Steigende Erwerbstätigkeit von Frauen und ihre anhaltende Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt

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Deutscher Bundestag – 18. Wahlperiode                     – 41 –                         Drucksache 18/734 nach eigener Selbstauskunft in Vollzeit erwerbstätig waren, so betrug dieser Vollzeitanteil im Jahr 2012 schon 44,8 Prozent (Mikrozensus 2008 und 2012; Altersabgrenzung 20 bis einschließlich 64 Jahre). Die hier nur skizzierten Daten zur Arbeitsmarktbeteiligung von weiblichen Alleinerziehenden weisen darauf hin, dass der seit dem Jahr 2007 forcierte Aus- bau der Kindertagesbetreuung insbesondere auch den Alleinerziehenden zugute gekommen ist. Dennoch ist der Umstand, dass ein relativ hoher Anteil von Alleinerziehenden wegen der Sorgearbeit nicht ohne weiteres vollzeitnah arbei- ten kann, nicht zu vernachlässigen. Infolgedessen ist auch bei Erwerbstätigkeit eine hohe Abhängigkeit von Sozialleistungen von alleinerziehenden Familien gegeben, die auch bei sich verbessernden Rahmenbedingungen für ein hinrei- chendes Arbeitsangebot nicht auf das Niveau anderer Familien mit potenziell zwei erwerbsbeteiligten Elternteilen abzusenken sein wird. Deshalb gilt es auch, die finanzielle Unterstützung von alleinerziehenden Familien gezielt auszu- bauen. Gemäß Koalitionsvereinbarung sollen die steuerlichen Rahmenbedin- gungen durch Anhebung des steuerlichen Entlastungsbetrags für Alleinerzie- hende (Steuerklasse II) verbessert werden. 35. Welche konkreten Maßnahmen plant die Bundesregierung zur Gestaltung und Förderung haushaltsnaher Dienstleistungen, a) damit diese als legale, sozialversicherungspflichtige und finanzierbare Beschäftigungsverhältnisse angeboten und nachgefragt werden kön- nen, b) um gute Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten (z. B. Anspruch auf Arbeits- und Gesundheitsschutz, Anwendung von Tarifverträgen und -löhnen, …) ebenso zu gewährleisten, wie hochwertige Qualität und bezahlbare Preise für Familien? Im Koalitionsvertrag ist der Aufbau einer Dienstleistungsplattform vereinbart, auf der legale gewerbliche Anbieter haushaltsnaher familienunterstützender Dienstleistungen für Familien und ältere Menschen leicht zu finden und in Anspruch zu nehmen sind. Der Zugang zu legalen haushaltsnahen Dienstleis- tungen soll transparenter gestaltet werden, indem die bundesweite Internetplatt- form über Angebote informiert und dazu beiträgt, diese zu vermitteln. Aufgabe des an der Justus Liebig-Universität Gießen angesiedelten Kompetenz- zentrums „Professionalisierung und Qualitätssicherung haushaltsnaher Dienst- leistungen“ ist die Entwicklung von Qualifizierungsmodellen für Dienstleistun- gen im Privathaushalt, mit denen ein berufspraktisches Profil vermittelt sowie Perspektiven im Bereich der haushaltsnahen Dienstleistungen geschaffen wer- den sollen.
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