20200626-lagebild-gemeinsamer-krisenstab-bmi-bmg
Dieses Dokument ist Teil der Anfrage „Lagebilder und Protokolle des Corona-Krisenstabs“
VS – NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH
1.1.3 EU-MITGLIED- UND SCHENGEN-STAATEN SOWIE GROSSBRITANNIEN
Bestätigte 7-Tage-
Land Diff.* Diff. %** Todesfälle Todesfälle %
Fälle Inzidenz
Schweden 62.324 1.487 2,4 5.209 8,4 75,9
Portugal 40.104 367 0,9 1.543 3,8 23,7
Großbritannien 306.862 652 0,2 43.081 14,0 11,4
Rumänien 24.826 321 1,3 1.555 6,3 10,6
Bulgarien 4.242 128 3,1 209 4,9 10,0
Luxemburg 4.140 7 0,2 110 2,7 9,0
Tschechische
10.777 127 1,2 343 3,2 5,8
Republik
Belgien 60.898 88 0,1 9.722 16,0 5,7
Polen 32.821 294 0,9 1.396 4,3 5,6
Dänemark 12.615 54 0,4 603 4,8 5,5
Deutschland 192.079 630 0,3 8.927 4,6 5,2
Spanien 247.086 334 0,1 28.327 11,5 5,1
Frankreich 161.348 81 0,1 29.731 18,4 4,7
Niederlande 49.804 82 0,2 6.097 12,2 3,5
Island 1.827 3 0,2 10 0,5 3,4
Kroatien 2.388 22 0,9 107 4,5 3,2
Österreich 17.384 33 0,2 693 4,0 3,0
Italien 239.410 577 0,2 34.644 14,5 2,6
Schweiz 31.293 44 0,1 1.681 5,4 2,3
Norwegen 8.777 26 0,3 249 2,8 2,2
Slovenien 1.541 7 0,5 111 7,2 1,8
Irland 25.396 5 0,0 1.726 6,8 1,1
Griechenland 3.310 8 0,2 190 5,7 1,0
Litauen 1.804 1 0,1 78 4,3 0,9
Finnland 7.167 12 0,2 327 4,6 0,9
Slovakei 1.607 18 1,1 28 1,7 0,8
Zypern 991 1 0,1 19 1,9 0,7
Malta 665 0 0,0 9 1,4 0,6
Estland 1.983 1 0,1 69 3,5 0,5
Ungarn 4.114 7 0,2 576 14,0 0,4
Lettland 1.111 0 0,0 30 2,7 0,4
Liechtenstein 83 0 0,0 1 1,2 0,0
* DIFFERENZ ZUM VORTAG, **DIFFERENZ ZUM VORTAG IN %
QUELLE: ECDC, STAND 25.06.2020
DIE DIFFERENZ ZWISCHEN DER 7-TAGE-INZIDENZ FÜR DEUTSCHLAND IN DIESER TABELLE UND DER
TABELLE 1.1.2 IST IN DEN UNTERSCHIEDLICHEN DATENQUELLEN BEGRÜNDET.
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VS – NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH
1.1.4 COVID-19 FÄLLE IN EINRICHTUNGEN GEMÄSS INFEKTIONSSCHUTZ-
GESETZ (IFSG)
Einrichtung Bestätigte Hospitalisiert Genesene Todesfälle
gemäß Fälle
Betreut/untergebracht 3.322 (+19) 2.373 (+10) 2.600 (+/-0) 620 (+1)
§ 23 IfSG* Personal tätig in
Einrichtung
13.735 (+18) 634 (+1) 13.600 (+/-0) 20 (+/-0)
Betreut/untergebracht 17.703 (+60) 4.038 (+12) 13.800 (+/-0) 3.509 (+5)
§ 36 IfSG** Personal tätig in
Einrichtung
9.843 (+25) 419 (+10) 9.700 (+/-0) 46 (+/-0)
* Z.B. KRANKENHÄUSER, ÄRZTLICHE PRAXEN, DIALYSEEINRICHTUNGEN UND RETTUNGSDIENSTE
** Z.B. PFLEGEEINRICHTUNGEN, UNTERKÜNFTE FÜR OBDACHLOSE ODER ASYLSUCHENDEN, JVA
RKI, STAND 25.06.2020
1.1.5 REPRODUKTIONSZAHL R
19.06.2020 20.06.2020 21.06.2020 22.06.2020 23.06.2020 24.06.2020 25.06.2020
1,06 1,79 2,88 2,76 2,02 0,72 0,59
[0,87-1,30] [1,33-2,23] [2,16-3,73] [2,10-3,42] [1,53-2,41] [0,56-0,91] [0,48-0,73]
QUELLE: RKI
Erläuterung
Die Reproduktionszahl R ist eine Kennzahl der Ausbruchsdynamik und beschreibt die durch-
schnittliche Anzahl Personen, die durch eine infizierte Person angesteckt werden (R>1, be-
deutet Zunahme der Neuinfektionen; R=1, bedeutet konstante Anzahl neuer Fälle; R<1, be-
deutet Abnahme der Neuinfektionen). Diese lässt sich nicht aus den Meldedaten ablesen, son-
dern nur durch statistische Verfahren, zum Beispiel auf der Basis des Nowcastings, schätzen.
Die im Rahmen des Nowcastings geschätzte Anzahl der COVID-19-Neuerkrankungen wird als
gleitendes 4-Tage-Mittel dargestellt, um Zufallseffekte einzelner Tage auszugleichen. Damit
ergibt sich die Berechnung des Punktschätzers von R für einen bestimmten Tag als einfacher
Quotient der Anzahl von Neuerkrankungen für diesen Tag geteilt durch die Anzahl von Neu-
erkrankungen 4 Tage davor.
QUELLE: RKI, STAND 25.06.2020
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1.1.6 AUSBRUCHSGESCHEHEN IN DEUTSCHLAND
250.000
200.000
150.000
Anzahl
100.000
50.000
0
Bestätigte Fälle Gesundete Aktive Fälle
QUELLE: RKI
Erläuterung
Die Abbildung zeigt die kumulierte Anzahl der an COVID-19 erkrankten Personen sowie der
gesundeten Personen. Datengrundlage ist die im täglichen Lagebericht des RKI verzeichnete
Gesamtzahl der übermittelten Fälle sowie ab dem 26.03.2020 die geschätzte Zahl der Gesun-
deten. Der Meldeverzug wird nicht berücksichtigt. Die Darstellung kann daher leicht von der
entsprechenden Grafik im RKI Dashboard abweichen.
4.000
3.500
3.000
2.500
Anzahl
2.000
1.500
1.000
500
0
15.05.
14.06.
01.05.
03.05.
05.05.
07.05.
09.05.
11.05.
13.05.
17.05.
19.05.
21.05.
23.05.
25.05.
27.05.
29.05.
31.05.
02.06.
04.06.
06.06.
08.06.
10.06.
12.06.
16.06.
18.06.
20.06.
22.06.
24.06.
26.06.
Diff. Best. Fälle z. Vortag Diff. Gesundete z. Vortag
QUELLE: RKI
Erläuterung
Zur besseren Darstellung der aktuellen Zahlen wurde der Darstellungszeitraum angepasst. Ab
sofort berichten wird nur noch den zurückliegenden sowie den aktuellen Monat.
Diese Abbildung zeigt die Differenz der Anzahl übermittelten COVID-19 Fälle bzw. der (ge-
schätzten) Anzahl der Gesundeten zum jeweiligen Vortag (siehe Abbildung auf S. 2). Die regel-
mäßigen Schwankungen bei den übermittelten Fällen sind durch das Meldeverhalten zu er-
klären: Erfahrungsgemäß werden am Wochenende weniger Fälle gemeldet, die dann montags
und dienstags nachgemeldet werden. Für den 26.06.2020 beträgt das Verhältnis der
Gesundeten zu den aktiven Fällen 177.100 zu 6.508 (3,7 % aktive Fälle).
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1.2 AUSBRUCHSGESCHEHEN DER LETZTEN SIEBEN TAGE UND AKTUELL
FREIE INTENSIVKAPAZITÄTEN
1.2.1 KUMULATION ÜBER DIE LETZTEN SIEBEN TAGE PRO
100.000 EINWOHNER
QELLE: GRAFIK BBK, ZAHLEN RKI, STAND 25.06.2020
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VS – NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH
1.2.2 ÜBERSICHT STARK BELASTETER REGIONEN
Region Fälle/100.000 Einwohner/ Verfügbare Transport Beurteilung
7 Tage kumulativ* Intensivbetten**
LK Gütersloh 192,8 1.302
LK Warendorf 50,4 1.744
LK Göttingen 47,2 884
* LK/SK HAT DIE GRENZE VON 35 ÜBERSCHRITTEN, ** INTENSIVBETTENZAHL IM UMKREIS VON 100 KM,
VERFÜGBARE INTENSIVBETTEN SCHLIESSEN DEN BETRIEB DES BETTES EIN
OHNE EINSCHRÄNKUNGEN MIT EINSCHRÄNKUNGEN MIT ERHEBLICHEN EINSCHRÄNKUNGEN
QUELLE: RKI, DIVI, BMG, DRK, STAND 25.06.2020
1.2.3 ZUSAMMENFASSUNG EPIDEMIOLOGIE - ÜBERLASTUNGSSITUATIONEN
Die Reproduktionszahl wird mit Stand 25.06.2020 auf 0,59 (95%-Prädikationsintervall
[0,48-0,73]) geschätzt.
Vermehrt werden Reihentestungen durchgeführt, z.B. durch Deutsche Post DHL,
Schlachtbetriebe. Dadurch können sich Fallzahlen in einzelnen Kreisen sprunghaft
erhöhen.
In Rheda-Wiedenbrück im Landkreis Gütersloh (NW) kam es beim Fleischproduzenten
Tönnies zu einem weitreichenden Ausbruchsgeschehen. Ein Lockdown für den Kreis
Gütersloh wurde beginnend ab 24.06. bis zunächst 30.06. verhängt. Eine erste Welle von
Infizierten soll es nach Angaben des NW-Gesundheitsministeriums bereits Ende Mai nach
einer „kirchlichen Veranstaltung“ gegeben haben. Möglicherweise stehen die Ausbrüche
bei Mitarbeitern der Fa. Tönnies und Westcrown Mitarbeitern im LK Cloppenburg in
Zusammenhang mit diesem Gottesdienst.
Die kostenfreien Testungen für die Bevölkerung sollen auf 10.000 pro Tag ausgeweitet
werden. Hierfür werden in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung weitere
Testzentren eingerichtet. Der Wohnort des überwiegenden Teils der Beschäftigten
befindet sich in: LK Gütersloh, LK Warendorf, LK Soest, Kreisfreie Stadt Bielefeld,
Kreisfreie Stadt Hamm und LK Paderborn. Im LK Soest wurden alle Tönnies-Mitarbeiter
(ca. 177) und die mit ihnen in häuslicher Gemeinschaft wohnenden Personen per
Allgemeinverfügung für 14 Tage ab 22.06. in Quarantäne geschickt. In Bielefeld wurden
168 Tönnies-Mitarbeiter unter Quarantäne gestellt. Laut NW-Gesundheitsminister
Laumann wurde von aktuell 2.000 Getesteten nur einer positiv getestet.
Die Stadt Verl hat im Stadtteil Sürenheide eine Quarantänezone eingerichtet. Bislang sind
78 Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die benachbarte Fleischfabrik
Kleinemas in Verl ist ebenfalls von der Abriegelung betroffen. 52 Mitarbeiter wohnen in
dem unter Quarantäne stehenden Stadtteil. Alle Mitarbeiter werden durch die Firma auf
Corona getestet.
Die 7-Tagesinzidenz beträgt im LK Soest 4,0, in der kreisfreien Stadt Bielefeld 6,0 und im
LK Paderborn 7,8, Fälle/100.000 Einwohner.
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Im Kreis Warendorf (NW) sind im Zusammenhang mit dem Ausbruchsgeschehen bei der
Fa. Tönnies 209 Infektionen aufgetreten. Für den Kreis wurde ebenfalls ein weitgehender
Lockdown verhängt. Schul-und Kitaschließungen ab 25.6.2020. Gemäß
Allgemeinverfügung Quarantäne für alle Mitarbeiter des Betriebs und Angehörige bis
03.07. Breites Testangebot für die Bevölkerung. Insgesamt leben in Kreis Warendorf 1.243
Tönnies Mitarbeiter. Das RKI unterstützt mit 3 mobilen Containment Scouts.
In der kreisfreien Stadt Hamm (NW), in der 104 Tönnies-Mitarbeiter leben, wurden
36 Mitarbeiter und 15 Angehörige infiziert. Bei 3 geschlossenen Schulen fielen die
Testergebnisse bislang negativ aus. Bei einer weiteren Schule, die am 24.06. geschlossen
wurde, war ein Schüler positiv getestet worden. Testangebot für alle 380 Schüler und
Lehrer. Die 7-Tagesinzidenz beträgt in der kreisfreien Stadt Hamm 20,7 Fälle/100.000
Einwohner.
Im Landkreis Unna (NW) sind an einer Grundschule in Schwerte und an einem
Berufskolleg in Lünen jeweils 1 positiver Fall festgestellt worden. 33 Tönnies Mitarbeiter
stehen im unter Quarantäne. 7 wurden positiv getestet. Die 7-Tagesinzidenz beträgt im
LK Unna 9,4 Fälle/100.000 Einwohner.
Im Landkreis Wesel (NW) wurden in einem fleischverarbeitenden Betrieb in Moers 79 von
225 Beschäftigten positiv getestet, ca. 120 Testergebnisse stehen noch aus. 43 Personen
stehen unter Quarantäne, der Betrieb soll am 26.6.2020 eingestellt werden. Die
7-Tagesinzidenz beträgt im LK Wesel 3,5 Fälle/100.000 Einwohner.
Im Landkreis Göttingen (NI) hatte die Stadt rund 700 Bewohner eines Gebäudekomplexes
unter Quarantäne gestellt. Am Montagabend (22.06.) durften rund 350 Bewohner ihre
Wohnungen verlassen, da sie 2-mal negativ getestet worden waren. Allgemeinverfügung
zum Tragen von MNB in Schulen. Eine weitere Verlängerung der Quarantäne wird aktuell
geprüft. Corona Ausbruch im Grenzdurchgangslager in Friedland. Dort wurden
21 Bewohner und eine Mitarbeiterin positiv auf Corona getestet worden.
Im Landkreis Cloppenburg (NI) sind die 3 in einem Schlachtbetrieb der Fa. Danish Crown
zunächst positiv gestesten Mitarbeiter doch nicht infiziert. Die Quarantäne bleibt
bestehen. Die Fa. Danish Crown hat bis 24.06. bereits 350 Beschäftigte testen lassen, die
Ergebnisse werden für heute (26.06.) erwartet. Insgesamt arbeiten 1.100 Beschäftigte in
dem Betrieb. Die 7-Tagesinzidenz wird im Landkreis Cloppenburg mit 0 Fällen/100.000
Einwohner angegeben.
Im Landkreis Oldenburg (NI) sind 35 Mitarbeiter eines Schlachtbetriebs in Wildeshausen
im Rahmen einer Reihentestung positiv getestet worden. Davon wohnen 12 Personen im
Landkreis Oldenburg. 150 direkte Kontaktpersonen wurden ermittelt. Ab 24.06. sollen alle
1.100 Beschäftigten untersucht werden. Ergebnisse werden ab heute (26.06.) erwartet. Der
Landkreis hat für die Kontaktpersonen ersten Grades, wie auch für direkte Arbeitskollegen
Quarantäne angeordnet. Weitere 150 Mitarbeiter sind bereits in Quarantäne. Der
benachbarte LK Diepholz hat 200 Werkvertragsarbeiter aus Wildeshausen in ihrer
Unterkunft unter Quarantäne gestellt. Die 7-Tagesinzidenz beträgt im LK Oldenburg 11,5,
im LK Diepholz 0,9 Fälle/100.000 Einwohner.
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In der kreisfreien Stadt Magdeburg (ST) stehen 523 Menschen in den Stadtteilen Neue
Neustadt und Salbke unter Quarantäne. Davon sind 82 infiziert. Die 7-Tagesinzidenz
beträgt in der kreisfreien Stadt Magdeburg 18,0 Fälle/100.000 Einwohner.
In Berlin (BE) Bezirk Neukölln wurden 13 Wohnhäuser an 7 Standorten mit insgesamt
370 Haushalten unter Quarantäne gestellt. Von 798 Tests sind bislang 106 positiv. Unter
den Infizierten sind 41 Kinder und Jugendliche. 85 Fälle können einem
Ausbruchsgeschehen im Umfeld einer Glaubensgemeinschaft zugeordnet werden.
Zahlreiche Bewohner dürfen ab Freitagnacht (26.06., 23.59 Uhr) wieder ihre Häuser
verlassen. Ausgenommen sind Haushalte, in denen noch eine aktive Infektion besteht. Die
Anzahl der hiervon Betroffenen steht noch nicht fest, weitere Testergebnisse stehen aus.
Im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg haben sich in einem Wohnkomplex 45 Bewohner mit
dem Coronavirus infiziert. 171 Bewohner haben sich freiwillig testen lassen. Die
betroffenen Haushalte wurden unter Quarantäne gestellt. Damit stehen nicht ganze
Wohnhäuser, wie in Neukölln, sondern einzelne Haushalte unter Quarantäne.
Im Bezirk Tempelhof-Schönefeld befinden sich 20 Polizeibeamte in Quarantäne. Die
Betroffenen leisten Dienst in einer Gefangenensammelstelle, hier gab es einen positiven
Fall.
Die 7-Tagesinzidenz beträgt in Mitte 16,1, Friedrichshain-Kreuzberg 19,0, Pankow 4,4,
Charlottenburg-Wilmersdorf 10,5, Spandau 18,0 Steglitz-Zehlendorf 3,9, Tempelhof-
Schöneberg 13,7, Neukölln 17,6, Treptow-Köpenick 6,6, Marzahn-Hellersdorf 14,9,
Lichtenberg 8,2 sowie in Reinickendorf 18,9 Fälle/100.000 Einwohner.
Im Landkreis München (BY) sind in einer Zweirad-Firma mit 71 Beschäftigten bislang
25 Fälle bekannt geworden. Von den Betroffenen leben 20 im Stadtgebiet München, die
übrigen verteilen sich auf mehrere Landkreise. Die 7-Tagesinzidenz beträgt in der
kreisfreien Stadt München 4,9, im LK München Land 1,7, im LK Eichstätt 0,0, im
LK Fürstenfeldbruck 0,5, im LK Starnberg 0,0 und im LK Rosenheim 3,2 Fälle/100.000
Einwohner.
Zur besseren Übersicht werden Tagesaktualisierungen in ROT markiert.
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1.3 INTENSIVKAPAZITÄTEN DEUTSCHLAND
1.3.1 ÜBERSICHT FREIER INTENSIVBETTEN PRO BUNDESLAND
QUELLE: DIVI-INTENSIVREGISTER, STAND 25.06.2020
Die Zahlen wurden auf Basis der am 25. Juni 2020 im DIVI-Intensivregister gemeldeten Ein-
richtungen je Bundesland generiert (gesamt 1.276 Klinikstandorte).
Seit dem 16. April 2020 sind alle Kliniken verpflichtet sich im DIVI-Intensivregister anzu-
melden und täglich die aktuellen Zahlen freier und belegter Intensivbetten zu aktualisieren.
Die Färbung entspricht dem Anteil der freien Intensivbetten auf Bundeslandebene. Dieser
schwankt zwischen 24% und 48%. Deutschlandweit sind 35% freie Intensivbetten angegeben.
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1.3.2 IM DIVI-INTENSIVREGISTER ERFASSTE INTENSIVKAPAZITÄTEN IN
DEUTSCHLAND
Beur-
ICU low care ICU high care ICU ECMO Insgesamt
teilung
Frei Gesamt Frei Gesamt Frei Gesamt Frei Gesamt
Baden-
Württemberg 305 1.063 1.044 2.500 72 88 1.421 3.651 39%
Bayern 419 1.279 1.061 3.303 82 99 1.562 4.681 33%
Berlin 72 279 256 1.141 15 21 343 1.441 24%
Brandenburg 125 337 302 761 7 7 434 1.105 39%
Bremen 21 53 57 146 3 3 81 202 40%
Hamburg 92 242 249 664 30 36 371 942 39%
Hessen 196 820 520 1.635 45 56 761 2.511 30%
Mecklenburg-
Vorpommern 75 333 169 522 15 17 259 872 30%
Niedersachsen 296 767 756 1.968 66 73 1.118 2.808 40%
Nordrhein-
Westfalen 571 2.103 1.577 4.884 126 164 2.274 7.151 32%
Rheinland-
Pfalz 183 522 437 921 21 26 641 1.469 44%
Saarland 96 216 156 433 10 14 262 663 40%
Sachsen 169 525 359 1.185 25 30 553 1.740 32%
Sachsen-Anhalt 91 290 292 796 25 29 408 1.115 37%
Schleswig-
Holstein 54 128 487 1.007 14 18 555 1.153 48%
Thüringen 162 405 214 582 15 16 391 1.003 39%
Gesamt** 2.927 9.362 7.936 22.448 571 697 11.434 32.507 35%
* ICU low care: Ohne invasive Beatmung; ICU high care: Mit invasiver Beatmung; ECMO: Extrakorporale
Membranoxygenierung: grün: keine Einschränkungen beim Betrieb der Intensivbetten
> 20% freie Intensivbetten 10-20 % freie Intensivbetten < 10 % freie Intensivbetten
** Datenkorrektur erfolgt in den nächsten Tagen (s. 1.3.4.)
QUELLE: DIVI, STAND 25.06.2020
1.3.3 KURZFRISTIGE PROGNOSE BENÖTIGTER INTENSIVBETTEN
(Wöchentliche Aktualisierung, Stand 22. Juni 2020)
Die folgenden kurzfristigen Prognosen benötigter Intensivbetten basieren auf dem
Erkrankungsbeginn von SARS-CoV-2 Fällen. Bei der Meldung erkrankter Fälle gibt es einen
Zeitverzug. Zu einem aktuellen Datum ist also nur ein Teil der neu erkrankten Fälle der letzten
Tage gemeldet. Durch Nowcasting wird eine Schätzung neu erkrankter, aber noch nicht
gemeldeter, SARS-CoV-2 Fälle unter Berücksichtigung des Diagnose- und Meldeverzug
erstellt. Aus dieser Schätzung wird die benötigte Zahl an Intensivbetten unter verschiedenen
Annahmen berechnet. Da neue Fälle nicht sofort, sondern mit einem gewissen Zeitverzug
intensivmedizinisch betreut werden müssen, kann eine kurzfristige Prognose zum Bedarf an
Intensivbetten gemacht werden. Für die Prognosen werden folgende Parameter
angenommen:
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VS – NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH
• Für die Wahrscheinlichkeit, dass ein Fall zur Versorgung auf die Intensivstation muss,
werden 1%, 3% oder 5% angenommen.
• Die mittlere Zeit von Erkrankungsbeginn bis zur Aufnahme auf einer Intensivstation
beträgt 10 Tage.
• Die mittlere Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation beträgt 14 oder 21 Tage.
Die Prognosen berücksichtigen die durch Nowcasting geschätzten Neuerkrankungen bis zum
18. Juni (durchgezogene schwarze Linie).
bei 14-tägigem Intensivaufenthalt bei 21-tägigem Intensivaufenthalt
-------- aktuelle Belegung 360 Stand 25. Juni 2020
---------- Start der Maßnahmen zur Eindämmung der SARS-CoV-2 Epidemie in
Deutschland (Bund-Länder-Vereinbarung zu Leitlinien gegen Ausbreitung des
Corona Virus vom 16. März 2020; Bundesweit umfangreiches Kontaktverbot
vom 23. März 2020).
1.3.4 ZUSAMMENFASSUNG INTENSIVKAPAZITÄTEN
Das DIVI-Intensivregister erfasste bundesweit am 25.06.2020 (14:15 Uhr) 1.276 meldende
Krankenhausstandorte. In der Bundesstatistik wird die Zahl von intensivbettenführenden
Kliniken auf 1.160 angegeben (manche Kliniken können dabei mehrere Standorte haben).
Angestrebt ist eine Vollerfassung.
Aktuell sind 32.507 Intensivbetten durch das Register erfasst, davon sind 11.434 frei (35%).
In den meldenden Einrichtungen befinden sich aktuell 331 COVID-19 Patienten in
intensivmedizinischer Behandlung. Davon werden 196 beatmet (54%). Aufgrund einer
systematischen Unterschätzung der Bettenzahlen in den Vortagen, kann die Veränderung
zum Vortag vom RKI nicht valide berechnet werden. Korrekturen der Bettenzahlen werden
nachträglich erfolgen.
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