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Henry C. ist jeden Tag für "Eingeweihte"ab 2o.3o Uhr unter
der Telefon-Nr. 27780039 erreichbar. )
Der Plan schciterte angeblich an einer Verkehrsstockung.
GIS hatte den vorgesehenen Ort schon verlassen.
 Schriftlche Einzelheiten dieser N:tion liegen bei den
Unterlagen, die Vicky zur Zelt verwahrt.
Diese gesamten Unterlagen will CAIGNET demnächst nach
Bern holen.
Die Aktion "GRIES" soll im Rahmen Plan 1 wiederholt werden.
Weitere besondere Einzelheiten aus den Unterlagen ergeben
 sich aus einer Mitgliedsliste do-NSDAP.
Hinter einzelnen Namen sind Randbemerkungen angcmacht.


    a) KÜHL, Axel
       Schleswig
       wurde als Mitglied auf der Liste gestrichen,
       wurde als Verräter entlarvt.
       Der Vater des KÜHL soll beim Verfassungsschutz
       oder der Polizei sein.
       KÜHL war beim Druck des "Völkischen Beobachters"
       in England beteiligt.

         Das Sichorholtsbüro hat KÜHL zum Tode "verurteilt”.
         Das "Todesurteil" liegt in schriftlicher Ausfertigung
         bei den Unterlagen.
         Es wurde von UHL, VOLFGRAM und KOCH in seiner Eigen­
         schaft als Leiter dos Sicherheitsdienstes und
         "Vorsitzenden Richter" unterzeichnet.
         KÜHL war schon im Knast.
         Das Urteil soll bei nächster Gelegenheit vollstreckt
         werden.

     b) LEITNER, Wolfgang
        Eruck an der Mur
        soll Konttaktmann der Organisation in Österreich verden

    c)   ILLIAN,
         Wetzler
         soll Verräter soin, wird noch überprüft,
         coli aus der NSDAP ausgeschlossen werden.
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19.4.82 gegen 10—- Uhr Abfahrt Davos Richtung Bern.
Ryther führt als Gepäck einen Seesack für seinen Um­
zug ins Ausland bei sich.
Er brüstete sich mit einer Gaspistole, Kal. 8 mm.
Gegen 11— Ankunft in Schaan/Lichtenstein. Ryther
sucht ein Geschäft, das Gegenstände aus der NS-Zeit
verkaufen soll. Das Geschäft vird nicht gefunden.
Weiterfahrt nach Bern. Ankunft ca. 1445, Stadtbummel.
Dann Besuch bei Caignet, der gegen 1815 Uhr in seiner
Wohnung angetroffen wird.
Ryther und Qulle wurden durch Koch vorgestellt.
Koch fragte sofort, ob Ryther nach Paris kann.
Caignet erklärte, daß dies von ihm aus in Ordnung gehe,
er müsse aber erst bei den Kameraden der FNE in Paris
nachfragen, ob dort augenblicklich Platz sei. Caignet
ruft im Beisein der Drei Vicky in Paris an.
Diese sagt auch zu, Ryther kann sofort kommen.
Koch erläuterte, daß Ryther dringend die Schweiz ver­
lassen müsse. Ryther habe große Schulden und Ärger mit
der Polizei. Außerdem brauche er, Koch, einen zuverläs­
sigen Mann in Paris als Nachfolger von Uhl.
Koch befragte dann Caignet nach seiner letzten Zusammen­
kunft mit Uhl und Wolfgram.
Er hoffte vor allem hier zu klären,

a) wer Beide nach Deutschland gebracht habe
b) warum.

Koch ist Überzeugt, daß Beide verraten worden sind.
Er werde den Verräter enttarnen. Caignot erklärte,
daß er hierzu keine Angaben machen kann. Er habe die
Beiden vor der Abfahrt nach Deutschland nicht gesehen.
Koch solle Vicky, Etiene und Jean in Paris fragen.
Caignet und Koch erörterten dann die Verbindung der
Organisation zur NSDAP/NO,
Caignet hält, nach eigenen Worten nach dem Tode von
Uni selbst den Kontakt zu Lauck in Lincoln/USA. Die
Organisation hätte in der Vergangenheit cng mit Lauck
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hauptsächlich auf dem Gebiet der Propaganda zusammen­
gearbeitet. Laux wurde auch geldlich unterstützt.
Er, Caignet, schreibe noch heute Artikel für den NS-
Kampfruf. Dies soll sich aber in Zukunft ändern.
Das Zwölfer-Gremium habe beschlossen, Laueden Druck
des Kampfrufes für Europa zu entz/iehen und keinerlei
Gelder mehr zu überweisen. Der MS-Kapf ruf für Europa
soll in Kürze in England gedruckt werden. Verant­
wortlich soll ein

Toni Handcook (phon.)
Hotel Heidelberg
Brighton

sein. Axel Kühl hatte in England den Verlag mitge­
gründet, der den ’’Völkischen Beobachter” herausge­
geben hatte. Kühl soll damals ca. 800 engl. Pfund bei­
gesteuert haben. Die Gründung soll notariell in Brighton
erfolgt sein. Die Organisation machte sich damals schon
Gedanken darüber, woher Kühl als Arbeitsloser das Celd
hatte. Dies sei auch ein Hauptgrund für die Aufnahme
der ’’gerichtlichen Untersuchung” gegen Kühl gewesen,
die dann mit dem Todesurteil abschloß.
Caignet warnte Koch nocheinmal dringend vor Kühl.

20.4.82 Fahrt Bern-Base-Paris. Zwischen Bern und Basel
wurde die Munition Rythers in einem Steinbruch versteckt.
(Quelle kennt das Versteck).

 Ryther verfügt über mehrere Identitätskarten der Schweiz
 und einem Schweizer Reisepaß. Die Papiere sind alle auf '
 seinem Namen ausgestellt.
 Dio Organisation verfügt nach Angaben von Koch über
 mehrere Diplomatenpässe des Staates Libyen.
 Die Quelle hat selbst einen dieser Pässe, ausgestellt
 auf Wolfgram, bei den Unterlagen, die bei Vicky liegen,ce-
 schon. Uhl soll auch einen dieser Pässe besessen haben.
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Eintreffen Paris gegen 18— Uhr bei Vicky. Vicky über­
gab sofort die Unterlagen, die Uhl hinterlassen hatte.
Vicky hatte die Unterlagen angeblich vor der Polizei
bei einem Nachbar versteckt.
Koch, Ryther und die Quelle sahen die Unterlagen kurz
durch.
(siehe 1. Bericht).

Gegen 20— Uhr tauchte ein gewisser Jean-Pierre bei
Vicky auf. Er wohnt in der Nähe von Vicky, ist von
Beruf Reiseleiter und arbeitet in einem belgischem
Touristenbüro in Paris.
Jean-Pierre fungierte als Dolmetscher, da nur er und
Quelle englich sprachen und keiner der 3 Besucher
französisch konnte.
Vicky erzählte, daß sich Uhl und Wolfgram oft mit
einem Christian Müller und einem Hamon in Paris ge­
troffen hatten.
Müller ist der Pariser Organisation nicht bekannt.
Hamon wird von den Pariser Leuten als Polizeispitzol
bezeichnet.
Beide werden von der Organisation gesucht.
Koch hofft bei einer Klärung dieser Angelegenheit,
den Verräter von Uhl und Wolfgram zu entdecken.



20.4.82 Übernachtung bei Vicky. Am späten Abend Anruf von
Henri CAILLIEZ
Haus Nr. 4
Rue Dauphin du Temple
59400 Cambrai

Henri kennt angeblich Näheres Uber Hamon, will Einzel­
heiten jedoch nur bei einem persönlichen Treffen in
Cambrai mitteilen.
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    21.4. Stadtbummel Paris. Führung durch Jean-Pierre.
    Besichtigung Invaliden-Dom und Musée de 1’ Armée.
    Im Museum hängt die sogenannte "Münchener Blutfahne"
    der NSDAP und im Invaliden-Dom 4 Hackenkreuzfahnen.
    Jean-Pierre erklärt, daß die Organisation unbedingt
    die 5 Fahnen in ihren Besitz bringen will.
    Angeblich existiert schon ein Plan für die Aktion im
    Museum. Einige Mitglieder der Organisation wollen sich
    im Museum abends einschließen lassen und dann die Fahne
    entwenden.

    Abfahrt 15— Uhr von Paris nach Cambrai. 17— Uhr Orts­
    eingang Cambrai Polizeikontrolle. 18 Polizisten haben
    eine Straßensperre errichtet.
    Die Papiere werden peinlich genau kontrolliert, der Pkw
    durchsucht. Die Kontrolle dauert ca. 50 Minuten. Ein
    Grund hierfür wird nicht angegeben.

    Andere Fahrzeuge werden in dieser Zeit nicht kontrolliert.
    Nach der Kontrolle, es wird nichts beanstandet, wird die
    Straßensperre abgebaut.
    Koch uni nyther sprachen sofort von einer Falle.
    Koch konnte sich nicht erklären, woher die Polizei wußte,
    daß sie nach Cambrai unterwegs waren. Während der Dauer
    des Aufenthaltes in Cambrai wurden sie durch die Polizei
    beobachtet.
    Mehrere Polizisten mit Zivil-Pkw waren dauernd in der The.
    Gegen 1832 Uhr Eintreffen bei Henri. Henri ist führendes
    Mitglied der CDDRA. Henri war ziemlich aufgeregt, als er
    von der Kontrolle erfuhr. Er rechnete zu jeder Zeit mit
    einer Polizeikontrolle in seiner Wohnung. Henri berichtete
    dann von seinen letzten Begegnungen mit Uhl und Wolfgram.
    Uhl hatte Ende August ’81 ein Telegramm an Henri geschickt
    und sein kommen angekündigt. Henri war zur angegebenen
    Zeit am Bahnhof in Cambrai.
    Uhl und Wolfgram kamen jedoch nicht. Am nächsten Tag
    fand Henri dann einen Zettel von Uhl an seiner Haustür.
    Uhl und Wolfgram warteten demnach angeblich In einem
    Cafe in Cambrai. Als Henri hin kam, waren die Beiden nicht
    mehr da.
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 hi ließ dann ca. 1 Monat nichts mehr von sich hören.
Er meldete sich dann aus der Bretange. Er teilte mit, daß
er eine sichere Unterkunft gefunden habe.
Auch Hewicker und Anhang könnten dort unterkommen.
Hewicker mit Ehefrau, Bahlke und Töpfer wohnten zu dieser
Zeit bei Henri. Bekannte von Henri hatten aber schon einen
Unterschlupf für die 4 in Belgien gefunden. Der Umzug sollte
in Kürze erfolgen. Uhl muß dann zwischenzeitlich Bahlke und
Töpfer in Nordfrankreich, in der Nähe von Lille getroffen
haben. Uhl soll bei diesem Zusammentreffen angeblich Bahlke
mit vorgehaltenem Gewehr 2000,— DM abgenommen haben.
Bahlke hätte diesen Betrag Uhl noch geschuldet.

Hahike und Töpfer fuhren danach sofort zu Henri und trafen
dort viodor Heu-Icker nit Ehefrau. Hewicker soll sich nach
den Erzählungen von Henri sofort 2 Gewehre in Frankreich
gekauft haben und alle 4 zogen in Eile nach Gent um.
Henri hat Uhl und Wolfgram zu dieser Zeit nicht gesehen.
Er fuhr am 13.10.81 zu einem Freund (den Namen nannte
er nicht) nach Ffm um Kontakt zu Hook aufzunehmen.
Hook war zu dieser Zeit derkommissarische Leiter der HNG.
Deier verbüßte eine Haftstrafe. Henri und Hook wollten sich
am 21.10. in Ffm, Hauptwache treffen. Als Henri die
Münchener Geschichte morgens im Radio hörte, verabredete
er sich sofort mit Mook bei Frau Beier in der Kuselstraße.
Alle 3, Henri, Hook und Frau Beier, konnten sich nicht er­
klären, warum Uhl und Wolfgram Frankreich verlassen hatten.
Henri kehrte noch am gleichen Tag Uber Luxemburg nach
Frankreich zuräck.
In Carbroi brachte er sofort alle Unterlagen, die er im
Haus hatte, zu einem ihm bekannten Lehrer in der Nachbar­
schaft.
Er rechnete mit einer sofortigen Hausdurchsuchung durch
die französische Polizei. Die Durchsuchung fand dann auch
prompt am nächsten Tag statt.und verlief ohne Erfolg.
Koch hörte den Ausführungen von Henri aufmerksam zu und
bedankte sich dann fUr die Ausführungen.
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    Gegen 20— Uhr fuhr man zurück nach Paris zu Vicky.
    Bai Vicky waren Jean-Pierre, Etienne und ein gewisser
    Jan. Das Gespräch drehte sich wieder um den Aufenthalt
    von Hamon. Hamon soll angeblich aus dem Gefängnis ent­
    lassen sein. Jan und Etienne waren äußerst mißtrauisch,
    da Caignet den Besuch aus Deutschland nur bei Vicky an­
    gemeldet hatte.
    Etienne teilte mit, daß auch er zur Zeit von der Polizei
    überwacht werde. Vermutlich hänge dies auch mit der
     Kontrolle in Cambrai und letzten Endes mit den Deutschen
I
     zusammen.

    Gegen 23— Uhr gingen Jan und Etienne.Zurück blieben Koch,
    Ryther, Vicky, Jean-Pierre und die Quelle.
    Koch erläuterte Plan 3, 4 und 5 der Organisation.

    Plan 3
    Anschläge und Attentate auf Ausländer und Juden.
    Das ’’Gesindel” soll aus Angst Deutschland verlassen.
    Anschließend Anschläge auf linke Presse und andere Medien.
    Das Ziel ist ein ’’sauberes Deutschland”.

    Plan 4
    Versuch mit den bestehenden rechtsstaatlichen Mitteln,
    die Zulassung der alten NSDAP zu erreichen. Machtüber­
    nahme wie 1933. Sollte diese legale Machtübernahme
    scheitern, müsse die Organisation nach Plan 5 vorgehen.

    Plan 5
    Militanter Umsturz,
    Machtübernahme durch die NSDAP.

    Koch will dieses Stadium noch erleben ! 1



    22.4. Rückfahrt nach Frankfurt/Main. Ryther blieb in Paris.
    Koch verließ in Forbach das Auto und fuhr mit dem Zug nach
    Saarbrücken.
    Ab Forbach 17— Uhr,
    ar. Saarbrücken 17— Uhr,
    Koch befürchtete eine strenge Grenzkontrolle ■wegen der Vor-
    fülle in Cambrai,.
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Die Quelle (nein noch nicht in Deutschland polizeibe-
Kannten Fahrer) sollte nicht mit ihm zusammen bei der Grenz­
kontrolle auffallen.
Ankunft Ffm gegen 193° Uhr.


Panderkenntnlsse
Ryther wird von Koch telegrafisch benachrichtigt, zu
welchem Zeitpunkt er mit ihm, Koch, in Frankfurt/llain
in Verbindung treten soll. Ryther soll nicht bei Koch
anrufen. Telegrammadresse in Paris ist das noch be­
stehende offkielle Parteibüro der FNE.
Das Büro ist fast immer durch eine ältere Frau besetzt.
Ryther schickt seine Post an eine Deckadresse in Ffm.
Die Adresse ist der Quelle nicht bekannt.
Besucher aus Deutschland müssen sich in Paris, und
umgekehrt, in Zukunft durch ein Code-Wort zu erkennen
geben.


 Psrsoneneinschätzung.durch_die_Quellez
 Ryther: fanatisch, gibt sich als harten Mann aus, fast
         brutal gegenüber anderen, auch mit Worten,
         führt bedingungslos jeden Befehl der Partei aus,
         geistig nicht sehr beweglich, sportlich kräftig,
         dürfte in Paris bewaffnet sein.

 2£23    ist generell sehr mißtrauisch, überlegt bevor
         er handelt, Bauernschlau, nimmt seine Funktion
         als Chef des Sicherheitsdienstes sehr ernst,
         spricht nicht über Kameraden, nennt grundsätz­
         lich keine Nament
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