LA19-BIO-GK-A1-LOES

Abitur-Prüfung in Hessen aus 2019 in Biologie

/ 4
PDF herunterladen
Nicht für den Prüfling bestimmt Hessisches Kultusministerium Landesabitur 2019 
Biologie Lösungs- und Bewertungshinweise 
Grundkurs Vorschlag A1 
Seite 1 von 4I Erläuterungen 
Voraussetzungen gemäß KCGO und Abiturerlass in der für den Abiturjahrgang geltenden 
Fassung 
 
Standardbezug  
Die nachfolgend ausgewiesenen Kompetenzen sind für die Bearbeitung der jeweiligen Aufgabe beson-
ders bedeutsam. Darüber hinaus können weitere, hier nicht ausgewiesene Kompetenzen für die Bear-
beitung der Aufgabe nachrangig bedeutsam sein, zumal die Kompetenzen in engem Bezug zueinander 
stehen. Die Operationalisierung des Standardbezugs erfolgt in Abschnitt II. 
 
Aufgabe Kompetenzen 
F1 F2 E1 E2 E3 K1 K2 K3 B1 B2 
1 X X     X    
2      X   X  
3  X X    X    
4      X    X 
5   X     X X  
 
Inhaltlicher Bezug  
Q2: Ökologische und stoffwechselphysiologische Zusammenhänge 
Verbindliche Themenfelder: Strukturierung von Ökosystemen an einem Beispiel (Q2.1), Biodiversität 
(Q2.5) 
 
 
II Lösungshinweise und Bewertungsraster 
In den nachfolgenden Lösungshinweisen sind alle wesentlichen Gesichtspunkte, die bei der Bearbei-
tung der einzelnen Aufgaben zu berücksichtigen sind, konkret genannt und diejenigen Lösungswege 
aufgezeigt, welche die Prüflinge erfahrungsgemäß einschlagen werden. Lösungswege, die von den 
vorgegebenen abweichen, aber als gleichwertig betrachtet werden können, sind ebenso zu akzeptieren. 
 
Aufg. erwartete Leistungen BE 
1 Unterrichtsbezogene Angabe der Definitionen:
Parasitismus bezeichnet die Wechselbeziehung zwischen verschiedenen Arten, bei 
der eine Art, der Parasit, der anderen Art, dem Wirt, Nahrung und/oder Stoffe ent-
zieht und sie schädigt, in der Regel jedoch, ohne sie abzutöten. 
 
Symbiose bezeichnet die Vergesellschaftung artverschiedener Lebewesen mit wech-
selseitigem Nutzen.  
 
Konkurrenz bezeichnet die wechselseitige negative Beeinflussung verschiedener  
Lebewesen durch gemeinsame Nutzung der gleichen begrenzten Ressourcen. 
 
Ökologische Nische kann als Gesamtheit der Ansprüche eines Organismus 
an die biotischen und abiotischen Ressourcen seiner Umwelt definiert werden.  
 
2 
 
 
2 
 
 
2 
 
 
2
1

Nicht für den Prüfling bestimmt Hessisches Kultusministerium Landesabitur 2019 
Biologie Lösungs- und Bewertungshinweise 
Grundkurs Vorschlag A1 
Seite 2 von 4Aufg. erwartete Leistungen BE 
2 Analyse der in Material 2 dargestellten Formen interspezifischer Wechselwirkungen 
in der Lebensgemeinschaft einer Kakaoplantage: 
Es sollen sachlogisch, fachlich korrekte und begründete Informationen aus dem Ma-
terial erschlossen werden, z.B.: 
 
Kakao-Wanzen, Kakao-Miniermotten und Schmierläuse sind Parasiten des Kakao-
baumes. Alle drei Insektenarten leben in einem direkten Kontakt mit ihrem Wirt. Sie 
schädigen den Kakaobaum, indem sie ihm Nährstoffe entziehen. Kakao-Wanzen und 
Schmierläuse saugen an den Schoten. Die Larven der Kakao-Miniermotte fressen das 
Fruchtfleisch der Kakaoschote. Bei allen drei Insektenarten überlebt der Kakaobaum 
i.d.R. diesen Schädlingsbefall. (Schmierläuse saugen zwar den Pflanzensaft, haben 
aber kaum einen Einfluss auf den Gesundheitszustand der Pflanze.)  
 
Schmierläuse und die schwarze Kakao-Ameise leben gemeinsam in einer Symbiose. 
Aus diesem Zusammenleben erwächst für beide Arten ein Nutzen. Einerseits ernäh-
ren sich die Ameisen vom Honigtau. Andererseits reduziert die schwarze Kakao-
Ameise die Fressfeinde der Schmierläuse. 
Ameisen und Insekten wie die Kakao-Miniermotte sowie Schmierläuse und deren 
Fressfeinde stehen in einem Räuber-Beute-Verhältnis zueinander. 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
6 
 
 
 
 
 
 
6
3 Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse aus den Abbildungen 3.1 und 3.2: 
Die Anzahl geernteter Kakaoschoten stieg von Februar bis Juni insgesamt an und fiel 
dann wieder ab. Die Anzahl der Kakaoschoten, die ausschließlich von der Kakao-Mi-
niermotte befallen wurden, war größer als die Anzahl derer, die nur von der Kakao-
Wanze befallen war. Bei einer geringen Anzahl von Schoten konnte man einen 
gleichzeitigen Befall durch beide Schädlinge feststellen. Im Zeitraum von Februar 
bis Juni waren weniger Schoten von beiden Schädlingen gleichzeitig als von der Ka-
kao-Wanze allein befallen. Ab Juni bis August 2007 waren mehr Schoten von beiden 
Schädlingen als nur von der Kakao-Wanze befallen. 
Die durchschnittliche Gesamt-Trockenmasse aller verkaufsreifen Kakaobohnen pro 
Kakaoschote aus gesunden Schoten ohne Parasitenbefall unterschied sich kaum von 
den Kakaobohnen aus Schoten mit Kakao-Wanzen-Befall. 
Die durchschnittliche Gesamt-Trockenmasse der Kakaobohnen mit Miniermottenbe-
fall war dagegen erheblich geringer als bei Bohnen aus Schoten ohne Parasitenbefall.  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
7 
4 Entwicklung einer begründeten Hypothese zur Erklärung der Ergebnisse des Eiabla-
getests: 
Alle nicht zuvor von Kakao-Wanzen befallenen Kakaoschoten werden im Eiablage-
experiment von den Kakao-Miniermotten befallen, während nur ca. 2/3 der zuvor 
von Wanzen befallen Schoten danach auch von Miniermotten befallen werden. Dies 
legt die Vermutung nahe, dass die durch Kakao-Wanzen-Befall an der Oberfläche 
entstandenen Vernarbungen die Ursache dafür sein könnten, dass diese Kakaoscho-
ten von der Kakao-Miniermotte nicht so häufig befallen werden. Letztere legen auch 
weniger Eier an diesen Schoten ab, da die Larven möglicherweise schlechter durch 
die verhärtete Schale ins Fruchtfleisch eindringen können.  
 
Beurteilung der Bedeutung von Kakao-Wanzen in einer Kakaoplantage: 
Die Kakao-Wanze kann aufgrund der Untersuchungsergebnisse eher als Nützling 
denn als Schädling eingestuft werden, da sie nur minimale Ernteeinbußen verursacht, 
während ihr Befall der Schoten einen folgenden Befall durch Miniermotten reduziert.  
 
 
 
 
 
 
 
 
6 
 
 
 
 
4
2

Nicht für den Prüfling bestimmt Hessisches Kultusministerium Landesabitur 2019 
Biologie Lösungs- und Bewertungshinweise 
Grundkurs Vorschlag A1 
Seite 3 von 4Aufg. erwartete Leistungen BE 
5 Analyse der gegebenen Informationen zu Kakaoplantagen im Hinblick auf Erfolgs-
chancen für den Einsatz von Breitband-Kontaktinsektiziden zur Reduzierung von 
Ernte- und Qualitätsverlusten:  
Insektizide dezimieren vor allem Kakao-Wanzen, da diese bereits in einem frühen 
Entwicklungsstadium der Kakaoschoten gesprüht werden, sobald erste Kakao-Wan-
zen auf den Kakaoschoten entdeckt werden. Ein Befall mit Kakao-Wanzen wird auf-
grund ihres auffälligen Erscheinungsbildes meist sehr schnell entdeckt, zumal sie 
auch tagaktiv sind. Der Einsatz von Insektiziden gegen diesen Befall wird daher 
meist erfolgreich sein. Außerdem sind die Kakao-Wanzen auch flugunfähig und kön-
nen so dem Insektizideinsatz nicht entgehen. Die Bekämpfung der Kakao-Wanzen 
hat allerdings auf Ertrag und Qualität der Ernte nur einen geringen Einfluss. 
Der bedeutendere Schädling, die Kakao-Miniermotte, wird dagegen vermutlich 
durch den Einsatz eines Kontakt-Insektizids weniger beeinträchtigt, da sie in ihren 
Verstecken unter Ästen und Blättern beim Sprühen weniger gut getroffen wird. 
 
Wenn allerdings durch den Einsatz von Insektiziden die Populationsdichte der Ka-
kao-Wanzen gesenkt wird, fehlen dadurch vernarbte Kakaoschoten, die von den 
Motten eher gemieden werden. Kakao-Miniermotten werden vermutlich dadurch auf 
mit Insektizid behandelten Flächen deutlich mehr Eier auf Schoten ablegen. Dadurch 
wird der Nutzen des Insektizideinsatzes möglicherweise ins Gegenteil verkehrt, d.h. 
er könnte langfristig mehr Schaden als Nutzen bringen.  
Durch den Insektizid-Einsatz werden auch Ameisen und Schmierläuse dezimiert. 
Ameisen erweisen sich jedoch als nützlich, da sie Schädlinge wie die Miniermotte 
abwehren. Die Verringerung der Ameisenpopulation führt also langfristig dazu, dass 
weniger Kakaobohnen erzeugt werden. Auch die Schädigung der Schmierläuse durch 
den Insektizid-Einsatz ist nachteilig für den Ertrag, da dadurch den Ameisen weniger 
Futter zur Verfügung steht und sie so zusätzlich beeinträchtigt werden.  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
7 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
6 
Summe 50 
 
 
III Bewertung und Beurteilung 
Die Bewertung und Beurteilung erfolgt unter Beachtung der nachfolgenden Vorgaben nach § 33 der 
Oberstufen- und Abiturverordnung (OAVO) in der jeweils geltenden Fassung. Bei der Bewertung und 
Beurteilung der sprachlichen Richtigkeit in der deutschen Sprache sind die Bestimmungen des 
§ 9 Abs. 12 OAVO in Verbindung mit Anlage 9b anzuwenden. In den modernen Fremdsprachen ist 
nach den Bestimmungen des § 9 Abs. 13 OAVO in Verbindung mit dem „Erlass zur kriteriengeleite-
ten Bewertung der sprachlichen Leistung in den modernen Fremdsprachen (Bewertungsraster)“ vom 
22.11.2016 (ABl. S. 648) die sprachliche Leistung kriteriengeleitet zu bewerten. 
Bei der Berechnung von Prozentwerten und Fehlerindizes gemäß Anlage 9 OAVO werden die berech-
neten Werte nicht gerundet. Für die Umrechnung von Prozentanteilen der erbrachten Leistungen in 
Punkte ist Anlage 9a zu § 9 Abs. 12 OAVO anzuwenden. Darüber hinaus sind die Vorgaben der Er-
lasse „Hinweise zur Vorbereitung auf die schriftlichen Abiturprüfungen (Abiturerlass)“ und „Durch-
führungsbestimmungen zum Landesabitur“ in der für den Abiturjahrgang geltenden Fassung zu beach-
ten. 
 
Bei der Bewertung und Beurteilung ist auch die Intensität der Bearbeitung zu berücksichtigen. Als 
Bewertungskriterien dienen über das Inhaltliche hinaus qualitative Merkmale wie Strukturierung, 
Differenziertheit und Schlüssigkeit der Argumentation.
3

Nicht für den Prüfling bestimmt Hessisches Kultusministerium Landesabitur 2019 
Biologie Lösungs- und Bewertungshinweise 
Grundkurs Vorschlag A1 
Seite 4 von 4Im Fach Biologie besteht die Prüfungsleistung aus der Bearbeitung je eines Vorschlags aus den Aufga-
bengruppen A und B, wofür insgesamt maximal 100 BE vergeben werden können. Ein Prüfungsergeb-
nis von 5 Punkten (ausreichend) setzt voraus, dass insgesamt 46% der zu vergebenden BE erreicht 
werden. Ein Prüfungsergebnis von 11 Punkten (gut) setzt voraus, dass insgesamt 76% der zu verge-
benden BE erreicht werden. 
 
 
Gewichtung der Aufgaben und Zuordnung der Bewertungseinheiten zu den Anforderungsbereichen 
 
Aufgabe Bewertungseinheiten in den AnforderungsbereichenSumme AFB I AFB II AFB III 
1 8  8 
2  12 12 
3 7  7
4  6 4 10 
5  7 6 13 
Summe 15 25 10 50 
 
Die auf die Anforderungsbereiche verteilten Bewertungseinheiten innerhalb der Aufgaben sind als 
Richtwerte zu verstehen. 
 
 
IV Quellen  
Material 1 basiert auf: 
URL: http://www.theobroma-cacao.de/wissen/kakaobaum/ (abgerufen am 01.03.2017). 
 
Material 2 basiert auf: 
URL: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1365-2664.2012.02122.x/full (abgerufen am 01.03.2017). 
URL: http://www.theobroma-cacao.de/wissen/kakaobaum/krankheiten/ (abgerufen am 01.03.2017). 
URL: http://www.pflanzenforschung.de/de/journal/journalbeitrage/ameise-ist-nicht-gleich-ameise-nur-die-richtigen-arten-
10182 (abgerufen am 01.03.2017). 
 
Material 3 basiert auf: 
URL: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1365-2664.2012.02122.x/full  (abgerufen am 01.03.2017). 
 
Material 4 basiert auf: 
URL: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1365-2664.2012.02122.x/full (abgerufen am 01.03.2017).
4