Drucksache 17 / 14 013 Schriftliche Anfrage 17. Wahlperiode Schriftliche Anfrage der Abgeordneten Katrin Lompscher (LINKE) vom 17. Juni 2014 (Eingang beim Abgeordnetenhaus am 18. Juni 2014) und Antwort Koevolution der Moderne in Berlin – Wie weiter mit Karl-Marx-Allee und Interbau 1957 nach dem vorerst gescheiterten Weltkulturerbe-Antrag? Im Namen des Senats von Berlin beantworte ich Ihre Der Senat hat weiterhin die Kommunikation und Ver- Schriftliche Anfrage wie folgt: breitung der Idee direkt - z.B. durch Unterstützung des Kolloquiums der Hermann-Henselmann-Stiftung im De- Frage 1: Wie hat der Senat auf die Aussage des Fach- zember 2014 - und indirekt durch intensive Kommunika- beirates der KMK reagiert, den Berliner Antrag, Karl- tion der Idee bei allen sich bietenden Gelegenheiten un- Marx-Allee und Interbau 57 gemeinsam für die deutsche terstützt. Liste des Weltkulturerbes zu nominieren, nicht zur Auf- nahme zu empfehlen? Frage 3: Welche Aussichten sieht der Senat dafür, den Antwort zu 1: Der Senat hat das Ergebnis des von der Antrag im Dialog mit Bürger- und Fachinitiativen weiter- Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) eingesetzten zuentwickeln und zu einem späteren Zeitpunkt erneut zu Fachbeirates enttäuscht und mit großem Bedauern zur stellen? Kenntnis genommen. Mit Blick auf das Anliegen der KMK, der "global stra- Antwort zu 3: Nach Aussagen im Bericht des Fachbei- tegy" der UNESCO zu folgen, wonach das Tempo von rates wird die Idee des Antrags durch diesen gewürdigt. Neueintragungen in die Welterbeliste entschleunigt wer- Da die Architektur aus der zweiten Hälfte des 20. Jahr- den soll und infolge des Eurozentrismus der Liste künftig hunderts und Stätten, die die ehemalige Trennung Euro- insbesondere Vorschläge anderer Kontinente Priorität pas dokumentieren, einer unterrepräsentierten Kategorie genießen sollen, erkennt Berlin jedoch das Ergebnis des der Welterbeliste angehören, empfiehlt der Fachbeirat, die Fachbeirates an. Danach enthält die neue deutsche Tenta- Thematik weiter zu erforschen. tivliste neun Positionen und wird wesentlich schneller Da dem Senat bekannt ist, dass sowohl zur Thematik abgearbeitet sein als die bisherige (1998 bis 2016). als auch zu den ausgewählten Gebieten bereits umfang- reiche Forschungen vorliegen, wird zunächst genauer zu Mit Blick auf fachliche Fragen zu inhaltlichen Aussa- prüfen sein, welche Aussichten tatsächlich für den Erfolg gen des Berichts hat Berlin dem Beschluss der KMK zur einer erneuten Bewerbung für die Welterbeliste bestehen. Annahme der neuen Tentativliste nicht zugestimmt. In die Prüfung einbezogen werden sollte dabei, das von der KMK für 2015 in Aussicht genommene Sympo- Frage 2: Welche Maßnahmen hatte der Senat im Vor- sium zur weiteren Fortschreibung der deutschen Tentativ- feld ergriffen, auch angesichts der breiten politischen liste, auf dem Handlungsempfehlungen für Länder und Unterstützung Berliner Bundes- und Landespoliti- Kommunen sowie ein Zeitplan erarbeitet werden sollen. ker/innen für diese Initiative, um dem Berliner Antrag Nachdruck zu verleihen und für den Antrag übergreifende Unterstützung zu mobilisieren? Frage 4: Wie beurteilt der Senat den von den Initiati- ven entwickelten Vorschlag, die betreffenden Ensembles Antwort zu 2: Beeindruckt von der Antragsinitiative auch - unabhängig von nationalen und internationalen und der bereits seit 2012 vorhandenen breiten bürger- Antragsverfahren - als Gebiete „Städtebaulicher Denk- schaftlichen und politischen Unterstützung hat sich der malschutz“ auszuweisen und damit die Möglichkeit zu Senat in kürzestem Zeitraum 2012 für eine Nominierung eröffnen, Fördermittel für die Sicherung und Weiterent- des Vorschlags als Thema für die neue deutsche Tentativ- wicklung des denkmalgeschützten Bestandes und seines liste entschieden und dem Vorschlag einen der beiden Umfeldes zu akquirieren? Plätze, über die das Land verfügte, zugebilligt. Die Drucksachen des Abgeordnetenhauses sind bei der Kulturbuch-Verlag GmbH zu beziehen. Hausanschrift: Sprosserweg 3, 12351 Berlin-Buckow · Postanschrift: Postfach 47 04 49, 12313 Berlin, Telefon: 6 61 84 84; Telefax: 6 61 78 28.