Zukunft des Programms "Integra" zur Integration an deutschen Hochschulen
Deutscher Bundestag Drucksache 19/6184 19. Wahlperiode 28.11.2018 Vorabfassung - wird durch die lektorierte Version ersetzt. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Katja Suding, Nicola Beer, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP – Drucksache 19/5715 – Zukunft des Programms „Integra“ zur Integration an deutschen Hochschulen Vorbemerkung der Fragesteller Mit den Programmen „Integra“ und „Welcome“ unterstützt der Deutsche Aka- demische Austauschdienst (DAAD) Geflüchtete bei der Eingliederung an deut- schen Hochschulen. Über das Programm „Integra“ finanziert der DAAD an Hochschulen und Studienkollegs fachliche und sprachliche Vorbereitungskurse für Geflüchtete. Die Maßnahmen des DAAD wurden in einer Größenordnung von 100 Mio. Euro über einen Zeitraum von vier Jahren angelegt und laufen Ende des Wintersemesters 2019/2020 aus (vgl. Bundestagsdrucksache 19/4319). 1. Welche Voraussetzungen müssen Geflüchtete nach Kenntnis der Bundesre- gierung erfüllen, um ein Studium an einer deutschen Hochschule aufzuneh- men? Geflüchtete, die ein Studium an einer deutschen Hochschule aufnehmen wollen, müssen, wie alle internationalen und deutschen Studieninteressierten, über eine Hochschulzugangsberechtigung (HZB) sowie über akademische Deutschkennt- nisse auf hohem Niveau verfügen. Verfügt eine Person über keine direkte HZB, weil ihre ausländische HZB nicht vollständig anerkannt wird, besteht die Mög- lichkeit, einen studienvorbereitenden Kurs an einem Studienkolleg zu besuchen. Dieser schließt mit der Feststellungsprüfung für den Hochschulzugang (FSP) ab, welche bei Bestehen zur Aufnahme eines Studiums in Deutschland berechtigt. Ein Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) vom 3. Dezember 2015 er- möglicht geflüchteten Studienbewerbern mit unvollständigen Zeugnissen, ihre Studierfähigkeit in einem dreistufigen Verfahren nachzuweisen, u. a. durch Stu- dierfähigkeitstests wie dem Test für Ausländische Studierende (TestAS), der auch bei anderen internationalen Studierenden seit vielen Jahren eingesetzt wird. Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vom 26. November 2018 übermittelt. Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Drucksache 19/6184 –2– Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Vorabfassung - wird durch die lektorierte Version ersetzt. 2. Welche Ziele hat sich die Bundesregierung bei der Integration von Geflüch- teten in ein Studium an einer deutschen Hochschule gesetzt? Wie vielen studierfähigen Geflüchteten will die Bundesregierung die Auf- nahme eines Studiums in Deutschland ermöglichen? Welcher Gruppe von Geflüchteten will die Bundesregierung ein Studium an einer deutschen Hochschule ermöglichen? Die Hochschulzugangsgesetze der Länder ermöglichen Flüchtlingen einen Hoch- schulzugang unabhängig von Herkunftsland und Stand des Asylverfahrens. Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, akademische Potenziale Geflüchteter frühzei- tig zu nutzen und ihre Talente zu entwickeln unabhängig davon, ob sie dauerhaft in Deutschland bleiben oder in ihre Herkunftsländer zurückkehren werden. Stu- dierfähige Flüchtlinge sollen bestmöglich auf ein Fachstudium an deutschen Hochschulen vorbereitet werden. Der Schwerpunkt der Maßnahmen des Bundes- ministeriums für Bildung und Forschung liegt deshalb auf der Überprüfung ihrer Studierfähigkeit, studienvorbereitenden und studienbegleitenden Sprach-, Fach- und Methodenkursen an Hochschulen und Studienkollegs sowie auf der Beglei- tung durch studentische Freiwillige. Die Angebote stehen allen Asylbewerbern und Schutzberechtigten offen. 3. Welche Chancen und welche Hürden sieht die Bundesregierung bei der In- tegration von Geflüchteten in ein Studium an einer deutschen Hochschule a) für die Hochschulen, Wie andere internationale Studierende bringen Geflüchtete kulturelle, sprachliche und wissenschaftliche Perspektiven und Impulse in die Hochschulen ein. Dies kann Forschungsleistungen und Lehrqualität positiv beeinflussen. Die Hochschu- len können sich vor Ort internationalisieren und ihr internationales Netzwerk aus- bauen. Herausforderungen ergeben sich zuvorderst aus der Orientierung grund- ständiger Deutschlernangebote auf eine nicht-akademische Sprachverwendung sowie den darin tatsächlich erreichten Sprachniveaus. Zudem bestehen Kapazi- tätsengpässe der hochschulischen Beratungsstellen sowie Sprachenzentren und Studienkollegs zur fachsprachlichen Vorbereitung geflüchteter Studierender auf ein Studium. b) für die Geflüchteten? Die frühzeitige Integration in studienvorbereitende Maßnahmen und Fachstudi- engänge erleben viele Flüchtlinge als Wiederaneignung eigener Handlungskom- petenz, die ihnen die Chance auf Teilhabe und Integration in die deutsche Gesell- schaft und den deutschen Arbeitsmarkt auf hohem Niveau ermöglicht. Angesichts ihres hohen Interesses an natur- und technikwissenschaftlichen Studiengängen fokussiert dies auf Bereiche, in denen der Fachkräfteengpass als groß gilt. Flücht- linge, die erfolgreich an einer deutschen Hochschule studieren, können anderen Flüchtlingen als Vorbilder dienen, dass eigene Anstrengung und selbstverant- wortliches Handeln zu erfolgreicher Integration führen kann. Als Beispiele, wie Integration gelingen kann und welche Chancen sich daraus auch für Deutschland ergeben können, bereichern sie den gesellschaftlichen Diskurs. Für geflüchtete Studieninteressierte stellt der Erwerb der erforderlichen akademi- schen Deutschkenntnisse – in der Regel auf dem hohen Niveau C1 des Gemein- samen Europäischen Referenzrahmens (GER) – die größte Hürde auf dem Weg in ein Studium an einer deutschen Hochschule dar. Darüber hinaus nennen die Hochschulen den hohen Beratungsbedarf aufgrund der Unkenntnis des deutschen
Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode –3– Drucksache 19/6184 Vorabfassung - wird durch die lektorierte Version ersetzt. Hochschulsystems, die Beseitigung verbleibender fachlicher Lücken sowie Prob- leme bei der Finanzierung von Fahrtkosten und Lebensunterhalt. Weitere Hürden bilden die mangelnde Transparenz bei Verfahren des Hochschulzugangs, Aufla- gen von Jobcentern, aufenthaltsrechtliche Fragen und psychische Probleme. Das Programm Integra setzt an diesen Stellen an: Die Sprach- und Fachkurse ver- mitteln Kenntnisse, um ein Studium erfolgreich aufnehmen zu können. Die Inter- national Offices der Hochschulen beraten und betreuen studieninteressierte Flüchtlinge bei der Orientierung in einem Hochschulsystem, auf das sie sich an- ders als andere internationale und deutsche Studierende nicht vorbereiten konn- ten, und stehen auch in Kontakt mit externen Ansprechpartnern (Ausländerbehör- den, Jobcenter, andere Hochschulen etc.). Synergieeffekte entstehen durch das Welcome-Programm des DAAD. Dieses för- dert studentische Initiativen, die das Ziel haben, Geflüchtete beim Einstieg in die akademische Welt zu unterstützen. Das Welcome-Programm ist damit eine ziel- führende Ergänzung zu Integra. 4. Wie viele der in Deutschland registrierten Geflüchteten verfügen nach Kenntnis der Bundesregierung über eine hierzulande anerkannte Hochschul- zugangsberechtigung (bitte nach Aufenthaltsstatus, Ländern und Herkunfts- staaten der Geflüchteten aufteilen)? Welchem Anteil der insgesamt in Deutschland registrierten Geflüchteten entspricht dies? Eine repräsentative Wiederholungsbefragung von Geflüchteten, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zusammen mit dem Forschungs- zentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und dem Sozi- oökonomischen Panel am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW- SOEP) durchführt, hat hochgerechnet, dass über alle Herkunftsländer hinweg 35 Prozent der erwachsenen Flüchtlinge einen weiterführenden Schulabschluss mitbringen, 16 Prozent der Erwachsenen zuvor an einer Hochschule studiert hat- ten und 11 Prozent mindestens über einen ersten Hochschulabschluss verfügten. Eine genauere Aufschlüsselung dieser Zahlen ist der Bundesregierung nicht be- kannt. 5. Wie viele der in Deutschland registrierten Geflüchteten absolvieren nach Kenntnis der Bundesregierung derzeit ein Studium an einer deutschen Hoch- schule (bitte nach Aufenthaltsstatus, Ländern und Herkunftsstaaten der Ge- flüchteten aufteilen)? 6. Wie viele der in Deutschland registrierten Geflüchteten haben nach Kenntnis der Bundesregierung bereits ein Studium an einer deutschen Hochschule ab- geschlossen (bitte nach Aufenthaltsstatus, Ländern und Herkunftsstaaten der Geflüchteten aufteilen)? Die Fragen 5 und 6 werden im Zusammenhang beantwortet. Die deutschen Hochschulen erheben bei der Immatrikulation der Studierenden lediglich die Staatsangehörigkeit. Da sich daraus jedoch nicht der Aufenthaltssta- tus ableiten lässt, liegen hierzu keine validen statistischen Angaben vor. Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) befragt jedes Semester ihre 267 Mitglieds- hochschulen auf freiwilliger Basis zu Studieninteressierten und Studierenden mit Fluchthintergrund. Da nur etwa die Hälfte der Mitgliedshochschulen an der Er- hebung teilnimmt und auch deren Angaben zum Teil unvollständig sind oder auf Schätzungen beruhen, können die Ergebnisse nicht hochgerechnet werden. Nach
Drucksache 19/6184 –4– Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Vorabfassung - wird durch die lektorierte Version ersetzt. Angaben der HRK haben sich vom Wintersemester 2015/2016 bis zum Sommer- semester 2018 bundesweit mindestens 6 300 Flüchtlinge in ein Fachstudium ein- geschrieben. Die tatsächliche Zahl dürfte aus den genannten Gründen deutlich höher liegen. Eine Aufschlüsselung nach den erfragten Kriterien ist der Bundes- regierung nicht bekannt. 7. Welche Zielsetzung verfolgt die Bundesregierung beim von ihr geförderten Programm „Integra“ zur Integration Geflüchteter in ein Hochschulstudium? Es wird auf die Antwort zu den Fragen 2 und 3b verwiesen. 8. Für welche Zwecke dürfen die Mittel des Programms „Integra“ eingesetzt werden? Hochschulen können für studierfähige Flüchtlinge mit oder ohne direkte Hoch- schulzugangsberechtigung studienvorbereitende fachlich-propädeutische Kurse sowie studienvorbereitende Sprachkurse ab grundständigem Sprachniveau durch- führen. Dabei können sie die Mittel für Studienberatung und Studienorientierung für Geflüchtete, die Bewertung von Zeugnissen, die Durchführung von Deutsch- kursen für akademische Zwecke und von fachlich-propädeutischen Maßnahmen einsetzen. Für Flüchtlinge, die bereits in einem regulären Studiengang eingeschrieben sind, können studienbegleitende Sprach- und Fachkurse eingerichtet werden. Im Rah- men aller Kurse (studienvorbereitend oder -begleitend) können auch digitale For- mate zum Einsatz kommen (z. B. Blended Learning oder E-Learning). Zudem können Methoden-Workshops und Seminare für so genannte Soft-Skills-Maß- nahmen angeboten werden. An Studienkollegs können die Mittel zur Durchfüh- rung von nach Fachrichtungen differenzierten Schwerpunktkursen eingesetzt werden. 9. Welche Projekte wurden nach Kenntnis der Bundesregierung durch das Pro- gramm „Integra“ seit Programmbeginn finanziert (bitte nach Titel, Kurzbe- schreibung des Projekts, Projekttyp (Sprachkurs, fachlicher Vorbereitungs- kurs, Studienberatung, sonstiges), Projektlaufzeit, Förderzeitraum, Projek- tort, Ländern, durchführender Projektträger (Hochschule vs. Studienkolleg vs. sonstiges), ggf. Hochschultyp der durchführenden Hochschule (Univer- sität, Fachhochschule bzw. Hochschule für Angewandte Wissenschaften, sonstige), Fördersumme in Euro, davon Personalkosten in Euro, davon Sach- kosten in Euro, Anzahl Personal in Vollzeitäquivalenten, Anzahl geförderter Geflüchteter, Anzahl der daraus erfolgreich in ein Studium an einer Hoch- schule vermittelten Geflüchteten aufschlüsseln)? 10. Wie viele Projekte zur sprachlichen und fachlichen Vorbereitung Geflüchte- ter in ein Studium wurden im Rahmen des Programms „Integra“ seit Pro- grammbeginn nach Kenntnis der Bundesregierung gefördert (bitte nach Jah- ren, Ländern, durchführendem Projektträger (Universität, Fachhochschule bzw. Hochschule für Angewandte Wissenschaften, sonstige Hochschulty- pen, Studienkolleg) und Projekttyp (Sprachkurs, fachlicher Vorbereitungs- kurs, Studienberatung, sonstiges) aufschlüsseln)?
Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode –5– Drucksache 19/6184 Vorabfassung - wird durch die lektorierte Version ersetzt. 11. In welcher Höhe wurden Projekte des Programms „Integra“ seit Programmbe- ginn nach Kenntnis der Bundesregierung aus den von ihr zur Verfügung ge- stellten Mitteln gefördert (bitte nach Jahren, Ländern, durchführendem Pro- jektträger (Universität, Fachhochschule bzw. Hochschule für Angewandte Wissenschaften, sonstige Hochschultypen, Studienkolleg) und Projekttyp (Sprachkurs, fachlicher Vorbereitungskurs, Studienberatung, sonstiges) auf- schlüsseln)? 12. Wie viele Geflüchtete nahmen nach Kenntnis der Bundesregierung seit Be- ginn an den durch das Programm „Integra“ geförderten Projekten teil (bitte nach Jahren, Ländern, durchführendem Projektträger (Universität, Fach- hochschule bzw. Hochschule für Angewandte Wissenschaften, sonstige Hochschultypen, Studienkolleg) und Projekttyp (Sprachkurs, fachlicher Vorbereitungskurs, Studienberatung, sonstiges) aufschlüsseln)? Die Fragen 9 bis 12 werden im Zusammenhang beantwortet. Soweit die entsprechenden Informationen vorliegen, sind diese als tabellarische Übersicht in der Anlage beigefügt. Bei allen Projekten handelt es sich um Sprach- und/oder Fachkurse sowie Beratungs- und Betreuungsleistungen für Geflüchtete. Die Mittel werden als monatliche Pauschale je teilnehmendem Flüchtling bewil- ligt und können im Rahmen der Zweckbestimmung für Personal (z. B. Lehrkräfte) und Sachmittel (Lehrmaterialien, Veranstaltungen etc.) verausgabt werden. Kurz- beschreibungen der geförderten Einzelprojekte können auf der Website des DAAD bzw. der individuellen Hochschule eingesehen werden. Die jährliche Be- reitstellung der Mittel erfolgt anmeldungs- und bedarfsgerecht und kann daher für künftige Jahre noch nicht ausgewiesen werden. 13. Wie viele der an Projekten des Programms „Integra“ teilnehmenden Ge- flüchteten haben nach Kenntnis der Bundesregierung im Anschluss an ihre Teilnahme an der Fördermaßnahme ein Studium an einer Hochschule begon- nen? Wie viele Geflüchtete mussten die Fördermaßnahme abbrechen und aus wel- chen Gründen (bitte nach Jahren, Ländern, durchführendem Projektträger (Universität, Fachhochschule bzw. Hochschule für Angewandte Wissen- schaften, sonstige Hochschultypen, Studienkolleg) und Projekttyp (Sprach- kurs, fachlicher Vorbereitungskurs, Studienberatung, sonstiges) aufschlüs- seln)? Im Programmjahr 2016 erreichten gemäß der Sachstandsberichte der beteiligten Hochschulen am Integra-Programm 4 560 Teilnehmende das jeweilige Kursziel (2017: 7 282). Für 1 429 Teilnehmende wurde entweder keine Angabe gemacht oder das Ergebnis lag zum Zeitpunkt der Abfrage noch nicht vor (2017: 823). 816 Teilnehmende erreichten das Kursziel nicht (2017: 2 288). Eine Aussage, ob hierfür leistungsbezogene oder andere, bspw. aufenthaltsrechtliche, Gründe aus- schlaggebend waren, ist nicht möglich. 14. Über welche weiteren Programme und in welchem Umfang fördert die Bun- desregierung die Integration von Geflüchteten an deutschen Hochschulen (bitte nach Jahren und Programmen aufschlüsseln)? Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert mit der Richtlinie Garantiefonds Hochschule die Sprachförderung von anerkannten Flüchtlingen, Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedlern bis zum 30. Lebensjahr zur Vorbereitung auf ein Hochschulstudium (bis zum GER-Sprachniveau C1). Das Budget betrug 12,2 Mio. Euro (2015), 22,7 Mio. Euro (2016), 27,6 Mio. Euro (2017) und 22,9 Mio. Euro (2018, Soll).
Drucksache 19/6184 –6– Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Vorabfassung - wird durch die lektorierte Version ersetzt. 15. Wie und nach welchen Kriterien evaluiert die Bundesregierung die von ihr geförderten Programme zur Integration studierfähiger Geflüchteter in ein Studium an einer deutschen Hochschule nach Effektivität und Effizienz? Der DAAD hat ein Monitoringkonzept erarbeitet, welches die verschiedenen Maßnahmen mit Indikatoren belegt, darunter insbesondere die Zahl der angebo- tenen Kursplätze, der Teilnahmeerfolg und die Zahl immatrikulierter Flüchtlinge. Zudem betrachtet die Bundesregierung mit den Integrationsmaßnahmen für stu- dierfähige Flüchtlinge auch hochschulische Kriterien, z. B. den Grad der Interna- tionalisierung von Hochschulen. 16. Wie bewertet die Bundesregierung im Rahmen dieser Evaluation das Pro- gramm „Integra“? Wurden die ins Ziel gefassten Kennzahlen erreicht (bitte auf Basis der in der Antwort zu Frage 15 genannten Kriterien begründen)? Aufgrund der unsicheren Datenlage und fehlenden Informationen zur Zielgruppe konnte das Programm zu Förderbeginn nicht mit festen Kennzahlen belegt wer- den. Bei der Veröffentlichung des Maßnahmenpakets durch das Bundesministe- rium für Bildung und Forschung wurde das Ziel von jährlich 2 400 Kursplätzen an Studienkollegs angestrebt. Aufgrund günstigerer Kostenstrukturen (Pauschalen) konnten bereits im ersten Programmjahr 6 806 Kursplätze an Studienkollegs und Hochschulen finanziert werden, 2017 sogar 10 404 Kursplätze. 2016 bis 2017 wurden insgesamt über 14 000 Geflüchtete an mehr als 160 Hochschulen und Studienkollegs auf ein Stu- dium vorbereitet. Für das Jahr 2018 geht der DAAD von einer ähnlichen Geför- dertenzahl wie 2017 aus. Mittlerweile haben Tausende Flüchtlinge ein Fachstudium aufgenommen. Wie viele Immatrikulierte zuvor das Integra-Programm absolviert hatten, ist der Bun- desregierung nicht bekannt. Allerdings lässt der starke Anstieg seit dem Winter- semester 2016/2017 einen engen Zusammenhang vermuten. Auf Grundlage der bisherigen Ergebnisse bewertet die Bundesregierung das Programm Integra des- halb als sehr erfolgreich. Die Flüchtlingsprogramme haben zudem positive Aus- wirkungen auf den Grad der Internationalisierung deutscher Hochschulen. Sie ha- ben einen Anstoß zu Erarbeitung und Erprobung neuer Konzepte der Integration gegeben, die auf andere internationale Studierende übertragen werden können. 17. Wie bewertet die Bundesregierung im Rahmen dieser Evaluation alle übri- gen von der Bundesregierung geförderten Programme zur Integration von Geflüchteten an deutsche Hochschulen? Wurden die ins Ziel gefassten Kennzahlen erreicht (bitte auf Basis der in der Antwort zu Frage 15 genannten Kriterien begründen)? Die Bewertung anderer Programme zur sprachlichen Integration von Flüchtlingen ist nicht Gegenstand der Evaluation des Integra-Programms.
Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode –7– Drucksache 19/6184 Vorabfassung - wird durch die lektorierte Version ersetzt. 18. Will die Bundesregierung das Förderprogramm „Integra“ zum Ende des Wintersemesters 2019/2020 auslaufen lassen? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht? 19. Gab oder gibt es zwischen der Bundesregierung und dem DAAD Gespräche über eine Verlängerung des Programms „Integra“ oder die Neuauflage ver- gleichbarer Programme? Falls ja, warum, wie ist der aktuelle Verhandlungsstand, und wie sieht der weitere Zeitplan aus? Falls nein, bitte begründen? 20. Welche Maßnahmen wird die Bundesregierung umsetzen, um künftig mehr Geflüchteten mit Hochschulzugangsberechtigung ein Studium an einer deut- schen Hochschule zu ermöglichen? 21. Wie soll die im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD vorgese- hene Fortführung der Förderung deutscher Hochschulen für geflüchtete Stu- dierende (vgl. Koalitionsvertrag, Zeilen 1582 bis 1584) ausgestaltet sein? Über welchen Zeitraum wird diese laufen? In welchem Umfang will die Bundesregierung dafür Bundesmittel zur Ver- fügung stellen? 22. Wie beabsichtigt die Bundesregierung die Evaluationsergebnisse bei der Verlängerung bestehender Programme bzw. der Neuauflage von Förderpro- grammen umzusetzen bzw. zu berücksichtigen? Die Fragen 18 bis 22 werden im Zusammenhang beantwortet. Angesichts der umfassenden Förderung des DAAD durch die Bundesregierung werden kontinuierlich Gespräche über Inhalte, Umfang und Laufzeiten des DAAD-Programmportfolios geführt. Das Programm Integra ist als lernendes und flexibles Programm angelegt, welches durch ein Monitoring begleitet wird. An- passungen des Programms und seiner Zielgruppen in Abhängigkeit von der wei- teren Entwicklung des Flucht- und Migrationsgeschehens sind möglich. Der Ko- alitionsvertrag für die 19. Legislaturperiode sieht u. a. vor, die Förderung deut- scher Hochschulen für geflüchtete Studierende fortzuführen. Über die künftige Ausrichtung und den Umfang der Maßnahmen ist noch nicht abschließend ent- schieden.
Drucksache 19/6184 –8– Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Vorabfassung - wird durch die lektorierte Version ersetzt. Anlage Fördersummen in Anzahl Ge- Förder- Euro flüchteter Projektort Bundesland Projektträger Titel des Projekts Hochschultyp 2016 2017 2018 zeitraum 2016 2017 (IST) (IST) (Soll) Nordrhein- Studieneinstieg für Flücht- Aachen RWTH Aachen 2016 Universität 116.760 48 Westfalen linge Nordrhein- Fachhochschule Studieneinstieg für Flücht- Aachen 2016-2019 Studienkolleg 84.000 100.800 100.800 20 50 Westfalen Aachen linge (SEF) Alanus Integration und Nordrhein- Hochschule für Alfter Studienvorbereitung für 2016 Kunsthochschule 5.040 2 Westfalen Kunst und Gesell- Flüchtlinge schaft Alfter Alanus Integration und Nordrhein- Hochschule für Alfter Studienvorbereitung für 2017-2018 Kunsthochschule 7.560 7.560 4 Westfalen Kunst und Gesell- Flüchtlinge schaft Alfter Hochschule Deutschunterricht zu akad- Ansbach Bayern 2016 Fachhochschule 15.750 27 Ansbach emischen Zwecken Hochschule Deutschunterricht zu akad- Ansbach Bayern 2017-2018 Fachhochschule 28.560 8.820 38 Ansbach emischen Zwecken Hochschule Deutschintensivkurse für Aschaffenburg Bayern 2016 Fachhochschule 30.450 63 Aschaffenburg Flüchtlinge Welcome @ H-AB: Hochschule Aschaffenburg Bayern Deutschintensivkurse für 2017-2018 Fachhochschule 23.940 24.080 51 Aschaffenburg Flüchtlinge (Integra) Universität Studienvorbereitender Augsburg Bayern 2016 Universität 26.250 25 Augsburg Deutschkurs ab B2 Hochschule Augsburg Bayern Propädeutische Kurse 2016 Fachhochschule 37.800 18 Augsburg
Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode –9– Drucksache 19/6184 Vorabfassung - wird durch die lektorierte Version ersetzt. Fördersummen in Anzahl Ge- Förder- Euro flüchteter Projektort Bundesland Projektträger Titel des Projekts Hochschultyp 2016 2017 2018 zeitraum 2016 2017 (IST) (IST) (Soll) Integra - Integration von Universität Flüchtlingen in Augsburg Bayern 2017-2018 Universität 63.000 58.380 57 Augsburg Fachstudium: Hochschu- len 2017 Intensiv-Vorbereitung- Hochschule Augsburg Bayern skurs Deutsch und Stud- 2017-2018 Fachhochschule 82.740 91.560 43 Augsburg ieren in Deutschland Universität Bam- Integra - Integration von Bamberg Bayern 2016 Universität 8.400 20 berg Flüchtlingen Integra - Integration von Universität Bam- Bamberg Bayern Flüchtlingen ins 2017-2018 Universität 26.040 28.560 38 berg Fachstudium ab 2017 Universität Bay- "Integra"-Projekt der Uni- Bayreuth Bayern 2016 Universität 241.920 89 reuth versität Bayreuth Integra - Integration von Universität Bay- Bayreuth Bayern Flüchtlingen ins 2017-2018 Universität 190.680 150.780 77 reuth Fachstudium Kunsthochsch foundationClass language Berlin Berlin ule Berlin- 2016 Kunsthochschule 15.120 24 support FLS Weißensee Hochschule für Technik Integra - Integration von Berlin Berlin und Flüchtlingen ins 2016 Fachhochschule 78.750 39 Wirtschaft Fachstudium Berlin Beuth Hochschule Welcome - Module für In- Berlin Berlin 2016 Fachhochschule 75.600 40 für Technik Berlin tegration Geflüchteter Sprach- und Orien- Freie Universität tierungs- kurse im Pro- Berlin Berlin 2016 Universität 300.720 154 Berlin gramm Wel- come@FUBerlin
Drucksache 19/6184 – 10 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Vorabfassung - wird durch die lektorierte Version ersetzt. Fördersummen in Anzahl Ge- Förder- Euro flüchteter Projektort Bundesland Projektträger Titel des Projekts Hochschultyp 2016 2017 2018 zeitraum 2016 2017 (IST) (IST) (Soll) Integra-Projekt der Evangelische Berlin Berlin Evangelischen 2016 Fachhochschule 11.340 7 Hochschule Berlin Hochschule Berlin Hochschule für Angebot von Vor- und Berlin Berlin Wirtschaft und 2016 Fachhochschule 29.400 28 Brückenkursen Recht Berlin Humboldt- Uni- Sprachintensivkurse Berlin Berlin 2016 Universität 237.720 125 versität zu Berlin Deutsch Universität der Interkulturelles Training Berlin Berlin 2016 Kunsthochschule 5.040 14 Künste Berlin für Geflüchtete Alice Salomon ASH Pre-Study Pro- Berlin Berlin 2016 Fachhochschule 10.080 18 Hochschule Berlin gramm Technische Uni- Vorbereitungskurse auf Berlin Berlin 2016-2019 Studienkolleg 291.900 410.340 420.420 109 222 versität Berlin MINT- Studiengänge Freie Universität Propädeutika im Berlin Berlin 2016-2019 Studienkolleg 159.600 84.000 94.500 101 32 Berlin Studienkolleg Deutsch- Humboldt- Uni- Berlin Berlin sprachkurse und 2017-2018 Universität 327.600 301.140 173 versität zu Berlin Propädeutika Universität der Interkulturelles Training Berlin Berlin 2017-2018 Kunsthochschule 9.660 15.120 23 Künste Berlin für Geflüchtete Beuth Hochschule Refugees@Beuth_Inte- Berlin Berlin 2017-2018 Fachhochschule 105.000 77.700 50 für Technik Berlin gra