4717e03210-indikatoren-entwurf

Dieses Dokument ist Teil der Anfrage „Beratung: GRS (Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit)

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37 Tab. 4.2 Lösungseigenschaften (TOUGH2 -GRS)  
Rechenfall  A B C 
Vorgegebene Zielgrößen  
Dichte  1.095 kg/m³  1.095 kg/m³  1.095 kg/m³  
Vorgegebene Eingabeparameter  
Dichte der  
Referenzlauge  1.185,1 kg/m³  1.185,1 kg/m³  1.185,1 kg/m³  
Dichte reinen  
Wassers  1.000 kg/m³  1.000 kg/m³  1.000 kg/m³  
Abgeleitete Eingabeparameter  
Massenanteil der 
Referenzlauge an 
der Lösungsmasse  0.55 0.55 0.55 
Resultierende Größen  zur Berechnung weiterer Eingabeparameter  
Dynamische  
Viskosität  1,1669  mPa s 1,1669  mPa s  1,1669  mPa s  
Strömungsrelevante Parameter  und Randbedingungen  
TOUGH2 -GRS benötigt die Information, wie zwischen den Permeabilitäten zweier be-
nachbarter Gitterelemente gemittelt werden soll. Hier wird aufgrund der stationären Strö-
mungsverhältnisse entsprechend den Empfehlungen von /KAR  99/ das harmonische 
Mittel verwendet.  
Die Abstandsgeschwindigkeiten nach Kap.  3.1 ergeben sich bei konstanter Druckdiffe-
renz zwischen Fest potential rändern durch die vorgegebene Variation der hydraulischen 
Durchlässigkeitsbeiwerte (k f-Werte).
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38 Tab. 4.3 Strömungsrelevante Parameter (TOUGH2 -GRS)  
Rechenfall  A B C 
Vorgegebene Zielgrößen  
Abstandsge-
schwindigkeit  0,01 mm/a  
(entspricht 10  m in 1 
Million Jahren)  0,1  mm/a  
(entspricht 100  m in 
1 Million Jahren)  1  mm/a  
(entspricht 1 .000 m 
in 1 Million Jahren)  
EwG -Mächtigkeit  
(doppelte Barrie-
renmächtigkeit)  300 m 200 m 100 m 
Endlagerteufe  670 m  670 m  670 m  
kf-Wert  10−12 m/s 10−11 m/s 10−10 m/s 
Effektive Porosität  0,07 0,07 0,07 
Vorgegebene Eingabeparameter  
Dichte der  
Referenzlauge  1.185,1 kg/m³  1.185,1 kg/m³  1.185,1 kg/m³  
Dichte reinen  
Wassers  1.000 kg/m³  1.000 kg/m³  1.000 kg/m³  
Kapillardrücke  keine, da gesättigt  keine, da gesättigt  keine, da gesättigt  
Relative Permeabi-
litätskurven  linear (irrelevant, 
da gesättigt)  linear (irrelevant, 
da gesättigt)  linear (irrelevant, 
da gesättigt)  
Permeabilitäts -
wichtung  harmonisch  harmonisch  harmonisch  
Dynamische  
Viskosität  1,1669  mPa s 1,1669  mPa s  1,1669  mPa s  
Abgeleitete Eingabeparameter  
Druck in Endla-
gerniveau  7,2 MPa  
 7,2 MPa  7,2 MPa  
Druck am oberen 
Modellrand  6,95883 MPa  
 6,95883 MPa  
 6,95883 MPa  
 
Druck am unteren 
Modellrand  7,43538 MPa  
 7,43538 MPa  
 7,43538 MPa  
 
4.6 MARNIE  
Das Rechenprogramm MARNIE7 wurde zur Simulation der einphasigen Transportpro-
zesse im Nahfeld eines Endlager s entwickelt . Mit MARNIE können relevante Phäno-
mene wie z.  B. konvektiver, dispersiver und diffusiver Transport der Lösung und Nuklide, 
Einfluss der erzeugten Gase auf den Nuklidtransport, Konvergenz der Hohlraumv olu-
                                                 
7 MARNIE ist ein Akronym und bedeutet Modell zur Ausbreitung von RadioNukliden Im Endlagerbergwerk .
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39 mina, radioaktiver Zerfall der Radionuklide, Versagen der Behälter, Freisetzung der Nuk-
lide aus den Behältern, Löslichkeitsbegrenzung der Nuklide in der Lösung, Ausfällung 
von Nukliden aus der Lösung, Sorption und Desorption von Nukliden am Feststoff, T em-
perarureinflüsse auf den Nuklidtransport  modelliert werden . 
Zur numerischen Lösung der die oben genannten Phänomene beschreibenden Differ en-
tialgleichungen wird zunächst das zu untersuchenden Systems auf ein diskretes Gitter 
abgebildet.  Für skalare Größen  wird dann innerhalb eines Gitterelements das „Finite -
Volumen -Verfahren“ verwendet  und für  Vektorgrößen auf den Rändern eines  Gitterele-
mentes  das „Finite -Differenzen -Verfahren“  zum Aufstellen der entsprechenden Differen-
tialgleichungen verwendet . Eine ausführliche Beschreibung ist in /MAR  02/ zu finden.  
MARNIE wurde unter ander em in den Vorhaben V SG /LAR  13/, in den EU -Projekten 
EVEREST und SPA sowie für das ERAM eingesetzt. In den EVEREST - und SPA -
Projekten /BEC  97/, /MAR  99/ wurden umfangreiche deterministische und probabilisti-
sche Unsicherheits -und Sensitivitäts - analysen zur Langzeitsicherheit für ein Endlager 
im Salinar durchgeführt. Im EVEREST -Projekt fanden außerdem zwischen GRS -Köln, 
NRG (Nuclear Research and Consultancy Group , Niederlande) und GRS -Braunschweig 
Vergleichsrechnungen ausgewählter und abgestimmter Rechenfälle mit den Program-
men MARNIE, der NRG -Programmversion von EMOS und der EMOS -Version der GRS -
Braunschweig statt. Zur Verifikation von EMOS und MARNIE wurden  Testfälle definiert 
und die mit den beiden Programmen erzielten Ergebnisse verglichen. Eine Bescheibung 
der Verifikationsrechnungen befindet sich in /LAM  97/ und /BOE  00/. 
4.6.1  Modellgitter  
Das zugrundeliegende Modellgitter für die mit MARNIE durc hgeführten Si mulationen  ist 
in der Höhe (Z -Richtung) des Endlagers ( Abb. 4.2) diskretisiert. Hierbei wird je nach Ab-
stand vom Gitterelement des Einlagerungsortes unterschiedlich fein diskretisiert, in der 
unmittelbaren Umgebung des Freisetzungsraumes sehr fein und anschließend zu den 
Modellenden hin gröber . Die gewählte Diskretisierung  ist entlang der Höhe des Modell-
systems in der  Tab. 4.4 aufgeführt .
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40 Tab. 4.4 Diskretisierung des Modellgitters für die MARNIE Rechnungen in Z -Rich-
tung, beginnend mit dem unteren Modellende bei -870 m.  
Modellbereich  Unterkante in m  Oberkante in m  Diskretisierung  
Unteres Modellende  
Höhe 10 m  -870 -860 1 Box a` 10 m  
Folgende 30 m  -860 -830 4 Boxen a` 7,5 m  
Folgende 50 m  -830 -780 10 Boxen a` 5 m  
Folgende 30 m  -780 -750 15 Boxen a` 2 m  
Folgende 80 m  -750 -670 80 Boxen a` 1 m,  
d.h.  110 Boxen unterhalb 
ELB 
ELB Höhe 6,6 m  -670 -663,4  1 Box a` 6,6 m  
Box 111  
Folgende 80 m  -663,4  -583,4  80 Boxen a` 1 m  
Folgende 30 m  -583,4  -553,4  15 Boxen a` 2 m  
Folgende 50 m  -553,4  -503,4  10 Boxen a` 5 m  
Folgende 30 m  -503,4  -473,4  4 Boxen a` 7,5 m  
Folgende 10 m  -473,4  -463,4  1 Box a 10 m,  
d.h. 110 Boxen oberhalb 
ELB, Box 221  
4.6.2  Randbedingungen  
Um die Abstandsgeschwindigkeiten der Modelle A, B und C abzubilden , wird eine zeitlich 
konstante Druckdifferenz an den Modellrändern vorgegeben.  Dadurch ergben ergeben  
sich die vorgegebenen Abstandsgeschwindigkeiten bei Annahme einer einheitlichen Po-
rosität von 0,07  (Tab. 4.5). Die Modellparameter sind wie in Kapit el 4.4 beschrieben ge-
wählt.  
Tab. 4.5 Abstandsgeschwindigkeit und zugehörige Druckdifferenz  
Rechenfall  A B C 
Abstandsge-
schwindigkeit  0,01 mm/a =  
3,1688 ∙10-13 m/s 0,1 mm/a =  
3,1688 ∙10-12 m/s 1 mm/a =  
3,1688 ∙10-11 m/s 
Druck differenz  1,0552 ∙104 Pa 1,0552 ∙105 Pa 1,0552 ∙106 Pa
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41 5 Ergebnisse  
Die Ergebnisse der  auf Basis der verwendeten Datengrundlage in Kombination mit den 
notwendigen Modellannahmen  durchgeführten Simulationen zum Radionuklidtransport 
werden nachfolgend beschrieben . Die durchgezogene Lini en bezeichen bezeichnen  in 
allen Abbildungen die mit TOUGH2 -GRS erzielten Ergebnisse, die Symbole stellen die 
Ergebnisse mit MARNIE dar.  
5.1 Radionuklidfluss  
Der Radionuklidfluss am oberen Rand des ewG ist für alle betrachtet en Rechenfälle die 
relevante Größe  und ändert sich zwischen verschiedenen Indikatoren des gleichen Re-
chenfalls nicht.  
In der Abb. 5.1 sind exemplarisch die St röme der Radionuklide gezeigt, die wesentlic h 
zum Gesamtfluss aller Radionuklide im Rechenfall A beitragen . Die im Folgenden dar-
gestellten Indikatoren beziehen sich jeweils auf den  Gesamtflu ss, der für alle  drei be-
trachteten Rechenfälle dargestellt wird ( Abb. 5.2). Auch für die Rechenfälle B und C tra-
gen die in Abb. 5.1 gezeigten Radionuklide wesentlich zum Gesamtfl uss bei.  
Die Radionuklidströme für den Rechfall Rech enfall A, der von allen Rechenfällen am 
stärksten diffusionsdominiert ist, zeigen in Abb. 5.1 keine wesentliche  Abhäng igkeit von 
den von MARNIE und TOUGH2 -GRS verwendeten, unterschiedlichen Modellmächtig-
keiten (siehe Kapitel 4.5.1  und 4.6.1 ). Diese Modellmächtigkeiten spiegeln unterschied-
liche Entfernungen umgebender Aquifere zum ewG wider, die Einfluss auf den diffusiven 
Radionuklidtransport haben.
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Abb. 5.1 Nuklidspezifische Ströme sowie Gesamt fluss (Rechenfall A) 
 
Abb. 5.2 Gesamtradionuklidfluss für die drei betrachteten Rechenfälle
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43 5.2 Stoffmengenindikatoren  
Die Abb. 5.3 zeigt den Indikator für die relative Stoffmenge nach Gl.  (2.1)(2.1), Abb. 5.4 
zeigt den Indikator für den relativen Stoffmengenflu ss nach Gl.  (2.2)(2.2).  
 
Abb. 5.3 Indikator 𝑰𝟏 – Relative Stoffmenge  
Kommentiert [A28]: Anzahl der Atome?
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Abb. 5.4 Indikator 𝑰𝟐 – Relativer Stoffmengenfluss  
5.3 Massenindikatoren  
Die Ergebnisse zu den Massenindikatoren gemäß Gl. (2.3)(2.3) und (2.4)(2.4) sind in 
den Abb. 5.5 und Abb. 5.6 gezeigt.  
Kommentiert [A29]: Passt dies zur Anzahl der Atome?
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Abb. 5.5 Indikator 𝑰𝟑 – Relative Masse  
 
Abb. 5.6 Indikator 𝑰𝟒 – Relativer Massenfluss
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46 5.4 Aktivitätsindikatoren  
Die Abb. 5.7 bis Abb. 5.11 zeigen die Ergebnisse für die Aktivitätsindikatoren gemäß Gl. 
(2.7)(2.7) bis (2.11)(2.11). Die Unterschiede  zwischen den Ergebnissen aus TOUGH2 -
GRS und MARNIE erklären sich aus der in Kapitel 2 im Detail er läuterten modellierungs-
spezifisch unterschiedlichen Billanzierung Bilanzierung  der austretenden Aktivität. Diese 
Abweichung  ist folgerichtig für den r elative n Dosisleistungsfluss  in Abb. 5.9 nicht zu er-
kennen, da hier gemäß Gl. (2.9)(2.9) die jahresbezogen e austretende Aktivität betrachtet 
wird.  
Diese modelltechnisch bedingten Unterschiede bewirken jedoch nur geringe Unter-
schiede in den Indikatorwerten.  
 
Abb. 5.7 Indikator  𝑰𝟓 – Relative Aktvität
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