Flächenabhängige Agrarzahlungen, Greening und Auswirkungen auf die Agrarstruktur

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Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode                 – 11 –                              Drucksache 19/7363 Vorabfassung - wird durch die lektorierte Version ersetzt. 16.   In welcher Höhe haben Kirchen, Kirchengemeinden, kirchliche Stiftungen und kirchliche Wohlfahrtsunternehmen wie Diakonie und Caritas jeglicher Rechtsform nach Kenntnis der Bundesregierung insgesamt im Jahr 2015, 2016 und 2017 insgesamt Agrarzahlungen erhalten (bitte pro Jahr die 25 Ein- richtungen mit den höchsten Zahlungen angeben, erstatteter Gesamtbetrag – Summe aller Agrarzahlungen – und Art der Agrarzahlung – beispielsweise Agrarmarktmaßnahme bzw. Ausfuhrerstattung, Direktzahlung bzw. Gree- ningprämie)? Die Fragen 12 bis 16 werden zusammen beantwortet. Grund hierfür ist, dass die im Unionsrecht vorgeschriebene Veröffentlichungs- plattform nur die Begünstigten von EU-Agrarzahlungen aufführt. Eine Unter- scheidung der Begünstigten danach, ob es sich um Industrieunternehmen oder landwirtschaftliche Unternehmen handelt, erfolgt nicht. Deshalb können daraus auch nicht die in den Fragen 14 bis 16 erbetenen Informationen entnommen wer- den. Die EU-rechtlichen Grundlagen für die Veröffentlichung der Begüns- tigten von EU-Agrarzahlungen (Artikel 111 und 112 der Verordnung (EU) Nr. 1306/2013 sowie Artikel 57 – 62 der Verordnung (EU) Nr. 908/2014) und die zur Umsetzung der EU-Verordnungen erforderlichen nationalen gesetzlichen Re- gelungen (Agrar- und Fischereifonds-Informationen-Gesetz – AFIG, Agrar- und Fischereifonds-Informationen-Verordnung – AFIV) sehen die Angabe entspre- chender Kriterien im Rahmen der Veröffentlichung nicht vor. In den nachfolgenden Tabellen sind daher die 25 größten Begünstigten der An- tragsjahre 2015 und 2016 (= EU-Haushaltsjahre 2016 und 2017) mit den erbete- nen Zahlungen aufgeführt, ohne dass weitere Unterscheidungen gemacht wurden. Da die veröffentlichten Daten vom Zeitpunkt der erstmaligen Veröffentlichung an EU-rechtlich jeweils nur zwei Jahre lang zugänglich bleiben dürfen, können für das Antragsjahr 2014 (= EU-Haushaltsjahr 2015) keine Daten geliefert wer- den. EU-HHJ 2016 (= Antragsjahr 2015) Antragsteller, Ort                                   Maßnahme                      Summe Maßnahme (Euro) DMK Deutsches Milchkontor GmbH, Zeven                Beihilfen für die private Lagerhaltung         538.939,73 Öffentliche Intervention                     21.101.402,21 Gesamt:                                      21.640.341,94 Landesbetrieb für Küstenschutz Nationalpark          Küsten- und Hochwasserschutz                 16.968.105,98 und Meeresschutz, Husum,                             (Förderperiode 2014-2020) Molkerei Ammerland eG, Wiefelstede                   Beihilfen für die private Lagerhaltung          34.917,42 Öffentliche Intervention                     13.350.430,76 Gesamt:                                      13.385.348,18 Landesbetr. f. Hochwasserschutz u.                   Erhaltung und Verbesserung des                1.282.584,36 Wasserwirtschaft (LHW), Magdeburg                    ländlichen Erbes Küsten- und Hochwasserschutz                 11.910.473,33 (Förderperiode 2007-2013) Gesamt:                                      13.193.057,69 Sondervermögen „Betrieb für Bau und                  Erhaltung und Verbesserung des               10.834.246,99 Liegenschaften M – V“, Rostock                       ländlichen Erbes
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Drucksache 19/7363                             – 12 –               Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Vorabfassung - wird durch die lektorierte Version ersetzt. EU-HHJ 2016 (= Antragsjahr 2015) Antragsteller, Ort                             Maßnahme                       Summe Maßnahme (Euro) Interfood B.V., Bladel                        Beihilfen für die private Lagerhaltung           21.210,90 Öffentliche Intervention                      9.418.353,62 Gesamt:                                       9.439.564,52 Fude + Serrahn Milchprodukte GmbH & Co.       Beihilfen für die private Lagerhaltung           81.243,78 KG, Hamburg                                   Öffentliche Intervention                      6.261.806,27 Gesamt:                                       6.343.050,05 EXIMO Agro-Marketing Aktiengesellschaft,      Beihilfen für die private Lagerhaltung          176.964,03 Hamburg                                       Öffentliche Intervention                      6.018.440,75 Gesamt:                                       6.195.404,78 Ostmilch Handels GmbH, Bad Homburg v. d.      Öffentliche Intervention                      5.985.683,05 Höhe                                          Schulmilchprogramm                               49.660,10 Gesamt:                                       6.035.343,15 Sachsenmilch Leppersdorf GmbH, Wachau         Beihilfen für die private Lagerhaltung          189.127,15 Öffentliche Intervention                      5.490.698,43 Gesamt:                                       5.679.825,58 Land Mecklenburg-Vorpommern Ministerium Basisdienstleistungen und                           1.019.918,02 für Landwirtschaft, Schwerin            Dorferneuerung Erhaltung und Verbesserung des                1.070.281,59 ländlichen Erbes Küsten- und Hochwasserschutz                    541.745,16 (Förderperiode 2014-2020) Technische Hilfe                              2.642.789,51 Gesamt:                                       5.274.734,28 Landgard Obst + Gemüse GmbH + Co. KG,         Beihilfen im Obst- und Gemüsesektor           4.901.959,19 Straelen, EO Spargel &Beerenfrüchte GmbH, Kloster       Beihilfen im Obst- und Gemüsesektor           4.892.273,94 Lehnin Thüringer Ministerium für Infrastruktur und   Infrastruktur in Zusammenhang mit der           748.855,47 Landwirtschaft, Erfurt                        Entwicklung des ländlichen Raums Investitionen in materielle                   1.912.934,79 Vermögenswerte Technische Hilfe                              2.044.813,73 Gesamt:                                       4.706.603,99 Landkreis Harz, Halberstadt                   Dienstleistungseinrichtungen                  4.304.957,42 Erhaltung und Verbesserung des                   96.488,62 ländlichen Erbes Lokale Aktionsgruppen (LEADER)                   66.106,75 Gesamt:                                       4.467.552,79
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Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode            – 13 –                             Drucksache 19/7363 Vorabfassung - wird durch die lektorierte Version ersetzt. EU-HHJ 2016 (= Antragsjahr 2015) Antragsteller, Ort                               Maßnahme                       Summe Maßnahme (Euro) Hochwald Foods GmbH, Thalfang                   Öffentliche Intervention                      4.440.559,79 Uelzena eG, Uelzen                              Beihilfen für die private Lagerhaltung          78.750,42 Öffentliche Intervention                      4.307.150,34 Gesamt:                                       4.385.900,76 Omira Oberland-Milchverwertung                  Beihilfen für die private Lagerhaltung          56.029,15 Gesellschaft mit beschränkter Haftung,          Öffentliche Intervention                      3.965.840,72 Ravensburg Gesamt:                                       4.021.869,87 Landesbetrieb Gewässer beim RP, Stuttgart       Erhaltung und Verbesserung des                3.393.002,48 ländlichen Erbes Melkweg Holland B.V., Ede                       Öffentliche Intervention                      3.252.928,95 Biosphärenreservatsverwaltung Mittelelbe,       Erhaltung und Verbesserung des                3.201.665,16 Dessau-Roßlau                                   ländlichen Erbes Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt,               Küsten- und Hochwasserschutz                  3.096.944,90 Blankenburg (Harz)                              (Förderperiode 2007-2013) Elbe-Obst Erzeugerorganisation r.V., Hollern-   Beihilfen im Obst- und Gemüsesektor           3.011.304,04 Twielenfleth Ostsee-Molkerei Wismar GmbH, Wismar             Erhöhung der Wertschöpfung land- und          1.091.999,99 forstwirtschaftlicher Erzeugnisse Investitionen in materielle                   1.879.883,45 Vermögenswerte Gesamt:                                       2.971.883,44 Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein,        Basisprämie                                    311.741,04 Molfsee                                         Erhaltung und Verbesserung des                 426.375,82 ländlichen Erbes Erstattung nicht genutzter Mittel der             6.383,56 Krisenreserve Greening-Prämie                                152.184,68 Investitionen in die                               800,00 Waldflächenentwicklung und die Verbesserung der Lebensfähigkeit der Wälder Investitionen in materielle                   2.052.449,75 Vermögenswerte Natur- und Gewässerschutz                         1.040,00 Umverteilungsprämie                              1.938,29 Gesamt:                                       2.952.913,14
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Drucksache 19/7363                                – 14 –                Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Vorabfassung - wird durch die lektorierte Version ersetzt. EU-HHJ 2017 (= Antragsjahr 2016) Antragsteller, Ort                               Maßnahme                 Summe Maßnahme (Euro) Landesamt für Umwelt (LfU), Potsdam                  Küsten- und Hochwasserschutz              13.253.199,28 (Förderperiode 2014-2020) Landesbetrieb für Küstenschutz Nationalpark und      Küsten- und Hochwasserschutz              12.523.774,35 Meeresschutz, Husum                                  (Förderperiode 2014-2020) Land Mecklenburg-Vorpommern Ministerium für          Basisdienstleistungen und                  2.176.949,69 Landwirtschaft, Schwerin                             Dorferneuerung Küsten- und Hochwasserschutz               2.282.658,23 (Förderperiode 2014-2020) Technische Hilfe                           4.663.212,74 Gesamt:                                    9.122.820,66 Landesbetr. f. Hochwasserschutz u. Wasserwirtsch. Küsten- und Hochwasserschutz                  6.752.253,99 (LHW), Magdeburg                                  (Förderperiode 2014-2020) Landgard Obst + Gemüse GmbH + Co. KG,                Beihilfen im Obst- und                     5.636.800,02 Straelen                                             Gemüsesektor Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalt, Blankenburg        Küsten- und Hochwasserschutz               5.628.882,37 (Harz)                                               (Förderperiode 2014-2020) Pfalzmarkt für Obst- und Gemüse eG, Mutterstadt      Beihilfen im Obst- und                     4.736.199,48 Gemüsesektor Thüringer Ministerium für Infrastruktur und          Investitionen in materielle                2.632.047,21 Landwirtschaft, Erfurt                               Vermögenswerte Technische Hilfe                           1.851.065,56 Gesamt:                                    4.483.112,77 SMUL, Dresden                                        Technische Hilfe                           4.094.107,45 Erzeugerorganisation für Obst und Gemüse,            Beihilfen im Obst- und                     3.807.932,88 Schwerin                                             Gemüsesektor Ministerium f. Ernährung u. Ländl. Raum,             Technische Hilfe                           3.623.939,55 Stuttgart, Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, Molfsee     Basisprämie                                  290.683,06 Erstattung nicht genutzter Mittel              6.042,10 der Krisenreserve Greening-Prämie                              136.099,85 Investitionen in die                             800,00 Waldflächenentwicklung und die Verbesserung der Lebensfähigkeit der Wälder Investitionen in materielle                2.777.472,51 Vermögenswerte Natur- und Gewässerschutz                      4.319,50 Umverteilungsprämie                            1.958,59 Gesamt:                                    3.217.375,61
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Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode           – 15 –                            Drucksache 19/7363 Vorabfassung - wird durch die lektorierte Version ersetzt. EU-HHJ 2017 (= Antragsjahr 2016) Antragsteller, Ort                             Maßnahme                 Summe Maßnahme (Euro) Erzeugergroßmarkt Langförden-Oldenburg eG,         Beihilfen im Obst- und                   3.104.940,58 Vechta                                             Gemüsesektor Arla Foods amba, VIBY J                            Öffentliche Intervention                 3.091.267,75 Elbe-Obst Erzeugerorganisation r.V., Hollern-      Beihilfen im Obst- und                   3.056.772,63 Twielenfleth                                       Gemüsesektor Gartenbauzentrale Papenburg eG, Papenburg          Beihilfen im Obst- und                   2.604.792,31 Gemüsesektor NLWKN, Norden                                      Basisprämie                                 9.559,16 Erstattung nicht genutzter Mittel             210,73 der Krisenreserve Greening-Prämie                             4.624,94 Umverteilungsprämie                         1.958,60 Wissenstransfer und                      2.570.451,03 Informationsmaßnahmen Gesamt:                                  2.586.804,46 Agrargenossenschaft „Rhönperle“ eG Bremen,         Agrarumwelt- und                          541.480,85 Geisa                                              Klimaschutzmaßnahmen Ausgleichszulage benachteiligte           509.102,06 Gebiete Basisprämie                               921.484,48 Direktzahlungen                            10.524,37 Erstattung nicht genutzter Mittel          19.367,24 der Krisenreserve Greening-Prämie                           446.426,79 Milchsonderbeihilfe                        66.165,93 Umverteilungsprämie                         1.939,01 Gesamt:                                  2.516.490,73 Bürgschaftsbank Mecklenburg- Vorpommern            Investitionen in materielle              2.500.000,00 GmbH, Schwerin                                     Vermögenswerte HVG Hopfenverwertungsgenossenschaft e.G.,          Beihilfe im Hopfensektor                 2.228.349,16 Wolnzach                                           Informations- und                         131.742,77 Absatzförderungsmaßnahmen Gesamt:                                  2.360.091,93
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Drucksache 19/7363                             – 16 –                 Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Vorabfassung - wird durch die lektorierte Version ersetzt. EU-HHJ 2017 (= Antragsjahr 2016) Antragsteller, Ort                             Maßnahme                 Summe Maßnahme (Euro) Stiftung Naturschutzpark Lüneburger Heide,         Agrarumwelt- und                             945.553,19 Bispingen                                          Klimaschutzmaßnahmen Ausgleichszulage benachteiligte                3.300,00 Gebiete Basisprämie                                  846.201,08 Erstattung nicht genutzter Mittel             17.467,50 der Krisenreserve Greening-Prämie                              387.661,26 Investitionen in materielle                   30.895,92 Vermögenswerte Ökologischer Landbau                         100.415,11 Umverteilungsprämie                            1.958,60 Gesamt:                                    2.333.452,66 Landesbetrieb Forst Baden-Württemberg, Stuttgart   Investitionen in die                       2.160.415,41 Waldflächenentwicklung und die Verbesserung der Lebensfähigkeit der Wälder Ministerium f. Landwirtschaft, Umwelt und          Investitionen in materielle                  849.217,19 ländliche Räume, Kiel                              Vermögenswerte Technische Hilfe                           1.274.007,13 Gesamt:                                    2.123.224,32 Agrargen. Radensdorf eG, Lübben (Spreewald)        Agrarumwelt- und                              40.072,60 Klimaschutzmaßnahmen Ausgleichszulage benachteiligte               99.947,82 Gebiete Basisprämie                                  657.025,22 Erstattung nicht genutzter Mittel             14.421,50 der Krisenreserve Greening-Prämie                              361.619,87 Investitionen in materielle                   19.186,03 Vermögenswerte Milchsonderbeihilfe                           22.783,35 Natur- und Gewässerschutz                      3.930,18 Ökologischer Landbau                         862.477,22 Umverteilungsprämie                            1.958,59 Gesamt:                                    2.083.422,38
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Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode                 – 17 –                              Drucksache 19/7363 Vorabfassung - wird durch die lektorierte Version ersetzt. EU-HHJ 2017 (= Antragsjahr 2016) Antragsteller, Ort                                   Maßnahme                Summe Maßnahme (Euro) Agrargenossenschaft Heidefarm Sdier eG vertreten Agrarumwelt- und                                   438.789,21 durch den Vorstand, Großdubrau                   Klimaschutzmaßnahmen Ausgleichszulage benachteiligte           146.545,17 Gebiete Basisprämie                               808.794,52 Erstattung nicht genutzter Mittel          16.859,62 der Krisenreserve Greening-Prämie                           378.077,24 Investitionen in die                          965,00 Waldflächenentwicklung und die Verbesserung der Lebensfähigkeit der Wälder Investitionen in materielle               207.832,49 Vermögenswerte Junglandwirteprämie                          3.930,36 Milchsonderbeihilfe                        54.516,59 Umverteilungsprämie                         1.958,60 Gesamt:                                  2.058.268,80 Ergänzend wird zu Frage 13 mitgeteilt, dass im EU-Haushaltsjahr 2016 insgesamt 152 Begünstigte Zahlungen über 1 Mio. Euro erhalten haben, im EU-Haushalts- jahr 2017 waren dies 125 Begünstigte. Darüber hinaus wird ergänzend zu den Fragen 13 und 14 mitgeteilt, dass die Ge- samtzahlungen an Unternehmen mit Tochtergesellschaften derzeit nicht erfasst werden und deshalb in dieser Tabelle nicht dargestellt werden können. Auf Bitte des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft des Deutschen Bundestages wird geprüft, wie eine Zusammenführung der bereits vorhandenen Daten zur EU- Agrarförderung (Direktzahlungen) von Tochtergesellschaften eines Konzerns umgesetzt werden kann, um die Transparenz zu verbessern. 17.   Was sind nach Ansicht der Bundesregierung die Gründe dafür, dass die Be- triebe in Form juristischer Personen in den neuen Bundesländern im Durch- schnitt deutlich schlechtere Gewinne pro Hektar Nutzfläche erzielen als der Durchschnitt aller Betriebe im jeweiligen Bundesland (über die Entlohnung von Geschäftsführern und Vorständen der juristischen Personen hinaus), und welche Daten aus Wissenschaft, Testbetrieb-Auswertungen und der Steuer- verwaltung stehen der Bundesregierung zur Aufklärung dieses Phänomens zur Verfügung? Ein Vergleich der Wirtschaftsergebnisse von Unternehmen verschiedener Rechtsformen an Hand der Erfolgsgröße „Gewinn je Hektar Nutzfläche“ ist nicht sachgerecht. Zum einen sind bei juristischen Personen bereits Steuern vom Ein- kommen und Ertrag entrichtet worden, die bei Einzelunternehmen und Personen- gesellschaften in der Regel nicht anfallen. Daher wird als Erfolgsgröße juristi- scher Personen in den Auswertungen von Buchführungsergebnissen für den Ag- rarpolitischen Bericht der Bundesregierung die Kenngröße „Jahresüberschuss vor
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Drucksache 19/7363                                    – 18 –                  Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Vorabfassung - wird durch die lektorierte Version ersetzt. Steuern vom Einkommen und Ertrag“ verwendet. Außerdem ist bei einem Ver- gleich der Wirtschaftsergebnisse von Unternehmen verschiedener Rechtsformen deren unterschiedliche Arbeitsverfassung zu berücksichtigen. Im Gegensatz zu Einzelunternehmen und Personengesellschaften werden bei juristischen Personen alle im Unternehmen beschäftigten Arbeitskräfte entlohnt. Der Gewinn der Ein- zelunternehmen und Personengesellschaften umfasst hingegen auch das Entgelt für die im Unternehmen geleistete, aber nicht entlohnte Arbeit der landwirtschaft- lichen Unternehmer sowie deren mitarbeitende, nicht entlohnte Familienangehö- rige. Deren Arbeitsleistung macht nach wie vor einen erheblichen Teil der gesam- ten im Betrieb geleisteten Arbeit aus. Aus diesen Gründen wird in den Auswertungen von Buchführungsergebnissen für den Agrarpolitischen Bericht der Bundesregierung eine Einkommensgröße verwendet, die den unterschiedlichen Personalaufwand der Rechtsformen berück- sichtigt. Verwendet man diesen Einkommensmaßstab, so zeigen sich keine grö- ßeren Unterschiede zwischen landwirtschaftlichen Betrieben verschiedener Rechtsformen. 18.   Wie hoch sind die Steuererträge aus Ertrags- und anderen Steuern der Be- triebe in Form juristischer Personen in den neuen Bundesländern pro Betrieb und pro Hektar im Vergleich mit den Steuererträgen der Familienbetriebe in diesen Ländern (bitte tabellarisch für die letzten drei verfügbaren Veranla- gungszeiträume nach Rechtsformen und Bundesländern auflisten)? Umfassende Daten zu den Steuererträgen aus landwirtschaftlichen Betrieben in Form von juristischen Personen und Familienbetrieben liegen nicht vor. Lediglich zu den Ertragsteuern können sehr grobe Angaben unter vereinfachenden Annah- men gemacht werden. Zur Ermittlung der Ertragsteuerbelastung von Familienunternehmen wurde ver- einfachend unterstellt, dass die Einkommensteuerpflichtigen mit überwiegenden Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft Familienunternehmer im Sinne der Fragestellung sind. Unschärfen ergeben sich, da ein Steuerpflichtiger nicht gleichbedeutend mit einem Betrieb sein muss. Beispielsweise bei Personengesell- schaften mit mehreren Beteiligten handelt es sich zwar nur um einen Betrieb, die einzelnen Beteiligten sind jedoch jeweils gesondert enthalten, so dass die Anzahl der Steuerpflichtigen insoweit höher als die Anzahl der Betriebe ist. Bei den ein- kommensteuerlichen Einkünften kann zudem nicht zwischen Landwirtschaft und Forstwirtschaft unterschieden werden. Die Einkünfte aus Forstwirtschaft sind da- her enthalten. Die Ergebnisse der entsprechenden Auswertungen aus den Ein- kommensteuerstatistiken der Jahre 2011 – 2013 und eigenen Berechnungen sind nachfolgend tabellarisch dargestellt. Für die Ertragsteuerbelastung von juristischen Personen wurden entsprechende Auswertungen der Körperschaftsteuer- und Gewerbesteuerstatistiken der Jahre 2011 bis 2013 vorgenommen. Die Ergebnisse der Auswertungen und eigener Be- rechnungen sind ebenfalls tabellarisch dargestellt. Bei der Ertragsteuerbelastung der juristischen Personen ist zu beachten, dass diese im Vergleich zur Belastung der Einkommensteuerpflichtigen unterzeichnet ist. Körperschaften können ihren Gewinn um die an Gesellschafter gezahlten Gehäl- ter mindern. Insoweit mindert sich zwar die Unternehmenssteuerbelastung. Das Gehalt unterliegt beim Gesellschafter (wie der Gewinn des Personenunterneh- mers) aber dessen persönlicher Einkommensbesteuerung. Hierzu liegen keine Daten vor.
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Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode                         – 19 –                                Drucksache 19/7363 Vorabfassung - wird durch die lektorierte Version ersetzt. Zudem bildet die Einkommensteuer in der Regel bereits die vollständige Belas- tung des Gewinns ab. Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer stellen hingegen nur die Steuerbelastung auf Unternehmensebene dar. Die Ausschüttung an die An- teilseigner ist aber ebenfalls steuerpflichtig und erhöht die Gesamtsteuerbelastung des Gewinns (hierzu liegen keine statistischen Daten vor). Personenunternehmen mit überwiegenden Einkünften aus Land- und                         Forstwirtschaft1 Festzusetzende              Steuer je Stpfl. Anzahl ESt-             ESt inkl. SolZ2 (Sp. 4 / Sp. 3) Jahr               Bundesland Pflichtige Mio. Euro                      Tsd. Euro 1                       2                            3                         4                            5 Berlin                                             122                   1                          11 Brandenburg                                       2.175                23                           10 Mecklenburg-Vorpommern                            2.076                47                           23 2011    Sachsen                                           2.694                27                           10 Sachsen-Anhalt                                    2.261                55                           24 Thüringen                                         1.437                14                           10 neue Bundesländer insgesamt                    10.765                 166                           15 Berlin                                             115                   1                          12 Brandenburg                                       2.173                27                           13 Mecklenburg-Vorpommern                            2.035                61                           30 2012    Sachsen                                           2.734                35                           13 Sachsen-Anhalt                                    2.297                79                           34 Thüringen                                         1.399                19                           14 neue Bundesländer insgesamt                    10.753                 223                           21 Berlin                                             121                   2                          20 Brandenburg                                       2.200                37                           17 Mecklenburg-Vorpommern                            2.094                87                           41 2013    Sachsen                                           2.702                34                           13 Sachsen-Anhalt                                    2.329                88                           38 Thüringen                                         1.382                20                           15 neue Bundesländer insgesamt                    10.828                 268                           25 1 Daten der Einkommensteuerstatistiken; die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft überwiegen weitere vorhandene einzelne Einkunftsarten 2 Daten der Einkommensteuerstatistiken und eigene Berechnungen; die Gesamtsteuer wurde im Verhältnis der Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft zur Summe der Einkünfte aufgeteilt und zugeordnet
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Drucksache 19/7363                                                         – 20 –                         Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode Vorabfassung - wird durch die lektorierte Version ersetzt. Körperschaften der Wirtschaftsabschnitte A + B (Land- und Forstwirtschaft) Festgesetzte KSt,                      Steuer je Stpfl. Anzahl KSt-                    SolZ und GewSt  2 (Sp. 4 / Sp. 3) Jahr                    Bundesland                                         1 Pflichtige Mio. Euro                             Tsd. Euro 1                              2                                       3                                  4                                    5 Berlin                                                             45                            0                                       2 Brandenburg                                                   1.153                            20                                      17 Mecklenburg-Vorpommern                                           856                           21                                      25 2011       Sachsen                                                          739                           25                                      34 Sachsen-Anhalt                                                   790                           23                                      29 Thüringen                                                        622                           19                                      31 neue Bundesländer insgesamt                                    4.205                          109                                       26 Berlin                                                             48                            0                                       1 Brandenburg                                                   1.140                            23                                      21 Mecklenburg-Vorpommern                                           844                           26                                      30 2012       Sachsen                                                          736                           30                                      41 Sachsen-Anhalt                                                   776                           32                                      41 Thüringen                                                        615                           26                                      41 neue Bundesländer insgesamt                                    4.159                          137                                       33 Berlin                                                             52                            0                                       1 Brandenburg                                                   1.154                            31                                      27 Mecklenburg-Vorpommern                                           851                           36                                      42 2013       Sachsen                                                          725                           33                                      46 Sachsen-Anhalt                                                   755                           45                                      60 Thüringen                                                        620                           30                                      48 neue Bundesländer insgesamt                                    4.157                          175                                       42 1 Daten der Körperschaftsteuerstatistiken 2 Daten der Körperschaftsteuer- und Gewerbesteuerstatistiken und eigene Berechnungen; die Steu- erbelastung bildet nur die Unternehmensebene ab und ist damit im Vergleich zur Belastung der Personenunternehmer unterzeichnet. Angaben zu der Ertragsteuerbelastung pro Hektar können nicht gemacht werden. Zwar liegen Daten der dreijährlichen Agrarstrukturerhebungen über die landwirt- schaftlich genutzten Flächen der landwirtschaftlichen Betriebe nach ihrer Rechts- form auf Ebene der Bundesländer in der Fachserie 3 Reihe 2.1.5 „Sozialökono- mische Verhältnisse“ des Statistischen Bundesamtes vor, jedoch ist eine Ver- knüpfung mit den steuerlichen Daten aus verschiedenen Gründen nicht möglich. Bei den Daten der Agrarstrukturerhebungen handelt es sich um Ergebnisse aus- schließlich für landwirtschaftliche Betriebe. Entsprechende Ergebnisse für Forst- betriebe und über die Waldflächen landwirtschaftlicher Betriebe liegen nicht vor. Zudem können Wohnsitz des Steuerpflichtigen (Zuordnung laut Einkommensteu- erstatistik) und Sitz des landwirtschaftlichen Betriebs laut Agrarstrukturerhebung auseinanderfallen. Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, www.satzweiss.com Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim, www.printsystem.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.betrifft-gesetze.de ISSN 0722-8333
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