Digitalisierung von Kulturgut in Baden-Württemberg – Chancen ergreifen

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Landtag von Baden-Württemberg                                                           Drucksache 16 / 1445 Es wurden bereits einige Schritte unternommen: –	Die Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Gedenkstätteninitiativen (LAGG) und die LpB waren als Kooperationspartner an der Ausrichtung des 60. Bundesgedenkstättenseminars in Bad Urach beteiligt, das die aktuellen He- rausforderungen der Archivarbeit und Chancen der Digitalisierung in den Mit- telpunkt rückte. Zentrale Zielsetzungen für die Gedenkstättenarbeit wurden in einem Thesenpapier zusammengefasst, abzurufen unter: http://www.gedenkstaettenforum.de/nc/gedenkstaetten-rundbrief/rundbrief/ news/archivarbeit_an_gedenkstaetten/ –	2015 legte das Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg KZ-Gedenkstätte Ulm (DZOK) einen Leitfaden zur Archivarbeit vor, der die Ergebnisse des von Bund und Land geförderten Pilotprojekts zur Archivarbeit am DZOK zusammenfasst. Der Leitfaden „Das materielle Erbe der Zeitzeugen sichern. Informationen und Anleitungen zur Archivarbeit am Beispiel des Dokumentationszentrums Oberer Kuhberg Ulm“ wurde allen Gedenkstätten im Land zur Verfügung gestellt. Er ist zudem online auf der Homepage des DZOK und der LpB abrufbar: http://www.gedenkstaetten-bw.de/fileadmin/gedenkstaetten/pdf/materielle_ erbe_zeitzeugen.pdf –	2015 setzte die LAGG den Arbeitskreis Archivarbeit ein, der eine Bestands- abfrage bei den Gedenkstätten durchführte und eine Excel-Tabelle als Vorlage zum Verzeichnen und Archivieren erstellte, die auch als Grundlage künftiger Datenbanken dienen kann. Infos dazu: http://www.gedenkstaetten-bw.de/archiv- arbeit_gedenkstaette.html –	2016 boten LAGG und LpB die Fortbildung „Einführung in die Archivarbeit an Gedenkstätten“ an, die am Hauptstaatsarchiv Stuttgart stattfand. Die Digitalisierung der Bestände der baden-württembergischen Gedenkstätten befindet sich jedoch noch in ihren Anfängen. Die Gedenkstätten, die größtenteils auf ehrenamtlichem Engagement beruhen, weisen nicht durchgehend ausreichend finanzielle und personelle Kapazitäten auf. Sie sind zudem auf die Kooperation von staatlichen Archiven in Bund, Land und Kommunen angewiesen. Teilweise wurden hier Möglichkeiten erarbeitet, in kommunalen Archiven Sonderbestände der Gedenkstätten einzurichten. Im Zusammenhang mit der Forderung, die digi- talisierten Bestände einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, sind noch rechtliche Voraussetzungen bzgl. des Umgangs mit sensiblen Daten zu prüfen. 24. Inwieweit haben sich Museen und Sammlungen des Landes auf das veränderte Kommunikationsverhalten ihrer Besucher eingestellt und die Präsentation ih- rer Ausstellungsobjekte durch digitale Anwendungen ergänzt? Die staatlichen Museen stellen in ihren Sammlungen nicht nur Audioguides und Mediaguides, sondern teilweise auch Tablets zur Verfügung. Die Homepages der Museen werden ständig überarbeitet und auf den neuesten Stand gebracht. Ferner werden regelmäßig Social Mediakanäle bedient, Blogger-Treffen sowie auch pro- jektbezogene Online-Blogs organisiert. Auch interaktive Spiele können in einigen Museen bereits gespielt werden. Gegenwärtig arbeiten die Museen mit Unterstützung des Wissenschaftsministe- riums an der Entwicklung von Digitalisierungsstrategien. Von der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg mbH wurde als Hilfestellung für die Mu- seen der Leitfaden „Open Up! Museum“ zur Entwicklung digitaler Strategien im Museumsbereich herausgegeben. Vier staatliche Museen und zwei nichtstaatliche Museen werden von der Medien- und Filmgesellschaft im Rahmen eines Pilot- projektes in einem Coaching-Programm bei der Erstellung digitaler Strategien 11
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Landtag von Baden-Württemberg                                                           Drucksache 16 / 1445 unterstützt. Für die übrigen Landesmuseen werden von der Medien- und Film- gesellschaft Workshops angeboten. Im Rahmen der Digitalisierungsoffensive des Landes ist vorgesehen, für die staatlichen Museen digitale Vermittlungsprogramme zu fördern. Bauer Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst 12
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