LA17-BIO-LK-B2-LOES

Abitur-Prüfung in Hessen aus 2017 in Biologie

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Nicht für den Prüfling bestimmt Hessisches Kultusministerium Landesabitur 2017 
Biologie Lösungs- und Bewertungshinweise 
Leistungskurs Vorschlag B2 
Seite 1 von 5I Erläuterungen 
Aufgabenart 
materialgebundene Aufgabenstellung 
 
Voraussetzungen gemäß Lehrplan und Erlass „Hinweise zur Vorbereitung auf die schriftlichen 
Abiturprüfungen“ in der für den Abiturjahrgang geltenden Fassung 
Q3: Verhaltensbiologie  
Signalübertragung und Verrechnung; Reize (äußere Bedingungen) und Rezeption: Bau und Funktion 
sensorischer Rezeptoren mit adäquatem Reiz und Rezeptorpotenzial, Bau und Funktion der Netzhaut 
mit Signaltransduktion; Steuerung von Verhalten durch äußere Faktoren und innere Bedingungen: 
Prinzip der Abhängigkeit von exogenen Faktoren  
 
 
II Lösungshinweise und Bewertungsraster 
In den nachfolgenden Lösungshinweisen sind alle wesentlichen Gesichtspunkte, die bei der Bearbei-
tung der einzelnen Aufgaben zu berücksichtigen sind, konkret genannt und diejenigen Lösungswege 
aufgezeigt, welche die Prüflinge erfahrungsgemäß einschlagen werden. Selbstverständlich sind jedoch 
Lösungswege, die von den vorgegebenen abweichen, aber als gleichwertig betrachtet werden können, 
ebenso zu akzeptieren. 
 
Aufg. erwartete Leistungen BE 
1 Beschriftung der Netzhautbestandteile und Angabe des Lichteinfalls:  
1: Pigmentzellen; 2: Stäbchen; 3: Zapfen; 4: Horizontalzellen; 5: Bipolarzellen; 
6: Amakrinzellen; 7: Ganglienzellen. Lichteinfall von unten, d.h. von der Seite der 
Nervenbahnen. 
 
Gegenüberstellung der Funktionsprinzipien von Netzhaut (unterrichtsabhängig) und 
Hörschnecke: 
 
Netzhaut  Hörschnecke 
sichtbares Licht (alterna-
tiv: elektromagnetische 
Wellen mit Wellenlängen 
zwischen 400 und 
800 nm) adäquater Reiz  
 Umbiegung der Cilien der 
Hörsinneszellen (alterna-
tiv: mechanischer Reiz) 
durch Bewegung der 
Flüssigkeit in den Gehör-
gängen, ausgelöst durch 
Schallwellen (im Fre-
quenzbereich zwischen 
0,02 und 20 kHz). 
Absorption von Licht 
durch Sehfarbstoffmole-
küle in den Rezeptorzel-
len. Dadurch Spannungs-
veränderung der Memb-
ran (Hyperpolarisation). 
 
Verschiedene Reizqualitä-
ten (d.h. verschiedene 
Wellenlängen bzw. Licht-Rezeption der Reizquali-
tät Verbiegung der Cilien 
löst Depolarisation der 
Hörzelle aus.  
 
 
 
 
Verschiedene Reizqualitä-
ten (= Tonhöhen) erzeu-gen Schwingungsmaxima  
 
 
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Nicht für den Prüfling bestimmt Hessisches Kultusministerium Landesabitur 2017 
Biologie Lösungs- und Bewertungshinweise 
Leistungskurs Vorschlag B2 
Seite 2 von 5Aufg. erwartete Leistungen BE 
farben) erregen bevorzugt 
verschiedene Typen von 
Zapfen. an unterschiedlichen Stel-
len der Cochlea. 
 
Höhere Lichtintensität 
wandelt mehr Pigment-
moleküle um, dadurch 
stärkere Hyperpolarisati-
on der Rezeptorzelle. 
 Rezeption der Reizquanti-
tät Höhere Lautstärke be-
wirkt stärkere Verbiegung 
der Cilien, dadurch stär-
kere Depolarisation der 
Hörzelle. 
 
Material 1 basiert auf: 
http://www.juergenquednau.com/Asset/Retina.600x474.gif (abgerufen am 04.06.2016). 
 
Material 2 basiert auf: 
http://www.biologie-schule.de/aufbau-des-menschlichen-ohres.php (abgerufen am 05.01.2016).  
http://www.learnline.schulministerium.nrw.de (abgerufen am 05.01.2016). 
Andrea Erdmann et al.: Neurobiologie, Braunschweig 2005, S. 38f. 
Andrea Erdmann et al.: Neurobiologie, Braunschweig 2015, S. 86. 
  
 
 
 
 
 
 
 
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2 Beschreibung und Analyse der zeitlichen Veränderung der Ortungslaute während des 
Beutefangs bei der Großen Hufeisennase: 
– mit Anflug auf die Beute immer kürzer werdende Laute mit kontinuierlicher Folge 
(von ca. 70 ms während des normalen Flugs auf ca. 30 bis ca. 10 ms; (1–3))  
– Fang ca. 300–400 ms nach Wahrnehmung der Beute. Während des Fangens und 
des Fressvorgangs werden (ca. 100 ms lang) keine Laute ausgestoßen (4). 
– nach dem Fangen zunächst noch kürzere Laute (von ca. 15 ms), in Gruppen mit 
Unterbrechung (5–8) 
– zum Schluss (Rückkehr zum Suchflug) wieder länger werdende Einzellaute 
(ca. 50 ms) wie zu Beginn (9–10) 
 
Material 3 basiert auf: 
http://herr-kalt.de/unterricht/2013-2014/bio9a/sinnesorgane/themen/echoortung/start#welche-arten-des-
rufs-gibt-es (abgerufen am 05.01.2016). 
http://www.schule-bw.de/unterricht/faecher/biologie/material/wirbeltiere/saeuge/fledermaeuse/ echoor-
tung.html (abgerufen am 05.01.2016). 
Gerhard Neuweiler: How bats detect flying insects, Phys. Today 33(8), 1980, S. 34–40.
http://hrsbstaff.ednet.ns.ca/jenninj2/Physics%2011/2012-3/Projects/Echolocation/ 
How%20Bats%20Detect%20Flying%20Insects.pdf. 
Gerhardt Heldmaier et al.: Vergleichende Tierphysiologie, Berlin, Heidelberg 2013, S. 723–727.  
 
 
 
 
 
 
 
 
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Nicht für den Prüfling bestimmt Hessisches Kultusministerium Landesabitur 2017 
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3 Zusammenfassung der entscheidenden Unterschiede bezüglich des spezialisierten 
Hörvermögens der echoortenden Großen Hufeisennase (Gr. H.) gegenüber einer nicht-
echoortenden Fledermaus: 
(Die Antwort soll sich auf die Unterschiede bzgl. der Spezialisierung beschränken, 
nicht ausführlich alle Darstellungen beschreiben.)  
– Frequenzabbildung: Bei der Gr. H. nimmt der Bereich der 3. Oktave auf der  
Basilarmembran einen deutlich größeren Bereich ein als bei der nicht-echoortenden 
Art. Der Bereich zwischen 82 und 86 kHz ist darin noch einmal vergrößert und die 
Neuronendichte um ca. das 10-fache erhöht. Die Bereiche der 1. und 2. Oktave 
sind hingegen kleiner bzw. 1. und 2. Oktave zugunsten der 3. Oktave verkleinert. 
– Hörschwelle: Der auffälligste Unterschied der Empfindlichkeit der Gr. H. gegen-
über der nicht-echoortenden Fledermausart ist die erhöhte Sensibilität im engen 
Frequenzbereich von ca. 83 kHz, begrenzt von deutlich weniger sensitiven Berei-
chen. Dagegen nimmt bei der nicht-echoortenden Fledermaus die Sensibilität bei 
höheren Frequenzen kontinuierlich ab. 
 
Erläuterung der Spezialisierung der echoortenden Art:  
Die Ortungsrufe der Gr. H. haben eine Frequenz von ca. 83 kHz. In diesem Bereich 
müssen die Tiere also besonders differenziert hören können, um die Echos analysieren 
zu können. Deshalb wird ein großer Teil der Basilarmembran für die Wahrnehmung in 
diesem Frequenzbereich verwendet und die Neuronendichte ist dort extrem hoch. In-
nerhalb dieses Bereichs können nahe beieinanderliegende Frequenzen dadurch besser 
unterschieden werden als in anderen Frequenzbereichen. Die hohe Neuronendichte 
könnte auch erklären, warum die Gr. H. in diesem Frequenzbereich sehr viel geringere 
Lautstärken wahrnehmen kann als bei den angrenzenden Frequenzen als die nicht-
echoortende Art. Der für die Gr. H. wichtige Frequenzbereich wird somit selektiv 
verstärkt und ist dadurch aus Tönen mit ähnlichen Frequenzen gut herauszuhören. 
 
Material 4 basiert auf: 
Gerhard Neuweiler: How bats detect flying insects, Phys. Today 33(8), 1980, S. 34–40. 
http://hrsbstaff.ednet.ns.ca/jenninj2/Physics%2011/2012-3/Projects/Echolocation/ 
How%20Bats%20Detect%20Flying%20Insects.pdf. 
Peter Simmons:  Nerve cells and animal behaviour, Cambridge 2010. 
http://catdir.loc.gov/catdir/samples/cam032/99011620.pdf (abgerufen am 05.01.2016) 
Gerhardt Heldmaier  et al.:  Vergleichende Tierphysiologie, Berlin, Heidelberg 2013, S. 723–727.  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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4 Analyse und Erklärung der Reaktion einer fliegenden Fledermaus auf das Phänomen 
des Dopplereffekts: 
Die Fledermaus verändert während ihres Flugs die Frequenz ihrer Ortungslaute so, 
dass die Frequenz des Echos nahezu konstant bei etwas über 83 kHz liegt, und stellt so 
sicher, dass die Echofrequenz immer im sensibelsten Hörbereich bleibt. 
Bei Start bzw. Ende des Flugs  (0 m und 6,5 m) sind die Frequenzen von Ruflaut und 
Echo identisch. Da die Frequenz des Echos zunimmt, wenn die Fledermaus auf das 
reflektierende Objekt (Landepfosten) zufliegt, senkt die Fledermaus im Verlauf des 
Flugs die Frequenz ihres Rufes um ca. 2 kHz ab, um diesen Dopplereffekt zu kompen-
sieren und die Frequenz des Echos auf ca. 83 kHz zu halten. Kurz vor dem Ziel erhöht 
die Fledermaus die Frequenz des Ruflauts wieder in dem Maße, wie sie langsamer 
wird.  
 
Begründung der Reaktion der Fledermaus als Folge einer negativen Rückkopplungs-
Schaltung: 
Die Reaktion der Fledermaus muss auf dem Schaltprinzip der negativen Rückkopp-
lung beruhen, da das von den Hörzellen aufgenommene Tonsignal des Echos kontinu-
ierlich mit dem Sollwert verglichen werden muss. Liegt die Tonhöhe des Echos über 
dem Sollwert von ca. 83 kHz, muss die Frequenz des Ortungslautes entsprechend re-
duziert werden, die Regulation wirkt also der Änderung der wahrgenommenen Fre-
quenz entgegen. 
 
Material 5 basiert auf: 
David McFarland: Biologie des Verhaltens, Weinheim 1989, S. 208. 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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5 
5 Erklärung, wie ein vor dichtem Blattwerk fliegendes Insekt bei Windstille und bei 
Wind erkannt werden kann:  
Die Flügel eines Insektes erzeugen ein Echo, dessen Frequenz sich in regelmäßigem 
Rhythmus ändert, wenn sie sich (je nach Art des Flügelschlags und der Position des 
fliegenden Insektes) auf die Fledermaus zu- und wegbewegen.  
Bewegen sich die Blätter nicht, z.B. bei Windstille, dann ist die Frequenz des von 
ihnen reflektierten Echos weitgehend konstant und kann so von dem sich regelmäßig 
ändernden Echo des Insektes unterschieden werden.  
Bei Wind sind die Blattbewegungen sehr unregelmäßig und entsprechend unregelmä-
ßig ist die Veränderung des Echos. Auch dies unterscheidet sich deutlich von der 
gleichmäßigen Echofrequenzänderung, die der Flügelschlag eines Insekts erzeugt.  
Bei fliegenden Insekten kommt zusätzlich noch die Ortsveränderung dieses Echos und 
Frequenzverschiebung je nach Flugrichtung des Insekts hinzu.  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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 Summe 50
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Biologie Lösungs- und Bewertungshinweise 
Leistungskurs Vorschlag B2 
Seite 5 von 5III Bewertung und Beurteilung 
Die Bewertung und Beurteilung erfolgt unter Beachtung der nachfolgenden Vorgaben nach § 33 der 
Oberstufen- und Abiturverordnung (OAVO) vom 20. Juli 2009 (ABl. S. 408), zuletzt geändert durch 
Verordnung vom 13. Juli 2016 (ABl. S. 306). Nach § 52 (Übergangsregelungen) sind bei der Bewer-
tung und Beurteilung der sprachlichen Richtigkeit in der deutschen Sprache die Bestimmungen 
des § 9 Abs. 12 OAVO in Verbindung mit Anlage 9b in der seit 16. August 2016 geltenden Fassung 
anzuwenden. In den modernen Fremdsprachen sowie den alten Sprachen gelten die Bestimmungen 
des § 9 Abs. 13 in Verbindung mit den Anlagen 9b und c bzw. 9d der Verordnung in der bis zum 
15. August 2016 geltenden Fassung. Bei der Berechnung von Prozentwerten und Fehlerindizes ge-
mäß Anlage 9 OAVO werden die berechneten Werte nicht gerundet. Für die Umrechnung von Pro-
zentanteilen der erbrachten Leistungen in Notenpunkte ist Anlage 9a zu § 9 Abs. 12 OAVO in der 
bis zum 15. August 2016 geltenden Fassung anzuwenden. Darüber hinaus sind die Vorgaben der Er-
lasse „Hinweise zur Vorbereitung auf die schriftlichen Abiturprüfungen (Abiturerlass)“ und „Durch-
führungsbestimmungen zum Landesabitur“ in der für den Abiturjahrgang geltenden Fassung zu be-
achten. 
 
Bei der Bewertung und Beurteilung ist auch die Intensität der Bearbeitung zu berücksichtigen. Als Be-
wertungskriterien dienen über das Inhaltliche hinaus qualitative Merkmale wie Strukturierung, Diffe-
renziertheit und Schlüssigkeit der Argumentation. 
 
Im Fach Biologie besteht die Prüfungsleistung aus der Bearbeitung je eines Vorschlags aus den Auf-
gabengruppen A und B, wofür insgesamt maximal 100 BE vergeben werden können. Ein Prüfungs-
ergebnis von 5 Punkten (ausreichend) setzt voraus, dass insgesamt 46% der zu vergebenden BE er-
reicht werden. Ein Prüfungsergebnis von 11 Punkten (gut) setzt voraus, dass insgesamt 76% der zu 
vergebenden BE erreicht werden. 
 
 
Gewichtung der Aufgaben und Zuordnung der Bewertungseinheiten zu den Anforderungs-
bereichen 
 
Aufgabe Bewertungseinheiten in den Anforderungsbereichen Summe AFB I AFB II AFB III 
1 9 4  13 
2 4 2  6 
3 2 10  12 
4 9 3 12 
5  7 7 
Summe 15 25 10 50 
 
Die auf die Anforderungsbereiche verteilten Bewertungseinheiten innerhalb der Aufgaben sind als 
Richtwerte zu verstehen.
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