20200630-lagebild-gemeinsamer-krisenstab-bmi-bmg
Dieses Dokument ist Teil der Anfrage „Lagebilder und Protokolle des Corona-Krisenstabs“
VS – NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH
1.1.3 EU-MITGLIED- UND SCHENGEN-STAATEN SOWIE GROßBRITANNIEN
Land Bestätigte Diff.* Diff. %** Todesfälle Todesfälle % 7-Tage-
Fälle Inzidenz
Schweden 65.137 0 0,0 5.280 8,1 88,9
Portugal 41.646 457 1,1 1.564 3,8 24,5
Luxemburg 4.242 25 0,6 110 2,6 19,9
Rumänien 26.313 291 1,1 1.612 6,1 11,7
Bulgarien 4.691 66 1,4 219 4,7 11,2
Tschechische
Republik 11.603 305 2,7 348 3,0 10,4
Großbritannien 311.151 901 0,3 43.550 14,0 10,2
Kroatien 2.691 67 2,6 107 4,0 9,2
Spanien 248.770 301 0,1 28.343 11,4 5,3
Polen 33.907 193 0,6 1.438 4,2 5,2
Belgien 61.361 152 0,2 9.732 15,9 4,9
Dänemark 12.675 0 0,0 604 4,8 4,9
Island 1.838 2 0,1 10 0,5 4,2
Deutschland 193.761 262 0,1 8.961 4,6 4,1
Österreich 17.625 63 0,4 702 4,0 3,8
Frankreich 162.936 0 0,0 29.778 18,3 3,8
Schweiz 31.534 62 0,2 1.681 5,3 3,8
Niederlande 50.147 73 0,1 6.105 12,2 3,2
Italien 240.310 174 0,1 34.738 14,5 3,0
Slovenien 1.581 9 0,6 111 7,0 2,9
Norwegen 8.815 0 0,0 249 2,8 2,0
Slovakei 1.664 7 0,4 28 1,7 1,4
Irland 25.439 2 0,0 1.735 6,8 1,2
Griechenland 3.376 10 0,3 191 5,7 1,0
Malta 670 0 0,0 9 1,3 1,0
Zypern 994 0 0,0 19 1,9 0,9
Finnland 7.191 0 0,0 328 4,6 0,9
Litauen 1.816 3 0,2 78 4,3 0,6
Estland 1.987 1 0,1 69 3,5 0,5
Ungarn 4.142 4 0,1 581 14,0 0,4
Lettland 1.116 1 0,1 30 2,7 0,3
Liechtenstein 83 0 0,0 1 1,2 0,0
* DIFFERENZ ZUM VORTAG, **DIFFERENZ ZUM VORTAG IN %,
QUELLE: ECDC, STAND 29.06.2020
DIE DIFFERENZ ZWISCHEN DER 7-TAGE-INZIDENZ FÜR DEUTSCHLAND IN DIESER TABELLE UND DER TABELLE 1.1.2 IST IN
DEN UNTERSCHIEDLICHEN DATENQUELLEN BEGRÜNDET.
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1.1.4 COVID-19 FÄLLE IN EINRICHTUNGEN GEMÄß INFEKTIONSSCHUTZ-
GESETZ (IFSG)
Einrichtung Bestätigte Hospitalisiert Genesene Todesfälle
gemäß Fälle
Betreut/untergebracht 3.353 (+3) 2.396 (+4) 2.600 (+/-0) 621 (+/-0)
§ 23 IfSG* Personal tätig in
Einrichtung
13.806 (+/-0) 636 (+1) 13.700 (+/-0) 20 (+/-0)
Betreut/untergebracht 17.829 (+23) 4.058 (+2) 14.000 (+100) 3.530 (+1)
§ 36 IfSG** Personal tätig in
Einrichtung
9.877 (+5) 422 (+/-0) 9.800 (+/-0) 45 (+/-0)
* Z.B. KRANKENHÄUSER, ÄRZTLICHE PRAXEN, DIALYSEEINRICHTUNGEN UND RETTUNGSDIENSTE,
** Z.B. PFLEGEEINRICHTUNGEN, UNTERKÜNFTE FÜR OBDACHLOSE ODER ASYLSUCHENDEN, JVA ETC.,
STAND 29.06.2020
1.1.5 REPRODUKTIONSZAHL R
23.06.2020 24.06.2020 25.06.2020 26.06.2020 27.06.2020 28.06.2020 29.06.2020
2,02 0,72 0,59 0,57 0,62 0,71 0,74
[1,53-2,41] [0,56-0,91] [0,48-0,73] [0,48-0,70] [0,50-0,77] [0,59-0,84] [0,61-0,85]
QUELLE: RKI
Erläuterung
Die Reproduktionszahl R ist eine Kennzahl der Ausbruchsdynamik und beschreibt die durch-
schnittliche Anzahl Personen, die durch eine infizierte Person angesteckt werden (R>1, be-
deutet Zunahme der Neuinfektionen; R=1, bedeutet konstante Anzahl neuer Fälle; R<1, be-
deutet Abnahme der Neuinfektionen). Diese lässt sich nicht aus den Meldedaten ablesen, son-
dern nur durch statistische Verfahren, zum Beispiel auf der Basis des Nowcastings, schätzen.
Die im Rahmen des Nowcastings geschätzte Anzahl der COVID-19-Neuerkrankungen wird als
gleitendes 4-Tage-Mittel dargestellt, um Zufallseffekte einzelner Tage auszugleichen. Damit
ergibt sich die Berechnung des Punktschätzers von R für einen bestimmten Tag als einfacher
Quotient der Anzahl von Neuerkrankungen für diesen Tag geteilt durch die Anzahl von Neu-
erkrankungen 4 Tage davor.
QUELLE: RKI, STAND 29.06.2020
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1.1.6 AUSBRUCHSGESCHEHEN IN DEUTSCHLAND
250.000
200.000
150.000
Anzahl
100.000
50.000
0
25.05.
02.03.
09.03.
16.03.
23.03.
30.03.
06.04.
13.04.
20.04.
27.04.
04.05.
11.05.
18.05.
01.06.
08.06.
15.06.
22.06.
29.06.
Bestätigte Fälle Gesundete Aktive Fälle
QUELLE: RKI
Erläuterung
Die Abbildung zeigt die kumulierte Anzahl der an COVID-19 erkrankten Personen sowie der
gesundeten Personen. Datengrundlage ist die im täglichen Lagebericht des RKI verzeichnete
Gesamtzahl der übermittelten Fälle sowie ab dem 26.03.2020 die geschätzte Zahl der Gesun-
deten. Der Meldeverzug wird nicht berücksichtigt. Die Darstellung kann daher leicht von der
entsprechenden Grafik im RKI Dashboard abweichen.
4.000
3.500
3.000
2.500
Anzahl
2.000
1.500
1.000
500
0
01.05. 08.05. 15.05. 22.05. 29.05. 05.06. 12.06. 19.06. 26.06.
Diff. Best. Fälle z. Vortag Diff. Gesundete z. Vortag
QUELLE: RKI
Erläuterung
Zur besseren Darstellung der aktuellen Zahlen wurde der Darstellungszeitraum angepasst. Ab
sofort berichten wir nur noch über den zurückliegenden sowie den aktuellen Monat.
Diese Abbildung zeigt die Differenz der Anzahl übermittelter COVID-19 Fälle bzw. der (ge-
schätzten) Anzahl der Gesundeten zum jeweiligen Vortag (siehe Abbildung auf S. 2). Die regel-
mäßigen Schwankungen bei den übermittelten Fällen sind durch das Meldeverhalten zu er-
klären: Erfahrungsgemäß werden am Wochenende weniger Fälle gemeldet, die dann montags
und dienstags nachgemeldet werden. Für den 30.06.2020 beträgt das Verhältnis der
Gesundeten zu den aktiven Fällen 179.100 zu 6.186 (3,3 % aktive Fälle).
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1.2 AUSBRUCHSGESCHEHEN DER LETZTEN SIEBEN TAGE UND AKTUELL
FREIE INTENSIVKAPAZITÄTEN
1.2.1 KUMULATION ÜBER DIE LETZTEN SIEBEN TAGE PRO
100.000 EINWOHNER
QUELLE: GRAFIK BBK, ZAHLEN RKI, STAND 29.06.2020
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1.2.2 ÜBERSICHT STARK BELASTETER REGIONEN
Region Fälle/100.000 Einwohner/ Verfügbare Transport Beurteilung
7 Tage kumulativ* Intensivbetten**
LK Gütersloh 112,6 1.334
* LK/SK HAT DIE GRENZE VON 35 ÜBERSCHRITTEN, ** INTENSIVBETTENZAHL IM UMKREIS VON 100 KM,
VERFÜGBARE INTENSIVBETTEN SCHLIESSEN DEN BETRIEB DES BETTES EIN
OHNE EINSCHRÄNKUNGEN MIT EINSCHRÄNKUNGEN MIT ERHEBLICHEN EINSCHRÄNKUNGEN
QUELLE: RKI, DIVI, BMG, DRK, STAND 29.06.2020
1.2.3 ZUSAMMENFASSUNG EPIDEMIOLOGIE - ÜBERLASTUNGSSITUATIONEN
Die Reproduktionszahl wird mit Stand 29.06.2020 auf 0,74 (95%-Prädikationsintervall
[0,61-0,85]) geschätzt.
Vermehrt werden Reihentestungen durchgeführt, z.B. durch Deutsche Post DHL,
Schlachtbetriebe. Dadurch können sich Fallzahlen in einzelnen Kreisen sprunghaft
erhöhen.
In Rheda-Wiedenbrück im Landkreis Gütersloh (NW) kam es beim Fleischproduzenten
Tönnies zu einem weitreichenden Ausbruchsgeschehen. Der Betrieb bleibt weiterhin
geschlossen. Der verhängte Lockdown im Landkreis wird bis zum 07.07.2020 verlängert.
Die Reihentestungen im Unternehmen wurden abgeschlossen, davon fielen 1.550 Tests
positiv aus. Bis jetzt wurden 14.321 Tests im LK Gütersloh durchgeführt, 3.007 Befunde
stehen noch aus. Im Zeitraum vom 22.06. bis 28.06. liegt die Zahl der festgestellten Fälle
in der Allgemeinbevölkerung bei (arbeitet nicht bei der Fa. Tönnies und lebt nicht mit
einem Tönnies-Mitarbeiter im Haushalt) 107. Somit steigt die Zahl der positiven Tests in
der übrigen Bevölkerung merklich an, die Mehrzahl der betroffenen Personen ist offenbar
asymptomatisch. Zum Teil ist dieser Anstieg vermutlich durch die starke Ausweitung der
Testung von asymptomatischen Personen bedingt. Bei Infizierten mit Symptomen und
bekanntem Erkrankungsbeginn ist weiter kein Anstieg der Erkrankungszahlen über die
Zeit erkennbar. Im Kreis Gütersloh werden zur Zeit 29 Patienten stationär behandelt, 5 auf
Intensivstation und 2 müssen beatmet werden.
Betriebe der Fleischindustrie in NW mit mehr als 100 Beschäftigten müssen ab 01.07. alle
Beschäftigten auf Kosten des Unternehmens mindestens 2-mal pro Woche testen lassen.
Mit dem Ausbruch im LK Gütersloh stehen auch erhöhte Fallzahlen in benachbarten
Kreisen in Verbindung, da viele Beschäftigte dort ihren Wohnsitz haben. Im LK Soest
wurden alle Tönnies-Mitarbeiter und die mit ihnen in häuslicher Gemeinschaft wohnenden
Personen per Allgemeinverfügung für 14 Tage ab 22.06. unter Quarantäne gestellt, in
Bielefeld 168 Tönnies-Mitarbeiter. Die Stadt Verl hat im Stadtteil Sürenheide eine
Quarantänezone eingerichtet. Die 7-Tagesinzidenz beträgt im LK Soest 3,6, in der
kreisfreien Stadt Bielefeld 5,4 und im LK Paderborn 9,1 Fälle/100.000 Einwohner.
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Im Landkreis Warendorf (NW) sind im Zusammenhang mit dem Ausbruchsgeschehen bei
der Fa. Tönnies 214 Infektionen aufgetreten. Insgesamt leben im LK Warendorf 1.243
Tönnies-Mitarbeiter. Im gesamten LK Warendorf sind 236 Personen infiziert. Der verfügte
Lockdown endet mit Ablauf des 30.06.2020. Schulen und Kitas sind seit dem 25.6.
geschlossen. Gemäß Allgemeinverfügung wurde Quarantäne für alle Mitarbeiter des
Betriebs und ihre Angehörigen bis 03.07 angeordnet. Es werden Tests in
Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern sowie bei Beschäftigten im Lebensmittelhandel, bei
Kioskpersonal sowie bei Bewohnern zentraler Gemeinschaftsunterkünfte durchgeführt.
Bis jetzt liegen über 7.000 negative Ergebnisse vor. Zudem breites Testangebot für die
Bevölkerung. Laut Bezirksregierung sei der Ausbruch im LK Warendorf eingegrenzt. Am
29.06. eröffnet ein drittes Testzentrum für die allgemeine Bevölkerung, neben Oelde und
Ahlen, in Warendorf am Krankenhaus. Es wurden bis 28.06. bereits 7.598 Tests
durchgeführt, 5.491 Ergebnisse liegen bereits vor. Lediglich 3 waren positiv. Die
7-Tagesinzidenz beträgt im LK Warendorf 22,0 Fälle/100.000 Einwohner.
In der kreisfreien Stadt Hamm (NW), in der 104 Tönnies-Mitarbeiter leben, wurden
56 Mitarbeiter und ihre Angehörigen infiziert, 3 Personen befinden sich in stationärer
Behandlung. Bei dem Hammer Fleischbetrieb Westfleisch fielen von
1.067 Testergebnissen 2 positiv aus, 150 Testergebnisse stehen noch aus. In der Stadt
Hamm stehen derzeit 438 Personen unter Quarantäne. Es wurden bis jetzt 7.531 Proben
durch Corona Mobile genommen. Insgesamt sind in der Stadt Hamm 63 Personen akut
mit Corona infiziert. Im Zusammenhang mit dem Infektionsgeschehen der Firma Tönnies
gab es an sechs Schulen und einer Kita Infektionen von Schülern. Vier Schulen wurden
geschlossen und die betroffenen Schüler getestet und unter Quarantäne gestellt. An den
beiden anderen Schulen sowie der Kita mussten keine Quarantänen verhängt werden.
Mehr als 1.000 Tests wurden durchgeführt. Die 7-Tagesinzidenz beträgt der kreisfreien
Stadt Hamm 9,5 Fälle/100.000 Einwohner.
Im Landkreis Unna (NW) sind 8 von 33 Tönnies Mitarbeiter infiziert. Alle Mitarbeiter
stehen unter Quarantäne. 7 wurden positiv getestet. Die 7-Tagesinzidenz beträgt im
LK Unna 7,9 Fälle/100.000 Einwohner.
Im Landkreis Wesel (NW) wurden in einem fleischverarbeitenden Betrieb der Fa. Öztas in
Moers 118 von 277 Beschäftigten positiv getestet. Die Beschäftigten stehen unter
Quarantäne, der Betrieb wurde am 26.06. für 2 Wochen eingestellt. Etwa ein Drittel der
infizierten Beschäftigten wohnt in der kreisfreien Stadt Duisburg (NW). Auch bei einem
fleischverarbeitenden Nachbarbetrieb gibt es zwei positiv Getestete. 66 Tests waren
negativ, 9 Ergebnisse stehen noch aus. Die 7-Tagesinzidenz beträgt im LK Wesel 22,0 und
in der kreisfreien Stadt Duisburg 24,7 Fälle/100.000 Einwohner.
Im Landkreis Göttingen (NI) Bei einem Corona-Ausbruch im Grenzdurchgangslager
Friedland ist die Zahl der Infizierten auf 49 gestiegen. Mindestens 39 Bewohner sowie 7
Mitarbeiter sind betroffen. Insgesamt leben 243 Bewohner in der Einrichtung. Die positiv
getesteten Bewohner werden separat von den anderen untergebracht. Die
7-Tagesinzidenz beträgt im LK Göttingen 15,5 Fälle/100.000 Einwohner.
Im Landkreis Oldenburg (NI) kam es zu einem Corona-Ausbruch in einem Puten-
Schlachtbetrieb in Wildeshausen. Die Reihentestungen sind weitgehend abgeschlossen, es
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liegen insgesamt 1.183 Ergebnisse vor, davon fielen 46 positiv aus. Der LK hat am 26.06.
die Schließung des Betriebs und eine 2-wöchige Quarantäne für die rund 1.100
Beschäftigten und ihre engen Angehörigen angeordnet. Die Kontaktverfolgung ergab
Querverbindungen in benachbarte Städte und LK. Ein infizierter Schlachthofmitarbeiter
hatte offenbar in einem Gottesdienst 10 weitere Personen angesteckt.
Der LK Diepholz, der bereits am 24.06. eine frühere Kaserne in Wagenfeld unter
Quarantäne gestellt hatte, hat die bereits bestehende Allgemeinverfügung verlängert bis
zum 10.07. In der Kaserne leben 200 Werkvertragsarbeiter aus dem Puten-Schlachthof.
Insgesamt seien rund 240 Personen von der Maßnahme betroffen. Alle Bewohner wurden
negativ getestet. Die 7-Tagesinzidenz beträgt im LK Oldenburg 23,1, im LK Diepholz
4,6 Fälle/100.000 Einwohner.
In Berlin (BE) Friedrichshain-Kreuzberg haben sich in einem Wohnkomplex 45 Bewohner
mit dem Corona Virus infiziert. Die betroffenen Haushalt (ca. 200 Personen) wurden unter
Quarantäne gestellt.
Ab Mitte Juli können sich alle Lehrer testen lassen.
Die 7-Tagesinzidenz beträgt in Mitte 10,7, Friedrichshain-Kreuzberg 6,6, Pankow 3,7,
Charlottenburg-Wilmersdorf 6,1, Spandau 11,5 Steglitz-Zehlendorf 4,2, Tempelhof-
Schöneberg 9,4, Neukölln 14,9, Treptow-Köpenick 5,5, Marzahn-Hellersdorf 4,8,
Lichtenberg 8,9 sowie in Reinickendorf 12,1 Fälle/100.000 Einwohner.
Im Kreis Neu-Ulm (BW) ist eine Viertklässlerin positiv getestet worden. Eine Lehrerin und
8 Mitschüler befinden sich in zweiwöchiger Quarantäne. Das Geschwisterkind besucht
einen Kindergarten, auch hier wurde die gesamte Gruppe in Quarantäne geschickt. Bereits
am 26.06. waren zwei Fälle an zwei Schulen bekannt geworden. 67 Menschen befinden
sich hier in Quarantäne. Die 7-Tagesinzidenz beträgt im LK Neu-Ulm 6,3 Fälle/100.000
Einwohner.
Zur besseren Übersicht werden Tagesaktualisierungen in ROT markiert.
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1.3 INTENSIVKAPAZITÄTEN DEUTSCHLAND
1.3.1 ÜBERSICHT FREIER INTENSIVBETTEN PRO BUNDESLAND
QUELLE: DIVI-INTENSIVREGISTER, STAND 29.06.2020
Die Zahlen wurden auf Basis der am 29. Juni 2020 im DIVI-Intensivregister gemeldeten Ein-
richtungen je Bundesland generiert (gesamt 1.270 Klinikstandorte).
Seit dem 16. April 2020 sind alle Kliniken verpflichtet sich im DIVI-Intensivregister anzu-
melden und täglich die aktuellen Zahlen freier und belegter Intensivbetten zu aktualisieren.
Die Färbung entspricht dem Anteil der freien Intensivbetten auf Bundeslandebene. Dieser
schwankt zwischen 26% und 49%. Deutschlandweit sind 37% freie Intensivbetten angegeben.
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1.3.2 IM DIVI-INTENSIVREGISTER ERFASSTE INTENSIVKAPAZITÄTEN IN
DEUTSCHLAND
Beur-
ICU low care ICU high care ICU ECMO Insgesamt
teilung
Frei Gesamt Frei Gesamt Frei Gesamt Frei Gesamt
Baden-
Württemberg 360 1.075 1.071 2.529 66 82 1.497 3.686 41%
Bayern 464 1.251 1.075 3.207 82 97 1.621 4.555 36%
Berlin 72 287 292 1.138 13 20 377 1.445 26%
Brandenburg 143 317 323 766 7 7 473 1.090 43%
Bremen 28 57 71 150 3 3 102 210 49%
Hamburg 88 242 280 692 30 35 398 969 41%
Hessen 221 791 531 1.636 46 57 798 2.484 32%
Mecklenburg-
Vorpommern 85 351 166 511 15 17 266 879 30%
Niedersachsen 299 752 789 1.961 63 73 1.151 2.786 41%
Nordrhein-
Westfalen 593 2.108 1.607 4.862 127 167 2.327 7.137 33%
Rheinland-
Pfalz 203 530 439 922 22 25 664 1.477 45%
Saarland 102 210 171 429 11 14 284 653 43%
Sachsen 223 533 386 1.194 25 30 634 1.757 36%
Sachsen-Anhalt 85 287 304 785 26 29 415 1.101 38%
Schleswig-
Holstein 58 124 466 1.007 11 18 535 1.149 47%
Thüringen 191 401 252 592 15 16 458 1.009 45%
Gesamt 3.215 9.316 8.223 22.381 562 690 12.000 32.387 37%
*ICU low care: Ohne invasive Beatmung; ICU high care: Mit invasiver Beatmung; ECMO: Extrakorporale
Membranoxygenierung: grün: keine Einschränkungen beim Betrieb der Intensivbetten
> 20% freie Intensivbetten 10-20 % freie Intensivbetten < 10 % freie Intensivbetten
QUELLE: DIVI, STAND 29.06.2020
1.3.3 KURZFRISTIGE PROGNOSE BENÖTIGTER INTENSIVBETTEN
(Wöchentliche Aktualisierung, Stand 22. Juni 2020)
Die folgenden kurzfristigen Prognosen benötigter Intensivbetten basieren auf dem
Erkrankungsbeginn von SARS-CoV-2 Fällen. Bei der Meldung erkrankter Fälle gibt es einen
Zeitverzug. Zu einem aktuellen Datum ist also nur ein Teil der neu erkrankten Fälle der letzten
Tage gemeldet. Durch Nowcasting wird eine Schätzung neu erkrankter, aber noch nicht
gemeldeter, SARS-CoV-2 Fälle unter Berücksichtigung des Diagnose- und Meldeverzug
erstellt. Aus dieser Schätzung wird die benötigte Zahl an Intensivbetten unter verschiedenen
Annahmen berechnet. Da neue Fälle nicht sofort, sondern mit einem gewissen Zeitverzug
intensivmedizinisch betreut werden müssen, kann eine kurzfristige Prognose zum Bedarf an
Intensivbetten gemacht werden. Für die Prognosen werden folgende Parameter
angenommen:
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• Für die Wahrscheinlichkeit, dass ein Fall zur Versorgung auf die Intensivstation muss,
werden 1%, 3% oder 5% angenommen.
• Die mittlere Zeit von Erkrankungsbeginn bis zur Aufnahme auf einer Intensivstation
beträgt 10 Tage.
• Die mittlere Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation beträgt 14 oder 21 Tage.
Die Prognosen berücksichtigen die durch Nowcasting geschätzten Neuerkrankungen bis zum
18. Juni (durchgezogene schwarze Linie).
bei 14-tägigem Intensivaufenthalt bei 21-tägigem Intensivaufenthalt
-------- aktuelle Belegung 332 Stand 29. Juni 2020
---------- Start der Maßnahmen zur Eindämmung der SARS-CoV-2 Epidemie in
Deutschland (Bund-Länder-Vereinbarung zu Leitlinien gegen Ausbreitung des
Corona Virus vom 16. März 2020; Bundesweit umfangreiches Kontaktverbot
vom 23. März 2020).
1.3.4 ZUSAMMENFASSUNG INTENSIVKAPAZITÄTEN
Das DIVI-Intensivregister erfasste bundesweit am 29.06.2020 (12:15 Uhr) 1.270 meldende
Krankenhausstandorte. In der Bundesstatistik wird die Zahl von intensivbettenführenden
Kliniken auf 1.160 angegeben (manche Kliniken können dabei mehrere Standorte haben).
Angestrebt ist eine Vollerfassung.
Aktuell sind 32.387 Intensivbetten durch das Register erfasst, davon sind 12.000 frei (37%).
In den meldenden Einrichtungen befinden sich aktuell 332 COVID-19 Patienten in
intensivmedizinischer Behandlung. Davon werden 183 beatmet (55%).
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