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Amtsblatt der Bundesnetzagentur
                                   für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen
02 2017                                          – Regulierung, Telekommunikation –                                 759


                           Positionspapier: Geschäftskundenmarkt




       Anforderungen der Geschäftskundenanbieter an
                 den Regulierungsrahmen
                    Konsequenzen der Streichung der Märkte 1 und 2 aus der
                        EU-Märkteempfehlung für Geschäftskundenanbieter

          1. Kurzzusammenfassung


          •   Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung von Geschäftskundenangeboten ist erheblich: Der Umsatz,
              der mit Telekommunikationsleistungen für Geschäftskunden mit Filialanbindung innerhalb der EU
              erzielt wird, summiert sich auf über 90 Mrd. Euro. Bei diesen Kunden handelt es sich häufig um
              große multinationale Konzerne, die zwar nur 2% aller Unternehmen in der EU ausmachen, aber
              für 43% der Beschäftigten und 51% der Wertschöpfung verantwortlich sind.


          •   Die Telekom Deutschland hält im Geschäftskundensegment immer noch erhebliche Marktanteile
              von teilweise deutlich über 60%. Selbsttragender Wettbewerb ist keinesfalls zu verzeichnen und
              regulatorische Eingriffe sind zur Gewährleistung von Anbietervielfalt unbedingt erforderlich. Poli-
              tik und Regulierung müssen sich stärker auf die Erfordernisse von Telekommunikationsdiensten
              für Geschäftskunden ausrichten.


          •   Geschäftskundenangebote unterscheiden sich signifikant von Privatkundenangeboten und bedür-
              fen daher spezieller Vorleistungsangebote durch die marktbeherrschenden Unternehmen. Die
              Befriedigung des Bedarfs von Geschäftskunden ist oft nur durch ein produktübergreifendes und
              flächendeckendes Bündel maßgeschneiderter Lösungen darstellbar. Ausschließlich Anbieter,
              welche Geschäftskunden den gesamten Anforderungskatalog zur Verfügung stellen können,
              werden bei Angeboten und Ausschreibungen berücksichtigt. Dies bedingt die umfassende Er-
              reichbarkeit von Rufnummern und die Anbindung von Standorten und Filialen in entlegenen Re-
              gionen und Gebieten, die auch heute noch nicht mit Breitband erschlossen sind.


          •   Die Streichung der Märkte 1 und 2 aus der EU-Märkteempfehlung wird kaum unter
              diesem Aspekt betrachtet. Die aktuellen Vorschläge aus Brüssel gefährden die Wett-
              bewerbsfähigkeit alternativer Geschäftskundenanbieter und haben negative
              Konsequenzen für die Gesamtwirtschaft.

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                              Positionspapier: Geschäftskundenmarkt




              2. Einleitung


          Das Angebot von attraktiven Telekommunikationsdienstleistungen für Geschäftskunden ist ein elementa-
          rer Bestandteil der deutschen Wirtschaftskraft. Sie erlauben eine effizientere Kommunikation, vereinfa-
          chen Arbeitsabläufe in sämtlichen Wirtschaftsbereichen und dienen als Plattform für völlig neue Märkte
          und Vertriebskanäle. Mit der zunehmenden Digitalisierung der Wirtschaft wird die Bedeutung der auf die
          Angebote für Geschäftskunden spezialisierten Telekommunikationsanbieter weiter steigen. Ein funktio-
          nierender Zugang zu Telefonie, Internet und den für Unternehmen wichtigen Diensten ist zunehmend ein
          wichtiger Standortfaktor. Um diesen Prozess nicht zu gefährden, sind die nachfolgend skizzierten Vo-
          raussetzungen für einen funktionierenden Geschäftskundenmarkt zu sichern und weiter auszubauen.
          Die Darstellung fokussiert sich auf die beabsichtigte Streichung der Märkte 1 und 2 aus der EU-
          Märkteempfehlung. Werden sie gefährdet, hat dies nicht nur fatale Auswirkungen für die Anbieter von
          Geschäftskundenangeboten, sondern für die gesamte Wirtschaft.


          Die EU-Kommission ist darum bemüht auch für den Telekommunikationssektor einen gemeinsamen
          Binnenmarkt zu schaffen. Dieses Ansinnen wird auch vom Verband unterstützt. Die Vorteile eines ge-
          meinsamen Marktes sind offenkundig und nicht in Abrede zu stellen. Die zur Erreichung dieser Ziele in
          Brüssel angestoßenen Initiativen bereiten jedoch Anlass zu größter Sorge. Denn bei der EU-
          Kommission hat ein Paradigmenwechsel eingesetzt, der mit einer Abkehr von der bislang sektorspezi-
          fisch vorgenommenen Regulierung von Vorleistungen für Geschäftskunden einhergeht.


          Was die Gewährleistung eines geeigneten Regulierungsrahmens für den Telekommunikationssektor
          angeht, ist in Brüssel ein Paradigmenwechsel zu verzeichnen. Die EU-Kommission ist der Auffassung,
          dass eine weitere Steigerung der Wettbewerbsintensität und das in der Vergangenheit verfolgte Ziel sin-
          kender Endkundenpreise aufgegeben werden muss, um bislang ausbleibende, verstärkte Investitionen
          in den Breitbandausbau zu stimulieren und um im globalen Wettbewerb gegenüber den anderen großen
          Märkten, wie USA und China, bestehen zu können.




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                            Positionspapier: Geschäftskundenmarkt




      Die hierzu eingeleiteten Maßnahmen werden sich jedoch äußerst negativ auf den Geschäftskunden-
      markt in Europa auswirken. Im Mittelpunkt dieser Betrachtung steht die geplante Kürzung der EU-
      Märkteempfehlung – hier insbesondere die Streichung der Märkte 1 und 2.




          3. Die Bedeutung der Märkteempfehlung für den Endkundenmarkt als unabdingbares Element
              für Geschäftskundenangebote (insb. Märkte 1 und 2)


      Die Diskussion um die Telekommunikationsbranche dreht sich heute in erster Linie um die Aspekte
      Breitbandausbau und die Ausgestaltung des Regulierungsrahmens – fokussiert auf die Bedürfnisse der
      Privatkunden und die Erreichung der Breitbandziele aus der Breitbandstrategie der Bundesregierung.
      Ein in dieser Diskussion vernachlässigter Bereich betrifft Telekommunikationsangebote für Geschäfts-
      kunden und die Voraussetzungen für deren Erbringung durch die Wettbewerber des Ex-Monopolisten
      Telekom Deutschland (dem Incumbent).


      An die Anbieter solcher Telekommunikationsdienstleistungen werden von den (Geschäfts-) Kunden be-
      sondere Anforderungen gestellt. Im Mittelpunkt stehen die Erbringung spezieller Qualitäten und die Erfül-
      lung von sog. Service Level Agreements (SLA), die weit über die Parameter eines an Privatkunden ge-
      richteten Angebots hinausgehen. Als Basis eines jeden Geschäftskundenangebotes sind jedoch drei
      Komponenten zu benennen, zu deren Erbringung jeder Anbieter in der Lage sein muss.


      Hierzu gehören eine


              (1.) umfassende Konnektivität sowie


              (2.) die Verfügbarkeit von Diensten, die


              (3.) von allen Teilnehmeranschlüssen aus erreichbar sind.




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                               Positionspapier: Geschäftskundenmarkt




          Eine Telekommunikationsdienstleistung für Geschäftskunden steht damit auf drei Säulen, die alle
          gleichermaßen essentiell für die Vollständigkeit eines solchen Angebotes sind. Würde nur eine dieser
          Säulen wegfallen, ist ein Geschäftskundenanbieter nicht mehr in der Lage, mit einem wettbewerbsfähi-
          gen Angebot im Markt aufzutreten.




              Anforderungen an ein Telekommunikationsangebot für Geschäftskunden




               Technologie                      Produkt-                      Umfassende
               Verfügbarkeit                  Verfügbarkeit                   Konnektivität




          Die in diesem Säulenmodell skizzierten Anforderungen gehen deutlich über den Bereich des reinen Da-
          tenverkehrs hinaus. Die Anforderungen der mittleren und großen Nachfrager auf Geschäftskundenseite
          erfordern von Telekommunikationsanbietern zusätzlich die Realisierung von Produkten, welche national
          heute insbesondere den Märkten 1 und 2 zugeordnet sind.




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                           Positionspapier: Geschäftskundenmarkt




          •   Beispiel für die Versorgung eines Geschäftskunden: Bank-Filialnetz

      Eine mittelständische Bank möchte ihr Filialnetz lückenlos mit den Telekommunikationsdienstleistungen
      eines Geschäftskundenanbieters versorgen. Die Anforderungen an den Telekommunikationsanbieter
      umfassen daher auch die Erschließung kleiner Filialen oder von Bankautomaten im ländlichen Raum,
      die heute z.T. noch in den so genannten weißen Flecken liegen (Anforderung an die Konnektivität,
      also die Erreichbarkeit des Filialnetzes).


      Die Bank möchte ihre Filialen über moderne NGN-Anschlüsse (u.a. hochwertigen Bitstrom) anbinden,
      benötigt allerdings dort, wo dies aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich ist, den Zugang über die
      herkömmliche ISDN-Variante (Anforderung an die Technologieverfügbarkeit). Ebenso wichtig ist die
      Versorgung mit den für die Bank typischen Servicerufnummern wie z.B. 0800 oder 116 (dem Dienst zur
      Sperrung von Konten) sowie weiterer Zusatzdienste. Nur Unternehmen, welche die gesamte nachge-
      fragte Produktpalette an allen Standorten anbieten können, werden für eine Auftragserteilung in Betracht
      gezogen (Anforderung an die Produktverfügbarkeit).


      Und genau an dieser Stelle kommt den Teilleistungen der aktuell noch bestehenden Märkte 1 und 2 für
      Geschäftskundenangebote eine signifikante Relevanz zu. Denn ohne eine aus allen Netzen kostengüns-
      tig erreichbare 0800er Rufnummer oder ohne die Möglichkeit z.B. mittels Anschluss-Resale und/oder
      Preselection auch nicht durch andere Vorprodukte ökonomisch erschließbare Gebiete/Filialen/Standorte
      anbinden zu können, ist der alternative Telekommunikationsanbieter gegenüber dem Incumbent nicht
      konkurrenzfähig und wird für eine Auftragsvergabe nicht in Erwägung gezogen.


      Es ist daher essentiell, die durch Markt 1 und 2 gewährten Endkundenprodukte für den Ge-
      schäftskundenmarkt auch in einem zukünftigen Regulierungsregime zu erhalten, da ansonsten entspre-
      chende Bündelprodukte, wie sie regelmäßig von mittleren und größeren Geschäftskunden nachgefragt
      werden, nur noch vom Incumbent erbracht werden könnten. Dessen Wettbewerber wären nicht mehr in
      der Lage, ein konkurrenzfähiges Angebot zu unterbreiten, was zwangsläufig in eine Re-Monopolisierung
      des Geschäftskundenmarktes führen würde.




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                              Positionspapier: Geschäftskundenmarkt




              4. Wirtschaftliche Bedeutung des Geschäftskundenmarktes


          Der Fortbestand und der Ausbau eines wettbewerbsgetragenen Marktes für Geschäftskunden liegen
          nicht allein im Interesse der hierauf ausgerichteten Telekommunikationsdienstleister. Vielmehr ist zu
          berücksichtigen, dass Telekommunikationsdienste für Geschäftskunden als Produktionsfaktor eine sehr
          hohe gesamtwirtschaftliche Bedeutung haben.1


          Bei diesen Kunden handelt es sich häufig um große multinationale Konzerne, die zwar nur 2% aller Un-
          ternehmen in der EU ausmachen, aber für 43% der Beschäftigten und 51% der Wertschöpfung verant-
          wortlich sind. Dies spiegelt auch der Umsatz wider, der mit Telekommunikationsleistungen für Ge-
          schäftskunden mit Filialanbindung innerhalb der EU erzielt wird. Bereits im Jahr 2010 belief sich dieser
          auf ca. 90 Mrd. Euro. Das waren rund 28% des gesamten Telekommunikationsumsatzes in der EU.2
          Durch diese Zahlen ist leicht ersichtlich, dass von diesem Markt erhebliche unmittelbare und mittelbare
          Effekte für die Gesamtwirtschaft ausgehen und die zu erwartenden Risiken bei einer Gefährdung dieses
          Marktes besonders schwer wiegen.




              5. Marktanteile im Geschäftskundensegment


          Es würde äußerst negativ ins Gewicht fallen, wenn Geschäftskunden sich in vielen Bereichen zukünftig
          nur noch auf einen Anbieter stützten könnten und keine Wahlmöglichkeiten mehr zwischen kompetitiven
          Angeboten hätten. Hohe Kosten und eine Tendenz zur Re-Monopolisierung des Geschäftskundenmark-
          tes wären die Folge. Der Marktanteil ehemaliger Staatsunternehmen wie der Telekom Deutschland ist
          gerade bei Geschäftskunden mit hohem Ausgabevolumen und multiplen Standorten überdurchschnittlich
          hoch.


          Eine Untersuchung von AMA sieht die Telekom Deutschland in allen Geschäftskundensegmenten bei
          Marktanteilen deutlich über 50%.3 Der Geschäftskundenmarkt ist insgesamt deutlich weniger von Wett-
          bewerb geprägt als der Privatkundenmarkt und bedarf hinsichtlich regulatorischer Eingriffe einer beson-
          ders umsichtigen Behandlung.




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                         Positionspapier: Geschäftskundenmarkt




      Die von Seiten der Telekom Deutschland erhobene Forderung nach Deregulierung muss deswegen im
      Zusammenhang mit dem Geschäftskundenmarkt besonders kritisch bewertet werden. Die Marktanteile
      der Telekom Deutschland im Geschäftskundensegment lassen sich detailliert den beiden nachfolgenden
      Abbildungen entnehmen:




      Auch heruntergebrochen auf die einzelnen Industriezweige zeigt sich ein klares Übergewicht der Tele-
      kom Deutschland. Im Energiesektor, im produzierenden Gewerbe und im Einzelhandel hält der Incum-
      bent Marktanteile von über 60%.




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                              Positionspapier: Geschäftskundenmarkt




              6. Die Besonderheiten des Geschäftskundenmarktes


          Geschäftskunden benötigen daher alle Leistungen an möglichst allen Standorten in möglichst glei-
          cher Form von einem Anbieter („aus einer Hand“). Diese Kunden fragen in der Regel ein fest definiertes
          Portfolio aus Technologie, Konnektivität und Leistungsbestandteilen (z.B. Telefonanschlüsse, 0800 Ruf-
          nummern usw.) ab. Unterschiedliche Vertragspartner für die Erbringung von Telekommunikationsdiens-
          ten an unterschiedlichen Niederlassungen oder/und in verschiedenen Nationen verkomplizieren Prozes-
          se, machen Arbeitsabläufe teurer und bremsen die Leistungsfähigkeit des Geschäftskunden. Im Zweifel
          wird sich das nachfragende Unternehmen deshalb immer für das Unternehmen entscheiden, welches
          ihm alle Leistungen aus einer Hand anbieten kann. Im Rahmen von Ausschreibungen zur Versorgung
          von Geschäftskunden ist ein lückenloses Angebot aller geforderten Leistungen sogar häufig grundle-
          gende Voraussetzung zur Teilnahme an solchen Geschäftsanbahnungen. Unternehmen, die nicht in der
          Lage sind, alle drei Säulen (vgl. oben unter Punkt 1.) eines Angebotes an Geschäftskunden zu erfüllen,
          können am Markt nicht bestehen.


          Die Anforderungen von Geschäftskunden unterscheiden sich von denen der Privatkunden und Kleinun-
          ternehmen in mehrfacher Hinsicht. Die drei Säulen eines Angebotes für Geschäftskunden werden daher
          im Folgenden näher beschrieben:




              •   Umfassende Konnektivität mehrerer Standorte

                  Der Erfolg von Unternehmen wird maßgeblich durch die Vernetzung von Standorten und Filialen,
                  die Einbindung mobiler Mitarbeiter und von Home Offices sowie die umfassende Erreichbarkeit
                  der angebotenen Dienste von allen Teilnehmern bestimmt. In einer europaweiten Markterhebung
                  des WIK zum Kommunikationsbedarf der geschäftlichen Nutzer wurde ermittelt, dass 69% der
                  Geschäftskunden Telekommunikationsdienste für alle (inländische als auch für ausländische)
                  Standorte durch einen TK-Anbieter abdecken möchten.4 Aber nur 53% dieser Kunden sind in der
                  Lage, auf ein durchgängiges Angebot zuzugreifen.




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              Über 50% berichten vielmehr von Problemen, Festnetz- und Mobilfunkdienste von einem Betrei-
              ber zu beziehen. Für 46% war es unmöglich, von mehr als einem oder zwei Anbietern ein geeig-
              netes Angebot zu erhalten.


              Viele Geschäftskunden sind indessen nicht bereit auf mehrere Anbieter zurückzugreifen und mit
              den aufgezeigten Nachteilen umzugehen. Die entsprechenden Ausschreibungen sind daher in
              der Regel darauf angelegt, alle Produkte aus einer Hand zu erhalten.


              Telekommunikationsanbieter, die die Nachfrage von größeren nationalen sowie multinationalen
              Unternehmen befriedigen wollen, können meist nur zu einem geringen Teil auf eigene Infrastruk-
              tur aufsetzen und sind anderenorts auf die Vorleistungsverfügbarkeit der Telekom Deutschland
              angewiesen. In vielen, gerade ländlichen Bereichen stehen Vorleistungen in der Form der ent-
              bündelten Teilnehmeranschlussleitung (TAL) und/oder Bitstromzugang aber nicht zur Verfügung.
              Dennoch ist es wesentlich, auch diese abgelegenen Standorte über TK-Leitungen mit zu er-
              schließen, da die nicht vollständige Abdeckung der zu bedienenden Standorte regelmäßig ein
              Ausschlusskriterium für die nachfragenden Unternehmen darstellt.


              Für einen Wettbewerber der Telekom Deutschland ist es daher unabdingbar, dass Anbindungen,
              insbesondere im ländlichen Raum, weiterhin mittels Preselection ermöglicht werden. Kleinere Fi-
              lialen/Standorte großer Geschäftskunden können vielfach auch heute noch nicht durch NGN-
              Anschlüsse (Bitstrom) oder vergleichbare Vorprodukte in ländlichen Gebieten versorgt werden.
              Für diese kleineren Standorte mit wenigen Nutzern sind daher für die Sprachkommunikation
              Wählanschlüsse mit Betreibervorauswahl die einzige tatsächliche und wirtschaftlich effiziente Lö-
              sung. Erst mit der Kombination von Anschluss-Resale und einer auf dem jeweiligen Anschluss
              aufgeschalteten Betreiber(vor-)auswahl ist der Anbieter in der Lage, gegenüber dem Geschäfts-
              kunden als einheitlicher Anbieter aufzutreten. Hierfür bedarf es indessen der entsprechenden
              Vorleistungsverpflichtungen in einem Geschäftskundenmarkt.




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Bonn, 25.Januar 2017                                                                                 Amtsblatt 02 Band 1
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Amtsblatt der Bundesnetzagentur
                                    für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen
768                                               – Regulierung, Telekommunikation –                     02 2017


                               Positionspapier: Geschäftskundenmarkt




              •   Uneingeschränkte Produktverfügbar– und erreichbarkeit

                  Insbesondere Filialbetriebe fordern ein unternehmensweites Angebot ein, das auch die Bereiche
                  der Produkte und Dienste umfasst, hierzu zählen z.B. Fax-, Auskunfts- und Servicerufnummern
                  (z.B. 0800, 116 etc.) über welche die Unternehmen für die Öffentlichkeit erreichbar sind.


                  Auch diese Produkte und Dienste sind Teil des Geschäftskundenangebotes und müssen von ei-
                  nem konkurrenzfähigen Anbieter aus einer Hand abdeckt werden. Hierbei ist entscheidend, dass
                  diese Produkte und Dienste von allen Teilnehmern erreicht werden können. Selbst wenn die Er-
                  reichbarkeit lediglich aus einem Teilnehmernetz nicht sichergestellt werden kann, lehnt der nach-
                  fragende Geschäftskunde ein solches – aus seiner Sicht unzureichendes Angebot ab.


                  Daher sind alternative Anbieter in nahezu allen Fällen gezwungen, Vorleistungen der Telekom
                  Deutschland einzukaufen, um die vollständige Erreichbarkeit des Diensteportfolios aus einer
                  Hand anbieten zu können, da alleine über die Telekom Deutschland die Zuführung aus allen
                  Teilnehmernetzen sichergestellt werden kann.




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