VkBl Nr. 9 1972

Verkehrsblatt Nr. 9 1972

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VkBl       Amtlicher      Teil                                   245                                              Heft 9      1972



werden durdi dieses Allgemeine Rundsdireiben aufge                       Luftporengehalt           bei 16 mm Größtkorn:
hoben.                                                                                             4,0 bis 5,0 Volumen-Vo
 Dieses Rundsdireiben ist im Verkehrsblatt, Heft 9/1972                                            bei 32 mm Größtkorn:
vom 15. Mai 1972 veröffentlicht.                                                                   3,5 bis 5,0 Volumen-®/o
                         Der Bundesminister für Verkehr
                                                                                                   Der Gehalt an feinporigen
                                         Im Auftrag                                                Luftporen ist durch Zugabe
                                          Eg1au                                                    eines mit Prüfzeichen verse
                         Richtlinien                                                               henen LP-Mittels herzustel
                   für die Herstellung von                                                         len. Dosierung      nach   Vor
           frost- und tausalzbeanspruditem Beton                                                   schrift des,Herstellers
                  im Straße^nbrückenbau
                                                                         Konsistenz                Verdichtungsmaß            nach
                   (Ausgabe März 1972)                                                             DIN 1045 V = 1,20 bis 1,15
                                                                                                   möglichst steif, aber gut ver
                              Inhalt
                                                                                                   arbeitbar und ohne Neigimg
   Herstellung   von    frost-    und    tausalzbeanspruditem                                      zum Entmischen      und    Was
   Beton                                                                                           serabsondern

1. Allgemeines
2. Herstellungsgrundsätze                                          2.2 Betonieren

2.1 Zusammensetzung                                                      Um eine gleichmäßige Verteilung beim Mischvorgang
                                                                         zu gewährleisten, sollen LP-Mittel vor ihrer Zugabe in
2.2 Betonieren                                                           den Mischer im Anmachwasser aufgelöst werden. Im
2.3 Nachbehandlung                                                       übrigen sind die von den Herstellern angegebenen
                                                                         Dosierungs- und Verarbeitungsvorschriften zu be
                                                                          achten.
 Herstellung von frost- und tausalzbeanspruditem Beton
                                                                         Der Luftporengehalt ist mit einem.Luftporen-Prüfgerät
1. Allgemeines                                                            mindestens alle 2 Stunden an der Einbaustelle zu
   Betonbauteile mit hohem Frost- und Tausalzwiderstand                   prüfen.
   sind nach DIN 1045 Abs. 6.5.7.3^) herzustellen. Für                    Für die Verdichtung zumindest der oberen Lage ist für
   Betonbauteile, die besonders starken Tausalzbean                       Kappen eine Rüttelbohle zu verwenden. Eine Schläm
   spruchungen ausgesetzt werden (z. B. Kappen), ist                      meanreicherung an der Oberfläche ist zu vermeiden.
   Abschnitt 2. dieser Richtlinien zu beachten. Herstel                   Ein Besenstrich mit einem weichen Besen ist zulässig.
   lung, Einbau und Nachbehandlung des Betons erfor
   dern besondere Sorgfalt. Der Beton muß vor der ersten
   Tausalzeinwirkung ausreichend erhärtet sein und den                 2.3 Nachbehandlung
   überwiegenden       Teil    seines    herstellungsbedingten             Während des Betonierens und Erhärtens darf kein
   Überschußwassers abgegeben haben. Stehen hierfür                        Wasser auf den Beton auftreffen. Das Austrocknen der
   nicht mindestens 4 Monate zur Verfügung, so sind die                    Oberfläche des frischen Betons durch Wind- und Son
   Bauteile durch zusätzliche Maßnahmen zu schützen^).                    neneinwirkung ist durch entsprechende Maßnahmen zu
   Wird der Beton bei der ersten Frost-Tausalzeinwir-                     verhindern®). Dies kann geschehen durch Schutzzelte,
   kung voraussichtlich nicht älter als 2 Monate sein, sind               Kunststoffbahnen und Nachbehandlungsfilme. Nachbe
   für die Herstellung besondere Maßnahmen (z. B.                         handlungsfilme sind unzweckmäßig, wenn die Flächen
   Warmbehandlung oder Vakuumbehandlung) erforder                         imprägniert werden sollen. Sind sehr warme oder sehr
   lich.                                                                  kühle Temperaturen zu erwarten, so sind die Flächen
                                                                          zusätzlich durch Isoliermatten abzudecken.
2. Herstellungsgrundsätze
   Beton mit sehr hohem Frost- und Tausalzwiderstand ist           (VkBl 1972 S. 244)
   in Bn 350 mit luftporenbildenden Zusatzmitteln herzu
   stellen und als Sonderbeton wie Beton II nach DIN
   1045 zu behandeln.
   Die folgenden Richtwerte und Hinweise machen Eig
   nungsprüfungen nicht überflüssig.
                                                                       ||||j||||Q§|§||Q
                                                                       Nr. 167 Verordnung über das Baden in den Bun
2.1 Zusammensetzung                                                                 deswasserstraßen Rhein und Schiffahrts
   Festigkeitsklasse                     Bn 350                                     weg Rhein-Kleve im Bereich der Wasser-
   Zementgehalt                    ^ 330 kg/cbm Frischbeton                         und Schiffahrtsdirektion Duisburg
   Zementfestigkeit                      allgemein:                                           Vom 11. April 1972
                                         Z 350 L oder Z 450 L
                                         in kühler Jahreszeit:
                                                                         Auf Grund der §§ 6, 24, 27 und 46 Nr. 3 des Bun
                                         Z 350 F oder Z 450 F
                                                                       deswasserstraßengesetzes vom 2. April 1968 (Bundesge-
                                                                       setzbl. II S. 173), geändert durch Artikel 142 des Einfüh
   Wasserzementwert              ^ 0,47
                                                                       rungsgesetzes zum Gesetz über Ordnungswidrigkeiten
   Zuschlag                      Frostbeständigkeit nach DIN           vom 24. Mai 1968 (Bundesgesetzbl. I S. 503), in Verbin
                                 4226:                                 dung mit § 1 der Verordnung zur Übertragung der
                                 Blatt 1, Abschn. 7.5, 2. Abs.         Ermächtigung zum Erlaß von Rechtsverordnungen nach
                                 Blatt 3, Abschn. 3.5.1                dem Bundeswasserstraßengesetz über die Regelung,
                                                                       Beschränkimg oder Untersagung des Gemeingebrauchs
   Mehlkorngehalt                bei 16 mm Größtkorn:                  vom 21, September 1971 (Bundesgesetzbl. I S. 1617) und
                                 350 bis 400 kg/cbm                    § 1 der Verordnung über die Übertragung der Ermächti
                                                                       gung zum Erlaß von Strompolizeiverordnungen nach dem
                                 bei 32 mm Größtkorn:                  Bundeswasserstraßengesetz vom 15. April 1969 (Bundes
                                 330 bis 385 kg/cbm                    gesetzbl. II S. 853) wird verordnet:

9 Ausgabe Januar 1972                                                  ®) In Anlehnung an die TV-Beton 72, eingeführt mit ARS
9 entsprechende Richtlinien sind in Vorbereitung                         Nr. 5/1972 des BMV
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Heft 9 — 1972                                                    246                                VkBl Amtlicher Teil


                             § 1                                   Schiffahrtsdirektion Duisburg vom 9. Juni 1964 (VkBl.
  Diese Verordnung gilt im Bereich der Bundeswasser                1964 S. 341) außer Kraft.
straßen                                                            Duisburg, den 11. April 1972
Rhein               von Stromkilometer 639,24 (rechtes             E 1155/72
                    Üfer) und von Stromkilometer 642,23                                         Wasser- und Schiffahrtsdirektion
                   (linkes Ufer) bis zur deutsch-nieder
                                                                                                            Duisburg
                   ländischen Grenze;
                                                                                                            Im Auftrag
Schiffahrtsweg     von der Mündung in den Rhein bis                (VkBl 1972 S. 245)                       K raem er
Rhein Kleve         Unterwasser     Schleuse    Brienen    und
                    Spoykanal von der Schleuse Brienen             Nr. 168      Richtlinien für den Rostschutz von Stahl
                   -bis km 1,77.                                                wasserbauten

                        § 2                                                                               Bonn, den 18. April 1972
                                                                                                          W 6/14.71.05—1
  Das Baden und Schwimmen ist verboten                             An
1. im Rhein und im Schiffahrtsweg Rhein-Kleve auf der              die Ober- und Mittelbehörden mit Nebenabdrücken für
   ganzen Breite der Wasserstraße von 100 m oberhalb               die Unterbehörden der Wasser- und Schiffahrtsverwal
   bis 100 m unterhalb der Hafenmündungen, der Brücken,            tung im Geschäftsbereich der Abteilung Wasserstraßen
   der Schiffs- Und Fährlandestellen, der Schleusenanla            und
   gen einschließlich ihrer Vorhäfen, der Umschlagsstellen
   und Schiffsbauwerften,
                                                                   die Rhein-Main-Donau-AG.                8 München 23
2. im Rhein, soweit nicht das Baden und Schwimmen nach                                                        Leopoldstraße 28
   Nummer 1 auf der ganzen Breite der Wasserstraße                 die Zentralstelle     für    Schiffs     2 Hamburg 4
   verboten ist, jeweils bis zur Strommitte                              und Maschinentechnik                 Bernhard-Nocht-
auf der rechten Stromseite     auf der linken Stromseite                 (ZSM) bei der Wasser- und            Straße 78
                                                                         Schiffahrtsdirektion     Ham
von km         bis km          von km          bis km
                                                                         burg
640,0          643,2           667,9           672,3
687,0          689,0           682,7           690,5               nachrichtlich:
691,3          693,5           695,5           699,5               an

743,0          747,0,          709,5           712,5               den Herrn Senator für Bau- und           1 Berlin 31
769,3          794,6-          740,0           743,0                     Wohnungswesen                        Württembergische
813,0          816,0           763,0           766,5                                                          Straße 6—10
847,6          854,8           769,3           794,6               die Behörde für Wirtschaft und          2 Hamburg 11
                               847,6           854,8                   und Verkehr der Freien                Alter Steinweg 4
3. in den bundeseigenen Häfen.                                           und Hansestadt Hamburg
                                                                   außerdem nachrichtlich:
                        §3
                                                                   an
  (1) Badende und Schwimmende haben sich so zu ver
halten, daß in Fahrt befindliche Fahrzeuge nicht ihren Kurs        die Neckar-AG.                          7 Stuttgart 1
ändern oder ihre Geschwindigkeit vermindern müssen;                                                          Birkenwaldstraße 34
insbesondere ist es verboten                                       die Untere Fulda GmbH.                  3 Hannover
1. in den Kurs cler in Fahrt befindlichen Fahrzeuge hin                                                      Am Waterlooplatz 7
   einzuschwimmen,                                                 die Nordwest-Kanal GmbH.                3 Hannover
2. durch einen Schleppverband hindurchzuschwimmen,                                                           Am Waterlooplatz 7
3. näher al§ 50 m an vorüberfahrende Fahrzeuge und an              die Elbe-Mittelland-Kanal               2 Hamburg 4
                                                                         GmbH.                               Bernhard-Nocht-
   die Stränge der Schleppverbände heranzuschwimmen,
                                                                                                             Straße 78
4. an schwimmende Geräte heranzuschwimmen.
                                                                   die Rheinisch-Westfälische-            44 Münster
  (2) Badenden und Schwimmenden ist es ferner verboten,                Kanal GmbH                            Cheruskerring 11
1. sich an in Fahrt befindliche oder stilliegende Fahr            den Herrn Präsidenten des                6 Frankfurt/Main 1
   zeuge, an schwimmende Anlagen und ihre Festmache                      Bundesrechnungshofes                Berliner Straße 51
   vorrichtungen anzuhängen, sie zu erklettern oder zu            den Herrn      Bundesminister     für    1 Berlin 15
   betreten,
                                                                         Verkehr                             Bundesallee 216/218
2. Schiffahrtszeichen und ihre Festmachevorrichtungen zu                 — Verbindungsstelle
   berühren.                                                             Berlin —

                             § 4                                  den Leiter       des   Vorprüfimgs-
                                                                         dienstes bei den nachgeord-
  Das zuständige Wasser- und Schiffahrtsamt kann aus                     neten Behörden im Referat
besonderen Anlässen Ausnahmen von einem Verbot nach
                                                                        Z9
§ 2 zulassen.
                                                                  Betreff: Rostschutz von Stahlwasserbauten.
                             §5                                   Bezug: a) Erlaß vom 28. 1. 1965 — W6/W7/W8/,»
  Beschränkungen des Badens und Schwimmens auf Grund                     W 9—6004 VA 65 — und b) vom 21. 7. 1966 —
anderer Rechtsvorschriften bleiben unberührt.                                W 6 — 6222 VA 66 —.
                                                                  Anlage: Richtlinien für den Rostschutz von Stahlwasser
                             §6                                           bauten, Ausgabe März 1972.
  Ordnungswidrig nach § 50 Abs. 1 Nr. 2 Bundeswasser                Die neueren Entwicklungen auf dem Gebiete des Rost
straßengesetz handelt, wer                                        schutzes sowie auch weitere Ergebnisse von Auslage
1. in den in § 2 festgelegten Bereichen badet oder                rungsversuchen und die Entwicklung eines Prüfverfahrens
  schwimmt,                                                       zur Bestimmimg der Abriebfestigkeiten von Schutz
2. den Beschränkungen des Badens und Schwimmens in                stoffen haben die Überarbeitung der mit den Bezugs
  § 3 zuwiderhandelt.                                             erlassen eingeführten Richtlinien und zusätzlichen Be
                                                                  stimmungen notwendig gemacht.
                             § 7                                    Die mit Bezugserlaß a) eingeführten „Richtlinien für
                                                                  die Ausführung und Unterhaltung von Rostschutz
  Dies« Verordnung tritt am 1. Juni 1972 in Kraft.                anstrichen an Stahlwasserbauten, Ausgabe Januar 1965"
  Mit Ablauf des 31. Mai 1972 tritt die Polizeiverordnung         und die im Bezugserlaß b) enthaltenen ergänzenden
über das Baden in den Bundeswasserstraßen Rhein und               Bestimmungen sind überholt und werden hiermit auf
22

VkBl      Amtlicher         Teil                               247                                                Heft 9 — 1972



Abteilung Wasserstraßen die beigefügten „Richtlinien für           3.1.1.     Feuerverzinkung
den Rostschutz von Stahlwassefbauten, Ausgabe März                 3.1.2.     Zinkspritzen
1972" eingeführt. Diese Richtlinien sind sinngemäß auch            3.2.       Zinkstaubreiche Stoffe
für ■ Unterwasseranstriche     an   Schiffen, schwimmenden
Geräten imd Schiffahrtzeichen anzuwenden.                          3.2.1.     Organische zinkstaubreiche Stoffe
  Im Hinblick auf die Bedeutung eines einwandfreien                3.2.2.     Anorganische zinkstaubreiche Stoffe
Rostschutzes für die Erhaltung der Konstruktionen ist              3.3.       Bituminöse Stoffe
dieser Frage auch künftig besondere Aufmerksamkeit                 3.3.1.     Heißmassen
zuzuwenden. Die Erfahrungen sind sorgfältig auszuwer               3.3.2.     Gefüllte bituminöse Stoffe
ten. Auf die geänderten Bestimmmigen des Abschnittes 9
der Richtlinien zur Erfassung der Schutzbeschichtungen             3.4.       Chlorkautschuk (nur      als   Deckbeschichtung)
und Untersuchungsbefunde wird besonders hingewiesen.               3.5.       Epoxidharz
  Die Wasser- und Schiffahrtsdirektionen berichten jähr            3.5.1.     Einkomponentensysteme
lich bis zum I.Februar j. J. zur Gesamtauswertung an               3.5.2.     Zweikomponentensysteme
die Bundesanstalt für Wasserbau Karlsruhe. Diese Be
                                                                   3.6.       Teerepoxide
richte sollen unter Beifügung der Korrosionsschutzkartei
blätter mit den eingetragenen Befundaufnahmen zusam                3.7.       Polyurethane
menfassende Hinweise über Erfahrungen imd Eignungen                  3.8.     Kunststoff-Sonderverfahren
der verwendeten Schutzstoffe rnid Behandlungsarten ent
                                                                     4.       Beispiele für Schutzsysteme
halten. Soweit diese Berichte Schutzbeschichtungen von
Schiffen und schwimmenden Geräten betreffen, sind                    4.1. bis Beispiel 1 bis
Abdrucke an die Zentralstelle für Schiffs- und Maschinen             4.4.     Beispiel 4
technik bei der Wasser- und Schiffahrtsdirektion Ham
                                                                     5.       Aufbringen der Schutzbeschichtungen
burg und, soweit sie Schutzbeschichtungen von Schiff
fahrtzeichen betreffen, an       das      Seezeichenversuchsfeld     5.1.     Einfluß der Witterung
Koblenz zu übersenden.                                               5.2.     Ausführungszeit
   Dieser Erlaß wird im Verkehrsblatt, Heft 9/1972 ver               5.3.     Witterungsschutz
öffentlicht.
                                                                     6.       Hinweise auf den kathodischen Korrosions
                             Der Bundesminister für Verkehr                   schutz
                                           Im Auftrag
                                           R ü m e1in
                                                                     Teil II Überwachung und Abnahme von Rostschutz
                                                                              arbeiten; Gewährleistung
                            Richtlinien
          für den Rostschutz von Stahlwasserbauten                   7.       Überwachung und Abnahme
                      Ausgabe März 1972                              7.1.     Probenahme und Untersuchung
                                                                     7.1.1.   Probenahme
                      Inhaltsverzeichnis                             7.1.2.    Güteprüfung
                                                                     7.1.3.    Rückstellproben
Teil I Planung und Ausführung von Rostschutzarbeiten
                                                                     7.1.4.    Nicht bedingungsgemäße Schutzstoffe
 1.       Allgemeines                                                7.2.      Überwachung
 1.1.     Geltungsbereich                                            7.3.      Schlußabnahme
 1.2.     Hinweise auf weitere Normen und Vorschriften
                                                                     8.        Gewährleistung
 1.3.     Allgemeine Hinweise für den Rostschutz von
          Stahlwasserbauten                                          8.1.      Gewährleistungsfrist
 1.3.1.   Beanspruchungszonen                                        8.2.      Gewährleistungsausführungen
 1.3.2.   Chemische und mechanische Beanspruchungen
 1.4.     Unterteilung der Beanspruchungen (Angriffs                 Teil III Überwachung und Unterhaltung der Schutz
          grade)                                                               beschichtungen am Bauwerk
 1.5.     Allgemeine Hinweise für die Auswahl dei                    9.        Überwachung der Schutzbeschichtungen
          Schutzverfahren
                                                                     9.1.      Erfassung der Schutzbeschichtungen
 2.       Rostschutzarbeiten                                         9.2.      örtliche Überprüfung
 2.1.     Vorbereiten des Untergrundes                                10.      Unterhaltung der Schutzbeschichtungen
 2.1.1.   Erstmalige Beschichtung                                     10.1.    Beschaffung und Lagerung der Schutzstoffr
 2.1.2.   Erneuerung der Beschichtung
 2.1.2.1. Verwitterimg der Beschichtung ohne Unter-                   Anlage 1; Abriebuntersuchungen zur Ermittlung des Ab
          rostung
                                                                                   riebwertes (Aw)
 2.1.2.2. Ganz oder teilweise erhaltene alte Beschich                 Anlage 2: Bestimmung des Taupunktes (graphische Dar
          tung mit vereinzelten Roststellen                                        stellung)
 2.1.3.   Entrostimgs- und Reinigungsverfahren                        Anlage 3: Witterungsschutz
 2.1.4.   Chemische und physikalische Verfahren als                   Anlage 4: Korrosionsschutz — Kartei
          Vorbehandlung
 2.1.4.1. Rostiunwandler, Roststabilisatoren und Pene-                Teil I Planung und Ausführung von Rostschutzarbeiten.
          trieranstriche
                                                                      1.       Allgemeines
 2.1.4.2. Primer
                                                                      1.1.     Geltungsbereich
 2.2.     Vorbehandlung und Beschichtung von Stahl
          bauteilen
                                                                               Diese Richtlinien gelten für den Rostschutz der
                                                                               festen und beweglichen Bauteile von Stahlwas
 2.2.1.   Fertigungsbeschichtung                                               serbauten, sie sind sinngemäß auch für Schiffe und
 2.2.2.   Ablieferungsbeschichtung                                             schwimmende Geräte sowie für Schiffahrtzeichen
 2.2.3.   Vollständige Konservierung im Stahlwerk                              anzuwenden.
 2.3.     Konservierung auf der Baustelle
                                                                      1.2.     Hinweise auf weitere Normen und Vorschriften
 2.3.1.   Gesamtkonservierung bzw. Erneuerung
 2.3.2.   Vorhandene Grundierung                                               DIN 8202 Prüfung der Reinheit und           Rauheit
                                                                                        gestrahlter Metalloberflächen
23

Heft 9 — 1972                                                   248                                 VkBl Amtlicher Teil

         DIN 18364 Oberflädiensdiutzarbeiten an Stahl und         1.4.1.   Chemische Beanspruchung (C):
                   Oberflädiensdiutzarbeiten       (Anstrich)              Angriffsgrad C I = Schwache chemische Angriffe
                   an Aluminiumlegierungen                                 durch Süßwasser mit nur geringer Verschmutzung
         DIN 53209 Bezeichnung    des      Blasengrades   von              durch Haus- oder Industrieabwässer (Fluß- und
                    Anstrichen                                             Kanalwasser).
         DIN 53210 Bezeichnung       des    Rostgrades    von              Angriffsgrad C II = Starke chemische Angriffe
                   Anstrichen                                              durch       Mineralöleinwirkungen,        Meerwasser,
         DIN 55928 Schutzanstriche    von    Stahlbauwerken,               Brackwasser oder durch stark verschmutztes Süß
                   Richtlinien                                             wasser (z. B. Wasser mit pH-Wert < 6,0 und
         DV 807    Technische Vorschriften für den Rost                    > 12,0 führt zur Zerstörung von Zinkbeschichtun-
                   schutz von Stahlbauwerken (RoSt) der                    gen).
                   Deutschen Bundesbahn                           1.4.2.   Mechanische Beanspruchung (M):
         DVS-Merkblatt — 2303 Zerstörungsfreie Messung                     Angriffsgrad MI = schwache mechanische Angriffe
                  der Dicke von nicht ferromagnetischen                    (Aw 2 65) ♦)
                   Schichten auf ferromagnetischem Grund                   durch leichtes Geschwemmsei oder durch geringe
                   metall                                                  Mengen Sand, die im leichtströmenden Wasser
                   Herausgegeben vom Deutschen            Ver              mitgeführt werden.
                   band für Schweißtechnik                                 Angriffsgrad M II = mäßige mechanische Angriffe
1.3.     Allgemeine Hinweise für den Rostsdiutz von                        (Aw ^30)
         Stahlwasserbauten                                                 durch festes Treibzeug oder durch Sand und
         Stahlwasserbauten sind infolge der ständigen oder                 Geröll, die in mäßiger Menge in strömendem
         wechselnden Einwirkung des Wassers in erhöhtem                    Wasser mitgeführt werden; weiterhin durch mäßi
         Maß korrosionsgefährdet, so daß der Frage ihres                   gen Bewuchs, Wellenschlag und Eisgang sowie
                                                                           durch Eisdruck.
         Rostschutzes besondere Bedeutung zukommt.
         Dabei ist am jeweiligen Einsatzort nach Bean                      Auch das Entlangfließen einer starken Strömung
         spruchungszonen, Beanspruchungsarten und Grad                     (ohne Beimengungen im Wasser) an Flächen kann
         der Beanspruchungen zu unterscheiden.                             mäßigen mechanischen Angriff bewirken.
1.3.1.   Beanspruchungszonen                                               Angriffsgrad M III = starke mechanische Angriffe
         Hinsichtlich der verschiedenartigen Einwirkungen                  (Aw ^20)
         und Beanspruchungsverhältnisse können am Bau                      durch festes Treibzeug oder durch Sand und
         werk im allgemeinen drei Beanspruchungszonen                      Geröll, die in großen Mengen im strömenden
         unterschieden werden.                                             Wasser mitgeführt werden sowie durch starken
         Unterwasserzone                                                   pflanzlichen und tierischen Bewuchs, besonders
         Sie ist der Bereich des Bauwerks, der dauernd ins                 wenn er aus Betriebsgründen häufig mechanisch
         Wasser eintaucht oder nur gelegentlich, z.B. bei                  entfernt werden muß. Auch Eisgang oder das
         sehr niedrigen Wasserständen trockenfällt.                        Auftreten starker Strömungen (ohne Beimengun
         Wasserwechselzone
                                                                           gen im Wasser) auf schräge oder horizontale Bau
                                                                           werksflächen      verursachen   starke    mechanische
         Sie ist der Schwankungsbereich des Wasserspie                     Angriffe.
         gels. Dieser kann bedingt sein durch natürliche
         oder künstliche Änderung des Wasserstandes.                       Angriffsgrad M IV = sehr starke mechanische
         Auch   der Bereich von Stahlwasserbauten, der                     Angriffe (Aw ^15)
         durch Heben und Senken des Bauteils im Betrieb                    durch festes Treibzeug oder durch Sand und
         häufigen Wasserwechseln ausgesetzt ist, zählt zur                 Geröll, die in großen Mengen mit hoher Fließge
         Wasserwechselzone.                                                schwindigkeit über horizontal oder schräg
         Überwasserzone.                                                   angeordnete Konstruktionsflächen geführt wer
                                                                           den.
         Sie beginnt unmittelbar über dem Wasserspiegel
         der Wasserwechselzone; sie kann außer durch                       Auch das Schleifen von Dichtungen auf Konstruk
         Spritzwasser bei außergewöhnlichen Wasser                         tionsflächen verursacht sehr starke mechanische
         ständen oder Wellengang auch vorübergehend                        Angriffe.
         benetzt werden.                                                   Die Beanspruchungen können je für sich und auch
1.3.2.   Chemische und mechanische Beanspruchungsarten                     in Verbindung miteinander auftreten.
         Die Zusammensetzung des Wassers hat einen                1.5.     Allgemeine Hinweise für die Auswahl der Sdiutz-
                                                                           verfahren
         wesentlichen Einfluß auf die Korrosion des Stahles
         bzw. die Beständigkeit der eingesetzten Oberflä                   Für die Wahl des Schutzverfahrens sind neben den
         chen-Schutzstoffe. Ihre Kenntnis genügt aber allein               Kriterien, die sich aus Abschnitt 1.3 und 1.4 erge
         noch nicht als Maßstab für die Art und den Umfang                 ben, die Witterungsverhältnisse bei der Ausfüh
         der erforderlichen Schutzmaßnahmen. Sie ist viel                  rung und die verfügbare Ausführungsdauer
         mehr für den jeweiligen Anwendungsfall im                         bedeutsam (s. auch Abschn. 5.1 bis 5.3).
         Zusammenhang mit den vorhandenen anderen                          Bei Schutzschichten in der Wasserwechselzone
         Umweltbedingungen zu betrachten.                                  bzw. in der Überwasserzone müssen die Einflüsse
         Erhöhter Gehalt an aggressiven Gasen (z. B. Sauer                 aus dem Wasser und aus der Atmosphäre, z. B.
         stoff, Kohlensäure o. ä.) und chemische Verunrei                  Sonneneinstrahlung,       Temperaturunterschiede,
         nigungen im Wasser, Sandschliff, schleifende Dich                 berücksichtigt werden. Schutzstoffe für Schiffe und
         tungen, Wellenschlag, Eis und Treibzeug greifen                   Schiffahrtzeichen, z. B. bewuchshindernde Mate
         örtlich die Bauwerke verstärkt an. Tierischer oder                rialien, Tagesleuchtfarben, Reflexstoffe und dergl.
         pflanzlicher Bewuchs kann zur Zerstörung des                      müssen ggf. darüber hinaus besonderen Anforde
         Schutzstoffes und zu verstärkter Korrosion führen.                rungen hinsichtlich ihrer Wirkung, Beständigkeit
         In Sonderfällen kann auch eine Schutzwirkung                      uiid ihrer Farbörter genügen.
         hervorgerufen werden.                                             Neben   dem     reinen   Schutzzweck     können   auch
                                                                           besondere Gründe, z. B. des Landschaftsschutzes
1.4.     Unterteilung der Beanspruchungen (Angriffsgrade)                  auf die Behandlung der Sichtflächen maßgeblichen
         Die Schutzstoffe sollen entsprechend den zu                       Einfluß haben.
         erwartenden Beanspruchungen und dem jeweili                       Bei Stahlwasserbauten, die nach der Inbetrieb
         gen besonderen Zweck für jeden Einzelfall unter                   nahme nur noch schwer zugänglich sind oder nur
         Berücksichtigung des neuesten Standes der Tech                    mit hohem Aufwand zur Erneuerung bzw. Aus
         nik ausgewählt werden. Die Erfahrungen haben                      besserung der Schutzschichten trockengelegt wer-
         gezeigt, daß folgende Arten der chemischen und/
         oder der mechanischen Beanspruchung dafür maß            •) Aw = Abtriebwert (Anlage 1)
24

VkBl Amtlicher Teil                                         249                                               Heft 9 — 1972



         den können, sollte das wirtschaftliche Optimum                  satz an. Dieses Verfahren ist auch unter Wasser
         aus Lebensdauer und Herstellungskosten der                      für Entrostungen anwendbar. Bei Neubauten ist
         Schutzbeschichtungen und Nebenkosten ange                       anzustreben, die Flächen im Stahlbauwerk zu ent
         strebt werden; der Beanspruchungsgrad ist bei                   zundern unci zu entrosten. Das setzt aber voraus,
         solchen Bauten    nicht allein für   die   Wahl der             daß im Werk weiterhin eine Fertigungs- (Abschnitt
         Beschichtung entscheidend.                                      2.2.1.) und/oder eine Ablieferungsbeschichtung
         Im allgemeinen sollen nur solche Schutzstoffe                   (Abschnitt 2.2.2.) aufgebracht wird.
         verwendet werden, die sich im langjährigen             2.1.4.   Chemische und physikalische Verfahren als Vor
         Betrieb bewährt haben oder bei Langzeituntersu                  behandlung
         chungen im Laboratorium und in freien Gewässern
         sowie bei Abriebuntersuchungen für mechanische         2.1.4.1. Rostumwandler, Roststabilisatoren und Penetrier-
         Beanspruchungen günstige Prüfergebnisse gezeigt                 anstriche
         haben und einen zuverlässigen und wirtschaftli                  Verfahren zum Vorbehandeln verrosteter Stahl
         chen Oberflächenschutz für die jeweiligen Ver                   flächen mit Rostumwandlern (wässrige Lösungen,
         hältnisse erwarten lassen.                                      meist auf Phosphorsäurebasis) und Roststabilisa
         Bei der Ausschreibung von Rostschutzarbeiten                    toren (Oxidationsmittel bzw. wasserentziehende
         sind die Beanspruchungszonen (Abschn. 1.3.1.), die              Verbindungen), die chemisch die Bestandteile des
         Angriffsgrade und Mindesforderungen für die                     Rostes in stabile Eisenverbindungen (Eisenphos
         Abriebfestigkeit (Abschn. 1.4.), die geforderte                 phat, Magnetit) umwandeln sollen, haben ihre
         Mindestgesamtschichtdicke   des   Schutzsystems                 Eignung für den Stahlwasserbau nicht erwiesen,-
         sowie sonstige für die Wahl der Schutzstoffe und                sie sind daher nicht zu verwenden.
         für das Aufbringverfahren maßgebende Faktoren                   Dies gilt auch für Penetrieranstriche (organische
         anzugeben.                                                      Flüssigkeiten, meistens öle), die den Rost umhül
                                                                         len und gegen die nadhfolgenden Anstriche
2.       Rostsdiutzarbeiten                                              abschirmen sollen.

2.1.     Vorbereiten des Untergrundes                           2.1.4.2. Primer

         Voraussetzung für die Haltbarkeit von Schutzbe                  Die Zwischenbehandlung von gestrahlten Stahl
         schichtungen ist eine sachgemäße und sorgfältige                flächen mit Primern auf Phosphorsäurebasis, ins
         Vorbereitung des Untergrundes. Maßgebend sind                   besondere in Verbindung mit Einbrennverfahren,
         die einschlägigen Bestimmungen der DIN 18 364                   hat sich    bewährt. Die Primer müssen     mit den
         und der RoSt mit folgenden Ergänzungen:                         nachfolgenden Grundierungen verträglich sein. Die
                                                                         aufgebrachten Schichten weisen Dicken von etwa
2.1.1.   Erstmalige Besdiiditung                                         0,010 mm auf. Die Primer dienen nur zur Ver
         Erstbeschichtungen müssen in jedem Fall auf                     hinderung des Rostanfluges und zur Verbesserung
         metallisch blank entrostete Flächen (Entrostungs                der Haftung unter Sondersystemen. Sie sollten
         grad 3 nach DIN 18 364) aufgebracht werden.                     möglichst kurzfristig, mindestens am gleichen Tage
                                                                         überdeckt werden.
2.1.2.   Erneuerung der Beschichtung                            2.2.     Vorbehandlung und Beschichtung von Stahlbau
         Die vorhandene Beschichtung ist auf ihre Eignung                teilen
         als Untergrund, besonders auf Haftung, Unterro-                 Die Grundierung ist das Fundament des Schutzsy
         stung und Schichtdicke zu prüfen.                               stems, deshalb muß auf die Auswahl des Schutz
         Je nach dem Zustand des alten Schutzsystems und                 stoffes und auf die sorgfältige Ausführung beson
         dem Umfang der Rostschäden ist zu entscheiden,                  derer Wert gelegt werden.
         wie der Untergrund vorzubereiten ist. Hierbei ist               Die Grundierung (Ablieferungsbeschichtung) ist
         nach folgenden Gesichtspunkten vorzugehen:                      dem Gesamtschutzsystem anzupassen. Besonders
2.1.2.1. Verwitterung der Beschichtung an der Oberfläche                 muß eine gute Haftung* am Untergrund und eine
         ohne Rost                                                       gute Verträglichkeit mit den Deckbeschichtungen
                                                                         gewährleistet sein.
         In diesem Falle ist die Oberfläche gründlich zu
         reinigen und ggf. aufzurauhen. Wird die neue                    Aus fertigungstechnischen Gründen werden in
         Beschichtung mit einem anderen als dem vorhan                   Einzelfällen vor dem Bearbeiten der Werkstoffe
         denen Schutzstoff ausgeführt, so ist in der Regel               Fertigungsbeschichtungen verwendet, auf die spä
         eine metallisch blanke Entrostung (s. o.) zu for                terhin dann die Grundierung aufgetragen wird.
         dern.                                                  2.2.1.   Fertigungsbeschichtung
         Lediglich wenn eine wirksame Haftung und eine                   Die Fertigungsbeschichtung (Walzstahlkonservie
         vollständige Verträglichkeit mit der alten Konser               rung) hat die Aufgabe, die Stahlbauteile für die
         vierung gewährleistet ist, kann auf einen voll                  Dauer der Verarbeitung vor Unterrostung zu
         ständigen Abtrag der vorhandenen Beschichtung                   schützen und muß als Untergrund für die folgende
         und die metallisch blanke Entrostung verzichtet                 Ablieferungsbeschichtung bzw. für jede mögliche
         werden.
                                                                         infrage kommende Konservierung geeignet sein.
2.1.2.2. Ganz oder teilweise erhaltene alte Beschichtung                 Zur Zeit genügen diesen Anforderungen nur zink-
         mit Roststellen                                                 staubreiche Beschichtungen auf Zweikomponen
                                                                         tenbasis.
         Festhaftende Schutzschichten sind gründlich zu
         reinigen und in geeigneter Weise aufzurauhen           2.2.2.   Die Ablieferungsbeschichtung wird im Stahlbau
         (s. o.). Rost muß bis auf den metallischen Unter                werk aufgebracht.
         grund entfernt werden. Bei Verrostung der ganzen                Sie muß das Bauwerk bis zu seiner Fertigstellung
         Fläche — etwa Rostgrad 4 nach DIN 53 210 — wird                 bzw. bis zum Aufbringen der Deckschichten vor
         eine vollständige Erneuerung der Konservierung                  Korrosion schützen.
         erforderlich. Für die Entrostung gilt dann Abschnitt            Die Ablieferungsbeschichtung wird im allgemeinen
         2.1.1.
                                                                         nach der Fertigstellung der einzelnen Sektionen
2.1.3.   Entrostungs- und Reinigungsverfahren                            aufgebracht; je nach der Zeit, die zwischen der
         Zum Entzundern und Entrosten sind Strahlverfah                  Fertigungs- und der Ablieferungsbeschichtung
         ren mit Quarzsand oder einem anderen geeigneten                 liegt, sind die Flächen vorzubehandeln (siehe auch
         Strahlmittel vorzusehen.                                        Abschnitt 2.1.2.1.). In jedem Falle sind bearbeitete
                                                                         Stellen (z. B. Schweißnähte, Bohrstellen und dergl.)
         Aufgrund örtlicher Verhältnisse (Vermeidung von
                                                                         nachzustrahlen.
         Staubentwicklung) kann das Flammstrahlen ange
         bracht sein, jedoch nicht dann, wenn Entrostungs       2.2.3.   Vollständige Konservierung im Stahlbauwerk
         grad 3 nach DIN 18 364 gefordert wird. Als weitere              Es kann zweckmäßig und wirtschaftlich sein, die
         Alternative bietet sich das Hochdruckwasserstrah                gesamte Schutzbeschichtung bereits im Werk
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Heft 9 — 1972                                                   250                                 VkBl Amtlicher Teil


2.3.       Konservierung auf der Baustelle                        3.2.2.   Anorganische zinkstaubreiche Stoffe
           Zu unterscheiden sind;                                          Eine besonders hohe Härte weisen anorganische
2.3.1.     Die    Gesamtkonservierung    bzw. Erneuerung                   zinkstaubreiche Beschichtungen auf. Die Basis
           einschl. der Vorbereitung des Untergrundes wird                 besteht in diesen Fällen aus Wasserglas. Bei der
           auf der Baustelle ausgeführt.                                   Aushärtung bilden sich u. a. Zinksilikate.
           Die erste Beschichtung ist möglichst sofort nach       3.3.     Bituminöse Stoffe
           dem Entrosten der Stahloberfläche, mindestens
                                                                           Als bituminöse Stoffe werden im Stahlwasserbau
           aber am selben Tage aufzubringen.
                                                                           eingesetzt:
2.3.2.     Bei vorhandener Grundierung wird die Deckbe-
                                                                  3.3.1.   Heißmassen
           schichtung auf die vorhandene Fertigungs- und
           Ablieferungsbeschichtung aufgebracht.                           Heißmassen enthalten als Grundstoffe Bitumen
                                                                           oder Steinkohlenteerpeche oder Gemische aus
2.3.3.     Bei vorhandener vollständiger Werkskonservie                    beiden mit Füllstoffen wie Steinmehl, Asbestfa
           rung (Abschnitt 2.2.3.) beschränken sich die Arbei              sern oder anderen mineralischen Stoffen. Sie wer
           ten auf der Baustelle auf die Behandlung der Rand               den durch Erhitzen auf 160—230 ° C verarbeitbar
           bzw. Verbundstreifen sowie auf das Beseitigen der               gemacht. Heißmassen weisen eine gute Wasser
           auf den übrigen Flächen, z. B. während des Trans                beständigkeit auf und haben bei geeigneter
           portes, entstandenen Schäden.                                   Zusammensetzung und richtiger Anwendung eine
3.         Schutzstolfe                                                    sehr lange Lebensdauer.
                                                                           Sie ergeben bei dicken Schichten wegen des
3.1.       Metallisierung                                                  geringen Stoffpreises eine wirtschaftliches Schutz
         ~ Metallisierungen von Stahloberflächen mit einer                 verfahren. Die Schutzschicht läßt sich gut mit
           dünnen Metallschicht aus Zink, Aluminium oder                   gefüllten bituminösen Kaltanstrichen ausbessern.
           einem anderen Metall, die nach verschiedenen                    Heißmassen sind empfindlich gegen hohe Tempe
           Verfahren (Siehe Abschnitt 3.1.1. und 3.1.2.) auf               raturunterschiede. Sie können bei großer Kälte
           gebracht sein können, sind ohne einen zusätz                    brüchig werden und bei hoher Wärme ablaufen.
           lichen Schutz (Versiegelung) im Stahlwasserbau                  Daher sind sie bevorzugt für den Unterwasserbe
           nicht geeignet, da sie je nach Art des Wassers,                 reich geeignet.
           in das sie eintauchen, mehr oder weniger schnell                Ein wesentliches Merkmal der Heiß- gegenüber
           abgebaut werden. Ihre Schutzwirkung ist über                    der Kaltbeschichtungen besteht darin, daß sie
           wiegend von der Beständigkeit der Versiegelung                  keine Trockenzeit benötigen und sofort nach
           abhängig.                                                       Erkalten der Wasserbelastung ausgesetzt werden
           Der Wert der Metallisierung besteht — wie auch                  können.
           der in Abschnitt 3.2. genannten zinkstaubreichen
                                                                  3.3.2.   Gefüllte bituminöse Stoffe
           Beschichtungen — darin, daß sie infolge kathodi
           scher Wirkung einen zusätzlichen Schutz in                      Gefüllte    bituminöse   Stoffe sind aus etwa       den
           aggressiven Wässern (C il) gegen Unterrostung                   gleichen Grundstoffen wie Heißmassen zusam
           geben, wenn der Deckanstridi verletzt wird.                     mengesetzt. Die Verarbeitbarkeit wird jedoch nicht
3.1.1.     Feuerverzinken
                                                                           durch Erwärmen, sondern durch Zugabe von
                                                                           Lösungsmitteln erzielt. Die je Arbeitsgang und
          Das Verzinken im Bad kann nur in entsprechend                    insgesamt erreichbare Schichtdicke ist wesentlich
          eingerichteten Fabrikbetrieben erfolgen, in denen                geringer als bei Heißmassen. In Innenräumen ist
          auch die Vorbehandlung, d. h. das Entfernen von                  bei der Verarbeitung für eine ausreichende Belüf
          Zunder, Fett und Rost durch- Beizen durchgeführt                 tung ,zu sorgen. Bituminöse Kaltbeschichtungen
          wird. Im Zinkbad wird eine sehr gleichmäßige                     sind gegen Temperaturunterschiede weniger emp
          Zinkschicht auf den Stahl aufgebracht. Bei den imi               findlich als Heißbeschichtungen, und ebenfalls
           Stahlwasserbau üblichen Stählen werden Schicht                  leicht zu pflegen und auszubessern.
           dicken von 0,080 bis 0,100 mm entsprechend 600 bis
           800 g pro qm erreicht.                                 3.4.     Chlorkautschuk (nur als Deckbeschichtung)
3.1.2.     Zinkspritzen                                                    Mit Chlorkautschuk lassen sich gut wasserbestän
                                                                           dige Deckbeschichtungen herstellen, die bei richti
           Das Zinkspritzen nach DIN 8565 hat den Vorteil,                 ger Zusammensetzung der Grundstoffe eine gute
           daß es auf der Baustelle selbst vorgenommen                     Beständigkeit aufweisen. Nachteilig für diese
           werden kann. Es erfolgt nach dem Draht- oder                    Schutzstoffe ist, daß nur verhältnismäßig geringe
           Pulverspritzverfahren. Dabei entsteht eine mehr                 Dicken je Schicht erreicht werden. Im Normalfall
           oder weniger porige Zinkschicht auf dem Stahl. Um               werden daher mehrere Einzelbeschichtungen
           eine gute Haftung zu erreichen sind die Stahlflä                erforderlich, so daß durch den hohen Lohnantoil
           chen vorher durch Sandstrahlen metallisch blank,                die   Wirtschaftlichkeit    einer   Chlorkautschukbe-
           aber mit ausreichender Rauheit herzustellen.                    schichtung fraglich werden kann.
3.2.       Zinkstaubreidie Stoffe
                                                                  3.5.     Epoxidharze
          Zinkstaubreiche Stoffe werden vorwiegend für
          Grundierungen eingesetzt. Liegen zwischen dem           3.5.1.   Einkomponentensysteme
          Aufbringen der einzelnen Schichten (vorläufige                   Einkomponentensysteme härten physikalisch aus.
          Schutz- bzw. Grundbeschichtung) längere Zeiten,                  In der Regel sind sie für Dauerbeanspruchung im
          so sind bei der endgültigen Konservierung die                    Wasser weniger geeignet als Zweikomponenten
          Flächen sorgfältig zu reinigen, lose Korrosions                  systeme.
          produkte u. a. sind restlos zu entfernen.               3.5.2.   Zweikomponentensysteme
          Zinkstaubreiche Beschichtungen sollen in fertiger                Die Bindemittel dieser Systeme bestehen aus dem
          Schicht in der Regel ca. 90 Gw.Vo Zinkstaub fein                 Grundstoff (Epoxidharz) und der Reaktionskompo
          ster Körnung enthalten. Dabei muß der Zinkstaub                  nente (Härter).
          und Bindemittelanteil entsprechend den an den
                                                                           Da    die   chemische    Reaktion   sofort   nach   dem
          Schutz gestellten Anforderungen aufeinander
          abgestimmt sein.                                                 Zusammengeben der beiden Komponenten ein
                                                                           setzt, lassen sich Zweikomponenten-Kunststoffe
3.2.1.    Organische Zinkstaubreiche Stoffe                                nur eine beschränkte Zeit verarbeiten (Topfzeit).
          Einkomponentensysteme sollten als Bindemittel                    Sie ist weitgehend von der Zusammensetzung der
          im Wasserbau nur eingesetzt werden, wenn ihre                    Stoffe und der umgebenden Temperatur abhängig.
          Eignung besonders nachgewiesen ist.                              Durch eine zweckentsprechende Zusammensetzung
          Bewährt haben sich Zweikomponenten-Kunst                         können die Eigenschaften des Kunststoffes auf die
           stoffe.                                                         vorhandenen Beanspruchungen abgestimmt wer-
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       den. Die Eigenschaft des ausgehärteten Stoffes             3.8.   Kunststoff-Sonderverfahren *)
       wird durch die Art des Füllstoffes mitbestimmt.                   Außer den vorstehend beschriebenen Schutzsyste
       Beide Komponenten, die zum Gebrauch miteinan                      men sind weitere Kimststoffe in der Erprobung
       der zu vermischen sind, werden getrennt angelie                   bzw. Entwicklung. Die Bewährung dieser Kunst
       fert. Für die Verarbeitung sind die Richtlinien des               stoffe bleibt abzuwarten.
       Herstellers genau zu beachten. Die Zugabe von                     Vor Anwendung von Beschichtungen mit sonstigen
       Lösungsmitteln, Weichmachern o. ä. um die Ver-                    Kunstoffen sind vorliegende Erfahrungen aus der
       arbeitbarkeit der Schutzstoffe zu verbessern, oder                Praxis oder aus Untersuchungen zu berücksichti
       um bereits in Reaktion übergegangene wieder                       gen.
       verarbeitbar zu machen, ist nicht zulässig.
       Mit Epoxidharzen lassen sich sehr dichte                   4.     Beispiele für Schutzsystem
       Beschichtungen mit guter Beständigkeit gegen                      Die nachstehend angeführten Schutzsysteme sind
       chemische und mechanische Angriffe herstellen.                    mögliche Beispiele, nicht aber zwingende Muster
       Durch Beigabe mineralischer Füllstoffe (z.B. fein                 für die Ausschreibung; diese oder ähnliche
       körniger Quarz) können sowohl im Spachtel- als                    Systeme können als Anhalt für den Bieter in der
       auch im Spritzverfahren Dickschichtbeläge mit                     Ausschreibung angeführt werden, sie sind den
       hoher Abriebsfestigkeit geschaffen werden.                        örtlichen     Erfordernissen     anzupassen     (siehe
       Die Aushärtung der Epoxidbeschichtungen ist                       Abschnitt 1.4.).
       stark temperaturabhängig. Für die Aushärtung                      Die genannten Schichtdicken sind Mindestforde
       sind in der Regel Temperaturen von mehr als                       rungen.
       + 10 ° C erwünscht. Bei niedrigeren Temperatu              4.1.   Beispiel 1                         Mindestschichtdicke
       ren können Sondermaßnahmen erforderlich wer
                                                                         Grundierung
       den.
                                                                         SteinkohlenteerpechbeschichtuTig
       Bei Temperaturen des Stahls unter 5 ° C ist eine                  evtl. 2. Auftrag als Haftschicht
       Verarbeitung abzulehnen. Zweikomponentensy
                                                                         Deckschicht
       steme sind je nach Zusammensetzung während der
       Reaktionszeit gegen Feuchtigkeit mehr oder                        Steinkohlenteerpech — Heißmasse ndt
       weniger empfindlich. Für Sonderfälle gibt es                      Überlappung verstrichen                ges.: 1,000 mm
       Reaktionsharze, die auf feuchten Flächen haften,                  Eignung
       unter Wasser aushärten oder auch unter Wasser                     für Schutz unter Wasser
       aufgetragen werden können. (Sondervorschriften                    bei Angriffen CII und MI
       beachten!)                                                 4.2.   Beispiel 2
       Die Ausführung solcher Arbeiten, insbesondere                     Grundienmg und Deckschichten
       unter Wasser, sollte schon aus wirtschaftlichen                   gefüllte Teerpechbeschichtung               0,400 mm
       Erwägungen auf Ausnahmen beschränkt bleiben.                      4 Aufträge
3.6.   Teerepoxide                                                       Eignung
       Teerepoxide sind Kombinationen aus Zweikom                        für Angriffe C II und M I
       ponenten-Epoxidharzen und Steinkohlenteeren                4.3.   Beispiel 3
       und -pechen. Durch Abstimmung der Anteile sind                    Teerepoxidbeschichtungen
       die günstigen Eigenschaften beider Stoffe wirk                    Vorbehandlung
       sam, d. h. die gute Haftung, Wasserbeständigkeit
       und Elastizität des Steinkohlenteerpechs mit der                  ggf. Fertigungsbeschichtung
                                                                         im Werk
       Härte und Chemikalienbeständigkeit des Epoxid
       harzes. Die Beschichtimgen sind billiger als solche               Grundierung
       mit reinen Epoxidharzen. Sie lassen sich in ver-                  Zinkstaubreiche Beschichtung                0,040 mm
       hältnismäß    dicken   und   dichten   Einzelschichten            Deckschichten
       aufbringen. Der Widerstand einer Teerepoxidbe-                    Teerepoxidbeschichtung                      0,460 mm
       schichtung gegen mechanische Beanspruchung ist                    (3- bis 4fach)                         ges.: 0,500 mm
       weitgehend durch den Harzanteil bedingt. Für die
       Witterungsbeständigkeit gilt Abschnitt 3.5.2. ent                 Eignung
       sprechend. Teerepoxidbeschichtungen können mit                    für Angriffe C II imd M III bis
       Erfolg unmittelbar auf die sorgfältig vorbehan                    M III je nach Abriebwert
       delte Stahloberfläche aufgetragen werden.                  4.4.   Beispiel 4
       Als Ablieferungsbeschichtung allein sind sie                      Epoxid-Dickschichtbelag
       jedoch nicht zu empfehlen, da die aufeinanderfol                  Zweikomponenten-Epoxidharz .
       genden Einzelschichten ohne größere Unterbre                      gefüllt z. B. mit feinkörnigem
       chung ausgeführt werden sollten. In solchen Fällen                Quarzsand,
       haben sich Zweikomponenten-Zinkstaub-Grundie-                     ggf. Versiegelung                      ges.: 2000 mm
       rungen nach Abschnitt 3.2. als vorteilhaft erwiesen.
                                                                         Eignung
       Teerepoxide lassen sich durch Anreicherung mit                    für Angriffe C II imd M IV
       mineralischen Füllstoffen, ähnlich wie reine Epo-
       xide zu hochabriebfesten Dickschichtbelägen ver            5.     Aufbringen der Beschichtung
       arbeiten.                                                  5.1.   Einfluß der Witterung
3.7.   Polyurethane                                                      Entrostxmgs- und Schutzarbeiten dürfen nur dann
       Diese Zweikomponentensysteme beruhen auf der                      ausgeführt werden, wenn die Eigentemperatur der
       Reaktion von Polyisocyanaten mit Hydroxylgrup                     zu bearbeitenden Fläche mindestens 3° C über
       pen von Polyestem und ähnlichen Stoffen. Sie                      dem Taupunkt der unmittelbar umgebenden Luft
       lassen sich dickschichtig auftragen und besitzen                  liegt.
       im ausgehärteten Zustand ausgezeichnete Bestän                    Der Taupunkt ist in der Regel mit einem Tau-
       digkeiten gegen chemische und mechanische                         pimktspiegel zu bestimmen, auf dem der Taupunkt
       Beanspruchungen.                                                  (° C) direkt abgelesen werden kann. Das Vorhal
       Schwierigkeiten bereitet bisher ihre Verarbeitung,                ten solcher Taupunkspiegel durch den Auftrag
       da dieses Material während der Reaktionszeit sehr                 nehmer ist in den Verdingungsunterlagen vorzu
       feuchtigkeitsempfindlich, auch gegen erhöhte                      schreiben.
       Luftfeuchtigkeit, ist; im Stahlwasserbau daher                    Die rechnerische Bestinunung des Taupimktes mit
       wenig geeignet.                                                   Hilfe der als Anlage beigefügten graphischen
       Einkomponentensysteme benötigen zur Reaktion
       Luftfeuchtigkeit. Ihre Bewährung kann noch nicht           •) Bei Angeboten mit neuentwickelten Kunststoffen ist zuir
                                                                     Frage der Eignung die Bundesanstalt für Wasserbau in
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Heft 9 — 1972                                                    252                                VkBl Amtlicher Teil


         Darstellung aufgrund der Meßwerte der Lufttem                      eine Güteprüfung vorzunehmen. Diese Güteprü
         peratur und der relativen Feuchtigkeit sollte auf                  fung umfaßt die Feststellung der Eigenschaften
         Sonderfälle beschränkt bleiben. *)                                 und Zusammensetzung der Schutzstoffe.
                                                                            Die Güteprüfung ist der Bimdesanstalt für Was
5.2.     Ausführungszeit                                                    serbau, Karlsruhe, zu übertragen.
         Für das Aufbringen und Aushärten der Schutzbe-                     Werden besondere Forderungen bezüglich des
         schichtung ist eine ausreichende Zeit im Bauzeit                   Farbortes der Deckanstriche für Schiffahrtzeichen
         plan vorzusehen.                                                   gestellt, so ist DIN 6171 Blatt 1 zugrundezulegen.
         Während dieser Zeit dürfen die beschichteten Flä                   Bei der Güteprüfung für solche Deckanstriche ist
         chen nicht ins Wasser getaucht werden. Es ist                      das Seezeichenversuchsfeld, Koblenz, zu beteili
         außerdem sicherzustellen, daß die für die Aushär                   gen.
         tung der Schutzbeschichtung erforderliche Min-            y j3     Rückstellproben
         desttemperatur durchgehend gehalten wird.
                                                                            Bei allen Schutzarbeiten ist auf der Baustelle eine
5.3.     Witterungsschutz                                                   Rückstellprobe zu entnehmen und für etwaige
         Müssen Schutzbeschichtungen wegen besonderer                       Untersuchungen bei NichtbeWährung des Schutz
         Umstände bei ungünstiger Witterung ausgeführt                      stoffes mindestens bis zum Ablauf der Verjäh
         werden, so ist ein ausreichender Wetterschutz, wie                 rungsfrist für die Gewährleistung aufzubewahren.
         Regen- und Windschutz, Anwärmen der zu schüt-             7.1.4.   Nicht bedingungsgemäfie Sdiutzstoffe
         zenden Flächen und nötigenfalls Aufrechterhal                      Treten bei der Probenahme oder bei der endgülti
         tung der erforderlichen Mindesttemperatur wäh                      gen Abnahme durch die Empfangsstelle Zweifel
         rend des Erhärtens (Kunststoffe) vorzuschrei                       auf, ob der gelieferte Schutzstoff den Vertragsbe
         ben. **)                                                           dingungen entspricht, so ist eine Prüfung nach
                                                                            Abschnitt 7.1.2. zu veranlassen.
6.       Hinweise auf den kathodischen Korrosionssdiutz
                                                                            Schutzstoffe, die bei der Güteprüfung oder bei der
         Mit Hilfe des kathodischen Rostschutzes, d. h.                     endgültigen Abnahme von der Empfangsstelle als
         durch Einsatz von Anoden, die mit Fremdstrom                       nicht bedingungsgemäß beanstandet werden, hat
         betrieben werden, oder mit Opferanoden (Magne-                     der Lieferer imverzüglich durch bedingungsge
         sium-Zinkplatiniertes Titan) kann ein Dauerschutz                  mäße zu ersetzen.
         von Stahlteilen im Wasser erreicht werden, da
                                                                            Die beanstandeten Schutzstoffe lagern auf Gefahr
         durch diese Verfahren der elektro-chemische Vor
                                                                            des Lieferers.
         gang des Rostens unterbunden wird.                        ^^       Überwachung
         Die Anlagen sind nur in den Bereichen wirksam,
         die überwiegend in Wasser eintauchen, d. h. bei                    Die Arbeiten müssen sorgfältig überwacht werden.
         stehendem und fließendem Wasser unter NW, bei
                                                                            Es muß gesichert sein, daß der Auftragnehmer die
         Tidewechsel etwa der Bereich unter Tidehalb-                       Arbeiten nach den Leistungsbeschreibungen sach-
         wasser. Sie lassen sich bei Anlagen des Stahl                      imd fachgemäß ausführt und die einschlägigen
         wasserbaues auch nachträglich einbauen.                            technischen Vorschriften und anerkannten Regeln
                                                                            der Technik beachtet.
         Bei der Planimg größerer Wasserbauwerke in                         Jeder einzelne Arbeitsgang ist zu überprüfen und
         Gewässern mit korrosionsfördernden Beimengun                       abzunehmen.      Erst   danach   darf   der   nächste
         gen sollte bereits beim Entwurf durch geeignete                    Arbeitsgang begonnen werden.
         Baumaßnahmen der Möglichkeit zum Einbau eines
         kathodischen Korrosionsschutzes Rechnung getra                     Etwaige Beschädigungen des Anstriches, Schäden
         gen werden, z. B. klare, elektrische Trennung der                  beim Abrüsten oder Umrüsten sind umgehend zu
         Einzelanlagen, leitende Verbindung zwischen den                    beheben. Alle Ereignisse und Maßnahmen bei der
         einzelnen Teilen einer Anlage, z.B. bei Lande                      Durchführung der Schutzarbeiten, die Einfluß auf
         brücken, Anordnung von Kabelkanälen zur Lei                        die Güte der Ausführungen haben können, sind
         tungsführung, Einplanung eines Aufstellplatzes                     sorgfältig zu beobachten und schriftlich festzule
                                                                            gen, z.B. Wetterbedingungen, Temperatur, rela
         für die Gleichrichter und dergl.
                                                                            tive Luftfeuchtigkeit, Schutzmaßnahmen, Unter
         Für die Planung bzw. den Einbau von kathodischen                   brechungen, Stoffverbrauch und dergl.
         Schutzanlagen ist die Bundesanstalt für Wasser
                                                                            Die in der Ausschreibung vorgeschriebenen Min
         bau, Karlsruhe, einzuschalten.
                                                                            destdicken sind einzuhalten. Bei der Schlußab
Teil II Überwachung und Abnahme von Rostschutzarbei                         nahme werden von je 100 m^ Fläche 10 m^
        ten; Gewährleistung                                                 ausgemessen, und zwar 5 Messungen je m^. Von
                                                                            den 50 Einzelmessungen dürfen 5 den Sollwert um
7.       Uberwadiung und Abnahme                                            nicht mehr als 10®/o unterschreiten. Werden diese
                                                                            Werte nicht erreicht, ist die Beschichtung der
7.1.     Probenähme und Untersuchung                                        Gesamtfläche auf die geforderte Mindestdicke zu
7.1.1.   Probenahme                                                         verstärken.

         Proben von        mindestens 500 g sind für       die              Für die Messung der Schichtdicken ist eine zer
         Untersuchungen zu entnehmen, in luftdichtver                       störungsfreie Methode mit Hilfe von geeigneten
         schlossenen       Gefäßen   aufzubewahren   und   zu               magnetischen oder elektromagnetischen Instru
         bezeichnen.                                                        menten anzuwenden. Die Meßergebnisse werden
                                                                            in Prüfprotokollen festgehalten.
         Für Kimststoffe sind vom Hersteller die Lage
         rungsbedingungen und die Lagerfähigkeit anzu                       In der Regel ist die geforderte Mindestschichtdicke
         geben, Reaktionsstoffe werden getrennt nach ihren                  nur für die Gesamtbeschichtung zu überprüfen.
         Komponenten aufbewahrt. Die Proben sind in                         Lediglich in gesondert gelagerten Fällen kann es
         Gegenwart der Herstellers oder seines Beauftrag                    notwendig sein, auch die Schichtdicke einzelner
         ten zu entnehmen. Der Hersteller hat die ord                       Schichten, z. B. der Grundierung zu messen.
         nungsgemäße Probeentnahme und die Lagerfähig-             7.3.     Schlußabnahme
         keit der Proben zu bestätigen; die Proben sind                     Nach Abschluß der Arbeiten hat eine gemeinsame
         daim so zu lagern, daß eine Qualitätsminderung                     Endabnahme der Rostschutzarbeiten zu erfolgen.
         nicht eintritt.                                                    Die Frist für die Gewährleistung beginnt mit dem
                                                                            Tage der Abnahme der gesamten Leistung oder in
7.1.2.   Güteprüfung
                                                                            Fällen, in denen die gesamte Leistung voraus
         Bei Erstanstrichen und umfangreichen Instandset                    sichtlich mehr als sechs Monate nach der Fertig-
         zungsarbeiten ist vor Beginn der Schutzarbeiten                    stellimg der Leistung an einzelnen geschlossenen
                                                                            Baukörpern vollendet wird, mit dem Tage der in
 *) Siehe Anlage 2                                                          derartigen Fällen stets durchzuführenden Teilab
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VkBl Amtlicher Teil                                        253                                           Heft 9     1972



       Bei größeren Objekten sollte auch der Lieferant       10.1.   Beschaffung und Lagerung der Schutzstoffe
       der Schutzstoffe hinzugezogen werden.                         Im Stahlwasserbau sollten die Firmen, die Schutz
8.     Gewährleistung                                                arbeiten durchführen, die Beschichtungsstoffe
                                                                     möglichst selbst liefern oder beschaffen, um die
       Schäden, die den Rostschutz beeinträchtigefi und              Gewährleistung in einer Hand zu belassen.
       auf Mängel der Ausführung oder der vom Auf
       tragnehmer gelieferten Stoffe zurückzuführen sind,            Für die laufend anfallenden Unterhaltungsarbeiten
       hat der Auftragnehmer auf seine Kosten zu besei               ist nur soviel Material zu beziehen, wie innerhalb
       tigen, wobei höchstens die gleichen Leistungen                der Lagerfähigkeit der Schutzstoffe benötigt wird.
       nach Art und Umfang wie bei der Ausführung des                Bituminöse Stoffe z. B. sind im allgemeinen sehr
       Auftrages wieder verlangt werden können. Der                  lange verarbeitungsfähig; Schutzstoffe auf Kunst
       Auftraggeber behält sich hierfür vor, den Zeit                stoffbasis hingegen besitzen eine unterschiedliche
       punkt der Mängelbeseitigung zu bestimmen.                     Lagerfähigkeit, wobei bei der Verwendung dieser
                                                                     Schutzstoffe die Verarbeitungsvorschriften zu
       Nicht unter die Gewährleistung fallen Schäden,                beachten sind.
          die nach Inbetriebnahme der Anlagen durch
          unsachgemäße Behandlung entstehen-
                                                                                                               Anlage 1
          durch Einflüsse, die zur Zeit der Arbeitsaus-
                                                                                                        zu Abschnitt 1.4.
          führung nicht bekannt bzw. nicht im später
          aufgetretenen Umfang erkennbar waren;              Ermittlung des Abriebwertes
          durch mechanische Beanspruchungen, wenn der        1. Allgemeines
          Äbriebwert eingehalten wird und Mängel in             Die Beschichtungen von Stahlwasserbauten können
          der Ausführung nicht vorliegen (Nachweis               durch Sandschliff, Geröll, Treibzeug, Eisgang und dergl.
          durch    Gewährleistungsausführungen nach              sowie durch schleifende Dichtungen mechanisch bean
          Abschn. 8.2.).                                         sprucht werden. Für die Schutzbeschichtungen sind
                                                                 daher nur Stoffe zu verwenden, die den vorgenannten
8.1.   Gewährleistungsfrist                                      Beanspruchungen widerstehen. Schutzstoffe, die für
       Der Auftragnehmer hat für den Rostschutz eine             hoch abriebfeste Beschichtungen im Stahlwasserbau
       Gewähr zu leisten:                                        eingesetzt werden sollen, sind stets auf Abriebfestig
                                                                 keit zu untersuchen. Die Prüfbedingungen im Labor
       auf die Dauer von 5 Jahren
                                                                 sollen jederzeit reproduzierbar sein.
       bei hochwertigen Beschichtungen auf Kunststoff
       basis;                                                2. Prüfeinrichtung.
       auf die Dauer von 4 Jahren                               Kernstück der Prüfmaschme        zur Ermittlung der
                                                                 Abriebfestigk.eit von Schutzbeschichtungen ist eine
       bei bituminösen Heißanstrichen, gefüllten bitumi
                                                                 Stahltrommel mit 8 rechteckigen Mantelflächen, die um
       nösen Kaltanstrichen (Schichtdicke > 0,300 mm)            eine waagerechte Achse rotieren. In den Mantelflächen
       oder Beschichtungen mit Stoffen nichtbituminöser          werden Prüfbleche der Größe 200 x 300 x 3 mm einge
       Art, jedoch gleichen Rostschutzwertes;
                                                                 baut. Die Prüftrommel wird mit 16 Umdrehungen pro
       auf die Dauer von 3 Jahren                                Minute bewegt.
       bei gefüllten bituminösen Kaltanstrichen (Schicht         Als Reibgut wird ein Basaltsplitt-Wasser-Gemisch
       dicke < 0,300 mm) oder Beschichtungen mit Stof            verwendet in der Zusammensetzung:
       fen nichtbituminöser Art, jedoch gleichen Rost
                                                                     2 kg Basaltsplitt der Körnimg 0 8/12 mm
       schutzwertes.
                                                                     1 kg Basaltsplitt der Körnung 0 5/8 mm
8.2.   Gewährleistungsausführungen
                                                                     1 kg Basaltsplitt der Körnung 0 3/ 5,mm
       Werden die Schützstoffe nicht von der ausführen
                                                                    8 kg Wasser
       den Firma geliefert, so sind Gewährleistungsaus
                                                                 Für eine vollständige Prüfung werden 4 beschichtete
       führungen nach DIN 18 364 Abschnitt 3.121 und
                                                                 Prüfbleche benötigt. Zwei werden sofort, die restlichen
       3.122 festzulegen.
                                                                 nach sechsmonatiger Wasserlagerimg untersucht. Beim
                                                                 Drehen der Trommel bewegt sich das Splitt-Wasser-
Teil III Überwachung und Unterhaltung der Schutzbe^              Gemisch rutschend und reibend über die Prüfbleche und
       Schichtungen am Bauwerk                                   erzeugt an den einzelnen Flächen einen Abrieb. Nach
9.     Überwachung der Schutzbeschichtungen                      jeweils 5000 Umdrehungen wird die Drehrichtung der
                                                                 Trommel gewechselt. Durch diesen periodischen
9.1.   Erfassung der Schutzbeschichtungen
                                                                 Wechsel der Drehrichtung soll ein gleichmäßiger
       Für alle größeren Stahlwasserbauten, sowie                Abrieb auf den Prüfflächen erreicht werden.
       Schiffe und schwimmende Geräte, wird eine Kor
       rosionsschutzkartei geführt. Von den zuständigen      3. Abrieb werte (Aw).
       Dienststellen werden die Vordrucke ***) erstmals         Der Abriebwert ist das Ergebnis der Schichtdicken-
       angelegt und bei den jährlichen Überprüfungen             minderung in 1/1000 mm bezogen auf 10 000 Trommel
       der Objekte ergänzt. Mit dem Jahresbericht der            umdrehungen, wobei mindestens 40 000 Umdrehungen
       Direktionen legen diese der Bundesanstalt für             durchgeführt werden müssen. Je kleiner der Abrieb
       Wasserbau die fortlaufend geführten Vordrucke             wert, desto größer ist die Abriebfestigkeit. Für die
       vor. Nach Auswertung derselben erhalten die               Errechnung des Abriebwertes Aw gilt die folgende
       Direktionen die Formblätter zurück.                       Formel:
9.2.   Ortliche Überprüfung                                              Schichtdickenminderung [/^m] x 10'*
       Soweit die zu überwachenden Flächen zugänglich            •Aw =
                                                                          Gesamtanzahl der Umdrehungen
       sind oder mit geringem Aufwand zugänglich
       gemacht werden können, sind sie mindestens ein            Beispiel: Schichtdickenminderung     = 252 jum
       mal im Jahr — in der Regel anläßlich der allge                      Gesamtzahl der Umdrehungen = 240 000
       meinen Überprüfung des Bauwerks — vom Orts                                  252 X 10^
       baubeamten oder einem Beauftragten auf Korro
                                                                               ~    240000     ~
       sionsschäden zu untersuchen. Der Untersuchungs
       befund ist in die Kartei einzutragen.                     Die erforderliche Abriebfestigkeit ist gewährleistet,
                                                                 wenn nach den oben beschriebenen Prüfverfahren bei
10.    Unterhaltung der Schutzbeschichtungen
                                                                 mindestens 40 000 Umdrehungen für die verschiedenen
       Dem Zustand der Beschichtungen ist besondere              Angriffsgrade folgende Abriebwerte nicht überschrit
       Aufmerksamkeit zuzuwenden. Kleine, vereinzelte            ten werden.
       Schäden sind sobald als möglich auszubessern. Zu
       verwenden ist der gleiche Schutzstoff oder ein
                                                                       Angriffsgrad M I                 Aw ^ 65
29

Heft 9 — 1972          254   VkBl Amtlicher Teil




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