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Dieses Dokument ist Teil der Anfrage „Amtsblätter bis 2018“
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– Mitteilungen, Telekommunikation, Teil A, Mitteilungen der Bundesnetzagentur – 783
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x CNE Gesellschaft für Telekommunikation mbH
x COLT Telecom GmbH
x cyberways Informationsdienste GmbH
x Danubia Kom GmbH & Co. KG (seit Nov. 2004 erloschen)
x DATEL Daten- und Telekommunikations-GmbH Dessau
x Deutsche Telekom AG
x DOKOM Gesellschaft für Telekommunikation mbH
x easynet GmbH
x envia.tel GmbH
x EWE TEL GmbH
x GELSEN-NET Kommunikationsgesellschaft mbH
x GöTel GmbH
x HanseNet Telekommunikation GmbH
x HEAG MediaNet GmbH
x HeLiNET Telekommunikation GmbH & Co. KG
x Hlkomm Telekommunikations GmbH
x htp Hannovers Telefon Partner GmbH
x Internet PoP Hannover GmbH
x ISIS Multimedia Net GmbH & Co. KG
x jetz! Kommunikation GmbH & Co. KG
x KEVAG Telekom GmbH
x K-net Telekommunikation GmbH
x komAA GmbH
x LEWTelNet GmbH
x M"net Telekommunikations GmbH
x Mainova Telekommunikation GmbH (jetzt Maineotk Tropolys Rhein-Main GmbH)
x mainzkom Telekommunikation GmbH
x MCI Deutschland GmbH
x Meocom Telekommunikation GmbH
x MK-Net Telekommunikationsgesellschaft mbH
x NEFkom Telekommunikation GmbH & Co. KG
x NetCologne Gesellschaft für Telekommunikation mbH
x ODR Telekommunikation GmbH
x Osnatel GmbH
x PfalzKom Gesellschaft für Telekommunikation mbH
x PIRONET NDH AG
x potsdam.com Internetservice GmbH (seit 2004 Neuhaus AG,nur mehr ISP o. Anschlussan-
gebote)
x punkt.de GmbH
x QSC AG
x R-KOM Regensburger Telekommunikationsgesellschaft mbH & Co. KG
x SOCO Network Solutions GmbH
x Sontheimer Datentechnik GmbH
x TeCom Gmünd GmbH
x Telebel GmbH
x Telefónica Deutschland GmbH
x telelev Telekommunikation GmbH
x TelemaxX Telekommunikation GmbH
x tnp telenet Potsdam Kommunikationsgesellschaft mbh
x Teleos Gesellschaft für Telekommunikation und Netzdienste Ostwestfalen Schaum
burg mbH & Co. KG
x teliko GmbH
x Tiscali GmbH
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x Versatel Holding Deutschland GmbH
x WESTEND GmbH
x WITCOM Wiesbadener Informations- und Telekommunikationsgesellschaft mbH
Anbieter auf dem ADSL-Massenmarkt:
Folgende 61 Unternehmen bieten Anschlüsse auf dem ADSL-Massenmarkt:
x Arcor AG & Co KG
x Augustakom Telekommunikation GmbH & Co. KG
x Berlikomm Telekommunikationsgesellschaft mbH (jetzt Versatel)
x BITel Gesellschaft für Telekommunikation mbH
x Bosch Breibandnetze GmbH (jetzt ewt Multimedia GmbH u. Co. KG)
x Broadnet Mediascape Communications AG
x Citykom Münster GmbH Telekommunikationsservice
x CNE Gesellschaft für Telekommunikation mbH
x cyberways Informationsdienste GmbH
x Danubia Kom GmbH & Co. KG (seit Nov. 2004 erloschen)
x Daten- und Telekommunikations-GmbH Dessau
x ddkom – Die Dresdner Telekommunikationsgesellschaft
x Deutsche Telekom AG
x DOKOM Gesellschaft für Telekommunikation mbH
x EWE TEL GmbH
x Ewt elektro- und nachrichtentechnik GmbH (jetzt ewt Multimedia GmbH u. Co. KG)
x GelsenNet Kommunikationsgesellschaft mbH
x GöTel GmbH
x HanseNet Telekommunikation GmbH
x HEAG MediaNet GmbH
x HeLiNET Telekommunikation GmbH & Co. KG
x HLkomm Telekommunikations GmbH
x htp Hannovers Telefon Partner GmbH
x iesy Hessen GmbH und Co. KG
x ish GmbH und Co. KG
x ISIS Multimedia Net GmbH & Co. KG
x jetz! Kommunikation GmbH & Co. KG
x K-net Telekommunikation GmbH
x Kabel Baden-Württemberg GmbH und Co. KG
x Kabel Deutschland Vertrieb und Service GmbH und Co. KG
x KEVAG Telekom GmbH
x KielNET GmbH
x komAA GmbH
x M"net Telekommunikations GmbH
x Mainova Telekommunikation GmbH (jetzt MaineoTK Tropolys Rhein-Main GmbH)
x mainzkom Telekommunikation GmbH
x MDCC Magdeburg City-Com GmbH
x meocom Telekommunikation GmbH
x NEFkom Telekommunikation GmbH & Co. KG
x NetCologne Gesellschaft für Telekommunikation mbH
x ODR Telekommunikation GmbH
x Osnatel GmbH
x Ost-Telecommunications GmbH
x PIRONET NDH AG
x PowerPlus Communications AG (jetzt Vype GmbH)
x PrimaCom AG
x QSC AGR-Kom Regensburger Telekommunikations mbH u. Co. KG
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– Mitteilungen, Telekommunikation, Teil A, Mitteilungen der Bundesnetzagentur – 785
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x SDTelecom Kommunikations GmbH
x Skytron Communications GmbH und Co. KG
x Sontheimer Datentechnik GmbH
x TeCom Gemünd GmbH (seit 2004 keine Powerline Angebote mehr)
x Telebel GmbH
x TeleColumbus AG und Co. KG
x Telelev Telekommunikation GmbH
x Teleos Gesellschaft für Telekommunikation und Netzdienste Ostwestfalen Schaumburg mbH
& Co. KG
x teliko GmbH
x Tiscali GmbH
x tnp telenet Potsdam Kommunikationsgesellschaft mbh
x TraveKom Telekommunikationsgesellschaft mbH
x Versatel Holding Deutschland GmbH
x WESTEND GmbH
x Wilhelm.Tel GmbH 118
x WITCOM Wiesbadener Informations- und Telekommunikationsgesellschaft mbH
x WOBCOM GmbH
Ein bundesweites IP-Bitstrom-Zugangsangebot ist nur dem etablierten Betreiber möglich. Nur er
verfügt über das flächendeckende Teilnehmeranschlussnetz, nur er hat ein geeignetes Zufüh-
rungsnetz, das die Fläche vollständig abdeckt, und er ist Inhaber eines umfassenden IP-
Kernnetzes.
Nach den Erkenntnissen der BNetzA 119 sind 10 Unternehmen auf dem Markt „Zugang zur Teil-
nehmeranschlussleitung“ tätig, wenngleich im Betrachtungszeitraum der Marktanalyse 11 (2001
bis 1. Halbjahr 2003) nur ... Unternehmen Umsätze generieren konnten.
Anbieter auf dem Markt Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung
AugustaKom Telekommunikation GmbH Co. Kg
Deutsche Telekom AG
e.discom Telekommunikations GmbH
EWE TEL GmbH
Heli NET Telekommunikation GmbH & Co KG mit
LünTel Telekommunikationsgesellschaft Lünen mbH
Lew Tel/Net GmbH
M’net Telekommunikations GmbH
NetCologne Gesellschaft für Telekommunikation mbH
Versatel Süddeutschland GmbH
Witcom Wiesbadener Informations-
und Telekommunikations GmbH
Im ersten Halbjahr 2003 erzielten diese Unternehmen einen Umsatz von ... Mio €.
Anbieter von breitbandigen Zuführungsleistungen
Im Rahmen der bereits erfolgten Datenabfragen im Juni 2004 und April 2005 für den Markt für
Breitband-Zuführungsleistungen wurden folgende Unternehmen identifiziert, die breitbandige
Zuführungsleistungen anbieten: celox Telekommunikationsdienste GmbH
Deutsche Telekom AG
118
Die Fa. Wilhelm.Tel GmbH wurde nicht im Rahmen der förmlichen Anhörung befragt. Jedoch hat die Abfrage im
Rahmen des Tätigkeitsberichts ergeben, dass dies ein relativ bedeutender Kabelanschlussanbieter ist, aus die-
.sem Grunde werden die dort gewonnen Absatz- und Umsatzdaten es Unternehmens, die ausdrücklich auch für
Marktanalysen verwendet werden können, in diese Marktanalyse mit einbezogen.
119
Vgl. Marktdefinition und –analyse Markt Nr. 11 Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung, s. Fußnote 64
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Lambda Net
MK Netzdienste
Sontheimer Datentechnik GmbH
Telefónica Deutschland GmbH
VIA NET.WORKS
1. Marktanteile
Wie oben beschrieben bietet auf dem IP-Bitstrom-Zugangsmarkt kein Unternehmen flächende-
ckend ein solches Vorleistungsprodukt an. Nur der etablierte Betreiber ist zu einem solchen An-
gebot in der Lage. Zur Klärung der Frage, wie sich der Wettbewerb auf diesem Markt bei
Markteintritt des etablierten Betreibers entwickeln würde, bietet sich die Möglichkeit, die Wett-
bewerbssituation auf den Vorleistungsmärkten zu bewerten, die mit dem Bitstrom-Zugangsmarkt
in einem Zusammenhang stehen. Hierfür kommt einmal der TAL-Markt in Frage. Die virtuelle
TAL bzw. ihr hochbitratiger Teil wird in der Regel den Anschlussteil des Bitstromprodukts bilden.
Zum anderen bietet es sich an, die Mengenverteilung der breitbandigen Zuführungsleistungen
zu untersuchen. Ein Bitstromprodukt wird immer auch breitbandige Zuführungsleistungen um-
fassen. Beide Märkte sind als Vorleistungsmärkte für den Bitstrom-Zugangsmarkt zu verstehen.
Außerdem erlaubt der Rückgriff auf die korrespondierenden Endkundenmärkte eine Bewertung
der zu erwartenden Wettbewerbssituation auf dem Bitstrom-Zugangsmarkt. Gemäß § 11, Abs.
1, Satz 5 kann von Folgendem ausgegangen werden: wenn ein Unternehmen auf einem be-
stimmten Markt über beträchtliche Marktmacht verfügt, so besitzt es auch auf einem benachbar-
ten Markt beträchtliche Marktmacht, wenn die Verbindungen zwischen beiden Märkten es ge-
statten, diese von dem einen auf den anderen Markt zu übertragen und damit die gesamte
Marktmacht des Unternehmens zu verstärken. 120 (Vgl. Leitlinien Rn 83)
Markt Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung
Hier ist der Marktanteil des Deutschen Telekom AG als überragend zu bezeichnen. Er lag im
Untersuchungszeitraum für alle drei Perioden sowohl nach Umsätzen als auch nach Absätzen
bei >90% 121.
Breitbandige Zuführungsleistungen
Breitbandige Zuführungsleistungen sind ebenfalls Teil eines Bitstromproduktes. In Deutschland
werden solche breitbandigen Zuführungsleistungen ohne direkten Endkundenzugang angebo-
ten. Eine Untersuchung, wie sich die derzeitig angebotenen breitbandigen Zuführungsmengen
auf die einzelnen Anbieter verteilen, lässt ebenfalls unmittelbare Rückschlüsse auf die zu erwar-
tenden Wettbewerbsverhältnisse auf dem IP-Bitstrom-Zugangsmarkt zu.
120
Vgl. auch Urteil des Europäischen Gerichtshofes in der Sache Tetra Pak II, Rechtssache C-333/94 Pm –Tetra
Pak/Kommission, Slg. 1996, I-5951
121
Vgl. Marktdefinition und Marktanalyse im Bereich des Zugangs zur Teilnehmeranschlussleitung, Markt Nr. 11
Anhang 5 Tabellen 6 und 8
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Tabelle J-4: Verkehrsmengen/ Breitbandzuführung auf IP-Basis
BuG
Verkehrsmengen Breitbandzuführung
auf IP Basis*
Mengen (Gbyte)
2001 2002 2003 2004
DTAG ... ... ... ...
Wettbewerber ... ... ... ...
Gesamt ... ... ... ...
Anteil DTAG 100,00% >90% >80% >70%
Innenabsätze mit T-Online ... ... ... ...
*) Wettbewerber-Mengen wurden um Schätzmenge korrigiert (1% der Gesamtmenge) 122.
Dies erscheint im Hinblick auf die umfassende Marktbefragung als ausreichend.
Für die Jahre 2001 bis 2004 ist auch hier von einem überragenden Anteil der Deutschen Tele-
kom AG an breitbandigen Zuführungsmengen auszugehen, wenngleich es im Gegensatz zum
TAL-Markt den Wettbewerbern zunehmend mehr gelingt, der Deutschen Telekom AG Anteile
bei Zuführungsleistungen streitig zu machen. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass der
etablierte Betreiber der einzige Anbieter ist, der Breitband-Zuführung auf der eigenen Infrastruk-
tur basiert anbietet und bundesweit Zusammenschaltung für alle Netzebenen bieten kann. E-
benso erschließt er als einziger Anbieter flächendeckend für alle Übergabepunkte Endkunden-
Anschlüsse. Alle anderen Anbieter von Breitband-Zuführung setzen ihr Angebot ganz oder teil-
weise auf dem Vorleistungsprodukt des etablierten Betreibers auf 123 und können nur regional
Zusammenschaltung bieten.
Betrachtet man zusätzlich noch die Innenabsätze (die Wettbewerber haben hier keine Absätze
gemeldet), die die Deutsche Telekom AG mit ihrer Tochter dem Internet Service Provider T-
Online über Zuführungsleistungen generiert, erhärtet sich der Eindruck der überragenden Markt-
stellung der Deutschen Telekom AG. Diese Innenumsätze, die um ein Vielfaches über der Ge-
samtmarktabsatzmenge liegen, sind im Rahmen einer vorausschauenden Analyse insofern rele-
vant, als sie Potentiale für Wettbewerber darstellen. Sollten Wettbewerber T-Online auf der
Diensteebene Kunden streitig machen, werden die Zuführungsleistungen zu den abgeworbenen
Kunden zu Außenabsätzen. Sei es, dass der neue Anbieter die Zuführung als Vorleistung in
Form eines Bitstromprodukts oder als breitbandige Zuführungsleistungen einkauft. 124
Endkundenmärkte
Die Endkundenmärkte, für die IP-Bitstrom-Zugang ein wichtiges Vorleistungsprodukt sein wird,
sind neben den Dienstemärkten vor allem der Markt für Premiumanschlüsse und der ADSL-
Massenmarkt. Die folgende Betrachtung bezieht sich allein auf die Endkunden-
Anschlussmärkte, weil sie genau wie Bitstrom-Zugang die Infrastrukturebene betreffen. Die hier
zu findenden Aussagen zu Marktanteilen auf den Breitbandanschlussmärkten beziehen sich auf
Absatz- und Umsatzdaten, die im Rahmen des förmlichen Auskunftsersuchens zur Marktanaly-
se 12 im Juni 2004 erhoben wurden und aktuell, um auch die Entwicklung des Jahres 2004 ein-
fangen zu können, auf Daten aus der förmlichen Anhörung des Breitbandanschlussmarktes. Die
getroffenen Feststellungen zu der Marktmachtsituation auf den Breitbandanschlussmärkten die-
nen allein der Bewertung der Situation auf den korrespondierenden Vorleistungsmärkten, insbe-
sondere dem Bitstrom-Zugangsmarkt. Der eigentlichen Analyse des Breitband-
122
Vgl.Anhang 2, Tab. VIII: Anbieter von Breitband-Zuführung
123
Vgl. Anhang 2, Tabelle I-8, Anteil Vorleistungen
124
Das Bundeskartellamt hat in seinen Beschluss zur Prüfung eines Zusammenschlussvorhabens nach § 36 GWB
„Erwerb der Anteile an DPC Digital Playout Center GmbH, Unterföhring durch SES Global Europe S.A. Betz-
dorf/Luxemburg“ v. 28.12.2004 geäußert, dass es die Berücksichtigung von Innenabsätzen für geboten hält, wenn
zu erwarten ist, dass die Innenabsätze zu Außenabsätzen werden können.
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Anschlussmarktes soll hiermit nicht vorgegriffen werden. Sollte es auf diesen Anschlussmärkten
ein Unternehmen mit beträchtlicher Marktmacht geben, ist davon auszugehen, dass dieses Un-
ternehmen auch auf dem vorgelagerten Markt marktmächtig sein wird. Eine Betrachtung der
Situation auf diesen Endkundenmärkten gibt wichtige Aufschlüsse über die zu erwartende Wett-
bewerbssituation auf dem Vorleistungsmarkt. Ein Telekommunikations-Unternehmen, das auf
dem Endkundenmarkt über beträchtliche Marktmacht verfügt, weist in der Regel eine vertikal
integrierte Unternehmensstruktur auf. Es hat also eine überlegene Verfügungsmacht über Leis-
tungen und Einrichtungen inne, die für die Erbringung von Leistungen auf dem Endkundenmarkt
erforderlich sind und die den Wettbewerbern jedenfalls nicht in gleicher Weise zur Verfügung
stehen. Es besteht daher ein enger Zusammenhang zwischen beträchtlicher Marktmacht auf
dem Endkundenmarkt und Marktmacht auf dem Vorleistungsmarkt. Von daher ist zu vermuten,
dass ein Unternehmen mit beträchtlicher Marktmacht auf dem Endkundenmarkt in der Lage ist
und bestrebt ist, auch auf einem neu entstehenden Vorleistungsmarkt, der mit diesem Endkun-
denmarkt in Zusammenhang steht, seine beträchtliche Marktmacht zu bestätigen.
Dies entspricht sowohl der national als auch der europarechtlich gebotenen Vorgehensweise.
Das Bundesverwaltungsgericht hat in einer Entscheidung 125 zu § 33 Abs. 1 Satz 1 TKG a. F. für
eine vergleichbare Fallkonstellation ausgeführt, dass auf den Endkundenmarkt abzustellen sei,
da ein enger Zusammenhang zwischen einer Marktbeherrschung auf dem Endkundenmarkt und
derjenigen auf dem Vorleistungsmarkt bestehe. Auch die Europäische Kommission vertritt diese
Auffassung. Sie hat im Rahmen der Notifizierungen gemäß Art. 7 Abs. 3 Rahmenrichtlinie in
ihren Kommentaren regelmäßig ausgeführt, dass bei einem nicht vorhandenen Vorleistungs-
markt der relevante Markt auf der Basis des Endkundenmarktes zu analysieren sei 126.
Markt für Premiumanschlüsse 127
Tabelle J-5: Anschlussmengen/Marktanteil Premiumanschlüsse
BuG
Absatz Premiumanschlüsse
in Stück
2001 2002 2003 2004
Anschlüsse Wettbewe ... ... ... ...
TK-Festnetz r
DTAG ... ... ... ...
Gesamt ... ... ... ...
Anteil DTAG >50% >70% >70% >75%
Tabelle J-6: Umsatzerlöse/Marktanteil Premiumanschlüsse
BuG
Umsatz Premiumanschlüsse
in Mio €
2001 2002 2003 2004
Anschlüsse Wettbewerber
... ... ... ...
TK-Festnetz
DTAG ... ... ... ...
Gesamt ... ... ... ...
Anteil DTAG >35% >40% >45% >55%
125
Vgl.Urteil des Bundesverwaltungsgerichts v. 03.12.2003 (Resale-Entscheidung), BverwG 6 C 20.02, S. 10 f.
126
Vgl. etwa Fälle HU/2004/0096 vom 1.10.2004; IE/2004/0121 vom 20.01.2005
127
Da der Endkundenmarkt im Hinblick auf DSL-Anschlüsse umfassend abgefragt wurde, wird auf eine Ergänzung
der DSL-Endkundenabsätze und -umsätze um eine Schätzgröße verzichtet
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Die Deutsche Telekom AG, die 2001 erst umfassender in diesen Markt eingetreten ist, hat seit
2002 Marktanteile bei Umsätzen und Absätzen auf dem Markt für Premiumanschlüsse, erzielt,
die auf eine beträchtliche Marktmacht des Unternehmens hinweisen. Im Betrachtungszeitraum
(seit 2001) hat sie ihre Marktanteile kontinuierlich ausgebaut. Sie hat nunmehr auf diesem Markt
nach Umsatzerlösen gerechnet einen Marktanteil von >55%. Insgesamt wurden auf diesem
Markt 60 Anbieter identifiziert, d.h. das marktmächtige Unternehmen sieht sich einer zersplitter-
ten Wettbewerberstruktur gegenüber, was die Bedeutung des Marktanteils im Hinblick auf die
fehlende Wirksamkeit des Wettbewerbs verstärkt. Der nächstgrößte Anbieter hat, gemessen in
Absätzen einen Marktanteil von 3%. Die Marktanteile der DTAG auf der Basis der Absätze lie-
gen deutlich über dem Niveau der Marktanteile auf der Basis der Umsätze. Dies lässt vermuten,
dass das Unternehmen im Vergleich mit den Wettbewerbern mit deutlichen Preisabschlägen
agiert.
Die Deutsche Telekom AG bestreitet in ihrer Kommentierung des Konsultationsentwurfs die hier
festgestellten hohen Marktanteile, in dem sie auf ein „Online Kiosk Verfahren“ (BK3 3-2-00/002)
verweist, in dem die Bundesnetzagentur zu anderen Ergebnissen gekommen sei. Sie rügt, dass
die Ergebnisse dieser früheren Untersuchung nicht in diese Verfahren mit einbezogen wurden
und dass die Inkonsistenzen nicht begründet wurden. Diese Kritik ist aus mehreren Gründen
zurückzuweisen.
1. Bei dem in Rede stehenden „Online Kiosk“ Vorgang handelt sich nicht um ein offizielles
Verfahren der Behörde. Es gab lediglich eine Beschwerde eines Wettbewerbers. Von der
Einleitung eines Verfahrens wurde abgesehen, weil auf dem damals zu betrachtenden
Markt keine Marktbeherrschung erkennbar wurde. Da es kein förmliches Verfahren gab,
waren auch keine Inkonsistenzen zu überprüfen.
2. Im Rahmen einer Vorprüfung wurde damals ein Markt für Internetfestverbindungen ab-
gegrenzt. Dabei wurden ausschließlich Angebote von Internetfestverbindungen ohne
Bandbreitenbegrenzung untersucht. Der hier abgegrenzte Markt für Premiumanschlüsse
umfasst hochqualitative ADSL-Anschlüsse, SDSL-Anschlüsse und Internetfestverbin-
dungen bis 2 Mbit/s Bandbreite. Die im Vergleich zur damaligen Untersuchung abwei-
chenden Marktanteile erklären sich aus der sehr unterschiedlichen Marktabgrenzung. Im
übrigen ... .
ADSL-Massenmarkt 128
Tabelle J-7: Anschlussmengen/Marktanteil ADSL-Massenmarkt
BuG
Absatz auf dem ADSL-Massenmarkt
Anschlüsse in Stück
2001 2002 2003 2004
Anschlüsse Wettbewer-
ber TK-Festnetz (inkl. ... ... ... ...
Resale)
DSL-Resale DSL wett-
-- -- -- ...
bewerbl. ISP
Anschlüsse Wettbewer-
... ... ... ...
ber altern.Infrastrukturen
Anschlüsse DTAG ... ... ... ...
Absätze gesamt ... ... ... ...
Anteil DTAG >95 % >90% >85% >80%
128
Da der Endkundenmarkt im Hinblick auf DSL-Anschlüsse umfassend abgefragt wurde, wird auf eine Ergänzung
der DSL-Endkundenabsätze und -umsätze um eine Schätzgröße verzichtet. Bei den alternativen Infrastrukturen
wurden auf der Basis einer Schätzung die Gesamtumsätze und –absätze um 10% erhöht.
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Tabelle J-8: Umsatzerlöse/Marktanteil ADSL-Massenmarkt
BuG
Umsatz auf dem ADSL-Massenmarkt
in Mio €
2001 2002 2003 2004
Anschlüsse Wettbewer-
ber TK-Festnetz (inkl. ... ... ... ...
Resale)
DSL-Resale DSL wett-
-- -- -- ...
bewerbl. ISP
Anschlüsse Wettbewer-
... ... ... ...
ber altern.Infrastrukturen
Anschlüsse DTAG ... ... ... ...
Umsatz gesamt ... ... ... ...
Anteil DTAG >90% >90% >85% >80%
Auf dem ADSL-Massenmarkt ist die überragende Marktstellung der Deutschen Telekom AG
noch deutlicher als auf dem Markt für Premiumanschlüsse ausgeprägt. 2003 hielt sie nach Ab-
sätzen und Umsätzen einen Marktanteil von über 85 129%. Zwar konnten die Wettbewerber im
Jahr 2004 die Zahl ihrer angebotenen DSL Anschlüsse mehr als verdoppeln und zusammen mit
den Resale-DSL-Anschlüssen sogar fast verdreifachen. Dennoch lag der Marktanteil der Deut-
schen Telekom AG am Ende dieses Jahres trotz feststellbarer Wettbewerbsbelebung nach Ab-
sätzen und Umsätzen bei über 80% 130.Im Betrachtungszeitraum hat das Unternehmen zwar
kontinuierlich an Marktanteilen verloren. Da dies aber von einem hohen Niveau aus geschah
und die Marktanteilsgewinne der Wettbewerber nur in etwa gleichbleibenden kleinen Schritten
erfolgen, ist der Marktanteil der Deutschen Telekom AG mit über 80% auf dem ADSL-
Massenmarkt sehr hoch und als überragend anzusehen. Dies wird ähnlich wie beim Markt für
Premiumanschlüsse noch dadurch verstärkt, dass sich die Deutsche Telekom AG einer hohen
Zahl (61) kleiner Anbieter gegenüber sieht. Der Marktanteil der DTAG liegt um über 80 Prozent-
punkte 131 über jenem des nächstgrößten Anbieters. Die Tatsache, dass der Marktanteil nach
Umsatz deutlich höher liegt als nach Absätzen, deutet daraufhin, dass wettbewerbliche Anbieter
mit niedrigeren Preisen versuchen, Marktanteile zu gewinnen. In der zweiten Jahreshälfte 2004
zeigten sich erste Strategien, mit günstigen Penetrationspreisen zusätzliche Kunden zu gewin-
nen (vgl.JI5). In 2005 ist eine deutliche Verstärkung des Preiswettbewerbs erkennbar. Die Deut-
sche Telekom AG hat in 2005 auf die Penetrations-Preispolitik der Wertbewerber erneut reagiert
und weitere Preissenkungen vorgenommen. Es bleibt abzuwarten, inwieweit sich der verstärkte
Preiskampf auf die Wettbewerbsposition der wettbewerblichen Anbieter auswirkt. Trotz gestie-
gener Wettbewerbsdynamik ist davon auszugehen, dass die Marktanteile der Deutschen Tele-
kom AG auch bei einer weiteren Absenkung im Betrachtungszeitraum dieser Analyse auf sehr
hohem Niveau bleiben werden.
Wie Tabelle J-8 zu entnehmen ist, können in Deutschland die alternativen Breitbandanschluss-
angebote wenig zur Begrenzung der marktmächtigen Stellung der Deutschen Telekom AG bei-
tragen. 2004 basierten 2,4 % aller asymmetrischen Breitbandanschlussangebote auf alternati-
ven Anschlüssen wie Kabelanschlüssen, Satellitenanschlüssen, Powerline etc. Wegen der ge-
ringen Bedeutung der alternativen Anschlussinfrastrukturen für den Breitbandanschlussmarkt
bleiben diese, insbesondere auch die Kabelanschlüsse und damit auch die HFC-Infrastruktur,
bei der weiteren Marktanalyse unberücksichtigt.
Ergebnis
Die hohen bis überragenden Marktanteile der Deutschen Telekom AG auf den Vorleistungs-
märkten, die mit dem Bitstrom-Zugangsmarkt in einem Zusammenhang stehen (TAL-Markt,
129
Angaben für geschwärzte Fassung
130
Angaben für geschwärzte Fassung
131
Angaben für geschwärzte Fassung
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Markt für Breitband-Zuführungsleistungen) sowie die hohen bis überragenden Marktanteile auf
den korrespondierenden Endkundenmärkten zeigen, dass das Unternehmen das Potential hat,
auch auf dem IP-Bitstrom-Zugangsmarkt ein hohes Niveau an Marktmacht zu erzielen, d.h. auch
hier überragende Marktanteile zu sichern oder gar wie im Markt für Premiumanschlüsse auszu-
bauen. Um abschließend die zu erwartende Marktmacht des Unternehmens bewerten zu kön-
nen, insbesondere, ob es Umstände gibt, die gegen eine zukünftige beträchtliche Marktmacht
sprechen, bedarf es einer umfassenden Untersuchung aller wirtschaftlicher Kriterien, die für den
möglichen IP-Bitstrom-Zugangsmarkt eine Rolle spielen können 132.
Gemäß den in Anhang 1 dargestellten Kriterien werden im Folgenden weitere die Marktmacht
prägende Faktoren untersucht.
2. Leichter oder privilegierter Zugang zu Kapitalmärkten/finanzielle Ressourcen
Die Möglichkeit eines Unternehmens, über Kapitalmärkte günstig Liquidität zu erhalten, wird
entscheidend durch seine Finanzkraft bestimmt und dies wiederum hängt von einer Reihe un-
ternehmerischer Faktoren ab. Dies sind harte überwiegend quantitative Faktoren wie die Um-
satzerlöse, Jahresergebnis, Eigenkapital, Finanzierungsstruktur, Cash flow aber auch die
Rechtsform etc. Der Cash flow ist eine Kennziffer über den Mittelzufluss aus dem Umsatzpro-
zess, aus der Einblicke in die Liquiditätslage und die finanzielle Entwicklung des Unternehmens
gewonnen werden können. 133 Bei den weichen Faktoren spielt die Gestaltung des Rechnungs-
wesens und sein Berichtswesen (z.B. Verwendung IAS-Standard), die Finanzkommunikation,
seine Marktstellung, das Management usw. eine entscheidende Rolle. Im Folgenden werden die
Gesamtumsatzerlöse und daran anschließend der Cash flow der Konzerne betrachtet, um Hin-
weise auf die Zugangsmöglichkeiten des Unternehmens zu Kapitalmärkten und auf seine finan-
ziellen Ressourcen zu gewinnen. Aus Praktikabilitätsgründen muss sich diese Analyse auf die
beiden Kenngrößen Umsatz und Cash flow beschränken. Sie geben aber hinreichenden Auf-
schluss über die hier zu klärenden Fragen nach den Zugangsmöglichkeiten zu den Kapitalmärk-
ten und nach den finanziellen Ressourcen eines Unternehmens.
Bei den derzeit auf dem IP-Bitstrom-Zugangsmarkt agierenden Unternehmen handelt es sich um
kleine mittelständische Unternehmen, die in ihrer Finanzkraft, zunächst abzulesen an ihren Um-
satzerlösen, der Deutschen Telekom AG weit unterlegen sind.
Mögliche Anbieter auf einem bundesweiten IP-Bitstrom-Zugangsmarkt, die nach der Deutschen
Telekom AG über die höchsten Gesamtumsatzerlöse verfügen, sind die ...
Für den TAL-Markt ist im Rahmen der Marktdefinition und -analyse 134 festgestellt worden, dass
keiner der anderen, lediglich regional tätigen Anbieter auf dem relevanten bundesweiten Markt
in ihrer Ertrags/Finanzkraft annähernd mit der DTAG vergleichbar sind.
Auf dem Endkundenmarkt ADSL-Massenmarkt sind ... und auf dem Markt für Premiu-
manschlüsse zusätzlich ... Unternehmen, die Gesamtumsätze haben, die eine annähernde Ver-
gleichbarkeit mit der DTAG erlauben und Teil von großen Konzernverbünden sind.
Tabelle J-9 stellt die Gesamtumsatzerlöse all dieser Unternehmen und ihrer Konzerne sowie
deren Cash flow gegenüber.
132
Vgl. Leitlinen Rn. 78
133
In vereinfachter Form wird als Cash flow die Summe aus Periodengewinnen, Abschreibungen und Rückstellungen
der Periode bezeichnet.
134
Vgl.Marktdefinition und Marktanaylse im Bereich des Zugangs zur Teilnehmeranschlussleitung Markt Nr. 11
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Tabelle J-9: Finanzstärkste Unternehmen im Hinblick auf Bitstrom-Zugangsmarkt
BuG
Unternehmen Konzern
In Deutschland
2001 2002 2003 2004 2001 2002 2003 2004
Mio € Mio € Mio € Mio € Mio € Mio € Mio € Mio €
DTAG
(TCom/Konzern)
Gesamtumsatz ... ... ... ... 48.300 53.700 55.800 57.900
Cash flow 11.900 12.500 14.300 16.300
Arcor/Vodaf.
Gesamtumsatz … … … … 22.500 34.200 45.600 50.480
Cash flow 6.450 12.750 18.353
Colt
Gesamtumsatz ... ... ... ... 1.461 1.633 1.687 1.757
Cash flow 209 222 14
Telefónica
Gesamtumsatz ... ... ... ... 31.052 28.411 28.399 30.322
Cash flow 11.974 12.635
Versatel
Gesamtumsatz ... ... ... ... 294 462 600,7
Cash flow -91 33 24
Die Übersicht zeigt, dass die Deutsche Telekom AG mit ihrer Festnetzsparte T-COM gegenüber
allen großen Wettbewerbern auf dem deutschen Markt mit Abstand die höchsten Gesamtumsät-
ze erzielt. Sie liegen um mehr als das ... fache über den Umsätzen des nächstgrößten Anbieters
auf dem Endkundenmarkt und um das fast ... fache über dem nächstgrößten möglichen Anbieter
auf dem IP-BitstromZugangsmarkt. Ein Vergleich der Umsätze der jeweiligen Konzerne zeigt,
dass hier die Abstände deutlich geringer sind, wenngleich der Konzern Deutsche Telekom AG
auch hier die höchsten Umsätze erzielt. Zwar weist seit 2004 ein wettbewerblicher Konzern (Vo-
dafone) einen höheren Cash flow als der deutsche Incumbent auf, aber vor dem Hintergrund der
hohen Umsätze und auch im Hinblick darauf, dass die Wettbewerberkonzerngesellschaften ih-
ren Hauptgeschäftsfokus nicht in Deutschland, sondern in Großbritannien oder den Niederlan-
den haben, ist die Finanzkraft der Deutschen Telekom AG 135 im Vergleich zu ihren Wettbewer-
bern als überragend anzusehen. Diese Einschätzung wird zusätzlich durch die Tatsache ge-
stützt, dass das Unternehmen in Deutschland über ein einzigartiges schwer zu duplizierendes
Netz verfügt, woraus gefolgert werden kann, dass eine Gleichwertigkeit der Finanzkraft der
Wettbewerber nur dann gegeben ist, wenn diese deutlich über jener der DTAG liegt.
Ergebnis
Die überragende Finanz/Ertragskraft der Deutschen Telekom AG ist als ein Indiz dafür zu wer-
ten, dass sie über einen priviligierten Zugang zu Kapitalmärkten und im Vergleich zu den Wett-
bewerbern auf allen hier relevanten Märkten über überragende finanzielle Ressourcen verfügt.
3. Marktzutrittsschranken und Expansionshemmnisse; Kontrolle über nicht leicht zu
duplizierende Infrastruktur
Die Feststellung der beträchtlichen Marktmacht hängt auch davon ab, wie leicht der Marktzu-
gang ist. Insbesondere die Kontrolle über eine nicht leicht zu duplizierende Infrastruktur ist ein
Faktor, der auf beträchtliche Marktmacht hinweist.
Auf dem IP-Bitstrom-Zugangsmarkt gibt es derzeit kein flächendeckendes Angebot, weil der
etablierte Betreiber, der über die geeignete Infrastruktur bereits verfügt, ein solches Angebot
135
Der Konzern erzielte 2003 ...% seiner Umsätze in Deutschland
Bonn, 7. März 2007