VkBl Nr. 18 2021
Verkehrsblatt Nr. 18 2021
VkBl. Amtlicher Teil 901 Heft 18 – 2021
4.1 Vorgehensweise beim Zurücksetzen des Auslösehakens
Die Vorgehensweise beim Zurücksetzen muss den folgenden Schritten entsprechen.
Für das Zurücksetzen der Haken werden mindestens drei Personen der Boots-
crew benötigt.
Hinweis
Nr. Tätigkeitsanweisung Schematische Darstellung
1 Hebe den vorderen und achteren Haken an
und halte sie geschlossen.
Ein starker Kraftaufwand kann
erforderlich sein, um den Haken
anzuheben und das Einrasten
der Innenteile des Hakens zu
erzwingen.
<Tätigkeit im Rettungsboot>
2 Drehe die Rückstellhebel am vorderen und
achteren Haken mit einer einzigen Bewegung
gleichzeitig nach unten, um in Kontakt mit der
Arretierung zu sein.
Der Auslösegriff kehrt automa-
tisch in seine geschlossene
(verriegelte) Position zurück,
wenn der Rückstellhebel nach
unten gedreht wird.
<Tätigkeit im Rettungsboot>
3 Vergewissere dich, dass sich der vordere und
achtere Haken in der normalen zurückgesetz-
ten Position befinden.
Vergewissere dich, dass sich der
Rückstellhebel in Kontakt mit der
Arretierung befindet.
<Tätigkeit im Rettungsboot>
4 Vergewissere dich, dass sich der Auslösegriff
in geschlossener (verriegelter) Position befin-
det und füge den Sicherungsbolzen ein.
Wenn sich der Auslösegriff nicht
in seiner geschlossenen (verrie-
gelten) Position befindet, ist es
nicht möglich, den Sicherungs-
bolzen einzufügen.
<Tätigkeit im Rettungsboot>
Auszug aus dem Verkehrsblatt Amtlicher Teil
Heft 18 – 2021 902 VkBl. Amtlicher Teil
4.2 Vorgehensweise beim Einholen
Die Vorgehensweise beim Einholen hat erst nach Abschluss des Zurücksetzens der Auslösevorrichtung die
folgenden Schritte zu erfüllen.
• Beim Wiedereinhängen der Haken ist größte Vorsicht geboten, damit Hände
und Finger frei gehalten werden.
• Ein Fehler bei der Bestätigung des richtigen Zurücksetzens oder bei der Be-
folgung der nachstehenden Abschnitte kann aufgrund des Inswasserfallens
Warnung des Rettungsbootes aus der Höhe den Tod oder schwere Verletzungen zur
Folge haben.
4.2.1 Einhängen des Langauges
Nr. Tätigkeitsanweisung Schematische Darstellung
1 Manövriere das Rettungsboot unter die
<kein Bild >
Bootsläufer
2 Passe die Höhe der Langaugen an durch
Hieven oder Fieren der Bootsläufer.
<Tätigkeit auf dem Schiff> und
<Tätigkeit im Rettungsboot> bei guter
Verständigung.
3 Füge den Sicherungsbolzen der Bootswinden-
Handbremse ein.
<Tätigkeit auf dem Schiff>
Auszug aus dem Verkehrsblatt Amtlicher Teil
VkBl. Amtlicher Teil 903 Heft 18 – 2021
Nr. Tätigkeitsanweisung Schematische Darstellung
4 Hänge die Langaugen des Davits gleichzeitig
in den vorderen und achteren Haken ein.
<Tätigkeit im Rettungsboot>
5 Hieve das Rettungsboot gerade frei vom Was-
ser und stoppe das Hieven.
Vergewissere dich, dass der vor-
dere und der achtere Haken rich-
tig eingehängt sind.
<Tätigkeit auf dem Schiff> und
<Tätigkeit im Rettungsboot>
6 Vergewissere dich, dass der Hebel der hydro-
statischen Sperre in die „verriegelte“ Position
für das nicht im Wasser befindliche Rettungs-
boot eingerastet ist.
<Tätigkeit im Rettungsboot>
7 Falls das Zurücksetzen unvollständig ist, kehre zum ersten Schritt zurück.
Führe keinen Einholvorgang mit dem Rettungsboot durch, sofern nicht die vorstehenden Tätigkeiten bzw.
Vorgänge vollständig abgeschlossen sind.
Hänge die Langaugen des Davits nicht in die Haken ein, bis das Zurückset-
zen der Haken vollständig abgeschlossen worden ist. Es ist gefährlich, die
Langaugen während des Vorgangs des Zurücksetzens der Haken einzuhän-
gen, und es kann ein fehlerhaftes Zurücksetzen zur Folge haben.
Sollten Beiholer (Einholstroppen) verwendet werden, ist es erforderlich, an-
Achtung stelle der Langaugen das untere Verbindungsglied des Beiholers mit den
Haken zu verbinden.
Beide Haken sind gleichzeitig einzuhängen, um einen Schaden infolge einer
übermäßigen Belastung nur eines Hakens zu verhindern.
Wenn nur ein einziger Haken eingehängt ist, kann dies zu Verletzungen oder
Tod von Besatzungsmitgliedern durch das Rettungsboot infolge von Wellen-
Warnung schlag führen.
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Heft 18 – 2021 904 VkBl. Amtlicher Teil
4.2.2 Hieven des Rettungsbootes
Nr. Tätigkeitsanweisung Schematische Darstellung
1 Hieve das Rettungsboot durch Betreiben der
Winde unter Verwendung der Drucktasten am
Schaltkasten nach Anweisungen des verant-
wortlichen Schiffsoffiziers.
<Tätigkeit auf dem Schiff>
2 Hieve das Rettungsboot bis die Winde durch
den Endlagenschalter abgeschaltet wird.
<Tätigkeit auf dem Schiff>
• Die Bootswinde schaltet sich automatisch ab, wenn der Davitarm den
Endlagenschalter berührt.
• Falls der Endlagenschalter der Bootswinde nicht einwandfrei arbeitet, hat
Achtung der Windenführer den Hievvorgang unverzüglich manuell abzubrechen.
Nr. Tätigkeitsanweisung Schematische Darstellung
3 Boote aus dem Rettungsboot aus.
<Tätigkeit auf dem Schiff> und <kein Bild>
<Tätigkeit im Rettungsboot>
4.3 Vorgehensweise beim Aufstellen
Postiere zwei Personen auf der Davit-Plattform, um auf das richtige Aufstellen
zu achten.
Hinweis
Nr. Tätigkeitsanweisung Schematische Darstellung
1 Hieve den Davitarm manuell.
<Tätigkeit auf dem Schiff>
Auszug aus dem Verkehrsblatt Amtlicher Teil
VkBl. Amtlicher Teil 905 Heft 18 – 2021
Nr. Tätigkeitsanweisung Schematische Darstellung
2 Vergewissere dich, dass der Davitarm den
Stopper auf der Plattform berührt.
<Tätigkeit auf dem Schiff>
• Jede Person auf der Plattform hat dem Windenführer unverzüglich zu signa-
lisieren, wenn der Davitarm den Stopper auf der Plattform erreicht.
• Vergewissere dich, dass der Davitarm den Stopper vorn und achtern berührt.
Achtung
• Stoppe den Hievvorgang unverzüglich, wenn das Signal von den Beobach-
tern kommt.
• Weiterhieven durch Handbetrieb kann infolge der Beschädigung des Boots-
Warnung läufers und des Davits zu schwerwiegenden Folgen führen.
Nr. Tätigkeitsanweisung Schematische Darstellung
3 Ziehe die Handkurbel zum Hieven ab.
<Tätigkeit auf dem Schiff>
4 Setze den Davitarm-Stopper sofort fest.
<Tätigkeit auf dem Schiff>
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Heft 18 – 2021 906 VkBl. Amtlicher Teil
Nr. Tätigkeitsanweisung Schematische Darstellung
5 Füge den Sicherungsbolzen in den Stopper-
bügel des Davitarms ein.
<Tätigkeit auf dem Schiff>
Anmerkung: Sicherungsbolzen sind im Allge-
meinen nur für die Benutzung während der In-
standhaltung oder im Hafen vorgesehen.
6 Fiere das Heißauge auf das Davithorn durch
Lösen der Winden-Handbremse.
<Tätigkeit auf dem Schiff>
Davithorn
Heißplatte
• Wenn sich die Heißaugen nicht auf dem Davithorn befinden, bleiben die
Bootsläufer unter Spannung, während sich das Schiff auf See befindet, und
die Belastung kann Schäden an den Bootsläufern verursachen.
Warnung
Nr. Tätigkeitsanweisung Schematische Darstellung
7 Bringe den Bootslasching, sofern vorgesehen,
an und spanne ihn.
Spanne den Bootslasching mit
der Spannschraube.
<Tätigkeit auf dem Schiff>
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Nr. Tätigkeitsanweisung Schematische Darstellung
8 Befestige die Fangleine am Fangleinen-Aus-
lösehaken auf dem Bug des Rettungsbootes.
<Tätigkeit auf dem Schiff>
5 Auslösevorrichtungssystem bei/ohne Belastung
5.1 Allgemeines
Dieser Abschnitt beschreibt Einzelheiten des Systems der Auslösevorrichtung. Dieser Abschnitt ist aus
Gründen einer sicheren Handhabung sorgfältig zu lesen. Das System dieser Auslösevorrichtung besteht aus
einem vorderen und achteren Haken, einem Auslösehebel in der Nähe des Fahrstandes, einer hydrostati-
schen Sperre sowie zugehörigen Auslösekabeln und Sicherungsgestänge (siehe Abbildung 5.1).
Die Auslösung der Haken erfolgt mittels des Auslösehebels in der Nähe des Fahrstandes über die Auslöse-
kabel (Bowdenzüge), die jeweils am vorderen und achteren Haken enden. Das System des Verschlussme-
chanismus einschließlich der hydrostatischen Sperre ist dafür vorgesehen, die Auslösung der Haken zu
verhindern, wenn sich das Boot noch nicht im Wasser befindet.
Das System hat auch eine Auslöse-Funktion bei Belastung, die es ermöglicht, die Verriegelung durch die
hydrostatische Sperre aufzuheben. Eine unsachgemäße Handhabung der Auslösung bei Belastung kann
Todesfälle zur Folge haben, und gebührende Vorsichtsmaßnahmen sind für diesen Vorgang zu treffen.
vorderer Haken
hinterer
Haken Bowdenzüge
hydrostatische Sperre
Sicherungsgestänge
Abbildung 5.1 – Schematische Darstellung der Auslösevorrichtung
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Heft 18 – 2021 908 VkBl. Amtlicher Teil
5.2 Vorderer und achterer Haken
5.2.1 Aufbau und Bezeichnung der Teile
Der Aufbau und die Bezeichnung der Teile des vorderen und achteren Hakens sind in den Abbildungen
5.2.1.1 und 5.2.1.2 dargestellt. Mit Ausnahme der Einbaurichtung sind der vordere und achtere Haken im
Allgemeinen baugleich.
Haken
Instand-
haltungs-
Entlastungs-
stander-
Entriegelung Halterung
Steuer-
wellen-
Steuer-
hebel-
wellen-
gehäuse
hebel
Sicherungs-
Rückstell- haken
hebel
Rückstell- Steuer- Auslösekabel
hebel- wellen- (zum Auslösehebel)
Anschlag nocke
Abbildung 5.2.1.1 – Abbildung 5.2.1.2 –
Perspektivische Ansicht des Hakens Innenansicht des Hakens
5.2.2 Auslösen
Wenn der Auslösehebel in der Nähe des Fahrstandes gezogen wird, wird die Steuerwellennocke durch das
Auslösekabel gedreht und dann wird der Sicherungshaken freigegeben. Schließlich wird der Haken gedreht
und ausgelöst (siehe Abbildung 5.2.2).
Steuer-
wellen-
hebel
Haken
Sicherungshaken
Steuerwellennocke
Auslösekabel
(zum Auslösehebel)
Abbildung 5.2.2 – Auslöseprinzip des Hakens
Auszug aus dem Verkehrsblatt Amtlicher Teil
VkBl. Amtlicher Teil 909 Heft 18 – 2021
5.2.3 Zurücksetzen
Nach dem Zurücksetzen der Haken wird die Stellung jedes Hakens durch den Sicherungshaken gehalten,
und der Sicherungshaken wird durch die Steuerwellennocke mithilfe des Rückstellhebels verriegelt. Um das
einwandfreie Zurücksetzen des vorderen und achteren Hakens sicherzustellen, ist die Vorgehensweise nach
Abschnitt 4.1 zu befolgen. Der vordere und achtere Rückstellhebel müssen gleichzeitig betätigt werden.
Nach dem gleichzeitigen Zurücksetzen der Haken kehrt auch der Auslösehebel in der Nähe des Fahrstandes
in die verriegelte Position zurück (siehe Abbildung 5.2.3).
Haken
Haken
Rück-
stell-
hebel
Steuer-
wellen-
hebel
Sicherungshaken
Auslösekabel
(zum Auslösehebel)
Auslösehebel
Abbildung 5.2.3 – Rücksetzungsprinzip des Hakens
Auszug aus dem Verkehrsblatt Amtlicher Teil
Heft 18 – 2021 910 VkBl. Amtlicher Teil
5.3 Auslösehebel
5.3.1 Aufbau und Bezeichnung der Teile
Der Aufbau und die Bezeichnung der Teile des Auslösehebels sind in den Abbildungen 5.3.1.1 und 5.3.1.2
dargestellt.
Auslösehebel
Sicherungs-
bolzen
Auslösekabel Abdeckung
(zum vorderen der Sperre
und achteren Sicherungsgestänge
Haken (hydrostatisch)
Abbildung 5.3.1.1 – Perspektivische Abbildung 5.3.1.2 –
Ansicht des Auslösehebels Innenansicht des Auslösehebels
5.3.2 Auslösevorgang
Wenn sich das Rettungsboot vollständig im Wasser befindet, kann das Rettungsboot durch Entfernen des
Sicherungsbolzens und dann durch vollständiges und schnelles Ziehen des Auslösehebels in die offene
Position ausgelöst werden (Auslösen ohne Belastung). Das Rettungsboot kann auch durch den gleichen
Vorgang mit dem Auslösehebel ausgelöst werden, selbst wenn sich das Rettungsboot nicht vollständig im
Wasser befindet, indem die Abdeckung der (hydrostatischen) Sperre geöffnet und der Hebel der hydrosta-
tischen Sperre hochgezogen wird. Damit wird die Sperrfunktion der hydrostatischen Sperre aufgehoben
(Auslösen bei Belastung).
Auslösehebel Auslösehebel
(verriegelte Posititon) (offene Posititon)
Hebel der hydrostatischen Sperre
Sicherungs-
bolzen
Sicherungsgestänge
(zur hydrostatischen Sperre)
Auslösekabel
(zur vorderen und achteren Haken)
Abbildung 5.3.2 – Auslösevorgang des Auslösehebels
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