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Amtsblatt der Bundesnetzagentur
                                   für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen
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                      Festlegung der Präsidentenkammer vom 16.09.2010
                                              Geschwärzte Fassung


   Tabelle 3:     Anschlussmengen/Marktanteil Massenmarkt für Breitbandanschlüsse
                  BuG:

                       Absatz auf dem Massenmarkt für Breitbandanschlüsse
                                       Anschlüsse in Stück
                              2006        2007        1Q2008      2008+                              1H.2009+
   Anschlüsse Wettbe-
   werber TK-Festnetz        ...                ...             ...              ...               ...
   (inkl. Resale)
   davon
   DSL wettbewerbl.
   ISP auf Basis DSL         ...                ...             ...              ...               ...
   Resale/Bitstrom DT
   AG gebündelt
   davon
   Anschlüsse TV-            ...                ...             ...              ...               ...
   Kabelanbieter
   Anschlüsse DT AG          ...                ...             ...              ...               ...
   abzgl.    Komplettan-     ...
                                                ...             ...              ...               ...
   schlüsse
   Korrekturfaktor   ca.
   1% d. gesamten            ...                ...             ...              ...               ...
   Marktvolumens
   Absätze gesamt inkl.
                             ...                ...             ...              ...               ...
   Korrekturfaktor
   Marktanteil DT AG         > 45,00%          > 45,00%        > 45,00%         > 50,00%e         > 50,00%e
   exkl. Komplettanschl.
   Marktanteil DT AG
   exkl. Komplett-
   anschl. inkl. Resale/     > 65,00%          > 65,00%        > 65,00%         > 60,00%e         > 60,00%e
   Bitstrom DT AG ge-
   bündelt
   Anteil DT AG              > 45,00%          > 45,00%        > 45,00%         > 45,00%e         > 45,00%e
   inkl. Komplettanschl
   +)
       Die Daten für 2008 und 1. Hj. 2009 wurden auf Basis der Angaben der 11 bedeutendsten Unternehmen des
       Marktes, die im Rahmen der Nacherhebung befragt wurden und ca 94% des Absatzvolumens erwirtschaften,
       auf 99% hochgerechnet und mit dem Korrekturfaktor auf 100% ergänzt.
   ++)
       Hier werden nur gebündelte Resale- und Bitstromzugangsanschlüsse betrachtet, da angenommen wird, dass
       diese Vorleistungen in der entbündelten Variante als Basis für Komplettanschlüsse dienen, die nicht Teil des
       Marktes sind.
   *) Wert aus Jahresbericht 2008 übernommen bzw. für 1Q.2008 rückgerechnet.
       Bis einschließlich 1Q. 2008 waren dies ausschließlich Angebote alternativer Anbieter.
   **) Komplettanschlüsse ermittelt auf Basis der Angaben der 6 größen Anbieter des Massenmarktes + Angaben
       der DT AG


   Wie unter G.1.5.1.1.2 hinsichtlich der Abgrenzung der Naked DSL-Anschlüsse dargelegt,
   sind Komplettanschlüsse (hierunter sind Naked-DSL-Anschlüsse, ggfls. auch Glasfaseran-
   schlüsse, zu verstehen, die einen Telefondienst umfassen und geeignet sind, den Schmal-
   bandanschluss zu ersetzen) nicht als Teil der Breitbandanschlussmärkte, sondern als Teil
   von Markt 1 zugehörig anzusehen. Aus Gründen der Vergleichbarkeit der Periodenergebnis-
   se wurden Absatz- und Umsatzdaten für diese Anschlüsse gesondert ausgewiesen und über
   alle Perioden aus dem Gesamtmarktergebnis herausgerechnet. Die Marktanteile wurden
   ebenso errechnet. Da vor allem alternative Anbieter Komplettanschlüsse vermarktet ha-


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                            Festlegung der Präsidentenkammer vom 16.09.2010
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          ben194, schmälern diese Anschlüsse vor allem das Volumen der alternativen Anbieter auf
          diesem Markt. Bei der Berechnung der Marktanteile der DT AG inkl. der Resaleanschlüsse
          wurde ab Ende 2008 die Menge der diesem Unternehmen zuzurechnenden Resa-
          leanschlüsse um die Stand-alone -Anschlüsse, die als Basis der Komplettanschlüsse ange-
          sehen werden, gekürzt. Aus redaktionellen Gründen wurden die Anteile der DT AG an Ab-
          sätzen und Umsätzen aller Breitbandanschlüsse, d.h. auch inklusive der Komplettanschlüsse
          dargelegt. Dies erlaubt auch Rückschlüsse darauf, wie sich die Marktposition der DT AG im
          Breitbandbereich überhaupt im Zeitablauf entwickelt hat.

          Anders als in der Endkundenmarktabgrenzung der Festlegung des Marktes Nr. 12 (alt) sind
          in diesem Endkundenmarkt außer den Breitbandanschlüssen auf Basis der TV-
          Kabelanschlussinfrastruktur keine alternativen Anschlussinfrastrukturen mehr berücksichtigt.
          Andererseits wurden aus den unter Abschnitt G.1.5.1.2.1 dargelegten Gründen hochwertige
          ADSL-Anschlüsse nunmehr dem Massenmarkt zugerechnet. Da diese Anschlüsse bezogen
          auf die Gesamtzahl dieses Marktes nur einen relativ geringen Anteil haben, hat dies hinsicht-
          lich der zu betrachtenden Marktanteilsrelationen nur eine geringe Auswirkung auf diesen
          Markt. Ebenso wurden auf dem Massenmarkt vermarktete Glasfaseranschlüsse, die zum
          Zeitpunkt der Datenerhebung ausschließlich von Wettbewerbern der DT AG in sehr gerin-
          gem Umfang bereitgestellt wurden, in die Marktanteilsberechnung mit einbezogen.

          Eine Vergleichbarkeit mit den Zeitreihen des etwas anders abgegrenzten Massenmarktes
          der Festlegung des Marktes 12 (alt) ist wegen des sehr geringen Umfangs dieser An-
          schlussarten (Promille-Bereich) weitgehend gegeben.

          Auf dem Massenmarkt für Breitbandanschlüsse hat die DT AG gegenüber den Endkunden-
          marktuntersuchungen der Festlegung des Marktes 12 (alt) deutlich an Marktanteilen einge-
          büßt. Konnte sie Ende des Jahres 2004 trotz feststellbarer Wettbewerbsbelebung noch über
          80% der vermarkteten Breitbandanschlüsse auf sich verbuchen, so hat sie insbesondere in
          den Jahren 2005 und 2006 massiv an Marktanteilen verloren. Ende 2006 hatte sie noch ei-
          nen Anteil von 46% bei den direkt vermarkteten Endkundenanschlüssen dieses Marktes in-
          ne.

          Es gibt zahlreiche Gründe, die zu den deutlichen Marktanteilsgewinnen der alternativen An-
          bieter in den Jahren 2005 und 2006 beigetragen haben.

          1.   Seit Ende 2004 hat die DT AG ein Anschlussresaleprodukt angeboten. Bereits Ende
               2006 konnten Carrier, aber auch ISP ohne Infrastruktur in Kombination mit einem Zufüh-
               rungssresale auf dieser Basis über 3 Millionen DSL-Anschlüsse bereitstellen. Hierüber
               wurden damals fast 40% der DSL-Anschlüsse der alternativen Anbieter bereitgestellt.
               Diese Resaleprodukte, die einen raschen Marktzugang erlaubten, trugen zum einen mit
               zu dem deutlichen Marktwachstum in dieser Zeit bei (das Marktvolumen wuchs von



          194 DT AG vermarktet dieses Produkt erst seit 2008 und dies bisher nur in sehr geringen Mengen BuG: … .



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                   Festlegung der Präsidentenkammer vom 16.09.2010
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        2004 bis 2006 um 140%) und zum anderen konnten Anbieter bei der Endkundenpro-
        duktvermarktung darüber deutlich an Marktanteilen gewinnen.

   2.   Gleichwohl blieb das TAL-Zugangs-basierte Geschäftsmodell auch nach der Einführung
        eines Anschlussresaleprodukts das bedeutendste Geschäftsmodell der alternativen
        DSL-Anschlussanbieter. Die alternativen Carrier mieteten zusätzlich jährlich durch-
        schnittlich etwa 2 Millionen hochbitratige Teilnehmeranschlüsse an, um ihren Endkun-
        den hierüber DSL-Anschlüsse anzubieten. Die wettbewerblichen Carrier investierten
        auch umfassend in den Ausbau ihrer Zugangsnetze, um die Hauptverteiler der DT AG
        erschließen zu können. Ende 2004 hatten infrastrukturbasierte alternative Anbieter etwa
        2400 Hauptverteiler erschlossen, Ende 2006 waren es über 3000, Ende 2007 waren es
        sogar über 3500 über die sie (alle zusammen) knapp 70% aller deutschen Haushalte er-
        schließen konnten. Gleichzeitig begannen einige infrastrukturbasierte Carrier, insbeson-
        dere QSC und Telefonica, später dann auch Arcor, auf Basis der angemieteten TAL in
        Kombination mit eigenen Zugangsnetzen an ISP offensichtlich sehr preisgünstig Vorleis-
        tungsprodukte (Bistromzugang bzw. Simple Resale [Anschlussresale in Kombination mit
        Zuführungsresale]) anzubieten. Allerdings können und konnten diese alternativen Vor-
        leistungsprodukte nicht flächendeckend angeboten werden, da kein alternativer Carrier
        über ein bundesweites flächendeckendes Netz verfügt.

   3.   Diese Entwicklung insgesamt ermöglichte attraktive Preisangebote der alternativen An-
        schlussanbieter (Preissenkungen, Bündelpreise und Flattarifierungen), gepaart mit stetig
        wachsenden Anschlussbandbreiten.

   4.   Die TV-Kabelanschlussanbieter, die stark in den Ausbau der rückkanalfähigen TV-
        Kabelnetze investierten, gewannen - noch von einem sehr niedrigen Niveau aus - zu-
        nehmend an Marktanteilen. Ende 2006 deckten sie mehr als 3% des Marktes mit Breit-
        bandanschlüssen und Diensten auf Basis der HFC-Infrastruktur ab.

   Alle alternativen Anbieter zusammen konnten so 2005 und 2006 bis zu 89% des Neukun-
   dengeschäfts realisieren.

   Dieser oben beschriebene Trend kippte 2007. Ende des Jahres 2007 konnte die DT AG be-
   reits wieder fast 49% des Neukundengeschäfts für sich verbuchen. Im ersten Halbjahr 2009
   vereinigte sie etwa 53% des Neukundengeschäfts auf sich. Ein Drittel des Neukundenge-
   schäfts gewannen vor allem die TV-Kabelanschlussanbieter mit ihren breitbandigen Zu-
   gangsprodukten. Die alternativen DSL-Anschlussanbieter konnten ca. 14% der Neukunden
   für sich gewinnen und haben damit Marktanteile verloren, z.T. mussten sie sogar absolut
   Kundenrückgänge hinnehmen. Vor diesem Hintergrund konnte die DT AG ihren Marktanteil
   bis zum ersten Quartal 2008 wieder auf 49%, im ersten Halbjahr 2009 sogar auf über 53%
   ausbauen. Die TV-Kabelanbieter verdoppelten ihren Marktanteil bis zum 1. Quartal 2008 auf
   fast 6% des Gesamtmarktes. In den folgenden fünf Quartalen bis zum Ende des 2. Halbjah-




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          res 2009 gewannen sie mehr als 3 Prozentpunkte an Marktanteil, der Mitte des Jahres 2009
          bei 9,5%195 lag.

          Gründe für die Trendumkehr:

          1.   2007 beginnt die DT AG mit preislich und qualitativ sehr attraktiven Angeboten auf die
               starke Präsenz alternativer Anbieter zu reagieren. Gleichzeitig werden die Angebote der
               TV-Kabelanbieter sowohl hinsichtlich der Preise, aber auch der Bandbreiten immer att-
               raktiver. Bis Mitte 2009 haben sie ihren Marktanteil in dem hier abgegrenzten Markt vor
               allem auf Kosten alternativer TK-Festnetzanbieter auf 9,5% beinahe verdreifacht. Es ist
               bemerkenswert, dass die DT AG angesichts des starken Preis- und Qualitätswettbe-
               werbs durch die TV-Kabelanbieter ihren Marktanteil halten und sogar noch leicht aus-
               bauen kann. Indirekt kann die DT AG als Inhaberin des Anschlussnetzes und damit des
               größten Kundenstammes von dieser Entwicklung sogar mit profitieren. Ihre Position bei
               der DSL-Vermarktung wird dadurch gestärkt.

          2.   Gleichzeitig begann die DT AG, Breitbandkunden über längere Vertragslaufzeiten länger
               an sich zu binden. Ihr bedeutendstes und erfolgreichstes Breitbandbündelprodukt, Call &
               Surf, begann sie 2007 über Ein- oder Zwei-Jahresverträge zu vermarkten. Ansonsten
               haben DSL-Anschlussbündel der DT AG eine Kündigungsfrist von 6 Tagen. BuG: Mitte
               2007 waren ... der Breitbandkunden (etwa ... aller Schmalbandkunden) in Laufzeitver-
               trägen gebunden.

          Diese Entwicklung erschwerte alternativen Anbietern in der Folgezeit zunehmend den Aus-
          bau ihres Kundenstamms, da der Markt seit 2007 deutlich langsamer wächst (2006 wuchs
          die Zahl der vermarkteten Anschlüsse noch um beinahe 50%, 2007 waren es noch Zuwäch-
          se von etwas mehr als 20%, Ende 2008 lag dieser Wert bei 7%). Von daher wird es immer
          schwieriger, Markanteilsgewinne über Kundenzuwächse zu realisieren. Gleichzeitig ist alter-
          nativen Anbietern durch die Vertragslaufzeitbindung die Möglichkeit erschwert, vorhandene
          Breitbandanschlusskunden für einen Provider-Wechsel zu gewinnen. Es steht außerdem zu
          vermuten, dass 2007/2008 die wechselaffinen Kunden ihre Provider-Entscheidungen weit-
          gehend getroffen haben. Die weniger wechselfreudigen Kunden sind schwerer zu einem
          Provider-Wechsel zu bewegen. Hinzukommt, dass viele Kunden über Serviceprobleme bei
          alternativen Anbietern klagen, während die DT AG gleichzeitig Initiativen zur Verbesserung
          ihres Kundenservice ergriffen hat. Inwiefern das im Jahr 2009 vermehrte Auslaufen von
          Laufzeitverträgen wettbewerblichen Anbietern wieder mehr Spielräume eröffnet, bleibt abzu-
          warten. Die Differenz von 5 Euro, mit der die Preise der DT AG die der Wettbewerber im
          Schnitt überbieten, ist wahrscheinlich nicht hoch genug, um die Kunden zum einem Wechsel




          195 Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, dass rein rechnerisch der Marktanteil der TV Kabelanschlüsse seit
              2007 wegen des Ausschlusses der Komplettanschlüsse in diesem Markt höher ausfällt, als wenn man den
              Marktanteil dieser Anschlüsse auf alle Breitbandanschlüsse (auch unter Einbeziehung der Komplettan-
              schlüsse) bezieht, wie dies z.B. im Tätigkeitsbericht und Jahresbericht geschieht.



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                   Festlegung der Präsidentenkammer vom 16.09.2010
                                        Geschwärzte Fassung


   von der DT AG zu bewegen. Dies scheinen die bis zum 1. Halbjahr 2009 zu verzeichnenden
   hohen Gewinne der DT AG bei Neukunden zu bestätigen.

   3.   Außerdem hat sich gezeigt, dass alternative DSL-Anschlussanbieter gewonnene Kun-
        den teilweise nicht bedienen können, weil es Probleme bei den Bereitstellungssprozes-
        sen der Vorleistungsprodukte, insbesondere TAL-Zugang, aber auch Resale und Bit-
        stromzugang (z.B. elektronische Schnittstellen) gab. Probleme, die erst nach und nach
        abgestellt werden können. Die hierdurch auftretenden Lieferschwierigkeiten auf dem
        Endkundenmarkt muss der alternative Anbieter gegenüber seinen gewonnenen bzw.
        zukünftigen Endkunden vertreten, was sich sicherlich nachteilig auf sein Image auswirkt.
        Dies zeigt auch, dass alternative DSL-Anschlussanbieter ohne regulatorische Eingriffe
        mannigfaltigen Behinderungsstrategien ausgesetzt sind.

   4.   Die seit 2006 zu verzeichnenden starken Preisrückgänge bei den Breitbandschlussbün-
        deln führten dazu, dass das Resale basierte Geschäftsmodell zunehmend an Wettbe-
        werblichkeit eingebüßt hat. Entsprechend ist die Nachfrage nach Anschlussresale stark
        rückläufig. Alternative ISP mit wenig oder ohne eigene Infrastruktur haben z.T. darauf
        reagiert, indem sie über alternative Vorleistungsanbieter günstige Anschluss- und Netz-
        transportleistungen einkauften. Mit der Einführung des Bitstromzugangsproduktes Mitte
        2008 können Provider, die über ausreichende Backboneinfrastruktur verfügen, auf ein
        Vorleistungsprodukt zurückgreifen, das ihnen die Bereitstellung wettbewerbsfähiger
        Breitbandbündel erlaubt, sofern der TAL-Zugang netzinfrastrukturell keine Alternative
        darstellte. Gleichzeitig stellt die DT AG auf freiwilliger Basis ein Resaleprodukt (An-
        schluss- und Diensteresale [Simple Resale]) bereit, das über die Leistungen von Bit-
        stromzugang hinaus auch Backbonetransport und die Herstellung der Internetkonnektivi-
        tät umfasst. Die Auswirkungen dieser Vorleistungsangebots-Strategie wird unter Ab-
        schnitt I.3.2.2 bewertet.

   5.   Auch die Zuwachsraten bei der Anmietung der Teilnehmeranschlussleitung haben sich
        verlangsamt. Lag 2008 das Wachstum der Nachfrage nach Zugang zur Teilnehmeran-
        schlussleitung noch bei 20%, so gab es im 1.Halbjahr 2009 nur noch ein Nachfrageplus
        von knapp 5%. Das oben beschriebene Erstarken der Marktposition der DT AG und der
        Kabelnetzbetereiber spielen hier eine Rolle. Hinzukommt, dass das niedrige Preisniveau
        und zunehmend ungünstigere Skalenerträge der neu zu erschließenden Regionen den
        weiteren HVt-Ausbau in der Fläche für alternative Anbieter immer uninteressanter ma-
        chen.

   6.   Bemerkenswert ist jedoch, dass die VDSL-Produkte, die die DT AG bis Juli 2009 man-
        gels verfügbarer Vorleistungsprodukte allein an Endkunden vermarkten konnte, BuG: .. .

   Wie Tabelle 3 zu entnehmen ist, können in Deutschland die Breitbandanschlussangebote auf
   Basis alternativer Anschlussinfrastrukturen, wie die TV-Kabelinfrastruktur, trotz bemerkens-
   werter Marktanteilsgewinne derzeit alleine nicht ausreichend zur Begrenzung der nach wie
   vor marktmächtigen Stellung der DT AG beitragen. Im ersten Halbjahr 2009 basierten etwa


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                                     für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen
19 2010                        – Mitteilungen, Telekommunikation, Teil A, Mitteilungen der Bundesnetzagentur –        3333


                            Festlegung der Präsidentenkammer vom 16.09.2010
                                                 Geschwärzte Fassung


          9,5% aller Breitbandanschlussangebote des Marktes auf TV-Kabelanschlüssen. Von den als
          Zugang für Breitbanddienste genutzten TV-Kabelanschlüssen geht zweifelsohne ein hoher
          Preisdruck aus, da diese Anschlüsse zu einem sehr günstigen Preis-Leistungsverhältnis
          (niedriger Preis/sehr hohe Bandbreiten) angeboten werden können. Dies hat sich offensicht-
          lich in erster Linie zu Lasten der alternativen DSL-Anschlussanbieter ausgewirkt. Die DT AG
          konnte ihre Marktanteile trotz hohem Preisniveau halten bzw. leicht ausbauen.

          Mit der rückkanalfähigen TV-Kabelnetzinfrastruktur können aufgrund realisierter Rückkanal-
          fähigkeit der Übertragungsnetze aktuell grundsätzlich über 50% der Haushalte breitbandig
          erschlossen werden. Das tatsächliche Angebot von Breitbanddiensten setzt aber auch die
          Installation von aktiver Übertragungstechnik voraus, für die jedoch eine bestimmte Kunden-
          abdeckung erforderlich ist. Wie oben beschrieben erschwert der Übergang von einem Kun-
          denwachstums- zu einem Kundenwechslermarkt196 mit Kunden, die zudem zu einem hohen
          Anteil in Verträgen mit langen Laufzeiten gebunden sind, die Gewinnung von Neukunden
          und damit von Marktanteilen. Nach wie vor sehen sich die TV-Kabelnetzbetreiber hinsichtlich
          einer effizienten Vermarktung zusätzlich dem Problem der Trennung von Netzebene 4 (An-
          schlussbereich, erlaubt den direkten Endkundenkontakt) und Netzebene 3 (Transportnetzinf-
          rastruktur) gegenüber. Die großen Netzebene-3- Betreiber haben zwar umfassend in die
          Rückkanalfähigkeit ihrer Netze investiert, konnten 2007 aber von den etwa 23 Millionen
          rückkanalfähig erschlossenen Kunden nur etwa 10,5 Millionen197 direkt erreichen. Allerdings
          haben auch einige Netzebene-4-Provider erfolgreich die Größe ihrer Anschlussnetze durch
          Zukäufe ausbauen können (z.B. Orion Cable durch die Verschmelzung von Telecolumbus
          und Primacom).

          Aus den dargelegten Gründen steht für die Laufzeit der Marktanalyse nicht zu erwarten, dass
          die TV-Kabelnetzbetreiber soviel an Marktpotenzial gewinnen, dass sie zukünftig alleine der
          Marktmacht der DT AG begegnen können.

          Zwischenergebnis

          Auf dem Massenmarkt für Breitbandanschlüsse kann nicht von einem selbsttragenden nach-
          haltigen Wettbewerb gesprochen werden. Nach wie vor basieren über 99%198 aller alternati-
          ven DSL-Anschlussangebote auf den Vorleistungen der DT AG. Berücksichtigt man zusätz-
          lich die Anschlussresaleanschlüsse bzw. (Simple)Resale-Produkte199 aber auch Bitstromzu-
          gangsanschlüsse, die zu deutlich über 50% einen Wertschöpfungsbeitrag für die DT AG lie-
          fern, als DT AG-Anschlüsse, so liegt der nach Absätzen gemessene Marktanteil dieses Un-
          ternehmens noch bei deutlich über 60%. Ein solches Vorgehen ist insofern angemessen, als
          hier die Wettbewerbsbedingungen im Hinblick auf das Erfordernis der Vorleistungsregulie-
          rung betrachtet werden. Resale Anschlüsse und Bitstromzugangsanschlüsse sind von der


          196 Vgl. Pressemitteilung des ANGA v. 28.11.2008: Nach Branchenschätzungen werden im Jahr 2009 mit 4
              Millionen erstmals mehr DSL-Wechsler als neue Breitbandkunden (3 Millionen) erwartet.
          197 Vgl. ANGA ..\Materialien\kabelnetzbetreiber[1].pdf Pressemeldung des ANGA aus 2007. Neuere Zahlen des
              Verbandes liegen nicht vor.



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3334                    – Mitteilungen, Telekommunikation, Teil A, Mitteilungen der Bundesnetzagentur –     19 2010


                     Festlegung der Präsidentenkammer vom 16.09.2010
                                          Geschwärzte Fassung


   DT AG erzeugte Anschlüsse, für die sie einen hohen Anteil an der Wertschöpfung erzielt, mit
   denen sie auch Einfluss auf das Marktgeschehen sowohl auf der Endkunden als auch auf
   der Vorleistungsebene übt. Ein Marktanteil von über 60% ist unstreitig ein Indiz für hohe
   Marktmacht.

   Dies wird noch dadurch verstärkt, dass sich die DT AG einer hohen Zahl (61) kleinerer An-
   bieter gegenüber sieht. Der Marktanteil der DT AG liegt um BuG: ... über jenem des nächst
   größten Anbieters. Nur BuG: ... alternative Anbieter weisen zweistellige Marktanteilswerte
   auf.

   Auch kann über die große alternative Infrastruktur nicht rasch genug Marktpotenzial gewon-
   nen werden, um nachhaltig für den Zeitraum der Laufzeit dieser Marktanalyse die Markt-
   macht der DT AG beschränken zu können.



   I.1.1.1.2 Markt für Premiumanschlüsse (Marktanteile)

   Auf dem Markt für Premiumanschlüsse wurden im Rahmen der Marktdatenerhebung 50 Un-
   ternehmen identifiziert, die auf diesem im Vergleich zum Massenmarkt eher kleinen, in erster
   Linie Geschäftskunden adressierenden Markt tätig sind. Dabei handelt es sich um folgende
   Unternehmen:


   Übersicht 2: Unternehmen Markt für Premiumanschlüsse (Stand 09/2009)
   •   Accom GmbH & CO. KG (seit 01.04.2009 NetAachen GmbH)
   •   Arcor AG & Co.KG (seit 01.08.2009 Vodafone AG & Co KG)
   •   BITel Gesellschaft für Telekommunikation mbH
   •   bn:t Blatzheim Networks Telecom GmbH
   •   BT Germany GmbH & Co.oHG
   •   Colt Telekom GmbH
   •   Daten- und Telekommunikations- GmbH Dessau (DATEL)
   •   Deutsche Telekom AG
   •   DOKOM Gesellschaft für Telekommunikation mbH
   •   Easynet GmbH
   •   envia TEL GmbH
   •   EWE TEL GmbH
   •   GELSEN-NET Kommunikationsgesellschaft mbH
   •   Global Village GmbH


   198 Nach den Angaben der Unternehmen im Rahmen der Marktdatenerhebung und teilweise ergänzt durch die
       Daten der Nacherhebung basieren BuG: … der vermarkteten DSL-Anschlüsse alternativer Anbieter auf ei-
       gen erstellten Anschlussinfrastrukturen (davon zu einem hohen Anteil in Verbindung mit FTTB-
       Konzentratornetzinfrastrukturen).
   199 Simple Resale umfasst Anschlussresale und Transport des Datenverkehrs bis zu Diensteplattform. Der
       Vorleistungsnachfrager erbringt keine eigene infrastrukturelle Leistung.



                                                                                                   Seite 160


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                        Festlegung der Präsidentenkammer vom 16.09.2010
                                             Geschwärzte Fassung


          •   GmündCOM GmbH
          •   GöTEL GmbH
          •   HanseNet Telekommunikation GmbH
          •   HEAG MediaNet GmbH
          •   HeLi Net Telekommunikation GmbH & Co. KG
          •   HL komm Telekommunikations GmbH
          •   htp GmbH
          •   ith komunikationstechnik GmbH
          •   KielNet GmbH Gesellschaft für Kommunikation
          •   K-net Telekommunikation GmbH
          •   LEW TelNet GmbH
          •   M-net Telekommunikations GmbH
          •   mvox AG
          •   NetCologne Gesellschaft für Telekommunikation mbH
          •   NETHINKS GmbH
          •   ODR Technologie Services GmbH
          •   Osnatel EWE TEL GmbH (seit 01.01.2009 EWE TEL)
          •   Punkt.de GmbH
          •   QSC AG
          •   R-Kom GmbH & Co. KG
          •   SOCO Network Solutions GmbH
          •   Telefónica Deutschland GmbH (seit August 2009 Telefónica O2 Germany GmbH &
              Co.OHG)
          •   TeleData Friedrichshafen GmbH
          •   Telemaxx Telekommunikation GmbH
          •   Teleos EWE TEL GmbH
          •   Telepark Passau GmbH
          •   teliko GmbH
          •   TNG AG
          •   TraveKom Telekommunikationsgesellschaft mbH
          •   Verizon Deutschland GmbH
          •   Versatel AG
          •   VSE NET GmbH
          •   wilhelm.tel GmbH
          •   WiTCOM – Wiesbadener Informations- und Telekommunikations GmbH
          •   wittenberg net
          •   WOBCOM GmbH

          Tabelle 4 und Tabelle 6 geben eine Übersicht über die Entwicklung der Absatz- und Um-
          satzdaten auf dem Markt für Premiumanschlüsse seit 2006.




                                                                                                      Seite 161


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3336                         – Mitteilungen, Telekommunikation, Teil A, Mitteilungen der Bundesnetzagentur –         19 2010


                       Festlegung der Präsidentenkammer vom 16.09.2010
                                               Geschwärzte Fassung


   Tabelle 4:       Anschlussmengen/Marktanteil Premiumanschlüsse
                    BuG:

                                Absatz auf dem Markt für Premiumanschlüsse
                                            Anschlüsse in Stück
                                  2006          2007         1Q2008      2008*                         1H.2009*
       Anschlüsse      al-
       tern.Anbieter TK-              ...                ...               ...              ...                ...
       Festnetz
       Anschlüsse      DT             ...
                                                         ...               ...              ...                ...
       AG
       Korrekturfaktor
       ca. 1% d. gesam-
                                      ...                ...               ...              ...                ...
       ten     Marktvolu-
       mens
       Absätze gesamt
       inkl. Korrekturfak-            ...                ...               ...              ...                ...
       tor
       Marktanteil DT AG** > 50,00%              > 45,00%           > 45,00%         > 40,00%e        > 40,00%e

   *)Die Daten für 2008 und 1. Hj. 2009 wurden auf Basis der Angaben der 7 bedeutendsten Unternehmen des
   Marktes, die im Rahmen der Nacherhebung befragt wurden und ca 84% des Absatzvolumens dieses Marktes
   erwirtschaften, auf 99% hochgerechnet und mit dem Korrekturfaktor auf 100% ergänzt.
   **) Seit 2008 sind auch SDSL-Bitstromzugangsprodukte von der DT AG erhältlich. Aufgrund der Nacherhebung
   war eine Trennung der Stand-alone Bitstromzugangsprodukte und der Resaleprodukte in ADSL- und SDSL- Vor-
   leistungen nicht möglich.


   Tabelle 5:       Umsatzerlöse/Marktanteil Premiumanschlüsse
                    BuG:

                           Umsatzerlöse auf dem Markt für Premiumanschlüsse
                                               1000 Euro
                                      ...                ...               ...              ...                ...
       Umsatzerlöse
       altern.Anbieter                ...                ...               ...              ...                ...
       TK-Festnetz
       Anschlüsse      DT             ...
                                                         ...               ...              ...                ...
       AG
       Korrekturfaktor
       ca. 1% d. gesam-
                                      ...                ...               ...              ...                ...
       ten     Marktvolu-
       mens
       Umsatzerlöse
       gesamt inkl. Kor-              ...                ...               ...              ...                ...
       rekturfaktor
       Marktanteil DT AG      > 50,00%           > 50,00%           > 50,00%         n.a.             n.a.



   Wie unter G.1.5.1.2 erläutert ist dieser Endkundenmarkt hier in dieser Marktuntersuchung
   anders abgegrenzt als in der Festlegung des Marktes 12 (alt). Insbesondere sind die höher-
   wertigen ADSL-Anschlüsse nicht mehr Teil dieses Marktes, die damals das größte Absatzvo-
   lumen des Marktes ausmachten und die vor allem von der DT AG angeboten wurden. Das

                                                                                                        Seite 162


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                             Festlegung der Präsidentenkammer vom 16.09.2010
                                                   Geschwärzte Fassung


          Absatzvolumen verringert sich auf ein Drittel und der Marktanteil DT AG sank auch aus die-
          sem Grund bis Ende 2006 auf >50%. Ein direkter Vergleich mit der Marktanteilsentwicklung
          des in der derzeit gültigen Festlegung abgegrenzten Premiummarktes ist deshalb nicht mehr
          gegeben. Zum 1. Quartal 2008 konnte BuG: ... , so dass sich ihr Marktanteil auf >45% er-
          höhte. Seit Ende 2008 verliert sie absolut Kunden in diesem Markt, so dass ihr Marktanteil,
          gemessen in Absätzen, bis Ende des 1.Hj. 2009 auf >40% gesunken ist.

          Die Marktanteilsentwicklung nach Umsätzen verlief hier jedoch etwas anders. Hier sank auf-
          grund der anderen Marktabgrenzung der Marktanteil zunächst im Jahre 2006 >45% um in
          den Folgeperioden auf >50% anzusteigen. Diese Entwicklung lässt darauf schließen, dass
          die alternativen Anbieter 2007 dank umfassenderer Preissenkungen zusätzlich Kunden ge-
          winnen konnten. Abbildung 8 bestätigt diese Einschätzung. Eine Umsatzabschätzung für die
          Folgeperioden 2008 und 1.Hj. 2009 war nicht möglich, da nicht alle Unternehmen konsistent
          Umsatzangaben für die Produkte des Marktes angeben konnten.

          Insgesamt wurden auf diesem kleinen Markt eine relativ hohe Anzahl von Anbietern identifi-
          ziert (50). Die DT AG sieht sich allerdings einer deutlich weniger zersplitterten Wettbewer-
          berstruktur gegenüber als bei der alten Marktabgrenzung: Der nächstgrößte Anbieter hat im
          ersten Halbjahr 2009 gemessen in Absätzen einen Marktanteil von BuG: ... . Die vier größ-
          ten alternativen Anbieter zusammen decken fast BUG: ... des Absatzvolumens des Marktes
          ab.

          Dennoch deuten die Marktanteile der DT AG mit deutlich über 40% auf Marktmacht des Un-
          ternehmens auch auf diesem Nischenmarkt hin. Die alternativen Angebote dieses Marktes
          setzen in erster Linie auf dem Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung der DT AG auf. Ge-
          bündeltere Vorleistungsprodukte wie z.B. Bitstromzugang oder Simple Resale, die SDSL-
          Anschlüsse ermöglichen, bietet die DT AG erst seit kurzer Zeit an. Ihre Angebote dieser Art
          dürften in diesem Markt bis zum Datum der Nacherhebung nur eine geringe Rolle gespielt
          haben. Wettbewerber haben diese gebündelteren Vorleistungsprodukte, wenn überhaupt
          von alternativen Anbietern nachgefragt, die diese Leistungen aber nicht flächendeckend an-
          bieten können. Aufgrund der Nacherhebung war eine Trennung der Stand-alone Bitstromzu-
          gangsprodukte und der Resaleprodukte in ADSL- und SDSL- Vorleistungen der DT AG nicht
          möglich. Aus diesem Grunde konnte hier ein um diese Vorleistungprodukte bereinigter
          Marktanteil der DT AG nicht ermittelt werden.



          I.1.1.2   Markt 1 (Zugang von Privat- und Geschäftskunden zum öffentlichen Telefonnetz an
                    festen Standorten)

          Für den Markt 1 wurden in dem Konsultationsentwurf vom 27.08.2008200 hohe überragende
          Marktanteile (über 80% 1. Hj. 2007) der DT AG ermittelt. Aufgrund der hohen Marktanteile



          200 Amtsblatt Nr. 16/2008, Mitteilung Nr. 436/08.



                                                                                                             Seite 163


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