LA13-BIO-LK-C-AUFG

Abitur-Prüfung in Hessen aus 2013 in Biologie

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Hessisches Kultusministerium Landesabitur 2013 
Biologie Thema und Aufgabenstellung 
Leistungskurs Vorschlag C 
Seite 1 von 5 Hinweise für den Prüfling 
 
Auswahlzeit: 45 Minuten
Bearbeitungszeit (insgesamt): 240 Minuten
 
 
Auswahlverfahren 
Es gibt drei Aufgabengruppen A, B und C, aus denen insgesamt zwei Vorschläge zu bearbeiten sind. 
Aus der Gruppe B stehen zwei Vorschläge zur Auswahl, einer dieser Vorschläge ist auszuwählen und 
zu bearbeiten. 
Aus den verbleibenden beiden Gruppen A und C steht je ein Vorschlag zur Auswahl, einer dieser Vor-
schläge ist auszuwählen und zu bearbeiten.  
Die beiden nicht ausgewählten Vorschläge müssen am Ende der Auswahlzeit der Aufsicht führenden 
Lehrkraft zurückgegeben werden. 
 
 
Erlaubte Hilfsmittel 
1. ein Wörterbuch zur deutschen Rechtschreibung 
2. ein eingeführter Taschenrechner (Bei grafikfähigen Rechnern und Computeralgebrasystemen ist 
ein Reset durchzuführen.) 
3. eine Liste der fachspezifischen Operatoren 
 
 
Sonstige Hinweise 
keine 
In jedem Fall vom Prüfling auszufüllen 
 
 
Name:   Vorname:   
 
 
Prüferin / Prüfer:   Datum:
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Biologie Thema und Aufgabenstellung 
Leistungskurs Vorschlag C 
Seite 2 von 5 Verhaltensbiologie 
Autoaggression 
 
 
Aufgaben 
 
1. Fassen Sie zwei  selbstgewählte Aggressionstheorien zusammen und geben Sie die Besonderheiten 
von Autoaggression an (Material 1). 
(10 BE) 
 
 
2. Beschreiben und erläutern Sie die neuronale Verrechnung am dargestellten Abschnitt der 
Schmerzleitungsbahn (ohne Berücksichtigung der molekularbiologischen Vorgänge) und daraus 
resultierende Konsequenzen für die Fortleitung von Aktionspotenzialen (Material 2). 
(15 BE) 
 
 
3. Beschreiben und erklären Sie anhand von Abbildung 3.2 die Beobachtungen an der Schmerzfaser 
einer Maus (Material 2 und 3).  
(17 BE) 
 
 
4. Entwickeln Sie eine begründete Hypothese zu der physiologischen Wirkung von Naltrexon bei 
autoaggressiven Menschen und begründen Sie, warum die empfohlene Dosis bei 25mg/kg liegt 
(Material 1 bis 3). 
(8 BE)
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Biologie Thema und Aufgabenstellung 
Leistungskurs Vorschlag C 
Seite 3 von 5 Material 1 
Autoaggression: Ein Heer von Selbstverletzten 
Autoaggressives Verhalten ist unter Teenagern weiter verbreitet als angenommen: so verletzt sich z.B. 
jedes zehnte Mädchen selbst. 
Frühere Zahlen basierten überwiegend auf Fällen, die medizinisch behandelt wurden. Doch das ist nur 
ein Bruchteil. Eine große Umfrage unter britischen Teenagern zeigt nun, wie hoch die Dunkelziffer ist: 
Elf Prozent der befragten 15- und 16-jährigen Mädchen fügen sich absichtlich körperlichen Schaden 
zu, häufig ohne einen erkennbaren Auslöser. Unter den gleichaltrigen Jungen sind es drei Prozent.  
Mit dem Schnitt ins eigene Fleisch bauen die Betroffenen einen unerträglichen inneren Druck ab. Ge-
fühle von Wut und Verzweiflung entladen sich nicht in Aggressivität gegen andere oder Gegenstände, 
sondern richten sich gegen sich selbst.  
 
 
 
Material 2 
Körpereigene Drogen 
Berichte über Menschen unter extremen Bedingungen (z.B. bei außergewöhnlichen körperlichen An-
strengungen wie bei einem Marathonlauf) oder die Tatsache, dass (Schwer-)Verletzte unmittelbar nach 
einem Unfall frei von Schmerzen sind, hatten schon seit langem den Verdacht erweckt, dass der mensch-
liche Körper selbst in der Lage sein könnte, Substanzen zu erzeugen, die das Schmerzempfinden redu-
zieren. Diese Vermutung wurde verstärkt, als körpereigene Rezeptoren für Substanzen gefunden wur-
den, die ähnlich den Drogen Opium und Morphin gebaut sind. Diese Rezeptoren werden Opiatrezepto-
ren genannt. 
Da es unwahrscheinlich ist, dass der Organismus zufällig spezielle Rezeptoren für Drogen besitzt, mit 
denen er von Natur aus gar nicht in Kontakt kommt, suchte man nach körpereigenen Substanzen, die 
von den Opiatrezeptoren gebunden werden. Die Suche war erfolgreich: 1975 gelang es Hughes und 
Kosterlitz in Aberdeen, aus dem Gehirn von Schweinen einen Stoff zu isolieren, der einige strukturelle 
Ähnlichkeiten mit Morphin aufwies und den sie Enkephalin nannten. Nachdem später noch andere 
dieser körpereigenen Substanzen entdeckt wurden, nannte man diese Gruppe von Neurotransmittern 
aufgrund ihrer mit dem Morphin vergleichbaren Wirkung endogene Morphine, abgekürzt Endorphine.
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Biologie Thema und Aufgabenstellung 
Leistungskurs Vorschlag C 
Seite 4 von 5 Abbildung 2.1 
Endorphinwirkung 
 Erläuterungen:  
, ,  und  gehören zu vier verschie-
denen Neuronen. Die Pfeile kennzeichnen 
die Orte, an denen die dargestellten Poten-
zialveränderungen gemessen wurden. 
 
An den chemischen Synapsen A/B und D/B 
wirkt Acetylcholin als Transmitter, an Sy-
napse C/A Endorphin.  
 
 
 
 
 
 
Material 3 
Medikamente gegen Autoaggression 
Zahlreiche Wissenschaftler versuchen, autoaggressive Verhaltensweisen neurobiologisch zu erklären. 
So könnte selbstverletzendes Verhalten z.B. auf einer Störung des Endorphinstoffwechsels beruhen, so 
dass Patienten mit Medikamenten, die Opiatwirkungen beeinflussen, geholfen werden könnte. Dazu 
wurden entsprechende Untersuchungen mit den Präparaten Naloxon und Naltrexon durchgeführt. Bei-
de Präparate wirken prinzipiell gleich. 
 
 
 
Abbildung 3.1 
Strukturformeln von Morphin, Naltrexon und Naloxon 
 
 
Erläuterung: 
cyclische Kohlenwasserstoffstruktur, die nicht Gegenstand der Aufgabe ist. D CBA
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Hessisches Kultusministerium Landesabitur 2013 
Biologie Thema und Aufgabenstellung 
Leistungskurs Vorschlag C 
Seite 5 von 5 Abbildung 3.2 
Wirkung von Endorphin und Naloxon an einer (afferenten) Schmerzfaser 
der Maus  
 
 
 
Abbildung 3.3 
Autoaggressives Verhalten unter Einfluss von Naltrexon bei drei verschie-
denen Patienten
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