VkBl Nr. 9 1972
Verkehrsblatt Nr. 9 1972
VkBl Amtlicher Teil 245 Heft 9 1972
werden durdi dieses Allgemeine Rundsdireiben aufge Luftporengehalt bei 16 mm Größtkorn:
hoben. 4,0 bis 5,0 Volumen-Vo
Dieses Rundsdireiben ist im Verkehrsblatt, Heft 9/1972 bei 32 mm Größtkorn:
vom 15. Mai 1972 veröffentlicht. 3,5 bis 5,0 Volumen-®/o
Der Bundesminister für Verkehr
Der Gehalt an feinporigen
Im Auftrag Luftporen ist durch Zugabe
Eg1au eines mit Prüfzeichen verse
Richtlinien henen LP-Mittels herzustel
für die Herstellung von len. Dosierung nach Vor
frost- und tausalzbeanspruditem Beton schrift des,Herstellers
im Straße^nbrückenbau
Konsistenz Verdichtungsmaß nach
(Ausgabe März 1972) DIN 1045 V = 1,20 bis 1,15
möglichst steif, aber gut ver
Inhalt
arbeitbar und ohne Neigimg
Herstellung von frost- und tausalzbeanspruditem zum Entmischen und Was
Beton serabsondern
1. Allgemeines
2. Herstellungsgrundsätze 2.2 Betonieren
2.1 Zusammensetzung Um eine gleichmäßige Verteilung beim Mischvorgang
zu gewährleisten, sollen LP-Mittel vor ihrer Zugabe in
2.2 Betonieren den Mischer im Anmachwasser aufgelöst werden. Im
2.3 Nachbehandlung übrigen sind die von den Herstellern angegebenen
Dosierungs- und Verarbeitungsvorschriften zu be
achten.
Herstellung von frost- und tausalzbeanspruditem Beton
Der Luftporengehalt ist mit einem.Luftporen-Prüfgerät
1. Allgemeines mindestens alle 2 Stunden an der Einbaustelle zu
Betonbauteile mit hohem Frost- und Tausalzwiderstand prüfen.
sind nach DIN 1045 Abs. 6.5.7.3^) herzustellen. Für Für die Verdichtung zumindest der oberen Lage ist für
Betonbauteile, die besonders starken Tausalzbean Kappen eine Rüttelbohle zu verwenden. Eine Schläm
spruchungen ausgesetzt werden (z. B. Kappen), ist meanreicherung an der Oberfläche ist zu vermeiden.
Abschnitt 2. dieser Richtlinien zu beachten. Herstel Ein Besenstrich mit einem weichen Besen ist zulässig.
lung, Einbau und Nachbehandlung des Betons erfor
dern besondere Sorgfalt. Der Beton muß vor der ersten
Tausalzeinwirkung ausreichend erhärtet sein und den 2.3 Nachbehandlung
überwiegenden Teil seines herstellungsbedingten Während des Betonierens und Erhärtens darf kein
Überschußwassers abgegeben haben. Stehen hierfür Wasser auf den Beton auftreffen. Das Austrocknen der
nicht mindestens 4 Monate zur Verfügung, so sind die Oberfläche des frischen Betons durch Wind- und Son
Bauteile durch zusätzliche Maßnahmen zu schützen^). neneinwirkung ist durch entsprechende Maßnahmen zu
Wird der Beton bei der ersten Frost-Tausalzeinwir- verhindern®). Dies kann geschehen durch Schutzzelte,
kung voraussichtlich nicht älter als 2 Monate sein, sind Kunststoffbahnen und Nachbehandlungsfilme. Nachbe
für die Herstellung besondere Maßnahmen (z. B. handlungsfilme sind unzweckmäßig, wenn die Flächen
Warmbehandlung oder Vakuumbehandlung) erforder imprägniert werden sollen. Sind sehr warme oder sehr
lich. kühle Temperaturen zu erwarten, so sind die Flächen
zusätzlich durch Isoliermatten abzudecken.
2. Herstellungsgrundsätze
Beton mit sehr hohem Frost- und Tausalzwiderstand ist (VkBl 1972 S. 244)
in Bn 350 mit luftporenbildenden Zusatzmitteln herzu
stellen und als Sonderbeton wie Beton II nach DIN
1045 zu behandeln.
Die folgenden Richtwerte und Hinweise machen Eig
nungsprüfungen nicht überflüssig.
||||j||||Q§|§||Q
Nr. 167 Verordnung über das Baden in den Bun
2.1 Zusammensetzung deswasserstraßen Rhein und Schiffahrts
Festigkeitsklasse Bn 350 weg Rhein-Kleve im Bereich der Wasser-
Zementgehalt ^ 330 kg/cbm Frischbeton und Schiffahrtsdirektion Duisburg
Zementfestigkeit allgemein: Vom 11. April 1972
Z 350 L oder Z 450 L
in kühler Jahreszeit:
Auf Grund der §§ 6, 24, 27 und 46 Nr. 3 des Bun
Z 350 F oder Z 450 F
deswasserstraßengesetzes vom 2. April 1968 (Bundesge-
setzbl. II S. 173), geändert durch Artikel 142 des Einfüh
Wasserzementwert ^ 0,47
rungsgesetzes zum Gesetz über Ordnungswidrigkeiten
Zuschlag Frostbeständigkeit nach DIN vom 24. Mai 1968 (Bundesgesetzbl. I S. 503), in Verbin
4226: dung mit § 1 der Verordnung zur Übertragung der
Blatt 1, Abschn. 7.5, 2. Abs. Ermächtigung zum Erlaß von Rechtsverordnungen nach
Blatt 3, Abschn. 3.5.1 dem Bundeswasserstraßengesetz über die Regelung,
Beschränkimg oder Untersagung des Gemeingebrauchs
Mehlkorngehalt bei 16 mm Größtkorn: vom 21, September 1971 (Bundesgesetzbl. I S. 1617) und
350 bis 400 kg/cbm § 1 der Verordnung über die Übertragung der Ermächti
gung zum Erlaß von Strompolizeiverordnungen nach dem
bei 32 mm Größtkorn: Bundeswasserstraßengesetz vom 15. April 1969 (Bundes
330 bis 385 kg/cbm gesetzbl. II S. 853) wird verordnet:
9 Ausgabe Januar 1972 ®) In Anlehnung an die TV-Beton 72, eingeführt mit ARS
9 entsprechende Richtlinien sind in Vorbereitung Nr. 5/1972 des BMV
Heft 9 — 1972 246 VkBl Amtlicher Teil
§ 1 Schiffahrtsdirektion Duisburg vom 9. Juni 1964 (VkBl.
Diese Verordnung gilt im Bereich der Bundeswasser 1964 S. 341) außer Kraft.
straßen Duisburg, den 11. April 1972
Rhein von Stromkilometer 639,24 (rechtes E 1155/72
Üfer) und von Stromkilometer 642,23 Wasser- und Schiffahrtsdirektion
(linkes Ufer) bis zur deutsch-nieder
Duisburg
ländischen Grenze;
Im Auftrag
Schiffahrtsweg von der Mündung in den Rhein bis (VkBl 1972 S. 245) K raem er
Rhein Kleve Unterwasser Schleuse Brienen und
Spoykanal von der Schleuse Brienen Nr. 168 Richtlinien für den Rostschutz von Stahl
-bis km 1,77. wasserbauten
§ 2 Bonn, den 18. April 1972
W 6/14.71.05—1
Das Baden und Schwimmen ist verboten An
1. im Rhein und im Schiffahrtsweg Rhein-Kleve auf der die Ober- und Mittelbehörden mit Nebenabdrücken für
ganzen Breite der Wasserstraße von 100 m oberhalb die Unterbehörden der Wasser- und Schiffahrtsverwal
bis 100 m unterhalb der Hafenmündungen, der Brücken, tung im Geschäftsbereich der Abteilung Wasserstraßen
der Schiffs- Und Fährlandestellen, der Schleusenanla und
gen einschließlich ihrer Vorhäfen, der Umschlagsstellen
und Schiffsbauwerften,
die Rhein-Main-Donau-AG. 8 München 23
2. im Rhein, soweit nicht das Baden und Schwimmen nach Leopoldstraße 28
Nummer 1 auf der ganzen Breite der Wasserstraße die Zentralstelle für Schiffs 2 Hamburg 4
verboten ist, jeweils bis zur Strommitte und Maschinentechnik Bernhard-Nocht-
auf der rechten Stromseite auf der linken Stromseite (ZSM) bei der Wasser- und Straße 78
Schiffahrtsdirektion Ham
von km bis km von km bis km
burg
640,0 643,2 667,9 672,3
687,0 689,0 682,7 690,5 nachrichtlich:
691,3 693,5 695,5 699,5 an
743,0 747,0, 709,5 712,5 den Herrn Senator für Bau- und 1 Berlin 31
769,3 794,6- 740,0 743,0 Wohnungswesen Württembergische
813,0 816,0 763,0 766,5 Straße 6—10
847,6 854,8 769,3 794,6 die Behörde für Wirtschaft und 2 Hamburg 11
847,6 854,8 und Verkehr der Freien Alter Steinweg 4
3. in den bundeseigenen Häfen. und Hansestadt Hamburg
außerdem nachrichtlich:
§3
an
(1) Badende und Schwimmende haben sich so zu ver
halten, daß in Fahrt befindliche Fahrzeuge nicht ihren Kurs die Neckar-AG. 7 Stuttgart 1
ändern oder ihre Geschwindigkeit vermindern müssen; Birkenwaldstraße 34
insbesondere ist es verboten die Untere Fulda GmbH. 3 Hannover
1. in den Kurs cler in Fahrt befindlichen Fahrzeuge hin Am Waterlooplatz 7
einzuschwimmen, die Nordwest-Kanal GmbH. 3 Hannover
2. durch einen Schleppverband hindurchzuschwimmen, Am Waterlooplatz 7
3. näher al§ 50 m an vorüberfahrende Fahrzeuge und an die Elbe-Mittelland-Kanal 2 Hamburg 4
GmbH. Bernhard-Nocht-
die Stränge der Schleppverbände heranzuschwimmen,
Straße 78
4. an schwimmende Geräte heranzuschwimmen.
die Rheinisch-Westfälische- 44 Münster
(2) Badenden und Schwimmenden ist es ferner verboten, Kanal GmbH Cheruskerring 11
1. sich an in Fahrt befindliche oder stilliegende Fahr den Herrn Präsidenten des 6 Frankfurt/Main 1
zeuge, an schwimmende Anlagen und ihre Festmache Bundesrechnungshofes Berliner Straße 51
vorrichtungen anzuhängen, sie zu erklettern oder zu den Herrn Bundesminister für 1 Berlin 15
betreten,
Verkehr Bundesallee 216/218
2. Schiffahrtszeichen und ihre Festmachevorrichtungen zu — Verbindungsstelle
berühren. Berlin —
§ 4 den Leiter des Vorprüfimgs-
dienstes bei den nachgeord-
Das zuständige Wasser- und Schiffahrtsamt kann aus neten Behörden im Referat
besonderen Anlässen Ausnahmen von einem Verbot nach
Z9
§ 2 zulassen.
Betreff: Rostschutz von Stahlwasserbauten.
§5 Bezug: a) Erlaß vom 28. 1. 1965 — W6/W7/W8/,»
Beschränkungen des Badens und Schwimmens auf Grund W 9—6004 VA 65 — und b) vom 21. 7. 1966 —
anderer Rechtsvorschriften bleiben unberührt. W 6 — 6222 VA 66 —.
Anlage: Richtlinien für den Rostschutz von Stahlwasser
§6 bauten, Ausgabe März 1972.
Ordnungswidrig nach § 50 Abs. 1 Nr. 2 Bundeswasser Die neueren Entwicklungen auf dem Gebiete des Rost
straßengesetz handelt, wer schutzes sowie auch weitere Ergebnisse von Auslage
1. in den in § 2 festgelegten Bereichen badet oder rungsversuchen und die Entwicklung eines Prüfverfahrens
schwimmt, zur Bestimmimg der Abriebfestigkeiten von Schutz
2. den Beschränkungen des Badens und Schwimmens in stoffen haben die Überarbeitung der mit den Bezugs
§ 3 zuwiderhandelt. erlassen eingeführten Richtlinien und zusätzlichen Be
stimmungen notwendig gemacht.
§ 7 Die mit Bezugserlaß a) eingeführten „Richtlinien für
die Ausführung und Unterhaltung von Rostschutz
Dies« Verordnung tritt am 1. Juni 1972 in Kraft. anstrichen an Stahlwasserbauten, Ausgabe Januar 1965"
Mit Ablauf des 31. Mai 1972 tritt die Polizeiverordnung und die im Bezugserlaß b) enthaltenen ergänzenden
über das Baden in den Bundeswasserstraßen Rhein und Bestimmungen sind überholt und werden hiermit auf
VkBl Amtlicher Teil 247 Heft 9 — 1972
Abteilung Wasserstraßen die beigefügten „Richtlinien für 3.1.1. Feuerverzinkung
den Rostschutz von Stahlwassefbauten, Ausgabe März 3.1.2. Zinkspritzen
1972" eingeführt. Diese Richtlinien sind sinngemäß auch 3.2. Zinkstaubreiche Stoffe
für ■ Unterwasseranstriche an Schiffen, schwimmenden
Geräten imd Schiffahrtzeichen anzuwenden. 3.2.1. Organische zinkstaubreiche Stoffe
Im Hinblick auf die Bedeutung eines einwandfreien 3.2.2. Anorganische zinkstaubreiche Stoffe
Rostschutzes für die Erhaltung der Konstruktionen ist 3.3. Bituminöse Stoffe
dieser Frage auch künftig besondere Aufmerksamkeit 3.3.1. Heißmassen
zuzuwenden. Die Erfahrungen sind sorgfältig auszuwer 3.3.2. Gefüllte bituminöse Stoffe
ten. Auf die geänderten Bestimmmigen des Abschnittes 9
der Richtlinien zur Erfassung der Schutzbeschichtungen 3.4. Chlorkautschuk (nur als Deckbeschichtung)
und Untersuchungsbefunde wird besonders hingewiesen. 3.5. Epoxidharz
Die Wasser- und Schiffahrtsdirektionen berichten jähr 3.5.1. Einkomponentensysteme
lich bis zum I.Februar j. J. zur Gesamtauswertung an 3.5.2. Zweikomponentensysteme
die Bundesanstalt für Wasserbau Karlsruhe. Diese Be
3.6. Teerepoxide
richte sollen unter Beifügung der Korrosionsschutzkartei
blätter mit den eingetragenen Befundaufnahmen zusam 3.7. Polyurethane
menfassende Hinweise über Erfahrungen imd Eignungen 3.8. Kunststoff-Sonderverfahren
der verwendeten Schutzstoffe rnid Behandlungsarten ent
4. Beispiele für Schutzsysteme
halten. Soweit diese Berichte Schutzbeschichtungen von
Schiffen und schwimmenden Geräten betreffen, sind 4.1. bis Beispiel 1 bis
Abdrucke an die Zentralstelle für Schiffs- und Maschinen 4.4. Beispiel 4
technik bei der Wasser- und Schiffahrtsdirektion Ham
5. Aufbringen der Schutzbeschichtungen
burg und, soweit sie Schutzbeschichtungen von Schiff
fahrtzeichen betreffen, an das Seezeichenversuchsfeld 5.1. Einfluß der Witterung
Koblenz zu übersenden. 5.2. Ausführungszeit
Dieser Erlaß wird im Verkehrsblatt, Heft 9/1972 ver 5.3. Witterungsschutz
öffentlicht.
6. Hinweise auf den kathodischen Korrosions
Der Bundesminister für Verkehr schutz
Im Auftrag
R ü m e1in
Teil II Überwachung und Abnahme von Rostschutz
arbeiten; Gewährleistung
Richtlinien
für den Rostschutz von Stahlwasserbauten 7. Überwachung und Abnahme
Ausgabe März 1972 7.1. Probenahme und Untersuchung
7.1.1. Probenahme
Inhaltsverzeichnis 7.1.2. Güteprüfung
7.1.3. Rückstellproben
Teil I Planung und Ausführung von Rostschutzarbeiten
7.1.4. Nicht bedingungsgemäße Schutzstoffe
1. Allgemeines 7.2. Überwachung
1.1. Geltungsbereich 7.3. Schlußabnahme
1.2. Hinweise auf weitere Normen und Vorschriften
8. Gewährleistung
1.3. Allgemeine Hinweise für den Rostschutz von
Stahlwasserbauten 8.1. Gewährleistungsfrist
1.3.1. Beanspruchungszonen 8.2. Gewährleistungsausführungen
1.3.2. Chemische und mechanische Beanspruchungen
1.4. Unterteilung der Beanspruchungen (Angriffs Teil III Überwachung und Unterhaltung der Schutz
grade) beschichtungen am Bauwerk
1.5. Allgemeine Hinweise für die Auswahl dei 9. Überwachung der Schutzbeschichtungen
Schutzverfahren
9.1. Erfassung der Schutzbeschichtungen
2. Rostschutzarbeiten 9.2. örtliche Überprüfung
2.1. Vorbereiten des Untergrundes 10. Unterhaltung der Schutzbeschichtungen
2.1.1. Erstmalige Beschichtung 10.1. Beschaffung und Lagerung der Schutzstoffr
2.1.2. Erneuerung der Beschichtung
2.1.2.1. Verwitterimg der Beschichtung ohne Unter- Anlage 1; Abriebuntersuchungen zur Ermittlung des Ab
rostung
riebwertes (Aw)
2.1.2.2. Ganz oder teilweise erhaltene alte Beschich Anlage 2: Bestimmung des Taupunktes (graphische Dar
tung mit vereinzelten Roststellen stellung)
2.1.3. Entrostimgs- und Reinigungsverfahren Anlage 3: Witterungsschutz
2.1.4. Chemische und physikalische Verfahren als Anlage 4: Korrosionsschutz — Kartei
Vorbehandlung
2.1.4.1. Rostiunwandler, Roststabilisatoren und Pene- Teil I Planung und Ausführung von Rostschutzarbeiten.
trieranstriche
1. Allgemeines
2.1.4.2. Primer
1.1. Geltungsbereich
2.2. Vorbehandlung und Beschichtung von Stahl
bauteilen
Diese Richtlinien gelten für den Rostschutz der
festen und beweglichen Bauteile von Stahlwas
2.2.1. Fertigungsbeschichtung serbauten, sie sind sinngemäß auch für Schiffe und
2.2.2. Ablieferungsbeschichtung schwimmende Geräte sowie für Schiffahrtzeichen
2.2.3. Vollständige Konservierung im Stahlwerk anzuwenden.
2.3. Konservierung auf der Baustelle
1.2. Hinweise auf weitere Normen und Vorschriften
2.3.1. Gesamtkonservierung bzw. Erneuerung
2.3.2. Vorhandene Grundierung DIN 8202 Prüfung der Reinheit und Rauheit
gestrahlter Metalloberflächen
Heft 9 — 1972 248 VkBl Amtlicher Teil
DIN 18364 Oberflädiensdiutzarbeiten an Stahl und 1.4.1. Chemische Beanspruchung (C):
Oberflädiensdiutzarbeiten (Anstrich) Angriffsgrad C I = Schwache chemische Angriffe
an Aluminiumlegierungen durch Süßwasser mit nur geringer Verschmutzung
DIN 53209 Bezeichnung des Blasengrades von durch Haus- oder Industrieabwässer (Fluß- und
Anstrichen Kanalwasser).
DIN 53210 Bezeichnung des Rostgrades von Angriffsgrad C II = Starke chemische Angriffe
Anstrichen durch Mineralöleinwirkungen, Meerwasser,
DIN 55928 Schutzanstriche von Stahlbauwerken, Brackwasser oder durch stark verschmutztes Süß
Richtlinien wasser (z. B. Wasser mit pH-Wert < 6,0 und
DV 807 Technische Vorschriften für den Rost > 12,0 führt zur Zerstörung von Zinkbeschichtun-
schutz von Stahlbauwerken (RoSt) der gen).
Deutschen Bundesbahn 1.4.2. Mechanische Beanspruchung (M):
DVS-Merkblatt — 2303 Zerstörungsfreie Messung Angriffsgrad MI = schwache mechanische Angriffe
der Dicke von nicht ferromagnetischen (Aw 2 65) ♦)
Schichten auf ferromagnetischem Grund durch leichtes Geschwemmsei oder durch geringe
metall Mengen Sand, die im leichtströmenden Wasser
Herausgegeben vom Deutschen Ver mitgeführt werden.
band für Schweißtechnik Angriffsgrad M II = mäßige mechanische Angriffe
1.3. Allgemeine Hinweise für den Rostsdiutz von (Aw ^30)
Stahlwasserbauten durch festes Treibzeug oder durch Sand und
Stahlwasserbauten sind infolge der ständigen oder Geröll, die in mäßiger Menge in strömendem
wechselnden Einwirkung des Wassers in erhöhtem Wasser mitgeführt werden; weiterhin durch mäßi
Maß korrosionsgefährdet, so daß der Frage ihres gen Bewuchs, Wellenschlag und Eisgang sowie
durch Eisdruck.
Rostschutzes besondere Bedeutung zukommt.
Dabei ist am jeweiligen Einsatzort nach Bean Auch das Entlangfließen einer starken Strömung
spruchungszonen, Beanspruchungsarten und Grad (ohne Beimengungen im Wasser) an Flächen kann
der Beanspruchungen zu unterscheiden. mäßigen mechanischen Angriff bewirken.
1.3.1. Beanspruchungszonen Angriffsgrad M III = starke mechanische Angriffe
Hinsichtlich der verschiedenartigen Einwirkungen (Aw ^20)
und Beanspruchungsverhältnisse können am Bau durch festes Treibzeug oder durch Sand und
werk im allgemeinen drei Beanspruchungszonen Geröll, die in großen Mengen im strömenden
unterschieden werden. Wasser mitgeführt werden sowie durch starken
Unterwasserzone pflanzlichen und tierischen Bewuchs, besonders
Sie ist der Bereich des Bauwerks, der dauernd ins wenn er aus Betriebsgründen häufig mechanisch
Wasser eintaucht oder nur gelegentlich, z.B. bei entfernt werden muß. Auch Eisgang oder das
sehr niedrigen Wasserständen trockenfällt. Auftreten starker Strömungen (ohne Beimengun
Wasserwechselzone
gen im Wasser) auf schräge oder horizontale Bau
werksflächen verursachen starke mechanische
Sie ist der Schwankungsbereich des Wasserspie Angriffe.
gels. Dieser kann bedingt sein durch natürliche
oder künstliche Änderung des Wasserstandes. Angriffsgrad M IV = sehr starke mechanische
Auch der Bereich von Stahlwasserbauten, der Angriffe (Aw ^15)
durch Heben und Senken des Bauteils im Betrieb durch festes Treibzeug oder durch Sand und
häufigen Wasserwechseln ausgesetzt ist, zählt zur Geröll, die in großen Mengen mit hoher Fließge
Wasserwechselzone. schwindigkeit über horizontal oder schräg
Überwasserzone. angeordnete Konstruktionsflächen geführt wer
den.
Sie beginnt unmittelbar über dem Wasserspiegel
der Wasserwechselzone; sie kann außer durch Auch das Schleifen von Dichtungen auf Konstruk
Spritzwasser bei außergewöhnlichen Wasser tionsflächen verursacht sehr starke mechanische
ständen oder Wellengang auch vorübergehend Angriffe.
benetzt werden. Die Beanspruchungen können je für sich und auch
1.3.2. Chemische und mechanische Beanspruchungsarten in Verbindung miteinander auftreten.
Die Zusammensetzung des Wassers hat einen 1.5. Allgemeine Hinweise für die Auswahl der Sdiutz-
verfahren
wesentlichen Einfluß auf die Korrosion des Stahles
bzw. die Beständigkeit der eingesetzten Oberflä Für die Wahl des Schutzverfahrens sind neben den
chen-Schutzstoffe. Ihre Kenntnis genügt aber allein Kriterien, die sich aus Abschnitt 1.3 und 1.4 erge
noch nicht als Maßstab für die Art und den Umfang ben, die Witterungsverhältnisse bei der Ausfüh
der erforderlichen Schutzmaßnahmen. Sie ist viel rung und die verfügbare Ausführungsdauer
mehr für den jeweiligen Anwendungsfall im bedeutsam (s. auch Abschn. 5.1 bis 5.3).
Zusammenhang mit den vorhandenen anderen Bei Schutzschichten in der Wasserwechselzone
Umweltbedingungen zu betrachten. bzw. in der Überwasserzone müssen die Einflüsse
Erhöhter Gehalt an aggressiven Gasen (z. B. Sauer aus dem Wasser und aus der Atmosphäre, z. B.
stoff, Kohlensäure o. ä.) und chemische Verunrei Sonneneinstrahlung, Temperaturunterschiede,
nigungen im Wasser, Sandschliff, schleifende Dich berücksichtigt werden. Schutzstoffe für Schiffe und
tungen, Wellenschlag, Eis und Treibzeug greifen Schiffahrtzeichen, z. B. bewuchshindernde Mate
örtlich die Bauwerke verstärkt an. Tierischer oder rialien, Tagesleuchtfarben, Reflexstoffe und dergl.
pflanzlicher Bewuchs kann zur Zerstörung des müssen ggf. darüber hinaus besonderen Anforde
Schutzstoffes und zu verstärkter Korrosion führen. rungen hinsichtlich ihrer Wirkung, Beständigkeit
In Sonderfällen kann auch eine Schutzwirkung uiid ihrer Farbörter genügen.
hervorgerufen werden. Neben dem reinen Schutzzweck können auch
besondere Gründe, z. B. des Landschaftsschutzes
1.4. Unterteilung der Beanspruchungen (Angriffsgrade) auf die Behandlung der Sichtflächen maßgeblichen
Die Schutzstoffe sollen entsprechend den zu Einfluß haben.
erwartenden Beanspruchungen und dem jeweili Bei Stahlwasserbauten, die nach der Inbetrieb
gen besonderen Zweck für jeden Einzelfall unter nahme nur noch schwer zugänglich sind oder nur
Berücksichtigung des neuesten Standes der Tech mit hohem Aufwand zur Erneuerung bzw. Aus
nik ausgewählt werden. Die Erfahrungen haben besserung der Schutzschichten trockengelegt wer-
gezeigt, daß folgende Arten der chemischen und/
oder der mechanischen Beanspruchung dafür maß •) Aw = Abtriebwert (Anlage 1)
VkBl Amtlicher Teil 249 Heft 9 — 1972
den können, sollte das wirtschaftliche Optimum satz an. Dieses Verfahren ist auch unter Wasser
aus Lebensdauer und Herstellungskosten der für Entrostungen anwendbar. Bei Neubauten ist
Schutzbeschichtungen und Nebenkosten ange anzustreben, die Flächen im Stahlbauwerk zu ent
strebt werden; der Beanspruchungsgrad ist bei zundern unci zu entrosten. Das setzt aber voraus,
solchen Bauten nicht allein für die Wahl der daß im Werk weiterhin eine Fertigungs- (Abschnitt
Beschichtung entscheidend. 2.2.1.) und/oder eine Ablieferungsbeschichtung
Im allgemeinen sollen nur solche Schutzstoffe (Abschnitt 2.2.2.) aufgebracht wird.
verwendet werden, die sich im langjährigen 2.1.4. Chemische und physikalische Verfahren als Vor
Betrieb bewährt haben oder bei Langzeituntersu behandlung
chungen im Laboratorium und in freien Gewässern
sowie bei Abriebuntersuchungen für mechanische 2.1.4.1. Rostumwandler, Roststabilisatoren und Penetrier-
Beanspruchungen günstige Prüfergebnisse gezeigt anstriche
haben und einen zuverlässigen und wirtschaftli Verfahren zum Vorbehandeln verrosteter Stahl
chen Oberflächenschutz für die jeweiligen Ver flächen mit Rostumwandlern (wässrige Lösungen,
hältnisse erwarten lassen. meist auf Phosphorsäurebasis) und Roststabilisa
Bei der Ausschreibung von Rostschutzarbeiten toren (Oxidationsmittel bzw. wasserentziehende
sind die Beanspruchungszonen (Abschn. 1.3.1.), die Verbindungen), die chemisch die Bestandteile des
Angriffsgrade und Mindesforderungen für die Rostes in stabile Eisenverbindungen (Eisenphos
Abriebfestigkeit (Abschn. 1.4.), die geforderte phat, Magnetit) umwandeln sollen, haben ihre
Mindestgesamtschichtdicke des Schutzsystems Eignung für den Stahlwasserbau nicht erwiesen,-
sowie sonstige für die Wahl der Schutzstoffe und sie sind daher nicht zu verwenden.
für das Aufbringverfahren maßgebende Faktoren Dies gilt auch für Penetrieranstriche (organische
anzugeben. Flüssigkeiten, meistens öle), die den Rost umhül
len und gegen die nadhfolgenden Anstriche
2. Rostsdiutzarbeiten abschirmen sollen.
2.1. Vorbereiten des Untergrundes 2.1.4.2. Primer
Voraussetzung für die Haltbarkeit von Schutzbe Die Zwischenbehandlung von gestrahlten Stahl
schichtungen ist eine sachgemäße und sorgfältige flächen mit Primern auf Phosphorsäurebasis, ins
Vorbereitung des Untergrundes. Maßgebend sind besondere in Verbindung mit Einbrennverfahren,
die einschlägigen Bestimmungen der DIN 18 364 hat sich bewährt. Die Primer müssen mit den
und der RoSt mit folgenden Ergänzungen: nachfolgenden Grundierungen verträglich sein. Die
aufgebrachten Schichten weisen Dicken von etwa
2.1.1. Erstmalige Besdiiditung 0,010 mm auf. Die Primer dienen nur zur Ver
Erstbeschichtungen müssen in jedem Fall auf hinderung des Rostanfluges und zur Verbesserung
metallisch blank entrostete Flächen (Entrostungs der Haftung unter Sondersystemen. Sie sollten
grad 3 nach DIN 18 364) aufgebracht werden. möglichst kurzfristig, mindestens am gleichen Tage
überdeckt werden.
2.1.2. Erneuerung der Beschichtung 2.2. Vorbehandlung und Beschichtung von Stahlbau
Die vorhandene Beschichtung ist auf ihre Eignung teilen
als Untergrund, besonders auf Haftung, Unterro- Die Grundierung ist das Fundament des Schutzsy
stung und Schichtdicke zu prüfen. stems, deshalb muß auf die Auswahl des Schutz
Je nach dem Zustand des alten Schutzsystems und stoffes und auf die sorgfältige Ausführung beson
dem Umfang der Rostschäden ist zu entscheiden, derer Wert gelegt werden.
wie der Untergrund vorzubereiten ist. Hierbei ist Die Grundierung (Ablieferungsbeschichtung) ist
nach folgenden Gesichtspunkten vorzugehen: dem Gesamtschutzsystem anzupassen. Besonders
2.1.2.1. Verwitterung der Beschichtung an der Oberfläche muß eine gute Haftung* am Untergrund und eine
ohne Rost gute Verträglichkeit mit den Deckbeschichtungen
gewährleistet sein.
In diesem Falle ist die Oberfläche gründlich zu
reinigen und ggf. aufzurauhen. Wird die neue Aus fertigungstechnischen Gründen werden in
Beschichtung mit einem anderen als dem vorhan Einzelfällen vor dem Bearbeiten der Werkstoffe
denen Schutzstoff ausgeführt, so ist in der Regel Fertigungsbeschichtungen verwendet, auf die spä
eine metallisch blanke Entrostung (s. o.) zu for terhin dann die Grundierung aufgetragen wird.
dern. 2.2.1. Fertigungsbeschichtung
Lediglich wenn eine wirksame Haftung und eine Die Fertigungsbeschichtung (Walzstahlkonservie
vollständige Verträglichkeit mit der alten Konser rung) hat die Aufgabe, die Stahlbauteile für die
vierung gewährleistet ist, kann auf einen voll Dauer der Verarbeitung vor Unterrostung zu
ständigen Abtrag der vorhandenen Beschichtung schützen und muß als Untergrund für die folgende
und die metallisch blanke Entrostung verzichtet Ablieferungsbeschichtung bzw. für jede mögliche
werden.
infrage kommende Konservierung geeignet sein.
2.1.2.2. Ganz oder teilweise erhaltene alte Beschichtung Zur Zeit genügen diesen Anforderungen nur zink-
mit Roststellen staubreiche Beschichtungen auf Zweikomponen
tenbasis.
Festhaftende Schutzschichten sind gründlich zu
reinigen und in geeigneter Weise aufzurauhen 2.2.2. Die Ablieferungsbeschichtung wird im Stahlbau
(s. o.). Rost muß bis auf den metallischen Unter werk aufgebracht.
grund entfernt werden. Bei Verrostung der ganzen Sie muß das Bauwerk bis zu seiner Fertigstellung
Fläche — etwa Rostgrad 4 nach DIN 53 210 — wird bzw. bis zum Aufbringen der Deckschichten vor
eine vollständige Erneuerung der Konservierung Korrosion schützen.
erforderlich. Für die Entrostung gilt dann Abschnitt Die Ablieferungsbeschichtung wird im allgemeinen
2.1.1.
nach der Fertigstellung der einzelnen Sektionen
2.1.3. Entrostungs- und Reinigungsverfahren aufgebracht; je nach der Zeit, die zwischen der
Zum Entzundern und Entrosten sind Strahlverfah Fertigungs- und der Ablieferungsbeschichtung
ren mit Quarzsand oder einem anderen geeigneten liegt, sind die Flächen vorzubehandeln (siehe auch
Strahlmittel vorzusehen. Abschnitt 2.1.2.1.). In jedem Falle sind bearbeitete
Stellen (z. B. Schweißnähte, Bohrstellen und dergl.)
Aufgrund örtlicher Verhältnisse (Vermeidung von
nachzustrahlen.
Staubentwicklung) kann das Flammstrahlen ange
bracht sein, jedoch nicht dann, wenn Entrostungs 2.2.3. Vollständige Konservierung im Stahlbauwerk
grad 3 nach DIN 18 364 gefordert wird. Als weitere Es kann zweckmäßig und wirtschaftlich sein, die
Alternative bietet sich das Hochdruckwasserstrah gesamte Schutzbeschichtung bereits im Werk
Heft 9 — 1972 250 VkBl Amtlicher Teil
2.3. Konservierung auf der Baustelle 3.2.2. Anorganische zinkstaubreiche Stoffe
Zu unterscheiden sind; Eine besonders hohe Härte weisen anorganische
2.3.1. Die Gesamtkonservierung bzw. Erneuerung zinkstaubreiche Beschichtungen auf. Die Basis
einschl. der Vorbereitung des Untergrundes wird besteht in diesen Fällen aus Wasserglas. Bei der
auf der Baustelle ausgeführt. Aushärtung bilden sich u. a. Zinksilikate.
Die erste Beschichtung ist möglichst sofort nach 3.3. Bituminöse Stoffe
dem Entrosten der Stahloberfläche, mindestens
Als bituminöse Stoffe werden im Stahlwasserbau
aber am selben Tage aufzubringen.
eingesetzt:
2.3.2. Bei vorhandener Grundierung wird die Deckbe-
3.3.1. Heißmassen
schichtung auf die vorhandene Fertigungs- und
Ablieferungsbeschichtung aufgebracht. Heißmassen enthalten als Grundstoffe Bitumen
oder Steinkohlenteerpeche oder Gemische aus
2.3.3. Bei vorhandener vollständiger Werkskonservie beiden mit Füllstoffen wie Steinmehl, Asbestfa
rung (Abschnitt 2.2.3.) beschränken sich die Arbei sern oder anderen mineralischen Stoffen. Sie wer
ten auf der Baustelle auf die Behandlung der Rand den durch Erhitzen auf 160—230 ° C verarbeitbar
bzw. Verbundstreifen sowie auf das Beseitigen der gemacht. Heißmassen weisen eine gute Wasser
auf den übrigen Flächen, z. B. während des Trans beständigkeit auf und haben bei geeigneter
portes, entstandenen Schäden. Zusammensetzung und richtiger Anwendung eine
3. Schutzstolfe sehr lange Lebensdauer.
Sie ergeben bei dicken Schichten wegen des
3.1. Metallisierung geringen Stoffpreises eine wirtschaftliches Schutz
~ Metallisierungen von Stahloberflächen mit einer verfahren. Die Schutzschicht läßt sich gut mit
dünnen Metallschicht aus Zink, Aluminium oder gefüllten bituminösen Kaltanstrichen ausbessern.
einem anderen Metall, die nach verschiedenen Heißmassen sind empfindlich gegen hohe Tempe
Verfahren (Siehe Abschnitt 3.1.1. und 3.1.2.) auf raturunterschiede. Sie können bei großer Kälte
gebracht sein können, sind ohne einen zusätz brüchig werden und bei hoher Wärme ablaufen.
lichen Schutz (Versiegelung) im Stahlwasserbau Daher sind sie bevorzugt für den Unterwasserbe
nicht geeignet, da sie je nach Art des Wassers, reich geeignet.
in das sie eintauchen, mehr oder weniger schnell Ein wesentliches Merkmal der Heiß- gegenüber
abgebaut werden. Ihre Schutzwirkung ist über der Kaltbeschichtungen besteht darin, daß sie
wiegend von der Beständigkeit der Versiegelung keine Trockenzeit benötigen und sofort nach
abhängig. Erkalten der Wasserbelastung ausgesetzt werden
Der Wert der Metallisierung besteht — wie auch können.
der in Abschnitt 3.2. genannten zinkstaubreichen
3.3.2. Gefüllte bituminöse Stoffe
Beschichtungen — darin, daß sie infolge kathodi
scher Wirkung einen zusätzlichen Schutz in Gefüllte bituminöse Stoffe sind aus etwa den
aggressiven Wässern (C il) gegen Unterrostung gleichen Grundstoffen wie Heißmassen zusam
geben, wenn der Deckanstridi verletzt wird. mengesetzt. Die Verarbeitbarkeit wird jedoch nicht
3.1.1. Feuerverzinken
durch Erwärmen, sondern durch Zugabe von
Lösungsmitteln erzielt. Die je Arbeitsgang und
Das Verzinken im Bad kann nur in entsprechend insgesamt erreichbare Schichtdicke ist wesentlich
eingerichteten Fabrikbetrieben erfolgen, in denen geringer als bei Heißmassen. In Innenräumen ist
auch die Vorbehandlung, d. h. das Entfernen von bei der Verarbeitung für eine ausreichende Belüf
Zunder, Fett und Rost durch- Beizen durchgeführt tung ,zu sorgen. Bituminöse Kaltbeschichtungen
wird. Im Zinkbad wird eine sehr gleichmäßige sind gegen Temperaturunterschiede weniger emp
Zinkschicht auf den Stahl aufgebracht. Bei den imi findlich als Heißbeschichtungen, und ebenfalls
Stahlwasserbau üblichen Stählen werden Schicht leicht zu pflegen und auszubessern.
dicken von 0,080 bis 0,100 mm entsprechend 600 bis
800 g pro qm erreicht. 3.4. Chlorkautschuk (nur als Deckbeschichtung)
3.1.2. Zinkspritzen Mit Chlorkautschuk lassen sich gut wasserbestän
dige Deckbeschichtungen herstellen, die bei richti
Das Zinkspritzen nach DIN 8565 hat den Vorteil, ger Zusammensetzung der Grundstoffe eine gute
daß es auf der Baustelle selbst vorgenommen Beständigkeit aufweisen. Nachteilig für diese
werden kann. Es erfolgt nach dem Draht- oder Schutzstoffe ist, daß nur verhältnismäßig geringe
Pulverspritzverfahren. Dabei entsteht eine mehr Dicken je Schicht erreicht werden. Im Normalfall
oder weniger porige Zinkschicht auf dem Stahl. Um werden daher mehrere Einzelbeschichtungen
eine gute Haftung zu erreichen sind die Stahlflä erforderlich, so daß durch den hohen Lohnantoil
chen vorher durch Sandstrahlen metallisch blank, die Wirtschaftlichkeit einer Chlorkautschukbe-
aber mit ausreichender Rauheit herzustellen. schichtung fraglich werden kann.
3.2. Zinkstaubreidie Stoffe
3.5. Epoxidharze
Zinkstaubreiche Stoffe werden vorwiegend für
Grundierungen eingesetzt. Liegen zwischen dem 3.5.1. Einkomponentensysteme
Aufbringen der einzelnen Schichten (vorläufige Einkomponentensysteme härten physikalisch aus.
Schutz- bzw. Grundbeschichtung) längere Zeiten, In der Regel sind sie für Dauerbeanspruchung im
so sind bei der endgültigen Konservierung die Wasser weniger geeignet als Zweikomponenten
Flächen sorgfältig zu reinigen, lose Korrosions systeme.
produkte u. a. sind restlos zu entfernen. 3.5.2. Zweikomponentensysteme
Zinkstaubreiche Beschichtungen sollen in fertiger Die Bindemittel dieser Systeme bestehen aus dem
Schicht in der Regel ca. 90 Gw.Vo Zinkstaub fein Grundstoff (Epoxidharz) und der Reaktionskompo
ster Körnung enthalten. Dabei muß der Zinkstaub nente (Härter).
und Bindemittelanteil entsprechend den an den
Da die chemische Reaktion sofort nach dem
Schutz gestellten Anforderungen aufeinander
abgestimmt sein. Zusammengeben der beiden Komponenten ein
setzt, lassen sich Zweikomponenten-Kunststoffe
3.2.1. Organische Zinkstaubreiche Stoffe nur eine beschränkte Zeit verarbeiten (Topfzeit).
Einkomponentensysteme sollten als Bindemittel Sie ist weitgehend von der Zusammensetzung der
im Wasserbau nur eingesetzt werden, wenn ihre Stoffe und der umgebenden Temperatur abhängig.
Eignung besonders nachgewiesen ist. Durch eine zweckentsprechende Zusammensetzung
Bewährt haben sich Zweikomponenten-Kunst können die Eigenschaften des Kunststoffes auf die
stoffe. vorhandenen Beanspruchungen abgestimmt wer-
VkBl Amtlicher Teil 251 Heft 9 — 1972
den. Die Eigenschaft des ausgehärteten Stoffes 3.8. Kunststoff-Sonderverfahren *)
wird durch die Art des Füllstoffes mitbestimmt. Außer den vorstehend beschriebenen Schutzsyste
Beide Komponenten, die zum Gebrauch miteinan men sind weitere Kimststoffe in der Erprobung
der zu vermischen sind, werden getrennt angelie bzw. Entwicklung. Die Bewährung dieser Kunst
fert. Für die Verarbeitung sind die Richtlinien des stoffe bleibt abzuwarten.
Herstellers genau zu beachten. Die Zugabe von Vor Anwendung von Beschichtungen mit sonstigen
Lösungsmitteln, Weichmachern o. ä. um die Ver- Kunstoffen sind vorliegende Erfahrungen aus der
arbeitbarkeit der Schutzstoffe zu verbessern, oder Praxis oder aus Untersuchungen zu berücksichti
um bereits in Reaktion übergegangene wieder gen.
verarbeitbar zu machen, ist nicht zulässig.
Mit Epoxidharzen lassen sich sehr dichte 4. Beispiele für Schutzsystem
Beschichtungen mit guter Beständigkeit gegen Die nachstehend angeführten Schutzsysteme sind
chemische und mechanische Angriffe herstellen. mögliche Beispiele, nicht aber zwingende Muster
Durch Beigabe mineralischer Füllstoffe (z.B. fein für die Ausschreibung; diese oder ähnliche
körniger Quarz) können sowohl im Spachtel- als Systeme können als Anhalt für den Bieter in der
auch im Spritzverfahren Dickschichtbeläge mit Ausschreibung angeführt werden, sie sind den
hoher Abriebsfestigkeit geschaffen werden. örtlichen Erfordernissen anzupassen (siehe
Die Aushärtung der Epoxidbeschichtungen ist Abschnitt 1.4.).
stark temperaturabhängig. Für die Aushärtung Die genannten Schichtdicken sind Mindestforde
sind in der Regel Temperaturen von mehr als rungen.
+ 10 ° C erwünscht. Bei niedrigeren Temperatu 4.1. Beispiel 1 Mindestschichtdicke
ren können Sondermaßnahmen erforderlich wer
Grundierung
den.
SteinkohlenteerpechbeschichtuTig
Bei Temperaturen des Stahls unter 5 ° C ist eine evtl. 2. Auftrag als Haftschicht
Verarbeitung abzulehnen. Zweikomponentensy
Deckschicht
steme sind je nach Zusammensetzung während der
Reaktionszeit gegen Feuchtigkeit mehr oder Steinkohlenteerpech — Heißmasse ndt
weniger empfindlich. Für Sonderfälle gibt es Überlappung verstrichen ges.: 1,000 mm
Reaktionsharze, die auf feuchten Flächen haften, Eignung
unter Wasser aushärten oder auch unter Wasser für Schutz unter Wasser
aufgetragen werden können. (Sondervorschriften bei Angriffen CII und MI
beachten!) 4.2. Beispiel 2
Die Ausführung solcher Arbeiten, insbesondere Grundienmg und Deckschichten
unter Wasser, sollte schon aus wirtschaftlichen gefüllte Teerpechbeschichtung 0,400 mm
Erwägungen auf Ausnahmen beschränkt bleiben. 4 Aufträge
3.6. Teerepoxide Eignung
Teerepoxide sind Kombinationen aus Zweikom für Angriffe C II und M I
ponenten-Epoxidharzen und Steinkohlenteeren 4.3. Beispiel 3
und -pechen. Durch Abstimmung der Anteile sind Teerepoxidbeschichtungen
die günstigen Eigenschaften beider Stoffe wirk Vorbehandlung
sam, d. h. die gute Haftung, Wasserbeständigkeit
und Elastizität des Steinkohlenteerpechs mit der ggf. Fertigungsbeschichtung
im Werk
Härte und Chemikalienbeständigkeit des Epoxid
harzes. Die Beschichtimgen sind billiger als solche Grundierung
mit reinen Epoxidharzen. Sie lassen sich in ver- Zinkstaubreiche Beschichtung 0,040 mm
hältnismäß dicken und dichten Einzelschichten Deckschichten
aufbringen. Der Widerstand einer Teerepoxidbe- Teerepoxidbeschichtung 0,460 mm
schichtung gegen mechanische Beanspruchung ist (3- bis 4fach) ges.: 0,500 mm
weitgehend durch den Harzanteil bedingt. Für die
Witterungsbeständigkeit gilt Abschnitt 3.5.2. ent Eignung
sprechend. Teerepoxidbeschichtungen können mit für Angriffe C II imd M III bis
Erfolg unmittelbar auf die sorgfältig vorbehan M III je nach Abriebwert
delte Stahloberfläche aufgetragen werden. 4.4. Beispiel 4
Als Ablieferungsbeschichtung allein sind sie Epoxid-Dickschichtbelag
jedoch nicht zu empfehlen, da die aufeinanderfol Zweikomponenten-Epoxidharz .
genden Einzelschichten ohne größere Unterbre gefüllt z. B. mit feinkörnigem
chung ausgeführt werden sollten. In solchen Fällen Quarzsand,
haben sich Zweikomponenten-Zinkstaub-Grundie- ggf. Versiegelung ges.: 2000 mm
rungen nach Abschnitt 3.2. als vorteilhaft erwiesen.
Eignung
Teerepoxide lassen sich durch Anreicherung mit für Angriffe C II imd M IV
mineralischen Füllstoffen, ähnlich wie reine Epo-
xide zu hochabriebfesten Dickschichtbelägen ver 5. Aufbringen der Beschichtung
arbeiten. 5.1. Einfluß der Witterung
3.7. Polyurethane Entrostxmgs- und Schutzarbeiten dürfen nur dann
Diese Zweikomponentensysteme beruhen auf der ausgeführt werden, wenn die Eigentemperatur der
Reaktion von Polyisocyanaten mit Hydroxylgrup zu bearbeitenden Fläche mindestens 3° C über
pen von Polyestem und ähnlichen Stoffen. Sie dem Taupunkt der unmittelbar umgebenden Luft
lassen sich dickschichtig auftragen und besitzen liegt.
im ausgehärteten Zustand ausgezeichnete Bestän Der Taupunkt ist in der Regel mit einem Tau-
digkeiten gegen chemische und mechanische pimktspiegel zu bestimmen, auf dem der Taupunkt
Beanspruchungen. (° C) direkt abgelesen werden kann. Das Vorhal
Schwierigkeiten bereitet bisher ihre Verarbeitung, ten solcher Taupunkspiegel durch den Auftrag
da dieses Material während der Reaktionszeit sehr nehmer ist in den Verdingungsunterlagen vorzu
feuchtigkeitsempfindlich, auch gegen erhöhte schreiben.
Luftfeuchtigkeit, ist; im Stahlwasserbau daher Die rechnerische Bestinunung des Taupimktes mit
wenig geeignet. Hilfe der als Anlage beigefügten graphischen
Einkomponentensysteme benötigen zur Reaktion
Luftfeuchtigkeit. Ihre Bewährung kann noch nicht •) Bei Angeboten mit neuentwickelten Kunststoffen ist zuir
Frage der Eignung die Bundesanstalt für Wasserbau in
Heft 9 — 1972 252 VkBl Amtlicher Teil
Darstellung aufgrund der Meßwerte der Lufttem eine Güteprüfung vorzunehmen. Diese Güteprü
peratur und der relativen Feuchtigkeit sollte auf fung umfaßt die Feststellung der Eigenschaften
Sonderfälle beschränkt bleiben. *) und Zusammensetzung der Schutzstoffe.
Die Güteprüfung ist der Bimdesanstalt für Was
5.2. Ausführungszeit serbau, Karlsruhe, zu übertragen.
Für das Aufbringen und Aushärten der Schutzbe- Werden besondere Forderungen bezüglich des
schichtung ist eine ausreichende Zeit im Bauzeit Farbortes der Deckanstriche für Schiffahrtzeichen
plan vorzusehen. gestellt, so ist DIN 6171 Blatt 1 zugrundezulegen.
Während dieser Zeit dürfen die beschichteten Flä Bei der Güteprüfung für solche Deckanstriche ist
chen nicht ins Wasser getaucht werden. Es ist das Seezeichenversuchsfeld, Koblenz, zu beteili
außerdem sicherzustellen, daß die für die Aushär gen.
tung der Schutzbeschichtung erforderliche Min- y j3 Rückstellproben
desttemperatur durchgehend gehalten wird.
Bei allen Schutzarbeiten ist auf der Baustelle eine
5.3. Witterungsschutz Rückstellprobe zu entnehmen und für etwaige
Müssen Schutzbeschichtungen wegen besonderer Untersuchungen bei NichtbeWährung des Schutz
Umstände bei ungünstiger Witterung ausgeführt stoffes mindestens bis zum Ablauf der Verjäh
werden, so ist ein ausreichender Wetterschutz, wie rungsfrist für die Gewährleistung aufzubewahren.
Regen- und Windschutz, Anwärmen der zu schüt- 7.1.4. Nicht bedingungsgemäfie Sdiutzstoffe
zenden Flächen und nötigenfalls Aufrechterhal Treten bei der Probenahme oder bei der endgülti
tung der erforderlichen Mindesttemperatur wäh gen Abnahme durch die Empfangsstelle Zweifel
rend des Erhärtens (Kunststoffe) vorzuschrei auf, ob der gelieferte Schutzstoff den Vertragsbe
ben. **) dingungen entspricht, so ist eine Prüfung nach
Abschnitt 7.1.2. zu veranlassen.
6. Hinweise auf den kathodischen Korrosionssdiutz
Schutzstoffe, die bei der Güteprüfung oder bei der
Mit Hilfe des kathodischen Rostschutzes, d. h. endgültigen Abnahme von der Empfangsstelle als
durch Einsatz von Anoden, die mit Fremdstrom nicht bedingungsgemäß beanstandet werden, hat
betrieben werden, oder mit Opferanoden (Magne- der Lieferer imverzüglich durch bedingungsge
sium-Zinkplatiniertes Titan) kann ein Dauerschutz mäße zu ersetzen.
von Stahlteilen im Wasser erreicht werden, da
Die beanstandeten Schutzstoffe lagern auf Gefahr
durch diese Verfahren der elektro-chemische Vor
des Lieferers.
gang des Rostens unterbunden wird. ^^ Überwachung
Die Anlagen sind nur in den Bereichen wirksam,
die überwiegend in Wasser eintauchen, d. h. bei Die Arbeiten müssen sorgfältig überwacht werden.
stehendem und fließendem Wasser unter NW, bei
Es muß gesichert sein, daß der Auftragnehmer die
Tidewechsel etwa der Bereich unter Tidehalb- Arbeiten nach den Leistungsbeschreibungen sach-
wasser. Sie lassen sich bei Anlagen des Stahl imd fachgemäß ausführt und die einschlägigen
wasserbaues auch nachträglich einbauen. technischen Vorschriften und anerkannten Regeln
der Technik beachtet.
Bei der Planimg größerer Wasserbauwerke in Jeder einzelne Arbeitsgang ist zu überprüfen und
Gewässern mit korrosionsfördernden Beimengun abzunehmen. Erst danach darf der nächste
gen sollte bereits beim Entwurf durch geeignete Arbeitsgang begonnen werden.
Baumaßnahmen der Möglichkeit zum Einbau eines
kathodischen Korrosionsschutzes Rechnung getra Etwaige Beschädigungen des Anstriches, Schäden
gen werden, z. B. klare, elektrische Trennung der beim Abrüsten oder Umrüsten sind umgehend zu
Einzelanlagen, leitende Verbindung zwischen den beheben. Alle Ereignisse und Maßnahmen bei der
einzelnen Teilen einer Anlage, z.B. bei Lande Durchführung der Schutzarbeiten, die Einfluß auf
brücken, Anordnung von Kabelkanälen zur Lei die Güte der Ausführungen haben können, sind
tungsführung, Einplanung eines Aufstellplatzes sorgfältig zu beobachten und schriftlich festzule
gen, z.B. Wetterbedingungen, Temperatur, rela
für die Gleichrichter und dergl.
tive Luftfeuchtigkeit, Schutzmaßnahmen, Unter
Für die Planung bzw. den Einbau von kathodischen brechungen, Stoffverbrauch und dergl.
Schutzanlagen ist die Bundesanstalt für Wasser
Die in der Ausschreibung vorgeschriebenen Min
bau, Karlsruhe, einzuschalten.
destdicken sind einzuhalten. Bei der Schlußab
Teil II Überwachung und Abnahme von Rostschutzarbei nahme werden von je 100 m^ Fläche 10 m^
ten; Gewährleistung ausgemessen, und zwar 5 Messungen je m^. Von
den 50 Einzelmessungen dürfen 5 den Sollwert um
7. Uberwadiung und Abnahme nicht mehr als 10®/o unterschreiten. Werden diese
Werte nicht erreicht, ist die Beschichtung der
7.1. Probenähme und Untersuchung Gesamtfläche auf die geforderte Mindestdicke zu
7.1.1. Probenahme verstärken.
Proben von mindestens 500 g sind für die Für die Messung der Schichtdicken ist eine zer
Untersuchungen zu entnehmen, in luftdichtver störungsfreie Methode mit Hilfe von geeigneten
schlossenen Gefäßen aufzubewahren und zu magnetischen oder elektromagnetischen Instru
bezeichnen. menten anzuwenden. Die Meßergebnisse werden
in Prüfprotokollen festgehalten.
Für Kimststoffe sind vom Hersteller die Lage
rungsbedingungen und die Lagerfähigkeit anzu In der Regel ist die geforderte Mindestschichtdicke
geben, Reaktionsstoffe werden getrennt nach ihren nur für die Gesamtbeschichtung zu überprüfen.
Komponenten aufbewahrt. Die Proben sind in Lediglich in gesondert gelagerten Fällen kann es
Gegenwart der Herstellers oder seines Beauftrag notwendig sein, auch die Schichtdicke einzelner
ten zu entnehmen. Der Hersteller hat die ord Schichten, z. B. der Grundierung zu messen.
nungsgemäße Probeentnahme und die Lagerfähig- 7.3. Schlußabnahme
keit der Proben zu bestätigen; die Proben sind Nach Abschluß der Arbeiten hat eine gemeinsame
daim so zu lagern, daß eine Qualitätsminderung Endabnahme der Rostschutzarbeiten zu erfolgen.
nicht eintritt. Die Frist für die Gewährleistung beginnt mit dem
Tage der Abnahme der gesamten Leistung oder in
7.1.2. Güteprüfung
Fällen, in denen die gesamte Leistung voraus
Bei Erstanstrichen und umfangreichen Instandset sichtlich mehr als sechs Monate nach der Fertig-
zungsarbeiten ist vor Beginn der Schutzarbeiten stellimg der Leistung an einzelnen geschlossenen
Baukörpern vollendet wird, mit dem Tage der in
*) Siehe Anlage 2 derartigen Fällen stets durchzuführenden Teilab
VkBl Amtlicher Teil 253 Heft 9 1972
Bei größeren Objekten sollte auch der Lieferant 10.1. Beschaffung und Lagerung der Schutzstoffe
der Schutzstoffe hinzugezogen werden. Im Stahlwasserbau sollten die Firmen, die Schutz
8. Gewährleistung arbeiten durchführen, die Beschichtungsstoffe
möglichst selbst liefern oder beschaffen, um die
Schäden, die den Rostschutz beeinträchtigefi und Gewährleistung in einer Hand zu belassen.
auf Mängel der Ausführung oder der vom Auf
tragnehmer gelieferten Stoffe zurückzuführen sind, Für die laufend anfallenden Unterhaltungsarbeiten
hat der Auftragnehmer auf seine Kosten zu besei ist nur soviel Material zu beziehen, wie innerhalb
tigen, wobei höchstens die gleichen Leistungen der Lagerfähigkeit der Schutzstoffe benötigt wird.
nach Art und Umfang wie bei der Ausführung des Bituminöse Stoffe z. B. sind im allgemeinen sehr
Auftrages wieder verlangt werden können. Der lange verarbeitungsfähig; Schutzstoffe auf Kunst
Auftraggeber behält sich hierfür vor, den Zeit stoffbasis hingegen besitzen eine unterschiedliche
punkt der Mängelbeseitigung zu bestimmen. Lagerfähigkeit, wobei bei der Verwendung dieser
Schutzstoffe die Verarbeitungsvorschriften zu
Nicht unter die Gewährleistung fallen Schäden, beachten sind.
die nach Inbetriebnahme der Anlagen durch
unsachgemäße Behandlung entstehen-
Anlage 1
durch Einflüsse, die zur Zeit der Arbeitsaus-
zu Abschnitt 1.4.
führung nicht bekannt bzw. nicht im später
aufgetretenen Umfang erkennbar waren; Ermittlung des Abriebwertes
durch mechanische Beanspruchungen, wenn der 1. Allgemeines
Äbriebwert eingehalten wird und Mängel in Die Beschichtungen von Stahlwasserbauten können
der Ausführung nicht vorliegen (Nachweis durch Sandschliff, Geröll, Treibzeug, Eisgang und dergl.
durch Gewährleistungsausführungen nach sowie durch schleifende Dichtungen mechanisch bean
Abschn. 8.2.). sprucht werden. Für die Schutzbeschichtungen sind
daher nur Stoffe zu verwenden, die den vorgenannten
8.1. Gewährleistungsfrist Beanspruchungen widerstehen. Schutzstoffe, die für
Der Auftragnehmer hat für den Rostschutz eine hoch abriebfeste Beschichtungen im Stahlwasserbau
Gewähr zu leisten: eingesetzt werden sollen, sind stets auf Abriebfestig
keit zu untersuchen. Die Prüfbedingungen im Labor
auf die Dauer von 5 Jahren
sollen jederzeit reproduzierbar sein.
bei hochwertigen Beschichtungen auf Kunststoff
basis; 2. Prüfeinrichtung.
auf die Dauer von 4 Jahren Kernstück der Prüfmaschme zur Ermittlung der
Abriebfestigk.eit von Schutzbeschichtungen ist eine
bei bituminösen Heißanstrichen, gefüllten bitumi
Stahltrommel mit 8 rechteckigen Mantelflächen, die um
nösen Kaltanstrichen (Schichtdicke > 0,300 mm) eine waagerechte Achse rotieren. In den Mantelflächen
oder Beschichtungen mit Stoffen nichtbituminöser werden Prüfbleche der Größe 200 x 300 x 3 mm einge
Art, jedoch gleichen Rostschutzwertes;
baut. Die Prüftrommel wird mit 16 Umdrehungen pro
auf die Dauer von 3 Jahren Minute bewegt.
bei gefüllten bituminösen Kaltanstrichen (Schicht Als Reibgut wird ein Basaltsplitt-Wasser-Gemisch
dicke < 0,300 mm) oder Beschichtungen mit Stof verwendet in der Zusammensetzung:
fen nichtbituminöser Art, jedoch gleichen Rost
2 kg Basaltsplitt der Körnimg 0 8/12 mm
schutzwertes.
1 kg Basaltsplitt der Körnung 0 5/8 mm
8.2. Gewährleistungsausführungen
1 kg Basaltsplitt der Körnung 0 3/ 5,mm
Werden die Schützstoffe nicht von der ausführen
8 kg Wasser
den Firma geliefert, so sind Gewährleistungsaus
Für eine vollständige Prüfung werden 4 beschichtete
führungen nach DIN 18 364 Abschnitt 3.121 und
Prüfbleche benötigt. Zwei werden sofort, die restlichen
3.122 festzulegen.
nach sechsmonatiger Wasserlagerimg untersucht. Beim
Drehen der Trommel bewegt sich das Splitt-Wasser-
Teil III Überwachung und Unterhaltung der Schutzbe^ Gemisch rutschend und reibend über die Prüfbleche und
Schichtungen am Bauwerk erzeugt an den einzelnen Flächen einen Abrieb. Nach
9. Überwachung der Schutzbeschichtungen jeweils 5000 Umdrehungen wird die Drehrichtung der
Trommel gewechselt. Durch diesen periodischen
9.1. Erfassung der Schutzbeschichtungen
Wechsel der Drehrichtung soll ein gleichmäßiger
Für alle größeren Stahlwasserbauten, sowie Abrieb auf den Prüfflächen erreicht werden.
Schiffe und schwimmende Geräte, wird eine Kor
rosionsschutzkartei geführt. Von den zuständigen 3. Abrieb werte (Aw).
Dienststellen werden die Vordrucke ***) erstmals Der Abriebwert ist das Ergebnis der Schichtdicken-
angelegt und bei den jährlichen Überprüfungen minderung in 1/1000 mm bezogen auf 10 000 Trommel
der Objekte ergänzt. Mit dem Jahresbericht der umdrehungen, wobei mindestens 40 000 Umdrehungen
Direktionen legen diese der Bundesanstalt für durchgeführt werden müssen. Je kleiner der Abrieb
Wasserbau die fortlaufend geführten Vordrucke wert, desto größer ist die Abriebfestigkeit. Für die
vor. Nach Auswertung derselben erhalten die Errechnung des Abriebwertes Aw gilt die folgende
Direktionen die Formblätter zurück. Formel:
9.2. Ortliche Überprüfung Schichtdickenminderung [/^m] x 10'*
Soweit die zu überwachenden Flächen zugänglich •Aw =
Gesamtanzahl der Umdrehungen
sind oder mit geringem Aufwand zugänglich
gemacht werden können, sind sie mindestens ein Beispiel: Schichtdickenminderung = 252 jum
mal im Jahr — in der Regel anläßlich der allge Gesamtzahl der Umdrehungen = 240 000
meinen Überprüfung des Bauwerks — vom Orts 252 X 10^
baubeamten oder einem Beauftragten auf Korro
~ 240000 ~
sionsschäden zu untersuchen. Der Untersuchungs
befund ist in die Kartei einzutragen. Die erforderliche Abriebfestigkeit ist gewährleistet,
wenn nach den oben beschriebenen Prüfverfahren bei
10. Unterhaltung der Schutzbeschichtungen
mindestens 40 000 Umdrehungen für die verschiedenen
Dem Zustand der Beschichtungen ist besondere Angriffsgrade folgende Abriebwerte nicht überschrit
Aufmerksamkeit zuzuwenden. Kleine, vereinzelte ten werden.
Schäden sind sobald als möglich auszubessern. Zu
verwenden ist der gleiche Schutzstoff oder ein
Angriffsgrad M I Aw ^ 65
Heft 9 — 1972 254 VkBl Amtlicher Teil
sS 8