20200923-lagebild-gemeinsamer-krisenstab-bmi-bmg
Dieses Dokument ist Teil der Anfrage „Lagebilder und Protokolle des Corona-Krisenstabs“
VS – NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH
Im Stadtkreis Hamm (NW) sind zurzeit 136 Personen akut mit dem Coronavirus infiziert
(Stand: 21.09.2020), gegenüber dem Vortag gibt es 46 Neuinfektionen. Zwei Personen
befinden sich in stationärer Behandlung, es befindet sich eine Person auf der
Intensivstation. Insgesamt stehen mindestens 86 infizierte Personen aus Hamm im
Zusammenhang mit der Hochzeit. Die identifizierten Hochzeits-Gäste aus Hamm sind in
Quarantäne gesetzt und verpflichtend getestet worden.
In der kreisfreien Stadt Würzburg (BY) steigt mit 53 Neuinfektionen die Zahl der
insgesamt auf das Coronavirus positiv getesteten Menschen in Stadt und Landkreis
Würzburg auf 1.380. Davon entfallen 756 auf die Stadt und 624 auf den Landkreis
Würzburg. Laut einem Sprecher der Stadt ist in Würzburg derzeit keine Maskenpflicht auf
öffentlichen Plätzen geplant.
Im Landkreis Cloppenburg (NI) gab es am 21.09.2020 insgesamt neun neue Coronafälle.
Die Kreisverwaltung zählt derzeit 165 aktuelle Coronafälle. Dies sei erneut der bislang
höchste Wert seit Beginn der Corona-Pandemie im Landkreis Cloppenburg, heißt es
weiter.
In der kreisfreien Stadt München (BY) hat der Freistaat Bayern festgeschrieben, dass Fans
des FC Bayern München, die nach Budapest zum Supercup-Spiel am Donnerstag fahren,
danach in Quarantäne müssen. In München wurden für den 21.09.2020 (Stand 23:59 Uhr),
97 neue Corona-Fälle gemeldet. Die Zahl der derzeit gemeldeten Infizierten in München
beträgt aktuell 1.405. Die bisherigen Kann-Regeln für Städte und Landkreise mit einer
Inzidenz von 50 oder mehr werden laut Söder Soll-Regeln. Seine Zusammenfassung der
Maßnahmen für Corona-Hotspots lautet: „mehr Maske, weniger Alkohol und weniger
Personen bei privaten Feiern.“
Im Landkreis Vogtlandkreis (SN) gab es mit Stand vom 21.09.2020 26 positiv auf SARS-
CoV-2 getestete Personen und 88 aktive Fälle im gesamten Vogtlandkreis. Zur
Eindämmung der Coronafälle im oberen Vogtland hat das Landratsamt am Montagabend
den Erlass einer neuen Allgemeinverfügung angekündigt. Damit treten für
Markneukirchen, Bad Elster und Adorf strengere Einschränkungen in Kraft.
Im Landkreis Würzburg (BY) steigt mit 53 Neuinfektionen die Zahl der insgesamt auf das
Coronavirus positiv getesteten Menschen in Stadt und Landkreis Würzburg auf 1.380.
Davon entfallen 756 auf die Stadt und 624 auf den Landkreis Würzburg.
In der kreisfreien Stadt Gelsenkirchen (NW) wurde die kritische Marke von 35
überschritten. Deshalb wird die Anzahl der zulässigen Gäste bei privaten Feiern von 150
auf 50 begrenzt. Für Feste, die in gewerblich vermieteten Räumlichkeiten stattfinden, muss
der Veranstalter für das jeweilige Fest zudem eine Liste mit den Daten der
voraussichtlichen Teilnehmenden vorlegen. Darüber hinaus ergeht der dringende Appell,
in privaten Räumlichkeiten (z.B. Wohnungen) Feste aus herausragendem Anlass nur noch
mit höchstens 25 Teilnehmenden zu veranstalten.
Im Landkreis Neu-Ulm (BY) sind mit Stand 22.09.2020 zwei Neuinfektionen und
insgesamt 751 Fälle gemeldet.
Im Stadtkreis Remscheid (NW) drohen erneute coronabedingte Einschränkungen des
öffentlichen Lebens. Der städtische Krisenstab berät am 22.09.2020, wie man auf die
zuletzt deutlich gestiegenen Infektionszahlen reagiert. Im Gespräch sind unter anderem
S e i t e 12 | 26
VS – NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH
eine stadtweite Maskenempfehlung in der Öffentlichkeit, ein Verbot von Veranstaltungen
mit mehr als 300 Teilnehmern und zusätzliche Kontrollen, ob die bisher schon geltenden
Regeln eingehalten werden. Der Krisenstab der Stadt Remscheid hat neue Maßnahmen
zum Schutz vor weiteren Infektionen beschlossen: Erstens Information, zweitens
Intensivierung der Kontaktpersonennachverfolgung und drittens Ahndung von Verstößen
gegen die Coronaschutzverordnung, teilt die Stadt mit.
Im Landkreis Reutlingen (BW) in Dettingen haben sich bei einer privaten Feier 14
Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Rund 450 Kontaktpersonen der mittlerweile
20 Infizierten sind nun für zwei Wochen in Quarantäne. Die Corona-Infektionen auf der
privaten Feier bleiben zunächst ohne Folgen für die allgemeinen Corona-Vorschriften. Die
7-Tagesinzidenz beträgt im LK Reutlingen 29,3 Fälle/100.000 Einwohner.
Im Landkreis Rhön-Grabfeld (BY) wurden 25 Personen in Bad Königshofen und
Umgebung positiv auf Covid-19 getestet. Sie hätten sich wohl bei einer Hochzeitsfeier in
der Region angesteckt, bei der zwei Infizierte eingeladen waren. Insgesamt werden
Abstriche von 500 Menschen genommen. Bad Königshofen schließt Schulen, Kitas und
Pflegeheime. Außerdem herrscht ab 22.09.2020 bis zunächst einschließlich 23.09.2020 ein
Besuchsverbot in den Altenheimen in Bad Königshofen. Die 7-Tagesinzidenz beträgt im
LK Rhön-Grabfeld 28,9 Fälle/100.000 Einwohner.
In der kreisfreien Stadt Rostock (MV) in Lichtenhagen ist die erste Corona-Testreihe an
der Hundertwasser-Schule durchgeführt worden. Bei den bisher rund 800 Tests seien 15
Infektionen sicher festgestellt worden, davon drei Infektionen bei Lehrern, hieß es am
22.09.2020. In fünf weiteren Fällen seien die Ergebnisse allerdings noch unklar - diese
Tests sollen heute wiederholt werden. Aufgrund dieser Verdachtsfälle hatte die Stadt
zunächst eine höhere Infiziertenzahl bekanntgegeben und diese später nach unten
korrigiert. Die 7-Tagesinzidenz beträgt in der kreisfreien Stadt Rostock 14,8 Fälle/100.000
Einwohner.
Im Landkreis Rhein-Neckar-Kreis (BW) in Neulußheim haben sich 17 Menschen mit dem
Coronavirus infiziert. Das teilte das Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises mit. Am
vergangenen Mittwoch war bekannt geworden, dass ein Bewohner positiv getestet
worden war. Daraufhin hatte das Gesundheitsamt am Freitag freiwillige Tests angeboten.
Von den 19 Getesteten seien 16 mit dem Coronavirus infiziert. Deshalb sollen jetzt am
Dienstag alle Bewohner auf das Virus getestet werden. Momentan sind 38 Menschen in
der Flüchtlingsunterkunft gemeldet. Die 7-Tagesinzidenz beträgt im Landkreis Rhein-
Neckar 11,0 Fälle/100.000 Einwohner.
Im Landkreis Schwäbisch Hall (BW) in Schwäbisch Hall Sulzdorf haben sich offenbar
etliche Gäste mit dem Coronavirus angesteckt. Acht Teilnehmer seien nach der Party
positiv getestet worden, teilte das Landratsamt mit - insgesamt gab es bei bisher 48 Tests
14 positive Ergebnisse. Einzelne Abstriche stünden aber noch aus. Nach der Party hatte es
auch Folgefälle in Schulen gegeben, unter anderem mussten zwei Klassen einer
Grundschule in Quarantäne. Auch in einer Gemeinschaftsunterkunft im Stadtteil
Hessental wurden vier Bewohner mit dem Coronavirus infiziert, so das Landratsamt. Sie
wurden demnach in eine Unterkunft nach Michelfeld verlegt, in der aktuell keine
Flüchtlinge untergebracht sind. Die restlichen Bewohner der Unterkunft in Schwäbisch
S e i t e 13 | 26
VS – NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH
Hall-Hessental stehen unter Quarantäne und sollen getestet werden. Die 7-Tagesinzidenz
beträgt im Landkreis Schwäbisch Hall 11,0 Fälle/100.000 Einwohner.
Zur besseren Übersicht werden relevante Tagesaktualisierungen in ROT markiert.
1.3 INTENSIVKAPAZITÄTEN DEUTSCHLAND
1.3.1 ÜBERSICHT FREIER INTENSIVBETTEN PRO BUNDESLAND
Die Zahlen wurden auf Basis der am 22.09.2020 im DIVI-Intensivregister gemeldeten
Einrichtungen je Bundesland generiert (gesamt 1.285 Klinikstandorte).
Seit dem 16.04.2020 sind alle Kliniken verpflichtet sich im DIVI-Intensivregister anzumelden
und täglich die aktuellen Zahlen freier und belegter Intensivbetten zu aktualisieren.
Die Färbung entspricht dem Anteil der freien Intensivbetten auf Bundeslandebene. Dieser
schwankt zwischen 17% und 41%. Deutschlandweit sind 29% freie Intensivbetten angegeben.
1.3.2 IM DIVI-INTENSIVREGISTER ERFASSTE INTENSIVKAPAZITÄTEN IN
DEUTSCHLAND
Beur-
ICU low care ICU high care ICU ECMO Insgesamt teilung
Frei Gesamt Frei Gesamt Frei Gesamt Frei Gesamt
Baden-
190 1.893 792 1.445 83 101 982 3.338 29%
Württemberg
Bayern 247 2.433 870 1.869 88 108 1.117 4.302 26%
Berlin 27 510 176 713 21 33 203 1.223 17%
Brandenburg 81 474 244 458 5 5 325 932 35%
Bremen 17 115 34 98 5 6 51 213 24%
Hamburg 27 422 218 411 22 31 245 833 29%
Hessen 156 1.384 434 925 45 53 590 2.309 26%
Mecklenburg-
59 442 190 367 17 18 249 809 31%
Vorpommern
Niedersachsen 103 1.469 708 1.165 57 70 811 2.634 31%
Nordrhein-
486 3.905 1.527 3.279 142 188 2.013 7.184 28%
Westfalen
Rheinland-
121 771 363 692 25 28 484 1.463 33%
Pfalz
Saarland 23 279 153 288 13 15 176 567 31%
Sachsen 46 982 511 808 22 27 557 1.790 31%
Sachsen-
65 559 286 504 26 29 351 1.063 33%
Anhalt
Schleswig-
38 395 393 650 18 19 431 1.045 41%
Holstein
Thüringen 46 506 225 410 11 15 271 916 30%
Gesamt 1.732 16.539 7.124 14.082 600 746 8.856 30.621 29%
ICU low care: Ohne invasive Beatmung; ICU high care: Mit invasiver Beatmung; ECMO: Extrakorporale Membranoxygenierung;
> 20% freie Intensivbetten 10-20 % freie Intensivbetten < 10 % freie Intensivbetten
QUELLE: DIVI, STAND 22.09.2020
S e i t e 14 | 26
VS – NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH
1.3.3 KURZFRISTIGE PROGNOSE BENÖTIGTER INTENSIVBETTEN
Die folgenden kurzfristigen Prognosen benötigter Intensivbetten basieren auf dem
Erkrankungsbeginn von SARS-CoV-2 Fällen. Bei der Meldung erkrankter Fälle gibt es einen
Zeitverzug. Zu einem aktuellen Datum ist also nur ein Teil der neu erkrankten Fälle der letzten
Tage gemeldet. Durch Nowcasting wird eine Schätzung neu erkrankter, aber noch nicht
gemeldeter, SARS-CoV-2 Fälle unter Berücksichtigung des Diagnose- und Meldeverzug
erstellt. Aus dieser Schätzung wird die benötigte Zahl an Intensivbetten unter verschiedenen
Annahmen berechnet. Da neue Fälle nicht sofort, sondern mit einem gewissen Zeitverzug
intensivmedizinisch betreut werden müssen, kann eine kurzfristige Prognose zum Bedarf an
Intensivbetten gemacht werden. Für die Prognosen werden folgende Parameter
angenommen:
• Für die Wahrscheinlichkeit, dass ein Fall zur Versorgung auf die Intensivstation muss,
werden 1%, 3% oder 5% angenommen.
• Die mittlere Zeit von Erkrankungsbeginn bis zur Aufnahme auf einer Intensivstation
beträgt zehn Tage.
• Die mittlere Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation beträgt 14 oder 21 Tage.
bei 14-tägigem Intensivaufenthalt bei 21-tägigem Intensivaufenthalt
-------- aktuelle Belegung 278, Stand 22.09.2020
---------- Start der Maßnahmen zur Eindämmung der SARS-CoV-2 Epidemie in
Deutschland (Bund-Länder-Vereinbarung zu Leitlinien gegen Ausbreitung des
Corona Virus vom 16. März 2020; Bundesweit umfangreiches Kontaktverbot
vom 23.03.2020).
Wöchentliche Aktualisierung, Stand 22.09.2020
S e i t e 15 | 26
VS – NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH
1.4 TESTKAPAZITÄTEN
Übersicht der durchgeführten PCR Tests
Anzahl meldende Anzahl Testungen positive prozentualer Anteil
Kalenderwoche
Labore Tests der positiven Tests
32 168 733.990 7.330 1,0
33 188 891.988 8.661 1,0
34 196 1.055.662 8.921 0,9
35 181 1.101.299 8.178 0,7
36 180 1.051.125 7.754 0,7
37 185 1.120.835 9.675 0,9
WÖCHENTLICHE AKTUALISIERUNG, QUELLE: RKI, STAND 16.09.2020
Erläuterung
Die Daten zur Anzahl der in Deutschland durchgeführten PCR-Testungen werden wöchentlich
vom RKI zusammengestellt und mittwochs veröffentlicht. Ein Großteil der meldenden Labore
stammt aus einer bundesweiten Abfrage eines fachärztlichen Berufsverbands. Die Zahl der
Tests ist nicht mit der Zahl der getesteten Personen gleichzusetzen, da in den Angaben
Mehrfachtestungen von Patienten enthalten sein können.
Prognose der täglichen PCR Testkapazitäten
Anzahl meldende Anzahl Tests
Kalenderwoche
Labore Gesamt
33 151 183.977
34 157 191.768
35 163 210.142
36 168 202.761
37 168 217.499
38 165 219.092
WÖCHENTLICHE AKTUALISIERUNG, QUELLE: RKI, STAND 16.09.2020
Erläuterung
Die vorangestellte Tabelle gibt die prognostizierte PCR-Testkapazität pro Wochentag wieder
und wird jeweils dienstags für die folgende Kalenderwoche neu berechnet.
1.4.1 ZUSAMMENFASSUNG
Bislang wurden insgesamt 14.557.136 Tests mit 300.047 positiven Ergebnissen durch-
geführt.
Die erfassten maximalen Testkapazitäten haben sich in den letzten Wochen deutlich er-
höht. Für die 38. KW werden Kapazitäten von mind. 1.455.142 Tests prognostiziert
(Schätzung, Zahl variiert durch Anzahl der Labore und Arbeitstage). Dies deckt den
Bedarf für Deutschland gut ab.
In der 37. KW wurde von 70 Laboren ein Rückstau von insgesamt 32.398 abzuarbeitenden
Proben gemeldet. 44 Labore berichteten über Lieferschwierigkeiten für Reagenzien (in
der 36. KW 44 Labore).
S e i t e 16 | 26
VS – NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH
2 RESSOURCEN
2.1 RESSOURCEN GESUNDHEIT
2.1.1 ÜBERLASTUNGSANZEIGEN
Seit Beginn der Erfassung am 30.04.2020 sind am Robert Koch-Institut (RKI) insgesamt
19 Mitteilungen zu Kapazitätsengpässen in Landkreisen/ kreisfreien Städten eingegangen.
Derzeit liegen dem RKI keine Mitteilungen zu Kapazitätsengpässen der Kategorie 2 und 3
vor.
QUELLE: RKI, STAND 22.09.2020
2.2 UNTERSTÜTZUNGSLEISTUNG DER BUNDESANSTALT TECHNISCHES
HILFSWERK (THW)
2.2.1 ÜBERBLICK ÜBER COVID-19-EINSÄTZE IN THW-LANDESVERBÄNDEN
S e i t e 17 | 26
VS – NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH
2.2.2 ÜBERBLICK ÜBER ANZAHL LAUFENDER COVID-19-EINSÄTZE DES THW
2.2.3 EINSATZKRÄFTE DES THW
S e i t e 18 | 26
VS – NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH
2.2.4 ZENTRALE UNTERSTÜTZUNGSLEISTUNG LOGISTIK
S e i t e 19 | 26
VS – NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH
3 LAGEFELD INNERE SICHERHEIT [BMI]
Keine Änderung zum Vortag
Durch die Veränderungen des täglichen Lebens verändert sich auch die
Kriminalitätslage:
Insgesamt ist die Sicherheitslage weitgehend ruhig.
Das Anzeigenaufkommen in verschiedenen Deliktsbereichen war mit dem Lockdown
gesunken (z.B. Wohnungseinbruchs- und Taschendiebstahl, Raub). Mit der
zunehmenden Normalisierung des Alltagsverhaltens scheint sich die Kriminalitätslage
wieder der Lage vor der Pandemie anzunähern.
Im Wesentlichen hält sich die Bevölkerung an die Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der
Covid-19-Pandemie. Es kommt zu Verstößen gegen die Schutzmaskenpflicht und die
Abstandsregelungen.
Extremistische Gruppen nutzten die Krise zur Verbreitung und Verstärkung ihrer jeweiligen
ideologischen Narrative. Mittlerweile findet die Corona-Thematik in den Bereichen der PMK,
hier vornehmlich der PMK –links- und –rechts-, nicht mehr in der Breite ihren Niederschlag,
sondern insbesondere anlässlich von Großveranstaltungen, wie am ersten und am letzten
August-Wochenende in Berlin/BE.
In Bezug auf die Kriminalitätslage zeigen sich folgende bundesweite Trends:
Straftat 16.03.- 16.04.- 16.05.- 16.06. - 16.07. –
15.04. 15.05. 15.06. 15.07. 15.08.
Vermögens- und Fälschungsdelikte ↘ ↘ ↘ → ↘
Diebstahl insgesamt ↓ ↓ ↓ ↓ ↘
Rohheitsdelikte/Straftaten gegen die pers. Freiheit ↓ ↘ ↘ ↓ →
Sexueller Missbrauch von Kindern ↓ ↓ ↘ → →
Häusliche Gewalt → ↘ ↘ ↘ ↘
Widerstand und tätlicher Angriff auf/gegen PVB → → ↘ → →
Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz (IfSG) → ↓ ↘ ↘ →
Straftaten insgesamt ↓ ↘ ↘ → ↘
Erläuterung: Es handelt sich um Trends bei der Entwicklung des Anzeigeaufkommens auf Basis der Vorgangs-
bearbeitungssysteme der Länder, der Bundespolizei und des Zollkriminalamts. Hierfür erfolgt für den genann-
ten Zeitraum ein Vergleich mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum (Ausnahme: Verstöße gegen das IfSG,
hier ist der Vergleichszeitraum der Vorzeitraum); die Zahlen werden anhand der relativen Veränderung auf einer
fünfstufigen Skala (stark steigend > 25%; steigend 5-25%; eher gleichbleibend -5-5%; fallend -25- -5%; stark
fallend <-25%) bewertet. Die Dateneingaben erfolgen nicht nach länderübergreifenden Kriterien; es handelt sich
um reine Eingangsstatistiken (nicht qualitätsgesichert). Die Pandemiesituation kann eine Verschiebung zwischen
Hell- und Dunkelfeld der Kriminalität verursachen. Den hier für die Trends verwendeten aggregierten Daten sind
gewisse Ungenauigkeiten inhärent.
S e i t e 20 | 26
VS – NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH
Die Cyberkriminalität befindet sich weiterhin auf hohem Niveau. Die hauptsächliche
Bedrohung geht von Phishing und maliziösen/kriminellen Domains aus.
Bei Betrugsdelikten wird die Angst vor dem Coronavirus auf vielfältige Weise ausgenutzt.
Täter geben sich als Amtsperson aus, um Trickdiebstähle vorzubereiten. Der Modus des
Enkeltricks wird vermehrt in Form des angeblich infizierten Angehörigen angewandt.
Vermehrt kommt es zu Subventionsbetrugsfällen i.Z.m. staatlichen Corona-Soforthilfen. In
mehreren Bundesländern wurden offizielle Internetseiten für die Beantragung von Corona-
Soforthilfen imitiert, um mit den so erlangten Daten rechtswidrig Soforthilfen zu beantragen.
Antragsdaten werden von Kriminellen auch durch Anschreiben (per E-Mail) zu Angeboten für
Kurzarbeitergeld und Lohnausgleich sowie von angeblichen Förderbanken erlangt.
Es kommt zu Diebstählen von Hygiene- und medizinischen Artikeln. Hierbei sind
insbesondere Krankenhäuser, medizinische Einrichtungen und deren Belieferungswege
gefährdet.
Eine Zunahme der (sexuellen) Gewalt und des Missbrauches in Familien und Beziehungen
lässt sich in polizeilichen Hellfelddaten derzeit nicht erkennen. Zum Dunkelfeld: In einer
repräsentativen Befragung von Frauen in Deutschland im April und Mai berichteten knapp vier
Prozent der Teilnehmerinnen von sexueller Gewalt und knapp zwei Prozent von schwerer
körperlicher (nicht-sexueller) Gewalt durch (Ehe)Partner im Monat vor der Befragung. Nur
eine kleine Minderheit der Opfer nahm Hilfsangebote in Anspruch.
Im Bereich Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung kinderpornografischer Schriften ist
ein Anstieg der Anzeigenzahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum feststellbar.
Die Prostitution verlagert sich aufgrund des grundsätzlichen Ausübungsverbotes zunehmend
ins Dunkelfeld. Damit nehmen auch ausbeuterische Bedingungen und Gewalt zu, bei
gleichzeitig fehlender Erreichbarkeit für Hilfs-/Ausstiegsangebote, Gesundheitsberatung und
Kontrollen.
Derzeit gibt es keine wesentliche Beeinträchtigung der Einsatzfähigkeit der Polizeien.
Zukünftig sind die folgenden Szenarien denkbar:
Es besteht die Gefahr, dass mittels einfacher DDoS-Angriffe ganze Unternehmen
arbeitsunfähig werden können, insbesondere i.Z.m. Homeoffice und erhöhten Datenverkehr.
Seit dem 16.06.2020 steht die Corona-Warn-App der Bundesregierung zum Download bereit.
Datensicherheitsexperten warnen bereits vor betrügerischen Corona-Warn-Apps, die
täuschend echt aussehen, aber Nutzerdaten ausspähen.
Der Rauschgiftkonsum dürfte stabil bleiben, wobei eine weitere Verlagerung des Handels in
den digitalen Raum / Darknet wahrscheinlich ist.
Mit Andauern sowie infolge der Pandemie könnte die Situation immer stärker professionell
oder im großen Stil für geldwäscherelevante Taten genutzt werden. U.a. sind Aufkäufe von
Immobilien und Unternehmen durch Gruppierungen der Organisierten Kriminalität zu
befürchten.
S e i t e 21 | 26