist Teil der Anfrage „Stand des Regierungsvorhabens „Umweltqualitätsnorm für Arzneimittelwirkstoffe im Wasserrecht“

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Nationale Wasserstrategie



27   Glossar27
          Begriff                 Erläuterung
          Anpassung               Initiativen und Maßnahmen, die darauf abzielen, die Empfindlichkeit natürlicher und
                                  menschlicher Systeme gegenüber tatsächlichen oder erwarteten Auswirkungen (aufgrund
                                  veränderter Rahmenbedingungen der Gesetzgebung, der Gesellschaft oder des Klimas,
                                  veralteter Strukturen oder Technologien) zu verringern. Es können verschiedene Arten von
                                  Anpassungen unterschieden werden, darunter vorausschauende und reaktive, private und
                                  öffentliche, autonome und geplante Maßnahmen. 28      12F




          Anreize                 Das Bindeglied zwischen Motiven (im Sinne von Bedürfnissen) und Motivation, das Verhalten
                                  beeinflussend. Öffentliche finanzielle Anreize zur Förderung der nachhaltigen#
                                  Wassernutzungen# können Abgaben, Steuern und Förderprogramme umfassen; hinzu kommen
                                  andere – nicht finanzielle – Arten der Anreize wie z. B. die öffentliche Anerkennung von
                                  Handlungen, etwa durch Preisverleihungen. 29  13F




          Bewirtschaftung         Nachhaltige und wertschöpfende Verwaltung und Nutzung von Ressourcen nach dem
                                  Sparsamkeitsgrundsatz.
                                  Wasserbezogene Bedeutung: Bewirtschaftung aller künstlichen und natürlichen Wasser-
                                  (teil-)kreisläufe unter Beachtung von drei wesentlichen Zielsetzungen: dem langfristigen Schutz
                                  von Wasser als Lebensraum bzw. als zentrales Element von Lebensräumen; der Sicherung von
                                  Wasser in seinen verschiedenen Facetten als Ressource für die jetzige wie für nachfolgende
                                  Generationen; der Erschließung von Optionen für eine dauerhafte, naturverträgliche
                                  wirtschaftliche und soziale Entwicklung. 30
                                                                          14F




          Bodenbiodiversität      Die Bodenbiodiversität spielt eine entscheidende Rolle für die Bereitstellung vieler wichtiger
                                  Ökosystemleistungen, wie zum Beispiel die Reinigung von Wasser, die Bodenfruchtbarkeit und
                                  die Speicherung von Kohlenstoff. Der Boden beherbergt eine große Vielfalt von Organismen –
                                  von Mikro- bis Makroorganismen und von terrestrischen bis zu aquatischen Organismen. 31
          Betriebswasser          Betriebswasser ist ein hygienisch unbedenkliches Wasser, das sowohl im Haushalt, Gewerbe und
                                  Industrieunternehmen genutzt werden kann, für Anwendungen, die nicht zwingend Wasser in
                                  Trinkwasserqualität benötigen.
          Daseinsvorsorge         Die Sicherung des allgemeinen, öffentlichen Zugangs zu existenziellen Gütern und Leistungen
                                  entsprechend der Bedürfnisse der Bürger*innen, orientiert an definierten qualitativen Standards
                                  und zu sozial verträglichen Preisen. Welche Güter und Leistungen als existenziell notwendig
                                  anzusehen sind, ist durch die politische Ebene zeitbezogen zu ermitteln. 32
                                                                                                           15F




          Flächenverbrauch        Täglicher Anstieg der Siedlungs- und Verkehrsfläche in Hektar (Indikator 11.1a der Deutschen
                                  Nachhaltigkeitsstrategie), der jährlich durch das Statistische Bundesamt in seiner Flächenstatistik
                                  ausgewiesen wird,
          Effizienz               Rationeller Umgang mit Ressourcen, mit einem integralen und medienübergreifenden # Ansatz,
                                  der nicht nur auf einzelne Ressourcen schaut.
          Eintragspfad            Es werden punktuelle und diffuse Eintragspfade unterschieden. Punktuelle Eintragspfade:
                                  Kläranlagen, industrielle Direkteinleiter, andere Direkteinleiter, z. B. Bergbau.
                                  Diffuse Eintragspfade: Erosion, Oberflächenabfluss von befestigten und nicht befestigten
                                  Flächen, Drainagen, Mischwasserüberläufe und Regenwasserkanäle, nicht angeschlossene
                                  Haushalte, Grundwasser, atmosphärische Deposition. 33       16F




          Gewässerentwicklung     Die naturnahe# Wiederherstellung von Gewässern als funktionsfähige und intakte Ökosysteme,
                                  die Berücksichtigung der Auen als natürliche Retentionsflächen und der damit verbundenen
                                  Umsetzung eines zukunftsweisenden Hochwasserschutzes sowie der Integration weiterer
                                  Belange des Allgemeinwohls, wie unterschiedliche Nutzungen, Naturschutz, Freizeit, Erholung
                                  und die Ästhetik der Gewässerlandschaften. 34   17F




          Gewässerunterhaltung    Die Pflege und Entwicklung von Gewässern mit dem Ziel der Erhaltung und Verbesserung der
                                  wasserwirtschaftlichen und naturräumlichen Funktion wie auch der Schiffbarkeit. Sie ist durch
                                  das Wasserhaushaltsgesetz und die Landeswassergesetze geregelt. Die Gewässerunterhaltung


     27 Die mit # gekennzeichneten Begriffe in diesem Dokument sind im Glossar erläutert.
     28 Nach: IPCC (2007): Klimaänderung 2007. Synthesebericht, https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/a (27.04.2021).
     29 https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/anreiz-29046.
     30 Zusammengefügt aus: UBA (2018): Nachhaltige Wasserwirtschaft, https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/wasser-

     bewirtschaften/nachhaltige-wasserwirtschaft#textpart-1 (02.06.2020); und Educalingo: Bewirtschaftung,
     https://educalingo.com/de/dic-de/bewirtschaftung (27.04.2021).
     31 https://www.feda.bio/de/was-ist-der-faktencheck-artenvielfalt/themenbereiche/bodenbiodiversitaet/
     32 Gabler Wirtschaftslexikon: Daseinsvorsorge, https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/daseinsvorsorge-28469

     (27.04.2021).
     33 https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/fluesse/nutzung-belastungen/stoffeintraege-in-gewaesser#stoffeintrage-

     deutschlandweit-quantifizieren-modellieren.
     34 LAWA (2006). Leitlinien zur Gewässerentwicklung – Ziele und Strategien, https://www.umweltministerkonferenz.de/

     umlbeschluesse/umlaufBericht2006_30.pdf (27.04.2021).


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Nationale Wasserstrategie


                                 muss sich an den Bewirtschaftungszielen der EU-WRRL (siehe §§ 27 bis 31 WHG) ausrichten und
                                 darf die Erreichung dieser Ziele nicht gefährden. 35
                                                                                    18F




     Grauwasser                  Fäkalienfreies gering verschmutztes Abwasser aus Bädern, Duschen oder Waschmaschinen, das
                                 durch Aufbereitung einer Zweitnutzung als Betriebswasser dienen kann.
     Keim                        Allgemein verwendeter Sammelbegriff für Krankheitserreger, der bei Menschen eine Infektion
                                 oder übertragbare Krankheit verursachen kann. Dies können zelluläre und subzelluläre
                                 Überträger, wie Viren, Viroide, Bakterien, Parasiten, Pilze, Protisten oder andere übertragbare
                                 Organismen sein. 36
                                                   19F




     Landschaftsgegebenheiten    Charakteristika von Naturraum oder Landschaft, bspw. Relief, Klima, Geologie,
                                 Bodenbeschaffenheit oder Landnutzung.
     Niederschlagswasser         Regenwasser sowie andere Niederschläge, die aus dem Bereich von bebauten oder befestigten
                                 Flächen gesammelt abfließen.
     Medienübergreifend          Integrative Betrachtungsweise über verschiedene Medien hinweg, hier z. B. der Umweltmedien
                                 Wasser, Klima, Luft und Boden.
     Multi-Barrieren-Prinzip     Auch Mehrbarrierensystem oder Multi-Barrieren-Konzept genannt; ist ein in der Umwelttechnik
                                 angewendetes Prinzip, bei dem mehrere, nacheinander gestaffelte Barrieren Sicherheit für die
                                 jeweils definierten Schutzgüter gewährleisten sollen. 37 2 0F




     Nachhaltigkeit              Mit Blick auf die Gesellschaft bedeutet Nachhaltigkeit, dass jede Generation ihre Aufgaben selbst
                                 löst und sie nicht den nachkommenden Generationen aufbürdet. 38 Dies beinhaltet, dass:
                                                                                                       21F




                                    • erneuerbare Ressourcen wie z. B. Wasser, Wälder oder die Fischbestände so genutzt
                                        werden, dass die Entnahme nicht größer als die Regeneration des Bestands ist;
                                    • nicht erneuerbare Ressourcen wie Mineralien oder Erdöl nur in dem Maße ausgebeutet
                                        werden, wie Ersatz (bspw. durch erneuerbare Alternativen) geschaffen wird;
                                    • Luft, Wasser und Boden nicht mehr mit Schadstoffen belastet werden, als diese durch ihre
                                        Selbstreinigungskapazität verarbeiten können. 39         22F




                                 Anschließend an den Brundtland-Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung der
                                 Vereinten Nationen beschrieb die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages „Schutz des
                                 Menschen und der Umwelt“ Nachhaltigkeit als die Konzeption einer dauerhaft zukunftsfähigen
                                 Entwicklung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Dimension menschlicher Existenz. 40       23F




                                 Seit 2016 und mit einer Laufzeit von 15 Jahren (bis 2030) stellt die Agenda 2030 mit ihren 17
                                 Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) die politischen Zielsetzungen der Vereinten Nationen,
                                 die der Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung auf ökonomischer, sozialer sowie ökologischer
                                 Ebene dienen sollen. 41 24F




     Naturbasierte Lösungen      Naturbasierte Lösungen sind Maßnahmen, die von der Natur inspiriert und unterstützt werden,
                                 kostengünstig sind, gleichzeitig ökologische, soziale und wirtschaftliche Vorteile bieten und zur
                                 Stärkung der Widerstandsfähigkeit (Resilienz) von Ökosystemen beitragen. Naturbasierte
                                 Lösungen kommen der biologischen Vielfalt zugute und unterstützen die Bereitstellung einer
                                 Reihe von Ökosystemleistungen. 42 25F




     Naturnah (Zustand)          Gemäß den Definitionen §6 WHG ist der naturnahe Zustand nicht mit dem natürlichen Zustand
                                 gleichzusetzen und wird in §6 (2) unterschieden: „Gewässer, die sich in einem natürlichen oder
                                 naturnahen# Zustand befinden, sollen in diesem Zustand erhalten bleiben ...“ Weiterhin wird
                                 festgelegt, dass nicht naturnah# ausgebaute natürlich Gewässer wieder in einen naturnahen#
                                 Zustand zurückgeführt werden sollen, wenn überwiegende Gründe zum Wohl der Allgemeinheit
                                 dem nicht entgegenstehen. Dabei besteht neben dem Wohl der Allgemeinheit ein hoher
                                 Stellenwert des Schutzes der Gewässer als Bestandteil des Naturhaushalts, der als erster
                                 Bewirtschaftungsgrundsatz genannt wird. 43  26F




35   Angelehnt an: §39, WHG.
36 Zusammengefügt aus: Infektionsschutzgesetz Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch die Bundesministerin der Justiz und für
Verbraucherschutz (Hrsg.): Gesetze im Internet, https://www.gesetze-im-internet.de/ifsg (27.04.2021); und: Lexikon der Biologie
(Spektrum: Keim. Lexikon der Biologie, https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/keim/35714 (02.06.2020)).
37 https://www.dvgw.de/medien/dvgw/wasser/management/1011castell_multibarriere.pdf (27.04.2021).
38   Nach: Bundesregierung (2013): Die nationale Nachhaltigkeitsstrategie, https://www.umweltbundesamt.de/service/glossar/n
(27.04.2021).
39 Emde, Roth-Emde (1996) Umweltpolitik in der Bundesrepublik, In: Umweltorientiertes Handeln in Kreditinstituten, HRSG:

Wissenschaftsförderung der Sparkassenorganisation e. V. : Wissenschaft für die Praxis. Abteilung 3, Band 10, S. 25., Dt. Sparkassen Verlag
40 Wikipedia (2020): Drei-Säulen-Modell (Nachhaltigkeit), https://de.wikipedia.org/wiki/Drei-S%C3%A4ulen-Modell_(Nachhaltigkeit)

(02.06.2020); zitierend: Abschlussbericht der Enquete-Kommission „Schutz des Menschen und der Umwelt – Ziele und Rahmenbedingungen
einer nachhaltig zukunftsverträglichen Entwicklung“, Deutscher Bundestag: Drucksache 13/11200 vom 26.06.1998, S. 218.
41 Wikipedia (2020): Ziele für nachhaltige Entwicklung, https://de.wikipedia.org/wiki/Ziele_f%C3%BCr_nachhaltige_Entwicklung

(02.06.2020); zitierend: Rio+20 Ergebnisdokument „The future we want“ (A/RES/66/288).
42 EU-Kommission (2021): Nature-based solutions, https://ec.europa.eu/info/research-and-innovation/research-area/environment/nature-

based-solutions_en (27.04.2021). EU-Kommission (2021): Nature-based solutions, https://ec.europa.eu/info/research-and-
innovation/research-area/environment/nature-based-solutions_enhttps://ec.europa.eu/info/research-and-innovation/research-
area/environment/nature-based-solutions_en (27.04.2021).
43 SZDK/Schenk (2019): 53. EL August 2019, WHG § 6 Rn. 9, 10.




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     Naturnahe Verfahren (der    In der Regel wird damit eine Rohwasseraufbereitung beschrieben, in der keine kontinuierliche
     Trinkwasseraufbereitung)    Dosierung von Aufbereitungsstoffen geschieht. Physikalische Verfahren werden bevorzugt, z. B.
                                 die physikalische Entsäuerung oder auch Filteranlagen zur Partikelentfernung, Enteisenung und
                                 Entmanganung. Uferfiltration und künstliche Grundwasseranreicherung mittels
                                 Langsamsandfilter sind der eigentlichen Trinkwasseraufbereitung vorgeschaltet.
     Ökosystemleistung           „Leistungen“, „Nutzenstiftungen“ oder „Vorteile“, die Menschen von den ökologischen
                                 Systemen beziehen. Beispiele für Ökosystemleistungen sind die Bereitstellung von nutzbarem
                                 Bewässerungs- und Trinkwasser durch natürliche Filtration von Niederschlag, von Heil- und
                                 Mineralwasser, die Reproduktion von Fischpopulationen als Nahrungsmittel oder die
                                 Bereitstellung einer ansprechenden Umwelt für Freizeit, Erholung und ästhetische Erbauung. In
                                 Abgrenzung zur Ökosystemfunktion entsteht der Begriff Ökosystemleistung aus einer
                                 anthropozentrischen Perspektive und ist an einen Nutzen des Ökosystems für den Menschen
                                 gebunden. 44 Als Ökosystemfunktionen werden die hinter den Ökosystemleistungen stehenden
                                           27F




                                 ökosystemaren Prozesse bezeichnet. 4528F




     Partikel                    Im Wasser enthaltene Stoffe, die sich unter Verwendung teilweise normierter Analyseverfahren
                                 aus dem Wasser absetzen oder filtrieren lassen. Je nach Analyseverfahren kann man diese nach
                                 Herkunft und Größe unterscheiden (z. B. Bodenpartikel, d.h. Mineralien oder organische Stoffe,
                                 Makroplastikpartikel, Mikroplastikpartikel, Nanopartikel).
     Risiko                      Das Risiko bezeichnet die Kombination von Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß. 46      29F




     „Safe by design“            „Safe by design“ umfasst die sichere Entwicklung von Produkten, Materialien und Prozessen
                                 ohne Risiken für Mensch und Umwelt. Dies wird erreicht, indem die Sicherheit bei jeder Produkt-
                                 und Prozessentwicklung berücksichtigt wird.
     Spurenstoffe                Stoffe, die in sehr geringen Konzentrationen in Gewässern vorkommen. Spurenstoffe stammen
                                 aus unterschiedlichen Bereichen und Produkten wie z. B. Biozide, Human- und Tierarzneimittel,
                                 Pflanzenschutzmittel, Industriechemikalien oder Körperpflege- und Waschmittel.
     relevante Spurenstoffe      Spurenstoffe, die bereits in sehr niedrigen Konzentrationen nachteilige Wirkungen auf die
                                 aquatischen Ökosysteme haben und/oder die Gewinnung von Trinkwasser aus dem Rohwasser
                                 negativ beeinflussen. In der aquatischen Umwelt führen sie zu so genannten
                                 Mikroverunreinigungen. Zum Teil sind diese als prioritäre Stoffe oder flussgebietsspezifische
                                 Schadstoffe geregelt.

     Stoff                       Chemisches Element und seine Verbindungen in natürlicher Form oder gewonnen durch ein
                                 Herstellungsverfahren, einschließlich aktiver Abbauprodukte (relevante Metaboliten), der zur
                                 Wahrung seiner Stabilität notwendigen Zusatzstoffe (Begleit- und Trägerstoffe) und der durch
                                 das angewandte Verfahren sowie kombinierte und wiederholte Anwendungen bedingten
                                 Verunreinigungen (mit Ausnahme von Lösungsmitteln), die von dem Stoff ohne Beeinträchtigung
                                 seiner Stabilität und ohne Änderung seiner Zusammensetzung abgetrennt werden können. 47     30F




     Stoffeintrag                Eintrag von Nähr-, Schad- und Spurenstoffen über unterschiedliche Eintrags-# und
                                 Transportpfade in die Oberflächengewässer, das Grundwasser und die Meere.
     Stoffgruppe                 Stoffgruppen enthalten Stoffe mit ähnlichen stofflichen oder strukturellen Eigenschaften:
                                       • Gruppe von Stoffen mit ähnlichen Eigenschaften, wie bspw. persistente, toxische,
                                             bioakkumulierende oder endokrine Stoffe;
                                       • Gruppe von Stoffen, die sich strukturell ähnlich sind (mit ähnlichem molekularem
                                             Aufbau). Sie haben bestimmte, gleiche Unterstrukturen, z. B. sog. funktionelle Gruppen.
                                             Ein Beispiel für eine Gruppe von ähnlichen Stoffen sind die Polyzyklischen Aromatischen
                                             Kohlenwasserstoffe. 48
                                                               31F




     Synergie                    Das Zusammenwirken verschiedener Kräfte (Sektoren) zu einer Gesamtleistung. Häufig wird
                                 erwartet, dass diese Gesamtleistung höher liegt als die Summe der Einzelleistungen. Synergie
                                 tritt v. a. bei komplexen Themen oder Problemen auf, wenn mehrere Personen (Fachdisziplinen),
                                 die über heterogene Informationen verfügen, an diesen Themen arbeiten.
                                 Behindert wird Synergie durch Beziehungsspannungen zwischen den Gruppenmitgliedern, durch
                                 Konformität und durch eine zu große Zahl von Gruppenmitgliedern. 49 3 2F




     Vernetzte Infrastrukturen   Strukturell oder funktionell verbundene Einrichtungen und Anlagen materieller Art. Die
                                 Vernetzung kann gewisse Risiken oder Schwächen der Infrastrukturen mindern (z. B. digitale
                                 Kontrollen, kombinierte Trinkwasserversorgungssysteme), aber auch zu zusätzlichen Risiken

44  BfN (2015): Gewässer und Auen – Nutzen für die Gesellschaft, https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/wasser/Dokumente/BR-gepr-
Gesell_Nutz_Gewaes_Auen_barrirefre.pdf (02.06.2020).
45 Angelehnt an: Biologie-Seite (2020): Ökosystemdienstleistung, https://www.biologie-seite.de/Biologie/%C3%96kosystemdienstleistung

(27.04.2021).
46 Angelehnt an: Glossar Spurenstoffdialog des Bundes; Ergebnispapier Phase 2 (2019).
47 Sonderforschungsgruppe Institutionenanalyse – sofia (2007): Glossar – Zusammenstellung der wesentlichen Begriffe im REACh-System,

https://www.reach-helpdesk.info/fileadmin/reach/dokumente/REACHGlossar.pdf (27.04.2021).
48 UBA (2015): Stoffgruppen,https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/chemikalien-reach/stoffgruppen (27.04.2021). UBA

(2015): Stoffgruppen,https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/chemikalien-reach/stoffgruppen (27.04.2021).
49 Gabler Wirtschaftslexikon: Synergie, https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/synergie-47512 (02.06.2020), verändert.




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Nationale Wasserstrategie


                                führen (z. B. bei Energieausfall oder bei der Verbreitung von Krankheitserregern oder invasiven
                                Arten in Ökosystemen).
     Verursacherprinzip         Im Bereich des Umweltrechts stellt das Verursacherprinzip einen Grundsatz des Umweltschutzes
                                dar, wonach Kosten für Vermeidung, Beseitigung oder Ausgleich von Umweltbelastungen vom
                                Verursacher getragen werden müssen. 50 33F




     Vorsorgemaß                Das Vorsorgemaß beeinflusst die Höhe von Küstenschutzinfrastrukturen im Vergleich zum
                                mittleren Tidehochwasser. Mit Blick auf die Klimakrise und den damit einhergehenden
                                Meeresspiegelanstieg wird ein erhöhtes Vorsorgemaß an der deutschen Nord- und Ostseeküste
                                einen sicheren Küstenschutz gewährleisten. 5134F




     Vorsorgeprinzip            Das Vorsorgeprinzip verpflichtet über die Gefahrenabwehr hinaus zu einer Minderung von
                                Risiken für Mensch und Umwelt entsprechend dem Fortschreiten wissenschaftlicher Erkenntnis
                                und technischer Entwicklung.
                                Die beiden Dimensionen des Vorsorgeprinzips sind Risiko#vorsorge und Ressourcenvorsorge.
                                Risikovorsorge bedeutet, bei unvollständigem oder unsicherem Wissen über Art, Ausmaß,
                                Wahrscheinlichkeit sowie Kausalität von Umweltschäden und -gefahren vorbeugend zu handeln,
                                um diese von vornherein zu vermeiden. Ressourcenvorsorge meint, mit den natürlichen
                                Ressourcen wie Wasser, Boden und Luft schonend umzugehen, um sie langfristig zu sichern und
                                im Interesse künftiger Generationen zu erhalten. 5235F




     Wasserfußabdruck           Im Gegensatz zum direkten Wasserverbrauch rechnet der Wasserfußabdruck auch das indirekt
                                genutzte Wasser mit ein. Die in Produkten versteckte Wassermenge wird häufig als virtuelles
                                Wasser bezeichnet. Der Wasserfußabdruck ist die gesamte Menge Wasser, die Nationen,
                                Unternehmen oder Verbraucher*innen in Anspruch nehmen. 53      36F




     Wasserinfrastrukturen      Alle langlebigen Einrichtungen und Anlagen materieller Art, die jegliche Art der Nutzung von
                                Wasser oder anderer mit dem Wasser verknüpften Ressourcen (z. B. Energie, Fische) oder
                                Ökosystemleistungen# ermöglichen oder die vom Wasser abhängig sind oder entscheidend davon
                                betroffen werden können.
                                Im Rahmen des Wasserdialogs wird der Begriff weit gefasst und beinhaltet u. a. vom Menschen
                                geschaffene – manchmal auch als „grau“ bezeichnete – Infrastrukturen (z. B. Staudämme, Kanäle
                                und Kanalnetze, Kläranlagen, Bewässerungsanlagen, Deiche, Messsysteme, digitale
                                Infrastrukturen wie Netzwerke und Rechenzentren) und von der Natur geschaffene – manchmal
                                als „grün“ oder „blau“ bezeichnete – Infrastrukturen (z. B. Flüsse, Seen, Feuchtgebiete,
                                Überschwemmungsgebiete, Grundwasserkörper, Grundwasserversickerungsflächen).
     Wasserhaushalt             Teil des Naturhaushalts, der sich v. a. auf die mengenmäßige Betrachtung des Wassers in seinen
                                verschiedenen Zuständen und Räumen bezieht. Der Wasserhaushalt wird durch das
                                Zusammenwirken der einzelnen Wasserhaushaltsgrößen und deren Beträge beschrieben und
                                vom Energiehaushalt beeinflusst. Hauptkomponenten des Wasserhaushalts sind nach der
                                Allgemeinen Wasserhaushaltsgleichung: Niederschlag, Verdunstung, Abfluss und
                                Speicheränderung. Wichtige Spezifikationen des Wasserhaushalts sind: a)
                                Landschaftswasserhaushalt: Dies bedeutet, dass die Wasserhaushaltskomponenten
                                gebietsbezogen den naturnahen Landschaftsgegebenheiten# entsprechen; b)
                                Bodenwasserhaushalt; und c) Standortswasserhaushalt. 54  37F




                                Eine nachhaltige Nutzung der Wasserressourcen sichert die Funktionen des Wasserhaushalts, die
                                für Mensch und Umwelt sowie für den Natur- und Landschaftsschutz erforderlich sind.
                                In Bezug auf den Wasserhaushalt schreibt das Wasserhaushaltsgesetz u. a. vor, dass Wasser
                                sparsam zu verwenden, die Leistungsfähigkeit des Wasserhaushalts zu erhalten und eine
                                Vergrößerung und Beschleunigung des Wasserabflusses sowie Beeinträchtigungen der direkt von
                                den Gewässern abhängenden Landökosysteme und Feuchtgebiete zu vermeiden sind. 55      38F




50 Zusammengefügt aus: Glossar Spurenstoffdialog des Bundes; Ergebnispapier Phase 2 (2019); und: Emde & Emde (1996):
Umweltorientiertes Handeln in Kreditinstituten. Hrsg. Dt. Sparkassenverband. Wissenschaft für die Praxis, Bd. 10, S. 24.
51
   Vgl. Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein, „Generalplan Küstenschutz des
Landes Schleswig-Holstein – Fortschreibung 2022“, Kapitel 2.2 „Anpassung an den Klimawandel“, S. 21 ff., abrufbar unter:
https://www.schleswig-holstein.de/DE/fachinhalte/K/kuestenschutz/generalplanKuestenschutz.html; Niedersächsischer Landesbetrieb für
Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), „Klimawandel: NLWKN sieht Küstenschutzstrategie des Landes durch IPCC-Bericht
bestätigt“, abrufbar unter:
https://www.nlwkn.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/presse_und_offentlichkeitsarbeit/pressemitteilungen/klimawandel-nlwkn-sieht-
kustenschutzstrategie-des-landes-durch-ipcc-bericht-bestatigt-203257.html; NLWKN, „Klimawandel und Küstenschutz: Ein entscheidender
Meter mehr“, abrufbar unter: https://www.nlwkn.niedersachsen.de/jb2021/Niedersaechsischer_Klimadeich/klimawandel-und-
kustenschutz-ein-entscheidender-meter-mehr-niedersachsischer-klimadeich-und-verdopplung-des-vorsorgemasses-201169.html
52 Zusammengefügt aus: Glossar Spurenstoffdialog des Bundes; Ergebnispapier Phase 2 (2019); und: Emde & Emde (1996):

Umweltorientiertes Handeln in Kreditinstituten. Hrsg. Dt. Sparkassenverband. Wissenschaft für die Praxis, Bd. 10, S. 24.
53
   Umweltbundesamt (2018): Wasserfußabdruck, https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/wasser-
bewirtschaften/wasserfussabdruck#was-ist-der-wasserfussabdruck
54 Angelehnt an: Spektrum: Wasserhaushalt. Lexikon der Geowissenschaften,

https://www.spektrum.de/lexikon/geowissenschaften/wasserhaushalt/17995 (27.04.2021).
55 Wasserhaushaltsgesetz vom 31. Juli 2009 (BGBl. I S. 2585), das zuletzt durch Artikel 2 des Gesetzes vom 4. Dezember 2018 (BGBl. I

S. 2254) geändert worden ist; §§ 5 und 6.
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Nationale Wasserstrategie


     Wassernutzungen            Dienstleistungen für Haushalte, öffentliche Einrichtungen oder wirtschaftliche Tätigkeiten, wie
                                die Entnahme, Aufstauung, Speicherung, Behandlung und Verteilung von Wasser aus einem
                                Gewässer; die Sammlung und Behandlung von Abwasser in Abwasseranlagen, die anschließend in
                                oberirdische Gewässer einleiten, Schifffahrt, Fischerei, Hochwasserschutz, Wasserkraft,
                                Energiewirtschaft, industrielle und gewerbliche Nutzung inkl. Abfüllung, Tourismus, Sport und
                                Erholung etc. sowie andere Handlungen mit Auswirkungen auf den Zustand eines Gewässers;
                                also auch Nutzungen über die Definition des WHG hinaus.
                                Laut WHG handelt es sich bei Wassernutzungen um alle Wasserdienstleistungen sowie andere
                                Handlungen mit Auswirkungen auf den Zustand eines Gewässers, die im Hinblick auf die
                                Bewirtschaftungsziele nach den §§ 27 bis 31, 44 und 47 WHG signifikant sind.
                                Wasserdienstleistungen sind folgende Dienstleistungen für Haushalte, öffentliche Einrichtungen
                                oder wirtschaftliche Tätigkeiten jeder Art:
                                 • Entnahme, Aufstauung, Speicherung, Behandlung und Verteilung von Wasser aus einem
                                     Gewässer;
                                 • Sammlung und Behandlung von Abwasser in Abwasseranlagen, die anschließend in
                                     oberirdische Gewässer einleiten.
     Wasserrisiken              Der insbesondere im Kontext unternehmensbezogener Risikoanalysen verwendete Begriff
                                Wasserrisiken wird üblicherweise in drei miteinander verbundene Kategorien eingeteilt:
                                 • Physikalisch - zu wenig Wasser, zu viel Wasser, unbrauchbares Wasser oder unzugängliches
                                   Wasser
                                 • Regulatorisch - sich ändernde, unwirksame oder schlecht umgesetzte öffentliche Wasserpolitik
                                   und/oder Vorschriften
                                 • Reputationsrisiko - Stakeholder haben den Eindruck, dass nicht nachhaltig oder
                                   verantwortungsvoll mit Wasser umgegangen wird.

     Wasserwirtschaft           Die Gesamtheit der Institutionen und Maßnahmen zur Wasserversorgung 56, zur Entsorgung von
                                                                                                           39F




                                Abwasser und zur Regulierung des Wasserhaushalts 57; der Begriff ist somit dem des
                                                                                     40F




                                Wassersektors gleichgestellt.
     Wertschöpfungskette        Alle Aktivitäten (Schaffung von Werten und Ressourcenverbrauch), die notwendig sind, um ein
                                Produkt von seiner Konzeption über die verschiedenen Phasen der Produktion und Verarbeitung
                                zu den Endkonsument*innen zu bringen und schließlich nach Gebrauch zu entsorgen. 58    4 1F




56 Z. B. UBA (2020): Wasserwirtschaft, https://www.umweltbundesamt.de/daten/wasser/wasserwirtschaft (27.04.2021).
57 Angelehnt an: Duden: Wasserwirtschaft, https://www.duden.de/rechtschreibung/Wasserwirtschaft (27.04.2021).
58 Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH (Hrsg.) (2009): Kaskadennutzung von nachwachsenden Rohstoffen: Ein Konzept zur

Verbesserung der Rohstoffeffizienz und Optimierung der Landnutzung, https://epub.wupperinst.org/frontdoor/deliver/index/
docId/3303/file/WP180.pdf (27.04.2021).
                                                                                                                                120
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