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Dieses Dokument ist Teil der Anfrage „Amtsblätter bis 2018“
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für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen
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2. Konsultationsentwurf vom 05.05.2010
- Geschwärzte Fassung -
Tabelle 4: Anschlussmengen/Marktanteil Massenmarkt für Breitbandanschlüsse
BuG:
Absatz auf dem Massenmarkt für Breitbandanschlüsse
Anschlüsse in Stück
2006 2007 1Q2008 2008+ 1H.2009+
Anschlüsse Wettbe-
werber TK-Festnetz ... ... ... ... ...
(inkl. Resale)
davon
DSL wettbewerbl.
ISP auf Basis DSL ... ... ... ... ...
Resale/Bitstrom DT
AG gebündelt
davon
Anschlüsse TV- ... ... ... ... ...
Kabelanbieter
Anschlüsse DT AG ... ... ... ... ...
abzgl. Komplettan- ...
... ... ... ...
schlüsse
Korrekturfaktor ca.
1% d. gesamten ... ... ... ... ...
Marktvolumens
Absätze gesamt inkl.
... ... ... ... ...
Korrekturfaktor
Marktanteil DT AG >45% >45% >45% >50%e >50%e
exkl. Komplettanschl.
Marktanteil DT AG
exkl. Komplett-
anschl. inkl. Resale/ >65% >65% >65% >60%e >60%e
Bitstrom DT AG ge-
bündelt
Anteil DT AG >45% >45% >45% >45%e >45%e
inkl. Komplettanschl
+)
Die Daten für 2008 und 1. Hj. 2009 wurden auf Basis der Angaben der 11 bedeutendsten Unternehmen des
Marktes, die im Rahmen der Nacherhebung befragt wurden und ca 94% des Absatzvolumens erwirtschaften,
auf 99% hochgerechnet und mit dem Korrekturfaktor auf 100% ergänzt.
++)
Hier werden nur gebündelte Resale und Bitstromzugangsanschlüsse betrachtet, da angenommen wird, dass
diese Vorleistungen in der entbündelten Variante als Basis für Komplettanschlüsse dienen, die nicht Teil des
Marktes sind.
*) Wert aus Jahresbericht 2008 übernommen bzw. für 1Q.2008 rückgerechnet.
Bis einschließlich 1Q. 2008 waren dies ausschließlich Angebote alternativer Anbieter.
**) Komplettanschlüsse ermittelt auf Basis der Angaben der 6 größen Anbieter des Massenmarktes + Angaben
der DT AG
Wie unter G.1.5.1.1.2 hinsichtlich der Abgrenzung der Naked DSL-Anschlüsse dargelegt,
sind Komplettanschlüsse (hierunter sind Naked-DSL-Anschlüsse, aber auch Glasfaseran-
schlüsse, zu verstehen, die einen Telefondienst umfassen und geeignet sind, den Schmal-
bandanschluss zu ersetzen) nicht als Teil der Breitbandanschlussmärkte, sondern als Teil
von Markt 1 zu verstehen. Aus Gründen der Vergleichbarkeit der Periodenergebnisse wur-
den Absatz- und Umsatzdaten für diese Anschlüsse gesondert ausgewiesen und über alle
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Perioden aus dem Gesamtmarktergebnis herausgerechnet. Die Marktanteile wurden ebenso
errechnet. Da vor allem alternative Anbieter Komplettanschlüsse vermarktet haben 183 ,
schmälern diese Anschlüsse vor allem das Volumen der alternativen Anbieter auf diesem
Markt. Bei der Berechnung der Marktanteile der DT AG inkl. der Resaleanschlüsse wurde ab
Ende 2008 die Menge der diesem Unternehmen zuzurechnenden Resaleanschlüsse um die
Stand-alone -Anschlüsse, die als Basis der Komplettanschlüsse angesehen werden, gekürzt.
Aus redaktionellen Gründen wurden die Anteile der DT AG an Absätzen und Umsätzen aller
Breitbandanschlüsse, d.h. auch inklusive der Komplettanschlüsse dargelegt. Dies erlaubt
auch Rückschlüsse darauf, wie sich die Marktposition der DT AG im Breitbandbereich über-
haupt im Zeitablauf entwickelt hat.
Anders als in der Endkundenmarktabgrenzung der Festlegung des Marktes Nr. 12 (alt) sind
in diesem Endkundenmarkt außer den Breitbandanschlüssen auf Basis der TV-
Kabelanschlussinfrastruktur keine alternativen Anschlussinfrastrukturen mehr berücksichtigt.
Andererseits wurden aus den unter Abschnitt G.1.5.1.2.1 dargelegten Gründen hochwertige
ADSL-Anschlüsse nunmehr dem Massenmarkt zugerechnet. Da diese Anschlüsse bezogen
auf die Gesamtzahl dieses Marktes nur einen relativ geringen Anteil haben, hat dies hinsicht-
lich der zu betrachtenden Marktanteilsrelationen nur eine geringe Auswirkung auf diesen
Markt. Eine Vergleichbarkeit mit den Zeitreihen des etwas anders abgegrenzten Massen-
marktes der Festlegung des Marktes 12 (alt) ist deshalb weitgehend gegeben.
Auf dem Massenmarkt für Breitbandanschlüsse hat die DT AG gegenüber den Endkunden-
marktuntersuchungen der Festlegung des Marktes 12 (alt) deutlich an Marktanteilen einge-
büßt. Konnte sie Ende des Jahres 2004 trotz feststellbarer Wettbewerbsbelebung noch über
80% der vermarkteten Breitbandanschlüsse auf sich verbuchen, so hat sie insbesondere in
den Jahren 2005 und 2006 massiv an Marktanteilen verloren. Ende 2006 hatte sie noch ei-
nen Anteil von 46% bei den direkt vermarkteten Endkundenanschlüssen dieses Marktes in-
ne.
Es gibt zahlreiche Gründe, die zu den deutlichen Marktanteilsgewinnen der alternativen An-
bieter in den Jahren 2005 und 2006 beigetragen haben.
1. Seit Ende 2004 hat die DT AG ein Anschlussresaleprodukt angeboten. Bereits Ende
2006 konnten Carrier, aber auch ISP ohne Infrastruktur in Kombination mit einem Zufüh-
rungssresale auf dieser Basis über 3 Millionen DSL-Anschlüsse bereitstellen. Hierüber
wurden damals fast 40% der DSL-Anschlüsse der alternativen Anbieter bereitgestellt.
Diese Resaleprodukte, die einen raschen Marktzugang erlaubten, trugen zum einen mit
zu dem deutlichen Marktwachstum in dieser Zeit bei (das Marktvolumen wuchs von
2004 bis 2006 um 140%) und zum anderen konnten Anbieter bei der Endkundenpro-
duktvermarktung darüber deutlich an Marktanteilen gewinnen.
183 DT AG vermarktet dieses Produkt erst seit 2008 und dies bisher nur in sehr geringen Mengen BuG:
….
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2. Gleichwohl blieb das TAL-Zugangs-basierte Geschäftsmodell auch nach der Einführung
eines Anschlussresaleprodukts das bedeutendste Geschäftsmodell der alternativen
DSL-Anschlussanbieter. Die alternativen Carrier mieteten zusätzlich jährlich durch-
schnittlich etwa 2 Millionen hochbitratige Teilnehmeranschlüsse an, um ihren Endkun-
den hierüber DSL-Anschlüsse anzubieten. Die wettbewerblichen Carrier investierten
auch umfassend in den Ausbau ihrer Zugangsnetze, um die Hauptverteiler der DT AG
erschließen zu können. Ende 2004 hatten infrastrukturbasierte alternative Anbieter etwa
2400 Hauptverteiler erschlossen, Ende 2006 waren es über 3000, Ende 2007 waren es
sogar über 3500 über die sie (alle zusammen) knapp 70% aller deutschen Haushalte er-
schließen konnten. Gleichzeitig begannen einige infrastrukturbasierte Carrier, insbeson-
dere QSC und Telefonica, später dann auch Arcor, auf Basis der angemieteten TAL in
Kombination mit eigenen Zugangsnetzen an ISP offensichtlich sehr preisgünstig Vorleis-
tungsprodukte (Bistromzugang bzw. Simple Resale [Anschlussresale in Kombination mit
Zuführungsresale]) anzubieten. Allerdings können und konnten diese alternativen Vor-
leistungsprodukte nicht flächendeckend angeboten werden, da kein alternativer Carrier
über ein bundesweites flächendeckendes Netz verfügt.
3. Diese Entwicklung insgesamt ermöglichte attraktive Preisangebote der alternativen An-
schlussanbieter (Preissenkungen, Bündelpreise und Flattarifierungen), gepaart mit stetig
wachsenden Anschlussbandbreiten.
4. Die TV-Kabelanschlussanbieter, die stark in den Ausbau der rückkanalfähigen TV-
Kabelnetze investierten, gewannen - noch von einem sehr niedrigen Niveau aus - zu-
nehmend an Marktanteilen. Ende 2006 deckten sie mehr als 3% des Marktes mit Breit-
bandanschlüssen und Diensten auf Basis der HFC-Infrastruktur ab.
Alle alternativen Anbieter zusammen konnten so 2005 und 2006 bis zu 89% des Neukun-
dengeschäfts realisieren.
Dieser oben beschriebene Trend kippte 2007. Ende des Jahres 2007 konnte die DT AG be-
reits wieder fast 49% des Neukundengeschäfts für sich verbuchen. Im ersten Halbjahr 2009
vereinigte sie etwa 53% des Neukundengeschäfts auf sich. Ein Drittel des Neukundenge-
schäfts gewannen vor allem die TV-Kabelanschlussanbieter mit ihren breitbandigen Zu-
gangsprodukten. Die alternativen DSL-Anschlussanbieter konnten ca. 14% der Neukunden
für sich gewinnen und haben damit Marktanteile verloren, z.T. mussten sie sogar absolut
Kundenrückgänge hinnehmen. Vor diesem Hintergrund konnte die DT AG ihren Marktanteil
bis zum ersten Quartal 2008 wieder auf 49%, im ersten Halbjahr 2009 sogar auf über 53%
ausbauen. Die TV-Kabelanbieter verdoppelten ihren Marktanteil bis zum 1. Quartal 2008 auf
fast 6% des Gesamtmarktes. In den folgenden fünf Quartalen bis zum Ende des 2. Halbjah-
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res 2009 gewannen sie mehr als 3 Prozentpunkte an Marktanteil, der Mitte des Jahres 2009
bei 9,5% 184 lag.
Gründe für die Trendumkehr:
1. 2007 beginnt die DT AG mit preislich und qualitativ sehr attraktiven Angeboten auf die
starke Präsenz alternativer Anbieter zu reagieren. Gleichzeitig werden die Angebote der
TV-Kabelanbieter sowohl hinsichtlich der Preise, aber auch der Bandbreiten immer att-
raktiver. Bis Mitte 2009 haben sie ihren Marktanteil in dem hier abgegrenzten Markt vor
allem auf Kosten alternativer TK-Festnetzanbieter auf 9,5% beinahe verdreifacht. Es ist
bemerkenswert, dass die DT AG angesichts des starken Preis- und Qualitätswettbe-
werbs durch die TV-Kabelanbieter ihren Marktanteil halten und sogar noch leicht aus-
bauen kann. Indirekt kann die DT AG als Inhaberin des Anschlussnetzes und damit des
größten Kundenstammes von dieser Entwicklung sogar mit profitieren. Ihre Position bei
der DSL-Vermarktung wird dadurch gestärkt.
2. Gleichzeitig begann die DT AG, Breitbandkunden über längere Vertragslaufzeiten länger
an sich zu binden. Ihr bedeutendstes und erfolgreichstes Breitbandbündelprodukt, Call &
Surf, begann sie 2007 über Ein- oder Zwei-Jahresverträge zu vermarkten. Ansonsten
haben DSL-Anschlussbündel der DT AG eine Kündigungsfrist von 6 Tagen. BuG: Mitte
2007 waren ... der Breitbandkunden (etwa ... aller Schmalbandkunden) in Laufzeitver-
trägen gebunden.
Diese Entwicklung erschwerte alternativen Anbietern in der Folgezeit zunehmend den Aus-
bau ihres Kundenstamms, da der Markt seit 2007 deutlich langsamer wächst (2006 wuchs
die Zahl der vermarkteten Anschlüsse noch um beinahe 50%, 2007 waren es noch Zuwäch-
se von etwas mehr als 20%, Ende 2008 lag dieser Wert bei 7%). Von daher wird es immer
schwieriger, Markanteilsgewinne über Kundenzuwächse zu realisieren. Gleichzeitig ist alter-
nativen Anbietern durch die Vertragslaufzeitbindung die Möglichkeit erschwert, vorhandene
Breitbandanschlusskunden für einen Provider-Wechsel zu gewinnen. Es steht außerdem zu
vermuten, dass 2007/2008 die wechselaffinen Kunden ihre Provider-Entscheidungen weit-
gehend getroffen haben. Die weniger wechselfreudigen Kunden sind schwerer zu einem
Provider-Wechsel zu bewegen. Hinzukommt, dass viele Kunden über Serviceprobleme bei
alternativen Anbietern klagen, während die DT AG gleichzeitig Initiativen zur Verbesserung
ihres Kundenservice ergriffen hat. Inwiefern das im Jahr 2009 vermehrte Auslaufen von
Laufzeitverträgen wettbewerblichen Anbietern wieder mehr Spielräume eröffnet, bleibt abzu-
warten. Die Differenz von 5 Euro, mit der die Preise der DT AG die der Wettbewerber im
Schnitt überbieten, ist wahrscheinlich nicht hoch genug, um die Kunden zum einem Wechsel
184 Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, dass rein rechnerisch der Marktanteil der TV Kabelanschlüsse seit
2007 wegen des Ausschlusses der Komplettanschlüsse in diesem Markt höher ausfällt, als wenn man den
Marktanteil dieser Anschlüsse auf alle Breitbandanschlüsse (auch unter Einbeziehung der Komplettan-
schlüsse) bezieht, wie dies z.B. im Tätigkeitsbericht und Jahresbericht geschieht.
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von der DT AG zu bewegen. Dies scheinen die bis zum 1. Halbjahr 2009 zu verzeichnenden
hohen Gewinne der DT AG bei Neukunden zu bestätigen.
3. Außerdem hat sich gezeigt, dass alternative DSL-Anschlussanbieter gewonnene Kun-
den teilweise nicht bedienen können, weil es Probleme bei den Bereitstellungssprozes-
sen der Vorleistungsprodukte, insbesondere TAL-Zugang, aber auch Resale und Bit-
stromzugang (z.B. elektronische Schnittstellen) gab. Probleme, die erst nach und nach
abgestellt werden können. Die hierdurch auftretenden Lieferschwierigkeiten auf dem
Endkundenmarkt muss der alternative Anbieter gegenüber seinen gewonnenen bzw.
zukünftigen Endkunden vertreten, was sich sicherlich nachteilig auf sein Image auswirkt.
Dies zeigt auch, dass alternative DSL-Anschlussanbieter ohne regulatorische Eingriffe
mannigfaltigen Behinderungsstrategien ausgesetzt sind.
4. Die seit 2006 zu verzeichnenden starken Preisrückgänge bei den Breitbandschlussbün-
deln führten dazu, dass das Resale basierte Geschäftsmodell zunehmend an Wettbe-
werblichkeit eingebüßt hat. Entsprechend ist die Nachfrage nach Anschlussresale stark
rückläufig. Alternative ISP mit wenig oder ohne eigene Infrastruktur haben z.T. darauf
reagiert, indem sie über alternative Vorleistungsanbieter günstige Anschluss- und Netz-
transportleistungen einkauften. Mit der Einführung des Bitstromzugangsproduktes Mitte
2008 können Provider, die über ausreichende Backboneinfrastruktur verfügen, auf ein
Vorleistungsprodukt zurückgreifen, das ihnen die Bereitstellung wettbewerbsfähiger
Breitbandbündel erlaubt, sofern der TAL-Zugang netzinfrastrukturell keine Alternative
darstellte. Gleichzeitig stellt die DT AG auf freiwilliger Basis ein Resaleprodukt (An-
schluss- und Diensteresale [Simple Resale]) bereit, das über die Leistungen von Bit-
stromzugang hinaus auch Backbonetransport und die Herstellung der Internetkonnektivi-
tät umfasst. Die Auswirkungen dieser Vorleistungsangebots-Strategie wird unter Ab-
schnitt I.3.2.2 bewertet.
5. Auch die Zuwachsraten bei der Anmietung der Teilnehmeranschlussleitung haben sich
verlangsamt. Lag 2008 das Wachstum der Nachfrage nach Zugang zur Teilnehmeran-
schlussleitung noch bei 20%, so gab es im 1.Halbjahr 2009 nur noch ein Nachfrageplus
von knapp 5%. Das oben beschriebene Erstarken der Marktposition der DT AG und der
Kabelnetzbetereiber spielen hier eine Rolle. Hinzukommt, dass das niedrige Preisniveau
und zunehmend ungünstigere Skalenerträge der neu zu erschließenden Regionen den
weiteren HVt-Ausbau in der Fläche für alternative Anbieter immer uninteressanter ma-
chen.
6. Bemerkenswert ist jedoch, dass die VDSL-Produkte, die die DT AG bis Juli 2009 man-
gels verfügbarer Vorleistungsprodukte allein an Endkunden vermarkten konnte, BuG: ...
Wie Tabelle 4 zu entnehmen ist, können in Deutschland die Breitbandanschlussangebo-
te auf Basis alternativer Anschlussinfrastrukturen, wie die TV-Kabelinfrastruktur, trotz
bemerkenswerter Marktanteilsgewinne derzeit alleine nicht ausreichend zur Begrenzung
der nach wie vor marktmächtigen Stellung der DT AG beitragen. Im ersten Halbjahr
2009 basierten etwa 9,5% aller Breitbandanschlussangebote des Marktes auf TV-
Kabelanschlüssen. Von den als Zugang für Breitbanddienste genutzten TV-
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Kabelanschlüssen geht zweifelsohne ein hoher Preisdruck aus, da diese Anschlüsse zu
einem sehr günstigen Preis-Leistungsverhältnis (niedriger Preis/sehr hohe Bandbreiten)
angeboten werden können. Dies hat sich offensichtlich in erster Linie zu Lasten der al-
ternativen DSL-Anschlussanbieter ausgewirkt. Die DT AG konnte ihre Marktanteile trotz
hohem Preisniveau halten bzw. leicht ausbauen.
Mit der rückkanalfähigen TV-Kabelnetzinfrastruktur können aufgrund realisierter Rückkanal-
fähigkeit der Übertragungsnetze aktuell grundsätzlich über 50% der Haushalte breitbandig
erschlossen werden. Das tatsächliche Angebot von Breitbanddiensten setzt aber auch die
Installation von aktiver Übertragungstechnik voraus, für die jedoch eine bestimmte Kunden-
abdeckung erforderlich ist. Wie oben beschrieben erschwert der Übergang von einem Kun-
denwachstums- zu einem Kundenwechslermarkt 185 mit Kunden, die zudem zu einem hohen
Anteil in Verträgen mit langen Laufzeiten gebunden sind, die Gewinnung von Neukunden
und damit von Marktanteilen. Nach wie vor sehen sich die TV-Kabelnetzbetreiber hinsichtlich
einer effizienten Vermarktung zusätzlich dem Problem der Trennung von Netzebene 4 (An-
schlussbereich, erlaubt den direkten Endkundenkontakt) und Netzebene 3 (Transportnetzinf-
rastruktur) gegenüber. Die großen Netzebene-3- Betreiber haben zwar umfassend in die
Rückkanalfähigkeit ihrer Netze investiert, konnten 2007 aber von den etwa 23 Millionen
rückkanalfähig erschlossenen Kunden nur etwa 10,5 Millionen 186 direkt erreichen. Allerdings
haben auch einige Netzebene-4-Provider erfolgreich die Größe ihrer Anschlussnetze durch
Zukäufe ausbauen können (z.B. Orion Cable durch die Verschmelzung von Telecolumbus
und Primacom).
Aus den dargelegten Gründen steht für die Laufzeit der Marktanalyse nicht zu erwarten, dass
die TV-Kabelnetzbetreiber soviel an Marktpotential gewinnen, dass sie zukünftig alleine der
Marktmacht der DT AG begegnen können.
Zwischenergebnis
Auf dem Massenmarkt für Breitbandanschlüsse kann nicht von einem selbsttragenden nach-
haltigen Wettbewerb gesprochen werden. Nach wie vor basieren über 99% 187 aller alternati-
ven DSL-Anschlussangebote auf den Vorleistungen der DT AG. Berücksichtigt man zusätz-
lich die Anschlussresaleanschlüsse bzw. (Simple)Resale-Produkte 188 aber auch Bitstromzu-
gangsanschlüsse, die zu deutlich über 50% einen Wertschöpfungsbeitrag für die DT AG lie-
fern, als DT AG-Anschlüsse, so liegt der nach Absätzen gemessene Marktanteil dieses Un-
185 Vgl. Pressemitteilung des ANGA v. 28.11.2008: Nach Branchenschätzungen werden im Jahr 2009 mit 4
Millionen erstmals mehr DSL-Wechsler als neue Breitbandkunden (3 Millionen) erwartet.
186 Vgl. ANGA ..\Materialien\kabelnetzbetreiber[1].pdf Pressemeldung des ANGA aus 2007. Neuere Zahlen des
Verbandes liegen nicht vor.
187 Nach den Angaben der Unternehmen im Rahmen der Marktdatenerhebung und teilweise ergänzt durch die
Daten der Nacherhebung basieren BuG: … der vermarkteten DSL-Anschlüsse alternativer Anbieter auf ei-
gen erstellten Anschlussinfrastrukturen (davon zu einem hohen Anteil in Verbindung mit FTTB-
Konzentratornetzinfrastrukturen).
188 Simple Resale umfasst Anschlussresale und Transport des Datenverkehrs bis zu Diensteplattform. Der
Vorleistungsnachfrager erbringt keine eigene infrastrukturelle Leistung.
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ternehmens noch bei deutlich über 60%. Ein solches Vorgehen ist insofern angemessen, als
hier die Wettbewerbsbedingungen im Hinblick auf das Erfordernis der Vorleistungsregulie-
rung betrachtet werden. Resale Anschlüsse und Bitstromzugangsanschlüsse sind von der
DT AG erzeugte Anschlüsse, für die sie einen hohen Anteil an der Wertschöpfung erzielt, mit
denen sie auch Einfluss auf das Marktgeschehen sowohl auf der Endkunden als auch auf
der Vorleistungsebene übt. Ein Marktanteil von über 60% ist unstreitig ein Indiz für hohe
Marktmacht.
Dies wird noch dadurch verstärkt, dass sich die DT AG einer hohen Zahl (61) kleinerer An-
bieter gegenüber sieht. Der Marktanteil der DT AG liegt um BuG: ... über jenem des nächst
größten Anbieters. Nur BuG: ... alternative Anbieter weisen zweistellige Marktanteilswerte
auf.
Auch kann über die große alternative Infrastruktur nicht rasch genug Marktpotenzial gewon-
nen werden, um nachhaltig für den Zeitraum der Laufzeit dieser Marktanalyse die Markt-
macht der DT AG beschränken zu können.
I.1.1.1.2 Markt für Premiumanschlüsse (Marktanteile)
Auf dem Markt für Premiumanschlüsse wurden im Rahmen der Marktdatenerhebung 50 Un-
ternehmen identifiziert, die auf diesem im Vergleich zum Massenmarkt eher kleinen, in erster
Linie Geschäftskunden adressierenden Markt tätig sind. Dabei handelt es sich um folgende
Unternehmen:
Übersicht 2: Unternehmen Markt für Premiumanschlüsse (Stand 09/2009)
Accom GmbH & CO. KG (seit 01.04.2009 NetAachen GmbH)
Arcor AG & Co.KG (seit 01.08.2009 Vodafone AG & Co KG)
BITel Gesellschaft für Telekommunikation mbH
bn:t Blatzheim Networks Telecom GmbH
BT Germany GmbH & Co.oHG
Colt Telekom GmbH
Daten- und Telekommunikations- GmbH Dessau (DATEL)
Deutsche Telekom AG
DOKOM Gesellschaft für Telekommunikation mbH
Easynet GmbH
envia TEL GmbH
EWE TEL GmbH
GELSEN-NET Kommunikationsgesellschaft mbH
Global Village GmbH
GmündCOM GmbH
GöTEL GmbH
HanseNet Telekommunikation GmbH
HEAG MediaNet GmbH
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HeLi Net Telekommunikation GmbH & Co. KG
HL komm Telekommunikations GmbH
htp GmbH
ith komunikationstechnik GmbH
KielNet GmbH Gesellschaft für Kommunikation
K-net Telekommunikation GmbH
LEW TelNet GmbH
M-net Telekommunikations GmbH
mvox AG
NetCologne Gesellschaft für Telekommunikation mbH
NETHINKS GmbH
ODR Technologie Services GmbH
Osnatel EWE TEL GmbH (seit 01.01.2009 EWE TEL)
Punkt.de GmbH
QSC AG
R-Kom GmbH & Co. KG
SOCO Network Solutions GmbH
Telefónica Deutschland GmbH (seit August 2009 Telefónica O2 Germany GmbH &
Co.OHG)
TeleData Friedrichshafen GmbH
Telemaxx Telekommunikation GmbH
Teleos EWE TEL GmbH
Telepark Passau GmbH
teliko GmbH
TNG AG
TraveKom Telekommunikationsgesellschaft mbH
Verizon Deutschland GmbH
Versatel AG
VSE NET GmbH
wilhelm.tel GmbH
WiTCOM – Wiesbadener Informations- und Telekommunikations GmbH
wittenberg net
WOBCOM GmbH
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Tabelle 5 und Tabelle 6 geben eine Übersicht über die Entwicklung der Absatz- und Um-
satzdaten auf dem Markt für Premiumanschlüsse seit 2006.
Tabelle 5: Anschlussmengen/Marktanteil Premiumanschlüsse
BuG:
Absatz auf dem Markt für Premiumanschlüsse
Anschlüsse in Stück
2006 2007 1Q2008 2008* 1H.2009*
Anschlüsse al-
tern.Anbieter TK- ... ... ... ... ...
Festnetz
Anschlüsse DT ...
... ... ... ...
AG
Korrekturfaktor
ca. 1% d. gesam-
... ... ... ... ...
ten Marktvolu-
mens
Absätze gesamt
inkl. Korrekturfak- ... ... ... ... ...
tor
Marktanteil DT AG** >50% >45% >45% >40%e >40%e
*)Die Daten für 2008 und 1. Hj. 2009 wurden auf Basis der Angaben der 7 bedeutendsten Unternehmen des
Marktes, die im Rahmen der Nacherhebung befragt wurden und ca 84% des Absatzvolumens dieses Marktes
erwirtschaften, auf 99% hochgerechnet und mit dem Korrekturfaktor auf 100% ergänzt.
**) Seit 2008 sind auch SDSL-Bitstromzugangsprodukte von der DT AG erhältlich. Aufgrund der Nacherhebung
war eine Trennung der Stand-alone Bitstromzugangsprodukte und der Resaleprodukte in ADSL- und SDSL- Vor-
leistungen nicht möglich.
Tabelle 6: Umsatzerlöse/Marktanteil Premiumanschlüsse
BuG:
Umsatzerlöse auf dem Markt für Premiumanschlüsse
1000 Euro
... ... ... ... ...
Umsatzerlöse
altern.Anbieter ... ... ... ... ...
TK-Festnetz
Anschlüsse DT ...
... ... ... ...
AG
Korrekturfaktor
ca. 1% d. gesam-
... ... ... ... ...
ten Marktvolu-
mens
Umsatzerlöse
gesamt inkl. Kor- ... ... ... ... ...
rekturfaktor
Marktanteil DT AG >50% >50% >50% n.a. n.a.
Wie unter G.1.5.1.2 erläutert ist dieser Endkundenmarkt hier in dieser Marktuntersuchung
anders abgegrenzt als in der Festlegung des Marktes 12 (alt). Insbesondere sind die höher-
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wertigen ADSL-Anschlüsse nicht mehr Teil dieses Marktes, die damals das größte Absatzvo-
lumen des Marktes ausmachten und die vor allem von der DT AG angeboten wurden. Das
Absatzvolumen verringert sich auf ein Drittel und der Marktanteil DT AG sank auch aus die-
sem Grund bis Ende 2006 auf >50%. Ein direkter Vergleich mit der Marktanteilsentwicklung
des in der derzeit gültigen Festlegung abgegrenzten Premiummarktes ist deshalb nicht mehr
gegeben. Zum 1. Quartal 2008 BuG: konnte ... so dass sich ihr Marktanteil wieder auf
>45% erhöhte. Seit Ende 2008 verliert sie absolut Kunden in diesem Markt, so dass ihr
Marktanteil, gemessen in Absätzen, bis Ende des 1.Hj. 2009 auf >40% gesunken ist.
Die Marktanteilsentwicklung nach Umsätzen verlief hier jedoch etwas anders. Hier sank auf-
grund der anderen Marktabgrenzung der Marktanteil zunächst im Jahre 2006 auf >45%, um
in den Folgeperioden auf >50% anzusteigen. Diese Entwicklung lässt darauf schließen, dass
die alternativen Anbieter 2007 dank umfassenderer Preissenkungen zusätzlich Kunden ge-
winnen konnten. Abbildung 8: Preisentwicklung der SDSL-Produkte des Marktes für
Premiumanschlüssebestätigt diese Einschätzung. Eine Umsatzabschätzung für die Folge-
perioden 2008 und 1.Hj. 2009 war nicht möglich, da nicht alle Unternehmen konsistent Um-
satzangaben für die Produkte des Marktes angeben konnten.
Insgesamt wurden auf diesem kleinen Markt eine relativ hohe Anzahl von Anbietern identifi-
ziert (50). Die DT AG sieht sich allerdings einer deutlich weniger zersplitterten Wettbewer-
berstruktur gegenüber als bei der alten Marktabgrenzung: Der nächstgrößte Anbieter hat im
ersten Halbjahr 2009 gemessen in Absätzen einen Marktanteil von BuG: ... . Die vier größ-
ten alternativen Anbieter zusammen decken fast BUG: ... des Absatzvolumens des Marktes
ab.
Dennoch deuten die Marktanteile der DT AG mit deutlich über 40% auf Marktmacht des Un-
ternehmens auch auf diesem Nischenmarkt hin. Die alternativen Angebote dieses Marktes
setzen in erster Linie auf dem Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung der DT AG auf. Ge-
bündeltere Vorleistungsprodukte wie z.B. Bitstromzugang oder Simple Resale, die SDSL-
Anschlüsse ermöglichen, bietet die DT AG erst seit kurzer Zeit an. Ihre Angebote dieser Art
dürften in diesem Markt bis zum Datum der Nacherhebung nur eine geringe Rolle gespielt
haben. Wettbewerber haben diese gebündelteren Vorleistungsprodukte, wenn überhaupt
von alternativen Anbietern nachgefragt, die diese Leistungen aber nicht flächendeckend an-
bieten können. Aufgrund der Nacherhebung war eine Trennung der Stand-alone Bitstromzu-
gangsprodukte und der Resaleprodukte in ADSL- und SDSL- Vorleistungen der DT AG nicht
möglich. Aus diesem Grunde konnte hier ein um diese Vorleistungprodukte bereinigter
Marktanteil der DT AG nicht ermittelt werden.
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Bonn, 5. Mai 2010