EICHMANN, ADOLF VOL. 3_0029

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- ·- -- -·------------- Halten wir fest: e Globke war im Reichsinnenministcrium wlihrend vielcr Jahrc de~ Faschis- mus fUr die Bearbeitung von Rassefragen zustandie. Auf sein Kon to kom- men die vielen Gesetze und Verordnungen eegen die rassisdt Verfolgtcn. .e Globkes Machtposition wuchs mit dcr forcicrtcn Kricg£iihrung dcr Nazis immer mebr an. :e Globke war riach der Eroberung vieler Lander Europas dcr vcraniwort- lidte Referent und Unterabteilungsleiter fiir die Einvcrleibung dicscr Gebiete in den Nazi-Staat, filr ibre Untcrordnung · uatcr die Hitlcr- Diktatur. ;e Globke war bis zur letzten Stunde einer der eng~ten Vertrauten Himmlcrs: er war die rechte Hand des·obersten SS-Fuhrers filr eine seiner wichtig- sten Machtstelluncen.
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-~·· Hitlers Judenmorder - am Schalthebel des Westzonenstaates Heute, 15 Jahre nac:hdem die Vernic:htungsmaschine der Hitler-KZ durch die Sowjetarmee und die Antl-Hitler-Koalition zertriimmert wurde, !st Globke der einflullreichste Beamte ·des Westzonenstaates. Ats Staatssekretar im Bundes- kanzleramt sitzt er an dem Schalthebel der Macht In der Bundesrepubllk. Wie konnte ep dazu kommen? ./ .. --.·-;··-····· ........ (Aus ,,Die Andere Zeitung") lhn reHete die katholische Kirche Oas Inferno des Zusammcnbruches des Nazi-Reiches, dcm er so treu und auf- opre~nd gedient hatte. crlcbte Globkc in Oberbaycrn. Im Domin!kancr-Klostcr WalberbeTg. gelegen zw1schen _Bonn und Koln, fand der belastete naz.istischc Mlntsterialbcamte. den die UN untcr der Nummcr 101 auf die Krlegsverbrcchcr- llste gesetz1 hatten. <chhclllich eme Zufluchtsstiitte. Dort stand Globke untcr dem pers!lnllchen Schutz ·des Provlnzials de' Domlnikanerordens, des Paters Laurcntius Slmet. Bci 1hm leg•e e.- einc umfossende Gencralbeichtc ab und crhlclt -·so cin- fach war das CUr Verl>recher vom Schlage Globkcs - die Absolution. Simer, der Ober grollen Elnflull aur w1rt~drnftliche und pol1ti>che Krefse dcr damaligcn L>rft!Achcn Zone verCilgte, crknnnte In Gfobke efnen .befiihfgten• Mann, dcr <lie Interesscn der Oommlkaner m der 11ordrhem-westfallschcn Landesreglerung vcr- treten ktlnnte. 94 I 9
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---·--·- ..-.------~--··-·--·:. ~Globke: Schuld haben-die anderen . I ~ !.!! mullte Globke trotz des Protektorats der katholisdien Klrche - auller " Immerhin dem Dominikanerpater setzte slch auch Kardlnal Graf Preyslng tor 1hn eln - tor ~ elnige Wochen in eln Internierungslager. Dort, Im ,.Ministerial-Collecting Center" .In Hessisch-Llchtenau, traf Globke elnen alten Bekannten aus dem Reichsinnen- minlsterium. Robert Kempner, der 1933 aus rassischen Grunden emigrierte, war von den Amerikanern zum Anklllger In den Kriegsverbrecherprozesseri bestelil .worden. Er suchte Zeugen gegen elnlge der promlnentesten Krlegsverbrecher. Globke wurde setn· Kronzeuge gegen - man hlilt es •kaum tor miiglich - seinen 'Kumpan und Kompllcen Stuckart und andere Kriegsverbrecher. Seiten schrieb Globke mlt eldesstattllchen Erklacungen voll, denn er fiihlte . wohl, dall er, um von elgenen Verbrechen abzulenken, kraftig geger. seine Mit- tli.ter aussagen mullte. So schob er denn alle Verantwortlichkeit Stuckert z:u: .Auf Grund melner Tlitigkeit in Abtellung I dea Retdu- und PreuPiachen Minialeriuma dea lnnern kann ich /ea1- 1tellen, daP d'6 /OIQenden ••. Geaetze. und Verordnunaen 'm Reichamlnuterium dea lnnern in der A!>teilu.na en1- worfen_ wurden, deren Leiter StaatuekreUlr Stucker& war. Dte1e Ge1eiz. wurden unter seiner Leill'na entwor- fen und sind von ihm unterschrieben oder mil unler- schrieben worden. Er hat 1omi1 au Abtellunasleiter nidit nur die formai., sondern auch die voile sachliche Ver- antwortuna. Daa Qilc auch fur die Bestimmunaen, du threr polltlschen B.edeutuna weaen von Hiller selbst ... u.nteuchrfeben worden sind." (Aus Globkea eidesstattlichen Erkliin,mQen) Dem Sozialdemokraten Schumacher konntc Kempnc.r dcshalb auch crklaren, Hans Globkc sci .clner dcr kostbarstcin Helter dcr Anklagc scv.·csen, dcsscn Tiit!~kelt slch nlcht nur Im Gcrichtssaal nlederschlug•. Dall er selbst aber Initiator vieler dcr abschculichsten ant1scm1tischen Gesctze war, dall er sie ausarbeitete und die ohnchin schon brutalcn Gcsetze _durch seine Kommentare noc:h verachlirft.e, Ja, dall er die w1dcriiche ant ijiidische Prnpuganda verfocht und in seine Gesetz:e aufnahm - dies verschw1cg Globke. llldem er andere belu&e&e uad sfch enu..&e&c. kam Globke mil Hllfe elnOuB· . reldler In• und auallndlsdler Freunde. beKblrm& vom ka&boUadlen Kleru11, uni eln1 1eredtle Bea&ratuna benun. I>« ro.r den Tod voa 6 Mllllonen Juden mll· veran&wor&Ucbe bobe Nul-Beanue 11111 nrattret am. I ~
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- - - - - - - - - - - - - - - · --- Von Niirnberg nach Bonn Die Stadt Nilrnbcrg hat im Leben des Herrn Globke offenbar schicksalsschwere Bedcutung. Zweimal filhrte von dieser Stadt filr den skrupellosen Ehrgeizling ein Wcg in Macht und Karriere. Die Amerikaner hatten sich fest vorgenommen, ihrc wcrtvoIL<ten Zcugen aus Nilrnberg vor alien lnnenpolitischen Angriffen zu schiltzcn und zu Einfiull zu vcrhclfen. Die erste Station von Globkes Nac:hkriegslaufbahn hiell Aachen. Orel Jahre war er dort Stadtkiimmerer. Noch gait es filr prominente Nazis, nicht zu sehr auf- zufallen. In dicscr Zclt war es auch, dall or sic:h der Kanzlerpartel ansc:hloll. Schon bald erhiclt Globkc cine Schliisselstcllung. Er avanciertc zum Vlzepriisiden- ten des nordrhcin-wcstfalischen Landesrcchnungsho(es in Diisseldorf, was ihm Einsicht, Kontrolle und Ein(Jull in Regi.crung und Vcrwaltung des Landes ver- sc:hafftc. Im Jnhre 1949, der westdeutsche Separatstaat war kaum gegrilndct, zog Globke von Dilsscldor( nach Bonn ins Bundcskanzieramt. Adenauer befi:irderte lhn In dem aullergewiihnlich kurzcn Zcitraum von drcieinhalb Jahron vom Ministerialrat z(im Staat..sckretiir. Bcrcits nm 4. Juh 1950 war Globkc Ministerlaldirekt.or und Per- sonalc:hcf im B11ndeskanzlcramt gcwordcn. Er sorgtc hier filr die Einstcllung mogllchst v1elcr ehemallgcr Naz1-Komplic<':-1 In die Ministcrien der Bundesrcgl~ rung. Nnc:h den Wahlen vom September 1953 avancicrte Globke schlielllich zum allmllc:hlli:cn Bonner Staatssekretiir und zur rechten Hand Adenauers. Er wurde die .graue Emlncnz" des Westzonenstaatcs. 96
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- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - · - - · - - - -- •. -----· -· ---- ----- - ----··----------. Machtiger als ein Minister . Seit Jahren ist Globkc dcr einClu13reichste Bcamte des westdcutschen Staates. Neben Bankier Pferdmcnges gilt er uls der intimstc Vcrtruutc Adcnaucrs. Der Arm des ehemaligen Nazi-Spezialistcn fiir Rasscnfrugen, des Vcrfassers und Kommen- tators der NUrnbcrger Blulgesctze, des Mitschuldigen an zahllosen Judcnpoi;romen .·.;und an dem Mord der sechs Millioncn reicht heutc weiter als dcr jedcs Ministers, ';denn es ist dcr ,,verlangertc Arm des Kanzlers". Bis in die aul3crsten Vcrastelun- ·-.'gen des Staatsmechanismus reicht die Konzentration von Machtmitteln die in sei- ·;ner Hand vereinigt sind. ' •', ,;Hinzu kommt, dall die Tiitigkcit Globkes jeder parlamentarischen Kontrolle ent- :;zogen 1st. Er untersteht allein Adenauer. Adenauer abcr ist 84 Jahre alt, vie! ;- _:.krank und hiiufig urlaubsbediirftig. Wahrcnd der Zeit seiner Abwcsenhcit heil3t ··_der Bundeskanzler laktisch Globke. dann iibt er die Macht aus. Der Mann. der ..-;. 1935 bestimmte, wer als Jude zu ,,dissimilieren" sci, ist also heute zum zweitwich- . tigsten Mann im Bonner Staal aufgeriickt. § i der Gcschaftsordnung der Bundcs- regierung sagt iibcr seine Macht aus: :~ (1) ~er 6taal!~fefmtiir bes \Bunbe~f\an3leramtc'3 nimmt 3u• g(eidj bie @ejdjiiite cines 6taatsicnretiir5 ber \Bunbe5regic, ; rung roafjr. • (!!) ~r f\ann b-ie ·an ben \Bunbcsf\an3ler gcricf)tetcn ober i~m t>on bcm i8unbe6priif ibcnten iibcrroi-cienen 6cf)rciben un• mittdbar an hen 3ujtiinbigen iBunbcsmini}tcr rocitcrleitcn. ~TJ4'fiefllt l>cr 3uftiinbige i8uitbe'3miniiter cine iBcantroortung burdj bcn i8unbeskan3Cer, jo legt er ~m i8unhc6kan3ler eincn entfprecf]enben ~ntrourf bot. ~;'Die Machtbefugnlsse des Herrn Globke sind erschred<cnd: Globke erblilt Jedes fllr Adenauer besllmmte Dokument. Ea gebt durch seine Hand. Er versleht es mlt Rlnem Kommentar. "' r:er den Bundeskanzler In Globkes Sinn beelnrluBt. Globke enlsmeldet Ober Elnslellungen. Enllassungen und Beiiir- derungen aller hoberen Beamten der Bonner Mlnlsterlen. Kelner trlU den Dienst an, der nlcbt die Zustlmmunz Globkea ba&. Bel der Befurworlllll& oder Ablehnuna •·on Bewerbungen 1eben "Gesan1· und Partelbudt" den Au..- schlag. Globke unterstebt der Spltsel- und Splonageapparat des ~nerals Gehlen. Er erbiU alle wldttlgen cehelmen Namrimten des Bundesamtes fur VerfaasunirsamutL l>as mamt lhn 1:um bestlnformlerten Mann des Adenauer-Su.at~ Globke verwaUel die gebelmen Dossiers ilber die ruhrend.n Poll- tlker des Westzonenataates. Mil der Drobung. die don irf'Wlmmellen belaslenden Malerlallen 1:u n•riirrrnlll.:hm.
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werd~.n slcb dem Kanzlerkurs wldersetzende Polltlkcr au! \!ordermann gebracht. Globke hat kraft seines Amks wcsenttlchen Einfiull aur di~ Tiiligkeit des Bundcspresseamtes. Er hat also darii bcr milzubestlmmen, was die Orfentlicbkeit erfabrt und was nicht. Globke V('rfiigt uber aile Hausbaltsmittel des Bundeskanziers, insbesondere iibcr die Mlllionen des Reptillenfonds, der der Korrumpierung der Presse und Spionagezwecken dient. lilobke bereitet alle Entscbeidungen des Bonner Kabinetts vor. Er stell& die Tagesordnung des Kabinetts auf, und allc Minlsterien und Bundesstellen senden ibre Vorschlage an Globke. Globke bereltet die Redeo des Bundeskanzlers vor. Im Bundes· tag sltzt er stets unmittelbar hinter Adenauer und sehlebt Ihm Zettel zu. Er priiparlert die Glftpfeile, die der Kanzler abschle/lt. Globke (im Blide links) osslstiert Adenauer bci den Bundcstngssitzungcn. 98
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Die schwan:graue Eminenz Nur wcnige bekommcn Globke zu Gcsicht Er scheut das Licht der OUenUichkelt. . Er arbeitet lm Hintergrund. Sein Name taucht tiberall dort aut, wo gegen die demokratischen Freiheiten gezettelt wird. Schon 1950, als er noch Personalchef im Bundesk~zleramt war, hatte Globke fiir die Entlassung aller konsequent demokratisdlen Krli.fte aus dem Staatsdienst ge- sorgt. Der entsprechende BeschluJl der Adenauer-Regierung vom 19. September 19SO ist im wesentlichen das Werk-Globkes. ·· l'.>litiJ>c llcUtipn~ ''"' .'\ni;cl......., Jn Uil<nt~ ~ J.., Jcm.:.l...-.rOJir Gnln<kwdnunc. ~•i:<n ·''"'° :.., ........ .:.." lJ\oo l•Pn _, b..r.W..·r.:, ..... ,.; ,,.,, .. ,.,., .,..,~,·:-: ftt ,~j.Jri.. ~ l~-J..r.J~:·• "'" ... ~·W"O."-t<""" .~ "f'"'"'~ o• ......... . . _ . . ~WI llOJH""."\"N.f Q.11 •~t"IOI f"ti..:hl(f\ .~... ~, ·•~.., .... Jhr.>>t'"' ':'• · 't _ , _ .... ........ ::-:.:=. or.~wt':~~ ~~~-:~ =::.:.= ),';~~~~·.:: ~..!-' . e!..U:::.:-::,~~,..:..~~~=··l!:.:~:=: \.._..,~~-'w-'--•101....,.-- .. ~. .... ............... ...... "'""""'« ~< --~'4' ,t.... .,:,l\.i.::.11•....:lf'> ~-~ ··.. ._..... '"'' f"~"-~ ""'' ·-·-»-•¥,t. · .. , """"'" ......,...._ - u ' • ... ,. .. !"V..-..1 ~......- · .....(1,, ................... ··'- ~1'••· t" ..t,. ......"'!'9'4 .w.. ;-,. Jn. \~Pf'••'•"'-~""''"·,....,<: I nu·,.,..,,,·~'\,;. ....... :.-- :• .-.1,"'!...~- W'<IJ.._. ~ -.J. ....,._ ,,._.._....... "'"..... I t,.. '°"("' l.th......,.~._,..uU•.. •n . .•· .1 ... '-···i~.&. .........~ \.,_ ............ , ..• ~, ......... "'~~ ..... . *'.._ "t"O..,,. ••.,.1 •. ~1-,·~!-....... ~,1:•1-. . . . . . . ' ....... ,.,. .......... :t' ,_......... .............. Jr ........ ..;.:.'···· . . . ·· . .. '"'"" ...........,........... ~,.,_ ,. .,. ....,? . · ·'"'"' ..... __.,. ..., ,~ ,,_...,....... ,"' '4h °"'' ·-""1"•1.W..• ..f"<f '"-"•1"·~·~·· :~· 1 .... .. _ _ ........ ..,.'I,.... ........ .. •.,~ ·~· ,~. ! ...... 11-··-~,J..•· ''·~- ....... u,.. ................. ?t~ ~ ......" .. .. • ..,, \~""C: >it• \O"+•~J... ~.n ••~;-.••-.. ..............otk .......,..._ ~~ ..... ! \ ,\ <' 11 ... ~ ........... 1r-1'":'JinD.~ ....... ""'"'• l '- ;a;...-"......-.U.- f,_..· .u:..ar.... ;u:>J.t:..,..,> ~~2~~~~~~:~~:~~~. :·,:-.·~,:~~~--~:.~.i~;: -=·~:..~:::.'.:!;:_::7.:::·~~-~ v;.'·::. -~~~:;;..:;:.~-=. .. f_,..,.,.,.,. \.~,.. ....... . .i .. i.:.. .... •'"" ~ .Wl~~.~ .:tt""l'-f'tflita_ ~On~1.:.•" ·-l~!t,....l~·.: _,,.~....,~--._,...Wt .......... '-" .,...r \f•or~·-t ..' ...:-Jo. lt,•1:- ~.,._.-.;_ ~,.._......_ · ·• · ~~..;;~,,., ..i-,~W-.tnL---.-~ ....... --.~~· ~-·~···' .\ ...'! ·'"·-~~ ....... ....,: ...... "~.!·.....!··· , ... (: ......................-.. ... . -· :·;; Elnigcs von dcm, was er bei den Nazis lernte, darf Herr Globke auch heute unver-- :'~l hilllt welterbctreiben. Zwar liuOert er sich nicht mchr ilber Herrenrassenldeologle well Ihm das nlcht opportun ersdlelnt -. dafilr lat lhm aber erlaubt, den AnU- .'.'' f'. 'l kommunlsmus emeut forderen zu helfen. ~.-. ti, :'. iii - 1 .
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:.; Globkc war es zum Bcispiel, der den nazlstischen Antikomlntern-Spezlalisten Tau- bert aus Goebbels Reichspropagandaminis.terlum - den Verfasser des Films .Der <'Wigc Jude" - zum politischcn Beaurtragten flir Fragen der .. psychologischen Kricgfi.ihrung" beric!. Clobke trat auch als Hauptmanager des antikommunisti- schen Krcuzzugsvcreins .. Rettct ·die Freiheit e. V." aut. Nattirlich htelt er slch auch hier hinter den Kulissen und schickte den CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Barze! var. Erst ki.irzlich ei'fuhr die O!fentlichkeit von der Tatsache, daa Clobkes .Frei- h<'itsrittcr" politische Abschualisten vorbereitet haben. Aut elner dieser Listen bcfinden sich die Namen von elnlgen hundert westdeutscnen lntellektuellen, die ungcblic-h kommunistischer Sympathien angeklagt werden. Kr.ine GclC'gcnhcit Jaat Globke ungenutzt, um Kommunlsten und politische Gegner zu diskriminicrcn. Er. der seine Hand schon im KPD-Verbotsprozel3 hatte, schiebt den Kommunisten Verbrechen In die Schuhe, die In Wirklichkelt von"Seinen brau- n!'n Frcunden von elnst begangen worden slnd. Anfang Januar 1959 hat der Antisemit Clobke Im Auftrage Adenauers die Anwelsung ertellt, be! alien anti- scmltischen Vorfiillen die Tater unter den Mitgliedern der rechtswldrlg verbotenen Kommunistischen Partci zu suchen. Also nlcht Im Lager der Antisemlten und F'aschisten, sondern im Lager der Feinde des Antisemitismus und Faschlsmus, der Milkampfer der rnsslsch Verfolgten des Nationalsozlallsmus. Als Faschisten um diese Zeit die Dtisseldorfer Synagoge mlt Hakenkreuzen bcschmlerten, verhaftete die Pollzel den Cewerkscha!tsfunktloniir Helmut Kller, obwohl deutliche SpllI'en In die braune Rlchtung wlesen. Wochenlang mul3te Klier unschuldig sitzen. Die eigcntllchen Tater Jedoch blleben angebllch unentded<t. Au! der anderen Seite grelft Herr Globke tie! In das Staatssllckel, wenn es 'gilt. cinem schwerer Verbrechen bezichtlgten Nazi zu helfeo. So war es Globke, der mit alien .Mitteln den Bonner Ministe~ und tiberfilhrten M!lrder Oberlander rein- zuwaschen versuchte. 100 000 DM uberwies er der obskuren antlkommunlstischen URPE; den lnltiatoren der ,.Untersuchungskommlsslon Lemberg 1941",.die mlt dem ausschlleOlichen Ziel dcr Entlastung Oberliinders geblldet warden war. 5000 DM bekam der Nazi-Kolla- borateur Joop Zwart COr seine Mohrenwasche an Oberlander. Weitere Zuwendun- gen durch Globke verscherzte slch Zwart, da er wegen MOnzverbrechen von der holliindlschen Pollzel verhaftet wurde. Das urclgenste Tiitlgkeltsteld der schwarzgrauen Emlnenz rSt die Personalpolitik. Hier herrscht Globke unumschrankt. Alie Sch!Osselstellungen der Bonner Mlniste- rialbu.-okratie slnd mit Globkes V-Mlinnern besetzt. Bevorzugt werden die ehe- mallgen Mltglleder des .. Cartellverbandes der kathollschen deutschen Studenten- verb!inde" (CV) und dJe von dem klerikalen .Bill'o ti.Ir personalpolltische Infor- mallonen" emp!ohlenen Personen. Es bedarf kelner welteren Erwllhnung, daO auf dlesc Weise Leglonen von schwerbelasteten nazlstlschen Beamten in den bundes- deutschen Staatsdlenst Obernommen wurden. Wle etne Splnne hat Globke von selnem Schrelbt1sch aus mlt Hllfe der !'>ersonalpolitlk seln Netz um den gesamten Staatsapparat gewoben. Gef(lrchtet Im Bonner Staat !st Olobkes Kartei, ID die alle namha!ten Pol.lUker aufgenommen slnd. Vor lhr zlttem Beamte und Ab&eordnete. SU!ndl& mlt neuem 100 I ~
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~, ; ','Material aufgcCUllt wird dieses Machtinstrument von den 4000 Agcnten dN ~. '. Cehlcnorganisation und dem Bundesverfassungsschutz, den en gegenuber Clobke \' wcisungsberechtigt isl. Clobke gibt Besp1tzelungsauftragc an das Verfa5'ungs- ·.\ schutzamt, von dcnen meist nicht einmnl das dienstaufsichtfuhrende Inncn· , >.• min1sterium we ill. Er ist berechtigt, jede Auskunft daruber zu verwe1gern. Sowic ..'.'.:~ Jemand .wider den Stache! Adenauers JOckt, lallt Globke ihm mit der Ver- .·'.'\ offenllid1ung kompromittierenden Materials drohen. Ai ~In einer geheimen Sitzung des Bundestagsuntersuchungsausschusses gegen den \)k'lj seinerzcit in die DOR geflilchteten Otto John wurde offenbar, dall Globke auch. @Politiker wie Heinemann, Lemmer, Reinhold Meier und Debler bcspilzeln liiOt ~ Kopien von Briefen und vertraulichen Mitteilungen, Tonbander von Reden auf lnternen Konferenzen und detaiUierte Personalunterlagen ruhcn wohlverwahrt In den Panzerschrtinken des Bundeskanzleramtes. So hat Clobkes Drohung, sein<' f Akten hervorzuholen, schon manchen zurn Schweigen gebracht. Bespitzelung und • · Erpressung sind die unsauberen Mlttel seiner Politik. II Die GeCilde der geheimen Nachrichtendienste sind Globke auch aus unmittelbar ~leigenem Erlebcn vertraut. !st er dod1 selbst ein !angjiihriger VertraiK·nsmann des USA·Sp1onagechefs Allan Dulles, dem er den Zugang zum Bundeskanzleramt " jederzelt offen halt. WJ. Dall Globke zum Kreis der polltlschen Scharfmacher gehort, versteht s1ch dem- nach von selbst. In einem Gespriich Adenauers mlt dem rranziisischen Minister- prasidenten Debr~ -trumpfte Globke abschliellend aur: :'· i' ~ ~ ~ ~'.Iii ':;'ll \'·" N ?Y..1' .Den;entgen, die im Westen die deutsche Angelegenh<'il ,entberlini&ieren• wollen, mup man eine Antworl erteilen, indem man die Berlin-Fraoe dramatislert. D<>r Kontra- punkt von Genf sol! diese Dramatisierung df'r Tatsach<'n sein, was es auch kosten m(jge.• (.La Tribun. de Nation•, B. Mai 1959) ~.was es auch kosten mi:lge• - also auch den Atomkcleg.
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