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8 2005 A Amtsblatt der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post
– Regulierung, Telekommunikation – 757
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3 Weitere Erläuterungen
Hinweis: Die nachfolgenden technischen Bestimmungen und kurzen
Beschreibungen der einzelnen Frequenznutzungen beinhalten die für die FreqNTP
erforderlichen Angaben.
3.1 Technische Bestimmungen
Duplexfrequenzbereich
Frequenzbereich für die andere Übertragungsrichtung der jeweiligen
Frequenznutzung. Die Angabe eines Duplexfrequenzbereichs schließt den
Simplexbetrieb nicht grundsätzlich aus; genaue Vorgaben sind in der Regel in
den Verwaltungsvorschriften für die Frequenzzuteilung enthalten.
Maximal zulässige äquivalente Strahlungsleistung
Die äquivalente Strahlungsleistung beschreibt die Leistung, die eine isotrope
Strahlungsquelle (Angabe EIRP) oder ein Halbwellendipol (Angabe ERP) anstelle
der tatsächlich verwendeten Strahlungsquelle am selben Ort abgeben müsste,
um - jeweils im selben Abstand betrachtet - die gleiche Leistungsflussdichte zu
erzeugen wie die tatsächlich verwendete Strahlungsquelle. Die äquivalente
Strahlungsleistung entspricht dem Produkt aus der Senderausgangsleistung
abzüglich der Verluste auf der Speiseleitung zur Strahlungsquelle (Antenne)
einerseits und dem Gewinn der Strahlungsquelle (Antennengewinn) in
Hauptstrahlrichtung andererseits.
Kanalabstand
Der Kanalabstand ist der Frequenzabstand zwischen zwei benachbarten Kanälen
(z. B. von der Mitte des Kanals A zur Mitte des Kanals B). Die Festlegung des
Kanalabstandes auf der Funkfrequenzebene hat Einfluss auf die
Übertragungskapazität - also Effizienz - und Störungsfreiheit unter den
Frequenznutzern.
Kanalbandbreite
Die Kanalbandbreite umfasst die erforderliche Bandbreite einer Aussendung und
- anwendungsabhängig - ggf. erforderliches Spektrum zum Schutz der
Nachbarkanäle.
(Die erforderliche Bandbreite ist gemäß Artikel 1, Punkt 1.152, VO Funk wie folgt definiert: Für eine gegebene
Sendeart die Breite des Frequenzbandes, die gerade ausreicht, die Übertragung der Information mit der
Geschwindigkeit und mit der Güte sicherzustellen, die unter festgelegten Bedingungen erforderlich sind.)
Kanalraster
Frequenzabstand zwischen zwei unmittelbar benachbarten Kanälen von
Kanalmitte zu Kanalmitte; es kann größer oder kleiner als die Kanalbandbreite
sein.
"duty cycle"
Der “duty cycle” (relative Frequenzbelegungsdauer) ist das prozentuale
Verhältnis zwischen der Dauer einer Aussendung und einem
frequenznutzungsabhängigen Bezugszeitraum. (Weiterführende Erläuterungen sind in der
CEPT/ERC-Empfehlung 70-03 und in den jeweiligen Standards enthalten.)
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758 A Amtsblatt der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post
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"listen before talk"
Beim "listen before talk" (hören vor sprechen) muss erst geprüft werden, ob die
für die Nutzung vorgesehene Frequenz nicht anderweitig belegt ist.
Hinweis: Die von der Regulierungsbehörde angewandten Messverfahren zur
Überprüfung der technischen Parameter basieren überwiegend auf
entsprechenden europäischen Normen (EN). Näheres hierzu ist in den
Verwaltungsvorschriften der Regulierungsbehörde zu finden.
3.2 Frequenznutzungen
In der folgenden Tabelle sind die einzelnen Frequenznutzungen beschrieben:
Frequenznutzung Beschreibung
Allgemeine Allgemeine Funkanwendungen geringer Reichweite des
Funkanwendung nichtöffentlichen mobilen Landfunks (nömL) sind im
geringer Reichweite Wesentlichen für die Übertragung von Fernwirk-,
Telemetrie-, Alarm- und Datensignalen sowie in einigen
Frequenzbereichen von Audio- und Videosignalen zur
Überbrückung kurzer Entfernungen bestimmt.
Amateurfunk Der Amateurfunk ist ein Funkdienst gemäß § 2 Nr. 2 des
Amateurfunkgesetzes, der von Funkamateuren
untereinander, zu experimentellen und technisch-
wissenschaftlichen Studien, zur eigenen Weiterbildung, zur
Völkerverständigung und zur Unterstützung von
Hilfsaktionen in Not- und Katastrophenfällen
wahrgenommen wird.
Auffinden von Die Funkanwendung dient der Aussendung unmodulierter
Lawinenverschütteten Signale zum Orten von verschütteten Personen.
Betriebsfunk Der Betriebsfunk dient der Übertragung innerbetrieblicher
Nachrichten in Form von Sprache und Daten innerhalb eines
festgelegten geografischen Einsatzgebietes. Im Betriebsfunk
werden Frequenzen zur ausschließlich eigenen Nutzung in
Funknetzen zugeteilt, die aus einer oder mehreren
ortsfesten Landfunkstellen und den dazugehörigen mobilen
Landfunkstellen oder nur aus mobilen Landfunkstellen
bestehen. Grundsätzlich werden Frequenzen im
Betriebsfunk auch mehreren Nutzern zur gemeinsamen
Verwendung zugeteilt.
Binnenschifffahrtsfunk Der Binnenschifffahrtsfunk dient der Abwicklung des
Funkverkehrs auf den Binnenwasserstraßen und
Binnengewässern. Die Nutzung der zugeteilten Kanäle ist
für den Bereich der Bundesrepublik Deutschland gegliedert
in die Verkehrsbeziehungen "Schiff-Schiff“, "Schiff-
Hafenbehörde“, "Funkverkehr an Bord“, "öffentlicher
Nachrichtenaustausch“ und "Nautische Information“. Der
Binnenschifffahrtsfunk wird durch die "Regionale
Vereinbarung für den Binnenschifffahrtsfunk“ geregelt.
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Frequenznutzung Beschreibung
Bündelfunk Der Bündelfunk ist eine Mobilfunkanwendung für Sprach-
oder Datenübertragung mit einer oder mehreren
Versorgungszellen. Der Bündelfunk ist eine Fortentwicklung
des Betriebsfunks. In jeder Zelle sind mehrere
Übertragungskanäle verfügbar, von denen einer dynamisch
zugewiesen wird, wenn ein Verbindungswunsch signalisiert
wird. Über einen speziellen Organisationskanal erfolgt die
Signalisierung, Steuerung und Überwachung.
Bündelfunknetze sind auf regionale Gebiete begrenzt.
CB-Funk Der CB-Funk ist ein privater Nahbereichsfunk und dient der
Nachrichtenübermittlung (Sprache und Daten) zwischen den
Nutzern "CB-Funker", wobei alle Nutzer gleichberechtigt
sind.
Datenfunk Der Datenfunk dient der paketorientierten Übertragung von
Datensignalen (z. B. Messwerten, Schaltbefehlen,
Alarmsignalen) zwischen Funkstellen, die ortsfest oder mobil
betrieben werden.
Demonstrationsfunk für Der Demonstrationsfunk für Bildungseinrichtungen dient
Bildungseinrichtungen dem Vorführen der Eigenschaften bzw. der Erzeugung
elektromagnetischer Wellen im Rahmen des Unterrichts an
Schulen, Universitäten oder ähnlichen Einrichtungen.
Digitaler zellularer Der digitale zellulare Mobilfunk arbeitet sowohl nach dem
Mobilfunk GSM-Standard als auch UMTS/IMT-2000-Standard.
Drahtlose Drahtlose Audioanwendungen dienen der Übertragung von
Audioanwendungen Audiosignalen im Nahbereich.
Drahtlose Kameras Drahtlose Kameras dienen zur einseitigen Übertragung von
Bild- und Tonsignalen zwischen mobilen und ortsfesten oder
zwischen mobilen Funkanlagen.
Durchsagefunk Der Durchsagefunk dient der Übertragung von
Sprachsignalen überwiegend in eine Richtung
(Führungsfunk) und der einseitigen Übertragung von
Sprach-, Musik- und Tonsignalen (drahtlose Mikrofone)
Erderkundung Bei Funkanwendungen der Erderkundung werden
Datenübertragungen mit Satelliten oder der Betrieb von
Sensoren an Bord von Satelliten zur Erkundung der
Eigenschaften der Erde, von Naturerscheinungen sowie zur
Gewinnung von Daten über den Zustand der Umwelt,
durchgeführt.
Fernsehrundfunk (TK) Der Fernsehrundfunk im telekommunikationsrechtlichen
Sinn (TK) ist eine terrestrische Funkanwendung zur
Verbreitung von analogen und/oder digitalen Bild-, Ton-
und/oder Daten-Signalen an die Allgemeinheit.
Fernsteuerung von Die Fernsteuerung von Modellen dient der Übertragung von
Modellen Fernwirksignalen zur Fernsteuerung von Modellen aller Art.
Fernsteuerung von Die Fernsteuerung von Flugmodellen dient der Übertragung
Flugmodellen von Fernwirksignalen zur Fernsteuerung von Flugmodellen.
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Frequenznutzung Beschreibung
Fernwirkfunk Der Fernwirkfunk dient der Übertragung von Datensignalen
für Steuerungs-, Mess- und Regelzwecke. Hierzu zählen
Funkfernsteuerungen für Baustellenampeln, Funkanlagen
zur Übertragung von Korrekturdaten für satellitengestützte
Navigationsverfahren, Funkanlagen für Identifizierungs-
zwecke und Datenfunk für Fernwirk- und Alarmierungs-
zwecke. Sprachübertragung ist nicht gestattet.
Flugfunk Der Flugfunk ist ein Sprech- und Datenfunk für
Flugsicherungszwecke. Es findet dabei Funkverkehr
zwischen Bodenfunkstellen und Luftfunkstellen oder
zwischen Luftfunkstellen statt.
Flugnavigation Funkanwendungen der Flugnavigation dienen der sicheren
Führung von Luftfahrzeugen.
Flugsicherungsradar Mit Flugsicherungsradaren wird der Flugzeugverkehr zum
Zweck der Verkehrsführung beobachtet. Es wird zwischen
Anlagen, die den Flugzeug- bzw. Fahrzeugverkehr auf dem
Rollfeld, den Flugverkehr in der Umgebung von Flughäfen
und den Flugverkehr in größeren Höhen beobachten,
unterschieden.
Flugzeugradar Radaranlagen an Bord von Luftfahrzeugen, zur Bestimmung
der Flughöhe über Grund, zur Messung der Geschwindigkeit
über Grund und Drift.
Funkanwendungen der Sprech- und Datenfunk (einschließlich Videoübertragung)
BOS der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben
(BOS)
Funkanwendungen Sprech-, Daten- und Fernwirkfunkanwendungen öffentlicher
öffentlicher Eisenbahnen
Eisenbahnen
Funkanwendungen für Die Funkanwendungen für Alarmierungszwecke sind für die
Alarmierungszwecke Übertragung von reinen Alarmsignalen bestimmt.
Funkanwendungen für Die Funkanwendungen für Identifizierungszwecke ("Radio
Identifizierungszwecke Frequency Identification Applications“, RFID) dienen der
(RFID) Datenübertragung z. B. zur Identifizierung von
Gegenständen oder Personen.
Funkanwendungen für Funkanwendungen des Ortungsfunkdienstes für die
Vermessungszwecke Vermessung
Funkanwendungen für Die Funkanwendungen für Verkehrstelematik dienen der
Verkehrstelematik Verbesserung der Verkehrssicherheit und der Optimierung
von Transportsystemen entlang von Straßenverkehrswegen,
z. B. Abstandswarngeräte, automatische Fahrzeugerfassung
und Routenführung.
Funkanwendungen Die Funkanwendungen kleiner Leistung im Gesundheits-
kleiner bereich dienen der Übertragung von Daten und Messwerten
Leistung im im Anwendungsbereich Gesundheit.
Gesundheitsbereich
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– Regulierung, Telekommunikation – 761
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Frequenznutzung Beschreibung
Funkbewegungsmelder Ein Funkbewegungsmelder dient als Funkstelle des Ortungs-
funkdienstes der Erfassung von Bewegungsvorgängen und
wird für Geschwindigkeitsmessungen, Verkehrszählungen,
Raumschutz, die Gebäude- und Geländeüberwachung usw.
eingesetzt.
Funkbewegungsmelder Funkbewegungsmelder, die aufgrund ihrer geringen
geringer Reichweite Strahlungsleistung nur Bewegungsvorgänge in
unmittelbarer Nähe erfassen.
Funkfeuer Funkstelle des Navigationsfunkdienstes, deren
Aussendungen dazu bestimmt sind, einer beweglichen
Funkstelle die Feststellung ihrer Peilung oder Richtung in
Bezug auf das Funkfeuer zu ermöglichen.
Funknachrichten an Übertragung von Nachrichten (Daten) an einen oder
einen oder mehrere mehrere Empfänger
Empfänger
Funkruf Der Funkruf dient der einseitigen Datenübertragung in
einem öffentlichen Mobilfunknetz.
Grubenfunk Funkanwendungen zum Einsatz unter Tage
Grundstücks- Der Grundstückspersonenruffunk dient dazu, Personen
personenruffunk innerhalb von Grundstücken, Teilen von Grundstücken oder
mehreren geografisch aneinander grenzenden Grundstücken
mit gemeinsamen Nutzungsmerkmalen, z. B. Betriebs-
geländen, Flughäfen, Krankenhäusern, Einkaufszentren,
Sportgeländen, die mit einem Rufempfänger ausgestattet
sind, eine Information zu übermitteln; Rufempfänger
können Quittungssignale zurückübermitteln.
Grundstückssprechfunk Der Grundstückssprechfunk dient der Übertragung von
Sprache innerhalb von Grundstücken, Teilen von
Grundstücken oder mehreren geografisch aneinander
grenzenden Grundstücken mit gemeinsamen
Nutzungsmerkmalen, z. B. Betriebsgeländen, Flughäfen,
Krankenhäusern, Einkaufszentren, Sportgeländen.
Grundstücks- Der grundstücksüberschreitende Personenruffunk dient der
überschreitender einseitigen Übertragung von digitalen Rufsignalen und
Personenruffunk Nachrichten zu innerbetrieblichen Zwecken mit zeitlich
begrenzten Rufvorgängen auf einer Frequenz im
Zeitschlitzverfahren.
Induktive Induktive Funkanwendungen des nichtöffentlichen mobilen
Funkanwendungen Landfunks (nömL) werden unter anderem als Kfz-
Wegfahrsperren, Diebstahlsicherung, Verkehrskontroll-
systeme, Metallsuchgeräte, Erkennungssysteme für
Personen, Tiere und Waren eingesetzt. Weiterhin dienen sie
der Übertragung von Daten- und Sprachsignalen über kurze
Entfernungen, z. B. in Alarmanlagen und drahtlosen
Sprachübertragungsanlagen.
Infrarot- Infrarot-Funkanwendungen dienen der Übertragung von
Funkanwendungen Daten- und Sprachsignalen.
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Frequenznutzung Beschreibung
Intersatellitenfunk Der Intersatellitenfunk dient zur Übertragung von
Nachrichten (Sprache und Daten) zwischen künstlichen
Satelliten.
ISM Nutzung elektromagnetischer Wellen durch Geräte oder
Vorrichtungen für die Erzeugung und lokale Nutzung von
Hochfrequenzenergie für industrielle, wissenschaftliche,
medizinische, häusliche oder ähnliche Zwecke, die nicht
Funkanwendung ist.
Kurzstreckenfunk Der Kurzstreckenfunk ist ein Funkverkehr, der nur für
geringe Reichweiten eingesetzt werden darf. Die
Kommunikation erfolgt unmittelbar zwischen den
Endgeräten.
Kurzzeitpeilfunk Der Kurzzeitpeilfunk dient ausschließlich zur Übertragung
von Daten- und Peilsignalen zum Aufspüren von
gestohlenen Fahrzeugen.
Lotsenradar Radaranlagen zur Beobachtung des Schiffsverkehrs auf
Wasserstraßen zum Zwecke der Verkehrslenkung
Meteorologischer Im meteorologischen Satellitenfunk werden Wetterbilder
Satellitenfunk und/oder meteorologische Daten von Datensammel-
stationen zu den Satelliten übertragen. Von den
meteorologischen Satelliten erfolgt die Aussendung zu den
Haupterdefunkstellen und zum direkten Datenempfang von
vorbearbeiteten Bilddaten an Nutzerstationen.
Mietsprechfunk Im Mietsprechfunk werden Sprechfunkverbindungen
betrieben, die zu besonderen Anlässen, z. B. bestimmten
kulturellen, religiösen oder sportlichen Veranstaltungen
benötigt werden und kurzzeitig zur Verfügung stehen sollen.
Militärische Militärische Funkanwendungen sind alle Frequenznutzungen
Funkanwendungen durch militärische Verbände oder Einrichtungen
(Bundeswehr und Gaststreitkräfte)
Mobile Mobile Funkanwendungen sind Funkanwendungen jeglicher
Funkanwendungen Art, bei denen die Übertragung zwischen mobilen und
ortsfesten Funkstellen oder zwischen mobilen Funkstellen
stattfindet.
MWS- MWS-Funkanwendungen ("Multimedia Wireless System")
Funkanwendungen sind Funkanwendungen zur breitbandigen interaktiven
Übertragung von Bild, Sprache und Daten. Es ist der
Oberbegriff für drahtlose Telekommunikations- und/oder
Rundfunkanwendungen, welche die bis dato für diesen
Bereich vorgesehenen "Multipoint Video Distribution
Systems" (MVDS) einschließen.
Navigationsfunk Ortungsfunkanwendungen für Zwecke der Funknavigation
Normalfrequenz- und Beim Normalfrequenz- und Zeitzeichenfunk werden zu
Zeitzeichenfunk wissenschaftlichen, technischen und anderen Zwecken
festgelegte Frequenzen (Normalfrequenzen zur
Kalibrierung), Zeitzeichen oder beide zugleich mit
festgelegter hoher Genauigkeit ausgesendet. Die
Aussendungen sind für den allgemeinen Empfang bestimmt.
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8 2005 A Amtsblatt der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post
– Regulierung, Telekommunikation – 763
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Frequenznutzung Beschreibung
Ortung von Die Frequenznutzung Ortung von Verschütteten dient der
Verschütteten Auffindung von insbesondere unter Trümmern verschütteten
Lebewesen. Grundlage dieser Systeme ist die Modulation
einer elektromagnetischen Welle, ausgelöst durch
Bewegungen (Atmung und/oder Herzschlag) von
verschütteten Lebewesen.
Radioastronomie Mit Hilfe der Radioastronomie wird das Universum erforscht.
Hierbei werden die eintreffenden Funkwellen empfangen
und auf ihren Informationsgehalt untersucht. Messgrößen
sind die spektrale Verteilung der Kontinuumstrahlung und
diskreter Spektrallinien, die durch Sterne oder interstellare
Materie erzeugt werden. Die sehr geringe Intensität der
empfangenen Signale macht es notwendig, die
zugewiesenen Frequenzbereiche von störenden
Funkaussendungen freizuhalten.
Reportagefunk Der Reportagefunk dient der Übertragung von Sprache,
Musik, Videosignalen oder Fernwirksignalen zwischen
Funkstellen, die ortsfest, bewegbar (temporär ortsfest) oder
mobil durch öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten oder
private Rundfunkprogrammanbieter bzw. Programm-
produzenten betrieben werden.
Rettungsfunk in See- Einzelfrequenzen zur Kennzeichnung der Notposition an
und Luftfahrzeugen Bord von Schiffen (“Emergency Position Indicating Radio
Beacons”, EPIRB) sowie an Bord von Luftfahrzeugen
(“Emergency Location Transmitter”, ELT)
Richtfunk Digitaler Punkt-zu-Punkt-Richtfunk oder Punkt-zu-
Multipunkt-Richtfunk je nach Bereich für
Weitverkehrsverbindungen in der Telekommunikation,
Infrastruktur, zu und von Funkstellen auf Plattformen in
bestimmter Höhe in der Stratosphäre mit fester Position
("High Altitude Platform Stations", HAPS) oder
Funkanbindung von Teilnehmeranschlüssen (WLL-PMP-
Richtfunk) als Alternative zur drahtgebundenen
Teilnehmeranschlussleitung (zukünftig "Fixed Wireless
Access", FWA)
Satellitennavigation Funkanwendungen zur Ermittlung der Position, bei denen
die für die Ortung genutzten Signale von Funkstellen an
Bord von Satelliten abgestrahlt werden.
Satellitenrundfunk (TK) Der Satellitenrundfunk im telekommunikationsrechtlichen
Sinn (TK) ist eine Funkanwendung zur Verbreitung von
analogen und/oder digitalen Bild-, Ton- und/oder Daten-
Signalen an die Allgemeinheit.
Schiffsradar Radaranlage an Bord von Schiffen insbesondere zur
Hinderniswarnung. Um Seezeichen mit Hilfe der
Schiffsradare besser erkennen zu können, werden diese
teilweise mit Radarantwortbaken ausgestattet. Aus dem
gleichen Grund werden in kleinen Fahrzeugen sogenannte
Radarzielverstärker bzw. in Rettungsinseln und -booten
Such- und Rettungstransponder mitgeführt.
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764 A Amtsblatt der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post
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Frequenznutzung Beschreibung
Schnurlose Eine Funkanlage für schnurlose Telekommunikation besteht
Telekommunikation aus ortsfesten und mobilen Funkstellen und wird
(CT1+, CT2, DECT) insbesondere als Endeinrichtung an öffentliche Telefonnetze
oder andere Telekommunikationsanlagen angeschaltet.
Seefunk Der Seefunk ist eine mobile Funkanwendung zwischen
Küstenfunkstellen und Seefunkstellen oder zwischen
Seefunkstellen oder zwischen zugeordneten Funkstellen für
den Funkverkehr an Bord; Funkstellen auf Rettungsbooten
und -flößen und Funkbaken zur Kennzeichnung der
Seenotposition dürfen ebenfalls am Seefunk teilnehmen.
Serviceverbindungen Serviceverbindungen im Satellitenfunk sind die
im Satellitenfunk Übertragungswege zwischen einem Satelliten und den
Endgeräten.
Speiseverbindungen Speiseverbindungen im Satellitenfunk sind die
im Satellitenfunk Übertragungswege zwischen einer zentralen Erdfunkstelle
und einem Satelliten.
Sprechfunk geringer Sprechfunk geringer Reichweite mit Sprachschalter dient
Reichweite mit der akustischen Überwachung von z. B. Säuglingen und
Sprachschalter Kleinkindern.
Such- und Rettungsfunk Der Such- und Rettungsfunk wird zur Kennzeichnung der
Notposition im Satellitenfunk und im mobilen Seefunkdienst
genutzt.
Telemetrie Telemetrie - Anwendungen dienen dem Fernmessen und
Fernwirken. Es handelt sich um Funkanlagen in
Luftfahrzeugen oder um terrestrische Funkanlagen, sowohl
für zivile als auch für militärische Anwendungen.
Tonrundfunk (TK) Der Tonrundfunk im telekommunikationsrechtlichen Sinn
(TK) ist eine terrestrische Funkanwendung zur Verbreitung
von analogen und/oder digitalen Bild-, Ton- und/oder
Daten-Signalen an die Allgemeinheit.
UWB- Die UWB-Funkanwendungen ("Ultra Wide Band") nutzen
Funkanwendungen eine große Bandbreite mit relative geringer
Strahlungsleistung.
VSAT- VSAT-Funkanwendungen ("Very Small Aperture Terminal")
Funkanwendungen sind Satelliten-Aufwärtsverbindungen oder Satelliten-
Abwärts-verbindungen zur Datenübertragung mit kleinen
Erdfunkstellen.
Weltraumfernwirkfunk Der Weltraumfernwirkfunk dient dem Betrieb von
Weltraumfahrzeugen, insbesondere der Weltraumbahn-
verfolgung, dem Weltraumfernmessen und dem Weltraum-
fernsteuern.
Weltraumforschungs- Im Weltraumforschungsfunk wird im Rahmen technischer
funk oder wissenschaftlicher Forschung Funkverkehr zwischen
oder mit Weltraumfahrzeugen durchgeführt.
Wetterhilfenfunk Der Wetterhilfenfunk dient zur Übertragung von
meteorologischen Daten, z. B. von Radiosonden in frei
aufsteigenden Ballons oder Fesselballons oder von
ozeanographischen Bojenfunkstellen.
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Bonn, 4. Mai 2005
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8 2005 A Amtsblatt der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post
– Regulierung, Telekommunikation – 765
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Frequenznutzung Beschreibung
Wetterradar Das Wetterradar dient zur Beobachtung des Wetters in der
Luftfahrt und Ortung von kondensiertem Wasserdampf,
woraus sich dann Wolkenbewegungen und Niederschläge
berechnen lassen.
Windprofil-Messradar Radar zur Messung von Windprofilen in verschiedenen
Höhen
WLAN WLANs sind breitbandige Funkanwendungen zur
Datenübertragung, die typischerweise lokal zwischen
mobilen bzw. nomadischen Funkstellen stattfindet. Eine
Funkstelle übernimmt dabei oft die Funktion einer
Zentralstation, wobei während der Datenübertragung die
Funkstellen üblicherweise stationär betrieben werden. Dies
ermöglicht z. B. eine drahtlose Verbindung zwischen
Geräten der Informationstechnik, zwischen Geräten der
Unterhaltungselektronik oder den Einsatz im Rahmen von
drahtlosen Zugangssystemen. Der Einsatz für andere
Zwecke ist ebenfalls möglich. Der Betrieb findet
überwiegend innerhalb geschlossener Räume statt.
Stand: März 2005 © Regulierungsbehörde
Bonn, 4. Mai 2005
766 A Amtsblatt der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post
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8 2005
© Regulierungsbehörde – Frequenznutzungsteilpläne 226 und 227
Frequenznutzungsteilplan: 226 Eintrag: 226001 Stand: März 2005
Frequenzbereich: 862 - 890 MHz
Nutzungsbestimmung(en): 30 31
Funkdienst: MOBILFUNKDIENST außer mobiler Flugfunkdienst
Nutzung: ziv, mil
Frequenznutzung: Drahtlose Audioanwendungen
Frequenzteilbereich(e): 863 - 865 MHz
Frequenznutzungs- Übertragung von Audio-Signalen
bedingungen:
Maximal zulässige äquivalente Strahlungsleistung: 10 mW ERP
Bis zum 31.12.2008 ist im Frequenzteilbereich 864,1 - 868,1 MHz noch die Frequenznutzung
"Schnurlose Telekommunikation (CT2)" mit Einschränkungen möglich. Störungen durch andere
Frequenznutzungen sind von ihr hinzunehmen; andere Frequenznutzungen dürfen durch sie nicht
gestört werden.
Frequenznutzungsteilplan: 226 Eintrag: 226002 Stand: März 2005
Frequenzbereich: 862 - 890 MHz
Nutzungsbestimmung(en): 30 31
Funkdienst: MOBILFUNKDIENST außer mobiler Flugfunkdienst
Nutzung: ziv, mil
Frequenznutzung: Durchsagefunk
Frequenzteilbereich(e): 863 - 865 MHz
Frequenznutzungs- Einseitige Übertragung von Sprach-, Musik- und Tonsignalen im Nahbereich
bedingungen:
Maximal zulässige äquivalente Strahlungsleistung: 10 mW ERP
Bis zum 31.12.2008 ist im Frequenzteilbereich 864,1 - 868,1 MHz noch die Frequenznutzung
"Schnurlose Telekommunikation (CT2)" mit Einschränkungen möglich. Störungen durch andere
Frequenznutzungen sind von ihr hinzunehmen; andere Frequenznutzungen dürfen durch sie nicht
gestört werden.
Bonn, 4. Mai 2005