Abgeordnetenhaus Berlin – 17. Wahlperiode Drucksache 17 / 13 825 Für den Zoo liegen keine detaillierten Daten vor. Die 6. Wie wird die Abgabe der psychoaktiven bzw. an- Verabreichung der Arzneimittel erfolgt jedoch nach den- dere unter Frage 1 genannte Substanzen an die Tiere do- selben Indikationen und grundsätzlich bei denselben Tier- kumentiert? arten wie in den Spalten 3 und 4 für den Tierpark aufge- führt. Zu 6.: Die Applikation der Substanzen wird von Tier- ärzten dokumentiert. 3. Wie wird in den Fällen, in denen regelmäßig oder wiederholt psychoaktive Substanzen verabreicht wurden, 7. Sind die Medikamentenbücher lückenlos geführt, sichergestellt, dass bei Tieren keine Drogenabhängigkeit unterstützt durch regelmäßige Inventur der Zooapotheke, generiert wird, insbesondere bei der Verwendung von und wie wird widrigenfalls sichergestellt, dass psychoak- körperlich abhängig machenden Substanzen wie bei- tive oder andere Substanzen nicht zweckwidrig verwendet spielsweise Stoffe aus der Gruppe der Benzodiazepine? oder gar entwendet werden (Stichwort Schwarzhandel)? Zu 3.: Eine regelmäßige oder wiederholte Verabrei- Zu 7.: Kontrollen der tierärztlichen Hausapotheken chung psychoaktiver Substanzen an Einzeltiere oder Tier- des Tierparks am 15.05.2014 und des Zoos am gruppen erfolgt nicht. 14.05.2014 durch das Landesamt für Gesundheit und Soziales ergaben keine Beanstandungen bei der Doku- mentation der Arzneimittelverwendung. Psycho- 4. Wer ist, in Fällen, in denen keine tierärztliche Auf- pharmaka werden nur in einem verschlossenen Kühl- sicht gegeben ist, für die Verabreichung psychoaktive schrank in der Apotheke, Etorphin zusätzlich in einem oder andere unter Frage 1 genannte Substanzen zuständig, Panzerschrank, zu denen nur die Tierärzte einen Schlüssel und wer ordnet, in Fällen ohne tierärztliche Indikation, die besitzen, gelagert. Verabreichung solcher Substanzen an? Zu 4.: Entfällt. 8. Gibt es Überlegungen im Berliner Zoo bzw. im Tierpark Berlin, ähnlich wie z.B. im Baseler Zoo auf natürliche, pflanzliche Substanzen als Stimmungsaufhel- 5. Ist der Schlüssel, nach dem 2 Tierärzte in den Ber- ler zurückzugreifen, um Tieren, die in Gefangenschaft liner Zoos für 20.000 Tiere zuständig sind, zutreffend, leben, die Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheiten wenn nein wie lautet der korrekte Schüssel, und kann der erträglicher zu machen? Senat sicherstellen, dass unter diesen Bedingungen eine ausreichende tierärztliche Betreuung und Überwachung Zu 8.: Nein. der Tiere, denen psychoaktive oder andere unter Frage 1 genannte Substanzen verabreicht wurden, gegeben ist? 9. Hat der Senat eine Strategie, die Verabreichung Zu 5.: Der angeführte Schlüssel ist nicht zutreffend. von psychoaktive oder andere unter Frage 1 genannte Zutreffend ist, dass im Tierpark Berlin zwei festangestell- Substanzen an Zootiere zu minimieren, und mittelfristig te Tierärzte sowie ein Tierarzt auf Honorarbasis (Wo- eine Verabreichung solcher Substanzen auf die Einzelfälle chenendvertretung) für die prophylaktische und therapeu- zu reduzierten, in denen andere Maßnahmen nicht mög- tische Betreuung der Säugetiere (1283 Tiere), der Vögel lich sind und die Verabreichung der Substanzen aus tier- (2374 Tiere), der Reptilien (529 Tiere), der Amphibien ärztlicher Sicht unabdingbar ist? (55 Tiere) und der Fische (936 Tiere) zuständig sind (Stand 31.12.2013). Im Zoo sind zwei festangestellte Zu 9.: Der Einsatz der genannten Substanzen bei Tie- Tierärzte sowie eine Tierärztin auf Honorarbasis für die ren des Tierparks erfolgt aus-schließlich in Einzelfällen tierärztliche Betreuung von 1044 Säugetieren, 2092 Vö- nach tierärztlicher Maßgabe. geln und 8625 Tieren des Aquariums verantwortlich (Stand 31.12.2013). Es ist nicht Aufgabe des Senats, eine ausreichende tierärztliche Betreuung des Tierbestandes im Berlin, den 3. Juni 2014 Tierpark und im Zoo sicherzustellen. Der Senat geht aber davon aus, dass beide Einrichtungen die tierärztliche Betreuung ihrer Tiere sicherstellen. In Vertretung Sabine Toepfer-Kataw Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz (Eingang beim Abgeordnetenhaus am 05. Jun. 2014) 2