Tischlerinnen in Deutschland - Hürden in Ausbildung und Beruf

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Deutscher Bundestag                                                                       Drucksache 18/2983 18. Wahlperiode                                                                                        27.10.2014 Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Brigitte Pothmer, Dr. Thomas Gambke, Beate Müller-Gemmeke, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Drucksache 18/2798 – Tischlerinnen in Deutschland – Hürden in Ausbildung und Beruf Vo r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r Der Fachkräftemangel hat das Handwerk längst erreicht und so klagen die Be- triebe verstärkt über Probleme bei der Besetzung offener Stellen. Trotzdem wird das Potenzial, das Frauen für diese Berufe mitbringen, noch zu selten ge- nutzt. Das Ergebnis: Der Frauenanteil im Handwerk beträgt nur etwa 25 Pro- zent. Besonders im Tischlerhandwerk sind Frauen mit einem Anteil von etwa 3 Prozent (vgl. Berufe im Spiegel der Statistik des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, www.bisds.infosys.iab.de/bisds/result?beruf=BO501) immer noch selten. Die wenigen Frauen, die als Tischlerinnen tätig sind oder sein wollen, haben nach wie vor häufig mit Vorbehalten zu kämpfen. Aus die- sem Grund tauschen sich Tischlerinnen aus ganz Deutschland jährlich beim selbst organisierten bundesweiten Tischlerinnentreffen aus und setzen sich da- für ein, bestehende Hürden am Arbeitsmarkt abzubauen. Ein Thema, das dabei immer wieder problematisiert wird, sind die Regelungen zum Mutterschutz in der Holzverarbeitungsbranche. Aufgrund der hohen Be- lastungen für die werdende Mutter (Staub, Lärm, schweres Heben etc.), gilt meist ab dem Bekanntwerden der Schwangerschaft ein Beschäftigungsverbot. Während Arbeitnehmerinnen für diese Zeit Ausgleichszahlungen von ihrem Arbeitgeber erhalten, gelten die Mutterschutzregelungen für Selbständige nicht. Sie müssen sich auf andere Weise für berufliche Unterbrechungen durch Schwangerschaft und Mutterschaft absichern. Dies stellt auch deshalb ein be- sonderes Problem dar, weil sich verhältnismäßig viele Tischlerinnen für die Selbständigkeit entscheiden, um überhaupt den erlernten Beruf ausüben zu können. Denn eine Beschäftigung zu finden, ist für Frauen in diesem Bereich nach wie vor schwierig. 1. Wie viele Personen beginnen nach Kenntnis der Bundesregierung jährlich eine Ausbildung als Tischlerin oder Tischler (bitte Jahreszahlen ab 2003 an- geben und für Frauen und Männer getrennt ausweisen)? Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie vom 22. Oktober 2014 übermittelt. Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
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Drucksache 18/2983                                                     –2–                   Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode Die anliegende Tabelle gibt Auskunft über neu abgeschlossene bzw. begonnene Ausbildungsverträge ab dem Berichtsjahr 2003. Neu abgeschlossene                                             Begonnene Berichtsjahr                          Ausbildungsverträge                                        Ausbildungsverträge Insgesamt             Männer             Frauen           Insgesamt         Männer        Frauen 2003                   10 470               9 714               756 2004                   10 080               9 360               720 2005                     9 450              8 688               765 2006                     9 750              8 982               768 2007                     9 858              9 024               834              10 410           9 531         879 2008                     9 111              8 256               855                9 645          8 733         912 2009                     8 532              7 752               780                9 093          8 250         843 2010                     8 271              7 479               792                8 823          7 986         837 2011                     8 172              7 410               762                8 823          7 992         831 2012                     7 980              7 149               831                8 556          7 671         885 2013*                     7 684              6 869               815 Quelle: „Datenbank Auszubildende“ des Bundesinstituts für Berufsbildung auf Basis der Daten der Berufs- bildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Erhebung zum 31. Dezember). Absolutwerte aus Datenschutzgründen jeweils auf ein Vielfaches von 3 gerundet; der Insgesamtwert kann deshalb von der Summe der Einzelwerte abweichen. Bei Frage 1 ist zu beachten: Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge sind nicht gleichzusetzten mit begonnenen Ausbildungsverträ- gen, diese Größe kann erst seit der Revision der Berufsbildungsstatistik (2007) ausgewiesen werden. Bis zum Jahr 2007 waren die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge jene Verträge, die im Berichtsjahr be- gonnen wurden und am 31. Dezember des Berichtsjahres noch bestanden. Seit dem Berichtsjahr 2007 wer- den hier alle Verträge gezählt, die im Berichtsjahr begonnen und bis zum 31. Dezember des Berichtsjahres nicht gelöst wurden. Begonnene Verträge sind alle Verträge die im Berichtsjahr neu abgeschlossen werden. * Quelle: DHKT 2. Wie viele Auszubildende im Tischlerhandwerk haben nach Kenntnis der Bundesregierung seit 2003 ihre Ausbildung innerhalb a) des ersten Jahres, b) innerhalb des zweiten Jahres oder c) innerhalb des dritten Jahres abgebrochen? Die anliegende Tabelle gibt Auskunft über Vertragslösungen von Ausbildungs- verträgen ab dem Berichtsjahr 2003.
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Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode                                 –3–                                  Drucksache 18/2983 Vertragslösungen                           Vertragslösungen nach Ausbildungsjahren Berichts- 1. Ausbildungsjahr        2. Ausbildungsjahr      3. Ausbildungsjahr jahr           Insgesamt Männer             Frauen Insgesamt Frauen Insgesamt Frauen Insgesamt Frauen 2003              2 949         2 700         252           849                       1 239                   864 2004              2 520         2 334         189           777                       1 005                   741 2005              2 205         2 004         201           771                         831                   603 2006              2 202         1 920         282           888                         762                   552 2007 2008              2 325         2 127         198           780           63          1 002         93        546       45 2009              2 271         2 070         201           786           69            921         93        567       39 2010              2 283         2 091         192           816           72            918         90        549       33 2011              2 391         2 154         237           873           84          1 026        108        495       45 2012              2 295         2 067         228           843           66            948        123        504       39 2013*              2 359         2 093         266           880                         877                   602 Quelle: „Datenbank Auszubildende“ des Bundesinstituts für Berufsbildung auf Basis der Daten der Berufs- bildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Erhebung zum 31. Dezember). Absolutwerte aus Datenschutzgründen jeweils auf ein Vielfaches von 3 gerundet; der Insgesamtwert kann deshalb von der Summe der Einzelwerte abweichen. Siehe Anmerkungen unter Frage 3! * Quelle: DHKT 3. Wie viele der Personen aus den Fragen 2a bis 2c waren nach Kenntnis der Bundesregierung Frauen (bitte jeweils in absoluten Zahlen und anteilig an allen Frauen in dem jeweiligen Ausbildungsjahrgang angeben)? Die anliegende Tabelle gibt Auskunft über Vertragslösungen der von Frauen ge- lösten Ausbildungsverträgen. Berichts-                    Vertragslösungen nach Ausbildungsjahren                             Anteil der von Frauen gelösten jahr                                                                                          Ausbildungsverträgen an allen Ausbildungsverträgen von Frauen im entsprechenden Aus- bildungjahr in Prozent 1. Ausbildungsjahr 2. Ausbildungsjahr 3. Ausbildungsjahr 1. Ausbil- 2. Ausbil- 3. Ausbil- dungsjahr dungsjahr dungsjahr Insgesamt Frauen Insgesamt Frauen Insgesamt Frauen 2003               849                      1 239                      864 2004               777                      1 005                      741 2005               771                         831                     603 2006               888                         762                     552 2007 2008               780           63         1 002          93          546           45          15,0       11,8        6,5
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Drucksache 18/2983                                                       –4–                   Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode Berichts-                    Vertragslösungen nach Ausbildungsjahren                                 Anteil der von Frauen gelösten jahr                                                                                             Ausbildungsverträgen an allen Ausbildungsverträgen von Frauen im entsprechenden Aus- bildungjahr in Prozent 1. Ausbildungsjahr 2. Ausbildungsjahr 3. Ausbildungsjahr 1. Ausbil- 2. Ausbil- 3. Ausbil- dungsjahr dungsjahr dungsjahr Insgesamt Frauen Insgesamt Frauen Insgesamt Frauen 2009              786             69            921           93          567           39         17,4        12,8        5,1 2010              816             72            918           90          549           33         17,3        13,8        4,6 2011              873             84         1 026           108          495           45         23,9        15,1        6,9 2012              843             66            948          123          504           39         16,1        18,8        5,4 Quelle: „Datenbank Auszubildende“ des Bundesinstituts für Berufsbildung auf Basis der Daten der Berufs- bildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Erhebung zum 31. Dezember). Absolutwerte aus Datenschutzgründen jeweils auf ein Vielfaches von 3 gerundet; der Insgesamtwert kann deshalb von der Summe der Einzelwerte abweichen. Bei den Fragen 2 und 3 ist zu beachten: Das BIBB analysiert vorzeitige Lösungen von Ausbildungsverträgen auf Basis der Berufsbildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder. Die Analysen werden jährlich im Datenreport zum Be- rufsbildungsbericht veröffentlicht (www.bibb.de/dokumente/pdf/BIBB_Datenreport_2014.pdf). Es ist zu beachten, dass es sich bei einem Großteil der vorzeitigen Vertragslösungen nicht um Ausbildungs- abbrüche handelt; sondern um Ausbildungsbetriebs- und/oder Berufswechsel. Ein Großteil der Jugendli- chen mit gelöstem Ausbildungsvertrag schließt erneut einen Ausbildungsvertrag im dualen System ab. Siehe hierzu auch Uhly, Alexandra: Weiterhin hohe Quote vorzeitig gelöster Ausbildungsverträge. In: Be- rufsbildung in Wissenschaft und Praxis 41 (2012) 2, S. 4 f. www.bibb.de/veroeffentlichungen/de/bwp/ show/id/6861. Siehe auch: www2.bibb.de/bibbtools/dokumente/pdf/a21_dazubi_indikatoren-vertragsloesungen-und- nicht-erfolgreich-beendete-ausbildung_juli-2013.pdf und www2.bibb.de/bibbtools/dokumente/pdf/a21_ dazubi_methodenpapier_abbruchquote_jan-2014.pdf. Vertragslösungen nach Ausbildungsjahren und Geschlecht können erst seit dem Jahr 2007 ausgewiesen werden. Im Jahr 2007 wurden aufgrund erheblicher Meldeprobleme die Lösungen nicht ausgewiesen. 4. Wie viele Auszubildende haben nach Kenntnis der Bundesregierung jähr- lich seit 2003 ihre Ausbildung im Tischlerhandwerk und anderen holzver- arbeitenden Berufen mit der Gesellen- bzw. Gesellinnenprüfung abge- schlossen, und wie viele von ihnen waren Frauen? Die anliegenden Tabellen geben Auskunft über erfolgreich bestandene Prüfun- gen insgesamt sowie von Frauen. Gesellenprüfungen im Tischler-Handwerk Bestandene Prü-          Bestandene Prü-    Bestandene Prü- Jahr          Gesamt              Männer             Frauen fungen, gesamt          fungen, Männer      fungen, Frauen 2005             10 311              9 663               648                 7 922                    7 363             559 2006               9 375             8 792               583                 6 959                    6 471             488 2007               9 217             8 571               646                 7 242                    6 683             559 2008               9 066             8 408               658                 7 543                    6 952             591 2009               8 613             7 938               675                 7 156                    6 550             606 2010               8 955             8 204               751                 7 433                    6 749             684
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Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode              –5–                             Drucksache 18/2983 Bestandene Prü-     Bestandene Prü-  Bestandene Prü- Jahr       Gesamt      Männer       Frauen fungen, gesamt     fungen, Männer    fungen, Frauen 2011          7 890      7 192         698             6 651             6 019              632 2012         7 152       6 530         622             6 123             5 559              564 2013         7 273       6 569         704             6 284             5 630              654 Quelle: DHKT Weitere holzverarbeitende Berufe im Handwerk: Bestandene Gesellenprüfungen 2013 Ausbildungsberuf                                            Insgesamt        Frauen       Frauenanteil Bootsbauer/-in*                                                 74               6           8,1 % Böttcher/-in                                                      1              0              0 Bürsten- und Pinselmacher/-in*                                    4              3            75 % Drechsler/-in (Elfenbeinschnitzer/-in)                            2              0              0 Fachkraft – Holz- und Bautenschutzarbeiten*                     13               0              0 Flechtwerkgestalter/-in                                           2              1            50 % Holz- und Bautenschützer/-in*                                   23               3           13,0 % Holzbildhauer/-in                                               26             17            65,4 % Holzblasinstrumentenmacher/-in*                                 12               8           66,7 % Holzspielzeugmacher/-in*                                          1              0              0 Orgel- und Harmoniumbauer/-in*                                  27               3           11,1 % Parkettleger/-in                                               161               5           3,1 % Raumausstatter/-in*                                            596            333            55,9 % Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker/-in                   141               8           5,7 % Vergolder/-in                                                     9              7           77,8 % Zimmerer/Zimmerin*                                            2683             45            1,7 % * Quelle: DHKT Weitere holzverarbeitende Berufe aus dem Bereich Industrie und Handel, die im Handwerk ausgebildet werden: Ausbildungsberufe                                           Insgesamt        Frauen       Frauenanteil Fachkraft – Möbel-, Küchen- und Umzugsservice                   5               0               0 Holzbearbeitungsmechaniker/-in                                  0               0               0 Holzmechaniker/-in                                              4               0               0 Leichtflugzeugbauer/-in                                         4               0               0 Verfahrensmechaniker/-in – Beschichtungstechnik                 5               0               0 Quelle: DHKT
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Drucksache 18/2983                                       –6–                Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode 5. Wie sind nach Kenntnis der Bundesregierung die Noten der angehenden Tischlerinnen während ihrer Ausbildung und bei der Gesellen- bzw. Gesel- linnenprüfung im Vergleich zu den männlichen Auszubildenden? In Bezug auf den Notenspiegel liegen der Bundesregierung keine Daten vor. Die Erfolgsquoten der Teilnehmer im Tischlerhandwerk können getrennt nach Männern und Frauen nachfolgender Tabelle entnommen werden. Jahr               Teilnehmer                    Bestandene Prüfungen                    Erfolgsquote Gesamt     Männer      Frauen      Gesamt       Männer      Frauen      Gesamt    Männer    Frauen 2003       13 407      12 535       872       10 264        9 543        721        76,6%    76,1%     82,7% 2004       11 959      11 199       760         9 239       8 584        655        77,3%    76,6%     86,2% 2005       10 311       9 663       648         7 922       7 363        559        76,8%    76,2%     86,3% 2006        9 375       8 792       583         6 959       6 471        488        74,2%    73,6%     83,7% 2007        9 217       8 571       646         7 242       6 683        559        78,6%    78,0%     86,5% 2008        9 066       8 408       658         7 543       6 952        591        83,2%    82,7%     89,8% 2009        8 613       7 938       675         7 156       6 550        606        83,1%    82,5%     89,8% 2010        8 955       8 204       751         7 433       6 749        684        83,0%    82,3%     91,1% 2011       7 890       7 192       698         6 651       6 019        632        84,3%    83,7%     90,5% 2012        7 152       6 530       622         6 123       5 559        564        85,6%    85,1%     90,7% 2013        7 273       6 569       704         6 284       5 630        654        86,4%    85,7%     92,9% Quelle: DHKT 6. Wie viele Tischlerinnen und Tischler arbeiten nach Kenntnis der Bundes- regierung derzeit in Deutschland (bitte Zahlen getrennt für Frauen und Männer angeben)? Für Angaben über Tischlereien können die Ergebnisse der Handwerkszählung herangezogen werden. Die Handwerkszählung steht ab dem Berichtsjahr 2008 jährlich zur Verfügung. Die aktuellsten Ergebnisse liegen aus dem Berichtsjahr 2011 vor. Im Jahr 2011 waren in Handwerksunternehmen des zulassungspflich- tigen Gewerbes „Tischler“ (HwO Anlage A Gewerbezweig 27) in Deutschland 204 706 Personen beschäftigt. Darunter waren 151 122 sozialversicherungs- pflichtige Beschäftigte und 18 929 geringfügig entlohnte Beschäftigte. Die Er- gebnisse lassen sich aus methodischen Gründen nicht nach Männern und Frauen unterscheiden. Ergänzend können hierfür die Angaben des Mikrozensus 2011, die aufgrund un- terschiedlicher Erhebungsmethoden (Stichprobe/Selbstauskunft der Befragten) jedoch nicht direkt mit den Angaben der Handwerkszählung verglichen werden können, herangezogen werden. Demnach betrug der Anteil der Frauen 3 Pro- zent.
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Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode                            –7–                                 Drucksache 18/2983 Handwerksunternehmen , Tätige Personen - Deutschland Quelle: Statistisches Bundesamt, Handwerkszählung. Handwerksunternehmen: Nur Unternehmen (einschließlich der inzwischen inaktiven Unternehmen) mit steuerbarem Umsatz aus Lieferungen und Leistungen und/oder mit sozialversicherungspflichtig Beschäf- tigten im Berichtsjahr. Tätige Personen: Stand am 31. Dezember des Berichtsjahres; einschließlich tätiger Unternehmer (ge- schätzt). 7. Wie lange arbeiten Tischlerinnen und Tischler nach Kenntnis der Bundes- regierung durchschnittlich in diesem Beruf (bitte Zahlen getrennt für Män- ner und Frauen angeben)? Hierzu liegen der Bundesregierung keine Angaben vor. Die Dauer der Tätigkeit einer Tischlerin bzw. eines Tischlers (selbständig oder abhängig beschäftigt) im Beruf kann weder aus den Ergebnissen der Hand- werkszählung noch aus denen des Mikrozensus ermittelt werden. Auch eine Auswertung anhand der Daten der Statistik der Bundesagentur für Arbeit ist nicht möglich.
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Drucksache 18/2983                                        –8–                 Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode 8. Wie viele Frauen und wie viele Männer absolvieren nach Kenntnis der Bun- desregierung jährlich ihre Meister- bzw. Meisterinnenprüfung im Tischler- handwerk (bitte Jahreszahlen ab 2003 angeben und für Frauen und Männer getrennt ausweisen), und wie haben sich diese Zahlen seit der Abschaffung der Pflichtgesellenjahre zur Meisterprüfung entwickelt (bitte getrennt für Frauen und Männer angeben)? Die Entwicklung der bestandenen Meisterprüfungen im Tischler-Handwerk lässt sich nachfolgender Tabelle entnehmen: Jahr                      Gesamt          Männer           Frauen 1998                       2 921           2 840              81 1999                       2 302           2 234              68 2000                       2 028           1 955              73 2001                       2 104           2 028              76 2002                       1 779           1 723              56 2003                       1 732           1 675              57 2004                       1 614           1 551              63 2005                       1 292           1 238              54 2006                       1 204           1 155              49 2007                       1 115           1 067              48 2008                        955             915               40 2009                       1 068           1 035              33 2010                       1 167           1 120              47 2011                       1 115           1 062              53 2012                       1 093           1 035              58 2013                       1 084           1 036              48 Veränderung 1998 bis 2003              –40,7%          –41,0%           –29,6% Veränderung 2004 bis 2013              –32,8%          –33,2%           –23,8% Quelle: DHKT Mit dem Dritten Gesetz zur Änderung der Handwerksordnung und anderer handwerksrechtlicher Vorschriften (3. HwO-Novelle) vom 24. Dezember 2003 (BGBl. I S. 2934) wurde das Erfordernis einer mehrjährigen Berufstätigkeit als Voraussetzung für die Zulassung zur Meisterprüfung abgeschafft. Die nach der 3. HwO-Novelle (ab 1. Januar 2004) weiterhin sinkenden Meisterprüfungen im Tischler-Handwerk lassen keine Rückschlüsse in Bezug auf die Abschaffung der mehrjährigen Berufstätigkeit für die Ablegung der Meisterprüfungen zu. 9. Wie viele Tischlereien in Deutschland werden nach Kenntnis der Bundes- regierung von Frauen geführt, und wie hat sich diese Zahl seit 2003 ent- wickelt (bitte in absoluten Zahlen und prozentual an allen Tischlereien in Deutschland angeben)? Hierzu liegen keine Daten vor.
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Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode                     –9–                          Drucksache 18/2983 10. Wie viele Tischlereien sind nach Kenntnis der Bundesregierung von den jetzigen Inhaberinnen und Inhabern von deren Eltern übernommen wor- den (bitte Zahlen für von Frauen und Männern geführten Betrieben ge- trennt ausweisen)? Hierzu liegen keine Daten vor. 11. Wie werden partnerschaftlich geführte Betriebe erfasst? Partnerschaftlich geführte Betriebe werden nicht gesondert erfasst. 12. Wie viele Betriebsneugründungen von Tischlereien gab es nach Kenntnis der Bundesregierung seit 2003 jährlich, und wie viele dieser Neugründun- gen wurden von Frauen getätigt? Die Betriebszugänge im Tischlerhandwerk können nachfolgender Tabelle ent- nommen werden: Tischler Jahr                  Betriebe                             Betriebe Endbestand 31.12.                  Zugänge 1.1. - 31.12. 2004                               42376                                  2839 2005                               42516                                  2557 2006                               42564                                  2163 2007                               42322                                  1853 2008                               41943                                  1739 2009                               41671                                  1580 2010                               41531                                  1635 2011                               41289                                  1491 2012                               40881                                  1321 2013                               40385                                  1267 Quelle: DHKT Von den Betriebszugängen sind nach Berechnungen der Handwerksorganisation etwa 78 Prozent den Neugründungen zuzurechnen. Gründungen durch Frauen werden nicht gesondert erfasst. Darüber hinausge- hende Aufschlüsselungen liegen der Bundesregierung nicht vor. 13. Wie viele Beschäftigte sind nach Kenntnis der Bundesregierung in Tisch- lereien im Durchschnitt angestellt? Zur Beantwortung dieser Frage können die Ergebnisse der Handwerkszählung herangezogen werden. Auf die Antwort zu Frage 6 wird verwiesen. Demnach waren im Jahr 2011 in Handwerksunternehmen des zulassungspflichtigen Ge- werbes „Tischler“ (HwO Anlage A Gewerbezweig 27) in Deutschland durch- schnittlich sechs Personen beschäftigt.
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Drucksache 18/2983                                             – 10 –               Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode 14. Wie viele selbständige Tischlerinnen und Tischler gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung in Deutschland, und wie hat sich ihre Zahl seit 2003 entwickelt (bitte Zahlen für Frauen und Männer getrennt ausweisen)? Es wird auf die Antwort zu Frage 12 verwiesen. Erkenntnisse liegen hierzu nicht vor. 15. Wie viele Tischlerinnen und Tischler sind nach Kenntnis der Bundesregie- rung sogenannte Solo-Selbständige, und wie hat sich ihre Zahl seit 2003 entwickelt (bitte Zahlen für Frauen und Männer getrennt angeben)? Nach einer Studie des Deutschen Handwerksinstituts (ifh) gab es im Jahr 1995 6 120 Tischlereien, die von Solo-Selbständigen betrieben wurden. Im Jahr 2010 waren es 22 950 Tischlereien. Zahlen getrennt nach Frauen und Männern liegen nicht vor. Bezogen auf das Handwerk zeigt die nachfolgende Grafik die Entwicklung ins- gesamt: 45% 40%                                                                                                        38,4% 36,6% 35%                                     33,2% 30% 24,4% 25% 20% 15%                                                                      17,7% 13,7% 10% 5% 0% 1949               1956                1968               1976              1994           2010 iQuelle: Universität i ä GöGöttingen i        (ifh) (ifh) 16. Wie viele werdende Mütter mussten nach Kenntnis der Bundesregierung seit 2003 jährlich aufgrund eines Beschäftigungsverbotes teilweise oder völlig mit der Arbeit als Tischlerin aussetzen, und wie viele von ihnen ha- ben infolge dessen den Tischlerinnenberuf vollständig aufgegeben? Die Aufsicht über die Ausführung des Mutterschutzgesetzes obliegt den nach Landesrecht zuständigen Behörden (Aufsichtsbehörden). Eine statistische Er- fassung von Beschäftigungsbeschränkungen und Beschäftigungsverboten nach dem Mutterschutzgesetz erfolgt seitens der Bundesländer nicht.
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