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Dieses Dokument ist Teil der Anfrage „Amtsblätter bis 2018“
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stromzugangsprodukte können sich aber auch durch die Anschlussinfrastruktur unterschei-
den. Vor diesem Hintergrund sind Substitutionsprüfungen auf zwei Ebenen vorzunehmen:
Zum einen im Hinblick auf die Anschlussinfrastruktur im TK-Festnetz und zum anderen im
Hinblick auf die Übergabetechnolgie. Dabei ist auch zu fragen, ob der Übergabepunkt des
Bitstromzugangsprodukts in der Netzhierarchie unterschiedliche nicht austauschbare Vorleis-
tungsprodukte begründen kann. Die Zugehörigkeit alternativer Anschlusstechnologien zu
den abgegrenzten Märkten wird im Anschluss geprüft.
Entsprechend wird im Folgenden untersucht,
1. inwieweit Bitstromzugangsprodukte mit unterschiedlichen Anschlussinfrastrukturen des
TK-Festnetzes einem Markt zugehörig sind,
2. inwieweit Bitstromzugangsprodukte, die unterschiedliche Übergabetechnologien auf-
weisen, einem Markt angehören und inwieweit Bitstromzugangsprodukte einer Überga-
betechnologie, die auf verschiedenen Ebenen der Netzhierarchie übergeben werden,
austauschbar sind und schließlich
3. inwieweit Bitstromzugangsprodukte, die auf alternativen Anschlussinfrastrukturen basie-
ren, den Bitstromzugangsmärkten zuzuordnen sind,
G.1.6.1 Marktzugehörigkeit von Bitstromzugang auf Basis unterschiedlichen Anschlussinfra-
strukturen des TK-Festnetzes
In der Begründung der Märkteempfehlung von 2007 weist die Kommission auf die Weiter-
entwicklung der festnetzbasierten Anschlussnetze hin. Sie stellt fest, dass vorhandene kup-
ferbasierte Teilnehmeranschlussleitungen teilweise oder vollständig durch Glasfaserleitun-
gen ersetzt würden. In solchen Fällen, wo die Replizierbarkeit einer alternativen Infrastruktur
nicht möglich sei, müsse der Zugang zu Leerrohren oder anderen Netzwerkelementen ge-
prüft werden. Diese Entwicklung der Anschlussnetze in Richtung Next Generation Access 76
muss auch bei der Definition von Bitstromzugang und seiner Märkte berücksichtigt werden.
Zukünftig können neben den verschiedenen Varianten der kupferbasierten DSL-Technologie
auch reine glasfaserbasierte Anschlusstechnologien Bedeutung als Vorleistung für einen
Breitbandanschluss und damit Bedeutung als Anschlussteil eines Bitstromzugangsproduktes
gewinnen.
Der Anschlussteil des Bitstromzugangsprodukts kann vier unterschiedliche Varianten auf-
weisen: er basiert entweder auf einer kupferbasierten TAL,
76 Vgl. Anhang 5 Begriffserläuterungen.
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1. die sich -wie derzeit definiert- (vom Endkunden ausgehend) bis zum Hauptverteiler er-
streckt, danach beginnt das konzentrierende Glasfasernetz,
2. die nur bis zum Kabelverzweiger (danach FTTC) als Voraussetzung für die Installation
der VDSL-Infrastruktur reicht,
3. die schon am Gebäude (danach FTTB) des Endnutzers endet oder
er basiert auf einer Teilnehmeranschlussleitung, die von dem Endkundenanschluss ausge-
hend vollständig aus Glasfaser (FTTH) ist.
G.1.6.1.1 Beschreibung der verschiedenen Bitstromzugangsprodukte
1) Bitstromzugangsprodukt auf Basis HVt-Kupfer TAL
Die herkömmliche kupferbasierte Teilnehmeranschlussleitungverläuft als dedizierte Leitung
von der Teilnehmeranschlusseinrichtung (TAE) des Endkunden über Endverzweiger und
Kabelverzweiger (KVz) bis zum Hauptverteiler (HVt). Dort endet der dedizierte Teil der Lei-
tung und wird in die konzentrierenden Einrichtungen des PSTN/ISDN bzw. des Breitband-
netzes (DSLAM) überführt. Die konzentrierenden Einrichtungen führen den zusammenge-
fassten Verkehr vieler Teilnehmer auf Glasfaserleitungen in die nächst höheren Netzebenen.
Im Breitbandnetz ist die nächste Netzebene das Konzentratornetz, das den DSL-Verkehr
vieler Anschlussbereiche bündelt. Herkömmliche Layer-2-Transporttechnologie ist die ATM-
Technologie, die zunehmend durch Ethernet-Technologie ersetzt wird. Aus dem Konzentra-
tornetz wird der Verkehr weiter in das Layer-3 Kernnetz geführt.
Das derzeit regulierte Bitstromzugangsprodukt umfasst ADSL/SDSL-Anschlüsse auf Basis
der HVt-TAL (oder nur ihrem hochbitratigen Teil) und den Transport in das Konzentratornetz
(mit derzeit ATM- oder Ethernet-Layer-2-Transporttechnologie) und Kernnetz.
2) Bitstromzugangsprodukt auf Basis der FTTC-Infrastruktur
Bei der als Fiber to the Cabinet bezeichneten Zugangsnetzinfrastruktur erstreckt sich die
Glasfaserleitung bis zum Kabelverzweiger (cabinet). Erst auf einem letzten kurzen Stück bis
zum Endkunden wird noch Kupferdraht verwendet. In diesem Falle wird der DSLAM als erste
konzentrierende Einheit am Kabelverzweiger installiert. Entsprechend endet die TAL als de-
dizierte Leitung (und damit die Anschlussinfrastruktur) am Kabelverzweiger. Die (Glasfaser)
Strecke zwischen KVz und HVt ist dann dem Konzentratornetz zuzuordnen, das somit näher
an den Endkunden rückt. Dabei muss nicht in jedem Fall der Hauptverteiler als Netzknoten
erhalten bleiben. Denkbar ist auch, dass ein HVt zu einem übergeordneten Knoten wird, in
dem ihm auch Verkehr anderer Anschlussbereiche zugeführt wird. Das Konzentratornetz
nutzt als Layer-2-Übertragungstechnologie derzeit die Ethernet -Technolgie.
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Diese TAL-Infrastruktur erlaubt in Kombination mit der VDSL-Technik (etwas eingeschränk-
ter auch mit der ADSL2+) deutlich höhere Anschluss-Bandbreiten als eine ADSL-
Infrastruktur auf herkömmlicher TAL und erleichtert ähnlich wie die ADSL2+-Technik die Nut-
zung von Breitbanddiensten mit hohem Bandbreitenbedarf, wie z.B. IPTV. Über VDSL-
Anschlüsse ist bei günstigen Bedingungen zwischen Endkundenstandort und DSLAM ein
höherer Downlowd (bis 2,5 fach) und ein deutlich höherer Upload (Faktor 5 bis 10) als bei
ADSL2+-Anschlüssen möglich. Dieser Qualitätsunterschied führt dazu, dass sowohl ein
ADSL2+- als auch ein VDSL-Kunde hoch auflösendes Fernsehen über die HDTV Technik
empfangen können. (Diese Technik benötigt derzeit eine download Bandbreite von ca. 8
Mbit/s.) Allerdings können nur mit einem VDSL-Anschluss mehrere Programme des hochauf-
lösenden Fernsehens gleichzeitig abgerufen werden.
Die VDSL-Infrastruktur auf Basis der KVz-TAL wurde in Deutschland von der DT AG ausge-
baut. Nach Verlautbarungen der DT AG soll die parallele Kupferleitungsinfrastruktur bis zum
HVt noch bis 2014 77 erhalten bleiben, um über die Kupferinfrastruktur weiterhin Telefon und
ADSL-Anschlüsse zu erzeugen. Mittlerweile bietet das Unternehmen aber auch ALL-IP-
Anschlüsse an (d.h. auch Sprachtelefondienste werden über den Breitbandanschluss bereit
gestellt), so dass in diesem Fall die parallele Kupferleitung bis zum HVt bei der VDSL-
Infrastruktur nicht mehr benötigt wird. Ein Aufgeben der HVt-Kupfer TAL, macht den Weg für
einen umfassenderen Netzumbau frei, der an vielen Standorten von einem Abbau der HVt
begleitet sein wird (s. Fußnote 77). Kooperationspartner der DTAG (EWE TEL und Vodafo-
ne/Arcor) bauen ihrerseits in einigen Städten eine FTTC-Infrastruktur auf (s. Fußnote 81).
Ein Bitstromzugangsprodukt auf Basis der FTTC-Infrastruktur umfasst VDSL- oder ADSL2+-
Anschlüsse auf Basis der KVz-TAL, bei dem der von diesen DSL-Anschlüssen herrührende
Verkehr über ein bereits am Kabelverzweiger beginnendes Konzentratornetz (derzeit mit
Ethernet-Transporttechnologie) bis ins IP-Kernnetz geführt wird.
3) Bitstromzugangsprodukte auf Basis der FTTB-Infrastruktur als Voraussetzung für VDSL-
Technologie
Bei dieser Anschlussinfrastruktur reicht die Glasfaserleitung noch näher an den Kunden her-
an. Sie erstreckt sich dann bis zum Endverzweiger am oder im Haus des Endkunden. Die
(Inhouse)-Verkabelung aus Kupfer vom Endverzweiger bis zur TAE des Endkunden bleibt
erhalten. Entsprechend muss der DSLAM hier am Endverzweiger installiert sein. Aufgrund
der sehr kurzen Strecke der Kupferleitung sind die hohen möglichen Bandbreiten der VDSL-
Technologie relativ sicher erreichbar. Einige Citycarrier (M-Net, Netcologne, wilhelm.tel) sind
77 Vgl. Schreiben Redeker, Sellner, Rechtsanwälte, in Vertretung DT AG v. 17.11.2008 zum Anordnungsantrag
NetCologne auf Migrationsnachteilsausgleich, in dem dargelegt ist, BuG: …
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derzeit dabei, in verdichteten Wohngebieten diese Breitbandanschluss-Infrastruktur auszu-
bauen. In dieser Form ist sie der FTTC-Anschlussinfrastrukturversion sehr ähnlich.
Ein Bitstromzugangsprodukt auf Basis der FTTB-Infrastruktur in Kombination mit Inhouse-
Kupferverkabelung umfasst VDSL Anschlüsse, bei dem der DSL-Verkehr über ein in der Re-
gel bis zum Gebäude des Endkunden reichendes Konzentratornetz (derzeit mit Ethernet-IP
Layer-2-Transporttechnologie) bis ins IP-Kernnetz geführt wird.
4) Bitstromzugangsprodukte auf Basis der FTTH-Infrastruktur
Auf Grund der hohen Bandbreite, der schnellen Datenrate und der günstigeren Kosten-
Nutzenrelation bei der Übertragung sehr hoher Datenraten finden Glasfaserkabel bisher
hauptsächlich als Verbindung von Knoten in Kernnetzen und Zugangsnetzen Anwendung.
Bedingt durch die hohen Kosten für die Glasfaserschnittstellen ist die Verwendung von Glas-
fasernetzen im Anschlussnetz bzw. in lokalen Netzen bislang wenig verbreitet bzw. auf
Hauptleitungen beschränkt.
Abbildung 3: Verschiedende FTTx Varianten
Quelle: http://xdsl.teleconnect.de/xDSL_germ/PDF/dslReview2005_03.pdf
Reine Glasfaseranschlüsse (Fiber to the home), bei denen die Glasfaserleitung bis zum End-
kundenanschluss reicht, wurden in Deutschland bisher traditionell vor allem für Kunden aus
dem gewerblichen Bereich installiert, die höchste Bandbreitenbedarfe bei hohen Qualitäts-
standards haben. Reine Glasfaseranschlüsse (FTTH in Abbildung 3), die auf private End-
kunden und damit Massenmarktanwendungen zielen, waren bis in die jüngste Vergangenheit
in Deutschland nur ganz vereinzelt zu finden. Im asiatischen und US-amerikanischen Raum
sind reine Glasfaseranschlüsse ein weiter verbreitetes Breitbandanschlussmedium. Aber
auch in Europa haben mittlerweile Provider in Dänemark (Dong Energy), Frankreich (Cité
Fibre, Free und France Telekom), Italien (Fastweb), in den Niederlanden (Vlinderflats, Joint
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Venture Regge Fibre und KPN) Schweden (Telenor, geringer Telea Sonera) und auch Fin-
land Glasfasernetze in Ballungszentren installiert, die den Massenmarkt versorgen sollen 78.
Mittlerweile gibt es einzelne Provider (EWE-TEL, wilhelm.tel, RFT GmbH, Initiativen von
Stadtwerken), die reine Glasfaserinfrastrukturen für private Endkunden ausgerollt haben ( s.
Abbildung 4). Bei diesen Glasfaseranschlussinfrastrukturen handelt es sich vielfach um
Punkt zu Punkt Anschlussinfrastrukturen, die sehr hohe Anschlussbandbreiten (derzeit bis
2,5 Gbit/s) ermöglichen. Glasfaserkabel bestehen aus einem Bündel von Glasfasern. Das
Einsatzgebiet und die benötigte Kapazität bestimmt die Anzahl der Fasern. So wird in LAN 79
- oder FTTx-Umgebungen meist nur eine Faser eingesetzt; in Verbindungsnetzen werden bis
zu 100 Fasern gebündelt. Die Übertragung erfolgt über bestimmte Wellenlängen des Lichts.
In LAN und FTTx-Umgebungen wird wiederum oft nur eine Wellenlänge (Spektralfarbe) ge-
nutzt, da DWDM 80-Systeme noch sehr aufwändig und teuer sind. In Verbindungsnetzen
können bis zu 160 Wellenlängen betrieben werden. Die Kapazität der Glasfaserstrecken wird
heute in fast allen Fällen von der Hardware der Knotenpunkte beschränkt.
Wird eine solche Glasfaserinfrastruktur im Anschlussbereich als Punkt zu Mehrpunktinfra-
struktur ausgebaut, z.B. als passives optisches Netz (GPON), so teilen sich die angeschlos-
senen Kunden (max. 64) die Kapazität einer Glasfaser (2,5 Gbit/s). Die Zuordnung des Kun-
den-individuellen Verkehrs erfolgt durch Zeitmultiplexen.
Insgesamt bleibt festzuhalten, dass sich Glasfaseranschluss-Infrastrukturen von den ande-
ren Medien dadurch abheben, dass sie potenziell sehr hohe Bandbreiten ermöglichen (bis zu
10 Gbit/s je Anschluss bei Punkt zu Punkt Verbindungen) und von daher – in Erwartung
deutlicher Steigerungen bei den Bandbreitenbedarfen – als besonders zukunftsfähige Infra-
struktur angesehen wird. Allerdings ist aktuell der mengenmäßige Beitrag der derzeitigen
Initiativen zum Ausbau reiner Glasfaseranschlüsse für die Versorgung von Breitbandan-
schlüssen eher noch von untergeordneter Bedeutung.
Ein Bitstromzugangsprodukt auf Basis der FTTH-Anschluss-Infrastruktur mit Punkt zu Punkt
Struktur umfasst Glasfaseranschlüsse, bei denen der breitbandige Verkehr über eine dedi-
zierte Glasfasertrasse, die von der TAE des Endkunden bis zum ODF als 1. Konzentrations-
knoten reicht, über ein am ODF beginnendes Konzentratornetz (derzeit mit Ethernet Layer-2-
Transporttechnologie) bis ins IP-Kernnetz geführt wird.
Ein Bitstromzugangsprodukt auf Basis der FTTH-Anschluss-Infrastruktur mit Punkt zu Mehr-
punkt-Struktur umfasst Glasfaseranschlüsse, bei denen die dedizierte Glasfasertrasse be-
reits am optischen Splitter endet. Das Konzentratornetz umfasst den optischen Splitter (der-
78 Vgl. ERG (09) 176 NGA Report, Annex 1
79 Local Area Networks.
80 DWDM: Dense Wave length Division Multiplex, s. Anhang 5.
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zeit mit Ethernet Layer-2-Transporttechnologie), über das der Verkehr bis ins IP-Kernnetz
geführt wird.
G.1.6.1.2 Austauschbarkeit von Bitstromzugangsprodukten unterschiedlicher Festnetz-
Anschlussinfrastrukturen
Gerade in Deutschland ist der FTTC-Ausbau der Breitbandzugangsinfastruktur schon weit
fortgeschritten. Seit Mitte 2006 gibt es in Deutschland mit der DT AG einen überregionalen
Anbieter von VDSL-Endkundenprodukten. Die DT AG hat nach eigenen Angaben bis Ende
2008 die 50 größten Städte in Deutschland durch Ausbau von Glasfasertrassen zwischen
HVt und KVz und den Einsatz von VDSL-DSLAMS in den KVz weite Teile dieser Ortsnetzbe-
reiche mit besonders hochbitratigen Breitbandanschlüssen ausgestattet. Darüber hinaus hat
sie in mehreren 100 Städten Indoor-VDSL-DSLAM in den HVt installiert, um nahe gelegene
Kundenstandorte mit dieser hochbitratigen Technik zu versorgen. Insgesamt kann sie mit
dieser Infrastruktur etwa 8-10 Millionen Kunden erreichen. Daneben gibt es einige City Car-
rier oder Stadtwerke, die FTTB oder seltener auch FTTH in diversen Städten ausgerollt ha-
ben. Abbildung 4 zeigt exemplarisch mit Stand von Juni 2009 die im Rollout befindlichen
FTTH/FTTB-Ausbau-Projekte.
Abbildung 4: TK-Dienste-Anbieter mit eigenem FTTH/FTTB Ausbau (Stand Juni 2009)
Open Ac-
Anbieter Ausbaugebiet Technik cess?
Netcologne Stadtteile von Köln/ Aachen FTTB / HFC VDSL Inhouse ja
Stadtteile von FTTB VDSL Inhouse
MNet München (Neubauten mit FTTH) ja
Norderstedt und FTTB
umliegende Ortschaften Ethernet oder Glasfaser Inhouse
wilhelm.tel Hamburg FTTH ja
Westerstede;
Klausheide;
EWE TEL Oldenburg (geplant) FTTC/FTTH in Überlegung
Stadtwerke Stadtgebiete in FTTB
Schwerte Schwerte VDSL Inhouse/FTTC ja
Stadtwerke Flugfeld
Sindelfingen Böblingen FTTH ja
RFT Brandenburg
GmbH Premnitz FTTH (2 Fasern, je TV und IP) ?
Außerdem planen DT AG und einige Carrier (Vodafone, Netcologne, MNet, EWETel), über
Kooperationsabkommen weitere Regionen mit hochleistungsfähiger Anschlussinfrastruktur
(FTTC oder FTTB) gemeinsam zu erschließen. Die Infrastruktur wird ausnahmslos dazu ge-
nutzt, hochleistungsfähige VDSL-Anschlüsse mit einer Anschlussleistung von bis zu 100
Mbit/s zu erzeugen, um darauf aufsetzend ein Bündel aus Internetzugang, Sprachdiensten
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und/oder Video/Fernsehanwendungen anzubieten. Der Ausbau der ausgewählten Regionen
erfolgt von beiden Kooperationspartnern parallel oder komplementär. Die Partner planen, die
auszubauenden Stadtgebiete entweder aufzuteilen oder gemeinsam zu erschließen, indem
sie bestimmte Technik oder Infrastrukturen gemeinsam nutzen. So können sie mit gegebe-
nen investiven Mitteln ein größeres Gebiet explorieren. Bei der komplementären Erschlie-
ßung gewähren sich die Partner gegenseitig Zugang (vorrangig Bitstromzugang) zu dem
jeweils ausgebauten Netz 81. 80F
Die Bundesregierung setzt in ihrer Breitbandstrategie darauf, durch die Nutzung von Syner-
gien beim Infrastrukturausbau, die Verwendung der Digitalen Dividende, eine investitions-
und wachstumsorientierte Regulierung sowie finanzielle Fördermaßnahmen gemeinsam mit
Bundesländern, Kommunen und der Wirtschaft zur flächendeckenden Verfügbarkeit von
Hochleistungsnetzen ab 50 Megabit pro Sekunde bis 2018 beizutragen. In einem Zwischen-
schritt sollen bis 2014 bereits 75 Prozent aller Haushalte Zugang zu Hochleistungsnetzen
haben.
Der Ausbau der VDSL-Infrastruktur ist entsprechend ein wichtiger Schritt zur Umrüstung der
bestehenden Anschlussinfrastruktur in Richtung hochleistungsfähige Next Generation Net-
works-Infrastruktur.
Mit Ausnahme von FTTH erlauben alle anderen Teilnehmeranschlussinfrastrukturen den
Einsatz von DSL-Technik. Die FTTC-Infrastruktur ist in der Regel die Mindest-
voraussetzung, um die hohen Bandbreiten, die mit der VDSL-Technik möglich sind, realisie-
ren zu können.
Entsprechend wird vor dem Hintergrund der oben dargelegten vielfältigen Konzepte beim
Ausbau hochleistungsfähiger Breitbandanschlussnetze im Folgenden die Austauschbar-
keitsprüfung auf drei Arten von Bitstromzugangsprodukten zu konzentrieren sein:
Bitstromzugang auf Basis herkömmlicher xDSL-Infrastruktur,
81 Übersicht über Kooperationsmodelle zum FTTB und FTTC-Ausbau (Stand Mai 2009)
Anbieter Open Ac-
(Wettbewerber) Ausbaugebiet Technik cess?
FTTB (M-net Ballungszentrum,
GPON-Netz)
FTTC/VDSL (DT AG äußere Stadt-
M-net - DT AG Augsburg (Zentrum) teile) ja
Vodafone - DT AG Heilbronn (Vodafone) FTTC/VDSL (Aufbau durch VF) ja
Vodafone - DT AG Würzburg (DTAG) FTTC/VDSL (Aufbau parallel) ja
Aurich, Cloppenburg, Delmen-
horst, Leer, Vechta (EWE-TEL)
Bremerhaven, Emden, Stade,
EWE-TEL - DT AG Wilhelmshaven (DT AG) FTTC/VDSL ja
FTTB (NetCologne Ballungszent-
rum, P2P-Netz)
NetCologne - DT AG Aachen (Zentrum) VDSL (DT AG äußere Stadtteile) ja
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Bitstromzugang auf Basis VDSL-Infrastruktur,
Bitstromzugang auf Basis Glasfaser-Infrastruktur.
Diese Substitutionsprüfung der Bitstromzugangsprodukte mit verschiedenen TK-Anschluss-
infrastrukturen bezieht sich zunächst auf alle Transporttechnologien (Layer-2- und Layer- 3
Technologien). Sind Layer-2-Bitstromzugangsprodukte unterschiedlicher TK-Festnetz-An-
schlussinfrastrukturen miteinander austauschbar, so gilt das hier zunächst in gleicher Weise
für Layer-3-Bitstromzugang und umgekehrt. Erst in einem 2. Schritt wird geprüft, inwieweit
Bitstromzugangsprodukte verschiedener Transport/Übergabetechnologien miteinander aus-
tauschbar sind.
G.1.6.1.2.1 Austauschbarkeit eines Bitstromzugangsproduktes auf Basis herkömmlicher
xDSL-Anschlussinfrastruktur mit jenem auf Basis VDSL-Infrastruktur
Ein Bitstromzugangsprodukt ist ein Vorleistungsprodukt, das dem Nachfrager die Vermark-
tung von DSL-Anschlüssen erlaubt und ihm den von diesen DSL-Anschlüssen herrührenden
Verkehr beispielsweise bis zu einem Netzknoten (z.B. am 1. Konzentrationsknoten, am 2.
Konzentrationsknoten beim Ausgang des Konzentratornetzes [parent switch] oder im Bereich
des IP-Kernnetzes am parent-PoP bzw. distant-PoP) zuführt. Hier nutzt er auch die Funktio-
nalität der aktiven Technik des Bitstromzugangs-Anbieters (z.B. BRAS-Funktionalitäten).
Dabei handelt es sich um Breitbandverkehre für Dienste (wie Internet-Zugang, VoIP, Video-
on-Demand, IPTV etc.), die auf Layer-2- oder Layer-3-Ebene übernommen und den jeweili-
gen Plattformen zugeführt werden. Der Vorleistungsnachfrager unterscheidet dabei nicht
nach der Art der Endkundenanschlüsse, von denen sein Verkehr herrührt, sondern er
wünscht Zugang zu einem Vorleistungsprodukt, das ihm an dieser Stelle effizient Verkehr
zuführt (vgl. Abbildung 6).
Die in der Festlegung des Marktes 12 (alt) getroffene Festestellung, dass ein Bitstromzu-
gangsprodukt asysmmetische, symmetrische, gebündelte wie entbündelte Leistungen um-
fasst, hat nach wie vor Bestand. 82 81F
Die verschiedenen xDSL-Anschluss-Infrastrukturen unterscheiden sich derzeit vor allem in
der Übertragungsrate. In günstigen Fällen erlaubt die VDSL-Anschluss-Infrastruktur Übertra-
gungsraten von bis zu 100 Mbit/s. Aber auch auf der herkömmlichen Anschluss-Infrastruktur
werden über die ADSL2+-Technik DSL-Anschlüsse bereitgestellt, die mit den angebotenen
VDSL-Anschlussleistungen näherungsweise vergleichbar sind 83. Die VDSL-Anschluss-82F
Infrastruktur nutzt immer die Ethernet Transporttechnologie, herkömmliche DSL-Anschluss-
Infrastruktur basiert noch häufig auf der ATM-Technologie, die vollständige Migration auf
Ethernet ist aber nur eine Frage der Zeit. ADSL2+-Infrastruktur wird bereits heute auf Basis
82 Vgl. auch Urteil des BVG vom 28.01.2009, S. 10.
83 Vgl. Abbildung 1: Bitraten verschiedener DSL-Technologien.
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der Ethernet-Technologie erzeugt. Der VDSL2-Standard ist abwärtskompatibel zum
ADSL2+-Standard.
Die Bandbreiten der DSL-Anschlüsse divergieren sowohl innerhalb einer Infrastruktur als
auch zwischen den einzelnen Infrastrukturen. Die DSL-Anschlüsse auf der herkömmlichen
DSL-Infrastruktur sind trotz dieser Bandbreitenunterschiede immer als Substitute und damit
als einem Markt zugehörig angesehen worden. Aus diesem Grunde kann die Bandbreite
nicht als ein wesentliches die Substituierbarkeit bestimmendes Kriterium angesehen werden.
Viel entscheidender für die Austauschbarkeit sind die Verwendungsmöglichkeiten der einzel-
nen Anschlussarten.
Ein Bitstromzugangsprodukt auf Basis der VDSL-Anschluss-Infrastruktur ermöglicht das glei-
che Diensteportfolio (vgl. G.1.5.1.1.1) wie eines auf Basis der ADSL2+-Anschluss-Infra-
struktur.
Über alle Anschlussvarianten werden die gleichen Breitbanddienste wie Internet, VoIP, Video
on Demand in der gleichen Art und Weise bereitgestellt. Die besonders hochbitratigen An-
schlüsse ADSL2+- und VDSL-Anschlüsse ermöglichen zusätzlich Fernsehdienste. Es gibt
keine Anwendung, für die VDSL-Anschlüsse exklusiv erforderlich wären. Auch Fernseh-
dienste des hochauflösenden Fernsehens können über Anschlüsse des ADSL-
Massenmarktes, d.h. über ADSL2+-Anschlüsse, und erst recht über TV-Kabelanschlüsse
bereitgestellt werden. IPTV-Dienste der DTAG (Entertain-Produkte) werden BuG: ... über
ADSL-2+-Anschlüsse nachfgefragt als über VDSL-Anschlüsse. Auch die DT AG scheint er-
kannt zu haben, dass die IPTV-Dienste nicht das allein entscheidende Verkaufsargument für
VDSL-Anschlüsse sind. Dies dürfte der Grund dafür sein, dass das Unternehmen begonnen
hat (seit Juni 2009 im Probebetrieb, ab September 2009 im Regelbetrieb) VDSL-Anschlüsse
genauso wie ADSL-Anschlüsse auch als „double-play“-Produkte, also nur im Bündel mit In-
ternetzugang und Sprachtelefondienst zu vermarkten. Gleichzeitig können alternative Anbie-
ter ein Bitstromzugangsprodukt auf Basis der VDSL-Infrastruktur erhalten, um darüber selbst
Produktbündel aus VDSL-Anschluss, Internetzugang und VoIP anzubieten. Die nun in Gang
kommende Vermarktung von VDSL-Anschlüssen als Double-Play-Produktbündel belegt die
schon im Rahmen der Endkundenmarktdefinition getroffene Feststellung, dass VDSL-
Anschlüsse dem gleichen Endzweck dienen wie die übrigen xDSL-Anschlüsse und damit die
VDSL-Infrastruktur als evolutorische technische Weiterentwicklung innerhalb der DSL-
Infrastruktur zu verstehen ist.
Seit Juli 2009 bietet die DTAG ein VDSL-Bitstromzugangsprodukt an, mit dem Double-Play-
Produktbündel erzeugt werden können. Das VDSL-Bitstromzugangsprodukt ermöglicht dem
Vorleistungsnachfrager die Bereitstellung eines DSL-Vorleistungsproduktes, das einen Band-
breitenkorridor erlaubt, der bei einem VDSL 25 Mbit/s- Anschluss noch eine relativ hohe
Schnittmenge mit einer Vorleistung für ADSL-2+-Anschlüsse hat. Bei einer Bitstromzugangs-
leistung, die VDSL-Anschlüsse mit einer Kapazität von 50 Mbit/s erlaubt, liegt diese aber
eindeutig über der Anschlusskapazität eines regulierten bzw. derzeitig angebotenen Bit-
stromzugangsproduktes. Unterschiedliche Anschlusskapazitäten sind aber kein Kriterium,
das Substituierbarkeit ausschließen kann. Die Bandbreiten der DSL-Anschlüsse divergieren
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sowohl innerhalb einer Infrastruktur als auch zwischen den einzelnen Infrastrukturen. Die
DSL-Anschlüsse auf der herkömmlichen DSL-Infrastruktur, die ein Bandbreitenspektrum von
386 kbit/s bis 16 Mbit/s umfassen, sind trotz dieser Bandbreitenunterschiede immer als Sub-
stitute und damit als einem Markt zugehörig angesehen worden. Aus diesem Grunde kann
die Bandbreite nicht als ein wesentliches die Substituierbarkeit bestimmendes Kriterium an-
gesehen werden. Viel entscheidender für die Austauschbarkeit sind die Verwendungsmög-
lichkeiten der einzelnen Anschlussarten.
Für die Frage der Austauschbarkeit und damit der Markzugehörigkeit entscheidend ist vor
allem, ob mit einem VDSL-Bitstromzugangsprodukt Verkehre übertragen werden, die sich
eindeutig von jenen Bitstromzugangsprodukten unterscheiden, mit denen herkömmlich
xDSL-Infrastrukturen, also ADSL- oder SDSL-Anschlüsse, bereitgestellt werden können.
Dies ist zu verneinen.
Mit Hilfe des VDSL-Bitstromzugangsproduktes können dem Endkunden keine anderen Breit-
banddienste bereitgestellt werden, wie dies über ein Bitstromzugangsprodukt herkömmlicher
xDSL-Infrastruktur möglich ist, mit dem beispielsweise ADSL-2+-Anschlüsse erzeugt werden.
Auch die Preise, die die DTAG für dieses Produkt verlangt, sprechen nicht gegen eine Sub-
stituierbarkeit dieser Bitstromzugangsvariante mit den regulierten Varianten. Die Preisdiffe-
renz von ca. drei Euro zwischen reguliertem Bitstromprodukt und VDSL-Bitstromzugangs-
produkt ist nicht so signifikant, dass der Bitstromnachfrager nicht zu einem Wechsel auf ein
Bitstromzugangsprodukt mit der etwas hochwertigeren Anschlussinfrastruktur bereit wäre.
Dies auch deshalb, weil er ein VDSL-Endkundenprodukt mit höheren Preisen vermarkten
kann.
Der Preisabstand kann daher ebenfalls nicht als hinreichend valides Argument gegen eine
Substituierbarkeit verwendet werden.
Vor diesem Hintergrund ist von einer Substituierbarkeit eines Bitstromzugangsproduktes auf
Basis der VDSL-Infrastruktur mit jenem auf Basis der herkömmlichen xDSL-Anschluss-
infrastruktur auszugehen:
Steigt der Preis für ein Bitstromzugangsprodukt auf Basis der ADSL2+-Anschlussin-
frastruktur um einen signifikanten Betrag, wird der Anbieter damit rechnen müssen, dass ein
so erheblicher Teil seiner Kunden zu einem Anbieter wechselt, der Bitstromzugang auf Basis
der VDSL-Infrastruktur anbietet, dass der mengeninduzierte Rückgang seines Umsatzes die
Umsatzgewinne, die auf die Preissteigerung zurückzuführen sind, konterkariert. Erst recht
wird ein Anbieter von Bitstromzugang auf Basis von VDSL-Anschluss -Infrastruktur fürchten
müssen, dass er mit einer Preissteigerung umfangreichere Substitutionsprozesse in Rich-
tung ADSL2+-Bitstromzugangsprodukte oder aber in Richtung Kabelanschluss-Infrastruktur
auslöst.
Aus Nachfragersicht spielt es für die Substitutionsbeziehungen der Bitstromzugangsprodukte
auch keine Rolle, ob die VDSL-Technologie in Kombination einer FTTC- oder einer FTTB-
Konzentratornetz-Infrastruktur eingesetzt wird. Ein Bitstromzugangsprodukt auf Basis der
Bonn, 21. Oktober 2009