Tischlerinnen in Deutschland - Hürden in Ausbildung und Beruf
Deutscher Bundestag Drucksache 18/2983 18. Wahlperiode 27.10.2014 Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Brigitte Pothmer, Dr. Thomas Gambke, Beate Müller-Gemmeke, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Drucksache 18/2798 – Tischlerinnen in Deutschland – Hürden in Ausbildung und Beruf Vo r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r Der Fachkräftemangel hat das Handwerk längst erreicht und so klagen die Be- triebe verstärkt über Probleme bei der Besetzung offener Stellen. Trotzdem wird das Potenzial, das Frauen für diese Berufe mitbringen, noch zu selten ge- nutzt. Das Ergebnis: Der Frauenanteil im Handwerk beträgt nur etwa 25 Pro- zent. Besonders im Tischlerhandwerk sind Frauen mit einem Anteil von etwa 3 Prozent (vgl. Berufe im Spiegel der Statistik des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, www.bisds.infosys.iab.de/bisds/result?beruf=BO501) immer noch selten. Die wenigen Frauen, die als Tischlerinnen tätig sind oder sein wollen, haben nach wie vor häufig mit Vorbehalten zu kämpfen. Aus die- sem Grund tauschen sich Tischlerinnen aus ganz Deutschland jährlich beim selbst organisierten bundesweiten Tischlerinnentreffen aus und setzen sich da- für ein, bestehende Hürden am Arbeitsmarkt abzubauen. Ein Thema, das dabei immer wieder problematisiert wird, sind die Regelungen zum Mutterschutz in der Holzverarbeitungsbranche. Aufgrund der hohen Be- lastungen für die werdende Mutter (Staub, Lärm, schweres Heben etc.), gilt meist ab dem Bekanntwerden der Schwangerschaft ein Beschäftigungsverbot. Während Arbeitnehmerinnen für diese Zeit Ausgleichszahlungen von ihrem Arbeitgeber erhalten, gelten die Mutterschutzregelungen für Selbständige nicht. Sie müssen sich auf andere Weise für berufliche Unterbrechungen durch Schwangerschaft und Mutterschaft absichern. Dies stellt auch deshalb ein be- sonderes Problem dar, weil sich verhältnismäßig viele Tischlerinnen für die Selbständigkeit entscheiden, um überhaupt den erlernten Beruf ausüben zu können. Denn eine Beschäftigung zu finden, ist für Frauen in diesem Bereich nach wie vor schwierig. 1. Wie viele Personen beginnen nach Kenntnis der Bundesregierung jährlich eine Ausbildung als Tischlerin oder Tischler (bitte Jahreszahlen ab 2003 an- geben und für Frauen und Männer getrennt ausweisen)? Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie vom 22. Oktober 2014 übermittelt. Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Drucksache 18/2983 –2– Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode Die anliegende Tabelle gibt Auskunft über neu abgeschlossene bzw. begonnene Ausbildungsverträge ab dem Berichtsjahr 2003. Neu abgeschlossene Begonnene Berichtsjahr Ausbildungsverträge Ausbildungsverträge Insgesamt Männer Frauen Insgesamt Männer Frauen 2003 10 470 9 714 756 2004 10 080 9 360 720 2005 9 450 8 688 765 2006 9 750 8 982 768 2007 9 858 9 024 834 10 410 9 531 879 2008 9 111 8 256 855 9 645 8 733 912 2009 8 532 7 752 780 9 093 8 250 843 2010 8 271 7 479 792 8 823 7 986 837 2011 8 172 7 410 762 8 823 7 992 831 2012 7 980 7 149 831 8 556 7 671 885 2013* 7 684 6 869 815 Quelle: „Datenbank Auszubildende“ des Bundesinstituts für Berufsbildung auf Basis der Daten der Berufs- bildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Erhebung zum 31. Dezember). Absolutwerte aus Datenschutzgründen jeweils auf ein Vielfaches von 3 gerundet; der Insgesamtwert kann deshalb von der Summe der Einzelwerte abweichen. Bei Frage 1 ist zu beachten: Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge sind nicht gleichzusetzten mit begonnenen Ausbildungsverträ- gen, diese Größe kann erst seit der Revision der Berufsbildungsstatistik (2007) ausgewiesen werden. Bis zum Jahr 2007 waren die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge jene Verträge, die im Berichtsjahr be- gonnen wurden und am 31. Dezember des Berichtsjahres noch bestanden. Seit dem Berichtsjahr 2007 wer- den hier alle Verträge gezählt, die im Berichtsjahr begonnen und bis zum 31. Dezember des Berichtsjahres nicht gelöst wurden. Begonnene Verträge sind alle Verträge die im Berichtsjahr neu abgeschlossen werden. * Quelle: DHKT 2. Wie viele Auszubildende im Tischlerhandwerk haben nach Kenntnis der Bundesregierung seit 2003 ihre Ausbildung innerhalb a) des ersten Jahres, b) innerhalb des zweiten Jahres oder c) innerhalb des dritten Jahres abgebrochen? Die anliegende Tabelle gibt Auskunft über Vertragslösungen von Ausbildungs- verträgen ab dem Berichtsjahr 2003.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode –3– Drucksache 18/2983 Vertragslösungen Vertragslösungen nach Ausbildungsjahren Berichts- 1. Ausbildungsjahr 2. Ausbildungsjahr 3. Ausbildungsjahr jahr Insgesamt Männer Frauen Insgesamt Frauen Insgesamt Frauen Insgesamt Frauen 2003 2 949 2 700 252 849 1 239 864 2004 2 520 2 334 189 777 1 005 741 2005 2 205 2 004 201 771 831 603 2006 2 202 1 920 282 888 762 552 2007 2008 2 325 2 127 198 780 63 1 002 93 546 45 2009 2 271 2 070 201 786 69 921 93 567 39 2010 2 283 2 091 192 816 72 918 90 549 33 2011 2 391 2 154 237 873 84 1 026 108 495 45 2012 2 295 2 067 228 843 66 948 123 504 39 2013* 2 359 2 093 266 880 877 602 Quelle: „Datenbank Auszubildende“ des Bundesinstituts für Berufsbildung auf Basis der Daten der Berufs- bildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Erhebung zum 31. Dezember). Absolutwerte aus Datenschutzgründen jeweils auf ein Vielfaches von 3 gerundet; der Insgesamtwert kann deshalb von der Summe der Einzelwerte abweichen. Siehe Anmerkungen unter Frage 3! * Quelle: DHKT 3. Wie viele der Personen aus den Fragen 2a bis 2c waren nach Kenntnis der Bundesregierung Frauen (bitte jeweils in absoluten Zahlen und anteilig an allen Frauen in dem jeweiligen Ausbildungsjahrgang angeben)? Die anliegende Tabelle gibt Auskunft über Vertragslösungen der von Frauen ge- lösten Ausbildungsverträgen. Berichts- Vertragslösungen nach Ausbildungsjahren Anteil der von Frauen gelösten jahr Ausbildungsverträgen an allen Ausbildungsverträgen von Frauen im entsprechenden Aus- bildungjahr in Prozent 1. Ausbildungsjahr 2. Ausbildungsjahr 3. Ausbildungsjahr 1. Ausbil- 2. Ausbil- 3. Ausbil- dungsjahr dungsjahr dungsjahr Insgesamt Frauen Insgesamt Frauen Insgesamt Frauen 2003 849 1 239 864 2004 777 1 005 741 2005 771 831 603 2006 888 762 552 2007 2008 780 63 1 002 93 546 45 15,0 11,8 6,5
Drucksache 18/2983 –4– Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode Berichts- Vertragslösungen nach Ausbildungsjahren Anteil der von Frauen gelösten jahr Ausbildungsverträgen an allen Ausbildungsverträgen von Frauen im entsprechenden Aus- bildungjahr in Prozent 1. Ausbildungsjahr 2. Ausbildungsjahr 3. Ausbildungsjahr 1. Ausbil- 2. Ausbil- 3. Ausbil- dungsjahr dungsjahr dungsjahr Insgesamt Frauen Insgesamt Frauen Insgesamt Frauen 2009 786 69 921 93 567 39 17,4 12,8 5,1 2010 816 72 918 90 549 33 17,3 13,8 4,6 2011 873 84 1 026 108 495 45 23,9 15,1 6,9 2012 843 66 948 123 504 39 16,1 18,8 5,4 Quelle: „Datenbank Auszubildende“ des Bundesinstituts für Berufsbildung auf Basis der Daten der Berufs- bildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Erhebung zum 31. Dezember). Absolutwerte aus Datenschutzgründen jeweils auf ein Vielfaches von 3 gerundet; der Insgesamtwert kann deshalb von der Summe der Einzelwerte abweichen. Bei den Fragen 2 und 3 ist zu beachten: Das BIBB analysiert vorzeitige Lösungen von Ausbildungsverträgen auf Basis der Berufsbildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder. Die Analysen werden jährlich im Datenreport zum Be- rufsbildungsbericht veröffentlicht (www.bibb.de/dokumente/pdf/BIBB_Datenreport_2014.pdf). Es ist zu beachten, dass es sich bei einem Großteil der vorzeitigen Vertragslösungen nicht um Ausbildungs- abbrüche handelt; sondern um Ausbildungsbetriebs- und/oder Berufswechsel. Ein Großteil der Jugendli- chen mit gelöstem Ausbildungsvertrag schließt erneut einen Ausbildungsvertrag im dualen System ab. Siehe hierzu auch Uhly, Alexandra: Weiterhin hohe Quote vorzeitig gelöster Ausbildungsverträge. In: Be- rufsbildung in Wissenschaft und Praxis 41 (2012) 2, S. 4 f. www.bibb.de/veroeffentlichungen/de/bwp/ show/id/6861. Siehe auch: www2.bibb.de/bibbtools/dokumente/pdf/a21_dazubi_indikatoren-vertragsloesungen-und- nicht-erfolgreich-beendete-ausbildung_juli-2013.pdf und www2.bibb.de/bibbtools/dokumente/pdf/a21_ dazubi_methodenpapier_abbruchquote_jan-2014.pdf. Vertragslösungen nach Ausbildungsjahren und Geschlecht können erst seit dem Jahr 2007 ausgewiesen werden. Im Jahr 2007 wurden aufgrund erheblicher Meldeprobleme die Lösungen nicht ausgewiesen. 4. Wie viele Auszubildende haben nach Kenntnis der Bundesregierung jähr- lich seit 2003 ihre Ausbildung im Tischlerhandwerk und anderen holzver- arbeitenden Berufen mit der Gesellen- bzw. Gesellinnenprüfung abge- schlossen, und wie viele von ihnen waren Frauen? Die anliegenden Tabellen geben Auskunft über erfolgreich bestandene Prüfun- gen insgesamt sowie von Frauen. Gesellenprüfungen im Tischler-Handwerk Bestandene Prü- Bestandene Prü- Bestandene Prü- Jahr Gesamt Männer Frauen fungen, gesamt fungen, Männer fungen, Frauen 2005 10 311 9 663 648 7 922 7 363 559 2006 9 375 8 792 583 6 959 6 471 488 2007 9 217 8 571 646 7 242 6 683 559 2008 9 066 8 408 658 7 543 6 952 591 2009 8 613 7 938 675 7 156 6 550 606 2010 8 955 8 204 751 7 433 6 749 684
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode –5– Drucksache 18/2983 Bestandene Prü- Bestandene Prü- Bestandene Prü- Jahr Gesamt Männer Frauen fungen, gesamt fungen, Männer fungen, Frauen 2011 7 890 7 192 698 6 651 6 019 632 2012 7 152 6 530 622 6 123 5 559 564 2013 7 273 6 569 704 6 284 5 630 654 Quelle: DHKT Weitere holzverarbeitende Berufe im Handwerk: Bestandene Gesellenprüfungen 2013 Ausbildungsberuf Insgesamt Frauen Frauenanteil Bootsbauer/-in* 74 6 8,1 % Böttcher/-in 1 0 0 Bürsten- und Pinselmacher/-in* 4 3 75 % Drechsler/-in (Elfenbeinschnitzer/-in) 2 0 0 Fachkraft – Holz- und Bautenschutzarbeiten* 13 0 0 Flechtwerkgestalter/-in 2 1 50 % Holz- und Bautenschützer/-in* 23 3 13,0 % Holzbildhauer/-in 26 17 65,4 % Holzblasinstrumentenmacher/-in* 12 8 66,7 % Holzspielzeugmacher/-in* 1 0 0 Orgel- und Harmoniumbauer/-in* 27 3 11,1 % Parkettleger/-in 161 5 3,1 % Raumausstatter/-in* 596 333 55,9 % Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker/-in 141 8 5,7 % Vergolder/-in 9 7 77,8 % Zimmerer/Zimmerin* 2683 45 1,7 % * Quelle: DHKT Weitere holzverarbeitende Berufe aus dem Bereich Industrie und Handel, die im Handwerk ausgebildet werden: Ausbildungsberufe Insgesamt Frauen Frauenanteil Fachkraft – Möbel-, Küchen- und Umzugsservice 5 0 0 Holzbearbeitungsmechaniker/-in 0 0 0 Holzmechaniker/-in 4 0 0 Leichtflugzeugbauer/-in 4 0 0 Verfahrensmechaniker/-in – Beschichtungstechnik 5 0 0 Quelle: DHKT
Drucksache 18/2983 –6– Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode 5. Wie sind nach Kenntnis der Bundesregierung die Noten der angehenden Tischlerinnen während ihrer Ausbildung und bei der Gesellen- bzw. Gesel- linnenprüfung im Vergleich zu den männlichen Auszubildenden? In Bezug auf den Notenspiegel liegen der Bundesregierung keine Daten vor. Die Erfolgsquoten der Teilnehmer im Tischlerhandwerk können getrennt nach Männern und Frauen nachfolgender Tabelle entnommen werden. Jahr Teilnehmer Bestandene Prüfungen Erfolgsquote Gesamt Männer Frauen Gesamt Männer Frauen Gesamt Männer Frauen 2003 13 407 12 535 872 10 264 9 543 721 76,6% 76,1% 82,7% 2004 11 959 11 199 760 9 239 8 584 655 77,3% 76,6% 86,2% 2005 10 311 9 663 648 7 922 7 363 559 76,8% 76,2% 86,3% 2006 9 375 8 792 583 6 959 6 471 488 74,2% 73,6% 83,7% 2007 9 217 8 571 646 7 242 6 683 559 78,6% 78,0% 86,5% 2008 9 066 8 408 658 7 543 6 952 591 83,2% 82,7% 89,8% 2009 8 613 7 938 675 7 156 6 550 606 83,1% 82,5% 89,8% 2010 8 955 8 204 751 7 433 6 749 684 83,0% 82,3% 91,1% 2011 7 890 7 192 698 6 651 6 019 632 84,3% 83,7% 90,5% 2012 7 152 6 530 622 6 123 5 559 564 85,6% 85,1% 90,7% 2013 7 273 6 569 704 6 284 5 630 654 86,4% 85,7% 92,9% Quelle: DHKT 6. Wie viele Tischlerinnen und Tischler arbeiten nach Kenntnis der Bundes- regierung derzeit in Deutschland (bitte Zahlen getrennt für Frauen und Männer angeben)? Für Angaben über Tischlereien können die Ergebnisse der Handwerkszählung herangezogen werden. Die Handwerkszählung steht ab dem Berichtsjahr 2008 jährlich zur Verfügung. Die aktuellsten Ergebnisse liegen aus dem Berichtsjahr 2011 vor. Im Jahr 2011 waren in Handwerksunternehmen des zulassungspflich- tigen Gewerbes „Tischler“ (HwO Anlage A Gewerbezweig 27) in Deutschland 204 706 Personen beschäftigt. Darunter waren 151 122 sozialversicherungs- pflichtige Beschäftigte und 18 929 geringfügig entlohnte Beschäftigte. Die Er- gebnisse lassen sich aus methodischen Gründen nicht nach Männern und Frauen unterscheiden. Ergänzend können hierfür die Angaben des Mikrozensus 2011, die aufgrund un- terschiedlicher Erhebungsmethoden (Stichprobe/Selbstauskunft der Befragten) jedoch nicht direkt mit den Angaben der Handwerkszählung verglichen werden können, herangezogen werden. Demnach betrug der Anteil der Frauen 3 Pro- zent.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode –7– Drucksache 18/2983 Handwerksunternehmen , Tätige Personen - Deutschland Quelle: Statistisches Bundesamt, Handwerkszählung. Handwerksunternehmen: Nur Unternehmen (einschließlich der inzwischen inaktiven Unternehmen) mit steuerbarem Umsatz aus Lieferungen und Leistungen und/oder mit sozialversicherungspflichtig Beschäf- tigten im Berichtsjahr. Tätige Personen: Stand am 31. Dezember des Berichtsjahres; einschließlich tätiger Unternehmer (ge- schätzt). 7. Wie lange arbeiten Tischlerinnen und Tischler nach Kenntnis der Bundes- regierung durchschnittlich in diesem Beruf (bitte Zahlen getrennt für Män- ner und Frauen angeben)? Hierzu liegen der Bundesregierung keine Angaben vor. Die Dauer der Tätigkeit einer Tischlerin bzw. eines Tischlers (selbständig oder abhängig beschäftigt) im Beruf kann weder aus den Ergebnissen der Hand- werkszählung noch aus denen des Mikrozensus ermittelt werden. Auch eine Auswertung anhand der Daten der Statistik der Bundesagentur für Arbeit ist nicht möglich.
Drucksache 18/2983 –8– Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode 8. Wie viele Frauen und wie viele Männer absolvieren nach Kenntnis der Bun- desregierung jährlich ihre Meister- bzw. Meisterinnenprüfung im Tischler- handwerk (bitte Jahreszahlen ab 2003 angeben und für Frauen und Männer getrennt ausweisen), und wie haben sich diese Zahlen seit der Abschaffung der Pflichtgesellenjahre zur Meisterprüfung entwickelt (bitte getrennt für Frauen und Männer angeben)? Die Entwicklung der bestandenen Meisterprüfungen im Tischler-Handwerk lässt sich nachfolgender Tabelle entnehmen: Jahr Gesamt Männer Frauen 1998 2 921 2 840 81 1999 2 302 2 234 68 2000 2 028 1 955 73 2001 2 104 2 028 76 2002 1 779 1 723 56 2003 1 732 1 675 57 2004 1 614 1 551 63 2005 1 292 1 238 54 2006 1 204 1 155 49 2007 1 115 1 067 48 2008 955 915 40 2009 1 068 1 035 33 2010 1 167 1 120 47 2011 1 115 1 062 53 2012 1 093 1 035 58 2013 1 084 1 036 48 Veränderung 1998 bis 2003 –40,7% –41,0% –29,6% Veränderung 2004 bis 2013 –32,8% –33,2% –23,8% Quelle: DHKT Mit dem Dritten Gesetz zur Änderung der Handwerksordnung und anderer handwerksrechtlicher Vorschriften (3. HwO-Novelle) vom 24. Dezember 2003 (BGBl. I S. 2934) wurde das Erfordernis einer mehrjährigen Berufstätigkeit als Voraussetzung für die Zulassung zur Meisterprüfung abgeschafft. Die nach der 3. HwO-Novelle (ab 1. Januar 2004) weiterhin sinkenden Meisterprüfungen im Tischler-Handwerk lassen keine Rückschlüsse in Bezug auf die Abschaffung der mehrjährigen Berufstätigkeit für die Ablegung der Meisterprüfungen zu. 9. Wie viele Tischlereien in Deutschland werden nach Kenntnis der Bundes- regierung von Frauen geführt, und wie hat sich diese Zahl seit 2003 ent- wickelt (bitte in absoluten Zahlen und prozentual an allen Tischlereien in Deutschland angeben)? Hierzu liegen keine Daten vor.
Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode –9– Drucksache 18/2983 10. Wie viele Tischlereien sind nach Kenntnis der Bundesregierung von den jetzigen Inhaberinnen und Inhabern von deren Eltern übernommen wor- den (bitte Zahlen für von Frauen und Männern geführten Betrieben ge- trennt ausweisen)? Hierzu liegen keine Daten vor. 11. Wie werden partnerschaftlich geführte Betriebe erfasst? Partnerschaftlich geführte Betriebe werden nicht gesondert erfasst. 12. Wie viele Betriebsneugründungen von Tischlereien gab es nach Kenntnis der Bundesregierung seit 2003 jährlich, und wie viele dieser Neugründun- gen wurden von Frauen getätigt? Die Betriebszugänge im Tischlerhandwerk können nachfolgender Tabelle ent- nommen werden: Tischler Jahr Betriebe Betriebe Endbestand 31.12. Zugänge 1.1. - 31.12. 2004 42376 2839 2005 42516 2557 2006 42564 2163 2007 42322 1853 2008 41943 1739 2009 41671 1580 2010 41531 1635 2011 41289 1491 2012 40881 1321 2013 40385 1267 Quelle: DHKT Von den Betriebszugängen sind nach Berechnungen der Handwerksorganisation etwa 78 Prozent den Neugründungen zuzurechnen. Gründungen durch Frauen werden nicht gesondert erfasst. Darüber hinausge- hende Aufschlüsselungen liegen der Bundesregierung nicht vor. 13. Wie viele Beschäftigte sind nach Kenntnis der Bundesregierung in Tisch- lereien im Durchschnitt angestellt? Zur Beantwortung dieser Frage können die Ergebnisse der Handwerkszählung herangezogen werden. Auf die Antwort zu Frage 6 wird verwiesen. Demnach waren im Jahr 2011 in Handwerksunternehmen des zulassungspflichtigen Ge- werbes „Tischler“ (HwO Anlage A Gewerbezweig 27) in Deutschland durch- schnittlich sechs Personen beschäftigt.
Drucksache 18/2983 – 10 – Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode 14. Wie viele selbständige Tischlerinnen und Tischler gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung in Deutschland, und wie hat sich ihre Zahl seit 2003 entwickelt (bitte Zahlen für Frauen und Männer getrennt ausweisen)? Es wird auf die Antwort zu Frage 12 verwiesen. Erkenntnisse liegen hierzu nicht vor. 15. Wie viele Tischlerinnen und Tischler sind nach Kenntnis der Bundesregie- rung sogenannte Solo-Selbständige, und wie hat sich ihre Zahl seit 2003 entwickelt (bitte Zahlen für Frauen und Männer getrennt angeben)? Nach einer Studie des Deutschen Handwerksinstituts (ifh) gab es im Jahr 1995 6 120 Tischlereien, die von Solo-Selbständigen betrieben wurden. Im Jahr 2010 waren es 22 950 Tischlereien. Zahlen getrennt nach Frauen und Männern liegen nicht vor. Bezogen auf das Handwerk zeigt die nachfolgende Grafik die Entwicklung ins- gesamt: 45% 40% 38,4% 36,6% 35% 33,2% 30% 24,4% 25% 20% 15% 17,7% 13,7% 10% 5% 0% 1949 1956 1968 1976 1994 2010 iQuelle: Universität i ä GöGöttingen i (ifh) (ifh) 16. Wie viele werdende Mütter mussten nach Kenntnis der Bundesregierung seit 2003 jährlich aufgrund eines Beschäftigungsverbotes teilweise oder völlig mit der Arbeit als Tischlerin aussetzen, und wie viele von ihnen ha- ben infolge dessen den Tischlerinnenberuf vollständig aufgegeben? Die Aufsicht über die Ausführung des Mutterschutzgesetzes obliegt den nach Landesrecht zuständigen Behörden (Aufsichtsbehörden). Eine statistische Er- fassung von Beschäftigungsbeschränkungen und Beschäftigungsverboten nach dem Mutterschutzgesetz erfolgt seitens der Bundesländer nicht.