LA17-BIO-LK-B2-AUFG

Abitur-Prüfung in Hessen aus 2017 in Biologie

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Hessisches Kultusministerium Landesabitur 2017 
Biologie Thema und Aufgabenstellung 
Leistungskurs Vorschlag B2  
Seite 1 von 7Hinweise für den Prüfling 
 
Auswahlzeit: 45 Minuten Bearbeitungszeit (insgesamt): 240 Minuten  
 
Auswahlverfahren 
Es gibt zwei Aufgabengruppen A und B. Aus jeder Gruppe stehen zwei Vorschläge zur Auswahl, von 
denen jeweils einer auszuwählen und zu bearbeiten ist.
Die beiden nicht ausgewählten Vorschläge müssen am Ende der Auswahlzeit der Aufsicht führenden 
Lehrkraft zurückgegeben werden. 
 
 
Erlaubte Hilfsmittel 
1. ein Wörterbuch der deutschen Rechtschreibung 
2. ein eingeführter Taschenrechner (Bei grafikfähigen Rechnern und Computeralgebrasystemen ist 
ein Reset durchzuführen.) 
3. eine Liste der fachspezifischen Operatoren 
 
 
Sonstige Hinweise 
keine 
  
In jedem Fall vom Prüfling auszufüllen 
 
 
Name:   Vorname:   
 
 
Prüferin/Prüfer:   Datum:
1

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Biologie Thema und Aufgabenstellung 
Leistungskurs Vorschlag B2  
Seite 2 von 7Verhaltensbiologie 
Mit den Ohren sehen 
 
 
Aufgaben
 
1 Ordnen Sie den Nummern in Material 1 die jeweiligen Bestandteile der Netzhaut zu und geben 
Sie die Einfallsrichtung des Lichts an. Stellen Sie tabellarisch die Funktionsprinzipien der 
Netzhaut und der Hörschnecke in Bezug auf den adäquaten Reiz, die Rezeption der Reizqualität 
und die Rezeption der Reizquantität einander gegenüber, sofern sie aus Material 2 zu erkennen 
sind. (Material 1 und 2) 
(13 BE) 
 
 
2 Beschreiben und analysieren Sie die zeitliche Veränderung der Ortungslaute während des 
Beutefangs der Großen Hufeisennase. (Material 3) 
 (6 BE) 
 
 
3 Fassen Sie die entscheidenden Unterschiede bezüglich des spezialisierten Hörvermögens der 
echoortenden Großen Hufeisennase gegenüber einer nicht-echoortenden Fledermaus zusammen 
und erläutern Sie daran die Spezialisierung der echoortenden Art. (Material 3 und 4) 
(12 BE) 
 
 
4 Analysieren und erklären Sie die Reaktion einer fliegenden Fledermaus auf das Phänomen des 
Dopplereffekts. Begründen Sie, dass die Reaktion der Fledermaus auf dem Schaltprinzip der 
negativen Rückkopplung beruhen muss. (Material 3 und 5) 
(12 BE) 
 
 
5 Erklären Sie, wie eine echoortende Fledermaus ein vor dichtem Blattwerk fliegendes Insekt bei 
Windstille und bei Wind erkennen kann. (Material 3 und 5) 
(7 BE)
2

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Biologie Thema und Aufgabenstellung 
Leistungskurs Vorschlag B2  
Seite 3 von 7Material 1 
Querschnitt durch die Netzhaut des menschlichen Auges 
 
  
 
 
Material 2 
Prinzip der Schallwahrnehmung 
Unsere akustische Wahrnehmung basiert auf Schallwellen. Dies sind in Bewegung gesetzte 
Luftmoleküle, die rhythmisch Druck auf unser Trommelfell ausüben. Je höher die Frequenz der 
Schallwellen ist, also die Zahl der Wellen pro Sekunde (Einheit: Hertz; abgekürzt Hz), desto höher ist 
der Ton. 
Von der Ohrmuschel werden die Schallwellen durch den Gehörgang, über die Membran des 
Trommelfells und die Gehörknöchelchen mechanisch weitergeleitet und auf die Hörschnecke 
(Cochlea) übertragen. Die Cochlea ist eine mit Flüssigkeit gefüllte, schneckenförmige 
Knochenstruktur, in der sich, eingebettet in die Basilarmembran, Sinneszellen befinden. Ankommende 
Schallwellen bringen die Flüssigkeit in der Gehörschnecke in Bewegung, die daraufhin die 
haarähnlichen Fortsätze (Cilien) der empfindlichen Haarsinneszellen umbiegt, wodurch eine 
Depolarisation hervorgerufen wird. Je lauter der Ton, desto stärker werden die Cilien umgebogen. In 
den Neuronen des Hörnervs entstehen Aktionspotenziale, die das Hörzentrum im Gehirn erreichen. 
Ein Mensch verfügt im Schnitt über ca. 15000 Haarzellen. Der für den Menschen hörbare Bereich 
liegt zwischen 0,02 kHz – 20 kHz, der Bereich der normalen Sprache liegt bei ca. 0,1 kHz – 5 kHz. 
 
Hinweis: 
Fortsetzung Material 2 siehe nächste Seite
3

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Leistungskurs Vorschlag B2  
Seite 4 von 7Abbildung 2.1: Aufbau des menschlichen 
Ohrs (Übersicht) Abbildung 2.2.: Bau der Hörschnecke 
(Cochlea) und Orte der Schwingungs-
maxima unterschiedlicher Frequenzen 
 
 
  
 
Erläuterung: 
Das Eingangssignal ist eine Mischung verschiedener 
Tonhöhen. 
 
 
Material 3 
Orientierung und Jagd der Fledermaus 
Viele Fledermausarten nutzen zur Orientierung und zur Jagd das Prinzip der Echoortung. Die Tiere 
sehen sozusagen mit den Ohren. Sie stoßen Rufe im für den Menschen nicht hörbaren Ultraschall-
bereich aus und werten das Echo aus. Trifft der Schall auf ein Hindernis oder ein Beutetier, wird er 
reflektiert. Die Fledermäuse können daraus wichtige Informationen ableiten. So kommt das Echo 
umso früher zurück, je näher ein Hindernis ist. Aus dem Zeitunterschied, mit dem der reflektierte 
Schall die beiden Ohren erreicht, lässt sich auf die Richtung schließen, in der sich das Objekt befindet. 
Fledermäuse können mit ihrem Echo-Bildsehen ein ebenso präzises Bild der räumlichen und zeitlichen 
Struktur der Umwelt aufbauen, wie wir Menschen es mit Hilfe der Augen können. Durch die Nutzung 
hochfrequenter Rufe im Ultraschallbereich kann die Fledermaus ihre Umwelt sehr detailliert 
wahrnehmen, sie kann sozusagen sehr scharf „sehen“. 
Hufeisennasen – eine 70 Arten umfassende Familie der Fledermäuse – jagen Insekten (vorwiegend 
Nachtfalter, aber auch Köcherfliegen, Käfer oder Fliegen) in vegetationsnahen Bereichen, z.B. an 
Waldrändern, Flussufern sowie in der Umgebung von Mauerwerk. Derartige Umgebungen machen die 
Ortung der Beute schwierig, da der jeweilige Hintergrund, anders als bei der Jagd im freien Luftraum, 
zahlreiche Echos zurückwirft. 
 
Hinweis:  
Fortsetzung Material 3 siehe nächste Seite
4

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Leistungskurs Vorschlag B2  
Seite 5 von 7Die Große Hufeisennase (Rhinolophus ferrumequinum) 
sendet während der Suchphase eines Jagdfluges
Ortungslaute aus.  
 
Der Ortungslaut der Großen Hufeisennase wird im 
Kehlkopf erzeugt und durch die Nase ausgesendet, die 
hierfür besonders geformt ist. Der Laut besteht aus einem 
Ton mit einer konstanten Frequenz (CF-Teil) von 
ca. 83 kHz und wird von einer kurzen Aufwärts- und 
Abwärtsmodulation der Tonlage begrenzt, den frequenz-
modulierten (FM-)Teilen. 
Das Beutetier kann in einer Entfernung bis zu 6,50 m 
erkannt werden.  
 
 
Abbildung 3.2 
Phasen des Fangs einer Motte (a) durch die  
Große Hufeisennase und Ortungslaute während der Jagd (b) 
 
 
 
Erläuterung: 
Die Laute sind zeilenweise von oben links bis unten rechts zu lesen. Die oberste Zeile (Phase 0) 
entspricht der Situation vor der Ortung der Beute. Die Zahlen unter den Ortungslauten entsprechen 
den einzelnen Zeitpunkten in der Bildfolge (Position 1 ist in der Bildfolge nicht dargestellt). Die 
Sequenz 1–10 dauert insgesamt ca. 1 s.
 
Abbildung 3.1 
Ortungslaut
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Biologie Thema und Aufgabenstellung 
Leistungskurs Vorschlag B2  
Seite 6 von 7Material 4 
Spezialisierung des Hörsinns bei echoortenden Fledermäusen 
Das Hören von Echos wird im Gehör vieler Säuger eher unterdrückt, bei echoortenden Tieren aber 
eher verstärkt. Echoortung ist also vor allem eine Spezialisierung von Bau und Funktion des 
Hörsinnesorgans. 
In den folgenden Abbildungen werden der Bau und die Empfindlichkeit des akustischen Sinnes einer 
echoortenden mit einer nicht-echoortenden Fledermaus verglichen. 
 
Abbildung 4.1: Frequenzabbildung auf der Basilarmembran 
 
a) Große Hufeisennase     b) nicht-echoortende Fledermausart 
 
Erläuterung: 
In der gestreckten Basilarmembran ist dargestellt, wo die verschiedenen Frequenzen maximal 
wahrgenommen werden. Außerdem sind die Bereiche angezeigt, die jeweils dem Tonumfang einer 
Oktave entsprechen. 
 
Abbildung 4.2: Hörschwellenkurve 
a) Große Hufeisennase b) nicht-echoortende Fledermausart 
 
 
 
Erläuterung: 
Hörschwellenkurven geben an, ab welcher Lautstärke (Schallintensität) der Ton einer bestimmten Höhe 
(Schallfrequenz) wahrnehmbar ist. Im physiologischen Bereich wird die Lautstärke als Schalldruckpegel [dB] 
angegeben. Die Schallfrequenzen werden wegen des großen Frequenzumfanges des Hörbereiches logarithmisch 
dargestellt.
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Leistungskurs Vorschlag B2  
Seite 7 von 7Abbildung 4.3 Dichte der Hörzellen 
 
Große Hufeisennase  
  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Erläuterung: 
Schallfrequenzen und Neuronendichte 
sind logarithmisch dargestellt. 
 
 
Material 5 
Einfluss des Dopplereffekts bei 
der Echoortung Fluggeschwindigkeit, Ruflaute und Echo 
der Großen Hufeisennase 
Die Tonhöhe des Echos der Ortungslaute 
verändert sich mit der Fluggeschwindigkeit. 
Dieses als Dopplereffekt bezeichnete 
Phänomen besteht darin, dass ein Beobachter 
eine Tonquelle, die sich auf ihn zubewegt, mit 
höherer Tonhöhe wahrnimmt als eine 
unbewegte Tonquelle. Umgekehrt hört sich 
eine Tonquelle, die sich vom Beobachter 
wegbewegt, tiefer an als die unbewegte 
Tonquelle. Für eine erfolgreiche Echo-
Orientierung muss dieses Phänomen bei der 
Wahrnehmung Berücksichtigung finden. 
Nicht nur die Flugrichtung und die Flug-
geschwindigkeit der Fledermaus selbst 
beeinflussen das Echo, sondern auch die 
Bewegung der Beutetiere. So kann eine 
Hufeisennase sogar eine flatternde Motte vor 
sich bewegendem dichten Blattwerk 
lokalisieren. Denn auch ein Insektenflügel 
erzeugt im Ortungslautecho Veränderungen, 
wenn sich der Flügel beim Schlagen (je nach 
Art des Flügelschlags und der Position des 
fliegenden Insektes) auf die Fledermaus zu- 
und wegbewegt. Andererseits erkennt die 
Fledermaus aber eine nicht flügelschlagende 
Beute selbst dann nicht, wenn sie direkt vor 
ihrer Nase sitzt.  
Erläuterung: 
Die Abbildungen zeigen die Frequenz des CF-Lautteils 
einer Großen Hufeisennase, die auf einen Landepfosten 
zufliegt, sowie das wahrgenommene Echo.
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