Schulabgänger*innen ohne Abschluss in den Schuljahren 2013/14 und 2014/15

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Drucksache 17 / 16              833 Schriftliche Anfrage 17. Wahlperiode Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Martin Delius (PIRATEN) vom 19. August 2015 (Eingang beim Abgeordnetenhaus am 20. August 2015) und                           Antwort Schulabgänger*innen ohne Abschluss in den Schuljahren 2013/14 und 2014/15 Im Namen des Senats von Berlin beantworte ich Ihre                     werb des BBR bestimmte Voraussetzungen in den Jahres- Schriftliche Anfrage wie folgt:                                            noten erreichen (vgl. Tabelle 1 der Anlage 2). Schülerin- nen und Schüler der Gymnasien erlangen mit der Verset- 1. Wie viele Schüler*innen haben in den Schuljahren                    zung in die 10. Klasse die BBR. 2013/14 und 2014/15 jeweils die Abiturprüfung nicht be- standen? (Bitte pro Schuljahr und pro Bezirk aufschlüs-                        Wer die BBR in der Jahrgangsstufe 9 nicht erworben seln.)                                                                     hat, kann dies in der Jahrgangsstufe 10 nachholen. Im Jahre 2014 haben 1221 Schülerinnen und Schüler der Zu 1.: Im Schuljahr 2013/14 haben in Berlin von                        Jahrgangsstufe 10 an den vergleichenden Arbeiten der 12.210 Prüflingen 364 die Abiturprüfung nicht bestanden.                   Berufsbildungsreife (BBR) teilgenommen. Von 805 Das entspricht einer Quote von 3,0 %. Im Schuljahr                         Schülerinnen und Schülern sind vollständige Datensätze 2014/15 haben 12.822 Schülerinnen und Schüler an der                       vorhanden. Hiervon haben 176 Schülerinnen und Schüler Abiturprüfung teilgenommen, davon haben 367 die Prü-                       die BBR erworben. Das entspricht 22 %. Von den Schüle- fung nicht bestanden. Das entspricht einer Quote von                       rinnen und Schülern, die im 10. Jahrgang an Abschluss- 2,9 % (siehe Anlage 1).                                                    prüfungen (BBR, eBBR/MSA) teilgenommen haben, haben 2,8 % die BBR nicht erreicht. Auf Grund der ge- ringen Fallzahl wird aus Datenschutzgründen auf eine 2. Wie viele Schüler*innen haben in den Schuljahren                    Differenzierung nach Schulen und nach Bezirken verzich- 2013/14 und 2014/15 jeweils den Mittleren Schulab-                         tet und die Ergebnisse werden daher auch nicht in der schluss (MSA) nicht bestanden? (Bitte pro Schuljahr und                    Tabelle 1 der Anlage 2 erfasst. pro Bezirk aufschlüsseln.) Die erweiterte Berufsbildungsreife (eBBR) und der 3. Wie viele Schüler*innen haben in den Schuljahren                    Mittlere Schulabschluss (MSA) werden am Ende der 2013/14 und 2014/15 jeweils die Berufsbildungsreife                        Jahrgangsstufe 10 erworben. Bei den Prüfungen handelt (BBR) und wie viele Schüler*innen haben in den Schul-                      es sich um sogenannte Kombi-Prüfungen, bei denen die jahren 2013/14 und 2014/15 jeweils die erweiterte Be-                      Schülerinnen und Schüler einen der beiden Abschlüsse rufsbildungsreife (eBBR) nicht bestanden? (Bitte pro                       erreichen können. Die Teilnahme ist für alle Schülerinnen Schuljahr und pro Bezirk aufschlüsseln.)                                   und Schüler verbindlich, die die Berufsbildungsreife er- worben haben (siehe Tabelle Nr. 2 der Anlage 2). Zu 2. und 3.: Da die Auswertung der statistischen Er- hebung der Schulabschlüsse für das Schuljahr 2014/2015                         Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 kön- noch nicht abgeschlossen ist, können die Fragen zurzeit                    nen allerdings auch freiwillig an den Prüfungen zum nur für das Schuljahr 2013/2014 beantwortet werden.                        MSA/eBBR teilnehmen, auch wenn sie die BBR in der Jahrgangsstufe 9 noch nicht erworben haben, dies aller- Die Berufsbildungsreife (BBR) kann in der Jahrgang-                    dings nur, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. stufe 9 erworben werden und die Teilnahme an der ver-                      Schaffen sie die Prüfungen nicht, können sie die verglei- gleichenden Arbeit ist verbindlich für alle Schülerinnen                   chenden Arbeiten für die BBR nachschreiben und errei- und Schüler der Integrierten Sekundarschulen (ISS) und                     chen somit ggf. den Schulabschluss BBR. Außerdem der Gemeinschaftsschulen (GemS). Die Schülerinnen und                      können Schülerinnen und Schüler mit dem Förderstatus Schüler nehmen verbindlich an vergleichenden Arbeiten                      „Lernen“ den berufsorientierenden Abschluss (BOA) in Deutsch und Mathematik teil und müssen für den Er-                      erwerben. Die Drucksachen des Abgeordnetenhauses sind bei der Kulturbuch-Verlag GmbH zu beziehen. Hausanschrift: Sprosserweg 3, 12351 Berlin-Buckow · Postanschrift: Postfach 47 04 49, 12313 Berlin, Telefon: 6 61 84 84; Telefax: 6 61 78 28.
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Abgeordnetenhaus Berlin – 17. Wahlperiode                                                            Drucksache 17 / 16 833 4. Welche Maßnahmen sind aus der Sicht des Senats            5. Hält der Senat es für notwendig, zu Reduzierung notwendig, um die Zahl der Berliner Schulabgänger/-          der Zahl der Berliner Schulabgänger*innen ohne Ab- innen ohne Abschluss zu verringern und welche dieser         schluss die Lehrkräfteausstattung pro Schule auf 105% Maßnahmen setzt der Senat bis wann um?                       bis 110% zu erhöhen, mehr Sozialarbeiter*innen und Erzieher*innen einzustellen, sodass ein breites Fachkräf- Zu 4.: Der Senat hat im März 2015 das von der Sena-      teteam Sozial- und Leistungsprobleme von Schüler*- torin für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Sandra           innen auffangen kann und mit individueller Förderung Scheeres, vorgelegte Landeskonzept für Berufs- und Stu-      mehr Schüler*innen zu erfolgreichen Abschlüssen verhel- dienorientierung beschlossen. Alle Schülerinnen und          fen kann? Schüler bekommen damit künftig entsprechend ihren                a) Wenn nein, warum nicht? Lernvoraussetzungen und Fähigkeiten sowie ihrer Leis-            b) Wenn ja, inwiefern trägt der Senat im Haushalts- tungsbereitschaft Angebote zur weiteren Förderung ihrer      entwurf 2016/17 dafür Sorge, dass mehr pädagogische Berufswahlkompetenz und nehmen an Maßnahmen der              Fachkräfte an Schulen beschäftigt werden können? Berufs- und Studienorientierung (BSO) teil. Zu 5.: Nein. Eine erhöhte Lehrkräfteausstattung und Die Integrierten Sekundarschulen und die Gymnasien       mehr Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter erhalten für die Funktion des Koordinators bzw. der Ko-      tragen nicht automatisch dazu bei, dass mehr Schülerin- ordinatorin der Berufs- und Studienorientierung zusätz-      nen und Schüler den bestmöglichen Schulabschluss errei- lich je Schule aufwachsend sechs Stunden. Im Schuljahr       chen. Die Verbesserung der Lernbedingungen erfolgt 2015/16 erhalten die ISS zwei, die Gymnasien eine Stun-      qualitativ, unter anderem durch eine Verstärkung der de. Gemeinsam mit der Berufsberaterin bzw. dem Berufs-       Berufs- und Studienorientierung, die ab diesem Schuljahr berater der Agenturen für Arbeit und einer Lehrkraft eines   realisiert wird (vgl. Antwort zu Frage 4). Oberstufenzentrums bilden diese das Berufs- und Studi- enorientierungsteam (BSO Team) an den ISS. Dieses ist eng verzahnt mit der Jugendberufsagentur, die ebenfalls      Berlin, den 07. September 2015 im März 2015 vom Senat beschlossen wurde. Im Rahmen des Dualen Lernens und durch die BSO                                   In Vertretung Teams werden Inhalte schulischen Lernens mit Inhalten aus dem Wirtschafts-, Berufs- und Arbeitsleben sinnvoller                            Mark Rackles verknüpft. Schülerinnen und Schüler erkennen dadurch                        Senatsverwaltung für Bildung, eine realistische Perspektive für den Weg ins Berufsleben                      Jugend und Wissenschaft und damit auch mehr Sinnhaftigkeit im schulischen Ler- nen. Die Notwendigkeit von Schulabschlüssen als Zu- gangsvoraussetzung in eine duale Ausbildung oder ein         (Eingang beim Abgeordnetenhaus am 09. Sep. 2015) Studium wird deutlicher und dadurch die Anstrengungs- bereitschaft für das Erreichen eines Schulabschlusses erhöht. Darüber hinaus verweise ich auf die Antwort zu Frage 8 in der Kleinen Anfrage Nr. 17/12329. 2
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Schriftliche Anfrage 17/16833                                                                    Anlage 1 1. Nicht bestandene Abiturprüfungen in den Schuljahren 2013/14 und 2014/15 Abiturprüfung nicht bestanden Bezirk                                     2013/2014                          2014/2015 absolut          in Prozent        absolut         in Prozent Mitte                                48                 5,3              43               4,7 Friedrichshain / Kreuzberg           22                 2,8              41               4,7 Pankow                               21                 2,1               9               0,8 Charlottenburg / Wilmersdorf         43                 2,8              37               2,4 Spandau                              31                 3,7              21               2,5 Steglitz / Zehlendorf                36                 2,2              32               1,9 Tempelhof / Schöneberg               24                 2,0              23               1,9 Neukölln                             50                 5,1              53               5,6 Treptow / Köpenick                   17                 2,2              28               3,0 Marzahn / Hellersdorf                16                 2,4              16               2,5 Lichtenberg                          28                 4,0              27               3,5 Reinickendorf                        28                 2,4              37               2,9 Berlin (öffentliche Schulen)        364                 3,0             367               2,9 Berlin (inkl. Privatschulen)        369                 2,9             376               2,7
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Schriftliche Anfrage 17/16833                                                                               Anlage 2 1. Bestehensquote für die Berufsbildungsreife im 9. Jahrgang im Schuljahr 2013/14 Teilnahme an          davon BBR              BBR nicht Bezirk der BBR               bestanden             bestanden in                     in absolut               absolut Prozent                Prozent Mitte                          1289           53 %         677       47 %        612 Friedrichshain/ 1069           62 %         662       38 %        407 Kreuzberg Pankow                         1084           79 %         853       21 %        231 Charlottenburg/ 904            74 %         667       26 %        237 Wilmersdorf Spandau                        1529           71 %        1090       29 %        439 Steglitz/ 965            81 %         785       19 %        180 Zehlendorf Tempelhof / 1568           77 %        1214       23 %        354 Schöneberg Neukölln                       1786           57 %        1014       43 %        772 Treptow / 1103           81 %         894       19 %        209 Köpenick Marzahn / Hellersdorf          1150           69 %         795       31 %        355 Lichtenberg                    1247           78 %         974       22 %        273 Reinickendorf                  1431           69 %         993       31 %        438 Insgesamt                     15.125          70%        10.618      30 %       4.507 2. Bestehensquote für MSA/eBBR im 10. Jahrgang im Schuljahr 2013/14 Teilnahme       davon MSA              davon eBBR               MSA/eBBR nicht Bezirk             MSA/eBBR        bestanden              bestanden                bestanden in                      in                     in absolut       absolut                 absolut                  absolut Prozent                 Prozent                Prozent Mitte                  1583          1135      71,6 %         259      16,4 %          189     11,9% Friedrichshain/ 1335          1075      80,5 %         173      13,0%           87      6,5 % Kreuzberg Pankow                 2055          1803      87,7 %         118       5,7 %          134     6,5 % Charlottenburg/ 2291          2015      88,0 %         125       5,5 %          151     6,6 % Wilmersdorf Spandau                1765          1381      78,2 %         211      12,0 %          173     9,8 % Steglitz/ 2250          2089      92,8 %          79       3,5 %          82      3,6 % Zehlendorf Tempelhof / 2389          2009      84,1 %         209       8,8 %          171     7,2 % Schöneberg Neukölln               2067          1511      73,1 %         335      16,2 %          221    10,7 % Treptow / 1519          1318      86,8 %         111       7,3 %          90      5,9 % Köpenick Marzahn / 1328          1089      82,0 %         157      11,8 %          82      6,2 % Hellersdorf Lichtenberg            1397          1162      83,2 %         146      10,5 %          89      6,4 % Reinickendorf          1789          1484      83,0 %         189      10,6 %          116     6,5 % Insgesamt             21.768        18.071     83,0 %        2112      9,7 %          1585     7,3 %
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