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Amtsblatt der Bundesnetzagentur
                                        für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen
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            20             Betreibervorauswahl: Bedeutung für den deutschen TK-Markt und Zukunftsperspektiven




            Marktes effektiver Wettbewerb festgestellt wurde, für den anderen Teil jedoch
            signifikante Marktmacht, so dass der nichtwettbewerbliche Teil des Marktes ex-ante
            reguliert wird. Die Tabelle zeigt somit, inwieweit die nationalen Regulierungsbehörden
            der Märkteempfehlung der EU-Kommission folgen und in welchen Fällen aufgrund
            nationaler Besonderheiten davon abgewichen wird.

            4     Die marktliche Bedeutung von Call-by-Call und Preselection

            4.1    Marktpotenzial und aktuelle Nutzerzahl von Betreiber(vor)auswahl

            Das Marktpotenzial für Betreiber(vor)auswahl-Dienste entspricht nach dem aktuellen
            Stand (2015) immer noch fast der Hälfte aller Haushalte in Deutschland.

            Für Haushalte, die keine Flatrate nutzen, ist der Stellenwert von Call-by-Call und
            Preselection bedeutend und hat sich in den letzten Jahren kaum verändert.

            Der Anteil der Haushalte ohne Flatrate, die Call-by-Call- und Preselection-Angebote
            nachfragen, liegt bei über 60% in 2014 (gegenüber 62,5% in 2013).

            Call-by-Call und Preselection stellt für 20% der Haushalte eine wichtige, wenn nicht die
            einzige Möglichkeit dar, vom Wettbewerb im deutschen TK-Markt auch bei Telefonie-
            basierten Diensten zu profitieren.




            Betreiber(vor)auswahl-Dienste werden in Deutschland von der TDG, die regulatorische
            dazu verpflichtet ist, angeboten. Ein freiwilliges Angebot von alternativen
            Teilnehmernetzbetreiber gibt es nicht. Potenzielle Nutzer der Betreiber(vor)auswahl
            sind daher die Festnetz-Anschlusskunden der TDG. Dies sind am aktuellen Rand
            knapp 20,4 Mio. Kunden.41 Die Zahl der potenziellen Nutzer ist damit zwar mit der Zahl
            der Festnetz-Anschlusskunden der TDG von ursprünglich nahezu 40 Mio. deutlich
            zurückgegangen. Gleichwohl entspricht dieses Marktpotenzial immer noch fast der
            Hälfte aller Haushalte in Deutschland. Es ist davon auszugehen, dass sich Call-by-Call
            auch weiterhin analog zum Marktanteil der TDG entwickeln wird.

            Nutzer der Betreiber(vor)auswahl sind sowohl Kunden, die diese Option nur
            gelegentlich nutzen, als auch solche, die regelmäßig größere Anteile ihres
            Gesprächsverkehrs auf diesem Wege realisieren. Die heute aktive Nutzerzahl für die
            Betreiber(vor)auswahl wird auf mehr als 5 Mio. Kunden geschätzt.42 Damit bieten
            Betreibervorauswahldienste offenbar immer noch für mehr als ein Viertel der Festnetz-
            Anschlusskunden der TDG - trotz Flatrate-Tarifen und OTT-Diensten wie Skype -
            Vorteile gegenüber den „normal“ tarifierten Fernsprech-Diensten der TDG. Auch nach

            41    Vgl. TDG (2015), S. 16.
            42    Vgl. Dialog Consult (2015).




Amtsblatt 02 Band 1                                                                                            Bonn, 25.Januar 2017
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                                 Betreibervorauswahl: Bedeutung für den deutschen TK-Markt und Zukunftsperspektiven       21



                der Migration zu All-IP werden Betreiber(vor)auswahl-Dienste genutzt. Nach Angaben
                ausgewählter alternativer Netzbetreiber, werden bereits 25% der Call-by-Call-Anrufe
                von NGN-Anschlüssen generiert, bei Preselection kommen 1,9% der Anrufe von NGN-
                Anschlüssen.43


                4.2      Verkehrsvolumen von Betreibervorauswahl

                Das Verkehrsvolumen von Call-by-Call und Preselection lag 2014 immerhin bei 5 Mrd.
                Verbindungsminuten.

                Der Rückgang hat sich in den letzten Jahren verlangsamt.

                Auch Endkunden, die bereits zu NGN migriert sind, nutzen weiterhin Call-by-Call und
                Preselection.

                Der Anteil des Verkehrsvolumens von Gesprächen in Mobilfunknetze und ins Ausland
                am Verkehsvolumen von Call-by-Call und Preselection insgesamt lag 2014 bei15,7%
                und 44,5%.

                Bei Haushalten, die einen TDG-Festnetzanschluss ohne Flatrate nutzen, hat sich der
                Anteil des Verkehrsvolumens von Call-by-Call und Preselection von 2012 bis 2014
                kaum verändert.




                4.2.1 Verkehrsvolumen insgesamt

                Bei den über klassische Telefon-, Kabel- und IP-basierten Festnetzanschlüssen
                insgesamt generierten Gesprächsminuten ist seit 2010 ein signifikanter Rückgang zu
                verzeichnen von durchschnittlich 5,5% jährlich, während das Verkehrsvolumen von
                2005 bis 2009 immer bei ca. 200 Mrd. Minuten lag. Wie die nachfolgende Abbildung
                4-1 zeigt, liegt die Zahl der abgehenden Gesprächsminuten im Festnetz in 2014 bei
                etwa 154 Mrd.

                Im Zeitablauf nimmt der auf die TDG entfallende Verkehr (bezogen auf die Gesamtzahl
                der abgehenden Gesprächsminuten im Festnetz) tendenziell ab. Der auf die
                Wettbewerber entfallende Verkehr nimmt bis 2009 absolut gesehen tendenziell zu,
                danach nimmt er ab. Insgesamt konnten daher die Wettbewerber ihren Marktanteil im
                Zeitverlauf steigern.




                43      Information alternativer Verbindungsnetzbetreiber.




Bonn, 25.Januar 2017                                                                                                 Amtsblatt 02 Band 1
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            22             Betreibervorauswahl: Bedeutung für den deutschen TK-Markt und Zukunftsperspektiven




            Insgesamt hat sich der Marktanteil der TDG in den letzten Jahren bei rd. 52%
            eingependelt und die Mehrzahl der originierten Verbindungsminuten im Festnetz entfällt
            noch immer auf die TDG.

            Abbildung 4-1:           Abgehende Gesprächsminuten im Festnetz, nach Wettbewerber
                                     und TDG, 2010 bis 2014


                 Mrd. Minuten

                           193             183            174             163            154
                 200
                                                                                                       Wettbewerber
                 180
                                                                                                       TDG
                 160
                            92
                 140                       89
                                                           84
                 120                                                      78
                                                                                          74

                 100

                  80

                  60
                           101             94              90             85
                  40                                                                      80

                  20

                   0
                          2010            2011           2012            2013            2014


            Quelle: Bundesnetzagentur (2015).



            4.2.2 Verkehrsvolumen der Wettbewerber

            Die von Wettbewerbern in Deutschland realisierten Verkehrsminuten können über
            Betreiber(vor)auswahl oder Direktverkehr realisiert werden. Beim Direktverkehr werden
            die Verbindungsminuten auf der Basis eines Telefonanschlusses von
            Teilnehmernetzbetreibern (TNBs), die Wettbewerber der TDG sind, generiert. Die
            zeitliche Entwicklung der Gesprächsminuten der beiden Zugangsvarianten
            Betreiber(vor)auswahl und Direktverkehr an den gesamten Sprachverbindungen
            alternativer Anbieter ist in Abbildung 4-2 dargestellt.

            Abbildung 4-2 zeigt, dass beachtliche 5 Mrd. Verbindungsminuten des
            Verkehrsvolumens der Wettbewerber auf die Betreiber(vor)auswahl zurückzuführen
            sind. Der Direktverkehr ist heute - nach einen jährlichen Zuwachse von 12% in den
            Jahren 2005 bis 2014 - dominierend mit 69 Mrd. Minuten, was ein Indiz dafür ist, dass
            die Betreiber(vor)auswahl als Einstieg in den Aufbau eigener bzw. auf eigener
            Wertschöpfung basierender Leistungen dient. Von 2010 bis 2014 lagen dabei die




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                                    Betreibervorauswahl: Bedeutung für den deutschen TK-Markt und Zukunftsperspektiven                  23



                Veränderungsraten niedriger als in den Jahren davor, der Rückgang hat sich demnach
                verlangsamt.

                Vor dem Hintergrund, dass 20% der Haushalte nicht auf Anschlüsse alternativer
                Festnetzbetreiber auf der Grundlage der entbündelten TAL zurückgreifen können, ist
                zumindest für den Zeithorizont der anstehenden Marktanalyse zu erwarten, dass die
                Betreibervorauswahl weiterhin für einen möglicherweise geringen, aber nichtsdestotrotz
                aus Sicht des Wettbewerbs wichtigen, Anteil des Verkehrsvolumens sorgen wird.

                Abbildung 4-2:                Über Wettbewerber abgehende Gesprächsminuten im Festnetz
                                              nach    den     Zugangsvarianten   Betreiber(vor)auswahl  und
                                              Direktverkehr (PSTN und VoIP) in Deutschland, 2010 - 2014

                    Mrd. Minuten


                                     92            89             84             78              74
                    100
                                                                                                                Betreiber(vor)auswahl
                        90
                                    15                                                                          PSTN
                                                   11
                        80                                        9
                                                                                                                VoIP
                                                                                 7
                        70                                                                      5


                        60                         38             32             24             17
                                    40
                        50

                        40

                        30
                                                                                                52
                                                                                 47
                        20                         40             43


                        10

                        0
                                   2010           2011           2012           2013           2014




                Quelle: Bundesnetzagentur (2015).



                Während die Betreiber(vor)auswahl für Nutzer von Flatrate-Tarifvarianten bei
                Gesprächen ins deutsche Festnetz weniger interessant ist, bleibt sie auch für diese
                Haushalte attraktiv für Gespräche in Mobilfunknetze und/oder ins EU-Ausland sowie ins
                Nicht-EU-Ausland, die von Flatrates ausgenommen sind und oft hochpreisig angeboten
                werden. Dementsprechend lassen          sich bei Gesprächen ins Ausland und in
                Mobilfunknetze die größten Preisvorteile erzielen.

                Die Bedeutung der Betreibervorauswahl für Sprachverbindungen in Mobilfunknetze und
                ins Ausland spiegelt sich in den von 2012 bis 2014 steigenden Anteilen von
                Gesprächen in Mobilfunknetze und ins Ausland am Verkehrsvolumen für Call-by-Call




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            und Preselection. Der Anteil von Gesprächen ins Ausland war 2014 mit knapp 45%
            höher als von Gesprächen ins nationale Festnetz.

            Abbildung 4-3:         Verkehrsanteile am Verkehrsvolumen von Call-by-Call und
                                   Preselection insgesamt nach Gesprächsdestination im Jahr 2014




                                                                          Mobilfunknetze
                                                                               16%




                                Ausland
                                 45%




                                                                                  nationale Festnetze
                                                                                         39%




            Quelle: Dialog-Consult (2015).



            4.2.3 Anteil der              Betreibervorauswahl          am      Verkehrsvolumen                der   TDG
                  Anschlüsse

            Die Nutzung von Betreiber(vor)auswahl ist nur von den Anschlüssen der TDG möglich,
            da ihr als einzigem marktbeherrschenden Unternehmen im deutschen Fall die
            Betreiber(vor)auswahl auferlegt wurde. In der Konsequenz ist der von
            Verbindungsnetzbetreibern adressierbare Markt der Markt für Sprachverbindungen von
            TDG Anschlüssen.

            Abbildung 4-4 zeigt den Anteil der Verbindungsminuten auf der Grundlage von
            Betreiber(vor)auswahl im Verhältnis zur Anzahl Verbindungsminuten, die von TDG
            Anschlüssen generiert wurden (dies entspricht der Summe der Gesprächsminuten, die
            im Festnetz der TDG abgehen plus die über Betreiber(vor)auswahl vermittelten
            Minuten.




Amtsblatt 02 Band 1                                                                                                 Bonn, 25.Januar 2017
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                                         für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen
02 2017                                                  – Regulierung, Telekommunikation –                                         863


                                 Betreibervorauswahl: Bedeutung für den deutschen TK-Markt und Zukunftsperspektiven          25



                Abbildung 4-4:               Anteil der von TDG-Anschlüssen abgehenden Gesprächsminuten
                                             im Festnetz nach den Zugangsvarianten Betreiber(vor)auswahl
                                             und Direktverkehr (PSTN und VoIP) in Deutschland, 2010 - 2014



                  100%
                                                                                                         Direktverkehr
                     90%
                                                                                                         Betreiber(vor)auswahl
                     80%

                     70%

                     60%
                                 87%           90%            91%           92%            94%
                     50%

                     40%

                     30%

                     20%

                     10%
                                 13%           10%            9%             8%            6%
                     0%
                                2010          2011           2012           2013          2014


                Quelle: Bundesnetzagentur (2015).


                Wie die Abbildung 4-4 zeigt, entfielen im Jahre 2010 noch 13% des an TDG-
                Anschlüssen      generierten   Verkehrsvolumens       auf    die     Zugangsvariante
                Betreiber(vor)auswahl. Der Verkehrsanteil geht zwar seit 2010 kontinuierlich zurück,
                allerdings in verlangsamten Raten, so dass in 2011 noch 10% des gesamten
                Festnetzverkehrs der TDG-Kunden auf die Betreiber(vor)auswahl entfielen, 2014 waren
                es immerhin noch 6%. Interessant dürfte dabei sein, dass auch Kunden, die bereits zu
                NGN Anschlüssen migriert wurden, weiterhin Call-by-Call nutzen. Stichproben ergaben,
                dass bei ausgewählten Call-by-Call/Preselection Anbietern der Anteil an
                Gesprächsminuten, die aus NGN Teilnehmeranschlüssen generiert werden, gestiegen
                ist.44

                Für Haushalte, die keine Flatrate nutzen, ist der Stellenwert von call-by-call und
                Preselection weitaus bedeutender und hat sich in den letzten Jahren fast nicht
                verändert. Der Anteil der Haushalte ohne Flatrate-Tarifvariante, die Call-by-Call- und
                Preselection-Angebote nachfragen, liegt bei über 60% in 2014 (62,5% in 2013).
                Dementsprechend hat sich die Zahl der durchschnittlichen Verbindungsminuten pro



                44      Vgl. Dialog-Consult (2015).




Bonn, 25.Januar 2017                                                                                                    Amtsblatt 02 Band 1
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            26             Betreibervorauswahl: Bedeutung für den deutschen TK-Markt und Zukunftsperspektiven




            TDG-Festnetzanschluss ohne Flatrate-Tarifvariante von 2012 bis 2014 kaum
            verändert.45

            Damit zeigt sich, dass die Marktbedeutung der Betreiber(vor)auswahl auf dem durch
            Verbindungsnetzbetreiber adressierbaren Markt nahezu doppelt so hoch ist wie auf
            dem gesamten Verbindungsmarkt.

            Auch nach der Migration zu All-IP werden Betreiber(vor)auswahl-Dienste genutzt. Nach
            Angaben ausgewählter alternativer Netzbetreiber, werden bereits 25% der Call-by-Call-
            Anrufe von NGN-Anschlüssen generiert, bei Preselection kommen 1,9% der Anrufe von
            NGN-Anschlüssen.46 Grundsätzlich wird mit dem Übergang zu All-IP Netzen die von
            den    VNB      bereitzuhaltende   Infrastruktur  einfacher.   Damit    sinken   die
            Marktzutrittsschranken. Tendenziell sind damit im Bereich der Betreiber(vor)auswahl
            weitere Marktzutritte möglich.


            4.3    Preiswettbewerb

            Der Preisvergleich unterstreicht, dass sich für Endkunden durch die Nutzung von Call-
            by-Call ein beträchtlicher ökonomischer Vorteil mit Blick auf die Ausgaben für
            Sprachverbindungen erreichen lässt. Dies gilt insbesondere für Gespräche ins
            Ausland, die nicht Teil einer Flatrate sind und für Gespräche in Mobilfunknetze.

            Call-by-Call und Preselection üben einen disziplinierenden Effekt auf die Preise der
            TDG aus. Ohne die Möglichkeit, dass Endkunden bei einer Preiserhöhung der TDG auf
            Betreiber(vor)auswahl-Dienste wechseln, wären die Preise der TDG mit Sicherheit
            höher.




            Endkunden in Deutschland haben seit einer Reihe von Jahren die Möglichkeit, auf rela-
            tiv einfache und bequeme Weise Preisvergleiche für TK-Festnetzdienste vorzunehmen.
            Internetportale bieten Tools für Preisvergleiche an und Tageszeitungen veröffentlichen
            z.B. regelmäßig Preisübersichten. Erfahrungen haben gezeigt, dass Zeitungsleser
            empfindlich auf eine Einstellung dieser Preisübersichten in Tageszeitungen reagieren.
            Dies ist ein weiterer Hinweis für den hohen Stellenwert von Call-by-Call und
            Preselection für Endkunden.

            Im Folgenden werden die Preise der TDG mit den Preisen der fünf günstigsten Call-by-
            Call Anbieter sowie mit den Preisen alternativer TNB sowie von OTT-Diensten
            verglichen.



            45    Vgl. Dialog Consult (2015).
            46    Information alternativer Verbindungsnetzbetreiber.




Amtsblatt 02 Band 1                                                                                            Bonn, 25.Januar 2017
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                                 Betreibervorauswahl: Bedeutung für den deutschen TK-Markt und Zukunftsperspektiven          27



                4.3.1 Ersparnispotenziale/Preisvergleich TDG Call-by-Call

                Gespräche ins nationale Fest- und Mobilfunknetz

                Ein 1-Minuten-Gespräch ins deutsche Festnetz kostet im TDG-Standardtarif 2,9 Cent,
                beim günstigsten Call-by-Call Anbieter jedoch unter 1 Cent.

                Ein 1-Minuten-Gespräch in die Mobilfunknetze kostet im TDG -Standardtarif zwischen
                19 und 23,4 Cent. Bei den günstigsten Call-by-Call Anbietern kostet ein solches
                Gespräch hingegen nur rd. 2 Cent. Dies zeigt, dass die gravierend gesunkenen
                Terminierungsraten im Mobilfunk immer noch keinen wirklichen Niederschlag in den
                Endkundenpreisen der großen Anbieter finden.

                Abbildung 4-5:               Preise für ein 1-Minuten-Gepräch in deutsche Mobilfunknetze (in
                                             Cent; 2015)




                Quelle: WIK-Consult.

                Auslandsgespräche

                Abbildung 4-6 zeigt, welche Kosteneinsparungen sich durch die Nutzung eines Call-by-
                Call-Anbieters bei Auslandsgesprächen gegenüber dem Standard-Tarif für einen
                Festnetzanschluss der TDG für den Nutzer realisieren lassen (Stand Januar 2015).47


                47      Verglichen wird der Preis für einen 1-Minuten-Call für nationale Ferngespräche und Fixed-to-Mobil
                        national sowie für einen entsprechenden Anruf in die wichtigsten EU Länder und in die USA, Türkei
                        und nach China. Für die TDG wird dabei der Standard-Tarif „Call Start“ herangezogen. Die Tarifdaten
                        für die Call-by-Call-Anbieter wurden über die Web-Site „www.teltarif.de“ ermittelt. Bei den Call-by-Call-
                        Anbietern wird der Mittelwert über die fünf günstigsten Anbieter betrachtet. 47 Sollte es
                        Tarifunterschiede zwischen Peak und Off-Peak geben, so wird auch hierbei der einfache Mittelwert
                        herangezogen.




Bonn, 25.Januar 2017                                                                                                   Amtsblatt 02 Band 1
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            28                 Betreibervorauswahl: Bedeutung für den deutschen TK-Markt und Zukunftsperspektiven




            Bei der Nutzung der fünf günstigsten Anbieter von Call-by-Call lassen sich je nach
            Route bis zu 99% der Gesprächskosten einsparen.

            Bei Festnetzgesprächen in die EU oder die Türkei können Call-by-Call Nutzer ihre
            Telefonkosten um mehr als 60%        senken. Bei Gesprächen in die USA sind
            Kostensenkungen um fast 75% möglich. Noch höher sind die Einsparpotenziale bei
            Telefonaten nach China (über 90%) oder Thailand (99%).

            Bei Anrufen in ausländische Mobilfunknetze fällt das Einsparpotenzial durch Call-by-
            Call und Preselection noch gravierender aus, insbesondere auf spezifischen Routen.
            Die Kostenvorteile für Verbindungen in die wichtigsten EU-Länder liegen bei 66%, in die
            USA bei 76% und bei bis zu 91% für Gespräche nach China (siehe Abbildung 4-6).

            Abbildung 4-6:                  Vergleich der Preise der TDG (Privatkundentarif: Call Start) sowie
                                            der fünf günstigsten Call-by-Call-Anbieter in Deutschland nach
                                            unterschiedlichen Anruf-Destinationen (Stand: Januar 2015; Preis
                                            TDG normiert auf 1; Preis Wettbewerber in % des TDG Preises)


                    100%


                    90%


                    80%


                    70%


                    60%


                    50%


                    40%


                    30%


                    20%


                    10%


                        0%

                              Schweiz      Italien        EU          USA          Türkei     China     Thailand


                             TDG "Call Start"     Call-by-Call Anbieter Festnetz    Call-by-Call Anbieter Mobilfunk




            Quelle: WIK-Consult



            Eine Beispielrechnung ergibt, dass ein 1-Minuten-Gespräch im TDG-Standardtarif nach
            Italien oder in die USA 2,9 Cent kostet und beim günstigsten Call-by-Call Anbieter
            jedoch unter 1 Cent.

            Ein 1-Minuten-Gespräch (Festnetz) in EU Länder kostet im TDG-Standardtarif zwischen
            2,9 und 99 Cent, bei den günstigsten Call-by-Call Anbietern hingegen unter 1 Cent. Ein




Amtsblatt 02 Band 1                                                                                                  Bonn, 25.Januar 2017
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                                    Betreibervorauswahl: Bedeutung für den deutschen TK-Markt und Zukunftsperspektiven          29



                1-Minuten-Gespräch (Mobilfunk) in EU Länder kostet im TDG-Standardtarif zwischen
                27,9 und 128 Cent, bei den günstigsten Call-by-Call Anbietern hingegen nur etwa 2
                Cent.

                Bei Gesprächen nach Thailand lassen sich mehr als 1 Euro pro Minute, bei Gesprächen
                nach China (Mobilfunknummer) immerhin mehr als 35 Cent pro Minute sparen. Bei
                einem 20minütigen Gespräch zahlt der TDG Standardtarif Kunde das 140fache von
                einem Call-by-Call Gespräch und würde durch die Nutzung von Call-by-Call fast 20
                Euro sparen.

                Abbildung                 4-7:          Kosten     für       ein       1-Minuten       Gespräch
                                                        (TDG Standardtarif vs. günstigster Call-by-Call Anbieter;
                                                        Cent)

                                                           Schweiz       Italien        EU        USA Türkei China Thailand
                TDG     Festnetz                              2,9          2,9        2,9 - 99    2,9      4,9     9,9     99
                Call-by-Call Anbieter      Festnetz           1,2          0,9          0,9       0,7      1,6     0,5    0,7


                TDG     Mobilfunk                             31,9         27,9     27,9 - 128    2,9     38,9     38,9   128
                Call-by-Call Anbieter      Mobilfunk          6,6          1,8          2,0                6,9     0,6    1,0


                Quelle: WIK-Consult.

                Insgesamt ergeben sich laut Berechnungen der BNetzA bei konsequenter Nutzung von
                Call-by-Call Einsparpotenziale von bis zu 65% bei Mobilfunk- und Auslandsgesprächen.




Bonn, 25.Januar 2017                                                                                                     Amtsblatt 02 Band 1
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