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Amtsblatt der Bundesnetzagentur
                             für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen
3340                    – Mitteilungen, Telekommunikation, Teil A, Mitteilungen der Bundesnetzagentur –     19 2010


                    Festlegung der Präsidentenkammer vom 16.09.2010
                                        Geschwärzte Fassung


   Der Kritik der DT AG an der Marktpotenzialbetrachtung der Bundesnetzagentur, die aus-
   schließlich die faktischen Anbieter berücksichtigt, übersieht, dass sich eine Marktanteilsbe-
   rechnung auf tatsächlich oder erwartete Fakten zu beziehen hat. Die Wettbewerblichkeit auf
   den Bitstromzugangsmärkten kann nur von tatsächlichen und zukünftig realistisch zu erwar-
   teten Anbietern geprägt sein. Die Angebote regionaler Anbieter, die unabhängig von Regulie-
   rungshandeln ihre Pläne, auf den Bitstromzugangsmarkt einzutreten, offenbart haben, sind
   indirekt über die Untersuchung der Wettbewerblichkeit der Endkundenmärkte berücksichtigt.



   I.1.2.1   Markt für Layer-2-Bitstromzugang (Marktanteile)

   Auf dem Layer-2-Bitstromzugangsmarkt sind alle Bitstromzugangsangebote mit einer Über-
   gabe auf der Layer-2-Ebene zusammengefasst. Die physische Übergabe kann entweder am
   Breitband-PoP, d.h. am Ausgang des Konzentratornetzes erfolgen oder auf einer Netzebene
   näher am Endkunden, z.B. am HVt oder am AGS 1.

   Entsprechend der oben geschilderten, mit einer auf überregionale Angebote bezogenen Be-
   trachtungsweise wurde auf dem Layer-2-Bitstromzugangsmarkt nur ein alternativer Anbieter
   identifiziert, der überregional Bitstromzugang mit Übergabe auf Layer-2-Ebene anbietet und
   dies auch BuG: ... .

   Seit August 2008 bietet auch DT AG aufgrund einer Zugangsverpflichtung Bitstromzugang
   mit Übergabe auf der Layer-2-Ebene (ATM-Bitstromzugang) an. Mangels tatsächlich abgeru-
   fener Nachfrage wurden bisher zu diesem Produkt noch keine Absätze und Umsätze faktu-
   riert.

   Die in Tabelle 6 dargestellten tatsächlich fakturierten Absätze auf dem Layer-2 Bitstrom-
   zugangsmarkt lassen vermuten, dass es sich hier bisher zum einen um einen Nischenmarkt
   handelt. Zum anderen werden auf diesem erst entstehenden Markt bisher ausschließlich
   ATM-Bitstromzugangsprodukte angeboten. Diese Übergabetechnologie scheint weitgehend
   überholt. Dennoch ist der grundsätzliche Bedarf eines Layer-2-Bitstromzugangsproduktes
   zum jetzigen Zeitpunkt nicht in Frage zu stellen. Die Geschäftskundenanbieter, zusammen-
   gefasst im IEN, bestätigen nach wie vor den Bedarf nach einem hochqualitativen Bitstrom-
   zugangsprodukt. Die sehr geringe Marktaktivität ist vor allem darauf zurückzuführen, dass
   der einzige flächendeckende Anbieter dieses Produktes erst im Sommer 2008 ein Angebot
   für ein ATM-Bitstromzugangsprodukt auf dem Markt platziert hat. Offensichtlich scheint die
   Akzeptanz dieses derzeit erhältlichen Produktes, auch wegen bestimmter qualitativer Be-
   schränkungen dieses Angebots, aber auch wegen der erwarteten Migration auf die Ethernet-
   transporttechnologie, sehr gering. Ein Layer-2-Produkt wird von dieser Gruppe jedoch nach
   wie vor dringend gefordert203.




   203 BuG: … .



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Amtsblatt der Bundesnetzagentur
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19 2010                        – Mitteilungen, Telekommunikation, Teil A, Mitteilungen der Bundesnetzagentur –         3341


                            Festlegung der Präsidentenkammer vom 16.09.2010
                                                 Geschwärzte Fassung


          Tabelle 6:    Absätze auf dem Layer-2-Bitstromzugangsmarkt
                        BuG:

                             Absatz auf dem Markt für Layer-2-Bitstromzugang
                                 Gemessen in DSL-Anschlüsse in Stück
                                   2006         2007         1Q2008        2008                           1H.2009
          Über Bitstromzug-
          gang     vermarktete
                                     ...          ...            ...         ...                                 ...
          DSL-Anschlüsse
          altern. Anbieter
          Bitstrom-                  ...
                                                  ...            ...         ...                                 ...
          Anschlüsse DT AG
          Absätze gesamt             ...          ...            ...         ...                                 ...
          Marktanteil DT AG               --                --               --                --                --

          Umsatzerlöse/Marktanteil bisher nicht verfügbar, da nur sehr rudimentäre Angaben der Carrier


          Bei der Marktanalyse der Festlegung des Marktes 12 (alt) wurden noch 13 Anbieter identifi-
          ziert, die überwiegend auf regionaler Ebene geringe Mengen von Bitstromzugangsprodukten
          mit ATM-Übergabe zu Verfügung stellten. In der jetzigen Marktdatenabfrage gab neben Ar-
          cor/Vodafone nur noch ein weiterer Carrier an, auf regionaler Ebene ein ATM-Bitstromzu-
          gangsprodukt zu veräußern. Da dieser Carrier nur sehr geringe Mengen (3-stellig) in einer
          eng begrenzten Region anbietet, wird dieses Angebot entsprechend der Vorstellung, dass
          ein Bistromzugangsanbieter überregionale Angebote machen muss, um dem Interesse des
          Nachfragers nach Bitstromzugang nach einer überregionalen bis flächendeckenden Er-
          schließung von Endkunden nachkommen zu können, nicht berücksichtigt.

          Mangels eines überregionalen bzw. flächendeckenden Bitstromzugangsangebotes basierte
          die Marktanalyse in der Festlegung des Marktes 12 vor allem auf Daten aus dem Teilneh-
          meranschlussbereich und der Breitbandzuführung. Die getrennte und parallele Betrachtung
          beider Leistungsbereiche der Breitbandversorgung war damals der Tatsache geschuldet,
          dass Anschluss und Dienst (darstellbar über den Datentransport) getrennt vermarktet wur-
          den. Auch bei der aktuellen Analyse des Layer-2-Marktes kann aufgrund fehlender Ange-
          bots- und Nachfrageströme nicht auf realisierte Absatz- und Umsatzdaten abgestellt werden.
          Mittlerweile werden aber Anschluss und Dienst nicht mehr getrennt, sondern ausschließlich
          als Bündelprodukt angeboten. Das Angebot eines Breitbandanschlusses beinhaltet auch
          gleichzeitig den Zugang zu einem oder mehreren Breitbanddiensten. Entsprechend genügt
          es bei der Analyse der Layer-2-Bitstromzugangsmärkte, insbesondere zur Bewertung einer
          möglichen Marktanteilsverteilung, auf die vermarkteten DSL-Anschlüsse bzw. Teilnehmeran-
          schlüsse abzustellen. Obwohl aktuell nur ein alternativer Bitstromzugangsanbieter dieses
          Produkt überregional auf ATM-Ebene anbietet, werden hier alle tatsächlich überregional Bit-
          stromzugang bereitstellenden Carrier in die Betrachtung mit einbezogen, weil sie theoretisch
          ein solches Produkt bereitstellen können. Tabelle 7 gibt einen Überblick über die Entwicklung
          der vermarkteten DSL-Anschlüsse und Teilnehmeranschlüsse aller Bitstromzugangsanbie-
          ter, die in Summe hier als Potenzial des Bitstromzugangsmarktes verstanden werden.


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                       Festlegung der Präsidentenkammer vom 16.09.2010
                                            Geschwärzte Fassung


       Tabelle 7:   Eigenerzeugung überregionale Bitstromzugangsanbieter
                    BuG:

                         Eigenerzeugte Anschlüsse Bitstromzugangsanbieter
                                             in Stück
                               2006         2007         1Q2008      2008                            1H.2009
   vermarktete DSL-
   Anschlüsse altern.
                                   ...                ...                ...             ...                ...
   Bitstrom-Anbieter

   Vermarktete Teil-
   nehmeranschlüsse
                              ...                     ...                ...             ...                ...
   altern. Bitstrom-
   Anbieter
   DSL-Anschlüsse DT
                              ...                     ...                ...             ...                ...
   AG
   Vermarktete Teil-
   nehmeranschlüsse           ...                     ...                ...             ...                ...
   DT AG
   DSL-Absätze Bit-
                              ...                     ...                ...             ...                ...
   stromanbieter gesamt
   TAL-Absätze Bit-
   stromanbieter              ...                     ...                ...             ...                ...
   gesamt
   Marktanteil DT AG
                        > 80,00%             > 80,00%             > 75,00%         > 70,00%        > 70,00%
   DSL-basiert
   Marktanteil DT AG
                        > 90,00%             > 90,00%             > 85,00%         > 85,00%        > 80,00%
   TAL-basiert

       Die Übersicht zeigt, dass die DT AG an dem hier definierten Potenzial eines Bitstromzu-
       gangsmarktes, dargestellt über die erzeugten und an Endkunden oder Vorleistungskunden
       vermarkteten DSL-Anschlüsse oder Teilnehmeranschlüsse, einen überragenden Anteil hat,
       wenngleich es den alternativen Bitstromzugangsanbietern gelingt, der DT AG Anteile bei der
       Vermarktung von DSL-Anschlüssen und Teilnehmeranschlüssen abzunehmen. Aufgrund der
       Datenlage ist eine Aussage über den Trend dieser Entwicklung schwer möglich. Die Markt-
       anteilsverluste der DT AG bei den TAL-basierten Absätzen basieren auf zwei Effekten:


       1.   Es sind hier relative Gewinne der alternativen Bitstromzugangsanbieter bei der Vermark-
            tung der Teilnehmeranschlüsse zu verzeichnen.

       2.   Die Zahl der von der DT AG vermarkteten Teilnehmeranschlüsse wird durch die noch
            wachsende Nachfrage nach Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung durch alle Carrier
            stetig reduziert und hier indirekt durch die Verwendung dieser Residualgröße (Gesamt-
            zahl aller Teilnehmeranschlüsse – gemietete Teilnehmeranschlussleitung durch übrige
            Carrier, die nicht Vorleistungsanbieter sind) berücksichtigt.

       Insgesamt muss aber davon ausgegangen werden, dass der DT AG Mitte 2009 ca. 70% des
       DSL-Anschlusspotenzials und mehr als 80% des Teilnehmeranschlusspotenzials aller auf
       den Bitstromzugangsmärkten tätigen überregionalen Anbieter zuzurechnen sind. Über diese


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                             Festlegung der Präsidentenkammer vom 16.09.2010
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          kann die DT AG kurzfristig flächendeckend Bitstromzugangsleistungen bereitstellen. Alterna-
          tiven Anbietern gelingt die Ausweitung ihres Angebots nur über die Anmietung der Teilneh-
          meranschlussleitung, die sie aber ausnahmslos nicht flächendeckend erschlossen haben.
          Auch werden sich die Zuwächse bei der Vermarktung der Teilnehmeranschlussleitung bis
          Ende 2009 halbiert haben. Dies ist ein Indiz dafür, dass dieses Vorleistungsprodukt mögli-
          cherweise an die Grenzen der Marktexpoloration stoßen wird. Die zu erwartende NGA-
          Migration wird hieran auch ihren Anteil haben. Von daher ist es wahrscheinlich, dass die DT
          AG auch in der Zukunft über hohe Marktanteile auf diesem Markt verfügen wird. Die im
          Rahmen von Kooperationen auch von alternativen Carriern geplante Errichtung von VDSL-
          Anschlüssen und reinen Glasfaseranschlüssen ist zahlenmäßig nicht so umfassend, dass
          sich an dieser Einschätzung grundlegend etwas ändern wird204.

          Zwischenergebnis

          Auf dem Layer-2-Bitstromzugangsmarkt muss von hohen bis überragenden Marktanteilen
          der DT AG auch in einem zukunftsgerichteten Ansatz ausgegangen werden.


          I.1.2.2   Markt für Layer-3-Bitstromzugang (Marktanteile)

          Anders als in der Analyse der Festlegung des Marktes 12 (alt) gibt es aktuell neben der DT
          AG drei weitere alternative Vorleistungsanbieter, die überregional Bitstromzugangsleistungen
          mit Übergabe auf Layer 3 (IP-Bitstromzugang) bereitstellen. 2006 gab es einen überregiona-
          len Anbieter (QSC), der Bitstromzugang mit Übergabe auf IP Ebene (Layer-3 Ebene) ange-
          boten hat, seit 2007 vermarktet auch Telefónica diese Vorleistung, 2008 ist noch Ar-
          cor/Vodafone als möglicher Layer-3-Bitstromzugangsanbieter bzw. als Anbieter von „simple
          Resale“ aktiv geworden. Die Bitstromnachfrager können hierbei individuell entscheiden, ob
          sie die Produkte der alternativen Bitstromzugangsanbieter regional an mehreren Breitband-
          PoP oder überregional an einem Übergabepunkt übernehmen wollen. Die DT AG bietet ih-
          rerseits – als einzige flächendeckend - seit Juli 2008 eine entgeltregulierte Bitstromzugangs-
          leistung mit IP-Übergabe an 73 Breitband PoP und auf freiwilliger Basis eine IP-Bitstromzu-
          gangsleistung mit Übergabe an einem Punkt (WIA Gate) an.

          Tabelle 8 und Tabelle 9 zeigen die seit 2006 über IP-Bitstromzugang bereitgestellten DSL-
          Anschlüsse und die mit dem Vorleistungsprodukt generierten Umsatzerlöse.




          204 Mit Stand Mai 2009 war geplant, dass etwa BuG: … Anschlüsse auf Basis der FTTC/FTTB Infrastruktur als
              VDSL-Anschlüsse errichtet werden sollen. Knapp BuG: … dieser Anschlüsse sollen von alternativen Anbie-
              tern erstellt werden. Dies ist weniger als ein Prozent aller im Jahre 2009 vermarkteten Anschlüsse. Eine te-
              lefonische Abfrage bei bekannten FTTH-Anschlussnetz-Betreibern ergab, dass aktuell < 100.000 reine
              FTTH-Anschlüsse ausgebaut waren.



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                                          Geschwärzte Fassung


   Tabelle 8:     Absätze auf dem Layer-3-Bitstromzugangsmarkt
                  BuG:

                                                         ...
                                 2006       2007               1Q2008           2008          1H.2009
        Über Bitstromzugang
        vermarktete      DSL-
                                   ...             ...               ...             ...            ...
        Anschlüsse      altern.
        Anbieter
        Bitstrom-Anschlüsse        ...
                                                   ...               ...             ...            ...
        DT AG
        Absätze gesamt             ...             ...               ...             ...            ...
        Marktanteil DT AG       --          --                 --               > 40,00%      > 45,00%




   Tabelle 9:     Umsätze Layer-3-Bitstromzugangsmarkt
                  BuG:

                      Umsatzerlöse auf dem Markt für Layer-3-Bitstromzugang
                                            1000 Euro
                              2006            2007        1Q2008       2008                      1H.2009
       Umsatzerlöse.
                                ...             ...          ...         ...                         ...
       altern. Anbieter
       Umsatzerlöse DT          ...
                                                ...          ...         ...                         ...
       AG
       Umsatzerlöse
                                ...             ...          ...         ...                         ...
       gesamt
       Marktanteil     DT
                          --             --              --         > 10,00%                   > 35,00%
       AG




   Die oben dargelegte Historie dieses Vorleistungsmarktes macht deutlich, dass erst seit Mitte
   2008 ein flächendeckendes Bitstromzugangsprodukt angeboten wird und dass die Bitstrom-
   zugangs-Angebote aller Anbieter erst seit 2008 für den Markt als signifikant zu bezeichnen
   sind. Ende 2008 waren dank der nunmehr erhältlichen IP-Bitstromzugangsangebote der
   DT AG, aber auch aufgrund erheblicher Absatzsteigerungen der alternativen Anbieter, die
   über Bitstromzugang realisierten DSL-Anschlüsse auf über BuG: ... Anschlüsse angestie-
   gen. Im 1. Halbjahr 2009 stieg diese Absatzzahl nochmals über BuG: ... an. Haben Ende
   des 1.Quartals 2008 die (alternativen) Bitstromzugangsanbieter etwa BuG: ... der Endkun-
   den-DSL-Anschlüsse des Massenmarktes über dieses Vorleistungsprodukt bereitgestellt, so
   waren es im 2. Halbjahr 2009 BuG: ... der DSL-Anschlüsse, die alternative DSL-
   Anschlussanbieter auf dem Endkundenmarkt mit Hilfe dieser Vorleistung bereitstellen konn-
   ten. (Dabei wurde angenommen, dass diese Layer-3 Bitstromzugangsprodukte bis dato in
   erster Linie für die Erzeugung der Anschlüsse dieses Marktes in Frage kamen).




                                                                                                   Seite 170


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                            Festlegung der Präsidentenkammer vom 16.09.2010
                                                 Geschwärzte Fassung


          Gleich nach den ersten Monaten des Markteintritts konnte die DT AG >40% der über IP-
          Bitstromzugang nachgefragten DSL-Anschlüsse bereitstellen. Ein halbes Jahr später konnte
          sie ihren Marktanteil nochmals leicht auf >45% steigern. Betrachtet man die noch kurze Zeit-
          reihe der Angebote der DT AG, so zeigt sich, dass sich das Kundeninteresse offenbar von
          der Nachfrage nach einem Bitstromzugangsprodukt mit regionaler Übergabe (an den 73
          Breitband-PoP) zu einem (gebündelteren) Produkt mit überregionaler Übergabe (1 oder sehr
          wenige Übergabepunkte) verlagert. Dieses Produkt bietet die DT AG freiwillig an. Sie ist hier
          nicht entgeltreguliert. Diese Verlagerung der Nachfrage dürfte auch Ausfluss der unter Ab-
          schnitt I.3.2.2 beschriebenen wettbewerblichen Auswirkungen BuG: ...

          Ein Markt, auf dem zum Zeitpunkt der letztmaligen Datenerhebung (Juli 2009) seit erst knapp
          einem Jahr flächendeckende Leistungsbeziehungen möglich sind, ist unstrittig als ein sich
          gerade etablierender Markt zu verstehen. Dies belegen auch die in Tabelle 9 zusammenge-
          fassten Zeitreihen der über Bitstromzugang getätigten Umsatzerlöse. Die Umsatzerlöse der
          erst 2008 in den Markt eingetretenen DT AG erlauben noch keine Aussagen über Marktan-
          teilsentwicklungen auf diesem Markt. 2008 hat sie offensichtlich nur BuG: ... . Aber auch im
          2.Halbjahr sind die Umsätzanteile relativ niedriger als die nach Absätzen gemessenen Antei-
          le. Ob dies Ausfluss der sehr niedrigen Bepreisung des freiwillig angebotenen Bitstromzu-
          gangsproduktes WIA Gate (s.o.) ist, kann erst auf Basis einer längeren Zeitreihenbetrach-
          tung valide bewertet werden. Eine vorausschauende Entwicklung ist auf dieser Datenbasis
          schwer möglich. Hinzu kommen prognostische Unsicherheiten, die durch gerade erfolgte
          oder in Kürze zu erwartende Marktkonsolidierungen205 hervorgerufen werden.

          Entsprechend bedarf es hier ebenfalls für die vorausschauende Einschätzung der Marktan-
          teilsentwicklung der Einbeziehung des Marktpotenzials, wie es in Tabelle 7 dargelegt ist.
          Auch hier gilt entsprechend – wie bereits in der Analyse der Layer-2-Bitstromzugangsmärkte
          erörtert – dass die DT AG auch in der Zukunft über hohe Marktanteile auf diesem Markt ver-
          fügen wird. Auch unter Einbeziehung der HFC-Infrastruktur (TV-Kabelinfrastruktur), die als
          dem Markt zugehörig angesehen wird, wird sich an dieser Einschätzung grundsätzlich nichts
          ändern. Trotz Marktanteilsgewinnen ist für die Laufzeit dieser Marktanalyse nicht zu erwar-
          ten, dass die Anbieter auf Basis dieser alternativen Infrastruktur soweit zur führenden DSL-
          Anschlusstechnologie aufschließen können, dass sie die Marktführerschaft der DT AG auf
          dem Massenmarkt gefährden können. DT AG hingegen wird ihre Marktposition durch den
          signifikanten Ausbau reiner Glasfaserinfrastrukturen stärken.

          Zwischenergebnis

          Sowohl unter Berücksichtung der tatsächlichen Leistungsbeziehung des entstehenden Lay-
          er-3-Bitstromzugangsmarktes und des Marktpotenzials, wie sie sich auch im Rahmen der
          durch die Nacherhebung gewonnen Marktdaten bis einschließlich 1. Hj. 2009 darstellen,



          205 Die Freenet AG ist mit ihrem DSL-Geschäft von der United Internet AG übernommen wurden, die Hansenet
              GmbH ist nach Presseverlautbarungen Anfang 2010 von Telefónica übernommen worden.



                                                                                                          Seite 171


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                        Festlegung der Präsidentenkammer vom 16.09.2010
                                             Geschwärzte Fassung


       muss auf dem Layer-3-Bitstromzugangsmarkt von hohen Marktanteilen der DT AG auch in
       einem zukunftsgerichteten Ansatz ausgegangen werden. Dies trotz alternativer Bitstromzu-
       gangsangebote, die aber von keinem alternativen Anbieter flächendeckend und ohne Ab-
       hängigkeit von den Vorleistungen der DT AG bereitgestellt werden können.



       I.1.3    Ergebnis der Marktanteilsuntersuchung

       Die hohen bis überragenden Marktanteile der DT AG auf den Bitstromzugangsmärkten sowie
       die hohen Marktanteile auf den korrespondierenden Endkundenmärkten zeigen, dass das
       Unternehmen das Potenzial hat, auf dem zukünftigen Layer-2-Bitstromzugangsmarkt und auf
       dem Layer-3-Bitstromzugangsmarkt ein hohes Niveau an Marktmacht zu erzielen, d.h. hohe
       Marktanteile zu sichern. Um abschließend die zu erwartende Marktmacht des Unternehmens
       bewerten zu können, insbesondere, ob es Umstände gibt, die gegen eine zukünftige be-
       trächtliche Marktmacht sprechen, bedarf es einer umfassenden Untersuchung aller wirt-
       schaftlicher Kriterien, die für die hier zu betrachtenden Bitstromzugangsmärkte eine Rolle
       spielen können206.



       I.2     Leichter oder privilegierter Zugang zu Kapitalmärkten / finanziellen
               Ressourcen

       Die Möglichkeit eines Unternehmens, über Kapitalmärkte günstig Liquidität zu erhalten, wird
       entscheidend durch seine Finanzkraft bestimmt. Diese hängt wiederum von einer Reihe un-
       ternehmerischer Faktoren ab. Dies sind einerseits überwiegend quantitative Faktoren wie
       Umsatzerlöse, Jahresergebnis, Eigenkapital, Finanzierungsstruktur, Cash-Flow aber auch
       die Rechtsform etc. Der Cash-Flow ist eine Kennziffer über den Mittelzufluss aus dem Um-
       satzprozess, aus der Einblicke in die Liquiditätslage und die finanzielle Entwicklung des Un-
       ternehmens gewonnen werden können207. Sonstige Faktoren sind die Gestaltung des Rech-
       nungswesens und sein Berichtswesen (z.B. Verwendung IAS-Standard), die Finanzkommu-
       nikation, die Marktstellung, das Management usw. Aus Praktikabilitätsgründen beschränkt
       sich diese Analyse auf die beiden Kenngrößen Umsatz und Cash-Flow. Sie geben aber hin-
       reichenden Aufschluss über die hier zu klärenden Fragen nach den Zugangsmöglichkeiten
       zu den Kapitalmärkten und nach den finanziellen Ressourcen eines Unternehmens.

       Bei den derzeit auf den hier relevanten Märkten agierenden Unternehmen handelt es sich
       einerseits um eher mittelständische Unternehmen, die in ihrer Finanzkraft, zunächst abzule-
       sen an ihren Umsatzerlösen, der DT AG weit unterlegen sind. Andererseits sind in diesem




       206 Vgl. Leitlinen Rn. 78.
       207 In vereinfachter Form wird als Cash-Flow die Summe aus Periodengewinnen, Abschreibungen und Rück-
           stellungen der Periode bezeichnet.



                                                                                                       Seite 172


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                         Festlegung der Präsidentenkammer vom 16.09.2010
                                              Geschwärzte Fassung


          Bereich aber auch multinationale Unternehmen tätig, die größenmäßig mit der DT AG ver-
          gleichbar sind.

          Auf den hier untersuchten Breitbandmärkten (Vorleistungs- und Endkundenebene) sind ins-
          besondere folgende Unternehmen näher zu betrachten, die mit der DT AG annähernd ver-
          gleichbare Gesamtumsätze haben und Teil von großen Konzernverbünden sind.

          o Arcor AG u. Co KG (Vodafone Group Plc.)
          o Colt Deutschland GmbH (Colt Telecom Group)
          o Freenet AG
          o Hansenet Telekommunikation GmbH (Telecom Italia S.p.A. bis Ende 2009)
          o Telefónica 02 Deutschland GmbH (Telefónica Group)
          o QSC AG
          o 1&1 Internet AG (United Internet AG)

          Die nachfolgende Tabelle stellt die Gesamtumsatzerlöse all dieser Unternehmen und ihrer
          Konzerne sowie deren Cash-Flow gegenüber.




                                                                                                       Seite 173


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                           Festlegung der Präsidentenkammer vom 16.09.2010
                                                    Geschwärzte Fassung


       Tabelle 10:     Gesamtumsätze und Cash-Flow der größten Unternehmen und ihrer Konzer-
                       ne auf den Breitbandmärkten
                       BuG:

   Umsät-                  Unternehmen In Deutschland                                       Konzern
   ze
                2006         2007       1Q/08         2008   1.Hj09     2006       2007     1Q/08       2008       1.Hj 09
   Endkun
   DT AG

   Gesamt      ...          ...         ...          ...     ...      61.347     62.516     14.978     61.700      32.140

   Cash        ...          ...         ...                           14.222     16.981     3.768      17.600      7.800

   Arcor/Vodafone

   Gesamt      ...          ...         ...          ...     ...      36.667     41.829     n.v.       48.359      n.v.

   Cash        ...          ...         ...          ...     ...      12.177     12.349     n.v.       14.399      n.v.

   Colt Telecom GmbH/ Colt Telecom Corp.ltd

   Gesamt            ...          ...         ...                     1.801      1679,6      ...       1,675       n.v.

   Cash              ...          ...         ...                     19,1       37,3        ...       45,7        n.v.

   Freenet AG

   Gesamt      ...          ...         ...          ...     ...      2.055      1.863      n.v.       ...         ...

   Cash        ...          ...         ...          ...     ...      144        285        n.v.       ...         ...

   Hansenet/ Telecom Italia

   Gesamt      ...          ...         ...          ...     ...      31.880     31.770     n.v.       30.158      13.953

   Cash        ...          ...         ...          ...     ...      9.194      8.771      n.v.       8.405       2.170

   QSC AG

   Gesam-     263          335          97          413      211

   Cash       11           56           49          60       38

   Telefónica O2 Deutschland GmbH/ Telefónica Group

   Gesam-      ...          ...         ...          ...     ...      52.901     56.441     n.v.       57946       n.v.

   Cash        ...          ...         ...          ...     ...      15.414     15.551     n.v.       16.366      n.v.

   1& 1 Internet AG/ United Internet AG

   Gesamt      ...          ...         ...          ...     ...      1.019      1.279       ...       ...          ...

   Cash        ...          ...         ...          ...     ...      170        210         ...       210         126




                                                                                                             Seite 174


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                           Festlegung der Präsidentenkammer vom 16.09.2010
                                                Geschwärzte Fassung


          Tabelle 10 zeigt, dass die DT AG in Deutschland im Vergleich zu allen großen Wettbewer-
          bern auf dem deutschen Markt mit Abstand die höchsten Gesamtumsätze erzielt. Ein Ver-
          gleich der Umsätze der jeweiligen Konzerne verdeutlicht allerdings, dass hier die Umsatzvo-
          lumina stärker angenähert sind, wenngleich der Konzern DT AG auch hier die höchsten Um-
          sätze erzielt. Beim Cash-Flow gibt es zwei weitere Konzerne, die operativen Cash Flow in
          ähnlicher Größenordnung erwirtschaften konnten.

          Insgesamt ist die Finanzkraft der DT AG als bedeutend anzusehen, aber es gibt mindestens
          zwei weitere ähnlich finanzstarke Wettbewerber (Telefónica O2/Vodafone).

          Bei hohen Marktanteilsabständen, wie sie zumindest auf den Endkundenmärkten zwischen
          DT AG und alternativen Anbietern erkennbar sind, müssen die Wettbewerber der DT AG
          jedoch über eine überragende Finanzkraft verfügen, um überhaupt die vorhandenen Markt-
          anteilsabstände aufzuholen. Hinzu kommt, dass die Wettbewerber zunächst einmal umfang-
          reiche Investitionen tätigen müssen, um auf dem vorliegenden Markt tätig zu werden oder
          auch nur eigene Breitbandnetze aufzubauen.

          Allerdings ist zu beachten, dass im Rahmen der derzeitigen Netzmigrationen in Richtung
          Next Generation Networks viele Netzbetreiber -auch die DT AG - Netzinvestitionen vorneh-
          men.

          Ergebnis

          Ob dieses Kriterium für beträchtliche Marktmacht der DT AG spricht oder eher neutral zu
          werten ist, kann dahingestellt bleiben, wenn im Ergebnis auch ohne Berücksichtigung dieses
          Kriteriums eine beträchtliche Marktmacht zu bejahen wäre.



          I.3    Marktzutrittsschranken und Expansionshemmnisse; Kontrolle über nicht
                 leicht zu duplizierende Infrastruktur

          Die Feststellung der beträchtlichen Marktmacht hängt auch davon ab, wie leicht der Markt-
          zugang ist. Als Marktzutrittsschranken können auf den hier zu betrachtenden Vorleistungs-
          märkten aber auch auf den korrespondierenden Endkundenanschlussmärkten vor allem
          strukturelle Barrieren auftreten. Strukturbedingte Zugangshindernisse ergeben sich aus der
          unterschiedlichen Kosten- oder Nachfragesituation, die zu Ungleichgewichten zwischen
          etablierten Betreibern und Einsteigern führen, wodurch der Marktzugang für neu in den Markt
          eintretende Anbieter behindert oder verhindert wird208.

          Insbesondere die Kontrolle über eine nicht leicht zu duplizierende Infrastruktur ist als ein für
          das Vorliegen einer Marktbeherrschung sprechender Faktor anzusehen209. Es handelt sich


          208 So Erwägungsgrund 11 zur Märkte-Empfehlung.
          209 Vgl. Leitlinien, Rn. 78.



                                                                                                          Seite 175


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