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Dieses Dokument ist Teil der Anfrage „Dokumente zu Nord Stream 2

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Vom Leitungsbereich auszufüllen
     Berlin, 4. April 2016
                                                                TGB-Nr.       07039/15

     Gesprächsvorbereitung                                      Eingang
                                                                Leitung

     St B                                                       V-/U-Nr.
     a.d.D.                                                                  Abzeichnungsleiste

                                                                St


     Betr.:                                                     AL

     St-Runde mit AA, BMF und BK-Amt zur EU-
                                                                UAL
     Koordinierung
                                                                            Referatsinformationen
     Ort: AA
                                                                Referats-
                                                                leiter/in
                                                                Bearbei-
                                                                ter/in
     Für den Termin am: 06.04.2016, 13:00 – 14:00 Uhr
                                                                Mit-
                                                                zeichnung
     Die Staatssekretärinnen und die Staatssekretäre haben Referat            E A 1 - 01 00 65/ 4
     Abdruck erhalten.                                     und AZ




I.          Gesprächsanlass/ Rahmen

     StS-Format zur Abstimmung über aktuelle europapolitische Themen AA/BMF/BMWi mit
     ChBK (AL 5) traf sich zuletzt am 02.03. im BMWi.
     Die EU-StS aller Ressorts trafen sich zuletzt am 15.02. (mit StM); die nächste EU-StS
     Sitzung ist am 11.04. (zeitgleich mit dem informellen Energieministerrat).

     Zur nächsten 4-er St-Runde wird turnusmäßig das BMF in 4-6 Wochen einladen.


II.         Themen-Übersicht

     Das 4er StS-Treffen findet im Vorfeld des WFA (07./08.04.), des informellen
     Energierats (11.04.), des Rats für Auswärtige Beziehungen (18.04.) und des
     eventuell stattfindenden JI-Rats (21.04.) statt. Die Finanzminister treffen sich informell
     am 22./23.04. in Amsterdam; die nächste formelle Sitzung des ECOFIN-Rates (mit
     Eurogruppe) ist erst am 25.05..




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                             Energieversorgungssicherheit (Gas-SoS-VO, Nord
                                       angesprochen.




III.   Zu den Einzelthemen




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4. Energieversorgungssicherheit (Gas-SoS-VO, Nord Stream 2)
  (IIA4)

  a) Sachstand/Hintergrund: Der KOM-Vorschlag zur Novellierung der
  Gassicherheitsverordnung (SoS-VO) ist Teil des sog Winterpakets zur
  Energieversorgungssicherheit vom 16.02.2016. Weitere Elemente sind eine
  Mitteilung über eine EU-Strategie für Flüssigerdgas und die Speicherung von
  Gas, Vorschläge zur Änderungen der Regeln für energiebezogene Verträge
  zwischen EU- und Drittstaaten sowie Papiere zu Energieeffizienz/Erneuerbare
  Energien (Wärme und Kälte).
  Der KOM-Vorschlag zur SoS-VO enthält eine Neuordnung der Strukturen:
  stärkere Aufsichtsfunktion und Einflussnahme der KOM auf die Organisation der
  Gasversorgungssicherheit. Regionale (Kooperations-)Strukturen statt bisherige
  nationale Strukturen, dabei verpflichtend vorgegebene regionale Cluster (DEU
  gemeinsam mit POL, SVK und CZE). Für Gasengpässe sollen in den regionalen
  Notfallplänen finanzielle, gesetzliche und technische Vorkehrungen getroffen
  werden. KOM fordert daneben Notifizierungspflicht für privatwirtschaftliche
  Gasbezugsverträge mit Unternehmen sowohl aus Dritt- als auch aus EU-Staaten,
  wenn individuell oder kumulativ mehr als 40% des Gasbedarfs eines
  Mitgliedstaats von diesem Anbieter oder Tochterunternehmen stammen.
  Interessenlage/Haltung BMWi: Wir sehen den KOM-Vorschlag sehr kritisch. Zwar
  befürworten wir eine stärkere regionale Zusammenarbeit und dass die KOM im
  Bereich der Gaskrisenvorsorge den marktbasierten Ansatz weiterverfolgt. Wir
  befürchten jedoch, dass durch den Vorschlag Deutschlands Handlungsfähigkeit
  im Krisenfall beeinträchtigt wird. Die regionale Zusammenarbeit in einer
  verpflichtend vorgegebenen Gruppe erscheint nicht praktikabel (u.a. notwendig,

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auch mit Benelux-Ländern, FRA und AUT zu kooperieren). Weitgehende
Pflichten, privatwirtschaftliche Verträge zu notifizieren, könnten den Wettbewerb
beeinträchtigen.
Zusammen mit AUT, BEL, FRA und ITA wurde Mitte März in Verhandlungen im
Rat ein gemeinsames Positionspapier eingebracht. Vorstellung desselben wurde
wegen der Terroranschläge in Brüssel auf 15.04. verschoben. Am 11.03. fand
Ressortgespräch zur Positionierung statt.


Den Vorschlag zur Novellierung der Gasversorgungs-
sicherheitsverordnung sehen wir bekanntlich kritisch (u.a. wg.
der starren Vorgabe zur regionalen Kooperation).
Das mit den Ressorts abgestimmte Positionspapier haben wir
gemeinsam mit AUT, BEL, FRA und ITA in den Rat
eingebracht. Wir gehen davon aus, dass es von weiteren MS
unterstützt wird.
Wegen der Terroranschläge in Brüssel wird das Papier in der
RAG Energie erst am 15.04. vorgestellt werden.

b) Sachstand/Hintergrund: Das Projekt Nord Stream 2, das das Konsortium aus
Gazprom (50%), Uniper (10%), BASF/Wintershall (10%), OMV (10%), ENGIE
(10%) und Royal Dutch Shell (10%) plant, soll die Kapazität der Ostseepipeline
durch zwei zusätzliche Stränge um 55 Mrd. Kubikmeter pro Jahr erweitern. Das
Konsortium begründet es mit einem zusätzlichen Gasbedarf in Europa (plus 140
Mrd. m³ in 2035).
Ihre Kritik am Projekt haben die Staats- und Regierungschefs von CZE, HUN,
POL, SVK, ROU, EST, LVA, LTU und HRV in einem Brief an KOM-Präs. Juncker
im März 2016 erneut zum Ausdruck gebracht: Nord Stream 2 sehen sie als
nachteilig für die Versorgungssicherheit, den bestehenden Gastransit und auch
nicht als Beitrag zur Diversifizierung. Die KOM wird aufgefordert das Projekt im
Lichte der ER-Schlussfolgerungen vom Dezember 2015, wonach neue
Infrastruktur mit den geltenden EU-Rechtsvorschriften und mit den Zielen der
Energieunion voll und ganz im Einklang stehen sollen, zu prüfen. Beim ER am
17./18.03. war das Projekt jedoch kein Thema.




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Interessenlage/Haltung BMWi: Die BReg insgesamt betrachtet Nord Stream 2 als
kommerzielles Vorhaben der beteiligten Unternehmen. BMWi befürwortet das
private Infrastrukturprojekt und begleitet es politisch. Dies entspricht dem
zwischen AA, BK’amt, BMF und BMWi auf AL-Ebene abgestimmten
Maßnahmenkatalog zur politischen Flankierung des Projekts.
AL II hat am 7.3. in Gespräch mit den „Gasnachbarn“ und auch am Rande des
Generaldirektorentreffens in Brüssel am 18.03. die deutsche Position erläutert
(v.a. kommerzielles Projekt, Gastransit durch UKR auch nach 2019).
Das Konsortium hat die beantragte Prüfung der rohstoffpolitischen
Förderungswürdigkeit im Rahmen eines Ungebundenen Finanzkredites (UFK)
am 25.02.2016 zurückgezogen.


Wie zwischen unseren Häusern vereinbart, ist es weiterhin
notwendig, dass wir den Staaten, die dem Pipelineprojekt
kritisch gegenüberstehen, unsere Haltung erläutern und damit
die Diskussion möglichst versachlichen.




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