20200809-lagebild-gemeinsamer-krisenstab-bmi-bmg
Dieses Dokument ist Teil der Anfrage „Lagebilder und Protokolle des Corona-Krisenstabs“
VS – NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH
1.1.3 EU-MITGLIED- UND SCHENGEN-STAATEN SOWIE GROßBRITANNIEN
Tabelle unverändert. Die nächste Aktualisierung erfolgt im Lagebild für den 11. August 2020.
Land Bestätigte Diff.* Diff. %** Todesfälle Todesfälle % 7-Tage-
Fälle Inzidenz
Luxemburg 7.073 66 0,9 119 1,7 74,4
Spanien 309.855 4.088 1,3 28.500 9,2 52,0
Rumänien 57.895 1.345 2,4 2.566 4,4 42,8
Malta 846 4 0,5 9 1,1 23,5
Belgien 71.923 858 1,2 9.861 13,7 22,2
Bulgarien 12.717 303 2,4 424 3,3 18,5
Schweden 81.967 427 0,5 5.766 7,0 18,3
Niederlande 56.982 601 1,1 6.153 10,8 17,5
Island 1.932 6 0,3 10 0,5 16,8
Frankreich 195.633 1.604 0,8 30.312 15,5 13,5
Tschechische
17.740 211 1,2 390 2,2 13,1
Republik
Schweiz 36.019 181 0,5 1.708 4,7 12,7
Zypern 1.195 15 1,3 19 1,6 12,7
Polen 49.515 726 1,5 1.774 3,6 11,8
Portugal 52.061 213 0,4 1.743 3,3 11,6
Dänemark 14.306 121 0,9 617 4,3 10,0
Großbritannien 308.134 950 0,3 46.413 15,1 8,8
Kroatien 5.404 28 0,5 155 2,9 8,2
Österreich 21.689 114 0,5 719 3,3 7,7
Irland 26.372 69 0,3 1.768 6,7 7,0
Griechenland 5.123 150 3,0 210 4,1 6,7
Deutschland 214.214 1.147 0,5 9.183 4,3 6,6
Estland 2.124 11 0,5 63 3,0 5,5
Norwegen 9.409 47 0,5 256 2,7 4,5
Slowenien 2.223 15 0,7 118 5,3 4,0
Slowakei 2.480 63 2,6 29 1,2 3,9
Litauen 2.171 24 1,1 81 3,7 3,9
Italien 249.204 401 0,2 35.187 14,1 3,4
Lettland 1.275 18 1,4 32 2,5 2,5
Finnland 7.532 20 0,3 331 4,4 2,0
Ungarn 4.597 33 0,7 600 13,1 0,9
Liechtenstein 89 0*** 0,0 1 1,1 0,0
* DIFFERENZ ** DIFFERENZ
ZUM VORTAG, ZUM VORTAG IN %,
KEINE ÄNDERUNG ZUM VORTAG,
***
QUELLE: ECDC, STAND 07.08.2020
DIE DIFFERENZ ZWISCHEN DER 7-TAGE-INZIDENZ FÜR DEUTSCHLAND IN DIESER TABELLE UND DER
TABELLE 1.1.2 IST IN DEN UNTERSCHIEDLICHEN DATENQUELLEN BEGRÜNDET.
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1.1.4 COVID-19 FÄLLE IN EINRICHTUNGEN GEMÄß
INFEKTIONSSCHUTZGESETZ (IFSG)
Einrichtung Bestätigte Hospitalisiert Genesene Todesfälle
gemäß Fälle
Betreut/untergebracht 3.676 (+18) 2.637 (+8) 2.900 (+/-0) 663 (+2)
§ 23 IfSG* Personal tätig in
Einrichtung
14.538 (+19) 663 (+1) 14.300 (+/-0) 23 (+/-0)
Betreut/untergebracht 18.779 (+31) 4.205 (-1) 14.900 (+100) 3.640 (+2)
§ 36 IfSG** Personal tätig in
Einrichtung
10.301 (+25) 436 (+1) 10.200 (+100) 39 (+/-0)
* Z.B. KRANKENHÄUSER, ÄRZTLICHE PRAXEN, DIALYSEEINRICHTUNGEN UND RETTUNGSDIENSTE,
** Z.B. PFLEGEEINRICHTUNGEN, UNTERKÜNFTE FÜR OBDACHLOSE ODER ASYLSUCHENDEN, JVA ETC.,
QUELLE RKI, STAND 08.08.2020
1.1.5 REPRODUKTIONSZAHL R
02.08.2020 03.08.2020 04.08.2020 05.08.2020 06.08.2020 07.08.2020 08.08.2020
1,11 1,09 1,02 0,90 0,99 1,16 1,32
[0,89-1,33] [0,84-1,32] [0,81-1,21] [0,71-1,05] [0,80-1,26] [1,02-1,33] [1,05-1,61]
QUELLE: RKI
Erläuterung
Die Reproduktionszahl R ist eine Kennzahl der Ausbruchsdynamik und beschreibt die durch-
schnittliche Anzahl Personen, die durch eine infizierte Person angesteckt werden (R>1,
bedeutet Zunahme der Neuinfektionen; R=1, bedeutet konstante Anzahl neuer Fälle; R<1,
bedeutet Abnahme der Neuinfektionen). Diese lässt sich nicht aus den Meldedaten ablesen,
sondern nur durch statistische Verfahren, zum Beispiel auf der Basis des Nowcastings,
schätzen. Die im Rahmen des Nowcastings geschätzte Anzahl der COVID-19-
Neuerkrankungen wird als gleitendes 4-Tage-Mittel dargestellt, um Zufallseffekte einzelner
Tage auszugleichen. Damit ergibt sich die Berechnung des Punktschätzers von R für einen
bestimmten Tag als einfacher Quotient der Anzahl von Neuerkrankungen für diesen Tag
geteilt durch die Anzahl von Neuerkrankungen 4 Tage davor.
QUELLE: RKI, STAND 08.08.2020
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1.1.6 AUSBRUCHSGESCHEHEN IN DEUTSCHLAND
QUELLE: RKI
Erläuterung
Die Abbildung zeigt die kumulierte Anzahl der an COVID-19 erkrankten Personen sowie der
gesundeten Personen. Datengrundlage ist die im täglichen Lagebericht des RKI verzeichnete
Gesamtzahl der übermittelten Fälle sowie ab dem 26.03.2020 die geschätzte Zahl der Gesun-
deten. Der Meldeverzug wird nicht berücksichtigt. Die Darstellung kann daher leicht von der
entsprechenden Grafik im RKI Dashboard abweichen.
QUELLE: RKI
Erläuterung
Zur besseren Darstellung der aktuellen Zahlen wurde der Darstellungszeitraum angepasst.
Berichtet wird nur noch der zurückliegende sowie der aktuelle Monat.
Diese Abbildung zeigt die Differenz der Anzahl übermittelten COVID-19 Fälle bzw. der
(geschätzten) Anzahl der Gesundeten zum jeweiligen Vortag (siehe Tabelle auf S. 2). Die regel-
mäßigen Schwankungen bei den übermittelten Fällen sind durch das Meldeverhalten zu er-
klären: Erfahrungsgemäß werden am Wochenende weniger Fälle gemeldet, die dann montags
und dienstags nachgemeldet werden. Für den 09.08.2020 beträgt das Verhältnis der
Gesundeten zu den aktiven Fällen 196.800 zu 9.895 (5,0 % aktive Fälle).
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1.2 AUSBRUCHSGESCHEHEN DER LETZTEN SIEBEN TAGE UND AKTUELL
FREIE INTENSIVKAPAZITÄTEN
1.2.1 KUMULATION ÜBER DIE LETZTEN SIEBEN TAGE PRO 100.000
EINWOHNER
QUELLE: GRAFIK BBK, ZAHLEN RKI, STAND 08.08.2020
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1.2.2 ÜBERSICHT STARK BELASTETER REGIONEN
Region Fälle/100.000 Einwohner/ Verfügbare Transport Beurteilung
7 Tage kumulativ* Intensivbetten**
LK Dingolfing-Landau 177,7 923
* LK/SK HAT DIE GRENZE VON 35 ÜBERSCHRITTEN , ** INTENSIVBETTENZAHL IM UMKREIS VON 100 KM,
VERFÜGBARE INTENSIVBETTEN SCHLIESSEN DEN BETRIEB DES BETTES EIN
OHNE EINSCHRÄNKUNGEN MIT EINSCHRÄNKUNGEN MIT ERHEBLICHEN EINSCHRÄNKUNGEN
QUELLE: RKI, DIVI, BMG, DRK, STAND 08.08.2020
1.2.3 ZUSAMMENFASSUNG EPIDEMIOLOGIE - ÜBERLASTUNGSSITUATIONEN
Im Landkreis Dingolfing-Landau (BY) wurden am 24.07. in Mamming auf einem Gemüse-
Betrieb mit ca. 480 Beschäftigten erste Fälle unter Erntehelfern festgestellt. Mit Stand
07.08. sind dem Ausbruch 249 Fälle zuzuordnen. Die Betroffenen stammen überwiegend
aus Rumänien und weiteren (süd-) osteuropäischen Ländern.
Durch Reihentestungen sind in einer benachbarten Konservenfabrik in Mamming mit
ca. 600 Saisonarbeitskräften 166 zusätzliche Fälle festgestellt worden. Auch am ca. 20 km
entfernten Standort der Konservenfabrik in Simbach (bei Landau) kam es zu einem
Ausbruch mit 7 Infektionen. Bei den 83 Mitarbeitern am Standort Eichendorf fiel die
Testung hingegen negativ aus. Die Konservenfabrik bleibt an allen Standorten vorerst
geschlossen.
Mit Stand 07.08. haben sich mehr als 6.000 Bürger in einem der vier Corona-Testzentren
testen lassen: lediglich 1 Bürger aus dem LK Dingolfing-Landau wurde nach der Rückkehr
von einer Reise positiv getestet. 1 weiteres positives Testergebnis ist einem Bürger aus dem
LK Landshut zuzuordnen. Mit Stand 07.08. sind im LK Dingolfing-Landau insgesamt
249 aktive Fälle registriert, davon 229 in den beiden Mamminger Betrieben sowie 7 am
Standort Simbach der Mamminger Konservenfabrik. Mit Stand 08.08. wird berichtet, dass
sich Herkunftsstaaten der Betroffenen beim Freistaat Bayern über die
Unterbringungssituation in Containern beklagt hätten.
In Hamburg (HH) sind auf der Werft Blohm+Voss bei einem Reihentest mit Stand 07.08.
78 Infektionen nachgewiesen worden, davon haben 42 Betroffene einen Wohnsitz in
Hamburg. Die Testung erfolgte, nachdem Ende vergangener Woche 6 Fälle in einem
abgrenzbaren Bereich mit 500 Beschäftigten festgestellt worden waren. Der Großteil der
Fälle verteilt sich auf rund ein Dutzend Subunternehmer. Die Arbeit in der Werft ruht bis
auf weiteres. In der kommenden Woche sollen Kontrolltests durchgeführt werden.
Seit 06.08. hat es in Hamburg insgesamt 134 Neuinfektionen gegeben. Hauptgrund für den
Anstieg der Fallzahlen ist der Ausbruch bei Blohm+Voss. Zudem finden sich auch
Reiserückkehrer unter den neuen Fällen. In Hamburg sind 432 aktive Fälle registriert,
davon werden 13 stationär und davon wiederum 8 intensivmedizinsch versorgt. Die
7-Tagesinzidenz beträgt in Hamburg 10,0 Fälle/100.000 Einwohner.
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Im Landkreis Ludwigslust-Parchim (MV) kam es bei Teilnehmern einer
Trauerkundgebung der türkisch-muslimischen Gemeinde in Parchim zu einem Ausbruch.
Mit Stand 07.08. wurden 10 Infektionen festgestellt. Teilnehmer der Trauerfeier und deren
Kontaktpersonen sind in Quarantäne. Für die kommende Woche ist eine Kontrolltestung
geplant.
Ebenfalls im LK Ludwigslust-Parchim wurden mit Stand 08.08. 3 Lehrkräfte des Goethe-
Gymnasiums in Ludwigslust positiv getestet. Die Schule wird vorsorglich bis 12.08.
geschlossen, Lehrpersonal und Schüler sollen getestet werden. 205 Schüler, die bei den
betroffenen Lehrkräften Unterricht hatten, sind in Quarantäne. Die 7-Tagesinzidenz
beträgt im LK Ludwigslust-Parchim 9,4 Fälle/100.000 Einwohner.
Der Landkreis Vechta (NI) meldet mit Stand 07.08. 56 aktive Fälle, 200 Personen befinden
sich in Quarantäne. Mitte Juli war es zu einem Ausbruch in einem
Hähnchenschlachtbetrieb gekommen. Für die aktuell hohen Fallzahlen ist kein
vordergründiges Ausbruchsgeschehen bekannt. Vereinzelt wird über Fälle bei
Reiserückkehrern berichtet. Die 7-Tagesinzidenz beträgt im LK Vechta 23,3 Fälle/100.000
Einwohner.
Im Landkreis Verden (NI) haben neben einzelnen Fällen in Unternehmen vor allem
Reiserückkehrer zu einem Anstieg der Fallzahlen geführt. Im LK sind mit Stand 07.08.
35 aktive Fälle registriert, 3 Patienten werden stationär behandelt. Die 7-Tagesinzidenz
beträgt im LK Verden 20,5 Fälle/100.000 Einwohner.
Im Landkreis Düren (NW) kam es auf einem Obsthof in Jülich zu einem Ausbruch; mit
Stand 05.08. sind 21 Erntehelfer infiziert. Der Betrieb steht seit vergangenem Wochenende
unter Quarantäne. Im LK Düren sind mit Stand 07.08. insgesamt 90 aktive Fälle registriert,
rund die Hälfte davon entfalle auf Reiserückkehrer. Die 7-Tagesinzidenz beträgt im
LK Düren 21,6 Fälle/100.000 Einwohner.
Im Landkreis Wesel (NW) sind mit Stand 07.08. 143 aktive Fälle registriert, es wird von
12 Neuinfektionen berichtet. Nach einer Hochzeitsfeier im LK Wesel war es Ende Juli zu
einem Ausbruch gekommen, der seinen Schwerpunkt jedoch im Nachbarlandkreis Kleve
hatte. Ein weiteres vordergründiges Ausbruchsgeschehen im LK Wesel ist nicht bekannt.
Die 7-Tagesinzidenz beträgt im LK Wesel 19,1 Fälle/100.000 Einwohner.
In der kreisfreien Stadt Duisburg (NW) bleibt die Fallzahl auf hohem Niveau. Die
Gesamtzahl der aktiven Fälle beträgt mit Stand 05.08. 137. Neben dem privat-häuslichen
und dem beruflichen Umfeld spielen Reiserückkehrer eine zunehmende Rolle. So waren
mit Stand 06.08. 46 Reiserückkehrer infiziert, viele davon seien in Serbien und der Türkei
gewesen. Die Aufklärung von Infektionsketten wird durch den erheblichen Anstieg an
Kontakten erschwert. Mit Stand 08.08. hat die Stadt das Naherholungsgebiet Masurensee
bis auf weiteres gesperrt, da sich aufgrund des Andrangs die Abstandsregeln nicht mehr
einhalten ließen. Die 7-Tagesinzidenz beträgt in der kreisfreien Stadt Duisburg
23,9 Fälle/100.000 Einwohner.
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Im Landkreis Unna (NW) sind mit Stand 07.08. 141 aktive Fälle registriert. Diese sind auf
mehrere Ursachen zurückzuführen. Darunter: 10 Infektionen erfolgten im Umfeld eines
Sportvereins, 29 Fälle sind Reiserückkehrern zuzuordnen, 5 Fälle stehen im
Zusammenhang mit einer Asylbewerberunterkunft und in 70 Fällen erkrankten
Kontaktpersonen von Infizierten. Die 7-Tagesinzidenz beträgt im LK Unna
22,8 Fälle/100.000 Einwohner.
In der kreisfreien Stadt Remscheid (NW) kam es seit dem 04.08. zu einem deutlichen
Anstieg der Fallzahlen. Mit Stand 07.08. sind 30 aktive Fälle registriert. Ursächlich für den
Anstieg seien nicht zuletzt infizierte Reiserückkehrer aus unterschiedlichen
Urlaubsdestinationen. Die 7-Tagesinzidenz beträgt in der kreisfreien Stadt Remscheid
19,8 Fälle/100.000 Einwohner.
Zur besseren Übersicht werden relevante Tagesaktualisierungen in ROT markiert.
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2 RESSOURCEN
2.1 UNTERSTÜTZUNGSLEISTUNG DER BUNDESANSTALT TECHNISCHES
HILFSWERK (THW)
2.1.1 ÜBERBLICK ÜBER COVID-19-EINSÄTZE IN THW-LANDESVERBÄNDEN
2.1.2 ÜBERBLICK ÜBER ANZAHL LAUFENDER COVID-19-EINSÄTZE DES THW
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2.1.3 EINSATZKRÄFTE DES THW
2.1.4 ZENTRALE UNTERSTÜTZUNGSLEISTUNG LOGISTIK
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3 LAGEFELD INNERE SICHERHEIT [BMI]
KEINE VERÄNDERUNG ZUM VORTAG.
Durch die Veränderungen des täglichen Lebens verändert sich auch die Kriminalitätslage:
Insgesamt ist die Sicherheitslage weitgehend ruhig.
Das Anzeigenaufkommen in verschiedenen Deliktsbereichen war mit dem Lockdown
gesunken (z.B. Wohnungseinbruchs- und Taschendiebstahl, Raub). Mit der
zunehmenden Normalisierung des Alltagsverhaltens scheint sich die Kriminalitätslage
wieder der Lage vor der Pandemie anzunähern.
Im Wesentlichen hält sich die Bevölkerung an die Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der
Covid-19-Pandemie. Es kommt zu Verstößen gegen die Schutzmaskenpflicht und die
Abstandsregelungen. Die Teilnahmebereitschaft am Demonstrationsgeschehen wegen
COVID-19 hat nachgelassen.
Extremistische Gruppen nutzen die Krise zur Verbreitung und Verstärkung ihrer jeweiligen
ideologischen Narrative. Im Bereich PMK-links ist ein deutliches Nachlassen von
Protestveranstaltungen, aber auch damit in Verbindung stehender Straftaten zu beobachten.
Vereinzelt rufen Rechtsextremisten unterschiedlicher Organisationen und Spektren noch dazu
auf, sich organisationsübergreifend an Protesten gegen die staatlichen Maßnahmen zu
beteiligen. Bisherige Erkenntnisse deuten aber darauf hin, dass eine solche Beteiligung von
Rechtsextremisten an (demokratischen) Kundgebungen in eher geringem Ausmaß erfolgt.
In Bezug auf die Kriminalitätslage zeigen sich folgende bundesweite Trends:
Straftat 16.03.-15.04. 16.04.-15.05. 16.05.-15.06.
Vermögens- und Fälschungsdelikte ↘ ↘ ↘
Diebstahl insgesamt ↓ ↓ ↓
Rohheitsdelikte/Straftaten gegen die pers. Freiheit ↓ ↘ ↘
Sexueller Missbrauch von Kindern ↓ ↓ ↘
Häusliche Gewalt → ↘ ↘
Widerstand und tätlicher Angriff auf/gegen PVB → → ↘
Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz (IfSG) → ↓ ↘
Straftaten insgesamt ↓ ↘ ↘
Erläuterung: Es handelt sich um Trends bei der Entwicklung des Anzeigeaufkommens auf Basis der Vorgangs-
bearbeitungssysteme der Länder, der Bundespolizei und des Zollkriminalamts. Hierfür erfolgt für den genann-
ten Zeitraum ein Vergleich mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum (Ausnahme: Verstöße gegen das IfSG,
hier ist der Vergleichszeitraum der Vorzeitraum); die Zahlen werden anhand der relativen Veränderung auf einer
fünfstufigen Skala (stark steigend > 25%; steigend 5-25%; eher gleichbleibend -5-5%; fallend -25- -5%; stark
fallend <-25%) bewertet. Die Dateneingaben erfolgen nicht nach länderübergreifenden Kriterien; es handelt sich
um reine Eingangsstatistiken (nicht qualitätsgesichert). Die Pandemiesituation kann eine Verschiebung zwischen
Hell- und Dunkelfeld der Kriminalität verursachen. Den hier für die Trends verwendeten aggregierten Daten sind
gewisse Ungenauigkeiten inhärent.
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