20200622-lagebild-gemeinsamer-krisenstab-bmi-bmg
Dieses Dokument ist Teil der Anfrage „Lagebilder und Protokolle des Corona-Krisenstabs“
VS – NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH
1.1.3 EU-MITGLIED- UND SCHENGEN-STAATEN SOWIE GROSSBRITANNIEN
Land Bestätigte Diff.* Diff. %** Todesfälle Todesfälle % 7-Tage-
Fälle Inzidenz
Schweden 56.043 0 0,0 5.053 9,0 50,0
Portugal 38.841 377 1,0 1.528 3,9 23,1
Großbritannien 303.110 1.295 0,4 42.589 14,1 13,1
Rumänien 23.730 330 1,4 1.500 6,3 10,6
Bulgarien 3.872 117 3,1 199 5,1 8,7
Polen 31.620 304 1,0 1.346 4,3 6,9
Luxemburg 4.105 6 0,1 110 2,7 6,8
Belgien 60.550 74 0,1 9.696 16,0 5,5
Niederlande 49.502 76 0,2 6.089 12,3 5,0
Spanien 245.938 363 0,1 28.322 11,5 5,0
Frankreich 160.093 641 0,4 29.633 18,5 4,9
Dänemark 12.391 0 0,0 600 4,8 4,3
Tschechische
Republik 10.448 -12*** -0,1*** 336 3,2 4,3
Deutschland 189.822 687 0,4 8.882 4,7 4,3
Island 1.822 3 0,2 10 0,5 4,1
Malta 664 1 0,2 9 1,4 3,7
Schweiz 31.243 26 0,1 1.680 5,4 2,7
Italien 238.275 264 0,1 34.610 14,5 2,7
Österreich 17.247 62 0,4 688 4,0 2,6
Norwegen 8.708 16 0,2 244 2,8 1,9
Irland 25.374 6 0,0 1.715 6,8 1,6
Griechenland 3.256 19 0,6 190 5,8 1,3
Slovenien 1.519 6 0,4 109 7,2 1,3
Kroatien 2.299 19 0,8 107 4,7 1,2
Litauen 1.795 3 0,2 76 4,2 1,2
Finnland 7.142 9 0,1 326 4,6 1,0
Slovakei 1.586 10 0,6 28 1,8 0,8
Lettland 1.111 1 0,1 30 2,7 0,7
Estland 1.981 2 0,1 69 3,5 0,6
Zypern 985 0 0,0 19 1,9 0,6
Ungarn 4.094 8 0,2 570 13,9 0,3
Liechtenstein 83 0 0,0 1 1,2 0,0
* DIFFERENZ ZUM VORTAG, **DIFFERENZ ZUM VORTAG IN %, ***NACHTRÄGLICHE DATENKORREKTUR
QUELLE: ECDC, STAND 21.06.2020
DIE DIFFERENZ ZWISCHEN DER 7-TAGE-INZIDENZ FÜR DEUTSCHLAND IN DIESER TABELLE UND DER
TABELLE 1.1.2 IST IN DEN UNTERSCHIEDLICHEN DATENQUELLEN BEGRÜNDET.
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VS – NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH
1.1.4 COVID-19 FÄLLE IN EINRICHTUNGEN GEMÄß INFEKTIONSSCHUTZ-
GESETZ (IFSG)
Einrichtung Bestätigte Hospitalisiert Genesene Todesfälle
gemäß Fälle
Betreut/untergebracht 3.265 (+7) 2.335 (+1) 2.500 (+/-0) 613 (+/-0)
§ 23 IfSG* Personal tätig in
Einrichtung
13.674 (+5) 632 (+/-0) 13.500 (+/-0) 20 (+/-0)
Betreut/untergebracht 17.532 (+8) 4.011 (+3) 13.600 (+/-0) 3.489 (+2)
§ 36 IfSG** Personal tätig in
Einrichtung
9.764 (-3)*** 419 (+2) 9.600 (+/-0) 46 (+/-0)
* Z.B. KRANKENHÄUSER, ÄRZTLICHE PRAXEN, DIALYSEEINRICHTUNGEN UND RETTUNGSDIENSTE
** Z.B. PFLEGEEINRICHTUNGEN, UNTERKÜNFTE FÜR OBDACHLOSE ODER ASYLSUCHENDEN, JVA ETC.
*** DATENKORREKTUR RKI, STAND 21.06.2020
1.1.5 REPRODUKTIONSZAHL R
15.06.2020 16.06.2020 17.06.2020 18.06.2020 19.06.2020 20.06.2020 21.06.2020
1,19 1,00 0,86 0,86 1,06 1,79 2,88
[0,98-1,43] [0,81-1,21] [0,73-1,02] [0,68-1,06] [0,87-1,30] [1,33-2,23] [2,16-3,73]
QUELLE: RKI
Erläuterung
Die Reproduktionszahl R ist eine Kennzahl der Ausbruchsdynamik und beschreibt die durch-
schnittliche Anzahl Personen, die durch eine infizierte Person angesteckt werden (R>1, be-
deutet Zunahme der Neuinfektionen; R=1, bedeutet konstante Anzahl neuer Fälle; R<1, be-
deutet Abnahme der Neuinfektionen). Diese lässt sich nicht aus den Meldedaten ablesen, son-
dern nur durch statistische Verfahren, zum Beispiel auf der Basis des Nowcastings, schätzen.
Die im Rahmen des Nowcastings geschätzte Anzahl der COVID-19-Neuerkrankungen wird als
gleitendes 4-Tage-Mittel dargestellt, um Zufallseffekte einzelner Tage auszugleichen. Damit
ergibt sich die Berechnung des Punktschätzers von R für einen bestimmten Tag als einfacher
Quotient der Anzahl von Neuerkrankungen für diesen Tag geteilt durch die Anzahl von Neu-
erkrankungen 4 Tage davor.
QUELLE: RKI, STAND 21.06.2020
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1.1.6 AUSBRUCHSGESCHEHEN IN DEUTSCHLAND
200.000
180.000
160.000
140.000
120.000
Anzahl
100.000
80.000
60.000
40.000
20.000
0
Bestätigte Fälle Gesundete Aktive Fälle
QUELLE: RKI
Erläuterung
Die Abbildung zeigt die kumulierte Anzahl der an COVID-19 erkrankten Personen sowie der
gesundeten Personen. Datengrundlage ist die im täglichen Lagebericht des RKI verzeichnete
Gesamtzahl der übermittelten Fälle sowie ab dem 26.03.2020 die geschätzte Zahl der Gesun-
deten. Der Meldeverzug wird nicht berücksichtigt. Die Darstellung kann daher leicht von der
entsprechenden Grafik im RKI Dashboard abweichen.
4.000
3.500
3.000
2.500
Anzahl
2.000
1.500
1.000
500
0
03.05.
11.05.
19.05.
01.05.
05.05.
07.05.
09.05.
13.05.
15.05.
17.05.
21.05.
23.05.
25.05.
27.05.
29.05.
31.05.
02.06.
04.06.
06.06.
08.06.
10.06.
12.06.
14.06.
16.06.
18.06.
20.06.
22.06.
Diff. Best. Fälle z. Vortag Diff. Gesundete z. Vortag
QUELLE: RKI
Erläuterung
Zur besseren Darstellung der aktuellen Zahlen wurde der Darstellungszeitraum angepasst. Ab
sofort berichten wird nur noch den zurückliegenden sowie den aktuellen Monat.
Diese Abbildung zeigt die Differenz der Anzahl übermittelten COVID-19 Fälle bzw. der (ge-
schätzten) Anzahl der Gesundeten zum jeweiligen Vortag (siehe Abbildung auf S. 2). Die regel-
mäßigen Schwankungen bei den übermittelten Fällen sind durch das Meldeverhalten zu er-
klären: Erfahrungsgemäß werden am Wochenende weniger Fälle gemeldet, die dann montags
und dienstags nachgemeldet werden. Für den 22.06.2020 beträgt das Verhältnis der
Gesundeten zu den aktiven Fällen 175.300 zu 6.174 (3,5 % aktive Fälle).
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1.2 AUSBRUCHSGESCHEHEN DR LETZTEN SIEBEN TAGE UND AKTUELL
FREIE INTENSIVKAPAZITÄTEN
1.2.1 KUMULATION ÜBER DIE LETZTEN SIEBEN TAGE PRO
100.000 EINWOHNER
QELLE: GRAFIK BBK, ZAHLEN RKI, STAND 21.06.2020
AUFGRUND TECHNISCHER PROBLEME KANN DER LK
GÜTERSLOH NICHT DUNKELROT SONDERN NUR GRAU DARGESTELLT
WERDEN.
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1.2.2 ÜBERSICHT STARK BELASTETER REGIONEN
Region Fälle/100.000 Einwohner/ Verfügbare Transport Beurteilung
7 Tage kumulativ* Intensivbetten**
LK Gütersloh 209,6 1.172
LK Warendorf 43,2 1.583
* LK/SK HAT DIE GRENZE VON 35 ÜBERSCHRITTEN, ** INTENSIVBETTENZAHL IM UMKREIS VON 100 KM,
VERFÜGBARE INTENSIVBETTEN SCHLIESSEN DEN BETRIEB DES BETTES EIN
OHNE EINSCHRÄNKUNGEN MIT EINSCHRÄNKUNGEN MIT ERHEBLICHEN EINSCHRÄNKUNGEN
QUELLE: RKI, DIVI, BMG, DRK, STAND 21.06.2020
1.2.3 ZUSAMMENFASSUNG EPIDEMIOLOGIE - ÜBERLASTUNGSSITUATIONEN
Die Reproduktionszahl wird mit Stand 21.06.2020 auf 2,88 (95%-Prädikationsintervall
[2,16-3,73]) geschätzt.
Vermehrt werden Reihentestungen durchgeführt, z.B. durch Deutsche Post DHL,
Schlachtbetriebe. Dadurch können sich Fallzahlen in einzelnen Kreisen sprunghaft
erhöhen.
In Rheda-Wiedenbrück im Landkreis Gütersloh (NW) kam es beim Fleisch-
produzenten Tönnies zu einem weitreichenden Ausbruchsgeschehen. In einer
Reihenuntersuchung sollen alle ca. 6.500 Beschäftigte untersucht werden. Bis 21.06.20
wurden 6.139 Tests durchgeführt, davon sind 1.331 positiv, 5.899 Befunde liegen vor.
Bei 4.568 Beschäftigten wurde das Virus demnach nicht nachgewiesen. In den vier
Krankenhäusern im Landkreis werden derzeit 21 Covid-19-Patienten stationär
behandelt. Davon liegen 6 Personen auf der Intensivstation, zwei von ihnen müssen
beatmet werden. Fünf der sechs sind nach Angaben des Kreises Tönnies-Beschäftigte.
Alle Beschäftigten und deren Haushaltsangehörige wurden unter Quarantäne gestellt,
der Fleischbetrieb wird für 14 Tage geschlossen. Alle Schulen und
Kindertageseinrichtungen im Kreis sind ab dem 18.06. bis zum Beginn der
Sommerferien (26.06.2020) in NW geschlossen.
Am Sonntag seien 32 mobile Teams in den Städten und Gemeinden des Kreises
unterwegs gewesen, um Personen in ihren Unterkünften zu beraten und ihnen
Unterstützung anzubieten. Aufwändige Kontaktpersonennachverfolgung, allein im LK
Gütersloh ca. 1.300 Wohnungen betroffen, zahlreiche Fälle wohnen zudem in
umliegenden LK. Behörden beklagen mangelnde Kooperation des Unternehmens.
Die Stadt Verl hat im Stadtteil Sürenheide eine Quarantänezone eingerichtet, drei
Straßenzüge sowie 670 Personen sind von der Maßnahme betroffen.
Die oberste Landesbehörde in NW hat ein umfangreiches Amtshilfeersuchen
abgegeben. Seitens des RKI ist ein Ausbruchsteam mit 3 erfahrenen Epidemiologinnen
und Epidemiologen eingesetzt, um die zuständige Amtsärztin zu unterstützen.
Weiterhin sind im LK Gütersloh 15 Containment Scouts des RKI im Einsatz. Das THW
unterstützt bei der Verpflegung der vor Ort eingesetzten Einsatzkräfte. Weitere
Einsatzoptionen für das THW werden geprüft. Nachdem am Freitag bereits 25
Bundeswehrsoldaten die Maßnahmen unterstützten, wurden am Samstag 40 weitere
hinzugeholt, 20 als Unterstützung für die Dokumentation und 20 für die
Kontaktpersonennachverfolgung. Die Polizei ist auf einen Großeinsatz eingestellt und
hat in Bielefeld eine besondere Aufbauorganisation (BAO) gebildet, die mögliche
Einsätze landesweit koordinieren soll.
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Im Kreis Warendorf (NW) sind im Zusammenhang mit dem Ausbruchsgeschehen bei
der Fa. Tönnies mehr als 100 Infektionen aufgetreten. 131 Betroffene haben eine
Ordnungsverfügung für die Quarantäne zugestellt bekommen. In Oelde im Kreis
Warendorf sind Schulen und Kitas bis Montag geschlossen. Die Kinder von 40 Tönnies-
Mitarbeitenden sollen ab Montag vom Schul-und Kitabesuch befreit werden. Das RKI
unterstützt mit 3 mobilen Containment Scouts.
In der kreisfreien Stadt Hamm (NW) sind im Zusammenhang mit dem
Ausbruchsgeschehen bei der Fa. Tönnies 37 Personen infiziert. Bis 12.00 Uhr am
21.06.20 wurden bereits 700 Proben bei Mitarbeitern des Fleischkonzerns Westfleisch
in Uentrop genommen. Alle 1.250 Mitarbeiter müssen erneut getestet werden. Nach
Schätzung der Stadt haben ca.450 Personen in Hamm eine Tönnies-Verbindung, 384
Personen sind in Quarantäne. 3 Schulen werden ab Montag komplett geschlossen. Die
7-Tagesinzidenz beträgt in der kreisfreien Stadt Hamm 16,7 Fälle/100.000 Einwohner.
Die kreisfreie Stadt Osnabrück (NI) hat für alle Tönnies-Beschäftigten als auch für
Mitarbeitende von Subunternehmen, die in Osnabrück wohnen, eine 14-tägige
Quarantäne angeordnet. Die 7-Tagesinzidenz beträgt in der kreisfreien Stadt
Osnabrück 0,6 Fälle/100.000 Einwohner.
Im Landkreis Paderborn (NW) wurde für ca. 50 Beschäftigte der Firma Tönnies, die im
Kreis Paderborn wohnen, eine 14 tägige Quarantäne, beginnend ab 20.06.20,
angeordnet. Den Angehörigen in häuslicher Wohngemeinschaft wurde dringend
empfohlen, ebenfalls zu Hause zu bleiben. Die 7-Tagesinzidenz beträgt im Kreis
Paderborn 4,2 Fälle/100.000 Einwohner.
In der kreisfreien Stadt Magdeburg (ST) haben sich innerhalb einer Woche
nachweislich mehr als 80 Personen mit dem Corona Virus infiziert. Die Fälle betreffen
v.a. mehrere Familien ROU Herkunft. Die Stadt hat in den Stadtteilen Neue Neustadt
und Salbke 19 Hausaufgänge unter Quarantäne gestellt. Ein Testangebot sowie
Hilfsangebote für betroffene Familien und Kontaktpersonen wurde unterbreitet.
Derzeit sind elf Schulen sowie mehrere Spielplätze und Freizeiteinrichtungen
geschlossen. Die 7-Tagesinzidenz beträgt in der kreisfreien Stadt Magdeburg 32,3
Fälle/100.000 Einwohner.
Im LK Verden (NI) wurden in einem Pflegeheim in Oyten 47 Corona Fälle bestätigt
(33 Bewohner, 14 Personal). 6 Personen sind in stationärer Behandlung.
Absonderungsmaßnahmen und regelmäßige Testungen von Bewohnern und Personal
wurden angeordnet. Die 7-Tagesinzidenz beträgt im LK Verden 16,8 Fälle/100.000
Einwohner.
In Berlin (BE) im Bezirk Neukölln wurden 13 Wohnhäuser an 7 Standorten mit
insgesamt 370 Haushalten unter Quarantäne gestellt. Von 586 Tests sind bislang 94
positiv. Unter den Infizierten sind 41 Kinder und Jugendliche. Bisher können 85 Fälle
einem Ausbruchsgeschehen im Umfeld einer Glaubensgemeinschaft zugeordnet
werden. Schulen wurden nicht geschlossen, an 10 Schulen sind einzelne Lerngruppen
in Quarantäne. In Charlottenburg wird eine Schule geschlossen. Mehrere Schüler und
Angehörige des Personals seien positiv getestet worden. Die 7-Tagesinzidenz beträgt
in Mitte 19,0, Friedrichshain-Kreuzberg 14,2, Pankow 5,4, Charlottenburg-
Wilmersdorf 11,4, Spandau 16,5, Steglitz-Zehlendorf 2,3, Tempelhof-Schöneberg 9,4,
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Neukölln 26,6, Treptow-Köpenick 8,9, Marzahn-Hellersdorf 11,2, Lichtenberg 6,2
sowie in Reinickendorf 15,1 Fälle/100.000 Einwohner.
In der kreisfreien Stadt Wuppertal befinden sich 350 Schüler und ihre Lehrer in
Quarantäne bis zum 30. Juni. Am 16.06. wurde ein Schüler positiv getestet; dies löste
tagesgleich eine Reihentestung aller Schüler und Lehrer aus. 2 Schulen wurden
geschlossen. Die ersten 15 % der Tests waren negativ. Die Stadt geht davon aus, dass
bis Montag alle Testergebnisse vorliegen werden. Bei negativen Befunden ggf.
vorzeitige Quarantäneaufhebung. Die 7-Tagesinzidenz beträgt in der kreisfreien Stadt
Wuppertal 4,2 Fälle/100.000 Einwohner.
In der kreisfreien Stadt Kassel (HE) sind nach 20 positiv getesteten Fällen in einer
Gemeinschaftsunterkunft für Migranten und Flüchtlinge 60 Menschen in Quarantäne;
insgesamt 150 Bewohner, Betreuer und Mitarbeitende wurden getestet.
200 Kontaktpersonen wurden ermittelt. Eine Grundschule und ein Hort wurden
geschlossen; zwei Lerngruppen sind in Quarantäne. Die 7-Tagesinzidenz beträgt in der
kreisfreien Stadt Kassel 13,4 Fälle/100.000 Einwohner.
Im Landkreis Göttingen (NI) hat die Stadt Göttingen mit den Nach-Testungen von
Bewohnern eines unter Quarantäne stehenden Gebäudekomplexes begonnen. Mit
einem Ergebnis sei Anfang der Woche zu rechnen. Die Stadt hatte rund 700 Bewohner
eines Gebäudekomplexes unter Quarantäne gestellt. In der Wohnanlage leben auch
mehr als 200 Kinder und Jugendliche in prekären Wohnverhältnissen. Seit Donnerstag
wurden bei knapp 120 Personen Corona-Infektionen festgestellt. Bewohner des
Gebäudekomplexes haben am Samstagnachmittag Polizisten mit Gegenständen
beworfen und mehrere von ihnen verletzt. Nach ersten Erkenntnissen war
zunehmender Missmut über die Quarantänemaßnahmen der Auslöser. Die
7-Tagesinzidenz beträgt im LK Göttingen 12,2 Fälle/100.000 Einwohner.
Zur besseren Übersicht werden Tagesaktualisierungen in ROT markiert.
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1.3 INTENSIVKAPAZITÄTEN DEUTSCHLAND
1.3.1 ÜBERSICHT FREIER INTENSIVBETTEN PRO BUNDESLAND
QUELLE: DIVI-INTENSIVREGISTER, STAND 21.06.2020
Die Zahlen wurden auf Basis der am 18. Juni 2020 im DIVI-Intensivregister gemeldeten Ein-
richtungen je Bundesland generiert (gesamt 1.271 Klinikstandorte).
Seit dem 16. April 2020 sind alle Kliniken verpflichtet sich im DIVI-Intensivregister anzu-
melden und täglich die aktuellen Zahlen freier und belegter Intensivbetten zu aktualisieren.
Die Färbung entspricht dem Anteil der freien Intensivbetten auf Bundeslandebene. Dieser
schwankt zwischen 23% und 49%. Deutschlandweit sind 37% freie Intensivbetten angegeben.
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VS – NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH
1.3.2 IM DIVI-INTENSIVREGISTER ERFASSTE INTENSIVKAPAZITÄTEN IN
DEUTSCHLAND
Beur-
ICU low care ICU high care ICU ECMO Insgesamt
teilung
Frei Gesamt Frei Gesamt Frei Gesamt Frei Gesamt
Baden-
Württemberg 295 927 948 2.233 70 86 1.313 3.246 40%
Bayern 396 1.136 987 2.912 81 100 1.464 4.148 35%
Berlin 59 196 207 986 16 22 282 1.204 23%
Brandenburg 123 275 257 614 7 7 387 896 43%
Bremen 22 60 43 126 3 3 68 189 36%
Hamburg 63 162 236 637 36 40 335 839 40%
Hessen 195 702 460 1.431 41 57 696 2.190 32%
Mecklenburg-
Vorpommern 87 332 145 467 17 17 249 816 31%
Niedersachsen 235 597 644 1.677 58 74 937 2.348 40%
Nordrhein-
Westfalen 567 1.849 1.411 4.359 132 165 2.110 6.373 33%
Rheinland-
Pfalz 179 409 344 758 22 26 545 1.193 46%
Saarland 104 199 142 404 13 14 259 617 42%
Sachsen 156 433 350 1.017 26 32 532 1.482 36%
Sachsen-Anhalt 79 193 250 642 24 29 353 864 41%
Schleswig-
Holstein 44 72 431 911 12 18 487 1.001 49%
Thüringen 158 361 199 512 15 16 372 889 42%
Gesamt 2.762 7.903 7.054 19.686 573 706 10.389 28.295 37%
* ICU low care: Ohne invasive Beatmung; ICU high care: Mit invasiver Beatmung; ECMO: Extrakorporale
Membranoxygenierung: grün: keine Einschränkungen beim Betrieb der Intensivbetten
> 20% freie Intensivbetten 10-20 % freie Intensivbetten < 10 % freie Intensivbetten
QUELLE: DIVI, STAND 21.06.2020
1.3.3 KURZFRISTIGE PROGNOSE BENÖTIGTER INTENSIVBETTEN
(Wöchentliche Aktualisierung, Stand 15. Juni 2020)
Die folgenden kurzfristigen Prognosen benötigter Intensivbetten basieren auf dem
Erkrankungsbeginn von SARS-CoV-2 Fällen. Bei der Meldung erkrankter Fälle gibt es einen
Zeitverzug. Zu einem aktuellen Datum ist also nur ein Teil der neu erkrankten Fälle der letzten
Tage gemeldet. Durch Nowcasting wird eine Schätzung neu erkrankter, aber noch nicht
gemeldeter, SARS-CoV-2 Fälle unter Berücksichtigung des Diagnose- und Meldeverzug
erstellt. Aus dieser Schätzung wird die benötigte Zahl an Intensivbetten unter verschiedenen
Annahmen berechnet. Da neue Fälle nicht sofort, sondern mit einem gewissen Zeitverzug
intensivmedizinisch betreut werden müssen, kann eine kurzfristige Prognose zum Bedarf an
Intensivbetten gemacht werden. Für die Prognosen werden folgende Parameter
angenommen:
• Für die Wahrscheinlichkeit, dass ein Fall zur Versorgung auf die Intensivstation muss,
werden 1%, 3% oder 5% angenommen.
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VS – NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH
• Die mittlere Zeit von Erkrankungsbeginn bis zur Aufnahme auf einer Intensivstation
beträgt 10 Tage.
• Die mittlere Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation beträgt 14 oder 21 Tage.
Die Prognosen berücksichtigen die durch Nowcasting geschätzten Neuerkrankungen bis zum
11. Juni (durchgezogene schwarze Linie).
bei 14-tägigem Intensivaufenthalt bei 21-tägigem Intensivaufenthalt
-------- aktuelle Belegung 342 Stand 21. Juni 2020
---------- Start der Maßnahmen zur Eindämmung der SARS-CoV-2 Epidemie in
Deutschland (Bund-Länder-Vereinbarung zu Leitlinien gegen Ausbreitung des
Corona Virus vom 16. März 2020; Bundesweit umfangreiches Kontaktverbot
vom 23. März 2020).
1.3.4 ZUSAMMENFASSUNG INTENSIVKAPAZITÄTEN
Das DIVI-Intensivregister erfasste bundesweit am 21.06.2020 (12:15 Uhr) 1.260 meldende
Krankenhausstandorte. In der Bundesstatistik wird die Zahl von intensivbettenführenden
Kliniken auf 1.160 angegeben (manche Kliniken können dabei mehrere Standorte haben).
Angestrebt ist eine Vollerfassung.
Aktuell sind 28.295 Intensivbetten durch das Register erfasst, davon sind 10.389 frei (37%).
In den meldenden Einrichtungen befinden sich aktuell 342 (-19) COVID-19 Patienten in
intensivmedizinischer Behandlung. Davon werden 198 (-21) beatmet (57%).
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