EICHMANN, ADOLF VOL. 3_0029

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es Kommentar verscharfte die Gesetze So sagte er .Ich dachte, es war meine Ptlicht, auf meinem Posten zu bleiben und mcin Scherflein dazu beizutragen, um den von den Nazis Verfolgten 7-U helfen." <.The Guardian", 17. Juni 1960) .i.~cklose Legende wird von Globke und seinem Patron Adenauer · . ""'""'~· ·. verbreltet. Aber selbst wenn Globke aus pers6nlichen Interessen in dem ""'··,oder anderen Einzelfall geholfen haben sollte, so enthebt ihn das nicht seiner ·. ,,.,.,. ..... Wig. Denn erstens hlitten auch Himmler und Goring und sclbst die SS Motto "Wer Jude 1st, bestimmen wir" von sich sagen kiinnen, cinigen '·'";iibolfen zu haben. Und zweitens: Sokhe Marchen kann Globkc nur denen ... ,....._•.. die selnen Kommentar nicht kennen und nicht wissen, daO er selbst .ausgearbeitet hat. , '·'?di!ID t der Juden in Deutschland stellte sdton vor Jahren dazu fest: .1. Es war, ist und bleibt die Auffassung der jiidischen Gemeinschaft, daO jeder Funktioniir des Hitler-Reiches. der, gleich welchen Ranges, an der Schaffung. Auslegung und Durchfiihrung der nationalsozialistischen Rassegesetz.. und den sich Aus diesen ergcbenden Verfolgungsmallnah- men aktiv mitwirkte, das Sittengesetz verictzt und die moralischen Grundlagen des menschiichen Zusammen- Jebens geschandet hat. Ein Jurist. der sit-h dazu ernied- rigte, barbarische Unrechtsnormen p_~eudowissenschaftlich zu bearbeiten, hat den Anspruch verwirkt, im hohen Dienst des Rech ts Uittg zu sei n. 2. Es Isl uns unbckannt, daO durch irgendw<'lche Kommen- tare zu den Niirnbcq::er Rass<'!!<'SC!z<'n jc jiidischc llf<'n- schenleb<'n i;ercltet word<'n sind. Bekannt ist uns d"- gegen wohl, daO diese G"setze wm verbrech('risch<'n Mnrd an sechs Millionen Miinncrn. Frauen und Kindern gefiihrt haben, deren Vcrgeh<'n in den Augen dN nalionalsozia- listischen Machthaber einzii: und alJ('in darin l>C'st.,nrl. als Judcn geboren worden zu sein." (.Berliner Allgemeine", 7..eitung der JudE'n in Oeutsdlland. Berlin, 8. Jun! 1951) Kommentars beweist ebenfalls, dafl Globke die G<-!;etze nicht hat. Im Gegenteil, er lieO keine Gelegenheit unG<'niitzt, die von ihm Schand&esetze noc:h zu vcrschllrfen. tetm
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insbesondere In der Frnge der An!echtung von Ehen mlt jQdlachen Menschen <1.4nahm Globke in scincm Kommcntar den filr die Betroffenen ungiinstigsten Stand- .~ :punkt ein. Nach § 1339 des Biirgerlichen Gesetzbuches konnte die Anfechtung ·'<:aner Ehc nur blnncn einer Ausschlu()frlst von sechs Monaten seit dem Zeltpunkt, . ::!:In ·welchcm dcr Irr\ um entdeckt wlrd, er!olgen. Str!tt!g war se!nerzeit be! den .. Nazl-Gcrichtcn dcr Zcitpunkt, zu dem die Frist zu laufen begann. Das Re!chs- ::.''·gerlcht hattc cine Enlschcidung gcfallt, die die Anfechtung erschwertc. Im Gcgcn- tZ dazu stand cine Entscheidung des Kammergerlchts :wungunsten der judi,ch<"'1 ·epartncr. Globkc erk!lirtc die letztcre, also die ungtinstigere Entsch!!idung, Wr verblndlich. ,,.; . ~ schricb (Scitc 109:'110): .,F"raalich kann aber ersch€inen, wa1'1tn di<? Fri.it zu laufcn beaonnen hat, wenn ein Eheaatte z:war die R.assezugeho- riakeit des anderen Eheaatten kannte, sich· aber uber ihre Bedeutung n!cht klar war. Die Ansichten des Reichs- gerichts und de& Kammergertchts atehen dch in dieser Frage aegenuber. Wiihrend das Reichsgericht die Auffas- suna vertrttt (RGZ. Bd. 145, S, l), daP aeit der Veroffent- lichung vom 24. Februar 1920 Falle einea lrrtums nach der gedachten Richtung nur selten MIZunehmen seien, nimmt daa Kammeraer!cht den Standpunkt ein (JW 44/ 3120). von den politisch und wissenschaftlich aeschulten Volksgenosaen abgesehen, sel der aropen Masse des Volkes dte Bedeutuna des Raaaenproblems erst nach dem Siege der nationalsozial!stUchen Bewegung bekannt aeworden. Die Anslcht dea Kammergerichu verdient den Vorzua." dleser .Anleitung" versuchte Globke also die Ehe ji.idischer Bi.irger ausein- ·anderzutreiben. Doch das ist nlcht der e!nzlge Fall seiner verscharfenden Kommen- ~eruni;. Nach dem Konkordat aus dem Jahre 1933 war es katholisch(;!n Priestern erlaubt, In Ausnahme!llllen var der atandesamtllchen Trauung elne sakramentale Eheschlle()ung von Kathollken· vorzunehmen. Durch die Eheverbote der Niirn- rger Gesetze waren v1ele m.ft JOdlschen Btirgern Verlobte in Bedrangnis geraten, d die Gelstlichen sahen slch var die Gewissenstrage &estellt, ob sie solche Ver- blndungcn helml!ch trauen sollten. Das !st in der Tat vielfach geschehcn, und /ielbst das westdeutsche Bundesgesetz vom 23. Jun! 19:10 mufltc die Rcchtswirk- {'.' samke!t dleser Ehen mlt rUckwlrkender Kraft feststellen . i .: .~ ....... I i . '.:"C;tobke Jedoch erklilrte In selnem Kommentar solche Nottrauungen filr unzu- :'~·i·Jl.s!llg und vertrat obcndreln die Auffassung, dn() Gelstlichl!, die es dl!nnoch tun, '.:'··: mlt Gefilngnls zu bcstrafcn selen. Dabe! bl!stand tiberhaupt kein AnlaO, cincn ·'.:.. ·solchen Passus In den Kommcntar aufzunehmen, denn nlrgendwo In den Niirn- , .. berger Rasscecsetzen war es den Geiatllchen verboten worden, religiOsen Bcistand tu lelsten. Und selbst wenn Globkc melnte, auf dlcse Frage elngehen zu miisscn, so war er nlcht gcnotlgt, negaliv dazu Stellung zu nehmen. Globke jedoch wollte die · weltere Drnngsallerung dleser geplaeten jiidlschen Menschen . . Aber auch die Menschen mlt .,jUdlschem Elnschlag•, die nlcht direkt durch die Nllrnbcraer Gesetze betroffen wurden, wollte Qlobke nlcht ungeschoren davon-
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···\!assen. Unterhielt z. B. ein Burger mit cinem jiidischen Gro(JeJterntcil - -~'-·--,;Giobke ein sogenannter '/•-Jude - ein Verhiiltnis mit einer .Deutsch- ,.,-,, · ' •,so empfahf Globke fur diese Falle den Polizeiterror. Was nicht einmal ;·die::NOrnberger Gesetze verboten war, erkliirte Globke fiir .nicht cr- t·.:~und setzte sie damit den Verfolgungen der braunen Kolonnen aus. (:'~·:;'.! : '·::. · ··:·auf_ '._weitere Fiille dehnte er diese VerfoigungsmaOnahmen aus: Das Blufidiutzgesetz erklarte Im Ausland ertolgte Eheachllellun11en zwischen blQtlgen• und .Juden" lediglich !Ur nichtig. Globke iedoch blieb cs \•or- ··-.·-i· .• ;.ailch die Straibestimmungcn der Gcsctzc auf dicse Fiillc auszudehncn. · · ,·obwohl Globke wullte, dall nach dcm seinerzcit gcltenden Strafgesctz- ''il.Ulland begangene Delikte nicht vertolgt werden durften. ~d·\;.'!;:~; ··'fildac cler Kommeo&ar des Herrn Globke, der heute die redJte Hand Aderi- ;.... 'ia Wlrklldikelt acu. MJt cler VerGlfenUicbooe becann Globkes braune "·''·:fit dfe Betrolfenen aber der Wee In die Gaskammem. Du Buch Globkcs der dem Charakter des scbmutz11reo Sd\anqese&zes entsprlcbt. _,·,_1:i'eclan&ene des preuBbcbeo Beamten und der Filblloslgkelt elocs elskallen · · 1n&erpreUen Globke den unmenscblldlsten ErlaB der Nazf-Dlktatur. Das -~·-: "dcr Meiudseo, die davoo betrolren wurden. war lbm gleldlirilltlir. Wer ~c I 5. '"'~&&r, .,,,)#- f3
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--------------· :Handlanger der Gestapo . und der Naz:i-Justiz: :' Wer rlie Gcschichtc der Gestapo und dcr Nazi-Sondergerichte kennt, der weil3 auch, mlt welchem Eifer dicse zwei hauptsiichlichen Terrorinstrumente des Hitler- .,,·.., Staates darangingen, Globkes Gesetzc zu verwirklichen und seinen Kommentar :·. els wlllkommene Anleitung zum Handeln anzuwenden. Die Uberschwenglichen ,~· Worte, die solche Leute wie Streicher, Frcisler und andere Nazi-Fuhrer filr Globkes Werk fanden (slche in den vorigen Abschnitten); kommen deshalb nicht von ·:i:• ungefllhr. Die Nurnberger Gesetzc waren ihnen eln willkommener Anlall, jetzt unter Paragraphcnschutz, sozusagcn legal, die jildische Bevolkerung zu ver- !olgen. Dlese Gesetze waren somlt eine der entsdleldenden Etappen filr die Ver- :; wlrkllcbung der ~'."'dllstlschen Ra.ssenldeen. Kaum daO die Gesetzc im Reichsgesetzblatt verkilndet waren, gingen Gestapo und ·Sonderjustiz audl schon dazu iiber, den jiidischen Bevolkerungsteil in Deut.sch- ..... >land diese Gesetze spiiren zu !assen. Gleich nach lnkratttreten dcr Gesetze bring! .'J.;: ~-, . ' };: .Der Sturmer" seltenlange Berichte Uber die Verhaftung und KZ-Verschleppung sogenannter Rassenschiinder, die cs ,,gcwagt" hatten, trotz der Gesetze Globkes .~ ihre freundschaftllchen Bezichungen, ihre vorehelichen Bindungen zu "arischen" ·_'.BOrgern aufrechtzuerhalten, oder die Ehc mit Ihnen eingehen wol!ten. Aus jeder ·~Zelle dleser zynlschen Mcldungen sprlcht die Genugtuung von Streicher und Kon- .'~: IOrten Ober die Gesetze Globkes. • Die GesPtze des NiiTnbeTaer Reichstagcs haben dem rasscnschiindcrischen Handwerk der Juden einen Riegel vorgeschobcn ••. Wo sich nur ein Jude an cin deutsches Miidchcn heranmachte, da grlff die Geatapo riicksichtslos ein ..• Ende August des Jahres wuTde der Viehhiindlcr und Metzger Bernhard Ki!ahelmer von Pforzhelm in das Konzentrationslager Kialau ilberfilhrt. Die Ermlttlungen der Gehelmen Staatspo!izel geatalteten alch. sehr sch.wie- rig. (!) Jud Kllsheimer hatte Bezlehunqen zu deutlChrn Miidchen •••• (.,Der Starmer•, Nr. 39l1935, S. S) ~ ..
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er also als deutscher Mann "schwierig zu ermittelnde Beziehungen" zu ·J·:· ~;·cleutschen Frauen hatte, muBte Bernhard Kilsheimer ins KZ. Globkes Id~n fanden ·lle·Nazl•B!utrichter, von-denen · heute in Westdeutsdl!and unter dem Prolektorat "~uers Und seiner rechten Hand Globke noch immer iiber 1000 amticrcl), -ln-<ien NOmberger ~U:en eine willkommene Gelegenheit, au( ihrc Art ttlnner"1ningt'in-selm!r Nummer 20/1937 folgende Aufstellung: ·~·-·-----·--··--··-· h~--= ·•tr lli.tllf s ... &lhln l)qt& ........ 3 ........ '•.•; .... lJ... llcena ICkl•I lDl6u •:',: .......~I••••• t ••t • •-••• lo<tl,•H . ...... ,....,, :i.......... , ~ ..... ,,, :· 1e I 3-tl'ft , ...._•••· .'.h U11,,.1,. '"" 91!•r• :Jle•tallfl• : ••. t ,.,,.... l•.-ii,. ... :' ..... ~•ltt , .. . . . . . . ·, ' Sc\tt• 3 ••,_.... •••tt "' ···~ 'ltlf St, Itel Sl••h•Ut ·.:.•• Xnt•k•I I• I , . . _ J1'...,._.. ...... illl CtlNif: .,., ""''"'° 2~"'"· l••""'··· :J•lorn l-.Sl;ue. · . ··.nn11t••• c.ia" llhr•cr1 ll•«•••• ..... a...._ 3....-.... .... ,...,.,l ......... ,, ,. , ,.,, ''.lot"""'" '•"' ...., ... ''" .. .l ....1lMfNn. 91n• ~. !JeMllU&ttb.•cttn9ctr ..1 " ' - I ••• '-tr• ,..,....,. i i s ... 'lllr •••••• •• )II Nffr!Mf; ........... ,................., 1 . . . .tn~ ..... ·- "• I "·~· _ ... ""91\et: : ... lllMl4C . ...,. • • , , .... ~~; •11 -·~ :Jatc '•••• ••flu. a. ~; I ... ...... ......_.._. 91lur Wile• I ........ ....... ~: I ····~ ........a./
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.i i ~ i·· Dan bci ~icscn Urteilcn gcrade der Kommcntar G!obkes wicdcrum Anlcitung !Ur d.as bcsondcrs scharfc Vorgehen dcr Sonderjustiz war, bcwcist das folgcnde Urtcil · Bo;;luu H• le Abschrift. (~lO) •I .P.K.Ls. 21/38 (109()8) · namec dee Deutacl:er; Volkea 11irafeeclle ~oseu Ui:=r1 li<.mdlun;st.~ehil!'e~ K.u.rl. ·Hilhelm S c h m 1 d t _g~!bor~11 ·al:. 23 . ....Tar.uc.r 1911 in Berlin , , ::ur Z•:it in dieser <;'1•:lle 1n Uotersuchlll18ai.Jaft 1Ja UntereuchWl€sl(ef11n<>:oiD Berlin- .:oab!.t, wegen l!osseruichar.de. Di.e o. groe:;e .stra:fke.::11<el:' dee Londg~richt&. llerliD hat in d•r l l kung vom. 2.- AuguJI t 1938 1 an der ~ilgenommen ~ : .. bebiiot. . . {.: i= ~ddericbtu~i:..:::~~~
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Was hatte Wllhelm Schmidt getan, daB lhn die Nazi-Richter Dr. Jank und Reh(eldt. die heute noch In Westberlln amtieren, filr zwei Jahre ins Zuchthaus schic:kten? Das Urteil sagt dazu: .& war hiernach festzustellen, dafi der Angeklagte als Staatsangchorigcr dcutschen Blutes In Leningrad am 13. Februar 1936 mit der am 5. April 19{)9 gcborcncn Volljiidin Rebekka Schonhaus die Ehe geschlossen hat. Ein VcrsloD gcgcn f 1 des Gesetzes zum Schutze des deutschen Blutes und dcr dcutschen Ehrc vo:n 15. September 1935 steht hlermlt fest. - 'iSdunidt wurde verurteilt, weil er die Frau heiratete, die er licbtc. Dlese emplirende Willkilrjustiz setzte sich dabci auch iibcr den § 4 des Strn(gcsctz- budles hlnweg, der im Ausland begangene Gcsctzesverlctzungcn von dcr Vcrfol- '"-'11m11 grunclsti.tzlich ausschloll. Globkes Kommcntar half den Nazi-Juristcn, dicscs Die diesee Z1eles Wlirdo aufa liusserstc die lt:og11chkeit bestli.nae, unter &ef~hrdet l'e~ti::u1ten sei.ll Voraus solche Verbrecher; Beeen des c.-e~t!': ztu· Ver~r.t zlehe.n , die aus3erhall: 'les «~ich"s ~'~B't:t;cr. 110r D1e glei cm Anelcllt 'Vert:ri -tt . ~. I - Glopke 1936 F.lutachutzt;eeetz,An.c.4 ::.u § ____.,,,,_ .. .l 'l,, I !rgoonis 1st i ;~\ 1 Aiernac~i s. teetzuatellen , dnss der An;,;e- . te <!in Verbrech~n "nuch ~ l 5lutscliut::.,,~11.ott h0l'3.!1gen hat naoh ~ 5 deoaelben G€s" tvc" :u t•HB ~rafen -r, j OJ' die i::hoeclllie ~une il!l ,\\Ulland vorn:.iL::, ,'-, •I .i J 1 ..·/: \ \ ~ 47
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Doch nicht nur das. Globke bctatigte sich auch als hintcrhaltiger Denunzlant ftir die Gestapo. Der .Tclegraf" sah sich gezwungcn, am 25. Marz 1956 folgende Leser- zuschrift abzudrucken: ,,Nachdem es Frau W. im Marz 1940 ermoglicht hatte, ihre Mutter von Posen n.ach Berlin zu bringen, wu~de sie zur ,Evakuierungsstelle fiir Polen und Juden' des SD in die Kurfiirstenstra[Je I 16 bestellt. Dort teilte ihr ein hi:Jherer SD-Fiihrer namens Eichmann mit, gegen sie liege die Beschwerde einer ,hohen Instanz• vor. ·wer diese ,hohe Instanz' Qewesen ist, glaubt Frau W. eindeutig darin erka.nnt zu haben, da[J auf dem Schreibtisch des SD- Fiihrers ein van Globke unterzeichnetes Schriftstiick lag. Eichmann untersagte Frau W., sich weiter fiir die ,Polak- ken' einzu.sctzen. Da Frau W; sich nicht an dieses Verbot hielt und Globke . erneut und wiederum erfolglos bedriingte, den unter der Verfolgung leidenden Deuuch- zu Eichmann bestellt und wiederum unter Androhung oon Stralen Polen zu helfen, wurde sie ein zweites Mal scharf geriiQt. Frau W. fiihrt auch diese zweite Vorladung durch den SD auf die Anzeige des Dr. Globke zurUck.- Wu er hlcr als Achtgroschenjunge cincm elnzelnen zu!ilgte, dlill !ilgte er als Gesetzesverfasser und Kommentator dcr ganzen jtidischen Bevolkerung Europas zu. Was zeigen diese Tatsachen? e Globkes Nurnberger Gesetze und &eln Kommentv waren der Gestapo und der Sonderjustb Hitlers die wfll·- kommene Jurlstlsdte Handhabe, um Jeh:t ..lec&1• Bundert- e&usende :ru marlem oder gar zu Ulten. • SoCort nach Erlall seiner Gesetze ilbenoiren willkilr- llche Verhaflunren und grausame Terrorurielle gegen Jildlsdle Mensdien die dcutsdien Etadte und Dl>rfer. e Globke terrorlslerte als Referent filr Judenh'afl'en In HUlers lnnenmlnlsterlum audi auf Jede andere Weise deutsdl-J!ldlsdie Bilrger. e Globke llefertc elgenhllndlg Gestapo auR. deutadte Bill'lrer der
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.. • • • endgiiltige Losung ,, der Judenfrage wesentlich > vorbereitet" Nach den .,Erfolgen" der Jahre 1935(.l6 - Erlal) dcr Veroffentlidiung seines Komment.ars dazu - Globkes .,Grundgesetze" waren erlassen - ~iurnbergcr Ccsctze und schritt Globke zu noch gri··Crn·•1 nun wurdc .,die endgulti~c Li>suni:-- der faschistischen RassenCrage vorbereitet, so dall Globkes Staatssr'krcti1r Stuc.k.11·• l938 nach ErlaJl neuer antisemitischer Gesctzc Globkcs schrcibcn konnt~: .Das Ziel der Rassengcsetzgcbung kann als bcrcits cr- reicht und die Rassengesetzgebung dahcr im wescntlichcn als abgeschlossen angesehen werden. Sie hat, wic ob<'n berelts hervorgehoben, zu cincr vorlaufigcn LOsun~ dc;- Judenfrage geCiihrt und gleichzeitig die endgwtige Liisunt: wesen&Ucb vorberel&e&!" (Stuckart: .Rassen- und Erbpflegc in der Gcsetzgcbung des Relches•, 1938) Begleitmusik tilr diese .endgultige Uisung der Ju<lenfrage" "'ar die .. Krisl«ll- on au!gepeitsd\ten Nazi-Horden, SA-Einheiten und SS-Vcrbiinden wurde am November 1938 elnes der schltmmsten antijudisch<'n Pogromc scstanct. Criiknu en 'die braunen Haufen durdl die Strallen der dcutscheon Stiidtc. dcmol1cncn errelchbaren jiidischen Geschafte, sctztcn Kaufhiiuscr und Synago~''" 1n d. Erbarmungslos wurden die Inhaber dcr Ceschaftc zusarnrncni:c>d1bi:cn. in die KZ vcrschleppt. Viele libcrlcbtcn dicse N.1cht <le" mit diescm Pogrom, nac:h dcm Raub des Sud<':r'n. und der Annektlon Osterreichs die ilber dlc )atcntc Kricgsi:cfahr bt'unruh1g. Wieder mil neuen Ausarbcitungen fur wcitcrc :rntiscmi~isc:i.
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Wahrcnd dcr iudischcn Bcvo!kerung immer groacres Leid zugeCugt wird, wiih- rencl ihnen Arbeil, Eigcnlum und oft das Leben genommen wird, erklimmt Globke eine weitere Stufenleiter seiner Nazi-Karriere, erhalt monatlich iibcr 1300 RM Gchalt und fabrizicrt neue antfjiidische Gesetze. Mil diesen antisemillschen Gcsetzen und Verordnungen, die Globke 1937/38 ver- faOte, wurdcn die Lcbcnsmi.iglichkeitcn der jiidischen Bevolkerung immer weiter eini:;eschrankt, wurdc ihncn noch mchr Schmach und Leid zugcfiigt und das Sterben der sechs Millionen vorbercitet. Globke - Spezialist fur antijiidische Gesetze ~btcilung J. l:'rittr: Dr. 6tucfart, 6taat&fft.* '!lrrtrrltt: .s:ittlng, !'!llin~irifl., ~~~." '!lntrrtrr fi1r ~ir Untrraotri[ung: Dr. 't>ancftt,rrts, ~in~. I !'!llini11rria[r~tr. Dr. l:'ancftorrte (f. a. ~l!>t. II) · '.Dritji (j. o. ~lbt. VI) ~tbr·;, Dr. Die Handbuchcr Ober den preuBisdlcn Staat der Jnhre · 1938139 vermcrk ten nu( Sci le 16 Dr. Globl<e nls Obcrrcgicl'Ungs- rat der Abteilung I im Rcichs- lnnenmlnlsterium, zu dcrcn Tllttgkeltsgeblet u, a. gchtirte: ~rmrrt(f. o. 21&1. ll)* Dr. l}ud,s (i. a. ~bt. V1 Dr . .f\od)c (i. a. Z~lbt.)• Dr. .\)ubridj (i. a. Z~b.t.)"' Dr. l.!i.\icncr* , Dr. !llcblcue (f. ~- Z\!t&I.) E.onftiflt !Rrfmntrn unb S)i!f3tritrtntrn. Ylbom, T-r(l~liitf. • stlai, ffifR. • 't3oum, :H:H. (j. a. .Run,1r, ~lri. * ~lH. VIII)* {!\d)trr, C'~H~~- (i. a. 'l)udart, C'!l1:H. • ~~tr, C':H~U Dr. iraujcr, :11~. Dr. 3rrnbcntlial, 9lr(l~lffrf. If. a. Z~lf·t.) Dr. (.\lubcr, :Hra~liitf, * ·Dr rn1q&r; !~m~ 3acobl, ~:R. J?rttnrr, !R!R. • ~flt. VJ)~ Dr. t\abjl, 0:11~." !llabmaun, ~rflmliri. • 6d)rringrr, :1tH. Dr. 6diir~trmalr, !R:R ..• 6inga,..0.9i!lt (f•. c ... Z~ibt. u. ·mot. ll)* ~rtnbt, !Rrg'ilfirf. •
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