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STADT ESSEN  
KATASTROPHENSCHUTZBEDARFSPLAN  
 Stand: 19.04.2022  76 
 
4.4 VERSORGUNGSMANGELLAGE  
Das Szenario wurde im Rahmen des Folgeworkshops aufgeteilt, sodass sowohl Anforderungen an eine 
Kraftstoff -, als auch an eine Erdg asmangellage betrachtet w erden konnten .  
4.4.1  FOLGEWORKSHOP  
BEMESSUNGSSZENARIO  
Aufgrund massiver langfristiger Lieferausfälle ist d ie Versorgung mit Kraftstoff/ Erdg as in der gesamten 
Bundesrepublik Deutschland mehrere Monate eingeschränkt. BOS und kritische Infrastrukturen sind 
betroffen, der Personen - und Lieferverkehr ist eingeschränkt . 
 
BETEILIGTE EXPERTINNEN UND EXPERTEN  
FB 32 Or dnungsamt  
FB 37 Feuerwehr  
FB 53 Gesundheitsamt  
FB 59 Umweltamt  
FB 66 Amt für Straßen und Verkehr  
EBE Entsorgungsbetriebe Essen  
Ruhrbahn GmbH  
Deutsche Bahn AG  
Westnetz AG  
Stadtwerke Essen  
Wassergewinnung Essen GmbH  
Unabhängige Tanklogistik GmbH  
STEAG GmbH  Open Grid Europe GmbH  
Bundespolizei  
Landespolizei  
Technisches Hilfswerk  
Malteser Hilfsdienst  
Deutsches Rotes Kreuz  
Arbeiter -Samariter -Bund  
Deutsche Lebens -Rettungs -Gesellschaft  
Kreisverbindungskommando der Bundeswehr  
Industrie - und Handelskammer Ruhr  
Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft  
Landwirtschaftskammer NRW
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4.4.2  EINLEITUNG KRAFTSTOFFMANGEL  
Nicht zuletzt die Berichte 2021 aus Großbritannien offenbaren die Vulnerabilität unserer Gesellschaft 
gegenüber einer Versorgungsmangellage mit Kraftstoffen, wie Öl, Diesel, Benzin, Heizöl oder Kerosin. 
1973 führten verschiedene Entwicklungen auf dem Rohölmarkt zur sogenannten Ölpreiskrise. Auf 
Grundlage des Energiesicherungsgesetzes wurden in Deutschland allgemeine Fahrv erbote (autofreie 
Sonntage) und Geschwindigkeitsbegrenzungen verhängt.  
Deutschland ist wesentlich von Rohölimporten abhängig. Wichtigstes Lieferland ist Russland (Bundes-
ministerium für Wirtschaft und Klimaschutz 2016).  
Ein Kraftstoffmangel ist kein binäre r Status von Verfügbarkeit und Nicht -Verfügbarkeit, sondern viel-
mehr eine zunehmende Verknappung über einen Zeitraum, die eine zunehmende Priorisierung erfor-
derlich macht.  
Die Erfahrung zeigt, dass vor allem Einschränkungen in der Mobilität mit kraftstoffb etriebenen Fahrzeu-
gen zu erwarten sind, entweder aufgrund von Fahrverboten oder eines akuten Kraftstoffengpasses.  Per-
sonal kann infolgedessen  möglicherweise nicht mit dem eigenen PKW Dienststelle n aufsuchen . 
Mit der Energie - und Mobilitätswende finden zune hmend alternative Antriebsarten wie Elektro - und 
Wasserstofffahrzeuge Verbreitung. Der Anteil von Batterie -Elektrofahrzeugen in Deutschland betrug 
2021 0,58 % (Statista).  
Zur Überbrückung von Erdöl -Versorgungsengpässen wird in Deutschland eine strategische  Ölreserve 
vorgehalten. Die Bevorratung reicht aus, um den Erdölbedarf im Notfall mindesten 90 Tage zu decken. 
Ein Teil der strategischen Ölreserve (20.000 m3 von 100.000 m3) wird in den Lagern der Una bhängigen 
Tanklogistik GmbH in Essen vorgehalten. Die Freigabe und Koordination liegt im Zuständigkeitsbereich 
des Bundes, die Handlungsmöglichkeiten der Unteren -KatS -Behörde sind begrenzt.  
4.4.3  SCHADENSFOLGEN AUF DAS SCHUTZGUT MENSCH  (KRAFTSTOFF MANGEL ) 
Direkt e Einwirkungen im Sinne von Toten und Verletzten sind nicht zu erwarten.  
Indirekt machen sich Auswirkungen der eingeschränkten Mobilität auf das Schutzgut Mensch bemerk-
bar. Viele ältere und pflegebedürftige Menschen sind in ihrem häuslichen Umfeld auf Unt erstützung bei 
der Bewältigung ihres Alltags angewiesen. Zum Teil mehrmals täglich ist ein Pflege - oder Mahlzeiten-
dienst erforderlich. Ausfälle haben eine schnelle Verschlechterung des Gesundheitszustandes und ggf. 
Mangelernährung zur Folge.  
Eine verminder te Leistungsfähigkeit des Rettungsdienstes würde zu schweren gesundheitlichen Folge-
schäden bis hin zum Tod aufgrund von Notfällen, wie z.B. einem Herzinfarkt oder Schlaganfall, führen.  
Insbesondere in den ländlichen Bereichen gibt es noch öl-betriebene Hei zungen, deren Wegfall die Wär-
meversorgung der Bewohnerinnen und Bewohner bzw. der Einrichtung bedrohen. Heizöl wird in der 
Regel bereits einige Monate im Voraus bestellt und geliefert, sodass im Speziellen ein langfristiger Ver-
sorgungsmangel ein Problem da rstellt.
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4.4.4  SCHADENSFOLGEN AUF DAS SCHUTZGUT KRITIS  (KRAFTSTOFF MANGEL ) 
ENERGIE  
Sowohl die Strom - als auch die Gasversorgung ist im Wesentlichen in den Entstörungsdiensten betrof-
fen. Regelmäßig erforderliche Instandhaltungen und Instandsetzungen sowie der Serv ice beim Endkun-
den können möglicherweise aufgrund eines Kraftstoffmangelns nicht vollumfänglich durchgeführt wer-
den, da Fahrzeuge und Netzersatzgeräte nicht betrieben werden können.  
Inspektionen und Wartungen im Gasnetz werden eingeschränkt, was aus sicher heitstechnischen Grün-
den allerdings nur zwei bis vier Wochen möglich ist.  
Sekundär er Einfluss auf das Netz nimmt die eingeschränkte Leistungsfähigkeit von Systemdienstleistern, 
wie beispielsweise Tiefbauunternehmen, die mit dem Verlegen von Erdkabeln und L eitungen beauftragt 
sind.  
Wird in die Müllverbrennungsanlage in Essen -Karnap aufgrund einer reduzierten Abfuhr zu wenig Müll 
eingespeist, kommt es in der Folge zu einer Leistungsminderung der Fernwärmeversorgung.  
WASSER UND ABWASSER  
Instandhaltungen und I nstandsetzungen im Abwassernetz der Stadtwerke Essen sind aufgrund der ein-
geschränkten Personal - und Materiallogistik nicht vollumfänglich möglich.  
ERNÄHRUNG UND LANDWIRTSCHAFT  
Logistikzentren großer Lebensmittelketten werden täglich von kraftstoffbetriebe nen LKW angefahren. 
Aufgrund des Kraftstoffmangels kommt es zu Unterbrechungen in den Lieferketten der Lebensmittello-
gistik.  
Die meisten landwirtschaftlichen Betriebe halten 1.000 bis 10.000 Liter eigenen Kraftstoff vor. Ein Prob-
lem tritt vor allem saison al bei der Ernte und der Bestellung von Äckern  auf. Darüber hinaus werden 
Landmaschinen zum Transport von Tierfutter und Waren benötigt.  
Der Mahlzeitendienst versorgt pflegebedürftige und ältere Bürgerinnen und Bürger mit einem warmen 
Mittagessen. Ein Kraftstoffmangel würde die Verteilung der Mahlzeiten beeinträchtigen.  
FINANZ - UND VERSICHERUNGSWESEN  
Personal kann aufgrund des Kraftstoffmangels möglicherweise nicht mit dem eigenen PKW zur Dienst-
stelle kommen  und arbeitet nach Möglichkei t von zuhause .   
GESUNDHEITSWESEN  
Im Gesundheitswesen ist insbesondere der ambulante Sektor betroffen. Ambulante Pflege - und Haus-
notrufdienste sind auf Kraftstoffe angewiesen, um Fahrzeuge zu betreiben.  
Darüber hinaus ist ein Engpass von Medizinprodukten möglich, sollte die Warenlogistik gestört werden.
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IT UND KOMMUNIKATION  
Personal kann aufgrund des Kraftstoffmangels nicht mit dem eigenen PKW zur Dienststelle kommen.  
Regelmäßig erforderliche Instandhaltungen und Instandsetzungen sowie de r Service beim Endkunden 
können möglicherweise aufgrund eines Kraftstoffmangelns nicht vollumfänglich durchgeführt werden.  
STAAT UND ÖFFENTLICHE VERWALTUNG  
Die Handlungsfähigkeit der Verwaltung im Innendienst ist durch eine Kraftstoffma ngellage nicht einge-
schränkt. Wie auch in anderen Organisationen steht die Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes im Mittel-
punkt.  
Durch die Verwaltung ist eine Priorisierung von Kraftstoff erforderlich. Im Rahmen von Ordnungsverfü-
gungen kann durch die Polizei Kraftstoff sicherges tellt werden.  
TRANSPORT UND VERKEHR  
Der Straßenverkehr wird massiv eingeschränkt werden. Ein Umstieg , z.B. auf das Fahrrad oder öffentli-
che Verkehrsmittel , ist erforderlich. Elektrofahrzeuge und alternative Antriebsarten sind in diesem Sze-
nario von einem K raftstoffmangel nicht betroffen und können weiter betrieben werden , machen jedoch 
derzeit nur einen geringen Teil der Mobilitätskonzepte aus . 
Der Schiffverkehr auf dem Rhein -Herne -Kanal wird teilweise reduziert.  
Lieferketten brechen aufgrund der Einschränk ungen im Transportwesen zusammen, alternative Liefer-
wege, wie z.B. die Schiene , werden hoch ausgelastet . 
Die Ruhrbahn wird einen abgestuften Notfallplan aktivieren und den Bus -Betrieb um 15 - 30 % reduzie-
ren. Straßen - und U -Bahnen können uneingeschränkt be trieben werden.  
Im Betrieb der Deutschen Bahn kommt es zu Einschränkungen, da Rangierloks kraftstoffbetrieben sind. 
Einige Nebenstrecken können ggf. nicht mehr betrieben werden, da diese mit Dieselloks befahren wer-
den.  
ABFALLENTSORGUNG  
Die Abfallbeseitigun g der Entsorgungsbetriebe Essen folgt einem  reduzierten Einsatzplan. In kritischen 
Einrichtungen, wie medizinische Einrichtungen oder die Lebensmittelindustrie, wird die Abfuhr nicht 
eingeschränkt.  
BEHÖRDEN UND ORGANISATIONEN MIT SICHERHEITSAUFGABEN (BOS)  
Eine signifikante Zunahme der Einsatzzahlen wird nicht erwartet.  
Über alle Organisationen hinweg besteht die Gefahr einer verminderten Leistungsfähigkeit des Einsatz-
dienstes, einerseits aufgrund der Logistik von Personal zur Dienststelle und andererseits w egen des 
Kraftstoffbedarfs der Einsatzfahrzeuge.  
Müssen ehrenamtliche Mitglieder mit alternativen Mitteln ihre Dienststelle anfahren, werden verlän-
gerte Ausrückzeiten erwartet.
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Durch die Polizei werden Objektschutzmaßnahmen, beispielsweise an Tanklagern,  erforderlich. Durch 
Hortungen (Hamsterkäufe) besteht ein erhebliches Konflikt - und Einsatzpotenzial. Darüber hinaus ist 
mit Demonstrationen und Protesten aufgrund der Einschränkungen des Alltags zu rechnen.  
Im Zuge der Amtshilfe sind Sicherstellungen von  Kraftstoffreserven möglich.  
4.4.5  SCHADENSFOLGEN AUF WEITERE SCHUTZGÜTER  (KRAFTSTOFF MANGEL ) 
UMWELT  
Auf die Umwelt werden keine signifikanten negativen Einflüsse erwartet.  
VOLKSWIRTSCHAFT  
Es werden insbesondere zu Beginn der Mangellage Hortungen und „Hamsterkäuf e“ erwartet. Durch 
Ernteausfälle, unterbrochene Lieferketten, eingeschränkte Personalverfügbarkeit und die reduzierte in-
dustrielle Produktion verzeichnet die Wirtschaft größere finanzielle Einbußen. Eingeschränkte Mobilität 
beeinflusst zudem das Kaufverhal ten sowie die Durchführung von kulturellen Veranstaltungen.  Der 
Kraftstoffmangel führt aus Sicht der öffentlichen Hand überdies zu einem entsprechenden Verlust von 
Steuereinnahmen. Weiterhin entstehen Kosten für die notwendige Versorgung Hilfebedürftiger.  
IMMATERIELLE SCHÄDEN  
Die Angst vor einer Mangellage bei Verbrauchsgütern des al ltäglichen Bedarfs spielen mit zunehmender 
Dauer eine kritische Rolle.  Es ist potenziell mit einer Verselbstständigung der Lage durch unvorhergese-
hene Menschen ansammlungen bis hin zu Unruhen und Selbstjustiz zu rechnen.
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4.4.6  RESULTIERENDE ANFORDERUNGEN AUS DEM  SZENARIO (KRAFTSTOFFMANGEL)  
Die folgenden Anforderungen resultieren zum einen aus dem vorstehend geschilderten Szenariover -
lauf und schließen zum anderen unmittelbar aus den Expertengesprächen abgeleitete Bedarfe ein.  
 
 
 
4.4.7  EINLEITUNG ERDGASMANGEL  
Erdg as besitzt als sogenannte Brückentechno logie einen hohen Stellenwert als Energieträger. Erdg as 
wird benötigt, um Heizungen, Kraftwerke und industrielle Prozesse zu betreiben. Besonders in Kältepe-
rioden besitzt ein Versorgungsengpass daher ein großes Schadenspotenzial . 
Die LÜKEX  18, eine bund esland übergreifende jährliche Katastrophenschutzübung, befasste sich umfas-
send mit einer Gasmangellage. Dazu wurde ein Erdg asengpass in Süddeutschland angenommen und 
beübt. Deutschland ist wesentlich von Gasimporten abhängig. Störungen in den Lieferketten führen  zu 
teilweise noch nicht vollständig erfassten Ausfallkaskaden (LÜKEX 18).   
Ein Gasmangel ist kein binärer Status von Verfügbarkeit und Nicht -Verfügbarkeit, sondern vielmehr eine 
zunehmende Verknappung über einen Zeitraum, die eine zunehmende Priorisierung  erforderlich macht . 
Eine signifikante und langanhaltende Gasmangellage bezieht sich auf große Regionen oder das gesamte 
Bundesgebiet. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klima hält einen abgestuften Notfallplan 
(Frühwarnstufe, Alarmstufe und Notfalls tufe) vor.  
Ab dem Erreichen  der Notfallstufe wird die Gasbelieferung priorisiert. Die Bundesnetzagentur wird zum 
Bundeslastverteiler. Ziel ist es, den lebenswichtigen Bedarf an Gas zu decken.  
 + Anforderungen und planerisches Versorgungsniveau  
○ Priorisierung der Kraftstoffverteilung in einem Krisenstab über mehrere Monate  
○ Ermittlung von Kraftstoffbedarfen  
○ Zentrale Steuerung von priorisierten Kraftstofflieferungen  
○ Personallogistik in Gefahrenabwehr und KRITIS sicherstellen  
○ Aufrechterhalten der Grundschutzfähigkeit der BOS  
○ Rechtzeitige, umfassende und fortlaufende In formation und Warnung der Bevölkerung  
○ Schutz von Kraftstofflagern und Tankstellen durch die Ordnungsbehörden  
○ Verfügung von Kraftstoffreserven des Bundes klären  
○ Mitwirkung an der Konzeptionierung von Priorisierungsstrategien auf Bundes - und Landesebene
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4.4.8  SCHADENSFOLGEN AUF DAS SCHUTZGUT MENSCH (ERDGAS MANGEL ) 
Der Aus fall der Wärme - und Warmwasserversorgung kann neben der allgemeinen Unbehaglichkeit in 
Kälteperioden zu lebensbedrohlichen Hypothermien und Erfrierungen führen.   
Es ist mit dem Auftreten einer Krankheitswelle zu rechnen, die insbesondere vulnerable Gruppe n ge-
fährdet.  
Kälte und Unbehaglichkeit führt zu einer verminderten Leistungsfähigkeit ; dies ist für die Katastrophen-
schutzplanung , insbesondere hinsichtlich der Beschäftigten von BOS und KRITIS , relevant.  
4.4.9  SCHADENSFOLGEN AUF DAS SCHUTZGUT KRITIS (ERDGAS MANGEL ) 
ENERGIE  
Durch den Bundeslastverteiler wird eine Priorisierung der Gasversorgung angeordnet. Sogenannte 
nicht -schützenswerte Kunden werden abgeschaltet. Das betrifft in der Regel Industrie - und Großkun-
den, die direkt an den  Fernleitungsnetzbe treiber angeschlossen sind.  
Nicht ausgeschlossen ist, dass auch Gaskraftwerke die Leistung drosseln  (müssen) , was eine geringere 
Einspeisung in das Stromnetz zur Folge hätte.  
Auf Grundlage von Abschaltverfügungen können weitere Einrichtungen abgeschaltet werden. Allgemei-
nes Ziel ist es, die Wärmeversorgung in Wohnobjekten und insbesondere in Pflegeheimen und Kranken-
häusern aufrecht zu erhalten.  
Die Stadtwerke Essen k önnen lediglich  in der Größenordnung von Stadtteilen priorisieren , da die zent-
rale Netzinfrastruktur eine zentrale Steuerung lediglich auf dieser Ebene zulässt. A uch dies e Regelein-
griffe  erforder n ggf. bereits  manuelle Schaltungen im Gasnetz vor Ort in Verteilstationen.  Sofern inner-
halb von Stadtteilen priorisiert werden sollte, ist zu beachten, dass innerhalb der Stadt Essen über 
50.000 Gasanschlüsse  vorhanden sind , die einzeln abgeschaltet werden müssen. Entscheidend ist ein 
Mindestdruck im System, um das Eindringen von Luft zur verhindern. Die Abschaltung und die später e 
Aufschaltung sind technisch sehr aufwändig, weshalb langfristige Ausfälle die Folge sind. Eine Priorisie-
rung ist auf Ebene des Endkunden praktisch nicht umsetzbar. Zudem kann nicht sichergestellt werden, 
dass sich einzelne Endkunden nicht selbstständig w ieder aufschalten ; bzw. würde sich ggf. der Bedarf 
an poliz eilichem Objektschutz auf Ebene der einzelnen Gasanschlüsse ergeben.  
Das Fernwärmenetz der STEAG wird zu 95 % aus der Kraftwärmekopplung der Müllverbrennungsanlage 
in Essen -Karnap und dem Heizkraft werk (HKW ) in Herne gespeist. Das kohlebetriebene HKW  wird dem-
nächst  auf Erdga s umgestellt. Die Heizleistung des HKW  im Fall einer Erdgasmangellage  kann durch die 
Heizwerke in den umliegenden  Stadtgebieten kompensiert werden.  Hier sind zurzeit  noch bivalente 
Energiearten im Einsatz (Gas und/oder Öl) . 
Aufgrund des vermehrten Betriebes elektrischer Heizungen ist von einem  allgemein erhöht en Strombe-
darf auszugehen . 
WASSER UND ABWASSER  
Abgesehen von der fehlenden Beheizung von  Dienststellen und Werkstätten werden keine signifikanten 
Einschränkungen erwartet. Möglicherweise können einzelne Büroeinrichtungen nicht mehr betrieben 
werden.
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ERNÄHRUNG UND LANDWIRTSCHAFT  
Landwirtschaftliche Betr iebe in Außenbereichen sind in der Regel nicht an das Gasnetz angeschlossen, 
sondern werden mit Heizöl beheizt. Vereinzelt werden Ställe mit Gas beheizt.  
In vielen  Haushalten und Großküchen sind Gasherde vorhanden, die im Falle einer Abschaltung nicht 
mehr  betrieben werden können. Die Zubereitung von Mahlzeiten muss auf alternativen Wegen erfolgen  
oder staatlich bereitgestellt werden . 
FINANZ - UND VERSICHERUNGSWESEN  
Abgesehen von der fehlenden Beheizung der Dienststellen werden keine signifikanten Einschränk ungen 
erwartet. Möglicherweise können einzelne Büroeinrichtungen nicht mehr betrieben werden.  
GESUNDHEITSWESEN  
Es ist mit einem erhöhten Aufkommen von Atemwegserkrankungen und Hypothermien zu rechnen.  
Der Ausfall der Wärmeversorgung kann die Notwendigkeit  einer Evakuierung von Krankenhäusern und 
Pflegeeinrichtungen zur Folge haben.  
Das Alfred -Krupp -Krankenhaus und das Universitätsklinikum sind an ein Hochtemperaturnetz  ange-
schlossen, welches zum einen die nötige Wärme liefert, aber auch den Dampf für die Dampfsterilisation. 
Das einspeisende Heizkraftwerk in Rüttenscheid wird 2022 von Kohle auf Gas umgestellt. In einer Gas-
mangelsituation kann es zur verminderten Einspeiseleistung und infolgedessen zum Ausfall der Sterili-
sation kommen. Ohne Sterilisation kön nen wichtige Eingriffe und Operationen nicht durchgeführt wer-
den 
IT UND KOMMUNIKATION  
Abgesehen von der fehlenden Beheizung von  Dienststellen werden keine signifikanten Einschränkungen 
erwartet. Möglicherweise können einzelne Büroeinrichtungen nicht mehr b etrieben werden.  
STAAT UND ÖFFENTLICHE VERWALTUNG  
Abgesehen von der fehlenden Heizung in Dienststellen werden keine signifikanten Einschränkungen er-
wartet. Möglicherweise können einzelne Büroeinrichtungen nicht mehr betrieben werden.  
Durch Gasheizung behei zte Schulen , Kindergärten und Kindertagesstätten müssen geschlossen werden.  
TRANSPORT UND VERKEHR  
Abgesehen von der fehlenden Heizung in Dienststellen und Werkstätten werden keine signifikanten 
Einschränkungen erwartet. Möglicherweise können einzelne Büroe inrichtungen nicht mehr betrieben 
werden.
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 Stand: 19.04.2022  84 
 
ABFALLENTSORGUNG  
Abgesehen von der fehlenden Heizung in Dienststellen und Werkstätten werden keine signifikanten 
Einschränkungen erwartet. Möglicherweise können einzelne Büroeinrichtungen nicht mehr betrieben 
werden.  
BEHÖRDEN UND ORGANISATIONEN MIT SICHERHEITSAUFGABEN (BOS)  
Sollten tatsächlich (trotz der technischen Restriktionen) Abschaltung en auf der Ebene von einzelnen 
Gasanschlüssen  vorgenommen werden,  ist mit einer erheblichen Anzahl an Einsätzen  aufgrund von Gas-
gerüchen zu rechnen.  Einige Bürgerinnen und Bürger werden versuchen durch Eingriffe und Manipula-
tionen an Gasa rmaturen die Versorgung wiederherzustellen, was ein erhebliches Risiko - und Einsatzpo-
tenzial der Feuerwehr birgt  sowie polizeilic he Maßnahmen erforderlich macht.  
In einigen Feuer - und Rettungsw achen , Feuerwehrgerätehäusern  und Standorten der Hilfsorganisatio-
nen fällt die Heizung aus . 
4.4.10  SCHADENSFOLGEN AUF WEITERE SCHUTZGÜTER (ERDGAS MANGEL ) 
UMWELT  
Es wird von keiner signifikanten Schadensfolge für die Umwelt ausgegangen. Industrielle Prozesse kön-
nen sicher heruntergefahren werden.  
VOLKSWIRTSCHAFT  
Großflächige Einschränkungen in Lieferketten und das Herunterfahren industrieller Prozesse wirken  
negat iv auf die Volkswirtschaft ein . Zudem sind zahlreiche  Büroflächen in Kälteperioden nicht nutzbar . 
IMMATERIELLE SCHÄDEN  
Aus Sicht der psycho -sozialen Krisendynamik ist davon auszugehen, dass eine Erdg asma ngellage auch 
die „Stimmung“ der Bevölkerung und die öffentliche Ordnung maßgeblich beeinflusst.  
Insbesondere die Sorge um die unmittelbare eigene Sicherheit sowie die Angst vor einer Mangellage 
bei Verbrauchsgütern des alttäglichen Bedarfs spielen mit zunehmender Dauer eine kritische Rolle.  
Es ist potenzie ll mit einer Verselbstständigung der Lage durch unvorhergesehene Menschenansamm-
lungen bis hin zu Unruhen und Selbstjustiz zu rechnen.
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KATASTROPHENSCHUTZBEDARFSPLAN  
 Stand: 19.04.2022  85 
 
4.4.11  RESULTIERENDE ANFORDERUNGEN AUS DEM  SZENARIO (ERDGASMANGEL)  
Die folgenden Anforderungen resultieren zum einen aus dem vorstehend geschilderten Szenariover -
lauf und schließen zum anderen unmittelbar aus den Expertengesprächen abgeleitete Bedarfe ein.  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 + Anforderungen und planerisches Versorgungsniveau  
○ Zentrale Koordination in einem Krisenstab über mehrere Monate  
○ Zusammenar beit mit Bund und Ländern bei der übergeordneten Koordinierung  von Priorisie-
rungsmaßnahmen  
○ Aufrechterhalten der Grundschutzfähigkeit der BOS  
○ Einrichtung von beheizten Betreuungsstellen  
○ Einrichtung von beheizten Notunterkünften für vulnerable Gruppen  
○ Zubereiten von Mahlzeiten für bedürftige vulnerable Gruppen  
○ Rechtzeitige, umfassende und fortlaufende Information und Warnung der Bevölkerung  
○ Aufrechterhaltung des Kernbetriebes des Universitätsklinikums und des Alfred -Krupp -Kranken-
hauses
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