VkBl Nr. 13 2017
Verkehrsblatt Nr. 13 2017
VkBl. Amtlicher Teil 621 Heft 13 – 2017
.1 die Wirkung von Wind und Wellen be- gung von 10 v. H. Vorräten und Treib-
rücksichtigt wird; und stoff; und
.2 die größte dynamische Rollamplitude .3 Zwischenzustand mit 50 v. H. Vorrä-
des Schiffes nach dem Verlust der ten und Treibstoff.
Last nicht zum Eintauchen unge-
3.4.1.9 Für Schiffe im Hebebetrieb müssen Lade-
schützter Öffnungen führt.
fälle im Stabilitätshandbuch enthalten
2.9.9 Betriebliche Vorkehrungen gegen sein, die die betrieblichen Beschränkun-
Kentern gen des Schiffes widerspiegeln. Gege-
benenfalls muss die Verwendung von
2.9.9.1 Schiffe müssen Bedingungen mit reso-
Gegenballast klar dokumentiert werden
nantem Rollen meiden, wenn sie sich im
und die Angemessenheit der Stabilität des
Hebebetrieb befinden.“
Schiffes im Falle des plötzlichen Verlustes
der Hakenlast muss nachgewiesen wer-
Kapitel 3 – Hinweise zur Erstellung von Stabilitäts- den.
unterlagen
3.4.1.10 Die jeweils zutreffenden der in den Absät-
3.4 Zu überprüfende Standardladefälle zen 2.9.3, 2.9.4, 2.9.5 oder 2.9.7 aufge-
stellten Kriterien müssen bei allen Lade-
3.4.1 Ladefälle fällen, bei denen ein Heben beabsichtigt
6 Die folgenden neuen Absätze 3.4.1.7 bis 3.4.1.10 ist, erfüllt werden, wobei sich die Haken-
werden hinter dem bestehenden Absatz 3.4.1.6 last in den ungünstigsten Lagen befindet.
hinzugefügt: Für jeden Ladefall müssen das Gewicht
und der Schwerpunkt der angehobenen
„3.4.1.7 Für ein Schiff im Ankerziehbetrieb müs- Last, die Hebevorrichtung und gegebe-
sen, zusätzlich zu den Standardladefällen nenfalls der Gegenballast enthalten sein.
für ein Frachtschiff in Absatz 3.4.1.2, die Die ungünstigste Lage kann aus dem
folgenden Ladefälle Standardladefälle Lastdiagramm entnommen werden und
sein: wird dort gefunden, wo die Summe der
.1 Betriebsladefall beim größten Tief- Momente um die Querachse und um die
gang, bei dem Ankerziehbetrieb erfol- Hochachse am größten ist. Die Prüfung
gen kann, mit den krängenden Hebel- zusätzlicher, den verschiedenen Baum-
armen gemäß der Definition in stellungen und (gegebenenfalls) Gegen-
Absatz 2.7.2 für die Leinenzugkraft, ballast mit unterschiedlichen Füllständen
die das Schiff aufbringen kann mit entsprechender Ladefälle kann erforder-
mindestens 67 v. H. Vorräten und lich sein.“
Treibstoff, bei dem alle relevanten 3.4.2 Annahmen für die Berechnung von Ladefällen
Stabilitätskriterien, wie sie in Ab-
satz 2.7.4 festgelegt sind, eingehalten 7 Im Absatz 3.4.2.3 wird der folgende Satz am Ende
werden; eingefügt:
.2 Betriebsladefall beim kleinsten Tief- „Fährt ein Schiff in Bereichen, in denen mit einer
gang, bei dem Ankerziehbetrieb erfol- Vereisung gerechnet werden kann, sind Zuschläge
gen kann, mit den krängenden Hebel- für Vereisung nach Maßgabe der Vorschriften des
armen gemäß der Definition in Kapitels 6 (Vereisung) zu berücksichtigen.“
Absatz 2.7.2 für die Leinenzugkraft, 8 Der Unterabsatz 3.4.2.7.5 wird gestrichen.
die das Schiff aufbringen kann mit 10
v. H. Vorräten und Treibstoff, bei dem 9 Der Unterabsatz 3.4.2.8.2 wird gestrichen und die
alle relevanten Stabilitätskriterien, wie übrigen Unterabsätze werden entsprechend um-
sie in Absatz 2.7.4 festgelegt sind, nummeriert.
eingehalten werden.
10 Die folgenden neuen Absätze 3.4.2.9 bis 3.4.2.11
3.4.1.8 Für ein Schiff im Hafen-, Küsten- oder werden wie folgt hinzugefügt:
Hochseeschleppbetrieb und/oder im As-
„3.4.2.9 Für Schiffe im Hafen-, Küsten- oder Hoch-
sistenzbetrieb müssen, zusätzlich zu den
seeschleppbetrieb, im Assistenzbetrieb,
Standardladefällen für ein Frachtschiff in
im Ankerziehbetrieb oder im Hebebetrieb
Absatz 3.4.1.2, die folgenden Ladefälle in
müssen bei der Berechnung von Ladefäl-
den Standardladefällen enthalten sein:
len Zuschläge gemacht werden für das zu
.1 größter Betriebstiefgang, bei dem erwartende Gewicht von Ladung an und
Schlepp- oder Assistenzbetrieb unter Deck, für Kette in Kettenkästen, für
durchgeführt wird, unter Berücksich- die zu erwartende Art von Draht oder Tau
tigung voller Vorräte und Treibstoff; auf Stautrommeln und für Draht auf den
Winden.
.2 kleinster Betriebstiefgang, bei dem
Schlepp- oder Assistenzbetr≠ieb 3.4.2.10 Für Schiffe im Ankerziehbetrieb muss die
durchgeführt wird, unter Berücksichti- Einhaltung der relevanten Stabilitätskrite-
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Heft 13 – 2017 622 VkBl. Amtlicher Teil
rien für jedes Schlepp-Pfostenpaar und und Warnbereichen (Grenze zwischen
die zugehörigen zulässigen Zugkräfte der Grün und Gelb) sowie zwischen den
Leine, einschließlich jeglicher baulichen Warnbereichen und Arbeitsstoppbe-
Teile oder Einrichtungen, die die Bewe- reichen (Grenze zwischen Gelb und
gung der Leine beschränken können, er- Rot) verwendet werden.“
folgen.
3.6 Stabilitätshandbuch
3.4.2.11 Für Schiffe im Ankerziehbetrieb müssen
12 Die folgenden neuen Absätze 3.6.3 bis 3.6.5 wer-
die Bezugsladefälle in Absatz 3.4.1.8 die
den hinter dem bestehenden Absatz 3.6.2 einge-
Stabilitätskriterien in Absatz 2.7.4 min-
fügt:
destens für das kleinste α von 5 Grad er-
füllen, wenn die auslegungsgemäße Zug- „3.6.3 Das Stabilitätshandbuch für Schiffe im An-
kraft Fd, auf das Schlepp-Pfostenpaar, kerziehbetrieb muss zusätzliche Angaben
das der Schiffslängsachse am nächsten enthalten über:
liegt, aufgebracht wird.“
.1 den größten Pfahlzug, die Zugkraft
3.5 Berechnung von Stabilitätskurven der Winde und die Haltekraft der
Bremse;
11 Der folgende neue Abschnitt 3.5.4 wird hinter dem
bestehenden Abschnitt 3.5.3 hinzugefügt: .2 Einzelheiten der Einrichtung zum
Ankerziehen, wie z. B. Lage des Be-
„3.5.4 Berechnung von Stabilitätskurven für festigungspunktes des Drahtes, Bau-
Schiffe im Ankerziehbetrieb, die dem art und Anordnung der Schlepp-Pfos-
Abschnitt 2.7 unterliegen ten, Heckrolle, alle Punkte oder
Elemente, an denen eine Zugkraft auf
3.5.4.1 Für die den vorgesehenen Ankerziehbe-
das Schiff einwirkt;
trieb abdeckenden Tiefgangs- (oder Ver-
drängungs-) und Trimmwerte sind Kurven .3 Erkennen kritischer Einströmöffnun-
(oder Tabellen) der zulässigen Zugkräfte gen;
als Funktion des zulässigen KG (oder GM)
.4 Hinweise zu den zulässigen Zugkräf-
bereitzustellen. Die Kurven (oder Tabellen)
ten für jede Betriebsart und jedes
müssen unter den folgenden Annahmen
Schlepp-Pfostenpaar, einschließlich
erstellt werden:
jeglicher baulichen Teile oder Einrich-
.1 KG ist das dem genehmigten Stabili- tungen, die die Bewegung der Leine
tätshandbuch entnommene größte beschränken können, als Funktion al-
zulässige KG; ler relevanten Stabilitätskriterien; und
.2 es müssen Angaben zur Kurve oder .5 Empfehlungen zur Nutzung von Roll-
Tabelle der zulässigen Zugkräfte für dämpfungssystemen.
jedes Schlepp-Pfostenpaar, ein- 3.6.4 Das Stabilitätshandbuch für Schiffe im
schließlich jeglicher baulichen Teile Hafen-, Küsten- oder Hochseeschleppbe-
oder Einrichtungen, die die Bewe- trieb und/oder im Assistenzbetrieb muss
gung der Leine beschränken können, zusätzliche Angaben enthalten über:
als Funktion der Stabilitätsgrenzkurve
enthalten sein; .1 den größten Pfahlzug;
.3 sofern dies wünschenswert ist, muss .2 die Einzelheiten der Auslegung der
für jeden speziellen Ladefall eine Kur- Schleppeinrichtung, einschließlich
ve oder Tabelle der zulässigen Zug- der Lage und der Bauart der (des) An-
kräfte bereitgestellt werden; griffspunkte(s) der Schleppleine, wie
z. B. Schlepphaken, Schleppblock,
.4 die für den Tiefgang (oder die Ver- Klüse oder jeder andere, diesem
drängung), den Trimm und KG (oder Zweck dienende Punkt;
GM) zu berücksichtigenden Werte
sind diejenigen vor der Einwirkung der .3 das Erkennen der kritischen Einström-
Zugkraft; und öffnungen;
.4 Empfehlungen für die Nutzung von
.5 sofern Tabellen zur Verfügung gestellt
Rolldämpfungssystemen;
werden, die die in Absatz 3.8.2 ange-
sprochenen Betriebs-, Warn- und .5 falls irgendein Draht usw. Teil des
Arbeitsstoppbereiche gegeneinander Leerschiffsgewichtes ist, müssen kla-
abgrenzen („Grüne“, „Gelbe“ oder re Hinweise zur Menge und Größe ge-
„Bernsteinfarbene“ bzw. „Rote“ Farb- geben werden;
kennzeichnung), dürfen die mit bauli-
.6 den größten und kleinsten Tiefgang
chen Gegebenheiten des Hecks, ein-
im Schlepp- und im Assistenzbetrieb,
schließlich der Leitrollen, verbundenen
Abgrenzungswinkel zur Festlegung .7 Anweisungen für die Nutzung der Vor-
der Grenzen zwischen den Betriebs- richtung zum schnellen Slippen; und
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.8 für Schiffe im Assistenzbetrieb müs- .7 Anweisungen wie z. B. Verfahren zur
sen die folgenden zusätzlichen Be- Aufnahme und Abgabe von Ballast
triebshinweise enthalten sein: zum Aufrichten des Schiffes nach
einem unfallbedingten Abfallen der
.1 eine Tabelle mit den zulässigen
Last;
Grenzwerten für den Krängungs-
winkel gemäß den in Absatz 2.7.3.4 .8 Erkennen kritischer Einströmöffnun-
als Funktion von Ladefall und gen;
Assistenzgeschwindigkeit enthal-
.9 Empfehlungen zur Nutzung von Roll-
tenen Kriterien; und
dämpfungssystemen;
.2 Anweisungen zu den verfügbaren
.10 Zeichnung des Kranes mit Angabe
Mitteln, um den Krängungswinkel
des Gewichtes und des Schwerpunk-
innerhalb der zulässigen Grenzen
tes, einschließlich vom Kranhersteller
zu halten.
festgesetzter Beschränkungen für
3.6.5 Für Schiffe im Hebebetrieb, die dem Ab- Krängung/Trimm;
schnitt 2.9 unterliegen, müssen im Stabili-
.11 ein Lastdiagramm des Kranes, mit an-
tätshandbuch zusätzliche Unterlagen ent-
gemessenen Abschlägen für die Wel-
halten sein:
lenhöhe;
.1 größtes Krängungsmoment für jede
.12 Lastdiagramm für Hebebetrieb, das
Richtung des Hebens/der Neigung als
die Bandbreite der beim Heben auf-
eine Funktion des Krängungsmo-
tretenden Betriebstiefgänge abdeckt
ments durch Gegenballast, sofern
und eine Zusammenfassung der Sta-
solcher verwendet wird, des Tief-
bilitätsergebnisse einschließt;
gangs und des Schwerpunktes in der
Senkrechten; .13 getrennt davon muss zur Information
ein vom Hersteller geliefertes Kran-
.2 sofern fester Gegenballast verwendet
handbuch bereitgestellt werden;
wird, müssen die folgenden Angaben
enthalten sein: .14 die Tabelle der Grenzwerte für die
Last, die Ausladung und die Lade-
.1 Gewicht des festen Gegenbal-
baumneigung der Hebeeinrichtung,
lasts; und
einschließlich Angabe von Grenzwin-
.2 Schwerpunkt des festen Gegen- keln für Schrägzug in der und senk-
ballasts in Längs- und Querrich- recht zu der Ladebaumebene und
tung und in der Senkrechten Grenzen des Schwenkbereiches so-
(LCG, TCG, VCG); wie Bezug auf die Schiffslängsachse;
.3 Ladefälle über die Bandbreite der .15 eine Tabelle, die Trimm und Krängung
Tiefgänge, bei denen Hebebetrieb mit des Schiffes in Beziehung setzt zur
der größten lotrechten Komponente Last, zur Ausladung, zum Schwenk-
der zu hebenden Last durchgeführt winkel und Grenzen sowie zu den
werden kann. Soweit zutreffend müs- Grenzen für Schrägzug in der und
sen für jeden Ladefall Kurven der auf- senkrecht zu der Ladebaumebene;
richtenden Hebelarme vor und nach
.16 Verfahren zur Berechnung der Winkel
dem Ablegen der Last angegeben
für Schrägzug in der und senkrecht zu
werden;
der Ladebaumebene sowie des
.4 Beschränkungen des Kranbetriebes, Schwerpunktes des Schiffes in der
einschließlich zulässiger Krängungs- Senkrechten (VCG) bei darauf einwir-
winkel, falls solche angegeben sind; kender Last;
.5 betriebliche Beschränkungen, wie z. B.: .17 sofern ein Anzeigesystem für das
Lastmoment eingebaut ist, die damit
.1 größte sichere Arbeitslast (SWL);
zusammenhängenden Daten und die
.2 größte Betriebsausladung aller im System enthaltenen Kennzahlen;
Ladebäume und Hebeeinrichtun-
.18 sofern die Schrägzüge in der und
gen;
senkrecht zu der Ladebaumebene an
.3 größtes Lastmoment; und der Hebeeinrichtung (Kran) den größ-
ten Winkel beim Gleichgewichtszu-
.4 Umweltbedingung, die Auswirkun- stand des Schiffes bestimmen, muss
gen auf die Stabilität des Schiffes das Stabilitätshandbuch eine Bemer-
hat; kung enthalten, die die Hebeeinrich-
.6 Anweisungen bezüglich des normalen tung als den die Stabilität während
Kranbetriebes, einschließlich solcher des Hebebetriebes begrenzenden
für die Verwendung von Gegenballast; Faktor kenntlich macht; und
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.19 Angaben zum Einsatz von (Stabili- .2 ausführliche Daten über die zulässi-
täts-)Pontons zur Unterstützung des gen Zugkräfte, Stabilitätsgrenzkurven
Hebebetriebes, sofern solche vorhan- und Empfehlungen zur Berechnung
den sind. von Ladefällen für das Schiff, ein-
schließlich Musterberechnungen.
Die Angaben in obigen Unterabsätzen .2
bis .19 dürfen in anderen an Bord des 3.8.2 Ein Einsatzplan muss vom Kapitän des
Schiffes befindlichen schiffsspezifischen Schiffes gebilligt und in Kopie vor dem Ein-
Unterlagen enthalten sein. In diesem Fall satzbeginn an einem Ort außerhalb des
muss im Stabilitätshandbuch ein Verweis Schiffes verwahrt werden. Richtlinien und
auf diese Unterlagen enthalten sein.“ Verfahren zur Festlegung eines schrittwei-
sen Einsatzplanes für einen bestimmten
und die bestehenden Absätze 3.6.3, 3.6.4 und 3.6.5
Einsatz müssen Anweisungen enthalten für:
werden entsprechend als Absätze 3.6.6, 3.6.7 und
3.6.8 umnummeriert. .1 Ermittlung und Berechnung von Lade-
fällen für alle wesentlichen Einsatz-
3.8 Betriebshandbücher für bestimmte Schiffstypen
phasen unter Berücksichtigung der
13 Die folgenden neuen Abschnitte 3.8 und 3.9 wer- erwarteten Verbräuche von Treibstoff
den hinter dem bestehenden Abschnitt 3.7 einge- und Vorräten, der Veränderungen der
fügt: Decksladung und der Auswirkungen
des Ausbringens oder Einholens des
„3.8 Betriebs- und Planungshandbücher Drahtes auf die Winden und Ketten-
für Schiffe im Ankerziehbetrieb, die kästen;
dem Abschnitt 2.7 unterliegen.
.2 Planung von Ballastvorgängen;
3.8.1 Zur Unterstützung des Kapitäns muss ein
Betriebs- und Planungshandbuch an Bord .3 Festlegung der günstigsten Abfolge
gegeben werden, das Richtlinien für die der Verbräuche und das Erkennen der
Planung und Durchführung bestimmter zu den stärksten Belastungen führen-
Einsätze enthält. Die Richtlinien müssen den Situationen;
Angaben enthalten, die ausreichen, um
.4 Erkennen der Möglichkeit oder der
den Kapitän dazu zu befähigen, die anzu-
Unzulässigkeit der Nutzung der Roll-
wendenden in diesem Code enthaltenen
dämpfungssysteme in allen Betriebs-
Anforderungen bei der Planung und dem
phasen;
Betrieb des Schiffes zu erfüllen. Soweit
zutreffend müssen darin die folgenden .5 Betrieb mit offenen Kettenkästen,
Angaben enthalten sein: z. B. zusätzliche Ladefälle für deren
asymmetrische Füllung oder sonstige
.1 Einrichtungen zum Ankerziehen, ein-
Maßnahmen zur Verringerung der
schließlich:
Möglichkeit einer Flutung;
- Anordnung von Einzelheiten der
.6 Sammeln aktualisierter Wettervorher-
Decksausrüstung zum Ankerzie-
sagen und für Festlegen von Umwelt-
hen (Winden, Drahtstopper,
bedingungen für den Ankerziehbe-
Schlepp-Pfosten usw.);
trieb;
- üblicher Anordnung von Ladung
.7 die Verwendung von Stabilitätsgrenz-
an Deck (Anker, Drähte, Ketten
kurven und vorgesehener Zugkräfte;
usw.);
.8 die Festlegung von Grenzwerten, bei
- Kettenkästen, die beim Ausbrin-
deren Überschreitung die Arbeit ab-
gen von Verankerungen genutzt
gebrochen werden muss:
werden;
.a zulässige Zugkräfte und Betriebs-
- Ankerzieh-/Schleppwinde;
sektoren für α;,
- Beistopperwinden;
.b Krängungswinkel gemäß den
- Heckrolle, einschließlich der seit- Stabilitätskriterien; und
lichen Begrenzungen an beiden
.c Umweltbedingungen;
Enden;
.9 Umsetzung und Festlegung von Ver-
- Hebeeinrichtungen, sofern vor-
fahren für Korrekturen und für Notfäl-
handen und sofern sie eine me-
le;
chanische Begrenzung gemäß
Absatz 3.4.2.10 bilden; und .10 Festlegung:
- typischer Drahtverläufe zwischen .a eines Betriebsbereiches, in dem
Winden und Heckrolle mit Dar- der normale Betrieb bis zur zuläs-
stellung der Sektoren, für die Ein- sigen Zugkraft stattfindet, (d. h.
schränkungen gelten; und ein „Grüner“ Bereich);
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.b eines Warnbereiches (d. h. eines Grad oder bei dem Punkt liegen
„Gelben“ oder „Bernsteinfarbe- darf, an dem der Draht vom Deck
nen“ Bereichs), in dem der Be- abhebt. Dessen ungeachtet darf
trieb gedrosselt oder unterbro- Einsätzen in angemessener Weise
chen werden kann, um die Rechnung getragen werden, die
Möglichkeiten des Schiffes für sich von üblichen Ankerziehein-
eine Rückkehr in den Betriebs- sätzen unterscheiden, bei denen
oder „Grünen“ Bereich abzuwä- die Einsatzplanung die Schiffssi-
gen: der Warnbereich darf nicht cherheit gewährleistet; und
kleiner sein als ein Winkel von 10
Grad, sofern die Tabelle 3.8.3 .11 Beispiele für die Darstellung der
nichts anderes festlegt; und zulässigen Zugkräfte werden in
der Anlage 3 zum Teil B gegeben.
.c eines „Arbeitsstopp“ Bereiches
(d. h. eines „Roten“ Bereiches), in 3.8.3 Die folgende Tabelle bietet eine Hilfestel-
dem der Einsatz abgebrochen lung für die Festlegung der zulässigen
werden muss, für den bei üblichen Zugkräfte und der Bereiche auf Grundlage
Einsätzen die Grenze zwischen der Verfügbarkeit von Zugüberwachung
Gelb und Rot bei nicht mehr als 45 und bordeigenem Stabilitätsrechner:
Tabelle 3.8.3
Verfügbarkeit von Zugüber- Zugüberwachung ist nicht Zugüberwachung ist verfüg- Sowohl Zugüberwachung
wachung und bordeigenem verfügbar bar, jedoch kein Stabilitäts- als auch ein Stabilitätsrech-
Stabilitätsrechner rechner verfügbar ner sind verfügbar
Zulässige Zugkraft Fp Größte Zugkraft Fp, die in- Fp wie im Stabilitätshand- Fp gemäß der mit dem Sta-
nerhalb des Betriebsberei- buch, in den Richtlinien zur bilitätsrechner für den vor-
ches auslegungsgemäß im Einsatzplanung oder im spe- liegenden Ladefall erfolgten
Draht wirken kann. zifischen Einsatzplan be- Berechnung.
schrieben.
Tabelle der zulässigen Werte Der erste Wert für α muss 5° Es können Tabellen erstellt Im Stabilitätshandbuch be-
betragen. Die einzige zuläs- werden für verschiedene reitgestellte Tabellen oder
sige Zugkraft ist die ausle- Tiefgangs-, Trimm-, KG- Kurven dürfen verwendet
gungsgemäß größte Zug- oder GM-Werte oder für werden, wo Fp im gesamten
kraft in der Leine, Fd. spezielle vorbestimmte La- uneingeschränkten Be-
Die Werte in der Tabelle ge- defälle. Die Werte in der Ta- triebsbereich die größte zu
ben Fd für solche Winkel α belle müssen den Bereich erwartende Drahtzugkraft
an, für die gilt: Fp ≥ Fd. von α = 0 bis α = 90º ab- übersteigt; andernfalls müs-
Der Warnbereich umfasst decken. Eine Tabelle muss sen für den vorliegenden
die Bereiche, in denen gilt: den Wert von Fp an kriti- Ladefall errechnete Tabellen
Fd > Fp ≥ die größte Zug- schen Punkten angeben und oder Kurven entwickelt wer-
kraft der Schleppwinde. die Tabelle muss für jedes den.
Schlepp-Pfostenpaar bereit-
Der Arbeitsstoppbereich um- gestellt werden.
fasst den gesamten übrigen
Bereich, in dem gilt: Fp < die
größte Zugkraft der Schlepp-
winde. Falls das Kriterium
bei α = 5° nicht erfüllt wird,
darf ohne Änderungen an
der Winde kein Ankerziehen
durchgeführt werden.
Bereiche Der Betriebsbereich muss Die Bereiche können entwe- Die Bereiche können entwe-
als der Sektor zwischen der auf Grundlage der in den der auf Grundlage der in den
den beiden nach außen- Richtlinien zur Einsatzpla- Richtlinien zur Einsatzpla-
bords gemessenen Werten nung enthaltenen üblichen nung enthaltenen üblichen
von α bestimmt werden, für betrieblichen Praxis ent- betrieblichen Praxis ent-
die gilt: Fp ≥ Fd. wickelt werden, z. B. so, wickelt werden, z. B. so,
dass der Betriebsbereich dass der Betriebsbereich
Der Warnbereich muss als auf der Heckrolle liegt, der auf der Heckrolle liegt, der
der Sektor bestimmt wer- Warnbereich nicht weiter als Warnbereich nicht weiter als
den, der zwischen dem α, 15 Grad über die Heckrolle 15 Grad über die Heckrolle
für das gilt: Fp = Fd und hinaus reicht und darüber hinaus reicht und darüber
dem α, für das gilt: hinaus der rote Bereich gilt, hinaus der rote Bereich gilt,
oder sie können für einen oder sie können für einen
Fp = die größte Zugkraft der bestimmten Betrieb entwi- bestimmten Betrieb entwi-
Schleppwinde, liegt.0 ckelt werden, bei dem der ckelt werden, bei dem der
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Verfügbarkeit von Zugüber- Zugüberwachung ist nicht Zugüberwachung ist verfüg- Sowohl Zugüberwachung
wachung und bordeigenem verfügbar bar, jedoch kein Stabilitäts- als auch ein Stabilitätsrech-
Stabilitätsrechner rechner verfügbar ner sind verfügbar
Bereiche Der Arbeitsstoppbereich Betriebsbereich durch die Betriebsbereich durch die
muss alle übrigen Bereiche um 10º verminderten Werte um 10º verminderten Werte
abdecken. Die Sektoren der nach außenbords ge- der nach außenbords ge-
müssen im Stabilitätshand- messenen Werte von α be- messenen Werte von α be-
buch, in den Richtlinien zur stimmt wird, für die gilt: stimmt wird, für die gilt:
Einsatzplanung oder in dem Fp = größte zu erwartende Fp = größte zu erwartende
speziellen Einsatzplan an- Drahtzugkraft, sofern α grö- Drahtzugkraft, sofern α grö-
gegeben werden. Das Sek- ßer ist als 20º. Falls dieses α ßer ist als 20º. Falls dieses α
tordiagramm kann für meh- kleiner ist als 20º, ist der kleiner ist als 20º, ist der
rere Ladefälle erstellt Betriebsbereich als der Sek- Betriebsbereich als der Sek-
werden. Falls das begren- tor bestimmt, der zwischen tor bestimmt, der zwischen
zende α kleiner als 5° ist, halben Werten der nach halben Werten der nach
darf ohne Änderungen an außenbords gemessenen außenbords gemessenen
der Winde kein Ankerziehen Werte von α liegt, für die Werte von α liegt, für die
durchgeführt werden. gilt: Fp = größte zu erwar- gilt: Fp = größte zu erwar-
tende Drahtzugkraft. In je- tende Drahtzugkraft. In je-
dem Fall ist der Warnbereich dem Fall ist der Warnbereich
festgelegt zwischen der festgelegt zwischen der
Grenze des Betriebsberei- Grenze des Betriebsberei-
ches und dem Wert von α, ches und dem Wert von α,
bei dem gilt: Fp = größte zu bei dem gilt: Fp = größte zu
erwartende Drahtzugkraft. erwartende Drahtzugkraft.
Für jeden Fall muss der Be- Für jeden Fall muss der Be-
triebsbereich für die zu er- triebsbereich für die zu er-
wartende Drahtzugkraft an- wartende Drahtzugkraft an-
gegeben werden. gegeben werden.
3.9 Betriebs- und Planungshandbücher .1 Ermittlung und Berechnung von Lade-
für Schiffe im Hebebetrieb, die dem fällen für alle wesentlichen Einsatz-
Abschnitt 2.9 unterliegen. phasen unter Berücksichtigung der
Veränderungen der Decksladung und
3.9.1 Ein Einsatzplan muss vom Kapitän des
der Auswirkungen des Ausbringens
Schiffes gebilligt und in Kopie vor dem Ein-
oder Einholens der Leine auf die Win-
satzbeginn an einem Ort außerhalb des
den (insbesondere wenn das Heben
Schiffes verwahrt werden. Zur Unterstüt-
bei großer Wassertiefe erfolgt);
zung des Kapitäns muss ein Betriebs- und
Planungshandbuch an Bord bereitgestellt .2 die Planung von Ballast- oder Gegen-
werden, das Richtlinien für die Planung und ballastvorgängen;
Durchführung spezieller Einsätze enthält.
.3 Erkennen der Möglichkeit der Nut-
3.9.2 Die Richtlinien müssen ausreichende An- zung der Rolldämpfungssysteme in
gaben enthalten, um den Kapitän zur Pla- allen Betriebsphasen;
nung und zum Betrieb des Schiffes gemäß
den in diesem Code enthaltenen einschlä- .4 Sammeln neuester Wettervorhersa-
gigen Anforderungen zu befähigen. So- gen, um die Umweltbedingungen für
weit zutreffend müssen darin die folgen- den beabsichtigten Hebebetrieb fest-
den Angaben enthalten sein: zusetzen;
.1 Hebeeinrichtungen, Leistungsvermö- .5 gegebenenfalls Verwendung von Sta-
gen und Verfahren für den Betrieb des bilitätsgrenzkurven;
Hebesystems; und
.6 Festlegung von Grenzwerten, bei de-
.2 Ausführliche Daten zum Hebevermö- ren Überschreitung die Arbeit abge-
gen des Schiffes, zu betrieblichen Be- brochen werden muss:
schränkungen, zu Beschränkungen
der Aufnahmefähigkeit von Ladung, .1 Krängungswinkel gemäß den
zu Stabilitätsgrenzkurven und zu Stabilitätskriterien; und
Empfehlungen für die Berechnung .2 Umweltbedingungen; und
von Ladefällen für das Schiff, ein-
schließlich Beispielrechnungen. .7 Umsetzung und Festlegung von Ver-
fahren für Korrekturen und für Notfäl-
3.9.3 Richtlinien und Verfahren zur Festlegung
le.“
eines schrittweisen Einsatzplanes für
einen bestimmten Einsatz müssen Anwei- und der bestehende Abschnitt 3.8 wird umnumme-
sungen enthalten für: riert als Abschnitt 3.10.
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Kapitel 4 – Computergestützte Teil B – Anlagen
Stabilitätsberechnungen
15 Am Ende von Teil B wird eine neue Anlage 3 wie
4.1 Stabilitätsrechner folgt hinzugefügt:
4.1.4 Funktionale Anforderungen „Anlage 3
14 Der folgende neue Absatz 4.1.4.2 wird hinter dem
bestehenden Absatz 4.1.4.1 eingefügt: Empfohlenes Modell für die grafische oder tabel-
larische Darstellung zulässiger Zugkräfte zur Ver-
„4.1.4.2 Für Schiffe im Ankerziehbetrieb müssen wendung beim Ankerziehbetrieb.
Planungswerkzeuge gemäß den Anforde-
rungen des Betriebshandbuchs bereitge- Die Aufnahme eines empfohlenen Modells für die
stellt werden. Es müssen Angaben z. B. zu Darstellung zulässiger Zugkräfte als Funktion von α
Ballast- und Verbrauchsabfolgen, zur zu- könnte für einen universellen Informationsstandard
lässigen Zugkraft, zu Arbeitsbereichen, zu von Vorteil sein. Diese einheitliche Darstellung wird
Krängungswinkeln und zur Verwendung seine Verbreitung und die Vertrautheit der Betreiber
von Rolldämpfungseinrichtungen ge- mit dem Schiff und seiner Ausrüstung fördern.
macht werden.“
Hier wird ein Beispiel für eine mögliche grafische
und die bestehenden Absätze 4.1.4.2 bis 4.1.4.7 Darstellung der zulässigen Zugkraft sowohl in Form
werden entsprechend in 4.1.4.3 bis 4.1.4.8 um- einer Tabelle als auch in Form eines Diagramms
nummeriert. eingefügt.
TABELLE DER ZULÄSSIGEN DRAHTZUGKRAFT AM BEISPIEL EINES ANKERZIEHSCHLEPPERS
Trimm (M) -0,5 0,0 0,5 -0,5 0,0 0,5 -0,5 0,0 0,5 -0,5 0,0 0,5 -0,5 0,0 0,5 -0,5 0,0 0,5 -0,5 0,0 0,5
Winkel α
Vorzeichen.
Tiefgang (M)
Zwischen den Schlepp-Pfosten in der Schiffslängsachse
4,8
5,8
6,8
Zwischen den äußeren Schlepp-Pfosten
4,8
5,8
6,8
Schlepp-Pfosten an der Kante der Ladungsschiene
4,8
5,8
6,8
Max. Drahtzugkraft: 600 t Max. Bremskraft: 700 t Max. dynamische Bremse: 700 t Resultierende Zugkraft, für die der Draht ausgelegt sein muss Fd = 700 t
Vorlastiger Trimm hat negatives Vorzeichen. Interpolation nur zwischen Tiefgängen. Liegt Die zulässigen Zugkräfte sind in Tonnen angegeben. Die erforderliche Zugkraft darf weder
der Trimm zwischen den Tabellenwerten, ist die kleinere zulässige Zugkraft zu verwenden diejenige der Winde überschreiten, noch die in obiger Tabelle angegbenen Werte.
Die Tabelle dient der Planung und Überwachung des Ankerziehbetriebs. Für jede Falls Drahtwinkel in den gelben Bereich fallen und die Zugkraft im Draht den zulässigen Wert
Ankerbewegung können spezielle Ladefälle erforderlich sein. überschreitet, sind Korrekturmaßnahmen erforderlich.
Für Ankerbewegungen, bei denen große Drahtzugkräfte erwartet werden, muss der Falls Drahtwinkel in den roten Bereich fallen und die Zugkraft im Draht den zulässigen Wert
Trimm möglichst gering oder vorlastig gehalten werden. überschreitet, Betrieb abbrechen, Zugkraft in der Leine verringern.
Der Drahtwinkel (alpha α) bezieht sich auf die Schiffslängsachse und ist immer nach Falls die geplante Zugkraft im Draht die obigen grünen Werte überschreitet, sind weitere
außen gerichtet, Wird ein Winkel überschritten, ist der nächstgrößere zu verwenden Berechnungen erforderlich. Es darf kein Betrieb bei großen Winkeln geplant werden.
Der graue Bereich zeigt an, wo der Drahtwinkel geometrisch unmöglich ist. Die Die Beladung des Schiffes muss dem genehmigten Stabilitätshandbuch entsprechen und alle
zulässigen Zugkräfte sind nur als Beispiele angegeben. angenommenen Sicherheitsspannen einschliessen.
Abbildung A3-1: Tabelle der zulässigen Zugkraft für Schiff mit 3 Schlepp-Punkten
Auszug aus dem Verkehrsblatt Amtlicher Teil
Heft 13 – 2017 628 VkBl. Amtlicher Teil
Abbildung A3-2: Darstellung der Betriebs-,
Warn- und Arbeitsstoppbereiche (jeweils als
„Grüne“, „Gelbe“ und „Rote“ Bereiche ge-
kennzeichnet)
Abbildung A3-3: Sektordiagramm der zulässi-
gen Zugkraft auf Grundlage von Standardwer-
ten für Alpha (5°, 10°, 15°, 90°)“
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(VkBl. 2017 S. 608)
Auszug aus dem Verkehrsblatt Amtlicher Teil