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Amtsblatt der Bundesnetzagentur
                                              für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen
09 2009                              – Mitteilungen, Telekommunikation, Teil A, Mitteilungen der Bundesnetzagentur –                                             2369


            12,5

            12,0

            11,5

            11,0

            10,5

            10,0

      dBd
             9,5

             9,0

             8,5

             8,0

             7,5

             7,0

             6,5
                   5

                       7

                           9

                               11

                                    21

                                         23

                                              25

                                                   27

                                                        29

                                                             31

                                                                  33

                                                                       35

                                                                            37

                                                                                 39

                                                                                      41

                                                                                           43

                                                                                                45

                                                                                                     47

                                                                                                          49

                                                                                                               51

                                                                                                                    53

                                                                                                                         55

                                                                                                                              57

                                                                                                                                   59

                                                                                                                                        61

                                                                                                                                             63

                                                                                                                                                  65

                                                                                                                                                       67

                                                                                                                                                            69
                                                                             Kanal


            Abbildung 6: Antennengewinn der Messantenne für den ortsfesten Empfang nach ETSI TR 101190


     MFN
            In einem MFN (engl. Multi Frequency Network) arbeitet jeder Sender eines
            Sendegebiets in einem eigenen Kanal.

     Mindestnutzfeldstärke (Emin)
            Die Mindestnutzfeldstärke ist der Wert der minimalen Feldstärke des Nutzsignals,
            der bei Abwesenheit von Störungen eine Mindestqualität gemäß der aktuellen
             internationalen Vereinbarungen liefert.

     Minimale Empfängereingangsspannung
            Die Mindesteingangsleistung (Pempf min) eines Empfängers ist die Summe des
            systembedingten HF-Signals-zum-Rausch-Verhältniss am Empfängereingang und
            der Empfängereingangsrauschleistung. Bei einer Empfängereingangsimpedanz von
            75  ergibt sich die minimale Empfängereingangsspannung (Uempf min). Sie ist
            erforderlich, um einen  QEF-Empfang in einem Empfänger mit einem Rauschmaß
            von 7 dB zu erreichen und bildet die Basis für alle Berechnungen und Messungen.

     Modulationsfehlerverhältnis (MER)
            Das Modulationsfehlerverhältnis (engl. MER: Modulation Error Ratio) ist eine
            Rechengröße, welche die gesamte am Eingang einer Empfängerentscheider-
            schaltung vorhandene Signalbeeinträchtigung erfasst. Sie gibt die mittlere bzw.
            maximale Abweichung zwischen der tatsächlichen und der idealen Position der
            Konstellationspunkte im  Konstellationsdiagramm zum Abtastzeitpunkt an. Das
            MER ist definiert als das Verhältnis der Quadratsumme der Beträge der
            Idealvektoren zur Quadratsumme der Beträge der Fehlervektoren mehrerer
            Symbole. Es wird meist in dB angegeben.


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 Network-ID
                       Die Network-ID ist eine von der Bundesnetzagentur festgelegte Identifikations-
                       nummer für eine zusammenhängende Region innerhalb eines definierten
                       Versorgungsbedarfes, die im Transportstrom (auch auf unterschiedlichen
                       Frequenzen) ausgesendet wird. Die Vergabe erfolgt der Reihe nach aus dem für
                       Deutschland festgesetzten Wertebereich von 0x3001 bis 0x3100.

 Netzgewinn
                       Ein Netzgewinn ergibt sich bei der Addition der Empfangssignale mehrerer Sender
                       eines  SFN an einem Ort. Voraussetzung ist, dass die Laufzeitdifferenz zwischen
                       dem ersten Signal eines nahen Senders, sämtlicher Reflexionen und dem letzten
                       Signal eines entfernten Senders die Dauer des  Guard-Intervalls nicht über-
                       schreitet.
                       Der Netzgewinn bezieht sich nicht auf eine höhere Empfängereingangsleistung. Er
                       beschreibt hauptsächlich die unbestimmte, höhere Wahrscheinlichkeit, ein unge-
                       störtes Signal aus einer zusätzlichen Richtung zu empfangen.

                       Eine größere Anzahl von Versorgungssendern (SFN gegenüber MFN) führt zu einer
                       gleichmäßigeren Verteilung der Feldstärkewerte in der Fläche. Deren Streuung ()
                       wird geringer.

                       Beispiel:
                       Emed 50%: 61,3 dB(µV/m);    Ortswahrscheinlichkeit: 50 %;                                  Standardabweichung : 5,5 dB (MFN); 3,3 dB (SFN)

                     0,08                                                                                       1,00
                                                                                                                                                                      95%
                                                                               Integrierte Wahrscheinlichkeit




                     0,07
                                   : 3,3 dB
                     0,06                                                                                       0,75
Wahrscheinlichkeit




                     0,05
                     0,04                                                                                       0,50                                                  50%
                              : 5,5 dB
                     0,03
                     0,02                                                                                       0,25
                     0,01
                     0,00                                                                                       0,00

                                           Emed 50%: 61,3                                                                           Emin SFN: 66,7   Emin MFN: 70,3
                                            dB(µV/m)                                                                                 dB(µV/m)         dB(µV/m)

                       Abbildung 7: Beispiel für den Netzgewinn

                       Im Beispiel wird für 50% Ortswahrscheinlichkeit eine Emin von 61,3 dB(µV/m)
                       benötigt. Für die Erhöhung der Ortswahrscheinlichkeit auf 95% wäre bei einem
                       MFN ein Zuschlag von 9 dB erforderlich. In einem SFN bestehend aus z. B.
                       3 Sendern beträgt der Zuschlag aufgrund der geringeren Streuung nur 5,4 dB. Der
                       Netzgewinn beträgt somit hier 3,6 dB.




                                                                        10

                                                                                                                                                                        Bonn, 20. Mai 2009
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09 2009                     – Mitteilungen, Telekommunikation, Teil A, Mitteilungen der Bundesnetzagentur –   2371
     Nutzbare Feldstärke (NBF)
           Die nutzbare Feldstärke gibt für einen Empfangsort die mindestens notwendige
           Feldstärke an, die durch einen Sender bzw. ein Sendernetz erzeugt werden muss,
           um die geforderten  Schutzabstände zu  Gleich- bzw. Nachbarkanalsendern
           oder -netzen einzuhalten.

     Nutzfeldstärke
           Die Nutzfeldstärke ist der Feldstärkewert des betrachteten Nutzsenders oder Nutz-
           sendernetzes an beliebigen Empfangsorten im Versorgungsgebiet.

     Paket-Fehler
           Ist der Reed-Solomon-Decoder (äußerer Fehlerschutz) eines DVB-T-(Mess-)
           Empfängers nicht mehr in der Lage, alle aufgetretenen Bitfehler in einem MPEG-
           Transportstrom zu korrigieren, wird der Transportstrom-Fehlerindikator im Kopf des
           betroffenen MPEG-Transportstrompaketes auf 1 gesetzt. Damit wird signalisiert,
           dass das Paket von einem MPEG-Decoder nicht mehr ausgewertet werden darf.
           Eine Aussage, welches Bit fehlerhaft ist, kann nicht gemacht werden.
           Der Messempfänger zählt die gesetzten Fehlerindikatoren aufsteigend und gibt
           diese Zahl als Paket-Fehler an.

     PID
           Bei DVB-T erfolgt die multiplexe Übertragung von MPEG codierten Nutzdaten
           (Video, Audio, Zusatzdaten) in einem so genannten Transportstrom. Dieser
           Datenstrom ist in einzelne Pakete aufgeteilt. Jedes dieser Pakete besitzt einen Kopf
           („Header“), der neben dem Synchronisations-Byte eine PID enthält. Die PID
           (Packet Identification bzw. Packet Identification Number) teilt dem MPEG-Decoder
           im Empfänger mit, welche Art von Nutzdaten ein Paket enthält. Sie ermöglicht
           beispielsweise die eindeutige Zuordnung von zusammengehörigen Bestandteilen
           (Bild, Ton, Teletext, ...) zu einem Fernsehprogramm.

     Portabel Indoor
           Siehe  Versorgungsszenario

     Portabel Outdoor
           Siehe  Versorgungsszenario

     Quasi fehlerfreier Empfang (QEF)
           Vom quasi fehlerfreien Empfang (QEF: quasi error free, fast fehlerfrei) spricht man
           bei einer  BER von
               2 · 10-4 (nach dem Viterbi-Decoder ) oder
               1 · 10-11 (nach dem Reed-Solomon-Decoder).




                                                  11


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                          für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen
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   Relative Bitfehlerhäufigkeit (BER)
       Die relative Bitfehlerhäufigkeit (engl. BER: Bit Error Ratio) beschreibt das Verhältnis
       zwischen der Anzahl der fehlerhaften Bits zur Gesamtanzahl der übertragenen Bits.
       Sie ist ein Parameter zur Beurteilung der Qualität einer digitalen Über-
       tragungsstrecke.
       Beispiel: Bei DVB-T kommt ein innerer (Viterbi-) und äußerer (Reed Solomon-)
       Fehlerschutz zur Anwendung. Es besteht die Möglichkeit, die BER vor bzw. nach
       dem Viterbi-Decoder messtechnisch zu erfassen. Eine BER nach dem Viterbi-
       Decoder von 2 · 10-4 gilt bei DVB-T als ausreichend für quasi fehlerfreien Empfang.
       Nach dem Reed-Solomon-Decoder zählt man in der Praxis die nicht korrigierbaren
       Transportstrompakete (siehe Paket-Fehler).

   RRC 06 (Regional Radiocommunication Conference)
       Regionale Konferenz zur Planung des Digitalen Rundfunkdienstes in den
       Frequenzbändern 174-230 MHz und 470-862 MHz mit dem Abkommen GE06.

   Schulterabstand
       Durch Intermodulation verschiedener Anteile des DVB-T-Nutzsignals entstehen
       unter- und oberhalb dieses Nutzsignals unerwünschte (Neben-)Aussendungen.
       Diese Intermodulationsprodukte bilden im Spektrum eine sog. Signalschulter des
       Nutzsignals.
       Als Schulterabstand wird das Verhältnis der Leistungsdichte im DVB-T-Nutzsignal
       zum vorhandenen Maximalwert der Leistungsdichte außerhalb des Nutzsignals in
       einem bestimmten Abstand zur Kanalmittenfrequenz bezeichnet.

   Schutzabstand
       Der Schutzabstand ist die Differenz zwischen der  Nutzfeldstärke und der
       Summenfeldstärke eines bzw. mehrerer Störsignale. Als Störer können dabei
       andere (bzw. auch der gleiche) Funkdienst(e) in Erscheinung treten. Die
       Schutzabstände sind in aktuellen  internationalen Vereinbarungen beschrieben.
       Ein Unterschreiten des geforderten Schutzabstands gewährleistet i. d. R. keinen
        QEF-Empfang.

   SFN
       siehe  Gleichwellennetz

   Standardabweichung ()
       Die Standardabweichung ist eine Maßzahl für die Streuung von Werten um deren
       Mittelwert. Sie stellt die mittlere Abweichung der Messwerte von deren
       arithmetischem Mittewert dar und wird wie folgt berechnet:

                                       P1  P2  P3  ...Pn
       Arithmetisches Mittel:     
                                                n

                                         (P1   ) 2  (P2   ) 2  ...(Pn   ) 2
       Standardabweichung:        
                                                            n
       P1 … Pn sind Messergebnisse


                                                12



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     Standardabweichung der Spektrumsamplitude (Sp)
          siehe  Übertragungskanal

     Sp–Korrektur
          Das in den internationalen Vereinbarungen angegebene C/N ist u. a. vom
          Empfangskanal abhängig: Für einen Rayleigh-Kanal wird ein hohes, für einen Rice-
          Kanal ein mittleres und für einen Gauß-Kanal ein niedriges C/N benötigt (siehe
           Übertragungskanal). Ein kennzeichnendes Merkmal für die Art des Über-
          tragungskanals ist die Standardabweichung über die spektrale Leistungsverteilung
          im gesamten DVB-T Kanal (σSp). Für das C/N in den internationalen
          Vereinbarungen wird hier unterstellt, dass σSp für den Gauß-Kanal 1 dB und für den
          Rayleigh-Kanal 3 dB ist. In der Realität ergeben sich jedoch auch andere σSp–
          Werte. Sie liegen in der Regel zwischen 1 und 5 dB. Um die gemessene Feldstärke
          mit dem für diese Empfangssituation richtigen Wert aus den internationalen
          Vereinbarungen vergleichen zu können, muss zu jedem Messwert der
          Übertragungskanal und das σSp bestimmt werden. Zum Messwert wird dann ein
          Korrekturwert addiert, der sich nach folgender Formel berechnet:
                                         C               C
                                             NRayleigh            N Gauß
                      Sp Korrektur                                       ( Sp  3)
                                                         2
          Dabei sind C/NRayleigh und C/NGauß die aus den internationalen Vereinbarungen
          entnommenen Werte für die jeweilige  Systemvariante. In Anlage 3 sind
          beispielhaft einige Korrekturkurven dargestellt.

     Systemvarianten
          Mit der Systemvariante werden das Modulationsverfahren, die Coderate, die
          Nettobitrate und das erforderliche C/N für  BER = 2 · 10-4 nach dem Viterbi-
          Decoder festgelegt. In Deutschland kommen derzeit nur die DVB-T-System-
          varianten B2, C1, C2, E2, E3, und F2 im Regelbetrieb zum Einsatz.

     TPS-Information
          Die TPS-Information (engl. TPS = Transmission Parameter Signalling) beschreibt
          die für die Signalübertragung verwendeten Systemparameter.




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 Übertragungskanal
    Für den  quasi fehlerfreien Empfang an einem Ort ergeben sich in Abhängigkeit
    des Übertragungskanaltyps unterschiedliche C/N-Anforderungen. Das konkrete C/N
    findet man jeweils in den Anhängen der internationalen Vereinbarungen.
    Die Verzerrung des Spektrums, also die  Standardabweichung der Spektrums-
    amplitude σSp, hat einen direkten Einfluss auf die erforderliche Feldstärke.

        Gauß-Kanal
          Nur eine direkte Welle erreicht die Empfangsantenne. Reflexionen werden
          nicht empfangen. Das am Spektrumsanalysator abgebildete OFDM-
          Spektrum am Empfangsort ist rechteckig.
           Standardabweichung der Spektrumsamplitude σSp < 1 dB

        Rice-Kanal
          Eine direkte Welle und zusätzlich
          schwache reflektierte und gebeugte
          Wellen erreichen die Empfangs-
          antenne. Das OFDM-Spektrum ent-
          hält selektive schwache Verzerrun-
          gen und Pegeleinbrüche.
           Standardabweichung der Spek-
          trumsamplitude σSp = 1...3 dB                   Abbildung 8: Rice-Kanal

        Rayleigh-Kanal
          Es erreicht keine direkte Welle die
          Empfangsantenne. Nur reflektierte
          und gebeugte Wellen werden
          empfangen. Das OFDM-Spektrum
          enthält große Verzerrungen bzw.
          Auslöschungen.
           Standardabweichung der Spek-
          trumsamplitude σSp = > 3 dB                     Abbildung 9: Rayleigh-Kanal

    Je größer die Standardabweichung σSp ist, umso höher muss der Eingangspegel
    am Empfänger sein, um das DVB-T-Signal zu decodieren. Das heißt, dass für einen
    Rayleigh-Kanal ein höherer Empfangspegel benötigt wird, als für einen Gauß-
    Kanal.




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     Übertragungsmodus
          In Deutschland wird derzeit ausschließlich der Übertragungsmodus 8k verwendet.
          Die belegte Bandbreite beträgt im VHF-Bereich 6,66 MHz und im UHF-Bereich
          7,612 MHz. Je nach Länge des Guard-Intervalls werden die 8k-Modi mit
          Buchstaben gekennzeichnet.

            Kennzeich- Modus Trägeranzahl Guard-Intervall- Guard-Intervall Gesamtsym- theor. Sender-
              nung               (real)    Verhältnis GI       [µs]        boldauer [µs] abstand [km]
                F        8k        6817              1/16               64             1088             19,2
                G        8k        6817              1/8               128             1152             38,4
                H        8k        6817              1/4               256             1280             76,8
           Tabelle 1: 7 MHz-Kanal (VHF) bei Zeitversatz = 0


            Kennzeich- Modus Trägeranzahl Guard-Intervall- Guard-Intervall Gesamtsym- theor. Sender-
              nung               (real)    Verhältnis GI       [µs]        boldauer [µs] abstand [km]
                F        8k        6817              1/16               56              952             16,8
                G        8k        6817              1/8               112             1008             33,6
                H        8k        6817              1/4               224             1120             67,2
           Tabelle 2: 8 MHz-Kanal (UHF) bei Zeitversatz = 0


     Vergleichssender
          Ein Vergleichsender ist ein Sender, der am Standort eines geplanten Senders
          bereits in Betrieb ist und vergleichsweise gemessen wird.

     „versorgt“
          Im Sinne der Vergaberichtlinien bzw. der Frequenzzuteilung gilt ein Empfangsort
          als versorgt, wenn der in den  internationalen Vereinbarungen oder den in der
          Ausschreibung vorgegebenen Vereinbarungen beschriebene  Medianwert für die
          minimale Feldstärke (Emed) für das jeweilige Versorgungsszenario in einer Höhe von
          10 m überschritten wird und die  Schutzabstände eingehalten werden.




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 Versorgungsszenario
    Die aktuellen  internationalen Vereinbarungen beschreiben u. a. vier Ver-
    sorgungsszenarien mit den dazugehörigen Empfangsantennen.
       Ortsfester Empfang (Fixed reception)
        Empfang bei Verwendung einer in Dachhöhe montierten gerichteten Antenne.
        Für die Versorgungsprognose wird eine Antennenhöhe von 10 m über Grund
        als repräsentativ angesehen. Die Antenne soll einen Gewinn von 7…12 dB
        besitzen. Für die Dämpfung der Zuleitung wird ein Wert von 2…5 dB unterstellt.
       Portabler Empfang (Portabel reception)
        Empfang mit tragbaren Empfängern und ein- oder angebauter Antenne.
        Beim Empfang mit einer externen, in räumlicher Nähe zum Empfangsgerät
        befindlichen Antenne, mit einem Gewinn von -2…0 dB, wird diese im Radius
        von 0,5 m um den Empfänger bewegt, um den optimalen Empfangsort zu
        finden. Der Empfänger und ihn umgebende große Gegenstände werden
        während des Empfangs nicht mehr bewegt.
        Für den Fall, dass die Antenne in den Empfänger eingebaut ist, gilt die
        Betrachtung analog.
            Portabel Outdoor (Klasse A)
               Empfang außerhalb von Gebäuden. Unterstellt wird eine Antennenhöhe
               von mindestens 1,5 m über Grund.
            Portabel Indoor (Klasse B)
               Empfang innerhalb von Gebäuden. Unterstellt wird eine Antennenhöhe
               von 1,5 m über dem Boden eines Raumes im Erdgeschoss mit
               Außenwand und Fenster.
               Der Empfang in anderen, vom EG abweichenden, Stockwerken, wird als
               Sonderform der Klasse B bezeichnet.
       Mobiler Empfang
        Empfang mit tragbaren oder in Fahrzeugen eingebauten Empfängern mit ein-
        oder angebauter Antenne in 1,5 m über Grund. Der Empfänger wird während
        des Empfangs bewegt.

 Versorgungswahrscheinlichkeit
    Die Versorgungswahrscheinlichkeit ist die statistische Wahrscheinlichkeit, mit der
    ein Feldstärkeschwellwert erreicht oder überschritten wird. Dieser Schwellwert ist
    immer der höhere Wert eines Vergleichs der  Nutzbaren Feldstärke (ENBF) mit
    dem  Medianwert für die minimale Feldstärke (Emed)

 Versuchsabstrahlung
    Ist an dem geplanten Standort kein Vergleichsender in Betrieb, kann ein Sender für
    eine Versuchsabstrahlung temporär in Betrieb genommen werden.

 Wiesbaden 95 (MA02, WI95revCO07)
    Bei Wiesbaden 1995 handelt es sich um die Schlussakten der T-DAB-
    Planungstagung der CEPT. Sie wurden letztmalig im Abkommen Maastricht 2002
    bzw. Constanza 2007 aktualisiert.



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      3        Messverfahren
      3.1      Sicherstellung einer störungsfreien Frequenznutzung
               (Verträglichkeitsuntersuchung)
               Auf der Grundlage des TKG ist die effiziente und störungsfreie Nutzung von
               Frequenzen einschließlich der Rundfunkfrequenzen sicherzustellen. Verträglichkeits-
               untersuchungen sind präventiv bei Änderung oder Neueinrichtung einer Sendefunk-
               stelle oder eines Netzes, sowie kurativ bei auftretenden Netzunverträglichkeiten durch-
               zuführen.

               Störungen nach EMVG insbesondere von Frequenznutzungen in und längs von Leitern
               finden in diesem Kapitel keine Behandlung. Die Grundlage einer störungsfreien
               Frequenznutzung ist die präventive Untersuchung der Verträglichkeit vor der Inbetrieb-
               nahme des versorgenden Netzes. Diese erfolgt sowohl rechnerisch auf Basis von
               Ausbreitungsmodellen, als auch mit Hilfe von Messungen. Grundsätzlich werden Unter-
               suchungen zur Verträglichkeit unter stationären Empfangsverhältnissen durchgeführt.
               Dabei werden die in den aktuellen  internationalen Vereinbarungen beschriebenen
               Empfangsbedingungen für die Beurteilung der Verträglichkeit zu Grunde gelegt.

               Es ist zwischen der Betrachtung des aktiven Störers sowie seiner Auswirkung auf das
               Versorgungsgebiet des gestörten Senders zu unterscheiden. Die anzuwendenden
                Schutzabstände bei Gleichfrequenznutzung durch unterschiedliche Funkdienste sind
               aus den aktuellen  internationalen Vereinbarungen zu entnehmen. Ggf. sind bilaterale
               Vereinbarungen zu berücksichtigen.

               Sollte ein Schutzrecht bestehen, der Sender jedoch nicht in Betrieb sein, so kann ein
               errechneter Feldstärkewert herangezogen werden.

               Aus den Ergebnissen der Berechnungen und Messungen werden Werte für die
               elektrische Feldstärke (E) sowie für den Störabstand (C/I) als Funktion der Frequenz
               ermittelt. Die Verträglichkeit ist gegeben, wenn der Medianwert der minimalen
               Feldstärke und die in den aktuellen  internationalen Vereinbarungen angegebenen
                Schutzabstände eingehalten werden. Zur genaueren Bestimmung der tatsächlich
               notwendigen Aufschläge auf die  Nutz- und Störfeldstärken zur Erreichung einer
               vorgegebenen Zeitwahrscheinlichkeit können die Ergebnisse kontinuierlicher
               Langzeitbeobachtungen herangezogen werden (t >>30 Tage).

               Jedes Signal wird entsprechend seiner Modulationsart erfasst und bewertet.



      3.1.1 Auswahl der Messpunkte
               Grundsätzlich werden die Messungen in den rechnerisch als  versorgt bzw. gestört
               ausgewiesenen oder angrenzenden Gebieten durchgeführt. Eine genaue Vorauswahl
               der Messpunkte erfolgt in der Regel nicht. Ebenso ist es nicht zweckdienlich,
               Messpunkte z. B. auf gerechnete Testpunkte zu legen. Erforderlich ist vielmehr die
               iterative Verbesserung der Lage der Messpunkte bis zum Erreichen bestimmter
               Bedingungen (z. B. Erreichen der Versorgungsgrenzen). In der Regel werden weit
               entfernte Störer von exponierten Standorten erfasst, während die Nutzsender eher im
               gewünschten Versorgungsgebiet, wie z. B. in Siedlungen gemessen werden.




                                                            17


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 3.1.2 Vergleichssender
       Falls der zu untersuchende Sender nicht direkt messbar ist, kann alternativ eine andere
       Frequenznutzung vom gleichen Senderstandort gemessen und auf die Parameter des
       zu erwartenden Senders umgerechnet werden. Hierbei muss die in Richtung des
       Messpunktes abgestrahlte Sendeleistung der alternativen Frequenznutzung bekannt
       sein, um Einflüsse ggf. unterschiedlicher Antennendiagramme zwischen den Frequenz-
       nutzungen zu berücksichtigen. Ferner muss sichergestellt sein, dass die alternative
       Frequenznutzung auch tatsächlich vom untersuchten Standort und nicht von einem
       anderen am Messort empfangbaren Sender stammt.

       Anmerkung :
           In der Regel werden alle möglicherweise empfangbaren Abstrahlungen von einem
           Standort erfasst. Die Unsicherheit des Verfahrens hängt von den zur Verfügung
           stehenden Vergleichsfrequenzen ab und ist in jedem Fall sorgfältig abzuwägen.
           Folgende Bedingungen sind zu berücksichtigen:

           Frequenzbereich und  Heff sind gleich:
           Die Feldstärke ist durch Umrechnen der Leistung des Bezugssenders und des
           nicht messbaren Senders direkt zu ermitteln.

           Frequenzbereich und / oder  Heff sind unterschiedlich:
           Die Feldstärke ist durch Umrechnen der Leistung des Bezugssenders zu ermitteln.
           Im Feldstärkewert sind Korrekturen für den anderen Frequenzbereich und das
           andere  Heff aufzunehmen. Die Differenzen sind aus den ITU-R-Ausbreitungs-
           kurven zu entnehmen.



 3.1.3 Messtechnische Erfassung der Nutzfeldstärke von Gleichwellennetzen
       Vor der Messung der Nutzfeldstärke ist zu prüfen, ob am Messpunkt  Eigeninter-
       ferenzen im  SFN durch Überschreitung des  Guard-Intervalls entstehen. Dies kann
       mit Hilfe der  Analyse der Kanalimpulsantwort (CIR Auswertung) erfolgen. Feld-
       stärken von Signalen, die außerhalb des  Guard-Intervalls empfangen werden, dürfen
       nicht zur  Nutzfeldstärkebetrachtung herangezogen werden. Sie sind als Störbeitrag
       zu betrachten. Ist der Empfänger synchronisiert, und die  MER niedrig so ist von
       einer Verwertbarkeit der Messung auszugehen.

       In der Regel wird nur in der im  SFN verwendeten Polarisationsebene gemessen, nur
       bei gemischt polarisierten Netzen werden beide Ebenen getrennt untersucht. Es findet
       die in den Begriffsbestimmungen beschriebene Messantenne Verwendung.

       Die Messung erfolgt grundsätzlich über die gesamte Spektralbandbreite des zu
       beurteilenden Signals unter Verwendung eines 7- bzw. 8-MHz-Messfilters. Eine andere
       Lösung stellt das schmalbandige Messen mit anschließender Integration über die
       gesamte Signalbandbreite dar.




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                                                                                                         Bonn, 20. Mai 2009
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