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Amtsblatt der Bundesnetzagentur
                                      für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen
14 2015                         – Mitteilungen, Telekommunikation, Teil A, Mitteilungen der Bundesnetzagentur –      1893


          BUNDESNETZAGENTUR                                                                                       31




          3. Störungsbereich
          Der Störungsbereich ist der Raumbereich innerhalb des frequenzkoordinierten Nutzungsbereichs (FPSV
          – siehe Kapitel IC3), in dem ein störungsfreier Betrieb des Flugnavigationssystems nicht garantiert wer-
          den kann. Dieser Störungsbereich kann eine beliebige Form aufweisen.


          Der Störungsbereich wird durch eine ausreichende Anzahl von Punkten (jeweils bestimmt durch die
          geografischen Koordinaten nach WGS84-Modell und Höhe) definiert, in denen mindestens eines der
          Störpotenziale (A1, A2, B1 oder B2) größer 0𝑑𝑑𝑑𝑑 ist (siehe Kapitel IC3.1).




Bonn, 29. Juli 2015
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1894                     – Mitteilungen, Telekommunikation, Teil A, Mitteilungen der Bundesnetzagentur –   14 2015


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   C Flugnavigationsfunk

   1. Systembeschreibung

   1.1 Instrumentenlandesystem (ILS)
   Die Schnittstellenbeschreibung „SSB FL 012“ definiert national „Landekursfunkanlagen“.


   Das ILS ist ein bodenbasiertes System, das den Piloten eines Flugzeuges bei Anflug und Landung mittels
   zweier Leitstrahlen - Landekurs (LOC = Localizer, Information über Kurs) und Gleitpfad (Information
   über Höhe) - unterstützt. Der Pilot kann die Signale auf einem Anzeigegerät verfolgen, das an einen ILS-
   Empfänger angeschlossen ist. Dadurch sind auch bei schlechten Sichtbedingungen (IMC) Präzisionsan-
   flüge möglich.


   Die Sendefrequenz des Gleitpfadsenders liegt im UHF-Bereich (329 𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀 bis 335 𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀) und ist aufgrund
   des Frequenzbandes nicht Teil der Koordinierung zwischen Rundfunk und Flugnavigationsfunk.


   Die Sendefrequenz des Landekurssenders, liegt zwischen 108,00 und 111,95 𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀. Die Sendeantenne des
   LOC befindet sich ca. 300 𝑚𝑚 hinter dem Ende der Landebahn und besteht aus mehreren, paarweise ange-
   ordneten Richtantennen (gestreckte λ/2-Dipolantennen). Der HF-Träger ist mit einem 90𝐻𝐻𝐻𝐻 Signal zur
   einen Seite des Anflugbereichs und mit einem 150 𝐻𝐻𝐻𝐻 Signal zur anderen Seite des Anflugbereichs mit
   einem Modulationsgrad von 20% amplitudenmoduliert. Der Localizer-Empfänger im Flugzeug misst die
   Differenz der Modulationstiefe von 90 − 𝐻𝐻𝐻𝐻- und 150 − 𝐻𝐻𝐻𝐻-Signal. Genau an der Position, wo diese bei-
   den Signale die gleiche Stärke aufweisen (Differenz = 0, senkrechte Nadel des Anzeigeinstruments steht
   in der Mitte), befindet sich der optimale Anflugweg.




   Abbildung 17: Schematisches Antennendiagramm eines Landekurssenders (Quelle: Bundesaufsichtsamt
   für Flugsicherung)




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14 2015                          – Mitteilungen, Telekommunikation, Teil A, Mitteilungen der Bundesnetzagentur –     1895


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          Die ILS-Localizer-Frequenzen sind 108.10 𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀, 108.15𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀, 108.30𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀, 108.35 𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀 u.s.w. bis
          111.90 𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀, und 111.95 𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀 (40 Kanäle im 50 𝑘𝑘𝑘𝑘𝑘𝑘 Raster).


          Die Empfangsbandreite von Localizer-Empfängern ist auf 30 𝑘𝑘𝑘𝑘𝑘𝑘 festgelegt.


          1.2 VHF Omnidirectional Range (VOR)
          Die Schnittstellenbeschreibung „SSB FL 008“ definiert national „Drehfunkfeuer (VOR, D-VOR)“.


          Das VOR ist ein Drehfunkfeuer für die Navigation in der Luftfahrt. Die VOR-Sendeanlage erzeugt ein
          hybrid moduliertes Signal, bestehend aus:


          •   einem amplitudenmodulierten Signal mit 30 𝐻𝐻𝐻𝐻,

          •   einer Komponente, ebenfalls mit 30𝐻𝐻𝐻𝐻 moduliert (30𝐻𝐻𝐻𝐻 Frequenzmodulation eines 9960𝐻𝐻𝐻𝐻 Unter-
              trägers).

          Durch die Phasenbeziehung im Empfänger zwischen Amplituden- und Frequenzmodulation kann der
          Winkel zwischen Nordbezug und Richtung zum Luftfahrzeug bestimmt werden. Im Empfänger wird der
          Phasenunterschied (0° … 360°) zwischen den beiden 30𝐻𝐻𝐻𝐻 Modulationen gemessen und als Radial
          (Azimutwinkel 0° … 360° Nord über Ost) angezeigt.




          Abbildung 18: Schematische Darstellung der Wirkungsweise eines VOR (Quelle: Bundesaufsichtsamt für
          Flugsicherung (BAF))




          Abbildung 19: Schematische Darstellung des Spektrums eines VOR (Quelle: BAF)




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   Die VOR- Frequenzen sind wie folgt gerastert: 108.05 𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀, 108.20 𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀, 108.25 𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀, 108.40 𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀,
   108.45 𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀 u.s.w. bis 111.85 𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀. Ab 112.00 𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀 gibt es ein generelles Kanalraster von 50 𝑘𝑘𝑘𝑘𝑘𝑘 begin-
   nend mit 112.00𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀 bis 117.95 𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀.


   Die Empfangsbandreite von VOR- und DVOR-Empfängern wird auf 30 𝑘𝑘𝑘𝑘𝑘𝑘 festgelegt.


   1.3 Ground Based Augmentation System (GBAS)
   Die Schnittstellenbeschreibung „SSB FL 011“ definiert national „Funkanlagen zum bodengestützten Er-
   gänzungssystem zu weltweiten Satellitennavigationssystemen (GBAS)“.


   Das GBAS ist ein auf DGPS beruhendes Verfahren zur Bestimmung von Ortskoordinaten für Präzisions-
   anflüge. Zusätzlich ist GBAS als Ersatz für die aktuellen Instrumentenlandesysteme (z.B. ILS) vorgese-
   hen.


   GBAS nutzt neben den GPS-Satellitensignalen auch den Datenlink einer GBAS-Bodenstation. Von GPS-
   Referenzempfängern werden Korrekturdaten von der Bodenstation ermittelt. Diese und weitere Daten,
   wie beispielsweise Anfluginformationen (z.B. Wegpunkte) werden periodisch über den Datenlink über-
   tragen.


   An Bord des Flugzeuges wird (durch einen GPS-Empfänger und den von der GBAS-Bodenstation emp-
   fangenen Korrekturwerten) die bis auf unter einen Meter genaue Position des Flugzeuges ermittelt und
   mit einem vom Piloten selektierten Anflugweg der GBAS-Bodenstation verglichen.


   Der VHF-Datenlink arbeitet im Zeitmultiplexverfahren im geschützten Flugfrequenzbereich zwischen
   108.000 und 117.950𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀 und erlaubt theoretisch einen Betrieb von mehreren GBAS-Bodenstationen auf
   einer einzigen Frequenz. Das GBAS-Signal des VHF-Datenlinks ist ein D8PSK-moduliertes Signal mit
   einer Datenrate von 31,5 𝑘𝑘𝑘𝑘/𝑠𝑠 und hat eine Bandbreite von ca. 12𝑘𝑘𝑘𝑘𝑘𝑘.




   Abbildung 20: Spektrum einer GBAS-Aussendung


   GBAS-Frequenzen haben ein Kanalraster von 25 𝑘𝑘𝑘𝑘𝑘𝑘, beginnend mit 108.025 𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀 bis 117.950 𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀.




                                                                                                             Bonn, 29. Juli 2015
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          Die Empfangsbandreite von GBAS-Empfängern wird auf 30 𝑘𝑘𝑘𝑘𝑘𝑘 festgelegt.



          2. Empfangsantennen und Empfänger
          Mit der folgenden Formel erfolgt die Berechnung der am Empfängereingang vorhandenen Leistungspe-
          gel aus der an der Navigationsempfangsantenne des Flugzeugs anliegenden Feldstärkepegel. Dabei
          wurde auch die Aufteilung der Signale auf zwei Navigationsempfänger durch einen Splitter berücksich-
          tigt.


          𝑁𝑁 = 𝐸𝐸 − 118 − 𝑎𝑎𝐴𝐴𝐴𝐴𝐴𝐴 − 𝑎𝑎𝑆𝑆𝑆𝑆𝑆𝑆𝑆𝑆𝑆𝑆𝑆𝑆𝑆𝑆𝑆𝑆 + 𝐺𝐺𝑁𝑁𝑁𝑁𝑁𝑁 (𝑓𝑓)                                                     Formel 32



              ILS Localizer Mindestnutzfeldstärke
                       Emin = 32 dB(µV/m)

                                             Verlustfreie
                                        isotropische Antenne


                                                                                                                           Empfänger 1

                                                                            Frequenzab-
                                            Antennensystem                                        Signalverteiler
                                                                          hängige Verluste
                                             fester Verlust,                                         Verlust,
                                                                           (nur für Rund-
                                                La = 9 dB                                           Ls = 3.5 dB
                                                                          funksignale), L(f)

                                                                                                                           Empfänger 2


              ILS Localizer
              Signalpegel

                                -86 dB(mW)                    -95 dB(mW)                 -95 dB(mW)        -98.5 dB(mW) ~ -98 dB(mW)

          Abbildung 21: Empfängermodell gemäß ITU-R SM.1009-1


          mit:


          •       𝑵𝑵: Leistungspegelmaß des Senders am Empfängereingang in 𝑑𝑑𝑑𝑑(𝑚𝑚𝑚𝑚)

          •       𝑬𝑬: Feldstärkepegelmaß des Senders in 𝑑𝑑𝑑𝑑(µ𝑉𝑉 ⁄𝑚𝑚)

          •       𝒂𝒂𝑨𝑨𝑨𝑨𝑨𝑨 = 9𝑑𝑑𝑑𝑑 als „Antenna system fixed loss“ gem. ITU-R SM.1009 Kap. 3.4

          •       𝒂𝒂𝑺𝑺𝑺𝑺𝑺𝑺𝑺𝑺𝑺𝑺𝑺𝑺𝑺𝑺𝑺𝑺 = 3.5 𝑑𝑑𝑑𝑑 als Dämpfung des Splitters gem. ITU-R SM.1009 Kap. 3.4

          •       𝑮𝑮𝑵𝑵𝑵𝑵𝑵𝑵 (𝒇𝒇𝑩𝑩𝑩𝑩 ): frequenzabhängige Dämpfung der Flugnavigationsantenne gemäß folgender Formel in
                  𝑑𝑑𝑑𝑑

                              −1.2 ∗ (108 − 𝑓𝑓⁄𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀)            𝑓𝑓ü𝑟𝑟   < 108 𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀
          𝐺𝐺𝑁𝑁𝑁𝑁𝑁𝑁 (𝑓𝑓) = {                                                                                                 Formel 33
                               0                                  𝑓𝑓ü𝑟𝑟   ≥ 108 𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀𝑀




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   3. Definition des frequenzkoordinierten Nutzungsbereiches
        (FPSV) für Flugnavigationsanlagen
   Grundsätzlich gilt, dass ein FPSV (Frequency Protected Service Volume) für Landekurssender (LOC) von
   Instrumentenlandesystemen (ILS), Drehfunkfeuer (VOR) und bodengestützte Anflugsysteme für Satelli-
   ten (GBAS) nach der derzeit aktuell gültigen Fassung des ICAO Annex 10, Amendmend 87, Vol. 1 be-
   schrieben wird.


   In den folgenden Kapiteln wird der FPSV individuell beschrieben.


   3.1 Allgemeine Beschreibung von FPSV-Gebieten
   FPSV-Gebiete können allgemein in Form von Radialsektoren oder als Reihe von Koordinatenpunkten
   beschrieben werden. Dabei gelten die Einschränkungen der nachfolgenden zwei Kapitel.


   Ein Gesamt-FPSV kann aus einer beliebigen Zahl einzelner FPSV zusammengesetzt sein, die jeweils der
   Form der nachfolgenden zwei Kapitel entsprechen. Die FPSV können sich dabei gegenseitig überlappen.


   3.1.1 FPSV aus Radialsektoren
   Jedes dieser FPSVs hat einen Ursprung und eine Hauptstrahlrichtung. Der Ursprung wird durch Breiten-
   und Längengrad (WGS84) mit Höhe über NN beschrieben.


   Der FPSV setzt sich aus beliebig vielen Radialsektoren zusammen, die sich jedoch nicht überlappen dür-
   fen. Jeder Radialsektor wird Horizontal durch zwei Azimut-Winkel begrenzt.


   Jeder Radialsektor wird durch eine Oberkante und Unterkante begrenzt. Diese Ober- und Unterkanten
   werden jeweils durch Punkte mit einem Bodenabstand zum Koordinaten-Mittelpunkt (nicht dem Ur-
   sprung) und eine Höhe, entweder über Koordinaten-Mittelpunkt oder über NN definiert. Die Interpola-
   tion zwischen den Punkten hängt von einem Einstellungsparameter ab, für den folgende Einstellungen
   möglich sind:


   •    Linear über Kugelerde
        Hier erfolgt die Interpolation danach, ob

                o    zwei direkt benachbarte Punkte gleiche Höhe haben
                     In diesem Fall folgt die Kurve der Kugelerde mit konstanter Höhe zwischen den Punkten

                o    zwei Punkte unterschiedliche Höhe haben
                     In diesem Fall werden die benachbarten Punkten mit einer Geraden verbunden, deren
                     Steigung aus dem Elevationswinkel der beiden Punkten definiert ist.




                                                                                                            Bonn, 29. Juli 2015
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          •      Polynom über flacher Erde
                 Die Interpolation zwischen allen benachbarten Punkten wird jeweils durch eine quadratische Poly-
                 nomdarstellung (bis zu 2. Grades) angegeben, wobei der Untergrund flacher Erde entspricht.

          Ist für die Unterkante kein Punkt angegeben, dann ist der FPSV bis auf den Boden ausgedehnt. Ist für die
          Oberkante kein Punkt angegeben, dann ist die Ausdehnung des FPSV nach oben unbeschränkt.


          3.1.2 FPSV in Form einer Reihe von Koordinatenpunkten
          Eine Liste von Koordinatenpunkten mit Breiten- und Längengrad nach WGS84 (ohne Höhe) definiert den
          FPSV zur Seite. Dabei werden benachbarte Punkte in der Listenreihenfolge über Großkreise miteinander
          verbunden. Der letzte Punkt in der Liste wird ebenfalls über den Großkreis mit dem ersten Listenpunkt
          verbunden.


          Ein FPSV in Form einer Reihe von Koordinatenpunkten ist nach oben und unten jeweils durch eine Hö-
          henangabe über NN begrenzt. Überall innerhalb des Polygons gelten die obere und untere Höhenangabe.
          Eine fehlende untere Höhenangabe führt zu einem FPSV bis auf den Boden und eine fehlende obere Hö-
          henangabe führt zu einem nach oben unbegrenzten FPSV.


          3.2 ILS LOC
          Der FPSV ist in Kapitel 3.1.3.3 des ICAO Annex 10 Amendment 87, Vol 1 vollständig definiert.


          Der FPSV des LOC setzt sich aus einem FPSV mit drei Radialsektoren zusammen, zwei identischen Radi-
          alsektoren im Bereich zwischen -35° bis -10° und +10° bis +35° sowie einem Radialsektor im Bereich ± 10°,
          jeweils um die Hauptstrahlrichtung (TRD – true radiation direction).


          Für die vollständige Beschreibung eines ILS FPSV sind folgende frei parametrierbare Angaben erforder-
          lich:


          Gemeinsamer Ursprung der Radialsektoren: Breiten- und Längengrad (WGS84) sowie Höhe über NN


          •      Abstand Ursprung - Schwelle1 i

          •      Schwellenhöhe über NN

          •      Hauptstrahlrichtung des LOC in Azimut-Richtung (TRD)

          •      Radius der beiden äußeren Radialsektoren

          •      Radius des inneren Radialsektors

          •      Höhe der Unterkante über der Schwelle bei maximalem Radius

          Zusätzlich gelten folgende Vorgaben:




          1   Die Schwelle ist der in ICAO Annex 10 mit dem Begriff „threshold“ angegebene Punkt




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   •    Winkelbereiche der Radialsektoren in Bezug auf den Ursprung:

                o      Erster äußerer Radialsektor: -35° bis -10°

                o      Zweiter äußerer Radialsektor: -10° bis + 35°

                o      Innerer Radialsektor: -10° bis + 10°

   •    Anstiegswinkel der Oberkante in Bezug auf den Ursprung:
        7° Elevation

   •    Maximale Höhe der Oberkante aller Radialsektoren
        1905m (6250ft) über Schwellenhöhe

   Die Unterkante aller drei Radialsektoren sind jeweils „Linear über Kugelerde“ mit den folgenden Punk-
   ten definiert:


   Unterkante ILS
                    Bodenabstand                                                Höhe

       0m                                               Ursprungshöhe über NN

       Abstand Ursprung zur Schwelle                    Schwellenhöhe über NN

                                                        Schwellenhöhe über NN + Höhe der Unterkante über
       Radius des Radialsektors
                                                        der Schwelle bei maximalem Radius



                                                                                                 Quelle: BAF

   Abbildung 22: Beschreibung Unterkante ILS


   Oberkante ILS
                    Bodenabstand                                                Höhe

       0m                                               Ursprungshöhe über NN

       Abstand Ursprung zur Schwelle, bei der
       unter 7° Elevations-winkel eine Höhe von         1905m (6250ft) über Schwelle
       1905m (6250ft) über Schwelle erreicht ist

       Radius des jeweiligen Radialsektors              1905m (6250ft) über Schwelle



                                                                                                 Quelle: BAF

   Abbildung 23: Beschreibung Oberkante ILS


   3.3 VOR
   Der FPSV ist in Kapitel 3.3.4 des ICAO Annex 10 Amendment 87, Vol 1 vollständig definiert.




                                                                                                               Bonn, 29. Juli 2015
76

Amtsblatt der Bundesnetzagentur
                                     für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen
14 2015                         – Mitteilungen, Telekommunikation, Teil A, Mitteilungen der Bundesnetzagentur –    1901


          BUNDESNETZAGENTUR                                                                                       39



          Der FPSV des VOR setzt sich aus einem FPSV mit beliebig vielen Radialsektoren mit gleichem Ursprung
          zusammen, wobei jeder Azimut mit einem Radialsektor definiert sein muss. Jeder Radialsektor wird mit
          einem Azimut für Start und Stopp festgelegt. Zusätzlich gibt es eine Reichweite und eine Höhe für die
          Oberkante. Die Unterkante ist bei Standard-FPSV gemäß ICAO Annex 10 Amendment 87, Vol 1 nicht
          definiert. Sofern nicht anders definiert, gelten die Vorgaben des bisherigen Modells D88.


          Für die vollständige Beschreibung eines ILS FPSV sind folgende frei parametrierbare Angaben erforder-
          lich:


          •   Gemeinsamer Ursprung der Radialsektoren: Breiten- und Längengrad (WGS84) sowie Höhe über NN

          •   Radius des jeweiligen Radialsektors

          •   Start- und Stop-Azimut des jeweiligen Radialsektors

          •   Höhe der Oberkante des jeweiligen Radialsektors


          3.4 GBAS
          Der FPSV ist in Kapitel 3.7.3.5.3 des ICAO Annex 10 Amendment 87, Vol 1 vollständig definiert.


          Abweichend zur Definition des ICAO Annex 10 wird die Höhe des LTP/FTP über NN referenziert und
          nicht über dem WGS84 Geoid, damit alle Höhenangaben im gleichen Referenz-System sind. Der FPSV
          des GBAS setzt sich aus einem FPSV mit drei Radialsektoren zusammen, zwei identischen äußeren Radi-
          alsektoren im Bereich zwischen -35° bis -10° und +10° bis +35° sowie einem inneren Radialsektor im Be-
          reich ± 10°, jeweils in Gegenrichtung des Hauptanflugwinkels.


          Für die vollständige Beschreibung eines GBAS FPSV sind folgende frei parametrierbare Angaben erford-
              lich:

          •   Schwelle: Breiten- und Längengrad sowie Höhe der Schwelle über NN

          •   Gegenrichtung des Hauptanflugwinkels in Azimut-Richtung

          •   Radius der beiden äußeren Radialsektoren

          •   Radius des inneren Radialsektors

          •   Anstiegswinkel der Unterkante für alle Radialsektoren

          Zusätzlich gelten folgende Vorgaben:

          •   Ursprung der beiden äußeren Radialsektoren: In jeweils 140 m Abstand rechts und links der Haupt-
              anflugrichtung auf Schwellenhöhe

          •   Ursprung des inneren Radialsektors: In 884 m Abstand zur Schwelle in Hauptanflugrichtung

          Winkelbereiche der Radialsektoren:

          •   Erster äußerer Radialsektor: -35° bis -10°

          •   Zweiter äußerer Radialsektor: -10° bis + 35°




Bonn, 29. Juli 2015
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                                für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen
1902                      – Mitteilungen, Telekommunikation, Teil A, Mitteilungen der Bundesnetzagentur –    14 2015


   40                                                    BUNDESNETZAGENTUR | I - C FLUGNAVIGATIONSFUNK



   •    Innerer Radialsektor: -10° bis + 10°

   •    Anstiegswinkel der Oberkante: 7° Elevation

   •    Maximale Höhe der Oberkante aller Radialsektoren: 10000 ft über Schwellenhöhe

   Es kann ein FPSV aus drei Radialsektoren gebildet werden, deren Gebiete den aus ICAO Annex 10 be-
   schriebenen FPSV vollständig einschließen, und gleichzeitig weniger als 40 m Abweichung haben kön-
   nen.


   Die Unterkante aller drei Radialsektoren sind jeweils „Linear über Kugelerde“ mit den folgenden Punk-
   ten definiert:


   Unterkante GBAS
                    Bodenabstand                                              Höhe

       0m                                             Schwellenhöhe über NN

                                                      Schwellenhöhe über NN + Höhe, die sich aus dem
       Radius des Radialsektors
                                                      Anstiegswinkel bei gegebener Reichweite berechnet



                                                                                               Quelle: BAF

   Abbildung 24: Beschreibung Unterkante GBAS


   Oberkante GBAS
                    Bodenabstand                                              Höhe

       0m                                             Ursprungshöhe über NN
       Abstand Ursprung zur Schwelle, bei der
       unter 7° Elevations-winkel eine Höhe von       10000 ft über Schwelle
       10000 ft über Schwelle erreicht ist
       Radius des jeweiligen Radialsektors            10000 ft über Schwelle



                                                                                               Quelle: BAF

   Abbildung 25: Beschreibung Oberkante GBAS




                                                                                                             Bonn, 29. Juli 2015
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