Umsetzung des Maßnahmenpaketes zur nachhaltigen Reduktion von Schwarzwild
8 Wie wurden die entstandenen Schäden bei Ihnen in den letzten fünf Jagdjahren üblicherweise beglichen? Jäger und Landwirte Forstleute Maßnahme Nennungen n I % n % Das Verhältnis zwischen Landwirten und Jägern ist sehr gut; Schäden werden „natural" ausgeglichen bzw. bei deren Behebung 58 21 28 28 wird mitgeholfen. Die Schadenshöhe wird gemeinsam ohne amtlichen Schätzer 79 28 24 24 ermittelt und der Verlust wird finanziell ausgeglichen. Jäger und Landwirt konnten sich bislang immer gütlich einigen. 85 30 30 30 Die Schadenshöhe wird gemeinsam mit dem Landwirt und Jäger unter Hinzuziehung der Gemeinde und des amtlichen Schätzers 28 10 13 13 ermittelt und der Verlust wird finanziell ausgeglichen. In 1-2 Fällen wurde ein Vorverfahren eingeleitet. 5 2 2 2 In 1 Fall kam es zu einer Klage. 3 1 1 1 Geringe Schäden, keine Regulation, Begrenzung im Pachtvertrag. 2 1 0 0 Bei uns gibt es eine Wildschadensausgleichskasse aus der 21 7 1 1 entstandener Schaden beglichen wird. — 281 100 99 100 — Abb. 2: Regelung des Wildschadensersatzes. Effekt der Ablenkfütterung aus Sicht der befragten Landwirte "Wird der Wildschaden durch den Betrieb der Ablenkfiitterung reciuzieit? Wie schätzen Sie den Effekt ein?" ;',cii -2,h1 Nennungen in %über den Säuleni o sehr deutlicher Effekt o deutlicher Effekt kaum Effekt negatier Effekt o kein Effekt o weiß nicht Nennungen (n) 26 - 39 20 16 61% 49% 31 53% 18 10 19 14 5- 6 2 0 0 bei uns in Nachbarreviern in der Region Abb. 3: Effekt von Ablenkfütterungen (Zahlen über den Säulen Nennungen in %).
-9 Bejagungsarten auf Schwarzwild Wie bejagten Sie die Sauen in Ihrem 14e‘'7ier im letzten Jagdjahr?" Nennungen (n) 24 te's 80 o Enzelansitz ohne Kirrung (auch an Sc hadflächen) Sam m elansitz an Kiikung' ; 60 - 16 O Sam m elansitz ohne Virrtins,.-- • 1 13 Zufällige Erlegung 40 26 Revierübergreifende 7 Bewegungsjagd 20 0 Bewegungsjagd im eigenen 4 ReVier Pirsch 1 0 Sonstige Jagdarten (z.B. bei Getreideernte, Unfälle, Fallwilj ager Förster Abb. 4: Jagdarten auf Schwarzwild in Bayern (Antworten befragter Jäger und Förster, Zahlen über den Säulen Nennungen in %). wildbestand als hoch oder viel zu hoch ein. Die Steuerung der Raumnutzung, Schwarzwild von Streckenzahlen des Jagdjahres 2007/08 gaben den attraktiver Nahrung im Ackerland und auf Wiesen Landwirten und Forstleuten Recht. Es wurden in fernzuhalten, scheitert oft. Insbesondere wenn diesem Jagdjahr in Bayern 48.634 Stück Schwarzwild landwirtschaftlich genutzte Flächen und Wald in erlegt, 25.700 Stück mehr als im Vorjahr. enger Verzahnung das Landschaftsbild prägen, kann die bei uns übliche Form der Ablenkfütterung das Zur Brauchbarkeit des Indikators Wildschadensrisiko nicht ausreichend minimieren. „Wildschaden" Befragte Landwirte bestätigen dies (Abb. 3). Für die nähere Umgebung ihres Wirkungskreises („bei Die Bestandessituation des Schwarzwildes wird uns"), die sie am besten einschätzen können, geben offensichtlich von Jägern deutlich anders einge- 61 % an, dass von Ablenkfütterungen kein, kaum schätzt als von Landwirten oder Forstleuten. Neben ein oder sogar ein negativer Effekt hinsichtlich der der nachvollziehbar anderen Interessenslage der Wildschadenssituation ausgeht. Jäger, könnte ein Grund für die abweichende Ein- schätzung des Schwarzwildbestandes im Fehlen Einfallslose Schwarzwildjagd am Futtertrog verlässlicher Monitoringdaten liegen. Da die Jagdstreckendaten meistens nur eine retrospektive Den gleichen Raumsteuerungseffekt wie bei der Beurteilung erlauben, würden aktuelle Zahlen zu Ablenkfütterung nutzt der Jäger bei der Einzel- Wildschäden verlässlichere Prognosen erlauben. jagd an der Kirrung. Durch Futtergaben lockt er Allerdings ist diese Informationsquelle nicht nutz- Schwarzwild zur leichteren Erlegung an. Diese ein- bar, da keine brauchbare Schadensdokumentation fache, aber auch zeitintensive Form der Nachtjagd stattfindet. In aller Regel einigt man sich bei der dominiert den Reigen der Bejagungsmöglichkeiten Wildschadensbegleichung gütlich. Somit liegen des Schwarzwildes in Bayern (Abb. 4). Sie läuft keine belegbaren Informationen zur Lage der betrof- dem Ziel der Bestandesreduzierung zuwider, wenn fenen Fläche, dem geschädigten Aufwuchs oder dem durch die Futtergaben an Kirrungen schwache Schadenszeitpunkt vor (Abb. 2). Stücke Nahrungsengpässe im Winter überleben und die Reproduktion durch tendenziell besser ernährte Sauen angekurbelt wird, statt die durch Wildschadensmanagement durch Ablenk- den zusätzlichen Nahrungsinput erzeugten Sauen fütterungen durch die Jagd abzuschöpfen. Hinzu kommt, dass Von vielen Jägern wird der Betrieb von Ablenkfütte- in Mastjahren Kirrungen schlecht funktionieren, da rungen als probates Instrument zur Reduzierung der die natürliche Nahrung aus Eicheln oder Bucheckern Wildschäden angesehen. Schwarzwild soll durch für Schwarzwild viel attraktiver ist. Gut organisierte Futtergaben im Wald von attraktiven Feldfrüchten Bewegungsjagden, am besten revierübergreifend, ferngehalten werden. Der Versuch durch gezielte können einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung
- 10 - der Schwarzwildbestände leisten. Das Potential Komplizierter ist der Spagat für die Jäger, die zum dieser Jagdart mit ihren Vorteilen gegenüber der einem Passion brauchen, um zu jagen, zum anderen Einzeljagd ist bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. aber auch ihrem gesetzlichen Auftrag zur Regulie- rung von Wildbeständen nachkommen müssen. Neue Wege für altbekannte Probleme Hohe Wildschäden oder ein grassierender Schwei- nepestausbruch in Schwarzwildbeständen sind als Der dargestellte Ausschnitt an Ergebnissen der Eva- Misserfolg der Hege zu werten. Daher müssen auch luierung der ERS zeigt, wo in Zukunft Maßnahmen für die Jäger sachliche Entscheidungen die Basis ansetzen könnten, um das gemeinsam definierte Ziel des Handels darstellen, trotz aller Leidenschaft und der Reduktion der Schwarzwildbestände zu errei- Emotional ität bei der Jägerei. Das bedeutet Offenheit chen. Wenn dieses Ziel aber nicht von den wichtigen gegenüber möglichen Alternativen zum bisherigen Akteuren vor Ort mitgetragen wird, ist eine Reduktion Schwarzwildmanagennent. des Schwarzwildes unmöglich. Zielvereinbarungen, die umgesetzt und überprüft werden (Monitoring), Im Hinblick auf sinnvolle Maßnahmen wie die Inten- sind ein Schlüssel zum Erfolg. Externe Moderati- sivierung der Bewegungsjagd (wo möglich) oder die onen können helfen, die Ziele zu definieren. Die Etablierung von Monitoringsystemen sollte dies leicht Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer sind fallen. Schwieriger ist vermutlich eine Entscheidung dabei eine wichtige, vielleicht sogar die wichtigste über den Einsatz von Saufängen, Nachtzielgeräten, Interessengruppe. Als Grundeigentümer sind sie Anreizsystemen oder revierübergreifend einsetzba- nämlich in der Lage das Ziel der Schwarzwildbe- ren Einsatzgruppen aus den Reihen der Jägerschaft. wirtschaftung ganz wesentlich mit zu bestimmen. Solche Maßnahmen sollten erst in Pilotstudien auf Häufig konkurrieren dabei das Interesse an hohen ihre Praxistauglichkeit getestet werden. Jagdpachteinnahmen und der Wunsch nach mög- lichst geringen oder keinen Wildschäden. Hier und Nur wer sich auf den Prozess der Entwicklung inno- da werden sicherlich noch weitere Argumente mit in vativer regionaler Schwarzwildkonzepte einlässt, die Waagschale geworfen. Vor dem Hintergrund der wird das Ziel einer nachhaltig abgesenkten Schwarz- sich zuspitzenden „Lage an der Schwarzwildfront" wildpopulation als „win-win Situation" begreifen. dürfte ein sachgerechter Abwägungsprozess relativ leicht herbeizuführen sein. Nur revierübergreifend lösbar Schwarzwildbejagung im Unternehmen Bayerische Staatsforsten Die „Schwarzwildbejagung" hat sich in den Bayerischen Staatsforsten (BaySF) zu einem Schwerpunktthema entwickelt. Bayernweit gehen Strecken seit langem nach oben. Die Daten der BaySF können sich aber sehen lassen und spiegeln die Anstrengungen wider, dieser landeskulturellen Aufgabe gerecht zu werden. Um Schäden auf den umliegenden Feldern und diese effiziente Methode des „Streckemachens" Wiesen zu vermeiden, haben die Bayerischen kann nachhaltig dazu beitragen, die hohen Schwarz- Staatsforsten ein Bejagungskonzept entwickelt, dem wildbestände einzudämmen und das Ausufern der folgende Eckpunkte zugrunde liegen: Wildschäden zu stoppen. Während der schadensträchtigen Zeit erfolgt im Jagdstrecken Kern größerer Waldgebiete keine Bejagung, um Die Grafik zeigt die Streckenentwicklung seit dem das Schwarzwild nicht aus den Einständen auf Jagdjahr 1993/94 in der Regiejagd (= nicht verpach- die Felder zu treiben. tete Staatsjagden). Ein deutlicher Beweis für das hohe An den Waldrändern wird das ganze Jahr über Engagement der Bayerischen Staatsforsten in Sachen scharf gejagt. Entwicklung der Schwarzwildstrecke Nach dem Abernten der Felder im Herbst und in der Regiejagd des Staatswaldes Winter werden möglichst revierübergreifende [2000 - -0- Gesamtstrecke Schwarzwild -0- Auf Bewegungsjagden erlegtes Schwarzwild Bewegungsjagden (Drückjagden) auf Schwarz- [0000 9-633 9675 9053 wild und die anderen Schalenwildarten durch- 8000 8035 7451 7459 geführt. :g 6000 - 5082 5415 5406 Das Konzept lehnt sich eng an die geltenden Richtli- 4022 4626 4089_ 4(88) 3828 2998 nien für die Hege und Bejagung des Schalenwildes in 3622 3461 2000 - 19,96 ../C7g/I Bayern, speziell an die Empfehlungen zur Reduktion 1829 überhöhter Schwarzwildbestände an. Revierüber- greifende Bewegungsjagden bilden innerhalb dieses e 4,` e•` e", e"..7\ Jagdjahr Konzepts den zentralen Schlüssel zum Erfolg. Nur
Schwarzwildreduktion. Mit durchschnittlich knapp senschaften auf eine restriktive Auslage von Kirrma- zwei erlegten Stück Schwarzwild pro 100 Hektar terial achten. Ziel ist, die Kirrjagd sukzessive durch Jagdfläche weist das Unternehmen im Jagdjahr 2008 revierübergreifende Bewegungsjagden zu ersetzen. eine nahezu doppelt so hohe Abschussquote wie die sonstigen Eigen- und Gemeinschaftsjagdreviere Großflächig jagen Bayerns auf. Der starke Streckenrückgang im Jagdjahr 2006/07 war bedingt durch einen besonders milden Drückjagden können nur effizient und erfolgreich Winter in Verbindung mit einer Vollmast von Buche sein, wenn alle Angrenzer/Reviernachbarn sich und Eiche. beteiligen. Auch hier können die Jagdgenossen einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie ihre Pächter zur Teilnahme auffordern und so zur notwendigen Großflächigkeit der Jagden beitragen. Bei entspre- chender Größe sowie grenzüberschreitender Beja- gung können die in Bewegung gebrachten Rotten mehrfach beschossen und damit höhere Strecken erzielt werden. Bei der Schwarzwildreduktion wird bei den BaySF auch die Beteiligung privater Jäger forciert. Deren Anteil an der Schwarzwildstrecke liegt bei 79 Pro- zent. Darüber hinaus investieren die Bayerischen Staatsforsten viel Geld in die schießtechnische Aus- Revierübergreifende Bewegungsjagden sind unverzichtbar. und Fortbildung ihrer Jagdgäste und Beschäftigten. (Foto: Kellerer) Dies steigert die Effizienz, gewährleistet waid- und tierschutzgerechte Jagd und mindert das Risiko von Jagdmethoden Jagdunfällen. Die Kirrjagd, bei der die Sauen durch Futtergaben Abschließend bleibt nochmals festzuhalten: Die (meistens Mais) an die Ansitzeinrichtungen gelockt Bayerischen Staatsforsten leisten durch die kon- werden, stößt in solchen Jahren an ihre Grenzen. sequente Umsetzung des Bejagungskonzeptes für Durch den Klimawandel werden schnee- und frost- arme, milde Winter immer häufiger, und die klassi- schen Laubbaumarten Eiche und Buche tragen öfter Ärtgerechte Eräährung für Reh.. Rel. und Darnw.,1 Mast. In diesen Jahren nimmt das Schwarzwild die utter.de Kirrungen nicht regelmäßig an. Gut organisierte, revierübergreifende Bewegungsjag- den erbringen dagegen konstant und effektiv hohe Strecken und machen die Bejagung unabhängig vom Wetter. Der Streckenrückgang auf Bewegungsjagden fiel im Jagdjahr 2006 viel geringer aus als bei den sonstigen Jagdmethoden und dem Gesamtabschuss (Grafik). Fast die Hälfte aller Wildschweine wurde 2006 auf den Bewegungsjagden erlegt. In den Fol- cee». gejahren mit kalten und schneereichen Wintern verschob sich der Anteil wieder leicht zugunsten Übung macht den Meister (Foto: BaySF) der Kirrjagd. Schwarzwild, insbesondere den revierübergreifen- Die Kirrjagd hat jedoch einen weiteren gravieren- den Bewegungsjagden einen überdurchschnittlichen den Nachteil. Rechnet man Angaben aus aktuellen Beitrag zur Reduktion der Schwarzwildbestände in Umfragen und Untersuchungen hoch, werden bis Bayern. Lediglich circa 30 Prozent der Waldfläche über 100 kg Mais pro erlegtem Stück ausgebracht. und zehn Prozent der Jagdfläche Bayerns werden Solche Mengen kurbeln die Vermehrung beim von den Bayerischen Staatsforsten bewirtschaftet mit Schwarzwild stark an und führen zu einer Zunahme einem Großteil der Flächen im Hochgebirge, wo es und weiteren Ausbreitung. Deshalb wird die Kirr- wenig oder gar kein Schwarzwild gibt. jagd in den Bayerischen Staatsforsten sehr restriktiv gehandhabt. Anzustreben ist in etwa nur eine Kirrung Mit revierübergreifenden Bejagungsstrategien und pro 100 Hektar Waldfläche bei zurückhaltender einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den Ausbringung von Kirrmaterial, in größtmöglicher Jagdnachbarn lässt sich für alle Grundbesitzer das Entfernung zu landwirtschaftlichen Flächen. In Ziel erreichen: Eine nachhaltige Absenkung der über- kleinen Waldparzellen der Regiejagdfläche wird die höhten Schwarzwildbestände und der Wildschäden. Kirrjagd auf Schwarzwild grundsätzlich untersagt. Claus Beck, BaySF, Regensburg Die Beschäftigten achten auf die Umsetzung dieser Vorgaben. Die Bayerischen Staatsforsten wünschen Abdruck mit freundlicher Erlaubnis des Bayerischen sich, dass auch Grundeigentümer und Jagdgenos- Landwirtschaftlichen Wochenblatts 3
Mitteilungen für Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer Nummer 3/4 Dezember 2008 Jahrgang 24 Bayerischer Bauern Verband INHALT Wachsende Herausforde- rungen an die Jagd lete4-'4,* Brennpunkt Schwarzwild ,5.eje,47,2 Für Sie gelesen :eiteröM Bundesarbeitsgemeinschaft zu Gast in Bayern oii Der Wildschadensersatz im Jagdpachtvertrag Seite 12-14 Wildschadensersatz - wann ist der Landwirt in der Pflicht? Seitel4 Jagdrecht in Kürze Seite 15 Das ZLF baut Brücken Seite 15-16 Jagdrecht bleibt auf Augen- höhe mit Naturschutzrecht! S -16247 Ministerien neu besetzt •Seite 17 Schwarzwild bundesweit sprichwörtlich explodiert Seite 18-19 Bayerischer Agrarbericht Seite 20-23 Neue Bücher Wussten Sie schon, dass... Seite 24
-4 Keine Beschneidung der Verbissinventur Erkenntnisgewinn für die Abschussplanung ist jedoch erheblich. Schließlich kann verglichen werden, wie "Sollstammzahlen in Anlehnung an die Förderricht- sich die Baumartenanteile im Laufe der Zeit durch linien" und „nur noch Leittriebverbiss erfassen und auf die Baumsämlinge unter 20 cm verzichten", den Wildverbiss verändern, Stichwort Entmischung lautet ein Vorschlag des BJV-Papiers. Eine derartige der waldbaulich wertvollen Baumarten. Die ARGE Einschränkung der waldbaulichen Spielräume der hält deshalb die Aufnahme des Wildverbisses von Waldbesitzer lehnt der Bayerische Bauernverband Pflanzen unter 20 cm für unverzichtbar! entschieden ab. Es ist Bestandteil des Eigentums- Wie der Landesjagdverband legt der Berufsstand rechts, dass der Waldbesitzer individuell auswäh- größten Wert darauf, dass das Forstliche Gutachten len kann, auf welche Pflanze er waldbaulich setzt. unter möglichst objektiven Bedingungen zustande Jegliche Beschränkung auf eine festgelegte Zahl kommt. Deshalb hat die ARGE stets ein Höchst- würde zu einem nicht hinnehmbaren Rechtsverlust maß an Transparenz eingefordert und so bereits führen. Untermauert wird die Auffassung der ARGE wesentliche Verbesserungen erreicht. Insbesondere vom Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs ist auch in Zukunft flächendeckend sicherzustellen, aus dem Jahr 1992. Dieses Urteil gibt verbindlich dass Waldbesitzer, Jagdvorstände und Jäger bei den vor, dass der Waldbesitzer das natürliche Verjün- gungspotenzial nutzen können muss und seine Außenaufnahmen vor Ort beteiligt werden, denn hier Entscheidungsfreiheit nicht von vornherein durch kann sich ein jeder mit eigenen Augen überzeugen, Wildverbiss eingeschränkt werden darf. Ein Verzicht dass die Gutachter sachgerecht arbeiten. Dies hat der Aufnahme der Verjüngung unter 20 cm würde sich bewährt und ist auch künftig bestmöglich sicher- jedoch eine Einschätzung dieses Rechtsanspruchs zustellen. Um die Akzeptanz zu verbessern, wird unmöglich machen. Dadurch, dass in dieser Schicht vorgeschlagen, dass die ARGEn auf Landkreisebene ohnehin nur der Leittriebverbiss erfasst wird, hält weitere Aufklärungsveranstaltungen für die Jagdge- sich der Aufwand erfahrungsgemäß in Grenzen, der nossenschaften und Waldbesitzer durchführen. III Brennpunkt Schwarzwild Die Schwarzwildstrecke hat sich im vergangenen Jagdjahr 2007/2008 in Bayern auf über 48.000 Stück mehr als verdoppelt. Die Anstrengungen der Jäger erkennt die Landesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer im Bayerischen Bauernverband (ARGE) in seiner Arbeitstagung in Augsburg ausdrücklich an. Die zahlreichen Klagen von Landwirten über Wildschäden in ihren Feldern und Wiesen zeigen jedoch, dass die Sauen vielerorts trotzdem noch intensiver bejagt werden müssen. Die Vertreter der Jagdrechtsinhaber stellen heraus, dass Schwarzwild aufgrund seiner Lebensweise und der Größe ihrer Streifgebiete nur in revier- übergreifender Zusammenarbeit aller Beteiligten - Jagdgenossenschaften, Landwirte, Jäger, Eigenjagdbesitzer und Staatswaldjäger - wirksam reguliert werden kann. Die Richtlinien zur Reduktion überhöhter Schwarz- aber auf Grundlage der Evaluierung durch die Lan- wildbestände, die unter der Leitung der Obersten desanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) und der Jagdbehörde im Bayerischen Staatsministerium inzwischen gesammelten praktischen Erfahrungen für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten 2002 vor Ort dringend weitere Schritte folgen müssen, gemeinsam vom Bayerischen Bauernverband, stellte Albert Robold, Sprecher der ARGE, einleitend Landesjagdverband Bayern und dem Bayerischen fest. Der ARGE liegen bereits mehrere Vorschläge Waldbesitzerverband erarbeitet wurden, waren ein ihrer Mitglieder vor, die in die Diskussion mit ein- erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung, dem fließen sollen.
-5 Schwarzwildstrecke in Bayern 60.000 55.252 54.248 50.000 48.634 40.000 := 30.000 i 22.934 20.000 10.000 90/91 00/01 02/03 03/04 04/05 05/06 06/07 07/08 Jagd ja h r „Feldzug" des Schwarzwildes Besonders auffällig ist die Tatsache, dass sich inner- halb des letzten Jagdjahres zum allerersten Mal Zunächst analysierte Reinhard Menzel vom bayeri- überhaupt die Jagdstrecke mehr als verdoppelt hat. schen Landwirtschaftsministerium die Streckenent- Dies spiegelt zum einen die verstärkten Anstrengun- wicklung beim Schwarzwild in Bayern. Eingangs gen der Jäger wider, lässt zum anderen aber auch stellte der Referent die provozierende Frage, ob denn auf einen sehr hohen Grundbestand und die enorme tatsächlich ein Konflikt existiere oder das Bild der Populationsdynamik und Vermehrungsfreudigkeit Schwarzwildproblematik lediglich durch die Bericht- erstattung in den Medien und besonders kritische der Sauen schließen. Das Streckenergebnis zeigt, Landwirte geprägt werde. Die Antwort darauf sei dem dass die Jäger rasch auf die aktuelle Entwicklung in Kürze erscheinenden Evaluierungsbericht der LWF reagiert haben. Auffällig sei aber laut Menzel im zu entnehmen und mache die eklatant unterschiedli- Vergleich zu den Vorjahren, dass 2008 trotz der che Wahrnehmung der Jäger und Landwirte über die hohen Strecke dennoch vermehrt Klagen über Einschätzung der Höhe des Schwarzwildbestandes Wildschäden laut wurden. Wie sich Bestand und in ihren Revieren deutlich. Während 61 Prozent der Jagdstrecke im laufenden Jahr weiter entwickeln, sei Jäger der Meinung waren, der Bestand sei im Jagdjahr jedoch nicht vorhersagbar, weil es bislang keine Art 2007/2008 genau richtig oder niedrig, schätzten 91 Frühwarnsystem in Form eines fundierten Bestands- Prozent der Landwirte ihn als zu hoch oder viel zu monitorings gebe. Allerdings lassen die zahlreichen hoch ein. Es verwundere deshalb nicht, dass örtlich kritischen Gespräche, die Landwirtschaftsminister vehemente Konflikte entstünden. Das Schwarzwild a.D. Josef Miller (MdL) mit betroffenen Landwirten wird allerdings fast flächendeckend von den Land- im Laufe des Jahres 2008 führte, weiterhin keine wirten als Problem empfunden und ist daher nicht Entspannung der Situation vermuten. Die steigen- wegzudiskutieren. den Wildunfallzahlen sind ebenso ein eindeutiges Einschätzung des Schwarzwildbestandes durch Jäger und Landwirte im eigenen Revier / in der Region (Zahlen über den Säulen Nennungen in %) "Wie schätzen Sie den Schwarzwildbestand im Herbst 2007 in Ihrem Revier ein?" Ne nnunge n (n) 40 61% 91% 11 viel zu hoch 30 7'7? hoch genau richtig reguliert 20 niedrig 10 10 I viel zu niedrig 4 7 kein dauerhaftes 0 0 Vorkommen Jäger Landwirte
6 Schwarzwildstrecke in Bayern (Bezirke) 20.000 17.500 15.000 12.500 10.000 7.500 -----. _.z . . _ ___-• ____. ,.....__ 0 80/81 90/91 00/01 01/02 02/03 03/04 04/05 05/06 06/07 07/08 --A-Oberbayern --7-1-Niederbayern —A-Oberpfalz Oberfranken -Az- Mittelfranken -0-Unterfranken --• - Schwaben Indiz für das häufigere Auftreten von Schwarzwild, eine gute allgemeine Kondition der Schwarzwild- wenn auch der Anteil des Fallwildes an der Gesamt- population in Folge günstiger Umweltbedingun- strecke relativ konstant ist. Im Jahr 2006/07 wurden gen (ganzjährig verfügbares Nahrungsangebot in Bayern 987 Sauen als Opfer des Straßenverkehrs z.B. auch durch häufigere Baummast bei Buche gemeldet, 2007/08 waren es 2.094 Stück. und Eiche oder auch zusätzlicher Energieeintrag in Form der Kirrung / Fütterung) sowie geringere Mit Hilfe der Streckenmeldungen der Unteren Jagd- Wintersterblichkeit (milde Winter / Klimawandel). behörden hat die Oberste Jagdbehörde die räumliche Darüberhinaus sei die Lebensraumkapazität in Ausbreitung des Schwarzwildes rekonstruiert und unserer Kulturlandschaft noch nicht ausgeschöpft, in eindrucksvolle Grafiken gefasst. Ausgehend von es fehlen natürliche Feinde und Schwarzwild genießt wenigen Kerngebieten haben die Schwarzkittel in bei vielen Jägern als jagdbares Wild hohe Attrakti- den letzten 20 Jahren nahezu ganz Bayern erobert. vität. Einen zeitlich eingeschränkten zusätzlichen Die Sauen zeigen einen so starken Ausbreitungstrieb, Migrationseffekt könnten in den nordostbayerischen dass sie in Einzelfällen selbst vor den bayerischen Gebieten zudem die Grenzöffnung zu Tschechien Alpen nicht halt machen, wie die Erlegung einer bzw. der innerdeutsche Grenzabbau Anfang der 90er Sau auf 1.500 m Meereshöhe zeigte oder die Wühl- Jahre bewirkt haben. schäden auf einer österreichischen Alm in 2.000 m Während laut Evaluierung 90 Prozent der Jäger Meereshöhe. Als generell begünstigende Faktoren zur glauben, dass der Maisanbau die Schwarzwildpro- Ankurbelung der Reproduktionsrate nennt Menzel blematik verschärfe, sehen dies nur 51 Prozent der Räumliche Ausbreitung von Schwarzwild in Bayern Je dunkler die Fläche desto höher ist die Schwarzwildstrecke.
7 Landwirte. BBV-Jagdreferent Johann Koch verwies auf eine Untersuchung der Universität Wien, wonach Richtlinie zur Bejagung des Schwarzwildes: trotz deutlichem Rückgangs der Maisanbaufläche in Intensive Bejagung unter Nutzung aller den letzten beiden Jahrzehnten die Schwarzwildbe- zulässigen Jagdarten, insbesondere Durch- stände in Österreich einen vergleichbar dramatischen führung von revierübergreifenden Bewe- Anstieg wie in Bayern aufweisen. Auch erfolgte der gungsjagden und Sammelansitzen. Forcie- Anstieg der Schwarzwildpopulation in Bayern mit rung des jagdlichen Übungsschießens (ins- 10 bis 15 Jahren Verzögerung zu dem der Maisan- besondere auf den sog. laufenden Keiler). baufläche, so dass sich unter Berücksichtigung der Ganzjähriger Abschuss von Überläufern enormen Vermehrungsrate der Schwarzkittel ein und vor allem von Frischlingen bei jeder Zusammenhang nicht herleiten lasse. Es sei jedoch sich bietenden Gelegenheit, auch ohne für jedermann nachvollziehbar, dass die Bejagung Rücksicht auf deren körperliche Stärke. des Schwarzwildes im Sommer und Frühherbst durch In der Zeit von Oktober bis Januar for- große Maisschläge erschwert werde. cierte Bejagung von Bachen unter Erhö- hung des Bachenanteils auf mindestens Bejagungsempfehlungen zu wenig umgesetzt 10 % (möglichst sogar 20 %) der Gesamt- In seinen Ausführungen zu den bestehenden strecke möglichst unter Schonung der Leit- Bejagungsrichtlinien für das Schwarzwild (siehe bachen. Kasten) stellt Menzel anhand der Ergebnisse der Intensive Schwerpunktbejagung in den Evaluierung heraus, dass bezüglich Information Feldrevieren, aber auch an der Wald-Feld- und Umsetzung der Empfehlungen sowohl bei den Grenze in den Sommermonaten, besonders Jagdgenossenschaften als auch bei den Jägern noch während der Zeit der Milchreife von Mais deutliches Verbesserungspotenzial und Handlungs- und sonstigem Getreide. Während der wild- bedarf festzustellen ist. So blieb die Einrichtung von schadenskritischen Zeit bis zum Abernten Arbeitsgemeinschaften Schwarzwild, in denen alle der Felder reduzierte Schwarzwildbejagung Beteiligten tatkräftig an Problemlösungen mitwirken, innerhalb größerer Waldgebiete; nach dem deutlich hinter den Erwartungen zurück. Auch wird Abernten der Felder verstärkte Bejagung in die weit überwiegende Zahl der Sauen an Kirrun- den Waldgebieten. gen auf der Einzeljagd erlegt, die Steigerung der Beschränkung der Kirrung auf den geringst Bewegungsjagden erfolgte trotz einiger regionaler möglichen Umfang (1 Kirrplatz je 100 ha Initiativen in der Gesamtbetrachtung eher moderat. Revierfläche beschickt mit ca. 1 kg artge- Der Anteil der Bachen an der Gesamtstrecke liege rechtem Kirrmaterial wie Getreide einschl. entgegen der Zielsetzung der Richtlinie unverändert Mais, Waldfrüchte). Abstimmung über die bei 5-6 Prozent anstelle der angestrebten mindestens räumliche und zeitliche Verteilung der 10 (möglichst 20) Prozent. Da die Richtlinien von Kirrung in der Schwarzwildarbeitsgemein- allen beteiligten Interessensgruppen grundsätzlich schaft. Im Feld grundsätzlich keine Kirrung begrüßt werden, seien die Voraussetzungen für eine bis zum Abernten. flächendeckendere Umsetzung weiterhin durchaus Intensivierung des zielgerichteten Infor- positiv. In der Diskussion wurde von der ARGE unter mationsaustausches zwischen Landwirten, anderem der Vorschlag eingebracht, dass die Unteren Waldbesitzern und Jagdpächtern über Jagdbehörden mit den Jagdbeiräten unter Einbindung Wildschäden und den Einsaatzeitpunkt der Ämter für Landwirtschaft und Forsten die Richt- gefährdeter Kulturen. linien und deren Umsetzung in ihrem Landkreis verstärkt thematisieren sollen, damit die konkrete er zunächst auf den vereinzelt immer wieder von Umsetzung der Empfehlungen und Leitsätze vor Ort Jägern wie Landwirten zu hörenden Vorwurf ein, forciert werde. Neue Impulse für eine intensivere dass im Staatswald zu wenig Sauen erlegt würden. Schwarzwildbejagung wolle zudem der Jagdverband So wurde in der Vergangenheit flächenbezogen mehr laut Menzel über die Förderung des Schießens auf Schwarzwild in den Regiejagden des Staates erlegt den laufenden Keiler durch entsprechende Ausrüs- als in den Eigenjagdrevieren, Gemeinschaftsjagdre- tung der Schießstände, die Förderung der Anschaf- vieren und verpachteten Staatsjagdrevieren (siehe fung von Verkehrsschildern zur Verkehrssicherung Grafik). 2007/2008 wurden 1,7 Stück je 100 ha von Treib- und Drückjagden und der Anschaffung Regiejagdfläche (ohne Hochgebirge) erlegt. Beck weiterer Radium-Cäsium-Messgeräte erreichen. bittet darum, diese Tatsache entsprechend zu wür- digen und machte zugleich das Angebot, dass sich Staatsforsten setzt Richtlinie um Jäger und Jagdvorsteher jederzeit an ihn wenden Claus Beck, Mitarbeiter der Bayerischen Staatsfors- könnten, wenn sie der Auffassung seien, dass in ten, betont, dass es Ziel seines Unternehmens sei, ihrem Gebiet Defizite im Staatswald vorhanden die Bejagungsrichtlinien im Staatswald bestmöglich wären. Die ARGE begrüßt dieses Angebot ausdrück- umzusetzen. Die Bejagungsstrategien der Bayeri- lich, denn nur wenn revierübergreifend miteinander schen Staatsforsten für das Schwarzwild und die gesprochen und um bestmögliche Lösungen gerun- dabei bislang erzielten Erfolge zeigte Beck der ARGE gen wird, sind die Schwarzwildbestände in den ausführlich auf. Mit der Analyse der Jagdstrecke ging Griff zu bekommen. Miteinander reden und nicht
8 /100 ha Stück Schwarzwild je 100 Hektar Regiejagd BaySF — EJR/GJRNerp.BaySF - Insgesamt 1.60 - 1,40 --o—Staat Privat 1.20 --o.— Insgesamt si 1,00 s 0.80 .19r 0,60 .19Or 0,40 e V 0,20 0,00 1990/91 1991/92 1992/93 1993/94 1994/95 1995/96 1996/97 1997/981998/99 1999/002000/01 2001/02 2002/03 2003/04 2004/05 2005/06 2006/07 2007/08 Jagdjahr übereinander reden sei das Gebot. Jagd scheitert. Gemeinsame Bewegungsjagden mit Angrenzern scheitern oft an Themen wie z.B. über- Die dramatische Entwicklung der Schwarzwildbe- jagende Hunde oder der Freigabe von Reh- und stände lässt sich zudem an dem von der BaySF aus- Rotwild. Diese Vorbehalte kann die BaySF kaum bezahlten Wildschaden ablesen, der sich gegenüber beeinflussen. Man ist deshalb gezwungen, auf ein dem Vorjahr mehr als verdreifacht hat, so Beck. Schä- effizientes Mittel zu verzichten. Die BaySF wird den treten aber ebenso im Wald auf, zum Beispiel weiterhin intensiv für revierübergreifende Jagden durch das Fressen der natürlichen Saat von Eiche bei den angrenzenden Privatjagdrevieren werben, und Buche (problematisch bei Sprengmasten), das bittet aber um Verständnis, dass anlässlich der Bewe- Ausrupfen der Jungpflanzen und anschließende gungsjagden auf Schwarzwild zum Teil auch Reh- Abbeißen der Wurzeln. Die zentralen Punkte des und Rotwild mit bejagt wird, insbesondere wenn der „Jagdkonzepts Schwarzwild" im Staatswald sind laut Abschussplan noch nicht erfüllt ist. Beck folgende: Um die Bewegungsjagden noch erfolgreicher gestal- Reduzierung des Schwarzwildbestandes nur mit ten zu können, plant die BaySF folgende Maßnah- revierübergreifender Strategie möglich men: Keine Bejagung im Kern größerer Waldgebiete Ausbau der für Bewegungsjagden notwendigen während der schadensträchtigen Zeit Infrastruktur Scharfe Bejagung an den Waldrändern das Forcierung des jagdl ichen Übungsschießens auf ganze Jahr über laufenden Keiler bzw. im Schießkino bei den Nach Abernten der Felder im Herbst und Winter Jagdgästen und dem eigenen Personal revierübergreifende Drückjagden auf Schwarz- Motivation der Jagderlaubnisnehmer für die wild und die anderen Schalenwildarten Teilnahme an den Bewegungsjagden Mit der bisherigen Bejagung ist eine Beeinflussung Förderung des Hundewesens (insbesondere Stö- des Schwarzwildbestandes kaum möglich gewe- berhunde) sen, bewertet Beck die Streckenentwicklung. Die Die derzeit oft unkoordinierte Kirrjagd will die BaySF ungeregelte Kirrjagd verschärft sogar das Problem in den Forstbetrieben stark einschränken. Ziel ist eine insgesamt, weil zusätzlich Energie in das Ökosystem sehr restriktive und professionelle Kirrjagd. In Streu- und die Reproduktionskraft der Wildtiere gebracht bezirken soll in den Staatsjagdrevieren ganz darauf werde, aber der dadurch verursachte zusätzliche verzichtet werden, im übrigen wird maximal eine Zuwachs durch die Jagd nicht ausreichend abge- Kirrung je 100 ha Waldfläche in möglichst großer schöpft wird. Entfernung zur landwirtschaftlichen Fläche, Ziel- Die sehr unterschiedlichen Verhältnisse vor Ort erlau- vorgabe sein. Hier will die BaySF freiwillig deutlich ben keine standardisierten Musterlösungen. Um in über die bestehenden amtlichen Bejagungsrichtlinien der Schwarzwildthematik vorwärts zu kommen, wird hinausgehen. die BaySF im Frühjahr 2009 mehrere betriebsinterne In der anschließenden Diskussion bewertete die Workshops zu den Themen Schwarzwild und Steige- ARGE die geplanten Schritte der BaySF als eine rung der Effizienz von Bewegungsjagden durchfüh- positive und vielversprechende Weiterentwicklung, ren. Die BaySF bedauert es sehr, dass das effektive die durchaus Vorbildcharakter haben. Die ARGE Mittel der revierübergreifenden Bewegungsjagd viel appelliert an die Jagdgenossenschaften, ihre Jagd- zu selten angewandt wird, da eine Zusammenar- pächter zur Teilnahme an revierübergreifenden beit oft an den Gegensätzen staatlicher und privater Bewegungsjagden oder Sammelansitzen aufzufor-